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Links der Woche

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Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 28.05.2011, 14:16 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 21/11

Das Wort "Ich" im Gerede

Nebenan bei Glanz & Elend bespricht Goedart Palm Michail Bachtins "Zur Philosophie der Handlung". Der Acte gratuit wird als anlass- und motivlose Tat zum negativen Ausgangspunkt einer Philosophie der Handlung, die beim vitalistisch und phänomenologisch beschlagenen Bachtin die Selbstbehauptung des Individuums zum Grund hat. (23.05.11)

Erfahrungen im Abseits

Am 4. Januar d.J. starb der Imam und Dichter Hadayatullah Hübsch. Die Kollegen von satt.org bringen Auszüge aus Gesprächen, in denen Hübsch in den letzten Wochen vor seinem Tod seinen Beatnik-Kollegen und Linienpiloten Jürgen Ploog biographisch ausgefragt hat z.B. über das Fliegen, das Reisen und seine Begegnung mit Burroughs. (23.05.11)

Gleichheit oder Kapitalismus

Freiheit hier, Gleichheit da sind die zwei Enden einer Wurst, an der die Philosophie schon lange kaut. Andreas Herberg-Rothe unternimmt in der FR den Versuch, die Begriffe zu klären, ihren historischen Konflikt - besonders augenfällig während des Systemgegensatzes im Kalten Krieg - nachzuzeichnen und einen neuen Tara im Kapitalismus anzumahnen. (23.05.11)

Mediävistik wie Maschinenbau

Die britische Mitterechts-Regierung ist unter Studenten nicht wohlgelitten. Das gebrochene Wahlversprechen der Liberalen, die Studiengebühren abzuschaffen (tatsächlich wurden sie drastisch erhöht), ist das eine. In der FAZ berichtet Anna Gielas von neuen politischen Vorgaben, mit denen insbesondere die Geisteswissenschaften auf der Insel kaputtevaluiert werden. (23.05.11)

(Dazu passt durchaus der drei Tage darauf ebd. veröffentlichte Kommentar von Gina Thomas zu den britischen Sparmaßnahmen im Bibliothekswesen.)

Narziss in der U-Bahn-Station

Im Freitag überlegt der Gefängnispsychologe Götz Eisenberg - der ebd. mit einer Portraitreihe über Kriminelle geglänzt hat -, warum Jugendliche Gewalttaten in kameraüberwachten Ecken wie U-Bahnstationen verüben. Der sozial, politisch und medial geforderte Narzissmus zeigt seine dunkle Seite: Die Täter schlagen zu, nicht obwohl, sondern weil sie dabei gefilmt werden. (25.05.11)

Das schwindende Königreich

Bei den Scilogs greift Sprachblogger Anatol Stefanowitsch die Anregung eines alt-Texts auf, dass und wie man von einem beliebigen Wikipedia-Eintrag in endlich vielen Klicks zum Eintrag "Philosophie" gelangt. Sodann erklärt er anhand eines Beispiels, warum alle Wege zur Philosophie führen. (26.05.11)

Der Warenfetischismus des Jazz

Volker Heins bespricht in der FR Dirk Braunsteins Buch "Adornos Kritik der politischen Ökonomie", worin der Autor Kritik an Adornos (ökonomisch fundierter) Kritik insbesondere der Kulturindustrie übt. Bei TWA nämlich fielen am Ende Wirtschaft und Gesellschaft in eins und das findet Braunstein dann doch wenig überzeugend. (27.05.11)


Links der Woche am 21.05.2011, 14:35 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 20/11

Fiskalphilosophie

Man erinnere sich an die Fiskaldebatte, die Peter Sloterdijk mit seinem Aufruf zum Boykott des Finanzamts ausgelöst hatte. Lothar Struck lässt sie Revue passieren und hat sich für Glanz & Elend durch das Buch "Die nehmende Hand die gebende Seite" gekämpft, in dem Schlotterdeik auf seine übliche Weise über Westerwelle, Sozialstaat und Steuern nachdenkt. (16.05.11)

Steht wie eine V1!

