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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
1. Georg Seeßlen (68)
2. Martin Heidegger (56)
3. Slavoj Žižek (50)
4. Kapitalismus (40)
5. Peter Sloterdijk (38)
6. Hans Ulrich Gumbrecht (31)
7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 10.03.2012, 14:03 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 10/12

Sei empowert und sei froh, und putz' nochmal das Kunden-Klo!

Schon gewusst? "Kik" ist ein Akronym für "Kunde ist König". Thomas Ebermann hat die Steigerung des Psychoterrors für Arbeitnehmer, nämlich firmeninterne Motivationshymnen, für die Theaterbühne aufbereitet und lässt sie dort u.a. von Schorsch Kamerun (Goldene Zitronen) zu Gehör bringen, so erzählt die taz. (05.03.12)

Comedia dell’Arte in unserer Gesellschaft

Markus Metz und Georg Seeßlen hauen pro Jahr mindestens ein profundes Buch zur Seelen- und/oder Popkultur-Lage heraus. 2012 eröffnen sie dieser Tage mit "Bürger erhebt euch!", die taz bringt einen begriffsklärenden Vorabdruck aus dem Buch, das eine gefährliche Spannung zwischen progressivem Citoyen und konservativem Bourgeois diagnostiziert. (06.03.12)

Langsamkeit und Verbrauch

Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia rechnet in ihrem FAZ-Blog die Theorie Ivan Illichs durch, man sei unter Berücksichtigung aller Kosten mit dem Auto kaum schneller als mit dem Fahrrad. Nicht nur das Ergebnis ist faszinierend, auch der Gedankenrahmen, demzufolge "power" korrumpiert - politische wie elektrische "power". Illich empfahl darum schon anno 1973 eine gesellschaftliche Energiediät. (06.03.12)

cf. Wachowski, A. & L.: "Matrix" (1999)

Vor zwei Wochen ging es um die Art, wie Philosophen - namentlich Axel Honneth - in Film und Literatur Quellen zur Illustration ihrer Theorien finden. Susanne Schmetkamp führt im Theorieblog die Diskussion über das rechte Verhältnis weiter und kommt zu dem Schluss, Philosophie und Narration bereicherten einander. (07.03.12)

Schwarmintelligenz statt Fürstengeist?

Die Ansicht, Netzwerke und Moral seien affirmative Scheiße, die einzig den Herrschenden zum Machterhalt dient, scheint schon etwas älter zu sein. Sie nämlich hat Machiavelli zur Suche nach einer neuen Ordnung zwischen Volk und Herrscher getrieben, so der Tenor von Volker Reinhardts biographischem Buch "Machiavelli oder Die Kunst der Macht", das Cord Riechelmann in der FAZ bespricht. (08.03.2012)

Nicht zurückblicken

Das Wortspiel macht's nicht falsch: "In Würdigung seiner kapitalen Geschichte hat Europa Griechenland stets hohen Kredit eingeräumt." Unter dieser Prämisse untersucht Manuel Gogos in der NZZ das krasse Verhältnis zwischen dem Griechenland als Wiege abendländischer Kultur und dem Griechenland unterm Joch der Sparkommissare. (09.03.12)

Das Weitere und Engere

In der ZEIT weist Frank Schäfer auf ein neues Buch voller Interviews mit Hunter S. Thompson hin. +++ Genf hat sich mit seinem wohl berühmtesten Citoyen ausgesöhnt und wird Rousseau zu seinem diesjährigen 300. Geburtstag mächtig feiern, meldet die NZZ. +++ Suhrkamp zögert, die Übersetzung einer Trotzki-Biographie von 2009 herauszubringen - weil sie mit liebgewonnenen Mythen aufräumt, wie Lorenz Jäger in der FAZ spekuliert? +++ Gleich zwei Nervensägen in einer Meldung? Das geht: Schlotterdeik weiß schon jetzt, Gauck werde "uns" pastoral auf die Klötze gehen.


