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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
1. Georg Seeßlen (68)
2. Martin Heidegger (56)
3. Slavoj Žižek (50)
4. Kapitalismus (40)
5. Peter Sloterdijk (38)
6. Hans Ulrich Gumbrecht (31)
7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 04.03.2017, 14:32 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 09/17

Der Trend geht zur Irritationsvermeidung

Im Freitag beschäftigt sich der Literaturwissenschaftler Ralf Klausnitzer mit der wachsenden Wissenschaftsfeindlichkeit sowie mit der Reaktion von Peter Strohschneider, dem Präsidenten der DFG: Zwar kann der sich erklären, warum immer mehr Leute von einer komplexen Welt nichts wissen wollen, andererseits hat er keine Idee, wie man ihre „Irritationstoleranz“ steigern könnte. (27.02.17)

Edel, hilfreich, gut? Lieber nicht.

Anderen grundlos zu schaden ist unmoralisch und unvernünftig, trotzdem machen Menschen es. Der Neurowissenschaftler Steven R. Quartz erklärt in der NZZ mit Beispielen aus Geschichte und Spieltheorie, warum antisoziales Verhalten aus Ressentiment, Neid und Böswilligkeit besonders vor dem Hintergrund von Ressourcenmangel und Konkurrenzdruck wahrscheinlicher wird. (04.03.17)

Sonstiges:

Die NZZ empfiehlt den Essay des NYT-Filmkritikers Anthony O. Scott über die Kunst des feinen Urteils, die u.a. im Mut besteht, zu ent- und unterscheiden und dabei das Risiko des Irrtums in Kauf zu nehmen. +++ Die taz stellt Gisela von Wysockis autobiographischen Adorno-Roman „Wiesengrund“ vor, in dem es auch um die Empfänglichkeit des Frankfurters für weibliche Reize geht. +++ Für Glanz & Elend hat Jürgen Nielsen-Sikora die Walter-Benjamin-Biographie von Lorenz Jäger gelesen und zeigt sich zufrieden, aber nicht glücklich mit dem Werk. +++ Pünktlich zu Thoreaus 200. Geburtstag gibt es „Walden“ als tiefenentspanntes Computerspiel, wie die FAZ meldet. +++ Und apropos andere Medien als Bücher: Dass „Der junge Karl Marx“ gerade in gehobenen Programmkinos läuft, haben Sie ja sicher schon mitgekriegt. +++ In gut zwei Wochen erscheint Lichtwolf Nr. 57 mit dem schönen Titelthema „Der Adel und du“. Als Abonnentin haben Sie das Heft pünktlich zum Frühlingsbeginn im Briefkasten.


Links der Woche am 25.02.2017, 17:22 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 08/17

Revolutionäre Zeiten

Revolution, du Donnerwort, ruft Gero von Randow in der ZEIT aus und überlegt, sogleich ernüchtert, was der Begriff - mit dem er Körperlichkeit, Depression und Enthusiasmus, Gewalt und Befreiung verbindet und dem er ein Buch gewidmet hat - heutzutage überhaupt noch bedeutet. (23.02.17)

Ein Leninist im Weißen Haus

In der NZZ fragt sich Uwe Justus Wenzel, was Trumps Chefberater Stephen Bannon mit seiner Selbstbeschreibung als Sun-Tzu lesender Leninist meint. Ist das Chaos im Weißen Haus vorgetäuscht oder gar erwünscht, um mittels Shock-and-Awe-Taktiken den Staat widerstandslos zerstören zu können? (25.02.17)

Außerdemchen:

Der Freitag bespricht das posthum veröffentlichte letzte Buch des Kulturwissenschaftlers und Begründers des (tödlich deprimierenden) kapitalistischen Realismus Mark Fisher. +++ Die NZZ stellt die dreibändige Edition der Briefwechsel von Karl Jaspers als publizistische Großtat vor, die u.a. den Abgrund von Heideggers Nationalsozialismus erhellen hilft. +++ Die FAZ berichtet über eine Studie, die untersucht, ob und wie wissenschaftliches Renommee von der Uni auf die Absolventen abfärbt. +++ Der Historiker Julien Reitzenstein hat wegen einer Rezension seines Buches den Anwalt auf das Fachblatt H-Soz-Kult gehetzt und es gezwungen, die Besprechung vom Netz zu nehmen. Auch die FAZ kommentiert den ziemlich unwissenschaftlichen Fall, der als Bumerang auf Reitzenstein zurückkommen könnte. +++ Jan Drees unterhält sich für den Tagesspiegel mit dem Kulturwissenschaftler Fritz Breithaupt über die dunkle Seite der Empathie von Nietzsche bis Trump.


