Einige Funktionen dieser Website setzen die Speicherung von Cookies auf Ihrem Rechner voraus. Darüber hinaus verwenden wir Cookies von Google, um Anzeigen zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Mehr erfahren Sie in den Datenschutzbestimmungen des catware.net Verlags.

Ok, einverstanden!

lichtwolf.de / Themen / Links der Woche

Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
1. Georg Seeßlen (68)
2. Martin Heidegger (56)
3. Slavoj Žižek (50)
4. Kapitalismus (40)
5. Peter Sloterdijk (38)
6. Hans Ulrich Gumbrecht (31)
7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36


Links der Woche am 28.07.2012, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 30/12

Humboldtscher Dämon

Ein Text, der diese Woche große Aufmerksamkeit in der denkenden Blogosphäre fand, beschäftigt sich mit der Digitalisierung der Geisteswissenschaften. Thomas Thiel berichtet in der FAZ vom Hamburger Treffen der Digital Humanities, die sich der Pflege der elektronischen Infrastruktur und informationellen Methodik verschrieben haben. (24.07.12)

Der Penis Gottes

Die Sommerdebatte um Blasphemie und Beschneidung ist inzwischen selbsterhaltend geworden. In der FAZ blickt Robert Spaemann, der früher mal Philosoph war, mit Neid auf den islamistischen Rigor und fordert die Unterstützung der christlichen Minderheit hierzulande durch weltliche Gesetzgebung. Den Katholiban reichen Hiob und Psalme nicht mehr, Jesu Mutter erkennt Geschlechtskrankheiten am Geschmack und so viel Penis war nie: Während Facebook das Titelbild des aktuellen ZEIT-Magazins sperrt, weil der Pimmel darauf gegen Facebooks AGB verstößt, stellen Unbekannte mitten in Bremen einen Pappmaché-Penis auf, und Elisabeth Raether fragt in der ZEIT: Wieso das alles? Denn sogar Hans-Ulrich Gumbrecht nimmt sich in seinem FAZ-Blog der Penisse an.

Weiteres zur Demokratie

Die Demokratie hat sich unter den Selbstbezeichnungen von Staaten als beliebteste durchgesetzt, aber - so Hans Maiers Überlegung in der NZZ-Reihe zur Volksherrschaft - entwertet das den Begriff nicht? Vielerorts ist er kaum mehr als ein solcher und ruft ansonsten weder die Begeisterung noch die Skepsis früherer Tage hervor. Die enge Verbindung von Kapitalismus und Demokratie hat sich jedenfalls als Trugschluss erwiesen, führt Slavoj Žižek im Cicero aus. Wladimir Putin und Silvio Berlusconi haben/hatten Macht einzig, weil sie sie von einem demoralisierten Wahlvolk forderten, dem jede Vulgarität zuzumuten ist. Dagegen sieht Ludger Schwarte die Demokratie hierzulande von Gesetzen erstickt.

Langeweile ist, was man draus macht

In der NZZ weist Psychiater Daniel Hell auf philosophische und religiöse Umgangstraditionen mit dem Schreckgespenst der Moderne hin, der Langeweile nämlich. Ihr zu entrinnen ist für Pascal und Kierkegaard anthropologische Konstante, ihr standzuhalten für frühchristliche Eremiten eine Herausforderung, der Heidegger Eigentlichkeit abgewinnt. (27.07.12)

Außerdemos:

Die Rechtssoziologin und Hegelianerin Gertrude Lübbe-Wolff ist mit dem Hegel-Preis ausgezeichnet worden (nicht mit dem Hegel-Preis). +++ Björn Vedder gibt im Titel-Magazin einen kurzen Überblick über Bücher von feuilletontauglichen Denkern zu feuilletontauglichen Themen. +++ Die taz stellt den Kurzfilm „Greece, Year Zero“ vor, in dem Sokrates mit der aktuellen Verelendung Athens konfrontiert wird, die ihm bekannt vorkommt. +++ Falls Sie jetzt schon von Olympia 2012 genervt sind - der taz-Schreckschraube Deniz Yücel geht's aus Gründen genauso.


