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Links der Woche

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Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 19.03.2011, 14:46 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 11/11

I'm worse at what I do best

Der Physiker Josef Honerkamp hat das Buch "Neurowissenschaft und Philosophie" gelesen. Darin diskutiert der Neurowissenschaftler Maxwell Bennett mit drei Philosophen (u.a. Peter Hacker), ob und wie die Philosophie mit ihrer Begriffsklärungsexpertise für die harten empirischen Wissenschaften von Nutzen sein könnte. Der lesende Physiker findet, die Philosophen sollten sich mal lieber auf ihren eigenen Sandkasten beschränken. (13.03.11)

Philosophinnen und ihre Macker

In der WELT bespricht Mara Delius das Buch "Die intellektuelle Ehe. Der Plan vom Leben als Paar." von Hannelore Schlaffer, in dem den Intimbeziehungen von Intellektuellen des 19. und 20. Jahrhunderts nachgegangen wird, und erklärt, was das Faszinosum von Paaren ausmacht, die aus unbedingten Denkern bestehen. Auch gut: Die 13-teilige Klickstrecke "Philosophen machen Ferien", mit der Sie sich bitte auf die Sommerausgabe des Lichtwolf mit dem Titelthema "Urlaub" vorbereiten. (15.03.11)

Can't spell "function" without "fun"

Der werdende Computerlinguist Jonathan Oberländer erklärt in einem Gastbeitrag bei den Scilogs die "Skriptopposition" als Funktionsprinzip von Witzen, das noch dazu (vielleicht) maschinell reproduzierbar ist und Google eines Tages (hoffentlich) in die Lage versetzen könnte, zu jeder Suchanfrage einen Witz zu generieren. Tittenhitler. (16.03.11)

Der Einzige und seine Trauer

Andrea Köhler hat in der NZZ zweierlei zu vermelden: Die American Psychiatric Association erwägt, die narzisstische Persönlichkeitsstörung aus ihrem Diagnosehandbuch zu streichen; und Bücher über den Tod eines geliebten Menschen sind gerade angesagt. Der Zusammenhang ist mindestens Lesern dieses Buchs (Google Books) bekannt; ansonsten: Trauer ist absolut und autonom im wahrsten Sinne. (19.03.11)

Atomgetriebene Taschenlampen

Über Japan, Kernkraft und Godzilla gibt es derzeit mehr als genug zu lesen, da lohnt der Blick zurück an den Anfang des Atomzeitalters. Gleichfalls in der NZZ finden wir einen ideengeschichtlichen Abriss von Bernd Flessner über den naiven Nuklearoptimismus der 50er und 60er Jahre. (19.03.11)


Links der Woche am 12.03.2011, 19:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 10/11

Immer die anderen

Das nützt den Japanern gerade nichts, könnte aber erhellend sein für diejenigen, die auf der anderen Seite der Welt an der Katastrophe via Live-Ticker teilnehmen: Der Vortrag von Andrea Esser beschäftigt sich unter dem Titel "Übrigens sterben immer die Anderen" mit dem Tod als Problem der praktischen Philosophie. (06.03.11)

Godzilla vs. King Kong in Bad Bellingen

Die FR bringt ein "Dramolett" von Otto A. Böhmer, in dem sich Martin Heidegger fiktiverweise zu Theodor W. Adorno an den Tisch setzt (unter der falschen Prämisse, sie hätten einander nicht gekannt). Die zwei machen einen Abstrich von Raum und Zeit, mampfen Hubertustopf und gemischten Salat, hauen einander den Jargon um die Ohren und der Leser sollte bei der Lektüre mal lieber seinen Philosophieduden aufgeschlagen neben sich haben! (06.03.11)