Links der Woche am 03.03.2012, 14:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 09/12

Schaden und Nutzen

Falls Rot-grün, Occupy und NABU hierzulande noch ein Dokument zur Wiederbelebung und Blockbildung fehlte, liegt es nun aus der Feder von Naomi Klein in den Blättern für deutsche und internationale Politik vor: Die Rechte leugnet den Klimawandel, weil sie von dem System profitiert, das ihn forciert. Im Umkehrschluss sind der Kampf gegen den Klimawandel und der für eine gerechtere Wirtschaftsform derselbe.

Geistreich und bildungsarm

Bei uns wohnt die "Wissensgesellschaft" in der "Bildungsrepublik". Andrea Roedig hegt im Freitag allerdings Zweifel an den Segnungen einer Bildungsinflation, die sich darin äußert, dass ein hohes Bildungsniveau - zumindest den Geisteswissenschaftler - weder sicheren Job noch hohes Gehalt bescheren, und dass Wissen zur Ware wird, die um des Profits willen massenhaft und billig auf Halde produziert wird. (27.02.12) (Ein gutes altes Beispiel für das gebildete Prekariat gibt der Privatdozent ab, mit dem sich Stefan Laube in der FAZ beschäftigt. Auf Laubes "Versorgungsmentalität" antwortet ein mit dem Status quo sehr zufriedener Volker Rieble.)

Reiche nie aus den Augen lassen

Und wenn Sie jetzt noch immer keinen Hals auf die Besitzenden haben, tun Sie sich noch das rein: Die taz stellt via dpa eine der beliebten US-Studien vor, die Vorurteile bestätigen. Fahrer dicker Autos wirken demnach nicht nur rücksichtsloser, sie sind es auch, und Reiche greifen im Gegensatz zu Armen eher mal anderen in die Tasche. (28.02.12)

Aus Schaden klug

Trost finden die zu kurz Gekommenen in der FAZ, wo Christian Geyer (eher kritisch) Reinhart Kosellecks weitgehend psychologiefreie Erkenntnistheorie des Besiegten vorstellt. Demnach können Niederlagen zumindest die Historiker scharfsinniger machen. (21.02.12)

Ungenormter Sonnenumlauf

Na, haben Sie das Beste aus dem 29. Februar gemacht, den es dieses Jahr mal wieder als Dreingabe zu den üblichen 365 dazu gab? Wie und warum das mit den Schaltjahren bzw. -tagen so ist, erklärt Klaus Bartels in einem höchst lesenswerten NZZ-Beitrag zur globalen Kalendergeschichte. (01.03.12)

Zumutung Freiheit

Freiheit ist schön, macht aber viel Arbeit. Drum ist der Liberalismus wenig sexy, aber notwendig, so der Tenor des Aufsatzes von Gerhard Schwarz in der NZZ. (02.03.12)


Links der Woche am 25.02.2012, 15:49 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 08/12

Kaufkraft statt Strahlkraft

Frank Schirrmacher hat schon seit einer Weile einen Selbstkritischen: 2011 erwog er, die Linken könnten mit ihrem Urteil über den Kapitalismus vielleicht doch nicht ganz falsch liegen. Nun nimmt er den Abgang Christian Wulffs zum Anlass, mit dessen und seiner eigenen Babyboomer-Generation abzurechnen, die alles verjubelt hat, was ihr in den Schoss fiel. (19.02.12)

Kunst im Zeugenstand

In der Tradition der alten Frankfurter Schule nimmt sich Axel Honneth das Recht heraus, in der Kunst - insbesondere in Film und Literatur - eine produktive Zeugin für die gesellschaftlichen Pathologien zu haben, denen er mit der Theorie auf den Fersen ist. Thomas Assheuer fragt in der ZEIT, ob die Philosophie sich der Kunst bedienen darf, und gibt Beispiele für das Ge- und Misslingen dieser Art von Erkenntnisstiftung. (20.02.12)

