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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
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8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 24.12.2016, 15:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 52/16

Die Politischkorrekten wollten das so!

Michael Hampe widmet sich in der ZEIT der kulturwissenschaftlichen Linken (KWL), für die Pippi-Langstrumpf-Leser Rassisten sind und für die der Nordpol genauso relativ, konstruiert und historisch ist wie Hampes Oma. Nun, da rechte Verschwörungstheoretiker an die Macht kommen, wendet sich ihr Vulgärkonstruktivismus gegen sie und die KWL hat dem in Theorie und Praxis nichts entgegenzusetzen. (19.12.16)

Von Nietzsche zu Brexit und Trump

vox.com unterhält sich mit Hugo Drochon, der Nietzsche als transnationalistischen politischen Denker liest, der ausgehend vom Tod Gottes die aktuellen Populismus-Krisen der Demokratie und die Relativismus-Krise der Philosophie schon zu Bismarcks Zeiten vorhergesagt hat. (20.12.16)

Optionen und Willkür

In der ZEIT (und seinem neuen Buch) beklagt Maximilian Probst das Aussterben der Verbindlichkeit. Die undurchschaubare Vielfalt der Wahlmöglichkeiten macht es schwer, sich festzulegen, und überfordert die Rechtswähler. Dem versucht Probst eine Verbindlichkeit entgegenzusetzen, die nicht nach Biedermeier riecht, sondern der Zukunft zugewandt, liberal und autonom ist. (21.12.16)

Philosophie war schon immer globalisiert

Philosophie ist nicht nur das, was die Griechen gemacht und ihre Erben fortgesetzt haben, erinnert Heiner Roetz in der FR und plädiert für eine globalisierte Perspektive auf die Diziplin. Dazu gibt er nachahmungswürdige Beispiele für die gegenseitige kulturelle Beeinflussung in und Bereicherung der Philosophiegeschichte. (22.12.16)

„Die Grausamkeit massakrierter Körper.“

Vor über 100 Jahren ging es auch nicht friedlicher zu, dafür aber inszenierte sich die Avantgarde schwer kulturterroristisch, schreibt Stefan Zweifel in der NZZ. Heute sind Terroristen Meister der Inszenierung, die von Nietzsche über Breton und Artaud bis Debord die Starre lösen sollte, die nun von ganz realer Gewalt erschüttert wird. (22.12.16)

Alles nichts Neues

Nils Markwardt zweifelt im Freitag an der Rede vom „postfaktischen Zeitalter“, denn die darunter subsumierten politischen und sozialpsychologischen Phänomene wurden von Le Bon und Adorno längst beschrieben. Tatsächlich profitieren Rechtspopulisten von einem Vertrauensdefizit, das wiederum von Luhmann ausgiebig beschrieben wurde. (27.12.16 - aus der Zukunft!)

Kann man mal lesen

Iris Radisch stellt in der ZEIT das unvollendete letzte Büchlein Roger Willemsens vor, worin dieser als enttäuschter Moralist mit unserer Gegenwart abrechnet. +++ Hans Hütt zeigt sich im Freitag ganz begeistert von Dieter Thomäs Philosophie des Störenfrieds, einer Studie, die gerade zur rechten Zeit (nämlich zu der des „Orangenmanns“)kommt. +++ Diese Woche ist bekanntlich Lichtwolf Nr. 56 zum Thema Gebäck erschienen: Das Heft gibt es im Abo oder für 8,50 Euro einzeln sowie als DRM-freies E-Book im epub-Format oder für Kindle.

Schöne Feiertage!


Links der Woche am 17.12.2016, 14:27 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 51/16

Nuit debout ist vorbei?

Für die NZZ blickt Marc Zitzmann auf die Pariser Protestbewegung Nuit debout, in der sich im Frühjahr zahlreiche Aktivisten für eine andere Weltordnung versammelten. Das ganze nahm schnell Event-Charakter an, führte nicht zum erhofften Generalstreik und politisierte doch die Jugend womöglich nachhaltig. (17.12.16)

Ayn Rand...