No Lebensrisiko, no fun

Womöglich anlässlich der "närrischen Zeit" (würg) plädiert der Wiener Philosoph Robert Pfaller in der FAZ dafür, auch beim Maßhalten etwas maßzuhalten. Denn staatlicher Paternalismus und ökonomische Selbstoptimierung treiben der lebensweltlichen Vernunft den Spaß am Leben aus, der - so wird mit vielen Stoikern im Gepäck argumentiert - von der gelegentlichen vernünftigen Selbstbeschränkung der Vernunft ermöglicht wird. (07.03.11)

Besser geht immer

Der Druck nimmt zu: Jede ausgeschlagene Option der Selbstoptimierung gewährt der weniger zimperlichen Konkurrenz einen Vorteil - und Konkurrenz herrscht überall und um alles: Arbeitsplätze, Liebespartner, Versicherungsprämien, Kindergarten- und Grabplätze. Melanie Mühls Gedanken in der FAZ gehen vom Trend zum Zweitlifting aus, um den lebensweltlichen Opportunismus bis hin zur strategischen Abtreibung zu behandeln. (08.03.11)

Prost!

Peter Richter meditiert - womöglich auch wegen Fasnet - übers Saufen (und sei es auf Weingütern). Dazu gibt es historische Anekdoten über die innerdeutsche Schnapsdiplomatie der Neuzeit ("Man muß sich, so deuten es manche Historiker an, das Abendland bis ins 18. Jahrhundert als durchgängig und flächendeckend angeschickert vorstellen."), phänomenologische Betrachtungen über Bierflaschen und die soziale Aporie des Trinkens oder Nicht-Trinkens sowie düstere Zukunftsaussichten. Obacht, hier macht die FAZ plötzlich doch wieder alte Rechtschreibung, weil es sich um einen Auszug aus dem Buch "Über das Trinken" (Goldmann, 2011 - respect!) handelt! (08.03.11)

Unsere härteste Konkurrenz

Seit 15 Jahren gibt es den SuKuLTuR-Verlag und er hat viel erlebt und erreicht: Seine kleinen gelben Büchlein werden in Süßigkeiten-Automaten verkauft und letztes Jahr hat ein junges Ding ihren hochgelobten Debüt-Roman insbesondere bei Airen, einem der Autoren von SuKuLTuR, abgeschrieben. Nun bewirbt sich der Verlag um den Victor-Otto-Stomps-Preis der Stadt Mainz 2011 und der Lichtwolf sieht bei solcher Konkurrenz seine Chancen auf den Preis schwinden. (12.03.11)

Leichen treppauf

Es rumort nebenan: Offenbar hat Michael Helming ein neues Buch in der Mache, das am 1. April im catware.net Verlag erscheint, der auch den Lichtwolf vertreibt. Näheres weiß man wohl, aber es wird noch nichts verraten. Das Cover des Büchleins kann man sich schon angucken und in Vorfreude schwelgen. Mehr in einer Woche nach Erscheinen von Lichtwolf Nr. 33 ("Monster")!


Links der Woche am 05.03.2011, 15:15 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 09/11

Elder anti-statesmen über Arabien

Im Freitag blicken die als Revolutionstheoretiker titulierten alten Herren Michael Hardt und Antonio Negri auf die jugendliche Multitude in Tunesien, Ägypten und Libyen. Deren gegenwärtige Revolten könnten Nordafrika zum neuen politischen Experimentierfeld und Selbstfindungsorkus machen. (27.02.11)

Lesen macht dumm und gewalttätig

Die FR berichtet über das Vorgehen der Berliner Staatsanwaltschaft gegen die linken Buchläden Schwarze Risse, Infoladen M99 und OH21. Dort gab es die Zeitschrift "Interim" zu kaufen, für deren straffähige Inhalte die Buchhändler belangt werden sollen - ein bislang einmaliger Vorgang, der die bisherige Rechtsprechung auf den Kopf stellt. (28.02.11)