In der taz meditiert Helmut Höge über den offensichtlichen Zusammenhang zwischen militärischen Zerstörungs- und männlichen Fortpflanzungssehnsüchten am Beispiel des Kawumm-Phallus, auch bekannt als Rakete: "Die glatte, kühle Erotik eines für den einmaligen Abschuss in den Himmel vorgesehenen Stahlkörpers macht ost- wie westdeutsche Männer gleich kirre." (17.05.11)

Wo sind sie geblieben?

Offenbar hat Kultursoziologe Stephan Moebius lange nicht mehr im Fäuleton geblättert. Sonst wüsste er, dass es zu Fukushima, Libyen und bin Laden (aber auch zu von Trier, DSK und jedem anderen Scheiß) mehr als genug bis ins Groteske schöngeistige Kommentare gab und gibt. Doch eine Debatte will entfacht werden, und so fragt er in der ZEIT, wo die Intellektuellen als Weltdeuter vom Rang eines Émile Zola geblieben sind. (19.05.11)

Wittgenstein in Berlin

Nach wie vor jährt sich Wittgensteins Tod zum 60. Mal und im Schwulen Museum in Berlin-Kreuzberg gibt es eine Ausstellung zum österreichischen downsizing-Logiker. Helmut Mayer hat sie sich für die FAZ angesehen und findet die gezeigten Funde aus Cambridge und Innsbruck geschmackvoll in Szene gesetzt. (19.05.11)

Ein Prost dem Pessimismus

Der Hessische Rundfunk gratuliert dem früheren Frankfurter Professor und Adorno-Assi Alfred Schmidt zum 80. Geburtstag mit einem Portrait. Mit Schoppen, Schopenhauer und Materialismus findet er: "Eine Philosophie darf keine süßliche Metaphysik sein. Sie muss gnadenlos das Negative aussprechen." (19.05.11)

Man sprach Deutsch

Axel Honneth beklagte diese Woche gegenüber der dpa, dass die Philosophie selbst in Deutschland immer seltener auch auf Deutsch behandelt wird. Darüber hinaus wird sie an den Unis zwischen der Neurowissenschaft hier und dem Nützlichkeitsdenken da zerrieben. Johannes Seibel kommentiert in der Tagespost den Sieg der angelsächsisch analytischen Tradition und den "Ausverkauf einer ganzen Disziplin an die bloße Meinung". (18.05.11)

Was sich gehört

Apropos "Schwundform von Ratgeber-Kolumnen der Alltagsmoral": In der taz unterhält sich Kai Schlieter mit dem als "Moral-Experten" annoncierten Rainer Erlinger darüber, was sich alles gehört und was nicht: Freude über fremde Tode, Nothilfe für Personen und für Völker, Atomkraft und Massentierhaltung. Daneben werden alle Fragen aus dem Ethik-Duden durchgenommen. (21.05.11)

Und sie gehören doch dazu!

Die Badische Zeitung spricht mit dem Philosophen und Übersetzer Franz Schupp über den Islam, genauer: die arabische Kultur, die nicht nur die griechischen Klassiker bewahrte, sondern mit Averroes - so Schupps These - gar die europäische Aufklärung einleitete. (21.05.11)


Links der Woche am 14.05.2011, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 19/11

Kollektiv für das Individuum

Vor einer Weile hat sich u.a. die FAZ mit "Der kommende Aufstand" beschäftigt - eine Weckschrift, die von einem unbekannten Autorenkollektiv verfasst wurde. In der multitudinalen Autorschaft scheint linksrheinisch ein neuer Trend zu liegen, wie Niklas Maak mit Blick auf die in Paris veröffentlichten "Grundbausteine einer Theorie des Jungen-Mädchens" berichtet. Wieder ein Kollektiv - diesmal unter dem Signet "Tiqqun" - analysiert darin das durchkapitalisierte Individuum. (10.05.11)

not(Rezension)

Waldemar Kesler bespricht in der taz den/die "Logicomix" - einen philosophiegeschichtlichen Comic über Logik mit Bertrand Russell in der Hauptrolle -, allerdings ohne einen Eindruck vom Inhalt des Buchs in Wort oder Bild vermitteln zu können. (10.05.11)

