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Links der Woche

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Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 08.01.2011, 14:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 01/11

Die wichtigste Mahlzeit des Tages

Die geneigte FAZ-Leserschaft lässt sich im Blog "Stützen der Gesellschaft" vom vollauf satisfaktionsfähigen Don Alphonso den Klassenkampf von oben und die intrinischen Gefahren der Bürgerlichkeit für sich selbst erklären. Zu Jahresbeginn hat er an der Verlotterung der Frühstückssitten ein Symptom der Selbstversklavung erkannt und benannt. (02.01.11)

IM Simon

BaWüs Staatsschutz hat einen jungen Zivilpolizisten in linke Studentenkreise an der Uni Heidelberg eingeschleust. Benamst wie ein Wolf-Haas-Protagonist, hat der Spitzel bei Demos ausgeholfen, in Lesekreisen mitdiskutiert und enge Freundschaften geschlossen. Marcus Jauer berichtet in der FAZ, wie die Tarnung Mitte Dezember aufflog und sich bei den Zielpersonen Verstörung und Paranoia breitmachen. (03.01.11)

Nachtrag (07.02.11): Anfang Februar stellt sich heraus, dass die staatliche Unterwanderung der linken Szene in Bawü wohl größere Dimensionen hat (die taz berichtet).

Nichts ist unmöglich

In der SZ plädiert der Autor Alain de Botton gegen die optimistische Ideologie der Sehnsucht und Hoffnung, die statt Trost zu liefern nur Schuldgefühle über verpasste Möglichkeiten verursacht sowie den Schock über die Wirklichkeit von Unglück vergrößert. Stattdessen rät er zur Besinnung auf den Stoizismus, dessen Frohsinn sich daraus speiste, immer mit dem Schlimmsten zu rechnen. (03.01.11)

Zum Tod von Hadayatullah Hübsch

Am 4. Januar 2011 starb der Dichter und Imam Hadayatullah Hübsch. Nicht nur bei lichtwolf.de wurde zu diesem traurigen Anlass nachgerufen:

Hessischer Rundfunk: Zum Tod von Hadayatullah Hübsch (Der HR wiederholt am Sonntag, 9. Januar 2011, um 10:45 Uhr ein biographisches Gespräch mit Hübsch.)

Christof Meueler, Junge Welt: Musik ohne Musik

Canan Topçu, Frankfurter Rundschau: Ein Poet und Muslim

Uve Schmidt, Glanz & Elend: Auch er war unser. (hier am 09.01.11 nachgetragen)

Vor der kommenden Revolte...

...steht die Empörung, zu der der 93-jährige ehemalige Résistance-Kämpfer Stéphane Hessel aufruft. Jürg Altwegg stellt in der FAZ sein Büchlein "Indignez-vous" vor, das zur Freude des Kleinverlags reißenden Absatz findet. Er plädiert darin für Gewaltverzicht nicht nur im Nahen Osten, für mehr Gleichheit und weniger Kapitalismus. (06.01.11)

Kritischer blickt Marc Zitzmann in der NZZ auf das Büchlein, dessen Gemeinplätze vage bleiben und das eher von der moralischen Autorität des Autors lebt. (08.01.11)

Nachtrag, 09.01.11: Die FAZ bespricht nochmals ausführlicher und hat einige Textauszüge aus "Indignez-vous" parat.

Nachtrag, 10.01.11: Für die FR hat Arno Widmann das Büchlein gelesen und sieht darin den französischen Gegenentwurf zu unserem Sarrazin.

Nachtrag, 12.01.11: Nun hat es auch Alex Rühle von der SZ geschafft, die 30 Seiten zu lesen und zu besprechen.