...wäre ob der Entwicklung in den USA ganz aus dem allein mit harter Arbeit erworbenen Häuschen. Tom Schimmeck portraitiert die russischstämmige Schriftstellerin im Freitag als Ikone des Neoliberalismus mit geradezu fanatischer Anhängerschaft unter Republikanern und Hedge-Fonds-Managern. Auch Politico widmet sich Ayn Rand bzw. dem wichtigsten Einfluss auf ihre Weltanschauung, nämlich dem Schriftsteller Nikolai Chernyshevsky, dessen Revolutionsroman „Was ist zu tun?“ bei Dostojewski Abscheu erregte und Lenin ebenso nachhaltig inspirierte wie den Nihilisten Netschajew - und eben Ayn Rand.

Bücher, Bücher, Bücher

Elisabeth von Thadden empfiehlt in der ZEIT drei Bücher zur Stärkung der kriselnden Demokratie. +++ Ebenfalls in der ZEIT bespricht Eva Bucher Timothy Garton Ashs „Redefreiheit“, worin dieser den Liberalismus im Internetzeitalter verteidigt. +++ Bei Glanz & Elend zeigt sich Herbert Debes begeistert von Peter Frankopans „Licht aus dem Osten“, das die Weltgeschichte mal nicht eurozentristisch, sondern aus der Perspektive des nahen und mittleren Osten erzählt. +++ Die NZZ rezensiert Otfried Höffes 2.500 Jahre umspannende „Geschichte des politischen Denkens“ von Platon bis Rawls. +++ Ein sehr weihnachtsfähiges Buch ist „Der Schritt zur Seite“ von Marc Hieronimus, der in der aktuellen Nummer der Zeitschrift La Décroissance erklärt, worum es darin geht.

Außerdemos von Sonstnochos:

Telepolis meldet, dass einige Konstanzer Forscher Klage gegen die Verpflichtung eingereicht haben, ihre Publikationen (auch) via Open Access zur Verfügung zu stellen. +++ Der Tagesspiegel unterhält sich mit David Weinberger über Filterblasen, Fake News und Facebook. +++ Die NZZ beschäftigt sich am heutigen Samstag mit Hass. Uwe Justus Wenzel schaut nach, was Kant und Dante zu dem Thema zu sagen haben. +++ Lichtwolf Nr. 56 zum Thema Gebäck ist fertig und wird eingetütet. Ein Abo zwecks Erhalt des Hefts noch vor den Feiertagen ist hier erhältlich; nutzen Sie die nächsten zwei Wochen zum Bestellen, denn ab dem 1.1.2017 kostet ein Lichtwolf-Abo nicht mehr 26,80 Euro, sondern unfassbare 29,80 Euro (bzw. 39,80 Euro bei Lieferung ins Ausland)!


Links der Woche am 10.12.2016, 14:16 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 50/16

Der Wahn als Politikum

Für die ZEIT unterhalten sich Ulrich Schnabel und Martin Spiewak mit Michael Butter, der über Verschwörungstheorien und ihre Anhänger forscht. Das Internet hat ihnen, ihren Wahnlieferanten und politischen Profiteuren ganz neue Möglichkeiten erschlossen. Grund für die wachsende Massenhysterie ist die Aufklärung und die Verunsicherung insbesondere weißer Männer. (01.12.16)

Die große Regression

2016 ist ein Erfolgsjahr für Hetzer und ihre Anhänger. Für die ZEIT hat Gero von Randow u.a. seinen Adorno hervorgeholt, um sich einen Reim auf das Comeback des autoritären Charakters zu machen. Damals wie heute ist es die Freude an Regression und Entzivilisierung, die Agitatoren und Demagogen beflügelt, weshalb es nicht an Globalisierung und Internet liegen kann. (01.12.16)