Alle Fragen offen

Die FAZ hat ein neues Blog am Start: "Digital/Pausen" soll wohl Philosophie und Gegenwart behandeln. Das Blog wird beschickt von Hans Ulrich Gumbrecht, der zu Beginn von einem Seminar schwärmt, zu dem er Peter Sloterdijk nach Stanford eingeladen hatte. Gewohnt wolkig mythologisierte Schlotterdeik die Gegenwart des Astro-Terrors in mesopotamischer Stimmung. (11.05.11)

Linke, Liebe, Leiden

Raffael Fritz weist in/bei Ö1 Wissenschaft auf das neue Buch von Alain Badiou hin, das diese Woche erscheint: "Lob der Liebe. Im Gespräch mit Nicolas Truong" Darin wendet er sich gegen Partnerbörsen und Biologismen, die Badiou allesamt als Ausflüsse eines sicherheitsfanatischen Hedonismus gelten. Echte Liebe muss bereit sein, zu leiden und durchzuhalten. (13.05.11)

Und sonst so?

Sonst interessiert sich "Popküken" Lena Meyer-Landrut offenbar für ein Philosophie- oder Theologiestudium, im Philosophicum Lech wird nach einer Eröffnung von Schlotterdeik über das Glück nachgedacht und Hans-Jürgen Stöhr ist ein Berater für "gescheites Scheitern".


Links der Woche am 07.05.2011, 14:14 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 18/11

"Gerecht" kommt von "Rechnen"

Heinrich Hemme berichtet in der FAZ von einem neuen Ansatz, den die Spieltheoretiker Lionel Levine und Katherine E. Stange zur Lösung theoretischer Verteilungsproblem gefunden haben. Dass sich an den praktischen dadurch nichts ändert, ergibt sich schon an der Prämisse, dass die Beteiligten der Strategie auf Kooperation statt Konkurrenz setzen müssten. Man beachte hier übrigens die Kommentare. (02.05.11)

Anhängsel der Maschine

Gleichfalls in der FAZ und fast passend zum obigen Artikel ist das ausführliche Gepräch, das Frank Rieger mit Daniel Suarez anlässlich des Erscheinens seines neuen Romans "Darknet" geführt hat. Suarez' Erzählwelten sind in der nahen Zukunft angesiedelt und befinden sich fest im unsichtbaren Griff der Algorithmen, denen der Mensch nur noch als Schnittstelle zur Realität dient. (02.05.11)

Wer zuerst schießt, hat gewonnen!

Wie gerufen zur vermeldeten Tötung Osama bin Ladens kamen in den Scilogs Elmar Diederichs' Überlegungen zum vorauseilenden Entwaffnungsschlag, in Rumsfeld-Diktion: pre-emptive strike. Dargestellt (und kritisiert) werden die politphilosophischen Grundlagen und Güterabwägungen der Militärdoktrin, die im Falle des 3. (nicht 2.) Golfkriegs zu weltweitem "Ruhm" gelangte. (02.05.11)

Hegel sells

Angesichts des anhaltenden Specials "Philosophie" der Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft" mokiert sich Leonie Seng in den Scilogs über das Marketing-Versagen der dargestellten Wissenschaft. Die Philosophie als Produkt (nicht als brand?) versäume mal wieder, ein fresheres Image bei der target audience zu pitchen, weil ihre Sprachrohre (Nida-Rümelin, klar) nicht aus ihrem verschwurbelten Jargon herausfinden. (02.05.11)

Bastelstunde

Christina Rietz hat in der ZEIT einen geselligen Abend protokolliert, den man mit Hanno Depners "Kant für die Hand. Die Kritik der reinen Vernunft zum Basteln & Begreifen." aus dem Knaus-Verlag zugebracht hat. Weder mit dem gebastelten Ding an sich, noch mit dem Verständnis der "Kritik der reinen Vernunft" hat es anscheind geklappt. (04.05.11)

Tag der Philosophie in der FR

...mit gleich zwei schönen Texten. Zum einen hat Sylvia Staude ein Gespräch mit Alva Noë über Kunst, das Bewusstsein und seine Umwelt geführt. Angenehmerweise bleiben die Computermetaphern hier mal außen vor und der Vorzug wird dem Bild vom Tanz gegeben.

