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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
1. Georg Seeßlen (68)
2. Martin Heidegger (56)
3. Slavoj Žižek (50)
4. Kapitalismus (40)
5. Peter Sloterdijk (38)
6. Hans Ulrich Gumbrecht (31)
7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 21.05.2016, 14:32 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 21/16

Schlechte Uni Bolognese

Unter der schönen Überschrift „Kleine Reform eines großen Irrtums“ berichtet Stefan Kühl in der FAZ über die Pläne der Wissenschaftsministerien, jetzt endlich mal die gröbsten Verheerungen durch die Bologna-Reform zu kitten und die Verschulung der Universitäten mitsamt Notenwahn und Prüfungsterror ein bisschen einzuhegen. (18.05.16)

Algorithmen oder Trump?

Die Watson 2016 Foundation hat (zum Spaß) vorgeschlagen, 2020 einen Supercomputer als US-Präsidentschaftskandidaten zu nominieren. In der FAZ zählt Adrian Lobe zunächst die Gründe auf, warum eine Künstliche Intelligenz gute Politik machen könnte, und endet dann mit den ethischen Erwägungen, die alles wieder zunichte machen. (20.05.16)

Wider die rot-grün-versiffte Kulturpampe

In der ZEIT denkt Thomas Assheuer über rechtspopulistische Kulturpolitik nach, die Teil der europaweiten Re-Nationalisierungs- und Abgrenzungsstrategie ist und der es um mehr als eine Leitkultur geht: Die Mytheme von Kultur, Volk, Nation brechen in der Krise gewaltsam hervor und streben einem vorpolitischen Naturzustand zu. (20.05.16)

Nicht alle, aber manche - und das reicht.

Ruud Koopmans wundert sich in der NZZ, wieso sich der Paris-Attentäter Salah Abdeslam so lange in seiner Heimatstadt Brüssel verstecken konnte. Dabei war jede Terrorgruppe der Geschichte auf Sympathisanten angewiesen, die sich hinreichend mit den Tätern identifizieren können. Erfolgreiche islamistische Anschläge weisen darauf hin, dass es unter Muslimen in Europa ein Unterstützerpotential gibt. (21.05.16)

Philosophie ist beliebt!

In Köln steigt wieder die phil.cologne. Lars Weisbrod vermutet in der ZEIT hinter der Popularität solcher Philosophie-Festivals die Sehnsucht nach gut gelüfteten Schutzräumen jenseits von Polarisierung, politischer Korrektheit und Shitstorm-Angst. Das hingegen passt: Das populärphilosophische Magazin Hohe Luft lässt den Heidegger-Schwarzheft-Herausgeber Peter Trawny vor der Selbstabschaffung der Philosophie durch ihre Popularisierung warnen. Denn der Trend zur Philosophie für Jedermann hängt zusammen mit der Ökonomisierung der Universitäten.

Altes vom Studentenpack

Studenten heißen längst Studierende, was konservative Kulturkritiker nervt. Dabei wollte es schon Johann Gottlieb Fichte so, wie der Historiker Philipp Felsch in der FAZ anmerkt, allerdings nicht aus Gender-Gründen. Sondern weil die Studenten nur Quatsch machten statt zu studieren. Aus diesen seligen Zeiten rührt noch manche heutige Wendung, wie Matthias Heine in der WELT über die Jugend- und Studentensprache des 18. und 19. Jahrhunderts schreibt: Der krasse Schwachmat versucht einen famosen Ulk und blamiert sich bierbass als Kümmeltürke.

Außerdemchen:

Die FAZ weist auf eine Studie hin, die am Beispiel Mexiko-USA zeigt, das Grenzsicherung Migration nicht nur nicht verhindert, sondern böse-ironische Nebenfolgen hat. +++ Jens Bisky berichtet für die SZ vom 31. Internationalen Hegel-Kongress in Bochum, wo man den Beinaheabschluss der Hegel-Gesamtausgabe zelebrierte. +++ Auf der phil.cologne zankte sich Axel Honneth mit Norbert Bolz über Sozialismus und deutsche Verhältnisse, wie die FR berichtet. +++ Die NZZ bespricht den in Buchform vorliegenden Briefwechsel zwischen Paul Celan und René Char. +++ Dem in Yale lehrenden Ethiker Thomas Pogge wird vorgeworfen, gegenüber seinen Doktorandinnen sexuell übergriffig geworden zu sein.


