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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
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6. Hans Ulrich Gumbrecht (31)
7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 30.07.2016, 14:39 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 31/16

Universitäre Kopfpauschale vom Bund

Mathias Brodkorb, Bildungsminister von Meckpomm, beklagt in der FAZ die Folgen der Länderautonomie bei der Hochschulfinanzierung, obwohl das Grundgesetz vergleichbare Lebensverhältnisse verlangt. Der Länderfinanzausgleich hilft nicht, ist eher Teil des Föderalismusproblems. Er plädiert stattdessen für ein „System mit Ausgaben-Benchmarks“. (26.07.16)

Kampf der Patriarchate

Im österreichischen Sommerloch beschimpft ein Schriftsteller eine Schriftstellerin als „sprechenden Rollmops“. Catherine Newmark fragt sich in der ZEIT, warum öffentlich in Erscheinung tretende Frauen v.a. von Rechtspopulisten am liebsten damit beleidigt werden, dass sie des Beischlafs nicht wert seien, und findet manch einen Einblick ins Innenleben des Mannes von heute. (27.07.16)

Gotteslästerung, Pornographie, Forstdiebstähle

Arno Schmidt hat in der Adenauerzeit wegen seiner Bücher oft Post vom Staatsanwalt bekommen. Der Germanist Georges Felten war beteiligt an einem Projekt zu Literatur und Kunst vor Gericht und zeichnet in der FAZ die Strafverfahren um Schmidts „Seelandschaft mit Pocahontas“ nach. (28.07.16)

Erklärung für den Terror

Nach den Anschlägen der letzten Woche ist das Bedürfnis nach Erklärungen groß. Christian Geyer zeigt sich in der FAZ skeptisch, wie Datenprofile helfen sollen, bis zu ihrer Tat unauffällige Leute als potentielle Attentäter zu identifizieren - zumal auch alle psychologischen Spekulationen ex post eben nur das sind. A.a.O. werden aktuelle Bücher von Alain Badiou, Franco ,Bifo‘ Berardi und Farhad Khosrokhavar besprochen, die den Terror als Verstauchungssymptom des Kapitalismus beschreiben. Im Freitag blickt Nils Markwardt auf den Attentäter von München, in dem er mit Theweleit den „Vertreter einer Art toxischer Maskulinität“ erkennt. Der Filmemacher Orwa Nyrabia will in der ZEIT nichts von Motivspekulationen wissen, sondern rät dringend dazu, nicht in die Angstfalle zu stolpern, die durch die IS-Propaganda bereitet worden ist. Vielleicht liegt es aber auch am Wetter: Die FAZ verweist auf Studien zum Zusammenhang von Klima und Aggression.

Außerdemchen:

Die FR bespricht begeistert Dieter Henrichs Buch „Sein oder Nichts“, worin er sich mit den Dichterphilosophen Beckett und Hölderlin auseinandersetzt. +++ Wie es ist, eine Fledermaus zu sein, werden wir bekanntlich nie wissen; aber wie es ist, ein Philosoph zu sein, das können uns ja Betroffene auf der just verlinkten Interviewseite verraten.


Links der Woche am 23.07.2016, 15:20 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 30/16

Die Querfront am Beispiele von Compact

Für Telepolis unterhält sich Sascha Pommrenke ausführlich mit den Soziologen Kevin Culina und Jonas Fedders über Compact und wie Jürgen Elsässers Postille mittels Verschwörungsdenken, Kapitalismuskritik und struktureller Antisemitismus linke und rechte Wirrköpfe zur Querfront vereint. (16.07.16)

Lasst die Leute doch in Ruhe.

Patrick Spät hat ein Buch über die Generalverarsche im Kapitalismus geschrieben, aus dem ein Auszug bei Telepolis zu lesen ist. Darin dekonstruiert er den Mythos der Vollbeschäftigung, der trotz der immer umfassenderen Automatisierung der Arbeitswelt - die Leute unter die Knute des Jobcenters zwingt, anstatt sie von Mangel und Mühsal zu befreien - gepflegt wird. (17.07.16)

Besser als schnell fertig

Die Bologna-Reform sollte Bummelstudenten den garaus machen, aber es gibt sie noch: ZEIT Campus portraitiert eine angehende Luft- und Raumfahrttechnikerin im 19. Semester. Die Not, Geld zu verdienen, universitäre Ehrenämter und eigene Forschungsinitiativen haben das Zeitkorsett der Regelstudienzeit gesprengt. (19.07.16)

Das Denken spannend darstellen

Intellektuelle sind eigentlich keine Figuren, die fürs Kino gemacht sind, und doch gibt es gerade eine neue Schwemme von Filmen über Intellektuelle. Sabine Horst hat sie für die ZEIT gesichtet und macht sich Gedanken über die ästhetische Darstellung von Innerlichkeit im Kintopp. (20.07.16)

Politikverflechtungsfalle ECTS

Kürzlich haben sich Bildungspolitiker auf eine Reform der Bologna-Reform verständigt. Der Bielefelder Soziologe Stefan Kühl beobachtet in der FAZ, dass dabei klammheimlich das ECTS-Punktesystem beerdigt wird, und skizziert Sinn, Geschichte und Scheitern dieser Studienwährung mit hohem „Fiktionsgehalt“. (22.07.16)

Es bleibt zu laut in den Städten.