Black Box Wähler

Dieser Text machte diese Woche die große Runde: Mikael Krogerus und Hannes Grassegger portraitieren für Das Magazin den Big-Data-Forscher Michal Kosinski, der eine psychometrische Methode entwickelt hat, um Botschaften passgenau an den jeweiligen Mann zu bringen, welche von einer Politberatungsfirma benutzt worden sein soll, um die Siege der Brexiteers und Trumps zu befördern. (03.12.16)

Demokratie oder Leitkultur

Martin Seel weist in der FR den populistischen Begriff der „Leitkultur“ zurück, der eine suggestive Chiffre ohne vernünftige Grundlage ist. Der Inhalt des Begriffs - Christentum, Demokratie, Sprache oder gemeinsame Werte? - ist unklar bis widersprüchlich. Sinnvoller wäre es, Tugenden und das Recht einzuüben. (04.12.16)

Die demütige Elite

Kein Geringerer als Stephen Hawking schreibt im Guardian bzw. Freitag gegen die zunehmende Ungleichheit in der Welt an, schließlich empfindet er sich als Teil der verhassten Elite. Der Fortschritt geht weiter und mit ihm die sozialen Verwerfungen. Um sie im In- und Ausland abzufedern und die großen Herausforderungen zu meistern, vor denen die Menschheit steht, ist Zusammenarbeit gefragt. (05.12.16)

Erlösung von der Staatsidee durch Inkompetenz

In der ZEIT plaudert Peter Sloterdijk von einem Abendessen mit Condoleezza Rice. Den Trump-Schock hatte man schon verdaut, aber das Unbehagen in der Demokratie, die nicht sicher vor der Selbstabschaffung ist, bleibt. Sloti denkt über Idioten und Populismus nach und sagt ein Attentat auf Trump voraus. (07.12.16)

Es ist okay, bedürftig und hilflos zu sein.

Für ZEIT Campus führt Silke Weber ein Interview mit Martha Nussbaum über die politische Bedeutung von Gefühlen. Liebe und Mitgefühl sind notwendig für das Funktionieren einer Gesellschaft und Triebkraft liberaler und emanzipatorischer Bewegungen, während Rechtspopulisten vor allem Hass und Angst für sich instrumentalisieren. (08.12.16)

Neue Bücher

Der Soziologe Frank Adloff bespricht im Freitag Judith Butlers Utopie politischer Versammlungen. +++ Die NZZ zeigt sich hin und hergerissen von Peter-André Alts kiloschwerer Biographie Sigmund Freuds. +++ Die taz stellt den Essayband „Kosmopolitismus ohne Illusionen“ vor, in dem Seyla Benhabib Hoffnung macht, dass es mit Menschenrechten und Liberalismus doch noch nicht ganz zu Ende geht.

Unn sünst?

Reinhard Jellen unterhält sich für Telepolis mit Oliver Nachtwey über sein Buch „Abstiegsgesellschaft“ und wie der Kapitalismus vom Wachstum zum Ausschluss übergegangen ist. +++ Die FAZ weist auf einen soziologischen Aufsatz von Bettina Heintz hin, der untersucht, was und wie wir Dinge miteinander vergleichen können, sollen und dürfen. +++ Jeder kennt und schätzt das „Des Teufels Wörterbuch“ von Ambrose Bierce, so auch die Kollegen von The Verge. Die haben eine Fortsetzung der Sarkasmusbibel für das 21. Jahrhundert verfasst, die inhaltlich okay ist, aber vor allem zeigt, dass schöne Typographie im Internet doch möglich ist. +++ So lachen die Kartoffeln: David Hugendick hat sich für die ZEIT bei einem Auftritt Mario Barths in Dresden umgesehen. +++ Die NZZ wiederum berichtet von einem Auftritt Alain Badious in Zürich. +++ In gut einer Woche erscheint Lichtwolf Nr. 56 zum saisonal passenden Titelthema Gebäck: Drinnen geht es u.a. um Brot und Bier, Tortenverbot, Spinnen, Postfaktizität und Sokrates im Krieg. Vielleicht möchten Sie ja abonnieren - oder ein Abo verschenken...?