Die Banalität des Blöden

Nachdem die FAZ kürzlich Heidi Klum sehr schön als deutsche Schäferhündin portraitiert hat, packt die taz anlässlich der neuen Staffel von "Germany's Next Top Model" Hannah Arendt aus und analysiert das totalitäre System hinter den medialen Verführungs- und Unterwerfungsritualen. (02.03.11)

Schöner wohnen mit Wittgenstein

Die NZZ hat sich das von Ludwig Wittgenstein für seine Schwester entworfene Haus in Wien angesehen. Die Architektin Gabriele Reiterer beschreibt den im Geiste des Tractatus errichteten Bau und seine sprachphilosophische Geschichte. (05.03.11)

Leihen und herrschen

In dieser Woche wurde Muhammed Yunus, der für seine Erfindung der Mikrokredite 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, unter fadenscheinigem Vorwand als Direktor der von ihm gegründeten Bank abgesetzt. Die Blätter für deutsche und internationale Politik beschäftigen sich mit den Mikrokrediten, die zunächst als Wundermittel gegen Armut und Arbeitslosigkeit gepriesen wurden, tatsächlich jedoch beide zu fördern scheinen und vor allem nur die Falschen reich machen.


Links der Woche am 26.02.2011, 14:01 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 08/11

Arm aber frei

Die taz hat in der Bunten, die hier niemals einen Link kriegen würde, den 30-jährigen Sohn von Thilo Sarrazin entdeckt, der es gar nicht schlecht findet, arbeitslos zu sein; wenigstens habe er dann seine Freiheit. Bei den Eltern und deren schnelldrehenden Äußerungen über das untere Fünftel der Gesellschaft kann man sich allerdings denken, dass er es seelisch noch etwas schwerer hat als als viele andere, die von Hartz IV im Plattenbau leben müssen. (24.02.11)

Anti-Sarrazene

Die Schriftstellerin Hilal Sezgin hat vor einer Weile der Großstadt den Rücken gekehrt und lebt seither zusammen mit Tieren in der Lüneburger Heide. (In der FR beschickt sie vom Land aus die sehr schöne Kolumne "Unter Tieren", die gerade im Buch "Landleben" mündete.) Man kann also ihrem Wahrheitssinn vertrauen und sich beim Deutschlandfunk über das von Sezgin herausgegebene Buch informieren, mit dem sie auf Sarrazin reagiert: Als Muslim wird man nicht geboren, man wird dazu gemacht. (24.02.11)

Riecht nur komisch

Vor einigen Monaten verkündete Stephen Hawking in seinem neuen Buch den Tod der Philosophie, die es verschlafen hätte, sich - wie Hawking mit seinem Grand Design - um ein holistisches Weltkonzept zu bemühen. Steven Hedley setzt in "Philosopher's Eye" zu einer Verteidigung der Epistemologie an und verweist auf die Replik, die Christopher Norris an Hawkings Adresse gesandt hat. (24.02.11)

Philonline

via @AnotherRerun: Wie jeden Freitag Abend gab es auf WDR5 das "philosophische Radio", im Studio war Martin Warnke und das Thema diesmal: Philosophie und/im Internet. Diese Folge (wie auch alle anderen) kann man nachören; via Internet. (25.02.11)

Digitales Leben danach

Die taz macht sich zum Wochenende Gedanken über das Leben nach dem Tod, genauer: Was wird aus unseren diversen Online-Accounts und Internet-Ablegern, wenn das stoffliche Anhängsel der Inputmaschine unter die Erde gekrabbelt ist? Den ganzen Artikel gibt es in der gedruckten sonntaz zu lesen. (26.02.11)

Die poetische Art, Geld zu vernichten

Nicht nur Banken können prima Kapital vernichten; genauso gut geht das mit dem Verlegen von Lyrik. In der NZZ stellt Michael Braun die innovativen Modelle vor, mit denen die Verlage Roughbooks und luxbooks ohne Mäzene und Preis-Hopping Gedichte unters Volk bringen wollen. (26.02.11)