Manche sagen so, andere anders

Der Wissenschaftstheoretiker Martin Kusch hat eine interessante Biographie und landet nun in Wien, wo er nächste Woche seine Antrittsvorlesung über den Relativismus hält. Klaus Taschwer portraitiert im Standard den Mann und seine wissenschaftssozialogisch bedingt relative Haltung zum Relativismus. (21.02.12)

Si tacuisses

"Pop-Philosoph" Dietmar Dath und Chemieprofessorin Barbara Kirchner haben ein Buch geschrieben zur Remedierung der Aufklärung, die als "intellektuelle Kriegsmaschine" erfunden wurde, wie die taz meldet. Rudolf Walther stellt - ganz und gar nicht begeistert - das Buch vor, das mit Marx/Engels/Bloch dem bislang noch Ungedachten auf der Spur sein will. (22.02.12)

Außerdemstens:

Heinz Rudolf Kunze ("Dein ist mein ganzes Herz") wünscht sich entweder Otto Rehhagel als neuen Bundespräsidenten - oder Peter Sloterdijk. +++ Neues Deutschland bespricht Herbert Schnädelbachs Buch über das, was Philosophen wissen, zum Beispiel: "Philosophie hat im bildungsbürgerlichen Mittelstand Konjunktur und nimmt heute etwa die Bedeutung ein, die vor 100 Jahren die Hausmusik hatte." +++ In der FAZ bespricht Nils Minkmar geradezu hymnisch das Gärtner- und Denkbuch, mit dem Jakob Augstein die Vita Activa ins 21. Jahrhundert aktualisiert. +++ Seien Sie noch einmal herzlich daran erinnert, an der Wahl der Beiträge teilzunehmen, die im Jubiläumsbuch zur Feier von zehn Jahren Lichtwolf enthalten sein sollen: Abstimmung und Gewinnspiel laufen nur noch bis Mittwoch!


Links der Woche am 18.02.2012, 14:02 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 07/12

Das Ohngefähre

Der Quantenphysiker Josef Honerkamp staunt in den Scilogs über die Probleme, die sich Philosophen mit der logischen Unbestimmheit von Begriffen machen. ("Ab wann ist eine Ansammlung von Körnern ein Haufen?") Das Ideal ist natürlich die Mathematik, die mit eindeutigen Begriffen unanfechtbare Beweise führen kann. Aber Honerkamp tröstet mit Popper, die Begriffe müssten ja bloß "so exakt sein, wie es die Problemsituation erfordert". (14.02.12)

Das bessere Leben

Melanie Mühl, Jahrgang 1976, gehört zur Generation, die es einmal nicht besser haben wird als ihre Eltern, mit denen dennoch keiner tauschen will. Immerhin schreibt Mühl (hoffentlich bezahlt und unbefristet) für die FAZ - und zwar über das Lebensgefühl ihrer Generation zwischen ernüchtert, engagiert, überqualifiziert und auf sich selbst zurückgeworfen. (14.02.12)

Du bist deine Krankheit

Vom Toxoplasmose-Erreger weiß man, dass er Mäuse leichtsinniger macht, um über sie in seinen eigentlichen Zielwirt Katzen zu gelangen. Im FischBlog stellt Lars Fischer eine Studie vor, die nahelegt, dass auch das Grippe-Virus das Verhalten seiner Gastgeber beeinflusst: Probanden hatten nach der Grippeimpfung mehr Sozialkontakte als sonst - damit sich das Virus besser verbreiten kann? (15.02.12)

Akademisches Nadelöhr (50 %)

Karlsruhe hat gesprochen: Die W-Besoldung für die Professorenschaft ist verfassungswidrig. Die (meist Bruch-)Zahlen der akademischen Besoldungspraxis und deren Wurzeln in der Hochschulreform anno 2002 legt Markus A. Dahlem in den Scilogs dar und plädiert für mehr Transparenz und Offenheit im Oberbau. (17.02.12)

Das Weitere und Nähere

IM SZ Magazin informiert uns Peter Praschl über die Streichung der Schreibschriften zugunsten einer Grundschrift in der Grundschule - und über die erwartbare Furcht vor einem Kulturverlust. +++ An dieser Stelle wurde bereits mehrfach auf den kuriosen Konnex von Dichtern und Diktatoren hingewiesen, den nun auch noch einmal Thomas Thiel in der FAZ aufgreift. +++ Gleichfalls bereits mehrfach wurde hier auch auf Kritik an Wissenschaftsverlagen hingewiesen; in der FAZ berichtet Philip Plickert über den aktuellen Boykottaufruf gegen Elsevier.