Links der Woche am 03.12.2016, 14:21 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 49/16

SETI und Plethi

Francis Drake schüttelte 1960 eine nach ihm benannte Formel aus dem Ärmel, die die (ziemlich hohe) Wahrscheinlichkeit für außerirdisches Leben berechnet. Für Telepolis zeichnet Harald Zaun im ersten Teil seines Essays die Ideengeschichte der Suche nach E.T. bzw. zweiten Erden im Kosmos nach. (03.12.16)

500 Jahre Utopia

Vor einem halben Jahrtausend ist „Utopia“ von Thomas Morus erschienen. Die NZZ würdigt aus diesem Anlass das Werk, das Werner von Koppenfels als ironisch-philosophische Lehrfabel voller Sprachwitz vorstellt. Uwe Justus Wenzel betrachtet kurz die Geschichte und Entwicklung des Begriffs Utopie, die eine Verfallsgeschichte ist.

Außerdemchen:

Philosophie in postfaktischen Zeiten: Der Guardian hat ein zunächst überschaubar wirkendes philosophisches Entscheidungsproblem ganz demokratisch per Online-Abstimmung „gelöst“. +++ Die taz stellt Jörg Späters große Biographie Siegfried Kracauers vor, die zum 50. Todestag des Kulturkritikers und Adorno-Kumpels erschienen ist. +++ Morgen wird in Österreich ein neuer Präsident gewählt - und es könnte der Rechtspopulist Norbert Hofer werden. Die ZEIT unterhält sich mit dem Schriftsteller Robert Menasse über die Aussicht auf einen Alpen-Trump in seinem Land. +++ Mathias Greffrath bespricht für die ZEIT Stephan Lessenichs Studie über die kapitalistische Externalisierungsgesellschaft, die in der Ferne ausbeutet und kontaminiert, um in den reichen Staaten noch mehr Wohlstand zu schaffen; wenn Sie sich für diese Problematik interessieren, könnte auch Marc Hieronimus’ „Der Schritt zur Seite“ was für Sie bzw. für unter den Weihnachtsbaum sein. Es ist kein Ratgeberbuch!


Links der Woche am 26.11.2016, 14:45 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 48/16

Der Pragmatismus ist schuld an Trump

Der Pragmatismus hatte es in Europa schon immer schwer, weshalb der Pragmatiker Trump hier ein größeres Rätsel ist als in den USA, schreibt Andrian Kreye in der SZ. Er blickt darum in die US-Ideengeschichte und darauf, wie Dewey, James und Peirce die Politik und Kultur des USA geprägt haben, aus der der künftige Präsident hervorging. (18.11.16)

Die Eierköpfe sind schuld an Trump

Die linksliberale Elite in den USA drehe sich nur um sich selbst und habe mit ihrer Political Correctness den kleinen Mann zum Trump-Wähler gemacht, heißt es. Dem widerspricht Katja Kullmann im Freitag vehement, warnt vor dem Antiintellektualismus der neuen Rechten und ruft zur Solidarität der Prekarisierten mit und ohne Uni-Abschluss auf. (21.11.16)

Sie nannten ihn Krac

In der FR wird Siegfried Kracauer zu seinem 50. Todestag von Christian Thomas als metaphysischer Sinnsucher und Kulturkritiker gewürdigt, der sich mit Ernst Bloch und Georg Lukács anlegte und eine schwierige Beziehung zu Adorno pflegte. (25.11.16)