Links der Woche am 19.02.2011, 14:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 07/11

Adorno ab Do. im Angebot

Die FR bringt einen kurzen Auszug aus der Zeitschrift Mittelweg 36, in deren aktueller Ausgabe Wolfgang Kraushaar über einen Anschlag auf die Literaturwelt berichtet. Auf der Buchmesse 1981 zirkulierten Flyer, mit denen das vermeintliche neue Joint Venture von Suhrkamp und ALDI beworben wurde: In der "edition sual" sollten sich Titel finden wie Adornos "Temperaturen. Studien zur Physiognomik der Feinbackkunst" für gut 11 Mark. (13.02.11)

Was der Arbeiter und Soldat rät

Der Krieg war die große Leerstelle im bundesrepublikanischen Bewusstsein: allgegenwärtig im Verschwiegenen. Der Nachgeborene Jürgen Nielsen-Sikora erklärt in Glanz & Elend den Erfolg von Ernst Jünger mit dem Kampf, der in Stil und Gehalt das Werk Jüngers prägt und an das Scham- und Schuldtabu "Krieg" rührte. Mit Blick auf die aktuelle Jünger-Rezeption geht der Aufsatz der Frage nach, was vom Arbeiter und Soldaten heute noch übrig ist. (16.02.11)

Das kann sich jeder leisten

Die "Blätter für deutsche und internationale Politik" "feiern" fünf Jahre Hartz IV. Aus diesem Anlass gibt es 14 Blätter-Beiträge für 0 Euro zum Lesen. Diverse Analysen von Verfassungsgerichtsurteilen, fußnotensatte Überlegungen zur Bezahlbarkeit von Menschenwürde sowie zu Armenspeisung und Kinderarmut, außerdem plädiert Katja Kipping für ein Grundeinkommen.

Titel? Haben!

Immer neue Fundstellen von plagiierten Textstellen legen nahe, dass des Verteidigungsministers Doktorarbeit zum "Axolotl Roadkill" 2011 wird. Unter dem ganzen leidlichen Geläster zum Thema sticht Tobias Fabingers Artikel positiv heraus. Nicht allein, weil er im "Magazin für studierende Arbeiterkinder" hochgeladen steht; vielmehr kommt er ohne Sarkasmus auf den ohnehin zum Lifestyle-Accessoire heruntergekommenen Doktortitel zu sprechen. (17.02.11)

Die Welt als Versuch und Irrtum

Seit geraumer Zeit veröffentlicht der emeritierte Biochemiker Gottfried Schatz in der NZZ schöne Stücke über das Leben und die Welt. In seinem jüngsten Beitrag beschreibt er die Bedeutung des Zufalls, der immer wieder in ein ökologisches Gleichgewicht einbricht und ein fröhliches Gebastel und Gestümper in Gang setzt, dem wir Artenvielfalt und Umweltanpassung verdanken. (17.02.11)

Doch eine Wissenschaft!?

Die Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft" eröffnet mit ihrer aktuellen März-Ausgabe [sic!] eine bis August ausgelegte Reihe namens "Die größten Rätsel der Philosophie". Das ist natürlich doppelt hochgestapelt: Erstens sind sämtliche Rätsel der Philosophie gleich groß. Zweitens handelt es sich nur um ein aus der ZEIT bekanntes Artikel-Schaulaufen der üblichen Verdächtigen (Newen, Pauen, Nida-Rümelin usf.) (19.02.11)


Links der Woche am 12.02.2011, 14:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 06/11

Unlesbarer Superkult

Wolfram Schütte hat das Risiko, sich an der Neuausgabe von Arno Schmidts "Zettel's Traum" einen Bruch zu heben nicht gescheut. Nun fragt er sich in Glanz & Elend jedoch, was es mit dem Mythos dieses Überbuchs auf sich hat, ob und wer es überhaupt ganz zu lesen geschweige denn zu besprechen wagt und warum sich die Herausgeber Friedrich Forssman und Günter Jürgensmeier diese Mühe mit dem erratischen Typoskript gemacht haben. (06.02.11)

