Einige Funktionen dieser Website setzen die Speicherung von Cookies auf Ihrem Rechner voraus. Darüber hinaus verwenden wir Cookies von Google, um Anzeigen zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Mehr erfahren Sie in den Datenschutzbestimmungen des catware.net Verlags.

Ok, einverstanden!

lichtwolf.de / Themen / Links der Woche

Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
1. Georg Seeßlen (68)
2. Martin Heidegger (56)
3. Slavoj Žižek (50)
4. Kapitalismus (40)
5. Peter Sloterdijk (38)
6. Hans Ulrich Gumbrecht (31)
7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36


Links der Woche am 14.08.2011, 09:16 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 32/11

Gestern gab es hier kein Internet, weil der regionale Anbieter Aufstandsunterdrückung übt oder sich halt nicht drum schert, ob seine Kunden Internetzugang haben, jedenfalls kommen die Links der Woche dieses Mal erst am Sonntag statt Sonnabend. Gott vergelt's.

Top-Ten-Ethik

Viel zu oft geht der Ranking-Kram an der Philosophie vorbei. Sonja Zietlow käme nie auf die Idee, die zehn besten Philosophie-Momente aller Zeiten zu krönen. Doch endlich haben die Leiter Reports abstimmen lassen und die zehn besten bzw. wichtigsten Ethik-Bücher der letzten 200 Jahre bestimmt! (09.08.11)

(Und eine Liste der Unis, an denen sich experimentelle Philosophie studieren lässt, gab es gleich auch noch.)

Für alle oder für niemanden

Seit einem verurteilten Kindsmörder Anfang der Woche Schmerzensgeld zugesprochen wurde, weil ihm im Polizeigewahrsam Schmerzen angedroht wurden, steht der Rechtsstaat mal wieder auf der Kippe. Stephan Hebel hat in der FR aufgedröselt, welchen rechtsphilosophischen Sinn die Trennung zwischen moralischem Empfinden und juristischer Allgemeingültigkeit hat. (09.08.11)

Deutschland mit/ohne die Manns

Im Suhrkamp-Verlag erscheinen sämtliche Feuilletons von Siegfried Kracauer. Alexander Cammann hat sie für die ZEIT gelesen und folgt ihnen durch Deutschland, das sich 80, 90 Jahre nach der spitzfedrigen Beschreibung des Kulturdiagnostikers Kracauer verändert hat; z.B. regiert die Mann-Dynastie nicht mehr den Feuilleton und Kafka gibt es auch nicht mehr zu entdecken. (09.08.11)

Wer schreibt, der bleibt

Um Integrität und Qualität der Wissenschaft zu sichern, muss sie entschleunigt werden. Dazu gehört eine Zähmung des akademischen Publikationswesens ("publish or perish"), in dem nichts so irrelevant ist wie der Leser. Der Historiker Gerd Schwerhoff denkt in der FAZ umständlich darüber nach, was man da tun könnte und was nicht. (11.08.11)

Feuilletonist Münzer (PDF)

Der Verlag Autonomie und Chaos hat eine Sammlung mit Novellen und Feuilletons von Kurt Münzer herausgegeben, der zu den vergessenen Schriftstellern gehört, die Michael Helming in seinem Essayband "Leichen treppauf" portraitiert hat. Also hat der gute Kollege Helming den neunzehn Münzer-Texten ein Nachwort spendiert. Das komplette Buch kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Eine Verschwörungstheorie geht um die Welt

Der italienische Autor Giovanni Catelli hat ein altes Gerücht aufgefrischt, wonach der Unfall, der 1960 Albert Camus das Leben kostete, vom sowjetischen KGB organisiert worden ist. Während die FAZ die Neuerscheinung in einem knappen Kommentar abhandelt, geht die WELT auf schnelle Autos, die Quellenlage und die Reaktion ausgewiesener Camus-Experten ein.