Links der Woche am 21.07.2012, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 29/12

Schnippschnapp

Seitdem das Kölner Landgericht die Beschneidung von Jungen als Körperverletzung gewertet hat, tobt eine Debatte um Kindeswohl und Religionsfreiheit. Julian Nida-Rümelin denkt im Gespräch mit dem Deutschlandradio Kultur nicht nur an muslimische und jüdische Kinder, sondern auch an die Mediziner und macht Werbung für praktische Philosophie. Auch der blinde Hund hat ein paar Anmerkungen zur Beschneidungsdebatte. Nachdem Martin Mosebachs Forderung, Blasphemie wieder zum Straftatbestand zu machen, nicht ganz so gezündet hat, wittert die Gegenaufklärung nun doch noch Morgenluft: In der FR sieht Dirk Pilz in der Beschneidungsdebatte "die ganze Erbärmlichkeit des derzeitigen Atheismus" offenbart. Hannes Stein zählt in der WELT antisemitische Auslassungen der Aufklärer von Kant bis Hitchens auf, um damit zu belegen, warum Atheisten und ihre weltliche Gesetzgebung in Sachen religiös motivierter Beschneidung nicht satisfaktionsfähig sind. Abermals die FR unterhält sich mit dem Anthropologen Volker Sommer über Affen und den evolutionären Sinn von Religion und Homosexualität.

Mustergültig

In diesen Tagen jähren sich die Anschläge von Oslo und Utøya zum ersten Mal, zugleich wird in einem Monat das Urteil gegen den rechtsextremen Täter gesprochen. Für die FAZ rekapituliert Sebastian Balzter den Prozessverlauf und die beeindruckende Weise, wie die Beteiligten im Gerichtssaal und in ganz Norwegen mit dem Terrorismus umgehen. (18.07.12)

Wissenwertes fürs Stehpartygespräch

Aus die Maus: Popküken Lena Meyer-Landrut hat ihr Philosophie-Studium geschmissen. +++ Der blinde Hund hat einen Nachklapp zum kürzlichen Wiener Autodafé eines Magisterzeugnisses. +++ Philosoph und Ökonom Robert Kurz ist mit 68 Jahren überraschend verstorben, Neues Deutschland und die taz rufen nach.


Links der Woche am 14.07.2012, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 28/12

Böse, böse, böse!

Zum 50. Todestag von George Bataille legt Glanz & Elend eine Verhandlung von Goedart Palm vor, die dem Bösen nachgeht: Seine ungeklärte Herkunft zwischen Instinkt und Freiheit, seine Erkenntnisfunktion, seine Personifikation und schließlich seine Konstruktion bei Bataille. Wer diesen profunden Aufsatz gelesen hat, sollte gewappnet sein.

God GTFO!

Die Philosophin Martha Nussbaum hält Blasphemie-Schutz und ähnliche Gesetze für eine schlechte Idee, wie sie im Interview mit der FR erklärt. Gott hat in der Politik nichts zu suchen und Toleranz ist höfliche Herablassung; außerdem geht es ums westliche Verhältnis zu chinesischen und muslimischen Menschenrechten. (13.07.12)

Zum Seelenklempner

Hans-Ulrich Gumbrecht blickt in seinem FAZ-Blog auf seine näheren Vorfahren zurück, die allesamt womöglich von der zeitgenössischen Psychoanalyse profitiert hätten, wenn diese ihnen nur finanzierbar gewesen oder seriös erschienen wäre. Der Argwohn gegenüber dem Fach und die heimliche Verachtung seiner hilfesuchenden Kunden als Schwächlinge wirkt bis heute fort. (13.07.12)

Schieflagen und Scheren

Robert Misik stellt in der FR das (erstaunlich preiswerte) "Occupy Handbook" vor, das interessanterweise Essays von Spitzenökonomen versammelt, die unter dem Eindruck der Proteste dem Neokeynesianismus das Wort reden. Wirtschaftswissenschaften und Millionäre haben jenseits des Atlantik ein Problembewusstsein für Ungleichheit entwickelt, dem hierzulande mit dieser Handreichung auf die Sprünge geholfen werden könnte. (13.07.12)

What makes the grass grow?

Es ist eine Binse, dass das gefährlichste Wesen auf Erden der untervögelte junge Mann ist. Karin Kneissl hat ein Buch über den destabilisierenden Faktor des adoleszenten Samenstaus geschrieben, "Testosteron macht Politik", und Fanny Jimenez stellt es in der WELT vor. (13.07.12)

Katzen würden CSU wählen

Die unter Tieren lebende Schriftstellerin Hilal Sezgin unterhält sich in der ZEIT anlässlich der Utrechter Konferenz "Minding Animals" mit dem kanadischen Philosophen Will Kymlicka über seine Forderung, Tieren Bürgerrechte zu verleihen. Dies wäre die moralische Konsequenz aus der Domestizierung und erst so richtig Multikulti. (13.07.12)

Unn sünst?