Deutsche Schäferhündin

Die Anforderungen, die ein zünftiges Heidi-Klum-Bashing an Mut und Beobachtungsgabe stellen, sind überschaubar. Niklas Maak gelingt in der FAZ jedoch ein sehr kunstvolles Portrait der germanischen Richtgöttin, die in der Glotze allerhand eisige Prinzipien mit falschem Mienenspiel und groteskem Erfolg vorlebt. (06.02.11)

Von Reform zu Reform zu Reform

In der Schweiz wird mit zunehmendem Stirnrunzeln auf die Deutschen geblickt, die sich massenhaft an eidgenössischen Universitäten - als Professoren, Assis und Studenten - breitmachen. Der Historiker Caspar Hirschi legt in der NZZ Zahlen vor und erklärt, wie und warum die Schweizer Uni-Landschaft von der deutschen Reformeritis profitiert, aber zugleich auch immer mehr auf den brain gain angewiesen ist. (07.02.11)

Der eindimensionale Agent

Nach den Enttarnungen von Polizeispitzeln in Reihen linker Kreise mal was anderes: die nicht mehr ganz neue Frage, ob Herbert Marcuse für die CIA gearbeitet hat. Soziologe Detlev Claussen bespricht in der taz die Doktorarbeit "Krieger und Gelehrte. Herbert Marcuse und die Denksysteme im Kalten Krieg" von Tim B. Müller, der dem Fall in den Archiven nachspürte. (08.02.11)

Frei wie die Fliegen

Im Gespräch mit der SZ stellt der Zoologe Björn Brembs die jüngsten Ergebnisse der Fruchtfliegenforschung vor. Das evolutionär nicht unvorteilhafte Verhalten der kleine Viecher könnte quantenmechanischen und thermischen Effekten entspringen, die der instinktiven Reaktion zufällige Alternativen an die Seite stellen. Das spricht in seinen Augen sehr deutlich für die Willensfreiheit der Insekten; warum sollte sie uns also abgehen? (10.02.11)

Geistiger Gewichtheber

Die Financial Times Deutschland unterhält sich anlässlich seines kommenden 50. Geburtstags mit dem abstinenten Muskelprotz Henry Rollins, der immer noch voller Zorn und dabei alles andere als blöd ist. Musik macht der gute Mann längst nicht mehr, sondern einen Verlag, Bücher, Spoken-Word-Auftritte und Urlaubsreisen nach Nordkorea. (11.02.11)


Links der Woche am 05.02.2011, 14:59 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 05/11

Der Zusammenhalt der Welt

Biologisten schließen besonders gern vom Sein aufs Sollen, wenn sie im evolutionären Kampf die moralische Rechtfertigung dafür entdecken, ein Arschloch zu sein. Im Gespräch mit Robin McKie klärt der Primatenforscher Frans de Waal auf, wie falsch dieser Schluss ist: Wenn man schon mit survival of the fittest argumentieren will, dann für die Empathie, die mehr für das Überleben von Spezies getan hat als der Kampf aller gegen alle. (31.01.11)

Am Spitzelwesen genesen

Vor einer Weile sind deutsche und britische Polizeispitzel aufgeflogen, die sich über lange Zeit in linken Kreisen bewegten und dort intensive persönliche Beziehungen aufbauten (siehe LdW 01/11 und 02/11). Tom Strohschneider rekapituliert im Freitag die Berichterstattung über die Fälle, in denen er ein Symptom eines verdeckt wuchernden Polizeiapparats sieht (31.01.11)

Irgendwas mit P und vier Beinen

Was es alles gibt: Die FR portraitiert die im hessischen Griesheim lebende und arbeitende Hunde-Philosophin Miriam Arndt-Gabriel, die sogar ein Diplom hat, allerdings in Hunde-Psychologie. (31.01.11)