Geisteswissenschaftler sind die besseren Chefs

Für ihr Uni-Blog unterhält sich die FAZ mit dem Psychologen Nico Rose, der seines Zeichens Head of Corporate Employer Branding, University Relations & Recruiting Programs bei Bertelsmann ist und als solcher speziell Geisteswissenschaftler zu kreativen und leidenschaftlichen Führungskräften heranzieht. (25.11.16)

Das Weitere und Engere:

Rüdiger Suchsland weist bei Telepolis auf den Kinofilm „The Arrival“ hin, der Sprachspiele mit Außerirdischen zeigt, die nicht nur Wittgenstein gefallen würden. +++ Der Freitag bespricht Botho Straußens jüngstes antimodernes Lamento über die aussterbende deutsche Leit- und Altherrenkultur. +++ Die NZZ stellt Dieter Thomäs Philosophiegeschichte der bösen Jungs und Störenfriede vor. +++ Die FAZ rezensiert ausführlich, doch ein wenig ratlos Judith Butlers „Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung“. +++ Ebenfalls in der FAZ darf Uwe Jochum einmal mehr gegen Open Access wettern und Sibylle Anderl blickt in eine Zukunft, in der Algorithmen für uns die wichtigsten Stellen aus dicken Büchern heraussuchen.


Links der Woche am 19.11.2016, 14:26 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 47/16

Philosophie blüht in der Krise

Die wachsende Popularität der Philosophie ist ein Symptom für Umbruchzeiten, wie Richard David Precht im NZZ-Interview erklärt - und sich freut: Bald werden Maschinen die ganze Arbeit machen und noch mehr Menschen noch mehr Zeit für Philosophie haben! Dann werden auch immer mehr Leute sich fundiert jenseits der Politik einmischen können. (19.11.16)

Die Woche danach

Eine Woche nach dem Wahlsieg Donald Trumps stellt dieser sein Regierungsteam aus apokalyptischen Reitern zusammen. Thomas Thiel hat sich für die FAZ im traditionell liberalen US-Wissenschaftsbetrieb umgehört, der sich nach Trumps Wahlsieg mit seiner Abkapselung und Wählerferne auseinandersetzen muss. Die US-Philosophin Susan Neiman zeigt sich in der FR (nur im Abo) entsetzt über Trumps Personalentscheidungen und sucht eine vernunftorientierte Politik anderswo (z.B. in Deutschland). Slavoj Žižek zuletzt freut sich in der ZEIT (mit Badiou und Mao) über Trump, der die drohende Katastrophe sein könnte, die (anders als Hitler) die liberalen Kräfte eint und mobilisiert.

Et cetera:

Zum Welttag der Philosophie hat sich Deutschlandradio Kultur mit Andreas Urs Sommer über die sozipolitische Rolle und Bedeutung der Disziplin zwischen Marktplatz und Elfenbeinturm unterhalten. +++ Die taz bespricht das neue Buch des Historikers Timothy Garton Ash, der verschiedene Positionen zum Verhältnis zwischen Meinungsfreiheit und dem Kampf gegen Hate Speech gegen einander abwägt. +++ An der Uni Glasgow stehen „Die Simpsons“ laut WELT im Mittelpunkt eines Philosophieseminars. +++ Der Freitag stellt den aufwiegelnden Essay „Versuch, die Jugend zu verderben“ vor, in dem sich Alain Badiou als kommunistischer Sokrates inszeniert.


Links der Woche am 13.11.2016, 13:20 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 46/16

Ach, Amerika...

Das waren noch Zeiten: Die uralte NZZ hat in ihrem Archiv ihren damaligen Bericht über die US-Wahlen von 1789 gefunden. Das Ergebnis der Wahlen dieser Woche könnte kaum kurioser sein: Gewonnen hat entgegen aller Erwartungen Slavoj Žižeks Wunschkandidat Trump, den Brian Leiter als US-Präsidenten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung analysiert. Die SZ sammelt die schockierten Reaktion von US-Intellektuellen wie Judith Butler oder Saskia Sassen, die sich fragen, wie das passieren konnte. Auch bei Schwein & Zeit geht es - neben einem Ausblick mit Platon - um die Frage, wer die ganzen Trump-Wähler eigentlich sind: alles dumme Nazis?! Hannes Stein portraitiert in der WELT die alternative Rechte („alt right“), die am lautesten und voller Fremdenhass für Trump geworben hatte; auch Meike Laaff blickt für die taz auf die unheilige Allianz der Enthemmung zwischen der Ultrarechten und Internet-Trollen.