Großstadt heißt Lärm, und als beide im 19. Jahrhunderts miteinander wuchsen begann die Auseinandersetzung mit der sensorischen Überlastung. Peter Payer zeichnet sie in der NZZ nach und fährt dafür Stadtplaner, Soziologen, Musiker und andere Künstler auf, die nach einem menschlichen Umgang mit den „Betriebsgeräuschen der Moderne“ suchten. (22.07.16)

Das Weitere und Engere:

Die FAZ rekapituliert die Missbrauchsvorwürfe gegen den Ethiker Thomas Pogge und dessen verzweifelt-ungeschickten Umgang damit. +++ Nils Markwardt weist im Freitag darauf hin, dass der Hype um Pokémon Go auch ein Problem des Digitalkapitalismus offenbart. +++ Die ZEIT zeigt sich sehr angetan von dem impliziten Appell, der in Peter Wohllebens Bestseller „Das Seelenleben der Tiere“ enthalten ist. +++ Kunst ist scheiße und umgekehrt: Marie-Luise Goldmann schreibt in der WELT eine kleine Kunstgeschichte der Exkremente. +++ Die FAZ hat noch einmal die Studie gelesen, wonach die Bildungsexpansion zu sozialem Unfrieden (und Terrorismus) führt, wenn es nicht genug Jobs für die Hochqualifizierten gibt. +++ Hannes Vollmuth meditiert in der SZ über die verschiedenen Einsamkeiten des Romanlesers.


Links der Woche am 16.07.2016, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 29/16

Die unsterbliche Alternative

Die Jugend von heute ist so unpolitisch nicht: Laura Meschede schreibt für ZEIT Campus auf, warum sie an eine kommunistische Alternative für Europa glaubt, die weniger wie eine Casting-Show und mehr wie Star Trek funktioniert. Die Zeit nach Geld und Privateigentum werden das Internet und Supercomputer regeln, wie Meschede an einigen Beispielen skizziert. (11.07.16)

Tod und Jugend

Die meisten Kinder werden durch den Tod eines Haustiers auf den Tod der Großeltern und den insgesamt vorbereitet, schreibt Ursula Kals in der FAZ und plädiert dafür, die Trauer der Kinder ernst zu nehmen und mit ihnen ehrlich über das Unvermeidliche zu sprechen; angeschlossen ist ein instruktives Interview mit der Notfallseelsorgerin Maria Pirch. (11.07.16)

Putin wird euch helfen.

Jörg Himmelreich schreibt in der NZZ anlässlich der Eröffnung einer russischen Think-Tank-Zentrale in Berlin über die Desinformationskampagnen des Kremls. Diese können sich u.a. auf Russlanddeutsche, von Arbeitslosigkeit bedrohte Militärs und Politiker und den verbreiteten Antiamerikanismus stützen, „um Putins Weltsicht und seine Bedrohungspsychose zu propagieren“. (11.07.16) (Florian Rötzer dokumentiert auf Telepolis an einem Beispiel, wie das russische Nachrichtenportal Sputnik in der Flüchtlingsdebatte Stimmung macht.)

Et cetera:

Gestern Abend erklärte Walter van Rossum in einem hörenswerten DLF-Feature, wie es der politischen Rechten nach den Vorfällen der Kölner Silvesternacht gelang, ihr Narrativ vom muslimischen Grabscher-Mob durchzusetzen. Vor ein paar Jährchen hat van Rossum übrigens ein ebenso hörenswertes Feature darüber gemacht, wie ungerecht Putins Russland (im Gegensatz zu Obamas USA) in deutschen Medien behandelt wird. +++ Die Kultusminister- und Hochschulrektorenkonferenz wollen das Bachelorstudium reformieren, damit endlich mal alles gut werde. +++ Peter Sloterdijk will nun doch kein Stichwortgeber der AfD sein, wie der Tagesspiegel meldet und Slotis jüngste Kapriolen rekapituliert. +++ Die ZEIT weist auf Anja Meyerroses 400-seitige Geschichte des Herrenanzugs als Uniform der demokratisch-kapitalistischen Moderne hin. +++ Die WELT dagegen berichtet nach dem Einstieg „Brüste gegen Kopftuch“ von einer Berliner Tagung zu islamischem Feminismus. +++ Die FAZ hat fasziniert Thomas Rids „kurze Geschichte der Kybernetik“ - eine Disziplin, die vom Militär über LSD-Phantasien in die Science Fiction abgewandert ist - gelesen. +++ Die NZZ bespricht David Gelernters Abrechnung mit dem Computermodell des Geistes, dem er mit einigen Künstlern eher ein Gezeitenmodell des Bewusstseins entgegenstellt. +++ Nebenan bei Glanz & Elend gibt es eine wenig begeisterte Besprechung von Heinz Budes Stimmungsbuch „Das Gefühl der Welt“. +++ Anlässlich des Kinostarts von Roland Emmerichs jüngstem Alien-Spektakels unterhält sich die SZ mit dem Mediävisten Johannes Fried über die (christliche) Lust an der Apokalypse und ihre lebensweltlichen Vorzüge.