Je gedruckter, desto schöner

Der Name Roland Reuss lässt in der deutschsprachigen Blogosphäre die Alarmglocken schrillen: Das ist doch der fiese Germanist, der mit seinem Heidelberger Appell das freie Internet zugunsten der gierigen Wortverwerter abschaffen wollte! In der NZZ erklärt er mit Paul Valéry, was die jahrhundertealte Kunst der Typographie für das verstehende Lesen leistet und warum das Internet so hässlich ist. (03.02.11)

Anything goes - to shits

Das alte Leid: Wenn alles möglich ist, ist nichts mehr möglich. Tomasz Kurianowicz blickt in der NZZ auf das Paradoxon, dass wir heute freier und besser leben als jede andere Generation vor uns oder anderswo auf der Welt - und dass wir trotzdem (oder deswegen) latent bis akut unglücklich sind mit unserem totalen Glück. (04.02.11)

Des Kaisers neues Gelaber

Der vorbildlich gegen Rechts engagierte SPD-Politiker und T-Shirt-Verkäufer Mathias Brodkorb hat Rolf Zimmermanns Buch "Philosophie nach Auschwitz" gelesen und darin ein Prachtexemplar der akademischen Schwurbelei entdeckt, die abwechselnd triviale und groteske, durchgehend jedoch sprachlich verstellte Schlüsse zieht - was beim Thema Holocaust besonders ärgerlich ist. (05.02.11)

Man stirbt, ich nicht.

Und noch eine schöne Rezension: Jürgen Nielsen-Sikora hat für Glanz & Elend die Neuausgabe des lange vergriffenen Buchs "Die Erfahrung des Todes" von Paul-Ludwig Landsberg besprochen, dessen Philosophie sich zwischen Hoffnung und Verzweiflung aufspannt. (05.02.11)


Links der Woche am 29.01.2011, 15:54 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 04/11

Mit dem Ende der Welt anfangen: Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 (MP3)

Die sonntägliche Reihe "Essay und Diskurs" hat das neue Jahr ordentlich begonnen - mit einer dreiteiligen Sendung zum Weltuntergang. Ulrich Baron stellt den ganzen Reigen der Apokalyptik vor, von der Johannes-Offenbarung bis zu den Eschatologien in Nationalsozialismus, Kommunismus und modernem Krisenzeitalter. Jeder Teil dauert eine knappe halbe Stunde und sollte flink heruntergeladen werden, ehe der DLF das Zeug depublizieren muss (oder die Welt untergeht). (23.01.11)

Die appetitlose Revolution

Mercedes Bunz argumentiert in der FAZ u.a. mit dem bekannten Technik-Fan Heidegger, dass eine Industrialisierung des Geistes stattfindet, die den Experten entmachten und befreien wird, wie ihre Vorgängerin das mit dem Arbeiter ja auch gut hingekriegt hat. Sodann freut sich Bunz auf eine Zukunft, in der man stolz darauf ist, weder Kopfrechnen noch ohne Stichwortdatenbank Texte verfassen zu können. (24.01.11)

Die fröhliche Witzenschaft

Philosopher's Eye fragt, ob Humor einen Sinn für Philosophie hat. Denn langsam scheint sich die Weisheitsliebe auch in komische Gefilde voranzutasten, nachdem sie sich jahrtausendelang nur auf Tragödien konzentriert hat. Fraglich ist, ob wir nur lachen können, wenn wir moralisch zustimmen, oder ob der unmoralische Witz gerade dadurch so lustig ist. (25.01.11)

Philosophie in der ZEIT

Die ZEIT hat die Philosophie hinter dem Heizkörper wiedergefunden und ihr einen Schwerpunkt gewidmet. Nachdem Martin Seel letzte Woche für die Wahrheit der Philosophie warb, ist diese Woche Jens Jessen dran mit einem Lob der Unfertigkeit in der Philosophie. (26.01.11)