Links der Woche am 06.08.2011, 14:10 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 31/11

Die da oben, wir da unten

Unsere Selbsteinschätzung ist abhängig davon, auf wie vielen Metern über Normalnull sie getroffen wird. Bierologe Bastian Greshake weist in den Scilogs auf Verhaltensstudien hin, die sich mit dem Priming beschäftigen, also dem Phänomen, dass und wie Umweltfaktoren die Urteilskraft beeinflussen. Die Konsequenz: Von Managern Bescheidenheit zu fordern ist sinnlos, solange sie ihre Büros hoch über der Stadt haben. (31.07.11)

Das Ende der Reformen

Im Freitag stellt Ralf Klausnitzer das Buch "Akademischer Kapitalismus. Über die politische Ökonomie der Hochschulreform" des Soziologen Richard Münch vor. An Stelle des alten Wettbewerbs um die bessere Idee ist der Wettlauf um Exzellenz, Elite und Gütesiegel getreten, klar, nix Neues. Interessant aber ist, wie Münch den angeblich geschaffenen Uni-"Markt" als folgenschwere Illusion entlarvt. (01.08.11)

Battlestar Dialectica

The Philosopher's Eye tut kund, dass die renommierte, eher in der Analytischen Philosophie verortete Zeitschrift "Dialectica" derzeit eine ganze Reihe von Artikeln kostenlos anbietet, um neue (Probe-)Abonnenten zu locken. Als PDFs stehen Artikel vorwiegend zu ontologischen und logischen Themen bereit. (01.08.11)


Links der Woche am 30.07.2011, 14:03 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 30/11

In Sachen Norwegen

Zu den Anschlägen von Norwegen am 22. Juli haben sich auch einige berufene Philosophen geäußert:

Die Basler Zeitung spricht mit dem Sozialphilosophen Detlef Horster über das Böse im Allgemeinen und Speziellen. (25.07.11)

In der FR gibt der norwegische Schriftsteller und Philosoph Jostein Gaarder Auskunft über Lage in seiner Heimat, die Folgen der Anschläge und die Bedrohung von rechts. (28.07.11)

Und der Standard unterhält sich über Terror-PR mit Lars Gule, der in Oslo Philosophie lehrt und in den 70er-Jahren einen Bombenanschlag in Israel plante. (26.07.11)

Kritik der neurowissenschaftlichen Vernunft

In der FAZ weist Christian Geyer auf den Aufruf des Berliner Philosophen Jan Slaby hin, die Herausforderung durch die Neurowissenschaften anzunehmen. Die Philosophie sei als Korrektiv für die vermeintliche neue Leitwissenschaft nötig, um ihre Scheindebatten ebenso aufzudecken wie ihre methodologischen Verstrickungen. (27.07.11)

Investition in die Zukunft

Wie immer, wenn eine jahrhundertelange Universitätstradition reformiert werden soll, wird dies zum Wohle der Studenten und um der Zukunft wegen betrieben, derer man neuerdings erstmal fähig zu sein hat. England geht voran, erhöht die Studiengebühren, lässt gewinnorientierte Unis zu und lagert die Geisteswissenschaften in die Besenkammer aus. Rüdiger Störkel berichtet für die FAZ von den Plänen, den Protesten und den Entgegnungen der verantwortlichen Politiker. (27.11.11)

Das Blabla-Meter

Mira Wild schreibt in einem FAZ-Kommentar über eine Website, ohne einen Link zu setzen. Zur Strafe wird sie (im Gegensatz zu Andreas Maisch von der ZEIT) hier auch nicht verlinkt, sondern direkt das Blabla-Meter von Bernd Wurm. Damit kann man jeden beliebigen Text auf seinen Bullshit-Index hin überprüfen. (29.07.11)

Lehrvideo Moralität

Martin Ballaschk gibt in den Wissenslogs Auskunft über seine unchristliche Erziehung, der zum Trotze er dennoch im Stande ist, Gut und Böse auseinander zu halten. Viel relevanter aber ist sein Hinweis auf den Video-Blogger QualiaSoup und die ersten zwei Teile einer Serie über Moral. (29.07.11)