Links der Woche am 18.02.2017, 14:33 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 07/17

Schluss mit dem Wohlfühldiskurs!

René Scheu hat sich durch die Lektüre von Carlo Strenger an die Historizität des Liberalismus erinnert. In der NZZ ruft er nicht ohne elitären Gestus dazu auf, das bisherige Zivilisationsmodell nicht für selbstverständlich zu halten und damit aufs Spiel zu setzen, sondern es durch tätigen Einsatz gegen politisch-korrekte „Denk“verbote am Leben zu erhalten. (14.02.17)

Machiavelli als Berufsbild

Ohne Stephen Bannon und Kellyanne Conway beim Namen zu nennen, weil er sich nämlich ganz auf die Renaissance konzentriert, schreibt Peter Sloterdijk elendslang in der NZZ über Kunst und Macht des Sophisten. Schon in der Antike hatten Mächtige gern solche Leute im Mitarbeiterstab - bis es aber um das interessante Verhältnis zwischen ihnen geht, sind einige Abschweifungen zu durchlesen. (18.02.17)

Gegenwehr im Krieg gegen die Wahrheit

Schon im Wahlkampf und mehr noch im Amt versucht Donald Trump die Idee von Wahrheit lächerlich zu machen. Sein daraus entstehender Hauptfeind, die Presse, hat bereits mobil gemacht, nun folgen die Wissenschaftler, wie Christoph Drösser für die ZEIT aus den USA berichtet, wo evidenzfreie Gefühlspolitik ja schon länger angesagt ist. (17.02.17)

Das Weitere und Engere:

Nebenan bei Glanz & Elend wird Michael Tomasellos „Naturgeschichte der menschlichen Moral“ recht ausführlich besprochen. +++ Die WELT stellt Lorenz Jägers Biographie Walter Benjamins vor, die „Das Leben eines Unvollendeten“ von seinem Suizid auf der Flucht vor den Nazis aus schildert. +++ Im Dezember machte ein Artikel des Schweizer Magazin auch hier die Runde, der den Beitrag einer Big-Data-gestützten Politikberatungsfirma zu den Siegen der Brexit- und Trumpkampagne darstellte. Erste Zweifel tauchten schnell auf, inzwischen ist das ganze zum bloßen Marketingtrick der betreffenden Firma reduziert, wie BuzzFeed meldet. +++ Bei Telepolis erklärt der Mailänder Philosoph Diego Fusaro, warum die Universität 150 Jahre nach John Stuart Mills Rektoratsrede tot ist.


Links der Woche am 11.02.2017, 17:55 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 06/17

Die Sehnsucht nach dem Ausnahmezustand

Der Wahlkampf und die blitzartige reaktionäre Agenda Trumps folgen der machiavellistischen „Dialektik von Verehrung und Furcht“, wie Nils Markwardt in der ZEIT beobachtet und sich fragt, wie mit dieser disruptiven Angstpolitik umzugehen sei, noch dazu wenn diese auf eine unter Rechtspopulisten und Islamisten verbreitete Angstlust trifft. (09.02.17)

Gegen Fundamentalismus und Barbarei

Sowohl die Geistes- als auch die Naturwissenschaften sind unter Trumps Präsidentschaft bedroht, meldet Michael Hagner in der NZZ. Wissenschaft und Demokratie sind eng verknüpft, und so zeitigt die Beschädigung erster durch das jahrzehntelange Nützlichkeitsdiktat auch Folgen für die Demokratie, die selbst manchen Technokraten alarmieren. (10.02.17)