In der NZZ bespricht Lisa Herzog das Buch über die "Ökonomie von Gut und Böse" des Prager Philosophen Tomáš Sedlá?ek. +++ Thomas Fuchs eine neue neue Biographie über das Südstaaten-Landei Samuel Langhorne Clemens vorgelegt und die taz ist begeistert. +++ In der anhaltenden Urheberrechtsdebatte untersucht Yascha Mounk die philosophischen Grundlagen der Eigentums- und Diebstahlbegriffe. +++ Marc Reichwein meditiert in der WELT über den Ursprung des Feuilleton.


Links der Woche am 07.07.2012, 13:08 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/12

Abmahnung vom Papst

"Im Netz kann jeder Verrückte andere Verrückte finden, um irgendwas loszutreten – egal, wie sinnlos, kontraproduktiv oder gefährlich es sein mag", stellt der Netzkritiker Evgeny Morozov im Gespräch mit der FR fest. Ebendiese Zeitung versucht seit zwei Wochen, eine Debatte um Martin Mosebachs Forderung zu entfachen, Blasphemie müsse könne um der Ästhetik willen wieder Straftatbestand werden. Uwe Justus Wenzel rekapituliert den Mosebach für die NZZ und nimmt besonderen Anstoß an der These, Artikel 1 GG sei aus dem Christentum abgeleitet. Just in der FR äußert sich Claus Leggewie eher skeptisch über Mosebachs heroisches Künstlerideal in normativer Wendung. Navid Kermani schließlich schafft es in der SZ, den Bogen von Mut und Aufklärung über die Blasphemiedebatte zum Kölner Beschneidungsurteil zu schlagen.

Metaphysik des Klassenzimmers

In der NZZ stellt Martin Meyer Hermann Ungars Roman "Die Klasse" (1927) vor, der für des Kollegen Helmings Geschmack "stets zu viel und „Die Ermordung des Hauptmanns Hanika“ (1925) zu wenig erwähnt wird", wie er im aktuellen Lichtwolf am Rande seines Expeditionsberichts zu Ungars Grab anmerkt. (03.07.12)

Und Xavier Naidoo singt dazu

Die soziale Durchlässigkeit (nach oben) hat in Deutschland abgenommen, berichtet Philipp Wurm im Freitag. Die Aufstiegsgeschichten à la "vom Kriegswaisen zum Bundeskanzler" und "vom Metzgersohn zum Adidas-Chef" werden in der aktuellen Generation zwar seltener, aber nicht ganz unmöglich, und so lesen wir hier von drei Exempeln, die "es geschafft" haben. (05.07.12)

Harte Anthropologie

Bei der ZEIT kann man sich den animierten Kurzfilm "The Gloaming" angucken, der zeigt, was passiert, wenn man Gott spielt, aber eben auch Menschen mit im Spiel sind. (06.07.12)

Heute Abend schon was vor?

Auf Einladung des Instituts für Polytoxikomanologie und Perspektivismus lesen Michael Helming und Timotheus Schneidegger heute Abend beim IPuP-HQ im Palast der Produktion, Bremen-Blumenthal. Kompliziert zu finden, aber dafür ein Gläsken Korn zum Empfang statt Einlasskontrolle.


Links der Woche am 30.06.2012, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 26/12

Er so: flach!, Columbus so: rund!

Der Bayreuther Soziologe Georg Kamphausen hat seinem Bachelor-Studiengang eine Karikatur zur Interpretation vorgelegt und dokumentiert in der FAZ auszugsweise die Ergebnisse. Diese sind "mit dem bekannten Begriffsapparat des Kulturpessimismus nicht zu beschreiben" und das glorreiche Resultat des zurückliegenden Bildungsreformjahrzehnts. (24.06.12)

Skandalmaschine überhitzt?