Zum anderen schreibt Otto A. Böhmer zum 300. Geburtstag über David Hume, der keinen guten Start in der Philosophie hatte und es auch sonst als gewichtiger Denker nicht leicht hatte z.B. mit dem störrischen Buchmarkt und dem anhänglichen Rousseau. (07.05.11)


Links der Woche am 30.04.2011, 13:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 17/11

Jesus Reloaded

Der Philologe und Übersetzer Mustafa Al-Slaiman hat in der SZ zu Ostern erklärt, wie Jesus im Koran dargestellt wird. Demnach versteht sich der Islam als Ergänzung (oder klarstellendes Update), nicht als Konkurrenz zum jüdischen Messianismus und christlichem Trinitätsgedenken. So gesehen wäre der Islam nicht, wie gern behauptet, dem Christentum knapp 700 Jahre hinterher, sondern einen Schritt voraus. (24.04.11)

Vertrauen braucht mehr als eine Runde

Letzte Woche wurde bereits auf den neuen populärwissenschaftlichen Trend "Altruismus" bzw. "Kooperation" hingewiesen. Nun hat Josef Honerkamp in den Scilogs nachgelegt mit Überlegungen aus der Spieltheorie, allen voran dem Gefangenendilemma. Gingen die Beteiligten streng rational vor, würde jede Runde gleich ausgehen. Gäbe es aber eine Vielfalt von Agenten und Strategien, deren Spiel zudem über mehrere Runden ginge, würde der Kooperation gleichsam evolutionär der Vorzug gegeben werden. (27.04.11)

Rosa und braun

Wie es der reinste Zufall will, hat man an der Uni Cambridge pünktlich zum 60. Todestag Ludwig Wittgensteins bisher unveröffentlichte Notizen des Sprachphilosophen (und seines Liebhabers Francis Skinner) ausgegraben, die einst als das Rosa Buch gedacht waren und womöglich noch dieses Jahr als das Braune Buch erscheinen könnten. The Philosopher's Eye hat Näheres + Links zur Geschichte. (29.04.11)

Fast rund, polar

Marianna Lieder portraitiert im Tagesspiegel zum fünften Geburtstag das Halbjahresmagazin "Polar. Zeitschrift für politische Philosophie und Kultur." Die zehnte Ausgabe ist gerade zum Thema "Tod und Gesellschaft" im Campus Verlag erschienen. (29.04.11)

Wandern mit Frege

Im Vorgriff auf das Titelthema der Sommerausgabe ("Urlaub") verweisen wir hier gern auf einen Termin für die Logiker an der Ostseeküste: Alljährlich begeht Wismar den Geburtstag ihres großen Sohns Gottlob Frege mit einer Wanderung. Am nächsten Sonntag zum 25. Mal, wie die Ostsee-Zeitung informiert. (30.04.11)

Der Link-der-Woche-Preis für die schönste Einleitung geht in dieser Woche übrigens an Constanze Kurz: "Wo steht man eigentlich als postmoderner Mensch? Apple kann es uns sagen."


Links der Woche am 23.04.2011, 15:06 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 16/11

Ich ist out, wir ist in

Die populärwissenschaftlichen Weltbildhauer haben einen Schwenk vollzogen, so beobachtet Uwe Justus Wenzel in der NZZ am Sachbuchmarkt. Statt ökonomistischer und biologistischer Apologien des Egoismus beherrschen nun die Vorbeter eines neuen Wir-Gefühls den Diskurs, der das Wozu des Dazugehörens aber noch nicht recht zu bedeuten vermag. (18.04.11)

Nietzsches bester Freund

Henning Ritter bespricht in der FAZ die Neuausgabe der "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche" vom besten Kumpel des Schnauzbartträgers, also von Franz Overbeck. Mit den aus dem Nachlass edierten Notizen sollte das Fascho-Bild korrigiert werden, dass Schwester Nietzsche von ihrem Bruder schon bald nach seinem Zusammenbruch entwarf. Die umfangreichere Neuedition räumt gar noch mit manch anderer Imagekomponente auf. (20.04.11)