Platzhalter fürs Originalwort

Die Übersetzung von Texten ist schwierig, von philosophischen Texten sogar unmöglich, schreibt Joachim Schulte in der NZZ. Er zeigt dies am Beispiel von Descartes’ Wendung der „klaren und deutlichen Ideen“ und des englischen Wortes „experience“, das sowohl Erfahrung als auch Erlebnis heißen kann. (11.02.17)

Et cetera:

Der Standard stellt in kurzen Stichworten Giorgio Agambens neues Buch „Stasis – Der Bürgerkrieg als politisches Paradigma“ vor. +++ Robert Stockhammer zeigt sich im Freitag unzufrieden mit der Verteidigung von „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“ in den Medien. +++ Ebenfalls im Freitag bespricht Tom Wohlfarth den gegenwartskritischen Essay „Miamification“, den der Akzelerationist Armen Avanessian unter Palmen verfasst hat. +++ Noch mehr, aber kürzere gegenwartskritische Essays gibt es übrigens alle drei Monate im Lichtwolf, den man für lumpige 29,80 Euro gerne abonniert.


Links der Woche am 05.02.2017, 12:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 05/17

Möglich ist alles

Das Verhältnis zwischen Philosophie und Wissenschaft ist weiterhin Reinhard Jellens Thema bei Telepolis. Diese Woche sprach er mit Petra Gehring über die besonderen Eigenschaften der Philosophie als Wissenschaft, über die gleichzeitige Spezialisierung und Konvergenz der Fächer und die mögliche Absorbtion der Philosophie von den Sozialwissenschaften. (29.01.17)

Die Dinge machen ihr Ding

Algorithmen handeln präziser und wissen mehr über uns als wir selbst, weshalb - so Christopher Wimmer im Freitag - ein neuer Materialismus an der Schnittstelle zwischen Geistes- und Naturwissenschaften in der Philosophie Einzug hält, um das Verhältnis zwischen dem Anhängsel der Maschine und dem autonomen Artefakt auszuleuchten. Wimmer stellt einige Vor- und Nachdenker vor. (30.01.17)

Subversion auf Umwegen

Alles muss heute ASAP und ganz zielorientiert gehen, kommentiert Roman Bucheli in der NZZ anlässlich einer Schweizer Debatte um die zwecklose Schönschrift. Dabei sind Krakel und Schnörkel doch der schönste, weil abschweifende Widerstand gegen die allseits gepredigte geometrische Lebenskunde! (04.02.17)

Der Idealismus heute

Für die FAZ unterhält sich Ulf von Rauchhaupt mit dem Philosophen Vittorio Hösle über den Idealismus in ökonomisch-technischen Zeiten. Hösle erklärt darin erstmal den Unterschied zu Realismus, Materialismus usw. - und woran diese Positionen scheitern; außerdem sind Kreise besser als Pferde und moralische Urteile so real wie mathematische. (05.02.17)

Vom Radikalismus zum Terrorismus

Wer noch keine rechte Vorstellung davon hat, wie Radikalisierung ganz normaler Bürger infolge eines fraglich gewordenen Sicherheitsempfinden funktioniert, dem erklärt es der Psychologe Ernst-Dieter Lantermann in der NZZ. Für Glanz & Elend wiederum hat Jürgen Nielsen-Sikora „Die Erfindung des Terrorismus“ gelesen: Carola Dietze erklärt darin an fünf Beispielen, wie der moderne Terrorismus zwischen 1858 und 1866 entstand.

Two weeks in...

Zwei Wochen Trump sind geschafft, mindestens 206 liegen noch vor uns. Slavoj Žižek verlangt in der NZZ von der globalen Linken, zu lernen, lernen, lernen: Statt weiterhin die politisch korrekte Sprachpolizei zu spielen sollte sie darauf reagieren, dass sich der Milliardär Trump erfolgreich als Rächer der Unterdrückten aufspielen konnte.

Georg Seeßlen denkt im Freitag über die auf einen Kulturkampf hinauslaufenden Beziehungen zwischen dem eher liberalen Hollywood und dem Weißen Haus nach - und inwiefern sie als Fieberthermometer der demokratischen Kultur taugen.