Links der Woche am 11.02.2012, 14:07 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 06/12

Die Katastrophe und das Denken

Das Erdbeben von Lissabon gab 1755 der Theodizee-Frage neuen Schwung. Nicht nur Voltaire geriet angesichts der Katastrophe in Zweifel über eine angeblich harmonische, sinnvolle Weltordnung. Bei Glanz & Elend beschreibt Karim Akerma sehr schön, wie Rousseau - der zur Anthropodizee übergeht - und Kant - der das Gute hinter dem Unglück sucht - mit der Erschütterung umgegangen sind.

Wie einst Georg Heym

Staunende Betrachtungen zur Jahreszeit stellt Jörg Friedrich im Freitag an, wenn er den Blick auf die derzeit gefrorenen Seen richtet: Wo sonst höchstens Seevögel oder Jesus unterwegs sind, tummeln sich nun die Fußgänger, von der Sensation des sonst Unbegehbaren in den Übermut getrieben. (09.02.12)

Alles richtig falsch?

Wenn schon, denn schon: Das Peinliche am Plagiatsfall Guttenberg war die Heimlichtuerei. Walter Benjamin dagegen wollte mal ein Werk verfassen, das nur aus Zitaten besteht. Dieses Projekt wurde im Jahr 2000 von einem Studenten des Wiener Philosophen Herbert Hrachovec umgesetzt. Wie er als Prüfer mit dieser Diplomarbeit umging, die geisteswissenschaftliche Selbstverständlichkeiten herausfordert, erklärt Hrachovec beim ORF. (10.02.12)

Gucken kostet was

Wissenschaftsverlage stehen in der Kritik: Staatlich bezahlte Forscher müssen, um in der scientific community was zu gelten, in ihren Magazinen publizieren, welche dann wiederum für teures Geld von öffentlich finanzierten Bibliotheken abonniert werden müssen. Ulrich Herb berichtet im Freitag vom Boycott-Aufruf des Mathematikers Tyler Neylon. (11.02.12)

Drei ehrenwerte Herren

Klaus Theweleit wird 70, die FAZ gratuliert. Die ZEIT bespricht das neue Buch des Soziophilosophen Amitai Etzioni: "Vom Empire zur Gemeinschaft". Wer sie gestern auf Deutschlandradio Kultur verpasst hat, möge heute Abend um 23 Uhr den Deutschlandfunk einschalten: Die lange Nacht über Alexander Kluge.


Links der Woche am 04.02.2012, 15:02 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 05/12

Anarchismus immer und überall

Die Occupy-Bewegung ist links, aber bemerkenswert unsozialistisch. Ob der Anarchismus der zeitgemäße Utopieversuch ist, fragt Uwe Ebbinghaus in der FAZ, und stellt zunächst einmal das Fehlen einer ideologischen Kontinuität fest. Die aber muss kein Mangel sein, sondern ist vielmehr Gemeinsamkeit vieler anarch(ist)isch geprägter Protest-, Revolutions- und Bewältigungskulturen. (30.01.12)

SNAFU

Im Tagesspiegel unterhält sich Angelika Brauer mit Axel Honneth über die wachsende Kluft zwischen arm und reich, die einerseits der Kritischen Theorie zu neuer Aktualität verhilft, andererseits von einem Mangel an öffentlicher Empörung begleitet ist. Intellektuelle spielen dabei normalisierte Rollen. (02.02.12)

Genug Wissen für alle

Hans-Werner Sinn will mehr vom Sachverstand geleitete Politik. Michael Blume erklärt in den Chronologs warum diese zunächst einleuchtende Forderung weder der Politik noch der Wissenschaft nützt. Denn auch letztere lebt vom Engagement aller und nicht nur der Eliten, drum sein Aufruf an jeden, sich in die Wissenschaften zu stürzen! (03.02.12) (vgl. dazu die Essay-Reihe von Stefan Schulze Beiering, deren Kritik der Geisteswissenschaften sich vor allem gegen deren Elitarismus richtet.)