Links der Woche am 09.07.2016, 14:34 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 28/16

Pornographisches Verhältnis zur Macht

Den Rechtspopulisten überall nähert sich Nils Markwardt im Freitag mit der in Max Webers Vortrag „Politik als Beruf“ getroffenen Unterscheidung von Verantwortungs- und Gesinnungsethik. Letztere mag zu Webers Zeiten noch sympathisch gewesen sein, ruft in ihrer grotesken Überzeichnung durch Trump, Farage et.al. aber nach mehr bräsiger Verantwortungsethik. (06.07.16)

Deutsch als heimliche Weltsprache

In der Welt wird Deutsch gesprochen und in der WELT schreibt Matthias Heine darüber: Das Englische und Russische haben vor allem deutsche Begriffe aus Bergbau und Chemie übernommen, in anderen Sprachen verwendet man ein deutsches Wort, wo wir ein englisches benutzen. Diese und weitere interessante Sprachdinge trägt Heine bei seiner globalen Fahndung nach Germanizismen zusammen. (07.07.16)

„Ein Europa, das Sinn hätte, fragte nicht danach.“

Edo Reents versucht sich in der FAZ satirisch an einer rechtspopulistischen Ruckrede gegen Europa, um dann ganz ernsthaft nach den viel - seit dem Brexit umso lauter - beschworenen europäischen Werten zu fragen, die eine rein ökonomische, „nicht pathosfähige“ Zweckgemeinschaft mit Sinn aufladen sollen. (08.07.16)

esse est percipi

Claudia Mäder kriegt aus ihrem sozialen Nahbereich ständig Photos aufs Smartphone geschickt und wundert sich in der NZZ über den Hang, die Wirklichkeit mit Abbildern zu belegen. Die Verstärkung von Text durchs Bild ist historisch nichts Neues, mag aber in ihrem aktuellen Übermaß das Ende der Vorstellungskraft einläuten. (09.07.16)

Bücher, Bücher, Bücher

Die NZZ stellt Elmar Schenkels Buchessay „Keplers Dämon“ vor, das an vielen Beispielen die gegenseitige Befruchtung von Literatur und Wissenschaft zeigt. +++ Band 80 der Heidegger-Gesamtausgabe ist da und enthält die Vorträge des jungen Heidegger, die u.a. von Marcuse mitgeschrieben wurden, wie der Freitag anmerkt. +++ Bei Glanz & Elend zeigt sich Jürgen Nielsen-Sikora skeptisch, ob Paul Mason mit „Postkapitalismus“ tatsächlich ein geeignetes Modell zur Bewältigung der kommenden Endkrise entwickelt hat. +++ In der ZEIT ist Gastautor Dieter Thomä ganz und gar nicht angetan von der vagen Resonanz-Metapher, mit der Hartmut Rosa, Sloterdijks „netter Neffe“, eine Soziologie der Weltbeziehung entwirft. +++ Bei Telepolis gibt es einen netten Auszug aus dem Buch zu lesen, mit dem Sven Böttcher und Mathias Bröckers daran erinnern, dass die Menschheit bereits das nötige Wissen hat, um ihre Zukunft zu retten. +++ Immer wieder mal schön, aus der philosophischen Filterblase rauszugucken: Lesen Sie hier die irritierte Rezension aus der Feder eines Trekkies über ein Buch, das sich mit der Philosophie in der TV-Serie Raumschiff Enterprise beschäftigt.

Außerdemos von Sonstnochos:

Der traut sich was: Sebastian Leber bedankt sich im Tagesspiegel mit guten Gründen bei der Antifa für ihre tägliche Arbeit. +++ Die FR weist auf den biographischen Dokumentarfilm über Claude Lévi-Strauss hin, der in der arte-Mediathek ein paar Tage nachzugucken ist. +++ Die NZZ stellt kurz die utilitaristische Ethik des effektiven Altruismus mitsamt ihres Vordenkers Peter Singer vor. +++ Das wäre Descartes nicht passiert: Medizininformatiker haben laut Wired in der Software zur Analyse von MRT-Daten einen Fehler entdeckt, der 20 Jahre Hirnforschung mitsamt ihres großen Selbstbewusstseins in Frage stellt.