Der Schriftsteller Norbert Niemann zeigt sich in der ZEIT fassungslos über den schamlosem Kampf gegen Wahrheit und Dialog, wie er sich in Trumps You-Are-Fake-News-Gestus ausdrückt.

Außerdem bringt die ZEIT zum 30. Januar von Volker Ullrich zusammengestellte abwartende Reaktionen von Zeitgenossen auf Hitlers Amtsantritt vor 84 Jahren - auch auf Englisch erhältlich.


Links der Woche am 28.01.2017, 15:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 04/17

Der Wolf ist dem Menschen ein Vorbild

Die Überheblichkeit des Menschen, sich für die Krone der Schöpfung zu halten, ließ ihn fest daran glauben, den Wolf zum Hund domestiziert zu haben, schreibt Florian Schwinn in seinem Buch, aus dem ein Auszug bei Telepolis zu lesen ist. Allerdings spricht einiges dafür, dass sich die frühen Menschen evolutionär an den Wolf angepasst haben. (22.01.17)

Der Geist der Leere

Politische Narrative waren immer solche von Arbeit und Mangel. In den saturierten Demokratien des Westens aber herrscht ein Überfluss, der keinen Sinn mehr ermöglicht - für die Abgehängten, die bei rechtspopulistischen Erzählungen Zuflucht suchen, eh nicht. Fritz Breithaupt und Martin Kolmar raten in der NZZ, sich bei den Narrativen der Religionen zu bedienen. (23.01.17)

Menschen, so unbequem wie das Gewissen

Der in der Schweiz lebende russische Schriftsteller Michail Schischkin erinnert an die 1968 im Ostblock niedergeschlagene Opposition, deren später Sieg sich als Illusion entpuppte. Dissidenten mussten sich zu allen Zeiten gegen staatliche Repression behaupten und dagegen, von der Mehrheit als Verräter und Spinner betrachtet zu werden. (27.01.17)

Aus der Gefahr seinen Beruf machen

Hans Ulrich Gumbrecht schreibt in seinem FAZ-Blog über den Nietzsche-Band, der den Weg in seine Bibliothek aus der Hermann Görings fand. Der dicke Obernazi unterstrich darin fleißig den Begriff „Übermensch“, den Gumbrecht allerdings in Verbindung mit Nietzsches Zusammenbruch in Turin und Zarathustras Seiltänzer bringt - und damit effektiv zu entnazifizieren versucht. (28.01.17)

Bücher, Bücher, Bücher

Die FR bespricht Jan Assmanns jüngste Auseinandersetzung mit Monotheismen und ihrer Gewaltneigung, bei der er u.a. Carl Schmitts Theorie des Politischen heranzieht. +++ Außerdem in der FR: Eine kurze Rezension der „Geschichte des politischen Denkens“ von Otfried Höffe. +++ Aus Anlass seines neuen Buchs „Was für Lebewesen sind wir?“ wird in der taz Noam Chomskys Bedeutung als letzter Linksintellektueller der USA betont. +++ Der Freitag stellt Domenico Losurdos Untersuchung des Konzepts des Klassenkampfs vor, in dem allzu oft ein unterkomplexer Linkspopulismus die eigentlichen Kämpfe um „Anerkennung“ verstellt.

Weiteres zum Trumpismus...

Bereits letzte Woche sind einige Artikel erschienen, die aus Trumps Sprachstil auf seine Denkungsart zu schließen versuchten. Adam Soboczynski konzediert diese Woche in der ZEIT, dass der neue US-Präsi in der Tat überhaupt nicht wie ein Politiker spricht, sondern wie ein stil-, disziplin- und schamloses Großmaul, das die Effekthascherei faschistischer Rhetorik für sich entdeckt hat. Die FAZ wiederum berichtet von einem geistreichen Vortrag des Kunsthistorikers W.J.T. Mitchell über die „amerikanische Psychose“. In der taz schließlich erklärt der Leipziger Politologe Robert Feustel, der das „Wörterbuch des besorgten Bürgers“ mit herausgegeben hat, wie rechtspopulistische Sprache auf den Diskurs einwirkt.