Links der Woche am 14.05.2016, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 20/16

Kommando zurück!

Für die ZEIT hat sich Elisabeth von Thadden in der Karlsruher Ausstellung „Reset Modernity!“ - kuratiert von Bruno Latour - umgesehen. Die versammelten Werke suggerieren: Das Hoffnungsprojekt Moderne steckt in der Krise fest, gute Gelegenheit also, selbst auch mal innezuhalten und nachzudenken, wie es weitergehen soll. (05.05.16)

Verschwörungs-FAQ

Bei den Scilogs hat Thomas Grüter drei häufige Fragen und Antworten zusammengestellt, die sich in den zehn Jahren seit Erscheinen seines Buchs über Verschwörungstheorien ergeben haben: Woran erkennt man sie? Wie verhalten sie sich zu Verdacht und Wirklichkeit? Warum glauben nicht nur Irre an sie? (11.05.16)

Was Horkheimer gesagt hat

Die kapitalistische Subjektivität ist Faschismus, schreibt Alain Badiou in seinem neuen Buch, aus dem ein Auszug im Freitag steht. Badiou erklärt den Terrorismus mit der Enttäuschung vom Westen, auf die ein nihilistisches Gangstertum folgt, das wiederum dem Kapitalismus entspricht. (11.05.16)

Die linke Professoren-Troika

Falls Sie glauben, der Postkapitalist Paul Mason sei noch nicht hochgejazzt genug: Nun setzt er sich im Guardian bzw. Freitag mit den jüngsten Veröffentlichungen der beiden anderen Linksolympier Thomas Piketty und Yanis Varoufakis auseinander. Für deren trotz des drögen Themas spannende Analysen der Finanz- und Eurokrise hat er nur Lob übrig. (11.05.16)

Das Licht am Ende

Anlässlich der Fertigstellung des Gotthard-Basistunnels meditiert Martin Ebel in der WELT über Enge, Tiefe und Claustrophobie: Vom Uterus bis ins Grab ist der Tunnel das Gegenstück zur Brücke und ein spektakulärer Angstraum, der von Ingenieuren und Künstlern gleichermaßen bewundert wird. (13.05.16)

Weiteres und Engeres:

Der Standard berichtet über die Aufführung des Stücks „Terror“ von Ferdinand von Schirach im Linzer Landgericht, bei dem die Zuschauer entscheiden, ob ein Kampfflieger dafür verurteilt wird, ein entführtes Flugzeug abgeschossen zu haben, um einen Terroranschlag zu verhindern. +++ Die Schriftstellerin Vendela Vida wundert sich in der ZEIT, dass das Leben die dollsten Geschichten schreibt, die im Roman wie ausgedacht wirken. +++ Mathe im Kino: Die ZEIT weist auf den Film „Die Poesie des Unendlichen“ hin, in dem sich Mathematiker erstmals nicht als Freaks dargestellt sehen dürfen. +++ Außerdem portraitiert die ZEIT die Bestatterin und Mediävistin (Spezialgebiet: Hexentheorie) Caitlin Doughty, die zunächst ihre eigene Todesangst überwand und uns nun das gleiche lehren will. +++ Die NZZ bespricht zwei Bücher von Gernot Böhme und Michael Hutter, die sich beide mit dem ästhetischen Kapitalismus befassen. +++ Die FAZ bringt den offenen Brief Heidelberger Professoren wider das System zur Akkreditierung von Studiengängen.


Links der Woche am 07.05.2016, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 19/16

Nationalsozialismus für Philosophen erklärt

Geschichte ist beliebt, schreibt Per Leo im MERKUR, und das hat Vor- und Nachteile, die er ausführlich illustriert an einer „Begegnung von Historikern, die das 19. und 20. Jahrhundert erforschen, mit Philosophen, die eine Meinung zum Nationalsozialismus haben“. Klar: Es geht um Heidegger!