300 Jahre ohne Leibniz

Zu seinem 300. Todestag wird Gottfried Wilhelm Leibniz von der NZZ ausgiebig geehrt: Michael Kempe blickt auf Leibniz’ fleißiges Leben und vielfältiges Wirken zurück, Uwe Justus Wenzel erzählt, wie Arthur Schopenhauer Leibnizens Auffassung von der besten aller möglichen Welten zu widerlegen versuchte (ein Projekt, das in diesen Tagen eine Renaissance erfahren dürfte...) und der Schriftsteller Karl-Heinz Ott würdigt die große Bedeutung von Phantasie und Inspiration für das Schaffen des großen Rationalisten Leibniz. Dem war gestern Abend auch die lange Nacht im Deutschlandfunk gewidmet, die man hier nachhören kann.


Links der Woche am 05.11.2016, 13:51 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 45/16

Was will Slavoj Žižek?

Bernhard Wiens war für Telepolis (wo man die Website aufgehübscht hat) bei einem Auftritt Slavoj Žižeks in Berlin und wundert sich über dessen Zickzackkurs in Sachen Zuwanderung. Wiens steigt zur Erklärung tiefer in Žižeks Biographie und Begriffsinventar ein und findet darin den Grund, wie man Merkel, Stalin und Menschenrechte zugleich gut finden kann. (31.10.16)

Kinder zum Volk erziehen

Russlands Hochschulen leiden unter einem brain drain. Kerstin Holm berichtet für die FAZ über die dortige Bildungspolitik und spricht mit Vertretern der philosophischen Fakultät der Moskauer Staatsuniversität über Verschulung, Niveauverlust und Isolation in schwierigen Zeiten. (02.11.16)

Außerdemos von Sonstnochos:

Stephan Hebel hat sich für die FR durch drei kapitalismuskritische Neuerscheiungen von Sahra Wagenknecht, Yanis Varoufakis und Robert Reich gekämpft. +++ Außerdem zeigt sich Otto A. Böhmer in der FR begeistert von Gisela von Wysockis Adorno-Roman „Wiesengrund“. +++ Hilde Weeg berichtet für Deutschlandradio Kultur vom Philosophie-Festival in Hannover. +++ Die FAZ berichtet über eine Studie, die untersucht hat, ob der bekannte Zusammenhang zwischen Herkunft und Karriere auch in der Wissenschaft besteht. +++ Das Buch von Marc Hieronimus über die Décroissance-Bewegung und den nötigen Schritt zur Seite ist erschienen.


Links der Woche am 29.10.2016, 20:06 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 44/16

No alarms and no surprises

Manuela Lenzen schreibt in der NZZ über eine neue alte Theorie, derzufolge das Gehirn faul ist und nur in Unruhe gerät, wenn irgendetwas nicht seinen Erwartungen entspricht. Der Neurowissenschafter Karl Friston hat sozusagen Heideggers Zeugganzes in eine mathematische Theorie überführt, die sich gerade zum neuen großen Ding in der Philosophie des Geistes entwickelt. (27.10.16)

Arendt, Butler und der Volkskörper

Für die ZEIT unterhält sich Rina Soloveitchik mit Judith Butler über ihr neues Buch, das sich mit Versammlungen, Körpern und Raum beschäftigt. Das verkörperte Leben findet hier seinen demokratischen Ausdruck. Außerdem geht es um den Zusammenhang von Prekariät und Populismus. (28.10.16)

Pfeife und Tweedjacket sind aus

Im FAZ-Uniblog geht es diese Woche um das angebrochene Wintersemester und die Professorin der jüngsten Generation als Darstellerin ihrer selbst, die mit spannenden Stoffen zu überzeugen hat. Wie viele popkulturelle Referenzen gehören in die Heine-Vorlesung? Und wie sieht das professorale Facebook-Profil heutzutage aus? (29.10.16)

Unn sünst?