Links der Woche am 02.07.2016, 14:29 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/16

Das lese ich später irgendwann

Prokrastination ist weit verbreitet und in Maßen nicht schlecht, schreibt Magnus Klaue in der FAZ, will damit aber nur darauf hinaus, dass sich längst ein arbeits- und motivationspsychologischer Markt zur Bekämpfung der Aufschieberitis etabliert hat - besonders im akademischen Kontext, wo Prokrastination wie eine Seuche um sich greift. (28.06.16)

Erasmus soll bleiben

Zu den vehementesten Brexit-Gegnern gehörten die britischen Hochschulen, deren Kampagne - wie die in Oxford lehrende Germanistin Henrike Lähnemann in der FAZ beschreibt - relativ erfolgreich war, d.h. nur in Universitätsstädten. Nun sind die Unis entschlossen, die europaweiten Kooperationen in Forschung und Lehre irgendwie trotzallem fortzusetzen. (29.06.16)

Kind kommt, Studium geht

Etwa fünf Prozent aller Studierenden kriegen vorm Abschluss ein Kind. Anne Armbrecht portraitiert in der FAZ einige studierende Eltern, die mit Kraft, Zeit und Geld gut haushalten müssen - was in den Fächern Medizin und Jura nicht zu funktionieren scheint. (02.07.16)

Künstliche Intelligenz

Diese Woche gab es den ersten Toten in einem autonomen Fahrzeug, kurz zuvor machte sich Ulf von Rauchhaupt in der FAZ noch Gedanken über utilitaristische Maschinenethik im Straßenverkehr und das „Trolley-Problem für Auto-Autos“. Manuela Lenzen berichtet ebd., dass nach 32 Jahren Entwicklungsarbeit eine programmierte KI alter Schule namens Cyc auf den Markt kommt. Rolf Dobelli legt in der NZZ ausführlich die evolutionären Gründe dar, warum wir uns nicht vor der Unterwerfung der Menschheit durch künstliche Intelligenz fürchten müssen.

Künstliches Leben

Volker Henn berichtet für Telepolis von einem Forschungsprojekt, welches das menschliche Genom sauber von Grund auf neu schreiben und dann ins Leben setzen will. In der ZEIT wundert sich Thea Dorn, warum das Crispr/Cas9-Verfahren, mit dem Gentechnikerinnen das Erbgut wie eine Textdatei bearbeiten können, weder Aufschrei noch Debatte auslöst - und warum die Leute „ihr Schicksal nicht mit Demut zu tragen bereit“ sind...

Unn sünst?

Die taz rapportiert den Monitoring-Bericht der Antonio Amadeu Stiftung zu rechter Hetze im Netz, die sich bis in die Mittelschicht verbreitet und mit Gewaltaufrufen, Querfront-Bestrebungen und Verschwörungstheorien vermengt. Wie unzurechnungsfähig diese Kundschaft ist, lässt Philipp Vetters WELT-Bericht über Strichcode-Entstörer und das Entgegenkommen der Industrie erahnen. +++ Nach dem Brexit wundert sich Robin Detje in der ZEIT: „Weiße Männer meines Jahrgangs zerstören die Welt, einfach nur so.“ Lorenz Jäger fühlt sich in der FAZ total fies als alter weißer Mann gehasst. :( +++ In ausgewählten Kinos ist das Biopic über Lou Andreas-Salomé zu sehen, das in der WELT und im Tagesspiegel besprochen wird. +++ Dieter Thomä bespricht in der NZZ zwei Neuerscheinungen zu Heidegger und seinem „metaphysischen Antisemitismus“ von Donatella Di Cesare und Reinhard Mehring. +++ Im Freitag ist eine ausführliche Rezension von Oliver Nachtweys „Die Abstiegsgesellschaft“ zu lesen, die u.a. erklärt, warum im Anstieg der Abiturientenquote sozialer Sprengstoff liegt. Nachtwey war kürzlich übrigens auch bei Deutschlandradio Kultur in einem Feature über die prekarisierte Mittelschicht zu hören. +++ Apropos Radio: In der sonntäglichen DLF-Sendung „Essay und Diskurs“ werden in den kommenden fünf Wochen sonntags um 9:30 Uhr die Herausgeber von Zeitschriften für die gebildeten Stände interviewt. Eine solche, die aber nicht im Radio vorkommt, kann man sich hier kaufen.


Links der Woche am 25.06.2016, 14:27 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 26/16

Erkenntnis in Sinnfeldern

Markus Gabriel hat vor fünf Jahren den Neuen Realismus in der Philosophie ausgerufen und resümiert den Stand der Dinge in der NZZ: Allen voran die Irrtümer von postmodernem Konstruktivismus und Naturalismus wurden bekämpft in Manifesten und auf Tagungen. Besonderen Fokus legt Gabriel auf den medialen, d.h. vermittelten Weltbezug. (19.06.16)

Was und wie der Bund bezahlt

Der deutsche Föderalismus macht dem Bund einen Einfluss auf die universitäre Bildungspolitik nur auf Umwegen möglich, die Stephan Leibfried in der FAZ beschreibt: Der prominenteste ist der Exzellenzpakt, aber es gibt noch eine Reihe weiterer Pakte zur Finanzierung von Studienplätzen, Lehre, Forschung und Innovation, deren komplizierte Architektur Leibfried grob umreißt. (20.06.16)

Eigentliche Kulturgeschichte?