Links der Woche am 23.07.2011, 14:15 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 29/11

Die Qual der Wahl

Ausnahmsweise mal was von Spon: Philosophie-Student Lukas Geuter diskutiert mit VWL-Student Tobias Henn über die richtige Motivation bei der Wahl des Studienfachs, also Geld oder Liebe. Nuja. (15.07.11)

Hegel zum Hören

Die Vorträge des Mitte Juni in Stuttgart abgehaltenen Hegel-Kongresses sind beim Blog "Political Theory" (bzw. recht eigentlich auf Stuggis Homepage) zum Nachhören verfügbar. Vorträge u.a. von Axel Honneth, Martin Seel und R. Jay Wallace. (18.07.11)

Was "Handapparat" vor der Jahrtausendwende bedeutet hat

Recht melancholisch weist Oliver Herwig in der FR auf "die seltsam melancholische Ausstellung 'Die Weisheit baut sich ein Haus. Architektur und Geschichte von Bibliotheken'" in der Münchner Pinakothek der Moderne hin. Bleibt zu hoffen, dass kein Internetevangelist diese Totenmesse des Buchwesens stürmt, in den Sarg pisst und dazu fröhlich "Bimbam, die Hex' ist tot." singt. (20.07.11) Passend dazu berichtet die NZZ am 22.07.11 über das Ende der US-Buchhandelskette Borders.)

McLuhan zum Hundertsten

Am 21.07.11 hätte der kanadische Medientheoretiker Marshall McLuhan 100 Kerzen auspusten bzw. 100 Fernsehen ausmachen dürfen. Zu diesem Anlass erscheinen eine neue Biographie und knapp ein Portrait pro Feuilleton:

Aufklärer und Katholik, Daland Segler in der FR

Im Whirlpool der elektronischen Welt, Uwe Justus Wenzel in der NZZ

Der Medienversteher, Claus Pias in der FAZ

Der Marshall ist die Message, sechs Checker(Innen!) von der taz

Der kurze Weg von der Medien- zur Mädchentheorie, Andreas Rosenfelder in der WELT

Der Magier, Thomas Assheuer in der ZEIT

Der Rest steht bei Google.

Richtigstellung: Bis zum 19.08.11 war an dieser Stelle die Rede von einem "US-Medientheoretiker". Hierzu stellt unser in Kanada lebender Kollege Vasile V. Poenaru fest: Marshall McLuhan war Kanadier. Anm. d. Hrsg.: Herr Poenaru hat recht.

Diddl-Maus-Studentinnen

Annette Pehnt hat einen Schlüsselroman geschrieben, der mutmaßlich an der PH Freiburg spielt und - zuerst vom Piper Verlag sorgenvoll zurückgehalten - bei Jos Fritz erschienen ist. In der FAZ stellt Anja Hirsch das Buch vor, dessen im Post-Bologna-Bildungs-Ikea verlorene Protagonistin jeder Studierte kennt. (22.07.11)

Alles ist verdunkelt

Es gab Zeiten, als die Darmfunktionen der Nachbarin noch nicht eine Suchanfrage entfernt waren: Der Historiker Daniel Jütte schreibt in der NZZ über die frühe Neuzeit, in der Gott, Welt und Politik geheimnisumwittert waren, sowie über die Gründe der damaligen Geheimniskrämerei, der auch die Aufklärung kaum an den Schleier packen konnte und mochte. (23.07.11)


Links der Woche am 16.07.2011, 14:07 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 28/11

Der ewige Fluss der Meinungen

Im Freitag empfiehlt Florian Schmid die Lektüre von "Der Hass der Demokratie" des französischen Philosophen Jacques Rancière, dessen Buch mit sechs Jahren Verspätung nun auch auf Deutsch erscheint. Darin geht er dem inflationären Demokratie-Begriff auf den Grund der Streitkultur, die nicht jedem geheuer oder gar teuer ist. (11.07.11)