Et cetera:

Die WELT schreibt über den in Princeton lehrenden Psychologen Johannes Haushofer, der mit einem Lebenslauf seines Scheiterns mehr Aufmerksamkeit erregt als mit seiner Forschung. +++ Rachel Barney versucht im Journal of the American Philosophical Association eine aristotelische Definition des Internet-Trolls. +++ Apropos: Der Heidelberger Germanist Roland Reuß ist bekannt für seine Skepsis allem Digitalen gegenüber. In der NZZ wendet er sich jetzt gegen Pläne der EU-Kommission, einen wolkigen Server-Verbund für wissenschaftliches Publizieren zu finanzieren. +++ George Steiner hat sich für ein Interview-Buch, das die taz vorstellt, von einer Journalistin zu Heidegger, Todeslagern und zum Sterben befragen lassen. +++ Das Literaturarchiv Marbach will zum 50. Jahrestag das Wunderjahr 1968 aus globaler Perspektive betrachten, wie in der WELT zu lesen ist. +++ Seit Wochen protestieren in Paris junge Leute unter dem Motto „Nuit debout“; in der ZEIT beschäftigt sich Felix Stephan mit dem Vorwurf, es handele sich bloß um eine elitäre Nabelschau. Paul Mason kommt natürlich auch vor. Im ZEIT-Interview mit Elisabeth von Thadden erklärt dieser nochmal, warum es mit dem Kapitalismus zu Ende geht und Information das nächste große Ding wird.


Links der Woche am 30.04.2016, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 18/16

Digitalitur des Proletariats

Manche, schreibt die NZZ, feiern Paul Mason „bereits als neuen Marx“. René Scheu zeigt sich in seinem Portrait spürbar genervt vom linken Etatismus und der ständigen Herumkrittelei am Neoliberalismus, den Marx so übel nicht fände. Für Paul Mason aber steht dank Digitalisierung der Postkapitalismus vor der historischen Haustür. (27.04.16)

Sexistische Scheidungsopfer

In den Hass-Kloaken des Internet wächst sich mancher Spleen zur Bewegung aus. Simon Hurtz portraitiert für die SZ die „Maskulisten“, die hier der durch Genderismus unterdrückten Männlichkeit nachtrauern, dort hasserfüllt gegen Frauen und Homosexuelle hetzen oder sich als Männerrechtler einzumischen versuchen. (27.04.16)

Neue Bücher

Die NZZ blickt auf den Kapitalismus in aktueller Belletristik. +++ Die NZZ bespricht außerdem Christoph Markschies’ religionshistorische Studie über Gottes Körper; dazu könnte passen Lichtwolf Nr. 42 über den #@%*! Gottes. +++ Die FAZ weist auf Jörg Baberowskis neues Buch über Kulturen, Bedingungen und „Räume der Gewalt“ hin. +++ Ausführlich, mit Blick auf aktuelles Auarkie- und Krisendenken und reich an Links bespricht Xaver von Cranach in der ZEIT Philipp Schönthalers Buch „Survival in den 80er Jahren“.

Außerdemos von Sonstnochos:

Letzte Woche beklagten die Politologen Frank Decker und Eckhard Jesse den Zustand ihrer Disziplin. Nun antwortet Hannah Bethke ihnen in der FAZ, dass es nicht am akademischen Nachwuchs liegt. +++ Apropos: Die FAZ weist auch auf die aktuelle Sinus-Jugendstudie hin, welche die junge Generation so unrebellisch wie nie beschreibt. +++ Tilman Krause wirbt in der WELT für eine Wiedervorlage von Alain Finkielkrauts Essay „Niederlage des Denkens“, worin der Topos von „kultureller Identität“ als antiaufklärerischer Kampfbegriff erwiesen wird. +++ Die taz stellt eine südkoreanische Studie vor, wonach Wikipedia demnächst an dem zerbrechen könnte, was das Onlinelexikon so groß gemacht hat. +++ Prost: Michael Kohtes blickt im Freitag auf die Segnungen zurück, die die literarische Welt den Drogen verdankt.


Links der Woche am 24.04.2016, 12:50 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 17/16

Arbeiter- und Soldatendrähte

Kai Schlieter unterhält sich für die taz mit dem Cyberwar-Theoretiker Thomas Rid, der jüngst eine Ideengeschichte der Kybernetik vorgelegt hat - eine von Norbert Wiener begründete verführerische Interdisziplin, die „Militär-nahe Forschung mit Gegenkultur, Artilleriefeuer mit LSD“ vereint. (17.04.16)

Bleibt Philosophie Männersache?