Emil Heinrich Du Bois-Reymond nannte im 19. Jahrhundert die Geschichte der Naturwissenschaft die eigentliche Kulturgeschichte, wie Uwe Justus Wenzel sich in der NZZ erinnert anlässlich der Debatte um einen „Imperialismus der Naturwissenschaften“ im Potsdamer Einstein-Forum. (25.06.16)

Außerdemchen:

Auch die NZZ bespricht Carl Schmitts „Glossarium“ mit Aufzeichnungen aus den Jahren 1947 bis 1958 sowie Åsne Seierstads Breivik-Portrait und Geschichte eines Massenmörders. +++ Im Uniblog der FAZ beschäftigt sich Niklas Záboji mit den absurden Auswüchsen des Bologna-Leistungswahns, der unter Studis einen Wettbewerb um das größte soziale Engagement auslöst. +++ Bei boundary2 schreibt Peter E. Gordon über die Widerkehr der u.a. von Adorno beschriebenen autoritären Persönlichkeit im Gefolge Donald Trumps. +++ Apropos Adorno: Der französische Soziologe Didier Fassin bestreitet die diesjährigen Frankfurter Adorno-Vorlesungen und kam über die Erfahrungen mit Apartheid, Gewalt und Not zur Kritischen Theorie, wie aus dem Portrait in der FAZ hervorgeht. +++ Im Freitag legt Sarah Bakewell acht gute Gründe vor, warum es lohnt, gerade heutzutage zu den Bücher der französischen Existentialist_innen zu greifen. +++ Außerdem bringt der Freitag ein Interview mit Bhaskar Sunkara, dem Herausgeber des sozialistischen Untergrundmagazins „Jacobin“. +++ Und apropos kleine Zeitschriften: Dass es einen neuen Lichtwolf, diesmal zum Thema Ekstase gibt, wissen Sie ja schon; das Heft ist nun auch als E-Book für Kindle sowie im offenen epub-Format erhältlich.


Links der Woche am 18.06.2016, 14:17 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 25/16

Die erste und die eine Sprache

Auch Atheisten ahnen, dass die vielen Sprachen der Menschheit sich auf wenige, vielleicht gar eine einzige vor Babel zurückführen lassen. Komparatistik und Spracharchäologie sind inzwischen bis in die Jungsteinzeit vorgedrungen. Ulf von Rauchhaupt beschreibt in der FAZ, wie die Disziplinen vorgehen, was daran kritisiert wird und was sie herausbekommen haben. (15.06.16)

Mut zur Subjektivität

Diese Woche ging Andreas Beckmann im Deutschlandfunk der Frage nach, ob die Naturwissenschaften eine zu dominierende - womöglich gar imperialistische - Rolle in unserem Weltbezug spielen. Demnach ist die Gleichung Rationalität = Aufklärung = Fortschritt = Wohlstand recht jung, verkennt aber die Komplexität der Welt. Hier könnten selbstbewusste Geisteswissenschaften ein Korrektiv bilden. (16.06.16)

Gebildet sein und allein leben dürfen

In der NZZ portraitiert die Romanistin Ursula Beitz die fast vergessene Femme de lettres Marie de Gournay (1565-1645), die als Autodidaktin das patriarchale Bildungsverbot ihrer Zeit umging, zu Montaignes einflussreicher Brieffreundin wurde und als eine der Ersten für die Gleichstellung argumentierte. (18.06.16)

Die Ersten und die Letzten, Anfang und Ende

Roman Bucheli meditiert in der NZZ über die Unfallphotos des Polizisten Arnold Odermatt aus den 1960ern, die gerade heutzutage eine Sehnsucht nach den guten, alten Tagen der Übersichtlichkeit und Beständigkeit auslösen - und nämliche Nostalgie ist mit einer gewissen Untergangslust verbunden, ganz wie beim Attentäter das Verlangen nach dem Paradies mit der Zerstörung des Irdischen. (18.06.16)

PEGIDA und AfD verstehen

Die taz bespricht eher skeptisch das als Standardwerk annoncierte Buch „Pegida: Warnsignale aus Dresden“, worin Werner Patzelt und Joachim Klose die Erfolge von PEGIDA und AfD erklären wollen. Politik und Gesellschaft müssten sich bemühen, diese Leute zu verstehen. Na denn: Die FAZ portraitiert ausgiebig den (früheren) Sloterdijk-Schüler und AfD-Hausphilosophen Marc Jongen als Schwanzlurch, der an Parteiprogramm und Manifest arbeitet, den Thymos zugunsten nationaler Wehrhaftigkeit über Logos und Eros stellen und zurück zur „konservativen Revolution“ will. Für die ZEIT haben sich Jens Jessen und Ijoma Mangold mit Jongen unterhalten über das metaphysische Volk, die 68er-Seuche, EUdSSR, den Lügenstaat und allerhand anderen Unfug.