Wissen, Welt, Wahrheit

Der genius malignus hat spätestens mit "Matrix" sein Comeback in der Philosophie gefeiert und wirft die Frage auf, woher wir eigentlich wissen wollen, was wir zu wissen glauben. Damit hebt auch Elmar Diederichs in den Brainlogs an, referiert sodann die verschiedenen Definitionen von Wissen und findet am Ende zwei Fäden, die er weiterverfolgen will: die Fragen der Wahrheit und der Außenwelt. (13.07.11)

Hauptsache, das eigene Kind kommt sicher in den Klavierunterricht

Die wenigen Autofahrer unter unseren Lesern haben es geahnt: Die SUVs sind unser Unglück. Geradezu amtlich wird der Befund über die geländegängigen Riesenautos, die sich durch die Innenstädte drängeln, dank Dieter Kaags Artikel in "Blätter für deutsche und internationale Politik". Er beleuchtet zunächst die Verkaufspsychologie, dann die ökologischen und sicherheitspolitischen Konsequenzen des SUV-Booms, und befragt schließlich die Statistik, auf wessen Kosten die erhöhte Sicherheit der Sportpanzerfahrer geht. (14.07.11)

Das Subjekt wird erst am Objekt Subjekt

Das OpenAccess-Magazin "Internationale Zeitschrift für Philosophie und Psychosomatik" hat Mitte Juni ihre aktuelle vierte Ausgabe online gestellt. Als PDFs verfügbar sind zahlreiche Beiträge zum Thema "Subjekt und Objekt" im Rahmen von Lebensgestaltung und Psychotherapie, u.a. in Form einer Filmexegese von "Shutter Island".

Kunst der Begegnung

Passend dazu der Artikel "Zweckrationalität und zwischenmenschliche Praxis in der Psychotherapie. Zu der Aktualität von Heideggers Wissenschaftskritik und der Notwendigkeit eines künstlerischen Umgangs mit der Biotechnologie" von Matthias Richter in der aktuellen Ausgabe des Journals für Philosophie und Psychiatrie.


Links der Woche am 09.07.2011, 14:17 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/11

Physik über Philosophie

Der Physiker Josef Honerkamp blättert in der Zeitschrift "Information Philosophie" und kommt sich dabei wie ein Spanner vor. In den Chronologs wundert er sich über die Fremdheit zwischen Natur- und Geisteswissenschaftlern, über die "gefühlte Wahrheit" und sorgsame Sprache letzterer sowie über den Menschen als Maß aller Dinge. (03.07.11)

Alles über Liebe

Alain Badiou kann bekanntlich mehr als Revolution. Sein Buch "Lob der Liebe" ist soeben auf Deutsch erschienen und fordert mit Rimbaud die Neuerfindung der Liebe als das, was sie sein sollte: Die Geburt einer Welt aus zwei nicht-identischen Subjekten. Mehr nicht. Für die FAZ rezensiert Cord Riechelmann das Buch, das zuvördest mit falschen Vorstellungen aufräumen will. (05.07.11)

Kant als Unternehmensberater

via @theorieblog: Simone Dietz erklärt Kants "Kritik der reinen Vernunft" einmal anders, nämlich mit Sonja Sinnlichkeit und Volker Verstand aus der Erkenntnis-GmbH. (05.07.11)

Seelendrama

Nach der Rezension in der WELT letzte Woche wird die Neuausgabe von Franz Overbecks "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche. Mit Briefen an Heinrich Köselitz und mit einem Essay von Heinrich Detering." auch in der NZZ besprochen, und zwar vom stets lesenswerten Ludger Lütkehaus. (05.07.11)

Mühsam online

Diejenigen Tagebücher von Erich Mühsam, die nicht verschollen sind, werden nun neu aufgelegt. Parallel zur gedruckten Ausgabe hat der Verbrecher Verlag das Werk im Internet verfügbar gemacht, wo sich wunderbar durch Namen, Daten und anderen Verweise klicken lässt. Der Hinweis auf Mühsams "Onlinetagebuch" entstammt einem Text von Katrin Schuster, die sich ausgehend davon im Freitag Gedanken über Hypertextualität macht. (07.07.11)

Hassu Problämm?