Die ewig Gestrigen

Über den Kommunismus kann man gefahrlos schreiben, solange man das richtige Parteibuch hat. Die Linke Gesine Lötsch hat die ewigen Kalten Krieger in helle Aufregung versetzt; asansörpress35 analysiert in der Freitag-Community (bzw. -Kommune) die hysterischen Reaktionen insbesondere der CSU und was hinter der Vorwärtsverteidigung der FDGO steckt. (08.01.11)


Links der Woche am 01.01.2011, 14:56 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 52/10

Das Tier sieht dich an (PDF, 234 KB)

Als wären die Fragen der Willensfreiheit, Qualia und der Körper-Geist-Verbindung nicht ungelöst genug, sattelt Ulrich Leinhos-Heinke im e-Journal Philosophie der Psychologie (Nr. 14, Juli 2010) noch einen drauf und überlegt, ob und wie die Begriffe Bewusstsein und Personalität bei Tieren vor dem Hintergrund verhaltensbiologischer Beobachtungen zu erhellen seien.

An apple a day

Wie im Nachtrag zum Titelthema des aktuellen Lichtwolf ("Essen & Trinken") erklärt Nils Minkmar in der FAZ - freilich als Nachtrag zur Festtagsvöllerei - wie sich auch bei Spitzenköchen und -politikern die Einsicht verbreitet, dass schon eine kleine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten manchen Gang zum Arzt überflüssig macht und ganz nebenbei das globale Ernährungsproblem lindern hilft. (27.12.10)

Subtraktion in die Mobilität

Friedhelm W. gibt nur einmal im Jahr Geld aus: 3.800 Euro für eine Bahncard 100, mit der er im Orkus der Deutschen Bahn von Verzehrgutscheinen für verspätete Züge lebt und Pfandflaschen sammelt, von deren Erlös er sich die Bahncard 100 fürs nächste Jahr kauft. Uwe Ebbinghaus portraitiert den "Zugnomaden" und Selbstsubtrahenten in der FAZ. (27.12.10)

Fundstellen-Fetischismus

Mit der totalen Digitalisierung ist nichts leichter geworden, als sich zu jedem Furz ein Zitat aus der Weltliteratur liefern zu lassen. Roman Bucheli überlegt in der NZZ (die diese Woche die Beschäftigung mit dem Internet nachholt), was es bedeutet, wenn Texte benutzt und nicht gelesen werden. (29.12.10)

Klugheit für jeden Tag

Arno Widmann von der FR hat Tolstois "Für alle Tage" wiedergelesen als Ausdruck der Sehnsucht nach dem einfachen Leben und der damit (scheinbar) verbundenen Klarheit über sich selbst. Das Brevier mit klugen Sentenzen für jeden Tag gibt eine schöne "vergebliche Lektüreempfehlung" zum neuen Jahr ab. (30.12.10)


Links der Woche am 25.12.2010, 14:42 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 51/10

Sind wir nicht alle Anarcho?

Der Freitag bringt einen sachkundigen Text von Suzanne Moore, die über den spätestens seit Wikileaks ubiquitären "Anarchismus" nachdenkt: "Diese komplexe Bewegung, der es im Grunde um die völlige Rückführung des Staates in die Gesellschaft geht, auf ein Schimpfwort für jemanden zu reduzieren, der irgendetwas auf einen Polizisten schmeißt, ist der blanke Hohn." (20.12.10)

Anm. d. Red.: Blöde Arschpiraten, die Poststellenmitarbeiter am Tag vor Weihnachten mit Briefbomben verstümmeln und sich selbst Anarchisten nennen, sind eine größere Schande.

Die Winterexegese 2010/11

Draußen schneit und friert es, was das globale Getriebe ins Stocken bringt und den Föjetong auf den Plan ruft, der uns erklärt, was Winter bedeutet: Im Freitag erkennt Tim Lang in gesperrten Autobahnen die Lektion, dass die moderne just-in-time-Produktion ein riskantes, ganz und gar nicht nachhaltiges Spiel ist. In eine ähnliche Kerbe schlägt Gerhard Matzig in der SZ mit seinem Räsonment über Mobilität in Zeiten ihrer Verneinung. Für Steffen Grimberg (taz) fühlt es sich im darniederliegenden Deutschland so gemütlich an wie nach dem Triumph des internatinalen Terrorismus. Das beste: Alle diese Artikel kann man nächstes Jahr bestimmt wieder bringen! (21.12.10)