Isegrimms Rückkehr

Der Wolf kehrt zurück in den deutschen Forst und natürlich gibt das Probleme, wenn die Leute "alle Grimm gelesen haben" - diese Beutegreiferverleumder! Iris Hilberth schildert in der FR, wo genau der Wolf auf dem Vormarsch ist, warum der gemeine Wanderer nichts zu fürchten hat und wie die gewohnt zuwandererfreundliche CSU damit umzugehen gedenkt. (22.04.11)

Die Jahreszeit der Nerds

In der FR weist der Gießener Mathematik-Professor Albrecht Beutelspacher auf die Fibonacci-Reihe und den Goldenen Schnitt hin. Diese beiden mathematischen Muster, die sich zur Frühlingszeit besonders zahlreich in der aufblühenden Natur finden lassen, stecken übrigens auch im Lichtwolf-Layout, siehe Lichtwolf Nr. 30, S. 34f. (22.04.11)

Das frustrierte Subjekt

Goedart Palm bespricht bei Glanz & Elend Slavoj Žižeks und Jacques Rancières Bemühungen der Wiedergeburt des Subjekts aus dem Frust der Theorie, namentlich das Buch "Die Tücke des Subjekts" über die verwischte Grenze zwischen dem Privaten und Politischen.


Links der Woche am 16.04.2011, 16:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 15/11

Schlimmer geht immer

War ganz schön viel los in den letzten Wochen: Japan, Wahlen, Libyen, Elfenbeinküste usw.usf. Sobald es irgendwo ruhig zu werden "drohte", kam schon die nächste Eilmeldung vom nächsten Brandherd. Marcus Jauer analysiert in der FAZ analogiereich die "Lust am Alarm" und kommt zu dem Schluss: Medien und ihre Konsumenten genießen es, auf Trab zu bleiben, um nicht lange darüber nachdenken zu müssen, wie es zu alldem kommen konnte. (13.04.11)

Und das kam so

Der brennenden Frage, woher all die dicken Philosophie-Klassiker kommen, ist Dieter Henrich in seinem neuen Buch "Werke im Werden" nachgegangen: Defizite aufspüren, Geistesblitz haben, irgendwie mit dem Leben klarkommen wollen und Schreibzeug sind die vier notwendigen Bedingungen fürs neue Denkgebäude. Sibylle Salewski hat das Buch im Deutschlandfunk besprochen. (14.04.11)

Der Rufer in der Wüste

Darauf, dass Muammar al-Ghadhafi ein Dichter und Denker ist, wies die SZ kürzlich bereits hin. In der NZZ beleuchtet Joseph Croitoru, mit welchen westlichen Intellektuellen sich der libysche Diktator zum Tee ins Zelt hockte, um seine philosophische Streetcred aufzupimpen. Die müssen sich jetzt alle schämen. (15.04.11)

Schneller lesen

Lesen ist anstrengend und blöd, besser also, man bringt es schnell hinter sich. Johannes Gernert hat für die taz an einem Speedreading-Kurs teilgenommen. Er schildert, was man dort übt, und ist begeistert von seine Fortschritten. (15.04.11)

Hume zum Geburtstag

Der britische Philosoph David Hume wird würde dieser Tage 300 Jahre alt werden. Hans-Martin Schönherr-Mann portraitiert den Empiristen (und erwähnt seine Epigonen) in der WELT: Außen pfui, innen hui, hat Hume Transzendenz und Gewissheit aus Alltag und Philosophie herausgescheucht. (16.04.11)

Figarofigarofigaro!

Am 2. Mai findet in Leizipg das Wettlesen des MDR Figaro Literaturpreises statt. Das wird wohl live übertragen und man möge doch bitte mindestens den Publikumspreis der Autorin mit dem Lichtwolf in der Vita zu"voten".