Alle haben ein Problem, besonders der Euro mit den Griechen. Klaus Bartels weist fast schon heideggerianisch das aus dem Griechischen stammende Wort "Problem" als "Vor-werf-Ding" aus und unterfüttert die Etymologie mit antiken Anekdoten aus Hellas. (08.07.11)

Anmut Armut

Die Bloggerin Elke Brüns von "Gespenst-der-Armut.org" nimmt sich in der FR der gegenwärtig inflationären Ausstellungen zur Armut in der Kunst an. Im seltsamen Verhältnis zwischen Armut und Kunst bleiben die Fragen von Ethik, Ästhetik und Engagement offen, wenn nicht gar ungestellt. (08.07.11)

Arbeiterkinder im Elfenbeinturm

Im Freitag unterhält sich Rudolf Stumberger mit dem Münsteraner AStA-Referenten Andreas Kemper über den ersten deutschen Kongress des US-Netzwerks "Akademiker mit Arbeiterhintergrund", das sich der Trinität von Herkunft, Bildung und Chancen widmet. (09.07.11)


Links der Woche am 02.07.2011, 13:46 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 26/11

Auf jedem Narrenschiff, das dampft und segelt

Mehr kulturpessimistische Polemik als Rezension ist Jürgen Nielsen-Sikoras Besprechung des Buchs "Blödmaschinen" von Markus Metz und Georg Seeßlen nebenan bei Glanz & Elend. Das macht den Text jedoch nicht weniger lesenswert, der schon allein für diesen Satz verlinkenswert ist: "Geistige Arbeit wird ohnehin überflüssig in einem System struktureller Blödheit, in der auch die Philosophie zu einem Halb-und-Halb aus mathematischer Formel und MRT-Hirnbild mutiert ist." (26.06.11)

Der Böse und seine Bedeutung

Ebenfalls in Glanz & Elend verhandelt Goedart Palm mit Georges Bataille das Böse bzw. den Bösen; und nicht nur mit Bataille: Nach einem Einstieg mit "Natural Born Killers" und biblischen Teufelskonzepten kommen alle zu Wort, die etwas zum Bösen geschrieben haben: Nietzsche, Konrad Lorenz, Niklas Luhmann usw. Ein ausführlicher Rundumschlag zum Bösen als Exzess und zu Rolle und Charakter des personifizierten Bösen als gnadenloser Moralpunk. (Der Vollständigkeit halber: Ähnliches Rezensieren in der SZ.) (27.06.11)

ein Décadent, der sich zum Übermenschen stilisiert

Vor einer Weile (vgl. LdW 16/11) erschienen Franz Overbecks "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche" als Neuedition des Buch von 1906, mit dem des Bartträgers alter Kumpel den von der Schwester betriebenen zeitgenössischen Kult auf den Teppich zurückzuholen gedachte. Wolfgang Schneider bespricht das Buch und Overbecks liebevolle Herabsetzung Nietzsches in der WELT. (28.06.11)

Alles ist erleuchtet

Im Freitag beschäftigt sich die Wissenschaftsjournalistin Kathrin Zinkant mit den Segnungen der funktionellen Magnetresonanztomographie, die antrat, um den Leib-Seele-Dualismus final aufzulösen. Wie effektiv die MRT-Bildnerei beim Lösen uralter Fragen ist, zeigte sich zuletzt in der bahnbrechenden Erkenntnis, dass die Umwelt Auswirkungen auf das Gehirn hat. (01.07.11)

Greifbare Wirklichkeit

In seinem digitalphilosophischen FAZ-Blog stellt Hans Ulrich Gumbrecht die Frage, was bildende Kunst heute noch wollen will, bzw. welche Berechtigung diese Frage beim "contemporary sublime" überhaupt noch hat. Denn das Erhabene hat Vorrang vor dem Schönen, um die virtuell gewordene Wirklichkeit auf diese letzte mögliche Weise ins Greifbare zu transzendieren. (02.07.11)