Die NZZ bespricht Tamás Miklós’ Geschichte der Geschichtsphilosophie, die nach dem Sinn und der Freiheit im Weltgeschehen fragte. +++ Pseudologen aufgepasst: Die SZ berichtet über eine Studie, die die Lust am und Fähigkeit zum Lügen untersucht hat. +++ Fangen Sie schon mal an zu sparen: Marc Hieronimus’ wunderbares Buch über die Décroissance ist ab Montag u.a. hier erhältlich; bis dahin könnten Sie ja auch einen Lichtwolf bestellen - oder gar abonnieren?


Links der Woche am 23.10.2016, 14:51 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 43/16

Auf einige Zigaretten mit Wolf Wondratschek

Falls Sie mit dem Rauchen aufhören wollen oder das schon geschafft haben oder andere Probleme damit haben, ist das Interview, das Timo Frasch für die FAZ mit Schriftsteller und leidenschaftlichen Raucher Wolf Wondratschek genau darüber geführt hat, eher nichts für sie. Alle anderen können staunen, dass so etwas in gesundheitsbewussten Zeiten wie der unseren überhaupt noch erscheinen darf. (16.10.16)

Der Zuschauer als absolutistischer Monarch

Am Montag zeigte die ARD eine TV-Adaption von Schirachs „Terror“ und ließ die Zuschauer darüber befinden, ob der Pilot, der ein entführtes Passagierflugzeug abgeschossen hat, um 70.000 Leute in einem Stadion zu retten, schuldig sei. Für Matthias Dell (Freitag) markiert das „Fernsehevent“ einen neuen Tiefpunkt in Sachen Medienkompetenz. Bundesrichter Thomas Fischer liest in seiner ZEIT-Kolumne den Machern die Leviten und erklärt ihnen mit seiner üblichen Wortgewalt, wie grundfalsch ihr Umgang mit Grundfragen des Grundgesetzes ist.

Soziologie als Problematisierungsdisziplin

Die SZ spricht mit dem Soziologen Stephan Lessenich über Ausbeutung, Konsumrebellion und wie unsere Gesellschaft die Kosten ihres Lebensstils auf andere Regionen abwälzt. Marcus Klöckner unterhält sich für Telepolis ebenfalls mit Lessenich über die Aufgabe der Soziologie, Missstände zu erkennen und in sie zu intervenieren - ein Berufsethos, der auf Charles Wright Mills zurückgeht.

Außerdemchen:

Carolin Emcke hat heute den Friedenspreis des deutschen Buchhandels entgegengenommen; die NZZ würdigt ihr aktuelles sozialphilosophisches Plädoyer „Gegen den Hass“. +++ Vielleicht haben wir den Posthumanismus schon hinter uns und leben in der Computersimulation unserer hypertechnisierten Vorfahren, mutmaßt nicht nur Nils Markwardt im Freitag und fände das gar nicht so schlecht. +++ Raoul Schrott lässt sich nicht lumpen und erzählt in einem gigantischen Versepos, auf das die NZZ hinweist, die Geschichte der Welt von ihrer Entstehung bis zum Menschen nach. +++ Außerdem werden in der NZZ besprochen Gisela von Wysockis Adorno-Roman „Wiesengrund“ sowie Sarah Bakewells Rückstürz ins Pariser „Café der Existenzialisten“. +++ Wie kann man nur? Quartz.com weiß von immerhin vier Philosophie-Professoren, die Trump unterstützen.



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