Das Weitere und Engere:

Im Freitag geht es kurz um die Aussichten, die mit einer geplanten Notabschaltung für Künstliche Intelligenzen verbunden sind. +++ Der Tagesspiegel spricht mit Michael Sandel über die ethischen Fragen von Transparenz und Big Data. +++ Der Bildungsbericht 2016 zeigt laut FAZ-Bericht, dass allenorten die Klüfte wachsen und der soziale Sprengstoff wächst. +++ Die NZZ zeigt sich sehr angetan von Michael Pauens Buch „Die Natur des Geistes“, worin er wider die „Erklärungslückentheoretiker“ auf dem Unterschied zwischen Erfahrung und Erkenntnis in Bewusstseinsdingen beharrt. +++ Literaturautomaten gibt es schon länger, jetzt kommt mit „Sunspring“ - wie die FAZ meldet - der erste Film, dessen Drehbuch von einer Künstlichen Intelligenz geschrieben wurde. +++ Sehr schön: Die heute Show des ZDF hat den Verschwör-o-maten online gestellt, der auf Knopfdruck ausspuckt, was die Mainstream-Medien den Sheeple verschweigen! +++ Apropos Literaturautomat: Falls Sie mal eine Preisrede brauchen, nehmen Sie doch einfach den guten alten Laudat-o-mat! +++ Und abermals apropos Literatur und Technik: Die NZZ verweist auf eine Untersuchung, die in literarischen Werken fraktale Muster entdeckt hat, die solchen in Musik, Herzrhythmus und Hirnaktivität ähnlich sein sollen.


Links der Woche am 11.06.2016, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 24/16

Alles noch offen(er)

Thomas Thiel schreibt in der FAZ über die ambitionierten Pläne der EU, wissenschaftliches Publizieren komplett auf digital und Open Access umzustellen; Geisteswissenschaften spielen dabei allenfalls eine Nebenrolle. Die EU-Pläne haben Vor- und Nachteile, die Thiel aufzählt, und offen lässt, wohin das absehbare Verschwinden des Gedruckten gehört. (07.06.16)

Barbaren und Heimatliebe

In einem Essay beschäftigt sich der Sozialphilosoph Gunzelin Schmid Noerr in der FR mit Rassismus, und zwar anlässlich von Gaulands kürzlichen Aussagen über deutsche Fußballer. Trotz der Ablehnung, die dem AfD-Politiker darob entgegenschlug, hat er sozialwissenschaftlich Recht: Fremdenfeindliche Vorurteile sind eher die Regel als die Ausnahme. (07.06.16)

Bürokratie macht blöd.

Für den Freitag unterhält sich Lea Fauth mit David Graeber über Bürokratie, die verblödet, keinen Spaß macht und der er sein jüngstes Buch gewidmet hat. Graeber plädiert für Anarchismus als die Haltung, Zwang und Gewalt abzuschaffen, um gemeinsame Regeln aufzustellen. (08.06.16)

Provokation und Streit

In der ZEIT legt uns Lisa Friedrich die Lektüre von Judith Butler ans Herz, die in Deutschland nicht nur von Maskulisten mit Skepsis betrachtet wird und wegen der sie nach Berkeley gegangen ist. Denn Butler beschäftigt sich mit Fragen der Norm, Repräsentation und Anerkennung, die auch jenseits des feministischen Diskurses von Belang sind. (10.06.16)

Epistemisches Soziogramm des Hiwis

Der Hiwi ist eine alte Institution, wie Martin Mulsow in der NZZ schreibt. Vor 300 Jahren wohnten und aßen die Purschen noch beim Prof, gingen ihm zur Hand und mitunter sehr ungewöhnlich mit dem um, was sie bei ihm aufschnappten - wie Mulsow an einigen historischen Beispielen zeigt. (11.06.16)

Neue Bücher:

Die FAZ stellt das Buch von Carl Cederström und André Spicer vor, die darin das „Wellness-Syndrom“ als Auswuchs der kapitalistischen Selbstoptimierungs- und Glücksdoktrin ausmachen. +++ Die NZZ bespricht Hartmut Rosas Buch über Resonanz, Weltbeziehung und das glückliche Leben. +++ Außerdem rezensiert die NZZ Christine Christ-von Wedels (kurze) Biographie des Erasmus von Rotterdam. +++ Die ZEIT stellt einen Briefwechsel und die Neuauflage des Denktagebuchs von Carl Schmitt vor, das einen ungeschönten Einblick in sein Heidegger-haftes antisemitisches Nachkriegsschmollen gibt. +++ Die ZEIT bespricht außerdem Franco Berardis Studie „Helden“, die hinter den zeitgenössischen Fällen von Massenmord und Suizid einen „gewaltbereiten Neoliberalismus“ entdeckt.