Links der Woche am 25.06.2011, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 25/11

Robophilosopher

Im Freitag schaut Boris Hänßler mit Blade Runner und Ray Kurzweil nach, wie weit wir auf dem Weg zu lernender und fühlender Künstlicher Intelligenz sind und ab wann wir uns das Smartphone endlich direkt ins Stammhirn stecken können. Besonders ehrgeizig sind natürlich die Forscher, die Moral computerisieren wollen. (20.06.11)

Sie reden - und wie!

Alexander Kluge unterhält sich in der FR mit dem Politologen Claus Leggewie über die Ähnlichkeit von Politik und Schriftstellerei, über fehlende Leidenschaft, "Arabellion" und - wie bei den Herren üblich - über den ganzen Rest auch noch. (25.06.11)

Plagiatsfälle

Anfang März wurde die Debatte um den Plagiatsfall Guttenberg und seine Folgen recht abrupt durch Fukushima beendet. Gegessen war das Thema aber nicht, und so kehrt es in den Diskurs zurück, nachdem letzte Woche der EU-Politikerin Silvana Koch-Mehrin (FDP) ihr Doktortitel ebenfalls wegen Plagiaterie aberkannt wurde.

Besonders schön ist dieser Fall, weil Koch-Mehrin zwar ihre Spitzenämter aufgab, sich nun jedoch in den EU-Forschungssausschuss wählen ließ. Das kann man lustig finden wie die Opposition im EU-Parlament, oder empörend, wie es die bloggenden Wissenschaftler tun: Der Physiker Joachim Schulz und der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch erklären noch einmal, was es mit wissenschaftlichem und politischem Anstand auf sich hat und fordern Koch-Mehrins kompletten Abgang (wie tags drauf geschehen). Elmar Diederichs argumentiert systematisch und stößt dabei bis in die Sphäre politischer Philosophie vor, die durchaus gefragt ist, wenn eine wissenschaftliche Hochstaplerin einem demokratischen Organ zur Forschungsförderung vorsitzt.

Oder man geht ganz anders ans Plagiieren ran, wie der Politikwissenschaftler Jörg Becker in der FAZ: Er freut sich zunächst über die Anerkennung, die Georgios Chatzimarkakis, ebenfalls FDP, ihm erbrachte, indem er in seiner Doktorarbeit von Becker abschrieb. Nach einem Exkurs darüber, was die Abschreiberei mit liberalen Werten zu tun haben soll bzw. über sie aussagt, ist die Freude schal geworden: Als wäre das Plagiieren nicht schon schlimm genug, Chatzimarkakis hat Beckers Thesen völlig aus dem Zusammenhang gerissen.

Das kreative Prekariat

Die Journalistin Katja Kullmann hat einen Lebenslauf voller toller Referenzen und ist dennoch bei Hartz IV gelandet. Also hat sie ein Buch geschrieben ("Echtleben"), das die Großmedien zum Anlass der Frage nehmen, ob sich Fleiß und Bildung überhaupt noch lohnen (FAZ).

Don Alphonso hat in den FAZ-Blogs wenig Mitgefühl mit den jungen Kreativen, die sich einst als new masters of the universe feierten und nun die Ernte ihrer Dynamik-Predigten einfahren. Die ZEIT unterhält sich mit Kullmann über ihren Absturz Ausflug ins Prekariat und stellt außerdem weitere Bücher zum Thema vor. Hier sind es besonders die schönen Kommentare der ZEIT-Leserschaft ("Selber schuld, geht halt arbeiten!"), die wir unserer Leserschaft zur Ermutigung und zum Stählen des Trotz-Reflexes anempfehlen.