Letzte Woche hat Martin Mosebach in der FR für die Strafbarkeit von Blasphemie plädiert und obwohl die Zutaten für einen ordentlichen Aufreger stimmen - bekannte Persönlichkeit, von der man "so was" nicht gedacht hätte, plus steile These -, kommt die Debatte nicht in Schwung. Mit bemühter Ironie "verteidigt" Ingo Schulze in der FR den Mosebach, indem er auf den für Kunst nötigen Leidensdruck und den großen Segen verweist, den Salman Rushdie durch die Fatwa erhielt. Haha. Ausgerechnet Cicero winkt müde ab, obwohl dort regelmäßig Udo di Fabios restaurative Feudalphantasien verbreitet werden.

Rousseau überall

Zu seinem 300. Geburtstag finden wir Rousseau auf allen Kanälen, darum hier nur eine Auswahl. In der NZZ skizziert Heinrich Meier Rousseaus philosophisches Gesamtwerk. Die taz belegt ihn mit dem sympathischen Doppeletikett Aufklärer und Taugenichts. Im Freitag portraitiert Karl-Heinz Ott den Philosophen nicht unkritisch als Fortschritts- und Menschheitsskeptiker. Die ZEIT lässt Slavoj Žižek psychoanalytisch über Rousseaus Begriff der Selbstliebe meditieren und bietet - durchaus nicht unpassend - einen langen Essay von Axel Honneth über den vernachlässigten Zusammenhang von politischer Philosophie und Pädagogik.

Nachsitzen für Manager

Im theorieblog nimmt Lisa Herzog die Debatte um die Finanztransaktionssteuer zum Anlass, Hegels Ökonomiebegriff vorzustellen. Demnach dichtet diese Disziplin Gesetzmäßigkeiten in eine Masse von Zufälligkeiten hinein, allerdings sind Gesellschaft und Marktgeschehen auch regulierbar, und zwar nicht nur mit Steuern und Staatsanwalt, sondern vor allem durch Aufklärung. (25.06.12)

Ruhm ohne h ist auch was

Kaum haben die geschätzten Kollegen vom Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus repräsentative Räumlichkeiten mit 4000 Quadratmeter Nutzfläche bezogen, schickt die taz Nord einen Volontär vorbei, um völlig falsch und unsachlich (u.a.) über die "Philosophie-Studenten" zu berichten. (24.06.12)

Das Übrige und Übliche

Die taz zeigt sich sehr angetan von der Friedrich-Engels-Biographie, in der der Historiker Tristram Hunt die Dokumente und Briefe des Ur-Kommunisten auswertet. +++ Ist Ethik nicht immer völlig subjektiv begründet und drum auf tönernen Füßen?, wird der Philosophy Bro am Mailbag Monday gefragt. Und antwortet. +++ Der blinde Hund weist auf Beschäftigungs- und Konsummöglichkeiten für arbeitslose Philosophie-Absolventen hin. +++ In eigener Sache: Seit gestern hat lichtwolf.de ein neues Layout - bitte laden Sie ein, zwei Mal neu und teilen Sie uns mit, ob alles funktioniert und schön ist. Die verspätete Sommerausgabe ist gedruckt und sollte, so Gott will, Anfang kommender Woche endlich in die Briefkästen kommen. Derweil könnten Sie schon einmal die Rabatte im Einkaufszentrum ausnutzen. Es wird Sie niemand deshalb verurteilen.


Links der Woche am 23.06.2012, 14:41 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 25/12

So why don't you kill me

Stets den Erfolg vor Augen zu haben ist das Mantra unserer Zeit. Oliver Burkeman dagegen erwägt im Guardian, ob es nicht zeitgemäßer wäre, ein Bewusstsein des eigenen Loser-Status zu entwickeln. Begehbares Monument dieses Denkens ist der Supermarkt der gescheiterten Produkte in Michigan. Der Stoizismus mit seinem Hang zum worst case scenario kommt mit dem Scheitern, das nun einmal die Regel ist, aber auch mit den seltenen Erfolgserlebnissen besser klar. (15.06.12)

Gegensäkularisierung

Was für den Blutdruck gefällig? Schriftsteller und Katholizismus-Afficionado Martin Mosebach findet in der FR, auch ein säkularer Staat sollte Blasphemie unter Strafe stellen. Das Grundgesetz sei schließlich aus dem Christentum abgeleitet und der Kunst tut etwas Zensur nur gut. Im Übrigen kann sich Mosebach nicht empören, "wenn in ihrem Glauben beleidigte Muslime blasphemischen Künstlern – wenn wir sie einmal so nennen wollen – einen gewaltigen Schrecken einjagen." (18.06.12)

Die 99 Prozent sind Idioten.