"Ficken" reicht nicht mehr

Im Freitag geht es diese Woche zum Fest der Liebe um die Liebe. Der Sexualforscher Volkmar Sigusch widmet sich dem handgreiflichen Teil der Zuneigung und stellt fest, dass die sexuelle Realität der Gegenwart nicht mehr zum sexuellen Vokabular passt, das gute 100 Jahre alt ist und weder mit Geschlechterwechsel noch mit Objektliebe, One Night Stands oder Begierdefreiheit umgehen kann. (23.12.10)

Vierstündige Betriebspause der Welt

Schönes Zwischending zwischen den Weihnachtsfanatikern und den nicht minder öden Festtagsmuffeln: Der Schriftsteller Andreas Maier erklärt in der FAZ, wie sich Blaise Pascals Diktum, alles Unglück der Menschen rühre daher, nicht einfach zu Hause bleiben zu können, an Weihnachten für ein paar Stunden realisiert - und warum ihm das heilig ist. (24.12.10)

Jeden Tag Weihnachten

Er kämpft seit 1990 gegen die Bushs in der US-Regierung, war jahrelang auf Heroin, hat eine der zornigsten Stimmen im Geschäft und musste schon Konzerte abbrechen, weil das Publikum alles kurz und klein schlug: Al Jourgensen von der Industrial-Kapelle Ministry. Letztes Jahr folgte er der Aufforderung seiner Frau, ein Weihnachtslied aufzunehmen, und seine Festbotschaft ist immer wieder nötig und gut, denn: It's always christmas time in capitalism! (25.12.10)

Außerdem: Genug lichtwolf.de bis 2011

Zum gestrigen 7. Geburtstag von www.lichtwolf.de wurde eine ganze Latte neuer alter Beiträge aus vergangenen Ausgaben ins Netz gewuchtet. Könnte man auch mal lesen.


Links der Woche am 18.12.2010, 14:39 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 50/10

Der Aufstand kommt und kommt

Gleich sechs Autoren besprechen in Glanz & Elend "Der kommende Aufstand" (siehe LdW 47/10), und zwar: Thomas Hummitzsch, Gregor Keuschnig, Rudolf Maresch, Goedart Palm, Jürgen Nielsen-Sikora und Wolfram Schütte. Der Mann kennt die Vorgängertexte des Manifests, weiß, was aus ihnen und ihren Lesern irgendwann doch geworden ist, und schließt sehr schön: "Man wird danach in der Regel skeptisch, aber man muss darob nicht zynisch werden." (13.12.10)

Nachtrag, 30.01.11: Jörg Fuchs versucht im TITEL-Magazin, "Der kommende Aufstand" vorurteilsfrei zu besprechen und sieht den Text in der Tradition von Trainspotting und Fight Club.

Gottes Werk und Trolls Beitrag

Im Freitag überlegt Georges Monbiot, wie viele Trolle, die im Internet Diskussionen ruinieren, wohl genau dafür bezahlt werden. AstroTurfing nennt sich der Spaß, benannt nach einem Kunstrasen: Dabei wird mit unzähligen Pseudonymen eine Graswurzelbewegung vorgetäuscht, deren Getrolle "rein zufällig" im Interesse von Unternehmen oder politischen Extremen steht. (15.12.10)

Phänomenologie des Körpers

Die OpenAccess-Zeitschrift "Internationale Zeitschrift für Philosophie und Psychosomatik" hat ihre dritte Ausgabe veröffentlicht. Unter dem Heftschwerpunkt "Kultkörper und Körperkult" (wie es sich für kreative Akademiker gehört in einer Epanodos formuliert) erfahren wir einiges über die "phänomenologische Ontologie normaler Körpererfahrung", High Heels und Self Design. (15.12.10)

Neu-Römische Dekadenz

In Italien hat die Politik nichts mehr mit dem Gemeinwohl, nur noch mit persönlicher Bereicherung zu tun. Peter Michalzik erinnert in der FR daran, dass Italien oft eine Vorreiterrolle in Europa innehatte und die Zeichen eines Verfalls des Politischen, wie er den Stiefel prägt, auch in Deutschland bereits erkennbar sind. (16.12.10)