Nachbar Frankfurter Schule

1955 kehrte Ulrich Sonnemann in das Land zurück, aus dem er vor den Nazis fliehen musste, und schrieb fürderhin zur "Einübung des Ungehorsams in Deutschland", u.a. mit "Vorstudien zur Sabotage des Schicksals" und anderen vielversprechenden Titeln, die uns Uwe Justus Wenzel in der NZZ zum 100. Geburtstag Sonnemanns vorstellt. (04.02.12)

Anderswo:

Augsburger aufgepasst: Im Dr. Hofweber Institut findet kommende Woche der letzte Philosophie Slam statt. +++ Die Konkurrenz schläft nicht: Werben&Verkaufen meldet, dass "Philosophie Magazin" und "Hohe Luft" mit den Verkaufszahlen ihrer ersten Ausgaben zufrieden sind und in Serie gehen wollen.


Links der Woche am 28.01.2012, 14:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 04/12

Räsonniert, aber gehorcht!

Anlässlich des 300. Geburtstags Fritz-zwos geht Ottfried Höffe in der FAZ ausführlich der Frage nach, ob sich unter seinem aufgeklärten Absolutismus in Preußen eine platonische Philosophenherrschaft etabliert hatte, wie sie zuletzt unter Marc Aurel in Rom herrschte. Der Wille, Tugend und Macht zu vereinen, war jedenfalls von Generationen von Philosophen anerkannt. (22.01.12)

Simpel, mutig, Kunst

Kerstin Holm weist leider nur in einer kurzen Glosse bei der FAZ auf den weißrussischen Aktionskünstler Denis Limonow hin, der sich und seine Gruppe der Mitwirkung an den Sprengstoffanschlägen auf die Minsker U-Bahn bezichtigt hat. Dadurch können die beiden Handwerker, die ohne Beweise und aufgrund (mutmaßlich unter Folter erzwungener) Geständnisse zum Tode verurteilt wurden, vorerst nicht hingerichtet werden. (24.01.12)

Erschüttert

Japan setzte auf den Staat und die technische Herrschaft über die Naturgewalten. Nach Tsunami, Kernschmelze und einer überforderten Regierung sind die japanischen Grundfesten ähnlich erschüttert wie die Inseltektonik. Da es aber auch nicht ohne geht, steckt Nippon in einer Zwickmühle, die Florian Coulmas in der NZZ anschaulich schildert. (25.01.12)

Denkt doch an die Kinder statt an "Inquisitionsschlampen hart gedehnt IV"!

Bei der WELT geht es nicht immer bloß um Weltkrieg und Kulturverfall, auch in der Pornographietheorie ist das Springerblatt ganz groß. (Erinnert sei an das von Sachkenntnis strotzende Interview, das Jan Küveler mit Porno-Kali Sasha Grey geführt hat.) Pornokonsum kostet die Wirtschaft Zeit und also Geld, passt nicht recht zum hehren Ideal vom guten und edlen Menschen und gibt doch einen der besten Anlässe ab, um Paternalismus und Liberalismus gegen einander abzuwägen, wie es der britische Philosoph Alain der Botton in der WELT also tut. Deutlich liberaler waren da die Schlüsse, die Augušt Maria Neander in seinen entsprechenden Betrachtungen zur Pornographie im Lichtwolf gezogen hat.