Der Freitag bringt ein Portrait, das The Guardian über Slavoj Žižek, den alten Philosophie-Schlawiner angefertigt hat, unter der Überschrift "Der Borat der Philosophie". In Žižeks Butze hängen ein Call-of-Duty- und Stalin-Poster, die Klamotten sind im Küchenschrank, dem es wohl an Tassen fehlt, der Rest ist voller Bücher und DVDs. Ansonsten viele "total verrückte Sachen". (19.06.12)

Alan Turing zum CSD

Alan Turing würde dieser Tage ein Jahrhundert alt werden und bekommt zum runden Geburtstag von Uwe Justus Wenzel in der NZZ die frühe Erfindung des Chatrooms zugesprochen, in dem die Intelligenz des Gesprächspartners ja auch oft fraglich ist. Oder dessen wahres Geschlecht, wahres Alter, was auch immer. In der FAZ schreibt Dietmar Dath dem Geburtstagskind eine ausführliche Würdigung.

Zum Einzigen hin

Zurück auf die Bäume? Dann geht doch!, so riet Rousseau denen, die ihn partout als Idealisten eines Naturzustands missverstehen wollen, den er ähnlich wie Hobbes nur als methodische Fiktion verwendete. Mit ihr erkennt er, so erklärt Ulrich Kronauer in der NZZ, den Menschen als wesenhaft solitär, was nicht zuletzt in der Erziehung zu berücksichtigen ist. (23.06.12)

Außerdemchen:

Chefethiker Martin Seel referiert in der ZEIT wieder über den Extremsport des Gratwandels zwischen Tugend und Laster. +++ Der Philosophy Bro erklärt am Mailbag Monday den Witz von Paradoxien. +++ Das ZDF räumt weiter auf: Nach dem Philosophischen Quartett wird nun auch das Nachtstudio mit Volker Panzer abgesetzt; der wird drum im Tagesspiegel interviewt. +++ André Glucksmann wird 75, Deutschlandradio Kultur gratuliert dem Engagierten. +++ Die ZEIT würdigt Kurt Schwitters zum 125. Geburtszui090999aaaaaaaaack#&/!


Links der Woche am 16.06.2012, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 24/12

Wett-Hinken der Argumente

via der blinde Hund: In einem zwei Monate alten Podcast des australischen Radioprogramms "The Philosopher's Zone" beschäftigen sich Moderator Alan Saunders (der am 15. Juni überraschend gestorben ist) sowie Peter Slezak und James Franklin mit den schlechtesten Argument der Philosophiegeschichte, z.B. das chinesische Zimmer, Pascals Wette oder der ontologische Gottesbeweis.

Vom Mittelbau her

Thomas Ludemann ist Privatdozent an der Uni Freiburg und gießt sein Gläschen Wasser in das seit Monaten laufende Rinnsal der FAZ-Debatte um den Status des prekären Privatdozenten. Versorgungsmentalität sieht Ludemann eher bei den Unbefristeten bzw. mal so, mal so, generalisieren könne man nichts. Aber der Mittelbau gehört ausgebaut und ordentlich bezahlt, nicht nur um Forschung und Lehre von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. (12.06.12)

The Good, the Bad and Philosophy

Wie zuletzt wieder jeden Montag ist beim Philosophy Bro stets Mailbag Monday. Doch neben der Beantwortung von Leserzuschriften liest der Bro auch Klassiker und fasst sie konzis zusammen. Diese Woche war Karl Poppers "Einführung in die Logik der Wissenschaften" dran. Falsifizier das! (12.06.12)

Neidische Pfahlbürger

Götz Aly hat neulich den Börne-Preis bekommen. In seiner Dankesrede beantwortete er - wie schon in seinem letzten Buch - die im Titel stehenden Fragen: "Warum die Deutschen? Warum die Juden?"; die WELT bringt eine gekürzte Fassung der Rede über den ewigen Minderwertigkeitskomplex. (14.06.12)

Bloomsday

Heute ist Bloomsday. Sollten Sie zu den vielen gehören, die "Ulysses" von James Joyce kennen, aber noch nicht zu lesen geschafft haben, machen Sie doch mal das Radio an: Auf SWR2 läuft noch bis Sonntag früh und im Deutschlandfunk von 20 bis 3 Uhr nachts die Vertonung des Dublinepos, welche die FAZ "das größte Hörspiel-Wagnis aller Zeiten" nennt; es sprechen u.a. Manfred Zapatka, Dietmar Bär und Corinna Harfouch.