Et cetera:

Die FAZ startet ein neues Blog über das Campusleben und zum Auftakt überlegt Jürgen Kaube, wie wenig Einfluss die Bologna-Reformen auf Klassiker wie Studienabbruch, Fachwahl- und wechsel und Akademiker-, d.h. Geisteswissenschaftlerarbeitslosigkeit (schönes Wort) hatten. +++ Letzte Woche ward an dieser Stelle auf die einstweilige Verfügung der NPD gegen den Dresdner Extremismusforscher Steffen Kailitz hingewiesen worden; diese Woche nun nahm der Richter seine Entscheidung zurück, wie der DLF meldet. +++ Die FAZ vermeldet eine Beobachtung, die nahelegt, dass Affen religiös sein könnten. +++ Für die taz berichtet Micha Brumlik vom Berliner Kant-Symposium. +++ Florian Rötzer stellt auf Telepolis eine Studie vor, wonach die Rede vom Anthropozän reichlich übertrieben ist: Der Mensch ist nicht erst seit der Industrialisierung eine erderschütternde Kraft. +++ In einer guten Woche erscheint der neue Lichtwolf (Titelthema: Ekstase), abonnieren Sie jetzt!


Links der Woche am 04.06.2016, 14:39 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 23/16

Maschinenintelligenz und Menschenmoral

Für die ZEIT portraitiert Stefan Schmitt den gruselig guckenden Philosophen Nick Bostrom, der u.a. in seinem Buch „Superintelligenz“ vor der Auslöschung der Menschheit durch autonome Maschinen warnt und dazu reichlich Konjunktive und das Bild der von uns abgehängten Schimpansen bemüht - und trotzallem Fortschrittsoptimist bleibt. (26.05.16)

Argumente gegen Exzellenz

An den Unis benutzt man für die Exzellenzinitiative ein Doppelsprech: Nach außen hui, intern pfui, schreibt der Mannheimer Germanist Jochen Hörisch in der FAZ. Eine wachsende Zahl von Wissenschaftler_innen hat die Nase voll vom schizoiden Antragswesen und traut sich, öffentlich dagegen zu argumentieren. (29.05.16)

Grundeinkommen für niemanden

Wenn nicht mehr genug Arbeit für alle da ist, könnte man ja mal übers bedingungslose Grundeinkommen nachdenken, über das die Schweiz morgen abstimmt. Vier mehr oder weniger gute Gründe gegen diese revolutionäre Umstellung des Sozialstaats und Arbeitslebens führt Alexandra Borchardt in der SZ an. (30.05.16)

Sloterdijks Megathemen

Für die FR unterhält sich Michael Hesse mit Thilo Sarrazins Parteifreund Peter Sloterdijk über den Zerfall der Linken und der Konservativen, die SPD als Aspirin, die Wiederkehr des 19. Jahrhunderts mit Internet und über progressive „Bewahrungs- und Abgrenzungsinteressen“. (01.06.16)

Von Snowden zu Eggers und Orwell

In der FAZ schreibt Bundesverfassungsrichter a.D. Udo Di Fabio Staat und EU hinter die Löffel, sich um die Regulierung von Big Data zu kümmern. Denn nicht der Überwachungsstaat ist das Problem, sondern die von Konzernen betriebene Vorratsdatenspeicherung in einer völlig volatilen Umgebung. (01.06.16)

Die Fehler sind meistens Absicht

Letzte Woche beklagt Rainer Moritz in der NZZ das schlampige Lektorat aktueller Neuerscheinungen. Nun antwortet ihm der Verleger Tom Kraushaar in der SZ, dass man nach den Urheberrechts- und VG-Wort-Urteilen die Verlage nicht noch schlechter reden sollte, als sie eh dastehen. (03.06.16)

Neues aus Deutschland

Der Tagesspiegel stellt das Buch „Böses Denken“ vor, in dem die Kantianerin Bettina Stangneth u.a. den „schwarzen Idealismus“ Eichmanns und den Eichmann im Jedermann untersucht. +++ Hannah Bethke berichtet für die FAZ von der einstweiligen Verfügung der NPD gegen den Politologen Steffen Kailitz vom Dresdner Hannah-Arendt-Institut. +++ A.a.O. erkennt Christian Geyer in der Bürgerwehr, der Dorfpolizei und einem CDU-Politiker des sächsischen Arnsdorf das wahre Ausmaß des Rassismus in Deutschland.

Außerdemos von Sonstnochos:

Der Standard ist recht angetan von der Doku „Tomorrow“ über kleine lokale Initiativen, die nach einer Lebensweise suchen, welche nicht den ökologischen Kollaps bewirkt. +++ Die FR berichtet von einem Weimarer Symposium über Teilen und Tauschen, Geben und Nehmen; dazu passt ganz gut der vorletzte Lichtwolf mit dem Titelthema „Bitte / danke“. +++ Charity und Solidarität sind zwei verschiedene Dinge und die FAZ weist auf eine Studie über den Zusammenhang von Sozialstaat, Ungleichheit und der Wertschätzung von Solidarität hin. +++ Die FAZ gibt außerdem einen kurzen Überblick über unsere Eigenart, Handlungsfähigkeit auf alles mögliche zu projizieren. +++ Alles Fake: Zum Dritten stellt die FAZ die Ausstellung von und über Kunstfälschungen in der Heidelberger Universitätsbibliothek vor. +++ Bei Glanz & Elend bespricht Wolfram Schütte die Erinnerungen an Ernst Bloch aus der Feder seines damaligen Tübinger Studenten Gert Ueding.