Außerdemos von Sonstnochos:

Die erste Woche von Trumps US-Präsidentschaft war von allerhand „umstrittenen“ Erlassen geprägt, unter denen die angekündigte Einstellung der Förderung der Geisteswissenschaften ein marginaler (aber politisch konsequenter) ist. +++ Im Uniblog der FAZ überlegt Adrian Schulz, was die Verwendung von „Proseminar“ als Schimpfwort der gebildeten Stände mit der marktkonformen Universität zu tun haben könnte - und setzt sich mal in eines hinein. +++ Wo er schon unterwegs war, hat sich Schulz in der Woche darauf auch einen Science Slam angeguckt - ein hippes Format, das bloß „auf Krach und Bumm und Darm mit Charme ausgelegt“ ist. +++ Der Tagesspiegel stellt eine nicht ganz unbefangene Studie vor, die das Sozialistische Patientenkollektiv (SPK) jenseits von linkem Freaktum und „Kaderschmiede der RAF“ darstellt; hoffentlich ist das liebe SPK auch dieses Jahr wieder bei der Mainzer Minipressen-Messe vom 29. Juni bis 2. Juli 2017 dabei!


Links der Woche am 21.01.2017, 14:36 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 03/17

Wie Trump spricht und denkt

Seit gestern ist Donald Trump amtierender US-Präsident. Ursula Scheer hat für die FAZ eine sprachkritische Analyse seiner erratischen Rhetorik angestrengt. Jakob Biazza nimmt sich in der SZ auf ähnliche Weise Trumps Inaugurationsrede vor, die mit einer effektiven Holzhammersprache vernebelt und emotionalisiert, ohne etwas zu sagen. Da die Rede nicht - wie angekündigt - philosophisch, sondern einfach dumm war, versucht Josh Groeneveld für Huffington Post wenigstens Trumps Tweets einen philosophischen Gehalt abzuringen oder anzudichten.

Unn sünst?

Antirassisten in Greifswald freuen sich: Die dortige Uni hat sich von ihrem Namenspatron Ernst Moritz Arndt getrennt, wie die WELT meldet. +++ Den antiliberale Strömungen unserer Zeit kann man nicht mit Toleranz begegnen, schrieb Carlo Strenger 2015; der Freitag bespricht sein jüngstes Buch, einen „Wegweiser für unsichere Zeiten“. +++ Der Freitag stellt außerdem Wieland Elfferdings Einführung in die „Fragen der Philosophie“ vor.


Links der Woche am 14.01.2017, 15:40 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 02/17

Es geht bergab, nur noch schnelller.

Jochen Wegner hat sich für das ZEIT Magazin mit dem Science-Fiction-Halbgott und Schöpfer des Cyberpunk, William Gibson unterhalten. Es geht u.a. um den Blick künftiger Menschen auf uns, um Zeitreisen, um Ayn Rands schädlichen Einfluss und um die Dystopie aus Gibsons letztem Buch, die mit Trumps Wahlsieg von der Realität überholt worden ist. (11.01.17)

Oh, wie schön wäre Elite!

Der Konstanzer Evolutionsbiologe, Exzellenzfreund und Studentenbeschimpfer Axel Meyer fordert in der FAZ kurzum mehr Freiheit für Professoren. Die (also er) drohen von einer für „Governance und Profilbildung“ gestärkten Uni-Verwaltung gelähmt zu werden. Und im professoralen Wettbewerb gibt es aus politischen Gründen angeblich keine Verlierer, was aber genauso zur Elitenbildung nötig wäre wie Studiengebühren. (11.01.17)

Hauptsache Wahlfreiheit

Stuart Jeffries hat sich ausgiebig mit der Frankfurter Schule beschäftigt und erklärt im Freitag, warum Adorno et.al. alles schon immer geahnt haben - obwohl der heutige eindimensionale Konsumkapitalismus doch anders kam, als sich marxistisch geschulte Denker das vor Mauerfall und Ende der Geschichte hätten ausmalen können. (11.01.17)

Enteignet Zuckerberg!