Die Welt als Pizzabude und Hotel

Frankfurt füllt Beton in die einstigen Wohnstätten Schopenhauers, zeitgleich stellt das Frankfurter Institut für Stadtgeschichte Mobiliar und weitere Fundstücke des griesgrämigen Einwohners aus. In der FAZ bespricht Dieter Bartetzko die Schau und was aus Schopenhauers Butze geworden ist. (16.12.10)

Krieg im Netz

In "Blätter für deutsche und internationale Politik" stellt Seymour M. Hersh ausführlich die US-amerikanischen Erfahrungen und Zukunftspläne mit elektronischer Kriegsführung vor. So nahm im Mai 2010 das U.S. Cyber Command seine Arbeit auf, um das sich bereits ein militärisch-kybernetischer Komplex bildet. (17.12.10)

Das Beste fürs Kind

Eltern wollen (meist) nur das Beste für ihr Kind und finden, ihr Kind sei sowieso das Beste. Elmar Krekeler hat für die Berliner Morgenpost das Buch "Sie meinten's herzlich gut. Berühmte Leute und ihre schrecklichen Eltern." von Jörg Zittlau gelesen und gibt hilfreiche Tipps, wie man aus Kindern durch Vernachlässigung und Terror große Philosophen und Staatslenker macht. (18.12.10)


Links der Woche am 11.12.2010, 17:34 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 49/10

Cypher-Anarchismus

Anfang der Woche stellte sich der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Julian Assange der britische Polizei. In der SZ spürt Niklas Hofmann dem Weltbild des Wikileaks-Gründers nach, worin alter Anarchismus auf die neue Welt des Informationszeitalters trifft. Via @theorieblog: Wer es ausführlicher zur politischen Ideologie Assanges mag, der lese bei Peter Ludlow nach. (02.12.10)

Nur ein Spiel?

Gute Schachspieler können sich der Ehrfurcht des Laien sicher sein. Ulf von Rauchhaupt räsoniert in der FAZ, ob es sich beim Schach um eine Wissenschaft oder - angesichts der unzähligen Kombinationsmöglichkeiten - gar um ein Universum für sich handelt, das auch von den leistungsfähigsten Computer noch nicht völlig erschlossen ist. (07.12.10)

Die Zukunft unter Wasser

In Cancun stieg dieser Tage ein Weltklimagipfel, bei dem mehr denn je von Anfang an klar war, dass dabei lediglich CO2-Emissionen durch anreisende Delegationen herauskommen würden. Der Künstler Jason deCaires Taylor hat seine Sicht auf den Klimawandel in Zement gegossen und im Meer versenkt, die SZ bietet eine eindrucksvolle Bilderstrecke. (08.12.10)

Statistiker mit "zu viel" Zeit

In seinem Blog "Wahrheit über Wahrheit" stellt Thomas ein einfaches, aber effektives Verfahren vor, dass er sich ausgedacht hat, um zu ermitteln, ob ein Begriff oder eine Person wie z.B. "Sarrazin" übermäßig in den Medien vorkommt, also häufiger, als es ihrer tatsächlichen Bedeutung angemessen wäre. (09.12.10)


Links der Woche am 04.12.2010, 14:32 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 48/10

Eine SMS ist eine Flaschenpost

In der NZZ berichtet Navid Kermani lang und ausführlich über sein heimatliches Viertel, um sich sodann Gedanken zu machen über die unbekannten Leben, die ihre Spuren auf seinem Gebrauchthandy hinterlassen haben, und was die Leute aus den ungelöschten SMS wohl heute treiben. (29.11.10)

Bei den Höhlenbewohnern

Am 18. November war der "Tag der Philosophie", dessen Zentralveranstaltung die UNESCO nach weltweiten Protesten doch nicht in Teheran abhielt. (Siehe LdW 46/10) Der dortige Kongress fand dennoch statt und der Marburger Emeritus Reinhard Brandt gehörte zu den wenigen westlichen Philosophen, die trotz alledem der iranischen Einladung folgten. In der FAZ erzählt er, wie es in der Islamischen Republik war. (30.11.10)

Im vergitterten Darkroom

Zu seinem 110. Todestag erhält Oscar Wilde in Glanz & Elend ein sehr schönes Portrait aus der Feder von Jürgen Seul. Ganz klassisch wird dabei das Leben des Schriftstellers nachgezeichnet bis hin zur Anklage und Verurteilung wegen Unzucht und der Aufarbeitung des Künstlerprozesses. (30.11.10; die Kollegen sind am Donnerstag gehackt worden, so kann es auf der inzwischen reparierten Seite evtl. noch zu Warnmeldungen kommen.)