Im theorieblog geht es Sabine Hohl um den Aufstieg der Frauen in der Philosophie, dessen Langsamkeit schon länger beklagt wird und beschleunigt werden soll. Als Ursache für den unterdurchschnittlichen Frauenanteil gelten der Diskussionsstil, Talent (!) und die hauptsächlich männlichen Leitsterne der Disziplin; hinzu kommen die übrigen Karrierehemmnisse für Frauen. (21.04.16)

Klassenkampf von oben

Ausführlich beschäftigt sich Marcus Klöckner bei Telepolis mit dem Umgang mit den Besitzlosen in unserer Gesellschaft. Armut greift um sich, der Reichtum auch und die Kluft dazwischen wird von Politik und Medien mit der Verachtung derer gefüllt, die „es“ nicht geschafft haben im Gegensatz zu den Heroen der Eigenverantwortung. (24.04.16)

Fächer in Not

Schon vor einem Weilchen schrieb Felix Lill in der ZEIT über den weltweiten Effizienz- und Rechtfertigungsdruck, der die Geisteswissenschaften marginalisiert. Die Politologen Frank Decker und Eckhard Jesse werden in der FAZ konkreter und beschreiben, wie und warum die Politikwissenschaft öffentlich nur noch mit Querelen, aber nicht mehr mit Expertisen zu aktuellen Streitthemen wahrgenommen wird.

zum Fall Böhmermann

Der Satiriker Jan Böhmermann hat bei ZDF Neo exemplifiziert, dass der Satire juristische Grenzen gesetzt sind, und Türkenpräsi Erdogan sprang gewohnheitsmäßig darauf an, seither: Debatte mit x Metaebenen. Daraus nur zwei ausgewählte: Andreas Frey hat den Text mit der höchsten Schimpfwortdichte der FAZ-Historie geschrieben, weil er darin juristisch und lebensweltlich über Ehre und Beleidigungen meditiert. Im Freitag erinnert der Literaturwissenschaftler Steffen Martus an die Geburt von Kritik und Humor aus dem Geiste der Aufklärung - und wie schwer deren Akteure es im 18. Jahrhundert mit klagewütigen Autoritäten hatten.

Bücher, Bücher, Bücher

Bei Glanz & Elend bespricht Lothar Struck zwei Bücher von Uwe Kolbe und Günther Rüther über das goldene Zeitalter des öffentlichen Intellektuellen in beiden Nachkriegsdeutschlanden. +++ Als die Welt noch endlich war: Die NZZ stellt Philipp Schönthalers kurzweilige Studie über Survival-Literatur der 80er und deren anhaltenden Geist vor. +++ Die NZZ bespricht außerdem Heinz Budes Stimmungsbuch, in dem Heidegger soziologisch wird. +++ Drittens rezensiert Politologe Hans Maier ebd. die voluminöse Dissertation von Ahmet Cavuldak über verschiedene Trennungssysteme von Politik und Religion in westlichen Demokratien.

Et cetera:

Heideggers Schwarze Hefte sind inzwischen gut abgehangen. Nils Heisterhagen widmet seine Kolumne im European den linken und liberalen Intellektuellen, die sich seither mit der Berufung auf Heidegger noch schwerer tun müssten als die neue Rechte. +++ Felix Philipp Ingold ist Experte für russische Avantgarde und beschreibt in der NZZ, wie der Dadaismus auch in der jungen Sowjetunion in Gestalt der „Nitschewoken“ sein Unwesen trieb. +++ Die FAZ stellt eine soziologische Studie über Bildungsaufsteiger vor und darüber, ob sie ihren Erfolg bzw. ihr Scheitern sich oder der Gesellschaft zuschreiben. +++ Joseph E. Stiglitz weiß jedenfalls, warum junge Leute im Westen so sauer sind: Soziale Ungerechtigkeit hat auch eine Altersdimension.