Links der Woche am 18.06.2011, 14:08 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 24/11

Wissenschaftstheorie vs. -geschichte

Fynn Ole Engler und Jürgen Renn portraitieren in der FAZ "Wiener Kreis", bei dem in den Personen von Moritz Schlick und Ludwik Fleck zwei bis heute unüberwundene Gegensätze aufeinander trafen: Die positivistische Auffassung, eine rationale Wissenschaft sei ein sicherer Weg zur Wahrheit vs. die materialistische, alles wissenschaftliche Vorgehen und damit auch seine Ergebnisse seien historisch bedingt. (13.06.11)

Die Sozialdemokratie riecht nur komisch

Vor knapp einem Jahr starb der Historiker Tony Judt, der gerne auch mal Israel kritisierte und den USA Europa erklärte. Dazu gehört natürlich der sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat, dessen finanziell bedingte, aber moralisch unhaltbare Nichtfinanzierbarkeit das Thema von Judts letztem Buch ist. Eckhard Fuhr bespricht es in der WELT mit unspringerhafter Sympathie. (13.06.11)

Philosopher Superstar

Klar gibt es auch in der Philosophie Popstars wie z.B. Schlotterdeik und Zizek. Doch so, wie Lady Gaga nicht bloß aussieht, sondern auch Instrumente beherrscht, ist Zizek beispielsweise neben der ruhmträchtigen Tätigkeit als Krawallpapst auch kompetenter Linkshegelianer und Noam Chomsky eben ein Sprachphilosoph, dessen linguistisches Schaffen Georg Rüschemeyer in der FAZ behandelt. (15.06.11)

Der andere Superstar

Wer von Chomsky spricht, soll von Habermas nicht schweigen, wird man sich bei der FAZ gedacht haben: Jürgen Kaube berichtet von einem Vortrag über die Krise der Europäischen Union, den Jürgen Habermas an der HU Berlin gehalten hat. Ähnlich wie für Tony Judt (s.o.) mangelt es für Habermas vor allem an wohlfahrtsstaatlicher Moral und einem ehrlichen Umgang mit dem unfertigen Citoyen. (18.06.11)

Ende der Philosophen-Arbeitslosigkeit?

Neben dem Stresstest erlebte in den letzten Jahren der Ethik-Rat einen großen Boom als politische Feuerlöscherattrappe. Alles mögliche wird gestresst oder eben von Ethikern begutachtet, inzwischen sogar Atomkraftwerke. Andreas Herberg-Rothe geht in der FR dem Ethik-Boom nach und prüft, ob die philosophischen Konzepte überhaupt für die Kommissionsarbeit taugen. (16.06.11)

Radiountauglicher Philorock

In allen Philo-Fachschaftsräumen der Welt liegen Pink-Floyd-CDs herum, nun erklärt Hartmut Rosa in der FR, wieso: Bei Charles Taylor (dem Philosophen, nicht dem Diktator) bedürfen Selbst- und Weltbezug einer Resonanz- oder Ausdrucksmöglichkeit. Dieser Umstand wird von keiner Band so eindringlich behandelt wie von Pink Floyd, worin dann auch ein Grund ihrer Popularität läge. (18.06.11)


Links der Woche am 11.06.2011, 14:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 23/11

top-down-Beschiss

Aus der vergangenen Woche noch: Beim Wissenschaftsbeschiss gibt es zwei Methoden - das bottom-up-Verfahren, bei dem z.B. ein ehrgeiziger Politiker sich auf dem Weg nach oben einen Titel erschleicht, und das top-down-Verfahren, bei dem ein Etablierter seine Publikationsliste mit dem aufbläht, was ihm an Haus-, Seminar- und Abschlussarbeiten zugetragen wird. Gunter Dueck träumt in den WissensLogs von einer auf die Aufklärung solcher Fälle spezialisierten Einheit. (29.05.11)