Links der Woche am 28.05.2016, 14:38 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 22/16

Immanente Transzendenz der Wissenschaft

Mit dem Wissenschaftshistoriker Hans-Jörg Rheinberger unterhält sich Reinhard Jellen bei Telepolis ganz nett über seine Derrida-Übersetzungen, über Philosophie als System und Haltung und über ihr Verhältnis zu Wissenschaft. (21.05.16)

Der freie Prof und der gebundene Rest

Eigentlich sollte es der verstaubten Ordinarienuniversität mit der Bologna-Reform an den Kragen gehen; aber jene bestärkte noch das Lehrstuhlprinzip, das Remigius Bunia in der FAZ mit Blick auf Mittelbau und akademischen Nachwuchs als gefährlich forschungsfeindlich beschreibt. Denn eine handvoll Autoritäten bestimmt allein über Karriere- und Forschungswege aller anderen. (24.05.16)

Durchschnittsmensch und Kollektivsubjekt

Nils Markwardt sucht im Freitag nach dem kleinen Mann, von dem (und seinen Wünschen, Nöten und Sorgen) neuerdings wieder so viel die Rede ist: moderne Woyzecks, die für die „(Selbst-)Verzwergung des postmodernen Prekariats“ stehen, welche wiederum den selbsternannten populistische Anwälten des kleinen Manns, d.h. den großen Verhältnissen nützt. (24.05.16)

Keine Zeit, keine Zeit!

Es geht immer hektischer zu in unserer Welt, bemerkt Hannah Bethke in der FAZ bzw. am Frankfurter Hauptbahnhof. Die Leute haben keine Zeit mehr, weil sie sie ständig in irgendwas investieren. Mit dem Beschleunigungs-Soziologen Hartmut Rosa und dem Astrophysiker Luciano Rezzolla geht Bethke der relativen Zeit nach. (27.05.16)

Neue Bücher

Die Denkhefte des umtriebigen und unabhängigen Essayisten Paul Valéry sind komplett als E-Book erhältlich, worauf Bernd Leukert bei Glanz & Elend hinweist. +++ Der Standard rezensiert ganz kurz Heinz Budes kurzes Buch über Stimmungen, Wutbürger und Systemfatalisten. +++ Die NZZ bespricht Gregor Reischs nun auch auf Deutsch vorliegendes philosophisches Lehrbuch von 1503, welches „die über das Mitverstehen ermöglichte Teilhabe eines jeden am Grossen und Ganzen“ befördern will.

Philosophie ist für alle da!

Letzte Woche durfte Peter Trawny in Hohe Luft vor der Popularisierung der Philosophie warnen, nun antwortet ihm der Chefredakteur nämlichen Magazins, Thomas Vašek, Philosophie müsse „mitten im Leben“ stehen und sich auf den Markt einlassen, anstatt den Kapitalismus zu verteufeln. Trawny darf dann noch einmal klarstellen, was Sokrates auf dem Markt macht und warum Populärphilosophie affirmativ sein muss und damit eine inszenierte Philosophie ist.

Unn sünst?

Marc Reichwein gibt in der WELT einen begeisterten Einblick in sein Erleben der phil.cologne, wo sich die Großdenker der Saison zu den Themen der Saison austauschten. +++ Ebendort hat der Gewaltforscher Jörg Baberowski vor dem Hintergrund der Kölner Silvesternacht über Pazifizierung durchs Gewaltmonopol nachgedacht, was er im Interview mit der FR etwas ausführt. +++ Jürgen Kaube würdigt in der FAZ den an einer Welt-Kriegsgeschichte arbeitenden israelischen Historiker Dan Diner zum 70. Geburtstag. +++ Diese Woche machte ein Archäologe mit der Behauptung auf sich aufmerksam, er habe in Stageira auf Chalkidiki das Grab des Aristoteles entdeckt. +++ Matthias Heine weist in der WELT auf eine Studie hin, wonach sich komplexe Sachverhalt am besten mit langverketteten Wörtern ausdrücken lassen, für die das Deutsche so geeignet und berühmt ist. +++ Heiko Werning weist in der taz auf ein chinesisches Rap-Video hin, in dem Karl Marx derbst abgefeiert wird. +++ Rainer Moritz gibt in der NZZ Beispiele für schlampiges Lektorat in aktuellen Buchtiteln. +++ Außerdem stellt die NZZ die hypermoderne Ausstellung über Erasmus von Rotterdam in Basel vor. +++ Heute Abend ab 23:05 Uhr gibt es im Deutschlandfunk die Lange Nacht über Voltaire.



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