Medientranszendenz

Wie die taz mitteilt, vertont die Band Slime auf dem diese Woche erscheinenden ersten Album seit 17 Jahren Gedichte von Erich Mühsam. +++ Der frühere Philosoph und heutige TV-Aktivist Bernhard-Henri Lévy hat einen Witzfilm darüber gedreht, wie er Gaddafi besiegte, meldet die NZZ.


Links der Woche am 09.06.2012, 14:33 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 23/12

Degeisteswissenschaftlichkeitierung

Carsten Könneker bespricht in seinem Scilog "Gute Stube" das Buch "Wissenschaftssprache. Eine Gebrauchsanweisung." von Valentin Groebner. Dessen Kritik am geisteswissenschaftlichen Schreiben kommt Lichtwolf-Lesern nicht unbekannt vor: Stefan Schulze Beiering hat von Lichtwolf Nr. 31 bis 35 längst eine ausführliche Essayreihe zur Kritik der Geisteswissenschaften und ihres Duktus vorgelegt. (04.06.12)

tertium datur

Der Philosophy Bro erklärt an seinem Mailbag Monday den Dialethismus, also die relativ moderne Auffassung, wonach ein Satz durchaus gleichzeitig wahr und falsch sein kann. Das Lügnerparadoxon und andere selbstreferentielle Aussagen dienen ihm als Beispiel, logische Positivisten müssen sehr stark sein. (04.06.12)

Teddy, mach ma Bier!

Die ZEIT-Serie "Studenten von früher" informiert uns über die wilde Studizeit eines gewissen Theodor W. Adorno, komplett mit Rock'n'Roll, Frauengeschichten und Irrungen & Wirrungen. (06.06.12)

Geschickt

Schicksal ist das Gegenteil von Selbstbestimmung und deshalb seit der Aufklärung out, findet Hans Ulrich Gumbrecht in seinem FAZ-Blog "Digital/Pausen". Allerdings hat es sich als "Kontingenz" ganz gut im Denken gehalten. Attraktiver jedoch auch als Heidegger Schick-sals-Gewese findet Gumbrecht das stoische Schicksalsgewebe. (08.08.12)


Links der Woche am 02.06.2012, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 22/12

Was von der Corporate Identity bleibt

Der Bielefelder Soziologe Stefan Kühl beschäftigt sich in der FAZ damit, warum das Leitbild der unternehmerischen Universität nach jahrelangem Vorbeten viel einzuebnen vermochte, aber den Wesensunterschied von Unternehmen und Unis nicht. Inzwischen würden Unis "viel dafür geben (und vielleicht auch bezahlen), um in der Öffentlichkeit nicht als an der Wirtschaft ausgerichtete Unternehmen, sondern als an der Wissenschaft ausgerichtete Universitäten wahrgenommen zu werden." (27.05.12)

An ihren Worten sollt ihr sie erkennen

Im Internet tummeln sich nicht nur die Koofmichs, es nützt auch der Vernetzung von Menschen mit ernsthaften psychischen Problemen. Damit sie sich in Selbsthilfeforen austauschen können, müssen diese zunächst zu Schutzräumen gemacht werden. Katrin Rönicke beschreibt im Freitag, wie das funktioniert und wie der Trend zur Triggerwarnung langsam auch den öffentlichen Raum zerteilt. (30.05.12)

Wasserköpfe

Christiane Florin lehrt Politikwissenschaft an der Uni Bonn und hat vorige Woche in der ZEIT einen Text über ihre Studenten geschrieben. Ihre Frage an die wassersaufenden Dumpfis, warum überhaupt sie Politik studieren, kippt in die Einsicht, deren erlebnis- und verwertungsorientierter Egozentrismus sei die neue Form politischen Interesses. Juliane Löffler will das als "Studierende von heute" nicht auf sich sitzen lassen und antwortet im Freitag auf Florins Anwurf, indem sie die Studien- und Arbeitsbedingungen beklagt.