Im Internet lässt sich mit Wahrheit und Originalität kein Geld verdienen. Paul Mason beschreibt im Freitag, unter welchen Bedingungen im Onlinekapitalismus produziert wird. Da die Politik unfähig oder nicht willens ist, die Monopole zu zerschlagen, müssen wir die sozialen Medien retten, d.h. vergesellschaften. (12.01.17)

Die Nation als Business

In einer Woche ist es soweit: Donald Trump wird US-Präsident. Dieter Thomä gibt in der NZZ einen Ausblick auf seine Amtszeit und überlegt, wie Trump in die Reihe seiner 44 Vorgänger passen soll. Als egofixierter Trickster macht er vor, dass der persönliche Triumph alles ist und dafür alles erlaubt ist. Vielleicht wird er aber bald an den Widersprüchen seiner opportunistischen Politik scheitern. (14.01.17)

Außerdemchen:

Die Technik wird immer sozialer, da muss die Technikfolgenabschätzung mitziehen, so empfiehlt ein Diskussionspapier, das in der FAZ vorgestellt wird. +++ Die taz ist ziemlich genervt von Byung-Chul Hans neuem Büchlein über die „Austreibung des Anderen“ und den „Terror des Gleichen“. +++ Die NZZ stellt Noam Chomskys neue Bücher vor, worin der 88-jährige Anarchosyndikalist einen Einblick in seine Anthropologie und in die globale US-Politik gibt.


Links der Woche am 07.01.2017, 15:29 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 01/17

Wie die neue Aufklärung aussehen müsste

Aus mehreren Gründen, die er in der ZEIT ausführlich darlegt, hält der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen den Begriff „postfaktisch“ für problematisch. Dahinter stecke die herablassende Kapitulation vor den Kräften der Gegenaufklärung, denen stattdessen mit mehr Diskurs und Transparenz begegnet werden müsste. (29.12.16)

Der neue Humanismus aus den USA

Geisteswissenschaftler pflegen eine traditionelle Geringschätzung für die Naturwissenschaften. Das empfand John Brockman als Irrweg, rief eine dritte Kultur aus und gründete edge.org, wo alljährlich Preisfragen ausgegeben werden, wie René Scheu in der NZZ schreibt und eine Auswahl der Antworten auf die diesjährige Frage bringt, welche wissenschaftlichen Begriffe oder Ideen breiter bekannt sein sollten. (05.01.17)

Produktion von Sinn und Schönheit

Für den Wissensteil der FAZ hat Ulf von Rauchhaupt den Dichter Raoul Schrott und den Jesuiten Stefan Bauberger zum Gespräch gebeten. Es geht um das schwierige Verhältnis von Kunst bzw. Religion zu den Naturwissenschaften, das von Berührungangst und Missverständnissen geprägt ist. (06.01.17)

Das Weitere und Engere:

Auf Facebook sammelt Der goldene Aluhut die schrägste Äußerungen aus den paranoiden Filterblasen der Verschwörungstheoretiker und Eso-Spinner. Um sich in deren abgefahrene Konstrukte einzuarbeiten, kann man sich das Lexikon „gängiger Welterklärungsversuche“ reinziehen, das der Freitag zusammengestellt hat. FNORD. +++ In der FR wendet sich der Philosoph Markus Tiedemann seit einiger Zeit mit offenen Briefen an Fanatiker aller Art. +++ Telepolis informiert über den Versuch des Kulturhistorikers Christopher Goodey, den Transhumanismus auf konservativ-christliches Denken zurückzuführen. +++ Die NZZ würdigt den Philosophen Dieter Henrich zu seinem 90. Geburtstag. +++ Ein harter Spaß für den Hobby-Medienmacher: Auf archive.org sind 520 Stunden Bild- und Tonmaterial von Donald Trump versammelt - mitsamt Such- und Schnittfunktion, um zu dokumentieren, dass der nächste US-Präsident sich gar nicht darum schert, was er so daherquatscht, und trotzdem oder deswegen gewählt worden ist.


Links der Woche am 31.12.2016, 15:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 53/16

Anderswo ist’s auch scheiße.