Links der Woche am 16.04.2016, 15:56 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 16/16

„Moralphilosophie mit leistungsfähigen Rechnern.“

Für die ZEIT hat Elisabeth von Thadden den 28-jährigen Philosophen William MacAskill besucht, der in Oxford das „Zentrum für effektiven Altruismus“ betreibt und damit eine neue utilitaristische Bewegung angestoßen hat, die - auf Big Data und Ethik gestützt - erforscht, was möglichst vielen Menschen am besten hilft. (13.04.16)

Wissenschaft denkt nicht

Wissenschaft und Technik lösen Probleme und schaffen neue, bei denen vielleicht Philosophie helfen könnte. Reinhard Jellen unterhält sich darüber bei Telepolis mit dem Physiker und Technikphilosophen Klaus Kornwachs. Außerdem geht es um die Quelle des Fortschrittsdrucks, die Logiken, die wir selbst schaffen, und die instrumentelle Vernunft. (10.04.16)

Unn sünst?

Verarscht: 20 Jahre nach der Sokal-Affäre ist auch Alain Badious Hauszeitschrift hereingefallen und hat einen sinnlosen Quatsch-Artikel mit dem Titel „Ontologie, Neutralität und das Streben, nicht queer zu sein“ abgedruckt, wie die taz meldet. +++ In der Tradition der französischen Strukturalisten steht der Schriftsteller Kurt Drawert, dessen Band mit sprachkritischen Essays von der NZZ rezensiert wird. +++ Ebendort gibt es übrigens auch einen schönen Verriss von „Der Sinn des menschlichen Lebens“ aus der Feder des selbstbewussten „Soziobiologen“ Edward O. Wilson zu lesen. +++ Wie geht man als marxistischer Philosoph mit dem Leerlauf der Geschichte zwischen 1990 und 2000 um? Das verraten Wolfgang Fritz Haugs Aufzeichnungen aus dieser Zeit, die der Freitag vorstellt. +++ Die FR stellt Jürgen Kockas Buch über die Entstehung der sozialen Klasse der Arbeiter in Deutschland vor. +++ In der FR gibt es außerdem ein Interview mit der islamischen Feministin Ziba Mir-Hosseini über die Chancen und Schwierigkeiten der Gleichstellung in der islamischen und der westlichen Welt. +++ Die christlich geprägten Weltgegenden sind (immer noch) besessen von der Apokalypse. Warum das so ist, erklärt Johannes Fried in seiner „Geschichte des Weltuntergangs“, auf die die NZZ hinweist.


Links der Woche am 09.04.2016, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 15/16

„Die wahre Utopie ist, zu glauben, dass es so weitergehen kann.“

Für die ZEIT unterhält sich Daniel Erk mit dem Krisendeuter-wider-Willen Slavoj Žižek über den Traum von einer Insel und darüber, wie man in einer komplizierten Welt nach Durchblick, Orientierung und der Chance zur Veränderung sucht. Anstatt auf die Weltrevolution zu warten, sollte man sich einige Kämpfe aussuchen und hineinstürzen. (08.04.16)

Suizid als symbolischer Akt

Computerpionier Alan Turing nahm sich das Leben, indem er in einen vergifteten Apfel biss. Martin Burckhardt beschäftigt sich in der FAZ mit diesem „märchenhaften“ Freitod, was ihm mehr oder weniger tiefenpsychologisch vorausging und was Turing uns damit sagen wollte. (09.04.16)

Außerdemchen:

Die FAZ hat ein unappetitliches Wörterbuch des Rechtspopulismus zusammengestellt, von Genderwahn bis Lügenpresse ist alles dabei, auch der von Sloterdijk der Antike entlehnte Begriff des Thymos. (Dazu und zum Hausphilosophen der AfD siehe auch Nils Heisterhagens Kolumne im European.) +++ Außerdem berichtet die FAZ vom Streit innerhalb der Volkswirtschaftslehre über den eindimensionalen Tunnelblick der Disziplin, die dadurch ihr kritisches Potential einbüßt. +++ Apropos: Die taz berichtet von einem Auftritt Paul Masons, bei dem dieser sein Buch „Postkapitalismus“ (über die Überwindung des Neoliberalismus vermittels seiner selbst) vorstellte. +++ Bliebe noch die Verwaltung: Die FR vermeldet kurz ein Streitgespräch zwischen David Graeber und Axel Honneth über Bürokratie und Sozialismus. +++ Das „Recht auf Stadt“ wurde erstmals 1968 von Henri Lefebvre formuliert, dessen marxistische Analyse der „Urbanisierung“ nun auch auf Deutsch erscheint, wie Florian Schmid im Freitag schreibt. +++ Die NZZ stellt den auf 40 Bände (!) ausgelegten „Grundriss der Geschichte der Philosophie“ vor, dessen fünf Bände zur Philosophie der Aufklärung im 18. Jahrhundert nun vorliegen. +++ Deutlich kürzer und preiswerter ist der aktuelle Lichtwolf zum Thema „Schloch“, den es auch als E-Book für Kindle und im epub-Format gibt.