Dasein als Teil der Welt

In seinem Blog "Digital/Pausen" fragt sich Hans Ulrich Gumbrecht, wie die Welt (als Beziehungsset zwischen den Dingen und dem Ich) seines Enkels Diego aussieht: Der Zweijährige ist begeistert von Baufahrzeugen, denen er in Büchern und bei jedem Spaziergang nachspürt. Bei ihrer Entdeckung begrüßt er sie mit ihrem entsprechenden Nomen, als wäre er ontisch ihresgleichen; Dasein, das sich noch nicht als solches begreift. (01.06.12)

Das Weitere und Engere:

Bernard-Henri Lévy fordert den französischen Präsidenten auf, militärisch in Syrien einzugreifen; die WELT bringt den offenen Brief auf Deutsch. +++ Judith Butler erhält den Theodor-W.-Adorno-Preis. +++ Rezensionen: Die NZZ bespricht Neuerscheinungen zu Thompson und Gonzo-Journalismus sowie Spaemanns Autobiographie "Über Gott und die Welt". +++ Nebenan bei Glanz & Elend bespricht Jürgen Nielsen-Sikora Michel Terestchenkos "Der dünne Putz der Menschlichkeit".


Links der Woche am 26.05.2012, 14:44 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 21/12

Voll im Bild

In der anglophonen philosophischen Twittersphäre machte die Woche diese Sammlung aus dem April die Runde: Die Bilder stellen 20 philosophischen Positionen ikonographisch reduziert genug dar, um jede einzelne auf ein Verkehrsschild zu prägen.

Unfucking Gödel

Der Philosophy Bro erklärt, was es mit Gödels erstem und zweiten Unvollständigkeitstheorem auf sich hat - und wie sehr (und falsch) manche darin einen Beweis für eine höhere Macht - und sei es nur der freie Wille - am Bewusstseinswerk sehen wollen. (22.05.12)

Auf Leben und Tod

Wenig übrig bleibt von Hegels durch Honneth erweiterten Begriff der Anerkennung, nachdem er von Frank Wiebe in die Wirtschaftsethik eingeführt wird. Dort herrschen behavioristische Bonusmodelle zur Menschenlenkung oder autoritäre Führungsstile. Anstatt sie mit Hegel zu betrachten, rät Wiebe mit Anerkennung und Kritik unter Gleichen zu führen. (23.05.12)

Nur die Harten....

...kommen in den Garten, weiß man auch in Bamberg. Dort ist wohl gerade Gartenschau, was die Verantwortlichen an der Uni zur glorreichen Idee verleitete, die "Bamberger Hegelwoche vom 12. bis 14. Juni" unter dem Motto "Gärten sind Philosophie" auszurufen. (24.05.12)



Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36


Lektüreempfehlungen


Reklame


Die legendäre Comeback-Ausgabe: Dieses Heft (wie auch andere, nicht ganz so comebäckige) können Sie nur hier im Einkaufszentrum bestellen.



Im Einkaufszentrum »

Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017), September 2017

Titelthema: Alte Berufe

vorherige Ausgabe

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017)

nächste Ausgabe

51 alte Berufe im philosophischen Portrait, ausführlicher: Alchemist, Matador, Schuster, Schutzmann, Töpfer und Zensor. Außerdem Lachse, Jacques Ellul und Automobile.


Reklame


Laudatomat

Kennen Sie das? Sie müssen plötzlich eine Preisrede halten - doch woher nehmen? Der Laudatomat hilft und liefert Laudationes auf Knopfdruck!



Monatsbuch

Zeichenkette Stichwort

« Oktober 2017
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031

Stichwortverzeichnis


Archiv


catware.net Verlag

Michael Helming: Fliegende Fische

Michael Helmings neuer Roman - ein Krimi im Stile des magischen Realismus: als Taschenbuch beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 9,80 € - sowie als E-Book für Kindle oder im epub-Format für bloß 4,99 €.


Martin Gohlke: Im Bauch der Titanic

Da wird die Geschichte der westdeutschen Intelligenz lebendig: Martin Gohlkes Roman gibt es als Hardcover mit 394 Seiten beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 19,80 €.


Marc Hieronimus: Der Schritt zur Seite

Die erste Gesamtdarstellung der Décroissance-Bewegung und ihrer Ursprünge, ihrer Motive, Denker und falschen Freunde: Das leidenschaftliche und fundierte Plädoyer für ein anderes Leben ist erhältlich direkt beim catware.net Verlag oder im Buchhandel (ISBN 9783941921634) erhältlich - auch als DRM-freies E-Book.



www.lichtwolf.de