Gebildet geht die Welt zugrunde

Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech nimmt in der SZ die Sitten und Gebräuche der Nachhaltigkeits-Schickeria und der Lohas unter die Lupe. Der Befund, dass es der Umwelt wenig nutzt, wenig der fair gehandelte Kaffee mit dem SUV vom Bioladen abgeholt wird, ist nicht neu, wird hier aber schön formuliert. Überdies verknüpft Paech die Problematik recht originell mit der Bildungspolitik. (07.06.11)

Bruder Menschenaffe

Der Philosoph Peter Singer will behinderte Kinder abtreiben und die Tötung von Menschenaffen als Mord verfolgen lassen. Edgar Dahl stellt in den WissensLogs klar, was von den Vorwürfen gegen Singer zu halten ist, und gibt eine sehr luzide Übersicht über seine Argumentation, die zugleich eine schöne Einführung in die Tierphilosophie darstellt. (09.06.11)

Adorno und die Kunst

Ausgerechnet bei den Adorno-Vorlesungen 2011 will Robert Pippin die Ästhetik des von TWA gescholtenen Hegel rehabilitieren. Christian Schlüter berichtet in der FR von der Wahrheit des Kunstwerks in der Falschheit des Lebens. (09.06.11)

Was man alles nicht weiß

Agnotologie ist der jüngste Spross am Baum der Erkenntnis und die tatsächlich ernst zu nehmende Lehre vom Nichtwissen, für das die Maßeinheit "Bush" verwendet wird. In der FAZ hat Manuela Lenzen die Ergebnisse der Tagung zum Umgang mit Nichtwissen am Bielefelder Zentrum für interdisziplinäre Forschung dokumentiert. (09.06.11)

Urlaubslektüre

Nicht nur im nächste Woche erscheinenden Lichtwolf Nr. 34 (Titelthema: Urlaub) sind schöne Lektürehinweise für die Ferienzeit enthalten: Herbert Debes hat Camus' "Hochzeit des Lichts" wiedergelesen und legt in Glanz & Elend die essayistisch-poetischen Beschreibungen der mittelmeerischen Natur denen ans Herz, die zu Hause bleiben und denken müssen. (10.06.11)



Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36


Lektüreempfehlungen


Reklame


Eine der letzten noch lieferbaren Ausgaben des Schreibmaschinen-Zeitalters: Dieses Heft können Sie nur noch hier im Einkaufszentrum erwerben.



Im Einkaufszentrum »

Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf Nr. 58 (2/2017), Juni 2017

Titelthema: Wurst

vorherige Ausgabe

Lichtwolf Nr. 58 (2/2017)

nächste Ausgabe

Würste und Wurschtigkeit, konkret, metaphorisch, vegetarisch und in zweiendlichen Redewendungen, sowie Bienen, Lammert und V. O. Stomps.


Reklame


LWReader

Klicken Sie sich durch ausgewählte Lichtwolf-Ausgaben im Heft-Layout: eingescannt oder geradewegs aus dem Computer herausgelassen in den LichtwolfReader.



Monatsbuch

Zeichenkette Stichwort

« August 2017
So Mo Di Mi Do Fr Sa
  12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031

Stichwortverzeichnis


Archiv


catware.net Verlag

Martin Gohlke: Im Bauch der Titanic

Da wird die Geschichte der westdeutschen Intelligenz lebendig: Martin Gohlkes Roman gibt es als Hardcover mit 394 Seiten beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 19,80 €.


Marc Hieronimus: Der Schritt zur Seite

Die erste Gesamtdarstellung der Décroissance-Bewegung und ihrer Ursprünge, ihrer Motive, Denker und falschen Freunde: Das leidenschaftliche und fundierte Plädoyer für ein anderes Leben ist erhältlich direkt beim catware.net Verlag oder im Buchhandel (ISBN 9783941921634) erhältlich.


David Hume: Von der Regel des Geschmacks

David Humes Essay über die Ästhetik „Von der Regel des Geschmacks“, von Martin Köhler neu übersetzt: als Taschenbuch beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 6,80 € - sowie als E-Book für Kindle oder im epub-Format für bloß 2,99 €.



www.lichtwolf.de