MINT-Witze

Sebastian Reusch versammelt in den Brainlogs zahlreiche Witze über Physiker, Ingenieure, Computerleute und Mathematiker, also im weiten Sinne Logiker, also im weitesten Sinne Philosophen. (01.12.10)

Philo fürs Ohr

via @fxneumann: Eine Gruppe am Institut für Philosophie der Universität Wien hat seit dem Jahr 2000 online diverse Vorlesungen, Symposien und Einzelvorträge im MP3-Format gesammelt und streamt das Zeug via Internet und on Demand; ganz frisch: "Cyberplatonismus". (01.12.10)

Der Rest

Außerdem: Beim ORF kann man sich anhören, warum Ernst Bloch noch aktuell ist. Haben Sie gewusst, dass Restauranttester Rach aus der Glotze eigentlich "Philosoph" werden wollte? Vielleicht hätte ihn das interessiert: Philosophie der Pornographie.


Links der Woche am 27.11.2010, 11:43 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 47/10

Thema der Woche: Die Debatte um "Der kommende Aufstand"

Es adelt einen Text, wenn Glenn Beck (FOX News) darüber meint: "Dies ist möglicherweise das Böseste, was ich jemals gelesen habe." Zum Erscheinen der damit beworbenen deutschen Ausgabe des Manifests "Der kommende Aufstand" in der Edition Nautilus ist im Föjetong eine Debatte mit seltsam verkehrten Vorzeichen ausgebrochen: Nach den Besprechungen der FAZ und SZ kam von der taz der Vorwurf, die großen alten Tanten würden den Terrorismus befürworten und das Manifest selbst sei kryptofaschistisch. FAZ und SZ legten alsbald nach.

FAZ, 08.11.10 Nils Minkmar erklärt den Aufruf und die Anleitung zu Subtraktion statt Subversion mit einer Spur von Anerkennung und einem zielgruppenaffinen Tadel zum Schluss.

SZ, 11.11.10 Alex Rühle liest das Manifest als Ausdruck des diffusen Unbehagens in der spätkapitalistischen Zivilisation und findet, es treffe einen Nerv.

taz, 23.11.10: Johannes Thumfart zeigt sich fassungslos über die wohlwollende Aufnahme des Manifests bei FAZ und SZ, erkennt er darin doch die antimodernen Handschriften von Carl Schmitt und Martin Heidegger.

´SZ, 25.11.10: Marc Felix Serrao findet das Manifest bzw. seine Autoren und Anhänger so wenig rechts oder links wie den Joker aus Batman. Es ist schließlich spätkapitalistischer (oder jüngerscher) Nihilismus, der da (noch lediglich) spricht.

FAZ, 26.11.10: Jürgen Kaube resümiert das Manifest als weniger rechtes denn jugendliches (und gerechtfertigtes) Protestschreiben, das allerdings unbedacht auf Somalia als Ideal zielt.

taz, 26.11.10: Andreas Fanizadeh legt nach und erkennt zumindest in der Reaktion der FAZ ein Gegensteuern; viele jedoch übersähen noch immer die rechtsradikalen Elemente des defätistischen Manifests.

Nachtrag, 30.01.11: Weitere Besprechungen von "Der kommende Aufstand" gab es in der 50. Kalenderwoche 2010.