Nach wie vor jährt sich die Veröffentlichung von Thomas Morus’ „Utopia“ zum 500. Mal. Für die ZEIT hat sich Thomas Assheuer darum ausführlich mit dem revolutionären Traum von einer besseren Welt im Irgendwo befasst, der eigentlich eine Sozialkritik des Frühkapitalismus ist und zu ihm ein auf den zweiten Blick genauso beklemmendes Gegenbild entwirft. Dennoch gibt es was zu lernen. (29.12.16)

Destillat aller Science Fiction

Stanislaw Lems Technikphilosophie kulminierte 1964 in der „Summa technologiae“. Für Telepolis hat Wolfgang Neuhaus das halbvergessene Werk noch einmal zur Hand genommen, das systematisch künftige Existenzmöglichkeiten aufzuzählen versucht und mit vielen Vorhersagen zur technologischen Entwicklung richtig lag. (29.12.16)

Niemand ängstigt sich wie die Deutschen

Was es alles gibt! Gefühlshistoriker zum Beispiel - mit zweien von ihnen, Frank Biess und Bettina Hitzer, unterhält sich der Tagesspiegel über die spezifisch deutsche Gefühlswelt, namentlich die German Angst, deren historisch-philosophische Wurzeln die beiden untersucht haben. (30.12.16)

Mal was ganz anderes lesen?

Eva Lüdi Kong hat in jahrelanger Arbeit den 1.200-seitigen chinesischen Klassiker „Reise in den Westen“ (=zu Buddha nach Indien) ins Deutsche übersetzt. Mark Siemons zeigt sich in der FAZ fasziniert und begeistert von dem fremdartigen Epos mit seinen philosophisch-religiösen Ausschweifungen und seinem anarchischen Witz. (30.12.16)

Das Jahr des Hiob

Was soll man nur vom zu Ende gehenden Jahr 2016 halten, fragt sich Dirk Gieselmann in der ZEIT. Es hat uns die Rechnung für unser bisher so sorgloses Leben hingeknallt und damit zutiefst gekränkt und verunsichert. Nun gilt es, die passende Musik zu suchen, um damit klarzukommen, dass der nächste Tiefpunkt folgt. (30.12.16)

Neue Bücher:

Die NZZ bespricht Kurt Steinmanns neue Übersetzung der Orestie von Aischylos - mit spürbarer Wehmut nach der alljährlichen Selbstvergewisserung der Polis im Theater. +++ Die FR empfiehlt Sarah Bakewells unterhaltsamen Spaziergang durch die Philosophie des 20. Jahrhunderts, „Das Café der Existenzialisten“. +++ Tal Sterngast blickt in der taz mit der liebevoll gestalteten Neuausgabe von Salvador Dalís unappetitlich-surrealistischem Kochbuch „Die Diners mit Gala“ auch zurück auf das Jahr 2016.

Kommentare zu Berlin

Der Psychologe Ahmad Mansour kommentiert im Tagesspiegel die Verschwörungstheorie-Gläubigkeit rund um die Papiere des Attentäters, die am Anschlagsort gefunden wurden. Der Politologe Herfried Münkler rät in der ZEIT, die Sicherheitsorgane ihre stille Arbeit machen zu lassen und Angstpolitiker nicht weiter mit Wahlerfolgen zu unprofessionellem Gerede zu ermuntern.

Et cetera:

Zu den wenigen Prominenten, die 2016 nicht gestorben sind, gehört Hermann Lübbe, den die NZZ zu seinem heutigen 90. Geburtstag würdigt. +++ Gina Thomas empfiehlt in der FAZ einen Besuch der neuen Mathematik-Galerie im Londoner Science Museum, das auch für Mathe-Allergiker faszinierend sein dürfte. +++ Endlich mal wieder was von Georg Seeßlen! Im Freitag setzt er sich gewohnt klug mit der Intrige als Werkzeug der Macht auseinander. +++ Denken Sie dran: Ein Lichtwolf-Abo ist nur noch heute für 26,80 Euro zu haben, sobald das elende Scheißjahr vorbei ist, kostet ein Jahr „Zeitschrift trotz Philosophie“ 29,80 Euro!

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