Links der Woche am 09.04.2011, 14:31 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 14/11

Der bessere Baron

Kollege Rode hat in der Zürcher Studierendenzeitung das wunderbare von Joel Bedetti verfasste Portrait des Barons Meinhard von Seckendorff gefunden. Ein guter Mann von Welt, wohlerzogen und voller Liebe zu Frauen, schönen Künsten und besonders zur Philosophie. Mit dieser Liebe hat er sein Erbe durchgebracht und sein Studium an der Uni Zürich kürzlich nach 90 Semestern abgebrochen. Nun hat er sich auf sein verfallendes Schloss zurückgezogen und gibt - immer noch gut gelaunt - Auskunft über sein Leben. (25.02.11)

Gewöhnung an Damokles

Jede neue Erfindung bringt eine neue Art von Unfällen mit sich, und je komplizierter die Technik, desto katastrophaler die Folgen im stets unwahrscheinlichen, doch möglichen Fall des Falls. Martina Heßler resümiert in der FAZ mit Günther Anders im Gepäck die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und warum der sich selbst überholende Mensch immer wieder davon ablässt, mit dem Unwahrscheinlichen zu rechnen. (03.04.11)

Libyen als Philosophem

Der scharfe Strubbelkopf BHL hat kürzlich den Libyen-Krieg in die Wege geleitet, nun weht ihm Gegenwind aus der eigenen Profession in die Föhnfrisur: Ein paar Intellektuelle, die Krieg prinzipiell nie gut finden, hat Frankreich noch. Sascha Lehnartz berichtet in der WELT, wie sie nun gegen den bellizistischen Mainstream in der linksrheinischen Philosophie aufmucken. (05.04.11)

Nietzsche für umme

Das European Journal of Philosophy hat eine komplette Ausgabe mit Essays zu Friedrich Nietzsche kostenlos ins Netz gestellt. Insgesamt 20 Texte im PDF-Format zu Nietzsches Positivismus, Amor Fati und Metaethik, zu der Tradition, in der er stand, und zu seinen Kritikern, außerdem zu - haha - "Genealogie und Moral" sowie zu Nietzsche und Kunst. (06.04.11)

Geburtstagsreime

The Philosopher's Eye weist auf allerhand Festivitäten zum anstehenden 60. Todestag von Ludwig Wittgenstein hin. Unter anderem veranstaltet die British Wittgenstein Society einen Wettbewerb, einzureichen ist ein Essay oder Gedicht mit bis zu 1500 Wörtern zum Thema "Wittgenstein nach 60 Jahren". Der Gewinner darf auf der Konferenz in Gregynog vorlesen; und das Örtchen klingt immerhin, als gebe es dort guten Whiskey. (07.04.11)


Links der Woche am 02.04.2011, 14:47 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 13/11

Klasse Klassen

"Bierologe" Philipp Bayer hat in einem Geistesblitz festgestellt, dass Platons Ideenlehre offenbar auch ihren Niederschlag in der objektorientierten Programmierung (OOP) gefunden hat. In ihr werden Klassen definiert, nach deren Muster dann Objekte geschaffen werden. (28.03.11)

Na, wie geht's?

Man hat es immer schon geahnt, jetzt fasst Margit Mertens es in der FR zusammen: Small Talk ist sozial. Affen entlausen einander, um den Zusammenhalt zu stärken, wir labern übers Wetter und stellen Fragen, die nicht mehr als solche zu erkennen sind. Interessant: Das Gerede muss nicht einmal Sinn machen, geschweige denn gehaltvoll sein. (28.03.11)

Fieslinge und Fiesitäten

Das Böse ist gerade unheimlich angesagt. In der FR bespricht Oliver Pfohlmann zwei aktuelle Bücher zum Thema. Zum einen Terry Eagletons sprachphilosophisch beschlagene Studie "Das Böse"; zum anderen "Die Lust am Bösen. Warum Gewalt nicht heilbar ist." von Eugen Sorg, der sich als IKRK-Delegierter und Kriegsreporter ein Bild vom Bösen machen konnte/musste. (31.03.11)

Die schöne, weise Grüne

Jeder in der Zielgruppe hat einen der charakteristischen grünen Bände schon mal zumindest gesehen: Die "Philosophische Bibliothek" erscheint seit 100 Jahren im Felix Meiner Verlag. Doch die Reihe ist noch viel älter: Uwe Justus Wenzel stellt in der NZZ ihre Ursprünge und ihren Begründer Julius Hermann von Kirchmann vor. (02.04.11)

Unn sünst?