Weitere Links der Woche

Grüner Klassenkampf

Goedart Palm stellt in Glanz & Elend schlagwortreich "Die Monkey Wrench Gang" von Edward Abbey (illustriert von Robert Crumb) vor. Ausführlich bedacht werden dabei die literarischen und philosophischen Hintergründe und Aporien des Ökoterrorismus. Dazu empfehlen die Kollegen die Lektüre von "From Herbert Marcuse to the Earth Liberation Front: Considerations for Revolutionary Ecopedagogy" (PDF). Ein Gewinnspiel zum Buch gibt es auch! (21.11.10)

Schön ja, aber warum?

Mit Kunst verhält es sich fast so wie mit der Zeit: Wir wissen, was das ist, solange uns keiner danach fragt. Elmar Diederichs denkt in den Brainlogs über unseren intuitiven Zugang zu Ästhetik und Geschmacksurteilen nach. (21.11.10)

Holldrio im Menschenzoo

Blogger wwalkie hat Grégoire Chamayous bislang nur auf Französisch vorliegendes Buch "Les chasses à l'homme. Histoire et philosophie du pouvoir cynégétique" (Paris 2010) gelesen. Beim Freitag gibt er einen Einblick in die Geschichte der Menschenjagd und den Wandel ihrer Formen und Rechtfertigungen. (21.11.10)

Moralisches Gewicht und finanzielle Macht

Nicht nur Karstadt-Mitarbeiter sehen in ihm einen Heiligen: Ist Nicolas Berggruen ein philanthropischer Investor neuen Typs, der sich in seinem Handeln von existentialistischer Lektüre leiten lässt? Im FAZ-Interview gibt er Auskunft, wie er mit politischer Philosophie das bankrotte Kalifornien retten will. (22.11.10)

Der Balkan ist überall

Andreas Ernst unterhält sich für die NZZ mit Slavoj Žižek u.a. über den krisengeschüttelten Balkan, dessen einzige Rettung - trotz beidseitiger Enttäuschung - die EU wäre. Nebenbei zeigt sich, dass man sich als Linker neuerdings immer öfter auf Seiten des Staates wiederfindet. (22.11.10)


Links der Woche am 20.11.2010, 18:38 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 46/10

Wessis beim Elternabend

Der Leipziger Holger Witzel regt sich im Stern gekonnt über westdeutsche Neubürger auf, die sich beim Ost-Elternabend aufspielen. Heraus kommt dabei eine Polemik, die sich auch als Apologie des Schulhof-Mobbings lesen lässt und bestimmt böse Leserbriefe gibt. (14.11.10)

Früher war alles besser

Es war einmal ein Deutschland, fein säuberlich geteilt und als Schlachtfeld des finalen Weltkriegs auserkoren, weshalb man sich gerade im Westen zusammenriss und artig um die Produktion kümmerte. 20 Jahre nach dem Fall der Mauer diagnostiziert Eric Gujer in der NZZ die Virulenz der Westalgie. (17.11.10)

Deine Wahrheit, meine Wahrheit

Nach internationalen Protesten hat die Unesco kurzfristig den Welttag der Philosophie nicht komplett abgesagt, aber zumindest den zentralen Kongress nicht in Teheran abgehalten. Richard Herzinger konstatiert in der WELT der Unesco eine verdiente Blamage zur Strafe für ihren unspringerhaften Kulturalismuswahn. (18.11.10)

Weder ja, noch nein, und schon gar nicht jein

Uwe Justus Wenzel dagegen sinniert in der NZZ zunächst über die ewige Wiederkehr der Welttage und kommt mit reichlich Hegel zu dem Schluss, dass sich die Philosophie an ihrem Festtag als (1) preiswert, (2) diplomatisch und (3) nicht bedingungslos neutral erwies. (18.11.10)

Denk mal wieder schöner (PDF)

Carmen Cosma überlegt in "Cultura. International Journal of Philosophy of Culture and Axiology" 13/10, wie sich inmitten der ökologischen und ökonomischen Krise die moralische Gesundheit erhalten lässt: Mit der Wiederbelebung der altgriechischen Tugend der Sophrosyne.