Links der Woche am 02.04.2016, 20:10 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 14/16

Unutopisches Utopia

In diesen Tagen wird Thomas Morus’ „Utopia“ ein halbes Jahrtausend alt. Aus diesem Anlass beschäftigt sich Joe Dramiga bei den Scilogs mit dem genrebegründende Opus, dessen Gemeinwesen Dramiga zwar für einen Albtraum hält, aber dennoch oder darum einige Auszüge zur Lektüre zusammengestellt hat, die die Tücken des Begriffes „Gemeinwesen“ deutlich machen. (26.03.16)

Fusselbart und Samenstau, ich studier’ Maschinenbau!

Jürgen Kaube als Chef des FAZ-Feu und oberster Geisteswissenschaftler beschäftigt sich mit biographischen Studien über Islamisten, die ungewöhnlich oft ein technisches Studium absolviert haben - wie übrigens auch eine überdurchschnittliche Zahl von Rechtsextremisten. Religion erklärt demnach gar nichts. (29.03.16)

US-Hegelianer erklärt die Weltlage

In der ZEIT führen Michael Thumann und Thomas Assheuer ein ausführliches Interview mit dem Politikwissenschaftler Francis Fukuyama, der 1992 das Ende der Geschichte ausrief. Nun erklärt er, wie er das im Sinne von Hegel und Marx meinte, außerdem geht es u.a. um populistisches Ressentiment als Reaktion auf Ungleichheit und als Gefahr für die liberale Demokratie. (31.03.16)

Das eigene Leben im Ererbten

Andrea Köhler fragt im Rahmen der Reihe „Wie wir wurden, was wir sind“ in der NZZ, was es heißt, ein Kind seiner Eltern und seiner Zeit zu sein. In jeder Genealogie stecken Geschichte und Traditionen, die von Generation zu Generation wörtlich und im übertragenen Sinne vererbt werden - was das eigene Leben erschwert. (02.04.16)

Pegidisten haben keinen Bock mehr.

In der Begeisterung der Pegidisten für Putin, Orban & Co. zeigt sich mal wieder die Sehnsucht des Volkes nach dem „starken Führer“ durch demokratische Aufhebung der Demokratie, wie sie seit deren griechischen Anfängen bekannt und gefürchtet ist. Im Tagesspiegel führt der Politologe Herfried Münkler das Phänomen mit Étienne de La Boétie und Oswald Spengler auf politische Überforderung des Wahlvolks zurück. (02.04.16)

Außerdemos von Sonstnochos:

Nicht ganz überzeugt bespricht der Freitag Heinz Budes neues Buch „Das Gefühl der Welt“, worin der Soziologe u.a. von Heideggers Begriff der „Gestimmtheit“ ausgehend „der erotischen Musikalität der gesellschaftlichen Verhältnisse“ auf den Grund geht. Die WELT unterhält sich mit Bude über die gereizte Stimmung insbesondere in Ostdeutschland und die politische Hasskultur der USA. +++ Der Standard rezensiert nicht nur Peter Sloterdijks „Was geschah im 20. Jahrhundert?“, sondern versucht das Buch auch in den Kontext von Slotis jüngstem „Lob der Grenze“ zu setzen. +++ Telepolis stellt kurz Giorgio Agambens Essay über die eschatologische Signalwirkung des Rücktritts von Papst Benedikt XVI. vor. +++ Der Freitag zeigt sich ob des reaktionären Tons und einer fehlenden Vision verstört vom Buch „Lehrerdämmerung: Was die neue Lernkultur in Schulen anrichtet“ aus der Feder Christoph Türckes. +++ Die FAZ ist schwer enttäuscht wegen editorischer Fehler im ersten Band von Henry David Thoreaus übersetzten Tagebüchern. +++ Die FAZ stellt einige transdisziplinäre Denker vor, die sich um die wissenschaftliche Aufarbeitung des schwierigen Verhältnisses zwischen Geopolitik und Völkerrecht verdient gemacht haben. +++ Im Freitag würdigt Nils Markwardt die „Zeitschrift für Ideengeschichte“ zum 10. Geburtstag für ihre Titelthemen Altgier und Party.