Tiefdruck überm Balaton

Nicht nur für Medienschaffende wird es in Ungarn zunehmend ungemütlich. Das Theorieblog weist u.a. auf einen offenen Brief des Philosophen Laszlo Tengelyi von der Bergischen Universität Wuppertal und auf weitere Quellen hin, die die zunehmende Repression der Regierung Orbán gegen Geisteswissenschaftler behandeln. (28.01.11)


Links der Woche am 22.01.2011, 19:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 03/11

Mit Denkerkralle

via @AnotherRerun: Der Velociraptor ist - so haben wir es bei "Jurassic Park" gelernt - der schnellste, sozialste und schlaueste Dinosaurier von allen. Da liegt es nahe, ihm auch philosophische Qualitäten zuzuschreiben. Und in der Tat: Der Philosoraptor hat sich über so einige Sachen mächtig kluge Gedanken gemacht. Die 50 Besten gibt es bei Geekosystem. (23.10.10)

Es geht nicht immer um Sie!

In Tunesien stürzte das muffige Regime über ausdauernden Protesten der Bevölkerung. Nicht nur im deutschsprachigen Internet wurde dies als die zweite "Twitter-Revolte" nach dem Iran im Sommer 2009 und als erste erfolgreiche "Facebook-Revolution" überhaupt gefeiert. Niklas Hofmann holt die diktatorenfressenden Nerds in der SZ wieder auf den Teppich und hat schon für seinen einleitenden Satz den Link mit Prädikat verdient. (17.01.11)

Borderonline

Und nochmal Internet, diesmal macht sich der Physik- und Philosophielehrer Eduard Kaeser in der NZZ Gedanken über Nutzen und Nachteil der Simulation und Virtualität für das Leben. Sich im Internet ständig neu erfinden zu können, habe etwas für sich, und zwar so viel, dass das Abschalten irgendwann undenkbar wird. Das echte Leben, das dabei auf der Strecke zu bleiben droht, ist jedoch die Grundlage des simulierten. (19.01.11)

All about Anonymous: Teil 1 / Teil 2

Internet zum Dritten: Im Titel-Magazin liefert Jan Fischer ein faszinierendes zweiteiliges Portrait der Anonymous-Gruppe, die zuletzt weltweite Berühmtheit erlangte durch ihre digitalen Vergeltungsschläge gegen Unternehmen, die ihre Geschäftsbeziehungen zu WikiLeaks abbrachen. Fischer erklärt, wie Anonymous als ein naturereignishaftes Netzphänomen des Unfugs entstand und sich zu einer verbiesterten 2.0-Ideologieklitsche entwickelte. (16.01.11)

Philosophie macht dumm und gewalttätig

Der Attentäter von Tucson, Jared Loughner, ist (wahrscheinlich) kein Analphabet, wie der kürzliche Blick des New Yorker in sein Bücherregal nahelegt. The Philosopher's Eye überlegt anlässlich einer einschlägigen Zeitungsmeldung, ob Loughner durch seine ausgiebige Nietzsche-Lektüre dazu gebracht wurde, sechs Menschen zu töten und mehrere weitere schwer zu verletzen, und ob Philosophie zu Gewalt führen kann. (Camus sagt bien sur.) (19.01.11)

Eat, pray, hate

Jörn Kabisch rechnet im Freitag vor, was uns billige Lebensmittel tatsächlich kosten, und erklärt, dass teurere Lebensmittel in den Korb zu legen auch nicht hilft. Denn in der Nahrungskette steht die Lebensmittelindustrie weit über dem Verbraucher; wie es dazu kam, zeichnet Kabisch mit fünf Beispielen nach. (20.01.11)