Dass ein Philosophie-Studium sich negativ auf die Lebenstüchtigkeit auswirken kannt, ist bekannt und wurde abermals in Köln bestätigt, als ein abgebrannter Philo-Student seinen Banküberfall wegen Zweifel abbrechen musste. Die SZ berichtet von Slavoj Žižeks jüngstem Auftritt in Berlin und säkulare Humanisten kriegen auch eine Bibel.


Links der Woche am 26.03.2011, 13:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 12/11

Geld oder Leben ändern

Wie jeder populäre Großdenker dieser Tage findet auch Harald Welzer in der FAZ, die Atomkatastrophe von Fukushima sei ein "guter" Anlass, die Phantasmen vom ewigen Wachstum und nebenwirkungsfreien Wohlstand fahren zu lassen. Allerdings ist er wenig optimistisch, dass dieser oder ein künftiger GAU endlich den nötigen Ruck verabreicht; denn Enthaltsamkeit ist gesamtgesellschaftlich leichter gepredigt als individuell getan. (20.03.11)

Der Schöngeist als Diktator

Von allen Schurkenstaaten, die wir gerade bombardieren, hat einzig Libyen einen echten Dichter und Denker als Diktator. Die SZ beschäftigt sich eingehend mit dem polit-theoretischen und prosaischen Werk Muammar al-Gaddafis, einmal mit Günther Orths Ausflug in Gaddafis Gedankenwelt sowie mit einem Interview, das Ruth Schneeberger mit Muammar al-Gaddafis Münchner Verleger Michael Farin geführt hat. Zeit für ein Proseminar! (21./24.03.11)

Das goldene Zeitalter des Salons

Goedart Palm bespricht bei Glanz & Elend das Buch "Böse Philosophen", mit dem Philipp Blom eine ganze Reihe von Salondenkern aus dem Schatten von Voltaire und Rousseau, der "blöden Drecksau" (IPuP, Lichtwolf Nr. 32, S. 29), rettet: Denis Diderot, Jean-Baptiste le Rond D’Alembert, Paul Thiry d'Holbach, Claude Adrien Helvétius, Julien Offray de La Mettrie, Friedrich Melchior Baron von Grimm und Jean Meslier. Wie bei G&E üblich, wird nicht einfach besprochen, vielmehr ist die Rezension selbst eine ausführliche Darstellung der französischen Philosophieblüte der frühen Neuzeit.

Eichmann im Radio

Heute Abend kommt um 23:05 Uhr im Deutschlandfunk die lange Nacht über die Fahndung nach, die Verhaftung von und den Prozess gegen Adolf Eichmann. Die passende Lektüre dazu bietet Stefan Rodes Essay "Dr. Monster" aus dem aktuellen Lichtwolf, S. 26ff.

Und sonst so?

Die Dienstwege zwischen Himmelbett, Elfenbeinturm und Palast sind in Frankreich besonders kurz. Der Tagesspiegel meldet, Nicolas Sarkozy sei insbesondere von seinem hemdsärmeligen und wohlgeföhnten Lochschwager Bernard-Henri Lévy (vgl. Lichtwolf Nr. 30, S. 42ff.) zum Eingreifen in Libyen bewogen worden. Obacht, Damenwelt: Heißes Photo! (22.03.11)

Überraschenderweise lebt Philosoph Robert Spaemann noch, die Frage ist nur: Wie geht's? Vor allem obenrum? Der ZEIT-Beilage "Christ und Welt" jedenfalls steckte Spaemann, die wachsende Zahl an Naturkatastrophen sei ein Vorzeichen der Apokalypse.

Und noch ein rüstiger Philosoph hat Japan auf die Metaebene zu hieven: Der emeritierte Inhaber des Freiburger Heidegger-Lehrstuhls Rainer Marten bringt in der Badischen Zeitung die Technik auf den neuesten ontologischen Stand.

Unsere lieben Leser mögen daran denken, morgen Nacht ihre Uhren um eine Stunde vorzustellen und, sofern sie in Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg wohnen, einige Stunden vorher zur Landtagswahl zu gehen!



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