Links der Woche am 13.11.2010, 14:56 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 45/10

Der lange Winter der Ordnung

Seit fünf Jahren flottiert im Netz das neoanarchistische Manifest "Der kommende Aufstand". Nils Minkmar erklärt in der FAZ den Aufruf und die Anleitung zu Subtraktion statt Subversion mit einer Spur von Anerkennung und einem zielgruppenaffinen Tadel zum Schluss. (08.11.10)

Alles kann, nichts muss

Wenn eine Petition mit über 50.000 Unterzeichnern in den Bundestag eingebracht wird, tut sich was: Tim Strohschneider berichtet im Freitag über die auf diesem Weg wiederbelebte parteipolitische Debatte um die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (siehe dazu auch das Interview mit Daniel Häni aus Lichtwolf Nr. 27). (09.11.10)

Die ewige Hutschnur

DanielW liefert im Freitag eine Phänomenologie der Ressentiment-Bewegungen von Antifeminismus bis Sarrazin, die so genau ist, dass man sie glatt als Anleitung zur Bildung einer deutschen Tea-Party-Bewegung lesen könnte; wäre man nicht so sehr damit beschäftigt, auch an sich selbst die immergleichen Argumentationsmuster und Fühlstrukturen wiederzuerkennen. (10.11.10)

Die zweifellose Philosophie

Am 18. November steigt der alljährlich von der UNESCO ausgerufene Tag der Philosophie (siehe auch diesen Text zum Tag der Philosophie 2008). Dieses Jahr wird er ausgerechnet in Ahmadineschads Iran begangen. Alessandro Topa berichtet in der NZZ über die Situation der Geisteswissenschaften, insbesondere der Philosophie nach dem Wahlbetrug von 2009. (12.11.10)

Happy Birthday, ihr Herzgebährenden!

Zum 100. Geburtstag des literarischen Expressionismus portraitiert Silvio Vietta in der NZZ den geistigen Soundtrack zu fin de siècle, Weltkrieg I und Revolution. Krebsbarracken, Globalverwirrung und eiterndes Bürgertum - Zeit wär's für eine Neuauflage! (13.11.10)


Links der Woche am 06.11.2010, 16:19 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 44/10

It's a lifestyle, not a crime!

Als wäre unsere Auflage nicht schon bedrängt genug: Julia Gerlach stellt in der Berliner Zeitung das neue Produkt des Verlegers Osama bin Laden vor, "Inspire". Die Mitgliederzeitschrift von al Kaida erinnert an die Bunte, nur geht es bei den home stories zu Terroristen nach Hause und der Serviceteil ("Opensource-Jihad") behandelt das Bombenbauen in Muttis Küche. (01.11.10)

res drogitans

via @fxneumann: Im taz-Blog gibt Hans Cousto zunächst einen Einblick in die Etymologie des Begriffs "Substanz" und den schmalen Grad der Häresie, auf dem im Mittelalter jeder wandelte, der sich damit beschäftigt. Er denkt sodann über den neuesten Trend der Drogenpolitik nach. (01.11.10)

Objektiv abgesegnete Subjektivität

Ben Goldacre wundert sich im Freitag über einen BBC-Bericht, der sich mit Libidoproblemen beschäftigt und dabei einen neurologisch aufgepeppten cartesischen Dualismus wie eine Selbstverständlichkeit behandelt. Viel ärgerlicher aber ist die mediale Tendenz, Qualia nur noch dann als real gelten zu lassen, wenn die MRT ihnen dieses Gütesiegel verpasst hat. (01.11.10)

"Post"demokratie im Wahrsten

Das TITEL-Magazin veröffentlicht einige Essays aus einem kommenden Sammelband über Facebook. In dieser Woche gibt es den Aufsatz von Lino Wirag, der kunstvoll name-droppend eine "Poetologie des Postings" (und dieses als ästhetisches Wirkungsquantum) entfaltet. Adorno, Semiotik, die ganzen Franzosen - es ist einfach alles drin! (01.11.10)

Von Farben sprechen

In der FR bespricht Stefana Sabin das neue Buch von Guy Deutscher, worin er der Frage nachgeht, ob die Sprache universal ist und sich nur in der Welt spiegelt (Chomsky) oder ob eine Sprache das Denken ihrer Sprecher determiniert (Sapir-Whorf). (03.11.10)



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