Auf jedem Schiff, das dampft und segelt

Auffällig oft verweisen wir auf Artikel des (längst nicht mehr ganz so) bürgerlichen FAZ-Feuilleton - weil es nun einmal eines der Besten ist. Dies wurde diese Woche wieder unter Beweis gestellt durch Marcus Jauer. Ausgehend von Jean-Luc Godard, der die "Costa Concordia" als Drehort seiner Kapitalismusparabel "Film Socialisme" auswählte, schlägt Jauer den Bogen zum Francesco Schettino als auch vor Ort anzutreffende Führungsfigur, die - wenn die Kacke am Dampfen ist - nichts mehr von ihrer Verantwortung wissen will. (26.01.12)

Das Weitere und Nähere

Das Ende der Schokobanane? Im Fischblog erklärt Lars Fischer, wie der Klimawandel sowohl Kakao- als auch Bananenplantagen bedroht. +++ Rudolf Walther berichtet für die taz von einem prominent besetzten Kongress zur Klärung der Begriffe Communitas, Commune, Communismus. +++ Ebenfalls in der taz schreibt Ambros Waibel den Nachruf auf Carl Weissner, den Mann, der Bukowski erfand und ihm diese Woche für immer in den Weinkeller des Todes folgte. Drei Wochen zuvor hatte Waibel Weissner noch die Hauptrolle in seiner Schreibcafé-Kolumne gewidmet.

Rezensionen

Die ZEIT bespricht Martin Hartmanns Buch über Vertrauen in Politik und Alltag und Martin Seels Buch über Tugenden und Laster (ambivalent wie die Werkthese selbst). In der NZZ zeigt sich Roman Veressov nicht glücklich mit Michael Fischs Foucault-Biographie.


Links der Woche am 21.01.2012, 15:14 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 03/12

Wer hat, der hat

Mit viel Ernst Bloch im Gepäck behandelt Martin Seel in der NZZ die Frage, wie sich Tugenden und Laster in ein gesundes Verhältnis setzen lassen. Das Haben ist - in Persönlichkeit und Konsum - so wichtig wie das Habenwollen und auch die Freuden des Verzichts sind nicht zu verachten. (14.01.12)

Ockhams Bart

John Brockmans Onlinemagazin "The Edge" zielt auf die Symbiose von Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften und hat die Schlauköpfe seines Umfelds gefragt: "Welche tiefe, elegante oder schöne Erklärung gefällt Ihnen am besten?" Alan Posener stellt in der WELT das Projekt und einige Beiträge vor. (17.01.12)

Fuck art, let's fuck

In Russland ist alles etwas extremer: Winter, Politik, Kunst. Kerstin Holm stellt uns in der FAZ die russische Künstlergruppe "Woina" ("Krieg") vor, zu deren Kunstprojekten abgefackelte Polizeiautos gehören und die dem Kapitalismus zum Trotz so leben wie Gorkis Barfüßler, die uns das IPuP in Lichtwolf Nr. 34 vorgestellt hat. (19.01.12)

Außerdem:

Das Philosophische Quartett mit Schlotterdeik und Safranski wird 10 Jahre alt. Hurra. +++ Die NZZ weist auf den neuen Essayband des letzten Wiener Kaffeehaus-Philosophen Frank Schuh hin, der Liebe, Kunst und Tod behandelt.


Links der Woche am 14.01.2012, 14:18 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 02/12

Bloggen wie einst Dilthey

Das Culture-to-go-Blog meldet, im Netz werde unter Geisteswissenschaftlern debattiert, ob Bloggen unseriös sei und der Reputation schade. Die Debatte ist dort mit vielen Links dokumentiert. Auf digiwis.de gibt es eine aktuelle Liste von Historiker-Blogs. Die WELT verweist auf das Blog Münchner Theologe Gerd Häfner. Bei den BrainLogs hat Beatrice Lugger eine Liste der twitternden deutschen und internationalen Wissenschaftsinstitutionen zusammengestellt.