Links der Woche am 26.03.2016, 16:48 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 13/16

Immer noch fürs big picture da.

Für Telepolis unterhält sich Reinhard Jellen mit dem Wissenschaftsphilosophen Klaus Mainzer darüber, wie die Naturwissenschaften der Philosophie den Rang abliefen, warum diese aber immer noch allein für den Gesamtzusammenhang zuständig ist - insbesondere im Angesicht der Algorithmisierung der Welt. (19.03.16)

Erkennen, verstehen, verändern

Aufklärung hat es heutzutage schwer. Sie „geschieht nicht“, wie Georg Seeßlen in seinem Blog bemerkt. Sodann wirbt er für die soziale Praxis z.B. des Dialogs als Erkenntnisprozess, der seinen Gegenstand emanzipiert, nicht unterwirft; dies, indem Ursachen von Gründen unterschieden werden. Am Ende stünde ein Wissen, das zur Veränderung führt. (24.03.16)

Die Wahrheit muss draußen bleiben

Immer wieder mal geht es im Feuilleton ums Feuilleton. Diesmal legt René Scheu in der NZZ vor: Seit Kants Zeiten ist die Öffentlichkeit nicht zuletzt durch die Balkanisierung des digitalen Diskurses zersplittert, weshalb die paranoische Vernunft fröhlich Urständ feiert - obwohl wir es im Netz nur mit uns selbst zu tun haben. Nicht so die Feuilletonisten. (26.03.16)

Gutes Gedenke zur Flüchtlingsdebatte

Auch Mark Siemons befasst sich in der FAZ mit der neuen Ungewissheit über die gemeinsamen Grundlagen des politischen Zusammenlebens und den gegenseitigen Vorwurf der Verblendung in der Flüchtlingsdebatte, bei der Siemons Carl Schmitt, Hannah Arendt und Giorgio Agamben zu Rate zieht. Michael Angele blickt im Freitag auf Namen, Strukturen und Taktiken deutscher Rechtsintellektueller, die sich mit Ernst Jünger im Gepäck als Widerstandskämpfer gegen Merkels Flüchtlingspolitik inszenieren. Dem geistigen Junkertum à la Sloterdijk et.al. widmet auch Christoph Baumgarten eine taz-Kolumne. Alain Badiou gibt im Interview mit Nils Markwardt ebenfalls im Freitag zu Protokoll, dass die Krise ein gutes Beispiel für seinen Begriff des Ereignisses ist, Flüchtlingsströme notwendig zu unserem Kapitalismus gehören und Integration ohne Kommunismus keine Lösung ist.

Foucault ein Neoliberaler?

Seit nicht mehr allzu Neuestem wird erwogen, Michel Foucault z.B. wegen seines Begriffs der Gouvernementalität in die Reihe der Vordenker des Neoliberalismus zu stellen. Freitag-Community-Mitglied Georg Simmerl zeichnet in einem sechsseitigen Essay die Debatte nach, liefert Anhaltspunkte und Buchtipps sowie eine Diagnose, woran die Linke (wie in der Debatte zu erkennen) krankt. Im Theorieblog kann man den ganzen Essay am Stück lesen. Einer der erwähnten Autoren hat dem Jacobin vor zwei Jahren übrigens ein Interview zum Thema gegeben.

Weiteres und Engeres:

Die NZZ kommentiert den Sieg der Maschinen in einer Disziplin, in der sich der Mensch noch für länger sicher vor der Künstlichen Intelligenz wähnte: dem Go-Spiel. +++ Nietzsches Geburts- und Grabort Röcken in Sachsen-Anhalt tat sich stets schwer mit dem berühmten Sohn. Nun aber will die Gemeinde, wie die FAZ meldet, sich zum angemessenen Pilgerort für Nietzscheaner mausern. +++ Zum 500. Jubiläum würdigt die NZZ die griechisch-lateinische Ausgabe des Neuen Testaments von Erasmus von Rotterdam.