Maximale Maximen

Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia stellt im FAZ-Blog "Deus ex Machina" die gute Frage, ob sich die beiden gern zitierten Maximen-Schöpfer Immanuel Kant und Adam Smith über die Rolle des Individuums in der Sozialmühle streiten würden - oder ob ihre jeweiligen Appelle sich bestens ergänzen. (21.01.11)


Links der Woche am 15.01.2011, 14:37 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 02/11

Genealogie der Konsummoral (PDF)

Die Verbraucher wollen das, was ihnen der Markt anbietet, so die häufige Argumentation nicht nur von Nahrungsmittelindustriellen. In "Cultura. International Journal of Philosophy of Culture and Axiology" betrachtet Teodor Negru "Culture and Capitalism. Genealogy of Consumer Culture" und überlegt, ob wir sind, was wir wollen oder was wir produzieren (lassen).

Noch ein Spitzel

Letzte Woche wurde an dieser Stelle auf einen Artikel der FAZ hingewiesen, der die Enttarnung eines Polizeispitzels in linken Kreisen an der Uni Heidelberg behandelt. Nun berichtet Peter Nowak im Freitag von einem V-Mann des Scotland Yard, der jahrelang globalisierungskritische Gruppen in ganz Europa unterwandert und ausspioniert hat. (12.01.11)

Die Rolle des Intellektuellen

Im Freitag entspinnt sich gerade eine (immer wieder beliebte) Debatte über die Rolle des Intellektuellen in der Gesellschaft. Den Anstoß gab Hans Ulrich Gumbrecht, der den kritischen Intellektuellen in den verdienten Ruhestand schickte, weil sein Liberalismus längst Mainstream sei; wenn überhaupt, so bräuchte es jetzt gerade Denker, die auch mal jenseits dessen zu denken wagen, was ihre Ahnen erstritten und erschrieben haben.

In genau diesem "riskanten Denken" sieht Albrecht von Lucke wenn schon keine Gefahr, so zumindest eine Zumutung. Antiliberale Tabubrüche haben nichts mit Mut zu tun. Gumbrechts Gewährsmann Schlotterdeik erweist sich auch nicht als risikofreudig, sein Aufruf zum Kampf gegen den Kleptomanenstaat folgt schlicht der Maxime: "Auf fremdem Arsch ist gut durchs Feuer reiten."

RANDOM() vs. Zufall

Johnny Haeusler berichtet in Spreeblick von seiner lebensweltlichen Schnittstelle zwischen iPhone und Eigenheim voller junger Familienmitglieder, denen das zeitgenössische Medienverhalten womöglich alle zufälligen Kulturfünde vorenthält. Sicherheitshalber lassen die Eltern nun Probe-Abos und CD-Hüllen herumliegen, um die Kultur für die Kleinen auch außerhalb der App-Sphere sichtbar zu machen. (13.01.11)

Schweinebraten für die peer group

Oft heißt es, der Verzehr von Schweinefleisch sei für Juden und Muslime tabu, weil ihre Religion in heißen Gebieten ohne Kühlschrank gegründet wurde. Diesen und weitere gute Gründe für religiöse Nahrungsgebote erörtert Michael Blume in seinem Blog "Natur des Glaubens", um den allerbesten zum Schluss zu präsentieren: Nahrungsvorschriften dienen der Distinktion von anderen Gruppen wie pantheistischen Vegetarierern, katholischen Veganern und atheistischen Fastfood-Kunden! (15.01.11)

Von Tieren lernen heißt Chillen lernen

Koalas, Katzen und viele andere Tiere brauchen keinen hektischen Job, nicht mal eine 9-to-5-Beschäftigung und können trotzdem ruhig schlafen. Ulrich Schnabel hat ein Buch über das Nichtstun geschrieben und rät dem modernen Menschen, sich ein Vorbild an der tierischen Verwandtschaft zu nehmen. Jana Petersen stellt das Buch in der taz vor. (15.01.11)



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