Für Hände voll Dollars

Seit mit Muhammad Yunus 2006 erstmals ein Banker den Friedensnobelpreis erhielt, ist die Kritik an den von ihm populär gemachten Mikrokrediten gewachsen. Kathrin Hartmann fasst sie in der FR zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Hilfe zur Selbsthilfe die Fortsetzung des Neoliberalismus mit den Mitteln der Entwicklungspolitik ist und nur den Banken nutzt. (10.01.12)

Nach oben geht es ins Netz

Statt Neugier sind Netzwerke heute das Kernmerkmal erfolgreicher Wissenschaftler. Germanist Peter-André Alt beschreibt in der FAZ, wie die Neugier aus ihrem kirchlichen Bann befreit wurde und heute vor akademischer Karriere-Taktik ins Hintertreffen gerät, bis die Selbstvermarktung unhinterfragt als wichtigstes Qualitätskriterium in der Wissenschaft gilt. (10.01.12)

Neue Sportpanzer für die Postdemokratie

Vor einem halben Jahr wurde hier auf Dieter Kaags lesenswerten Essay über SUVs hingewiesen. Diese Woche nun stand in der FAZ ebenfalls ein Artikel, der auch für unvierrädrige Verkehrsteilnehmer von Interesse sein dürfte: Niklas Maak berichtet von der internationalen Automesse in Detroit bzw. eher von der in Chrom gegossenen Sozialneurose. (12.01.12)

Ein Krieg muss her!

Der Schriftsteller Ingo Schulze hat bereits den Untergang eines Systems miterlebt und jahrelang mit der Faust in der Tasche zugesehen, wie Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden. Jetzt haut er in der SZ auf den Tisch und bringt seine Thesen gegen die selbstverständlich gewordene Ausplünderung der Gesellschaft vor. (12.01.12)

Unn sünst?

Eine Liste von 20 Filmen, die jedem Philosophie-Studenten ans Herz zu legen sind, gibt es bei Accredited Online Colleges: http://www.accreditedonlinecolleges.com/blog/2010/top-20-movies-for-philosophy-students +++ Apropos Film: Demnächst gibt es eine Doku über das Leben von William S. Burroughs. +++ Die Politologen sind alle durch, nun kommen die Ethiker dran: Martin Seel über die Angelegenheit Wulff.


Links der Woche am 07.01.2012, 14:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 01/12

Hannah: The Movie

Nicht Montana, sondern Arendt: Die "Information Philosophie" meldet den Beginn der Dreharbeiten von Margarete von Trothas Film über Hannah Arendt (gespielt von Barbara Sukowa, Axel Milberg als Heinrich Blücher, so das Luxemburger Tageblatt), der im Oktober in die Kinos kommen soll.

Das Durcheinander der Dinge

In der ZEIT referiert Elisabeth von Thadden über die Begriffsgeschichte der Ordnung, vom Kosmos der Vorsokratiker über die antike Physik und neuzeitliche Taxonomie bis zur Einsicht der Humboldt-Nachgeborenen, dass in der Welt ein heilloses Durcheinander herrscht und das einst gefürchtete Chaos als relative Ordnung in alle Wissenschaftsbereiche einzieht. (06.01.12)

Alles auf null

Mit der viel beschworenen Chancengleichheit wird es nichts, solange sich die Regierung nicht dazu durchringt, endlich einen richtigen Kapitalismus durchzusetzen. Darum plädiert der Wissenschaftsphilosoph Ulrich Kühne in der taz für eine 100-prozentige Besteuerung von Erbschaften, die ein gesellschaftlich schädliches Relikt des Feudalismus darstellen. (07.01.12)

Das Weitere

Umberto Eco wird 80, Stephen Hawking wird 70. +++ Die FAZ bespricht zwei inzwischen nicht mehr ganz so neue Bücher über Hegel von Robert Pippin und Susan Buck-Morss. +++ Medienphilosoph Peter Weibel würde laut WELT gerne Cyborg werden: Transhumanismus als letzte Chance, mit dem Internet klarzukommen.



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