Papier zum Lesen:

Die FR stellt die beiden Philo-Zeitschriften „Orient und Okzident“ und „Konzepte“ vor, die sich der denkerischen Beziehung zwischen den beiden vertikalen Hemisphären verschreiben. +++ Alexander Wendt ist depressiv und Wissenschaftsjournalist, der über seine Erkrankung ein Buch geschrieben hat, auf das die FAZ hinweist. +++ Recht unentschieden rezensiert die FAZ Harry G. Frankfurts Buch „Ungleichheit“, das sich auf ein rein ökonomisches Verständnis des Begriffs und ein „Genug reicht.“ kapriziert, wie der Untertitel „Warum wir nicht alle gleich viel haben müssen“ verrät. +++ Auch die Jüdische Allgemeine bespricht Carlos Fraenkels Buch „Mit Platon in Palästina. Vom Nutzen der Philosophie in einer zerrissenen Welt“, findet den Ansatz sympathisch, aber auch idealistisch. +++ Neues aus Walden: Der Humanistische Pressedienst rezensiert den ersten von Thoreaus zwölf Tagebuchbänden, der Vögeln große Aufmerksamkeit schenkt. Nicht, was Sie jetzt wieder denken! „Die Wachholderdrossel ist ein modernerer Philosoph als Platon oder Aristoteles.“ +++ Ein Wiener Verlag legt Graham Greenes „Der dritte Mann“ neu auf, wie der Standard meldet. Warum die Hauptfigur Harry Lime ein ziemliches Schloch ist, erklärt Wolfgang Schröder im aktuellen Lichtwolf, den es seit dieser Woche übrigens auch als E-Book für Kindle und im epub-Format gibt.


Links der Woche am 19.03.2016, 15:09 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 12/16

Szientismus, Hoax und Bullshit

Vor 20 Jahren führte der Physiker Alan Sokal die Geisteswissenschaften vor, indem er ein unsinniges „Textgebräu aus physikalischen und philosophischen Versatzstücken“ in einer sozialwissenschaftlichen Fachzeitschrift unterbringen konnte. In der NZZ blickt Sven Titz auf die Sokal-Affäre zurück und den Bruch zwischen geistes- und naturwissenschaftlicher Kultur, der damit zu Tage trat. (13.03.16)

Frankfurt ist verstummt.

Joachim Güntner blickt in der NZZ wenig gnädig auf das, was bald ein halbes Jahrhundert nach den Studentenunruhen der 68er von der Frankfurter Schule übrig ist. So habe sie den (nicht unproblematischen) Wandel in Kultur und Gesellschaft mehr geprägt als andere Denkschulen - und sich totgesiegt. Die Negativität ihrer Kritik ist erloschen, die Vordenker sind vergessen, ihre Nachfolger übervorsichtig. (19.03.16)

Lebende und Tote

In der FAZ würdigt Jürgen Kaube den diese Woche verstorbenen Hilary Putnam als Wirklichkeitsphilosophen. +++ In der laufenden Sloterdijk-Debatte verteidigt Herfried Münkler seine Analytik strategischen Handelns in der Flüchtlingspolitik und sieht den „mit dunklen Metaphern Gedankenschwere“ simulierenden Intellektuellen abdanken. Auch die FR blickt auf den öffentlich inszenierten Streit zurück und findet, Schlotterdeik verlaufe sich mit seinem aktuellen Essayband im Metapherndschungel. Auch der Schriftsteller Rafik Schami stieg diese Woche in den Ring, um Sloti und anderen Rechtsdenkern Rassismus und Islamophobie vorzuwerfen, wie die SZ meldet.

Bücher, Bücher, Bücher

Zur Leipziger Buchmesse fragt sich die FAZ, warum es zur Zeit in so vielen Büchern um Tiere geht. +++ Die taz bespricht Félix Guattaris „Schriften zur Kunst“. +++ Der Freitag stellt Kamel Daouds Replik auf Camus’ „Fremden“ vor, die den Autor ins Visier von Islamisten geraten ließ; auch die NZZ rezensiert den Titel. +++ Die SZ zeigt sich enttäuscht vom Buch der Soziologin Saskia Sassen über den neuen, Armut produzierenden Kapitalismus. +++ In der NZZ stellt ein faszinierter Ludger Lütkehaus Ernst Peter Fischers Naturgeschichte der Dunkelheit vor. +++ Apropos: Ab morgen gibt es den neuen Lichtwolf hier im Einkaufszentrum oder für zum Abonnieren.



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