Einige Funktionen dieser Website setzen die Speicherung von Cookies auf Ihrem Rechner voraus. Darüber hinaus verwenden wir Cookies von Google, um Anzeigen zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Mehr erfahren Sie in den Datenschutzbestimmungen des catware.net Verlags.

Ok, einverstanden!

lichtwolf.de / Themen / Links der Woche

Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
1. Georg Seeßlen (68)
2. Martin Heidegger (56)
3. Slavoj Žižek (50)
4. Kapitalismus (40)
5. Peter Sloterdijk (38)
6. Hans Ulrich Gumbrecht (31)
7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36


Links der Woche am 15.12.2012, 14:13 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 50/12

Wie wir wissen

Herbert Schnädelbachs neues Buch ist nach seinem Thema benannt, nämlich "Was Philosophen wissen". Hans Bernhard Schmid stellt den Titel in der NZZ als einen vor, der sich wegen seiner profunden Wissenschaftsgeschichte und der notwendigen Erörterung von Begriffen wie Wahrheit, Überzeugung oder Bedeutung auch als anspruchsvolle Einführung in die Philosophie eignet. (12.12.12)

Wir werden alle sterben!

Aber vielleicht gibt es Backups. Vor zwei Wochen wurde hier bereits auf einen FAZ-Blog-Beitrag hingewiesen, der auf Studien zur Simuliertheit unserer Welt hinwies; Heise Online kommt noch einmal auf die Experimente zu sprechen. Auch das blogkow greift die (Gedanken-)Experimente auf und überlegt, wie der Weltuntergang zu verhindern wäre.

Unn sünst?

In der SZ stellt Franziska Augstein zwei neue Titel zum Marxismus - u.a. von Eric Hobsbawn - vor. +++ "Katastrophal schlecht" findet Johan Schloemann gleichfalls in der SZ das neue Buch von Richard Sennett über Kooperation. +++ Mal was anderes: Der Bachelor ist nicht so schlecht wie sein Ruf, so kommentiert Bernd Kramer in der taz. +++ Arme Studenten: Ruben Karschnick portraitiert in der ZEIT eine Jura-Studentin zwischen Tafel und Staatsexamen.


Links der Woche am 08.12.2012, 14:22 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 49/12

Nachhaltige Mensa

An der Uni Basel wird eine vegetarische Mensa gefordert. Da dass einige eher so mittel finden, wird es politisch. Für das Theorieblog hat sich Susanne Schmetkamp mit zweien der Initiatoren der Kampagne über ihre Argumente und den Widerstand unterhalten, auf den sie treffen. (03.12.12)

Kritik der Kritik

In seinem Blog geht Kulturpessimist Georg Seeßlen der Kritik auf den Grund: Was sie bedeutet, was sie will und soll und warum sie im Spektakel nicht einfach an ihrem Anspruch scheitert, sondern ihn komplett aufgegeben hat. Die Lektüre sollte für alle, die rezensieren und nicht bloß Konsumtipps geben wollen, verpflichtend sein. (04.12.12)

Wozu Dr.?

Die Frage nach dem Sinn des Promovierens als Guttenberg und Schavan zum Trotz noch ungestellte beschäftigt diese Woche Hans Ulrich Gumbrecht in seinem FAZ-Blog. Die Doktor-Arbeit als Befähigungsnachweis für die akademische Karriere ist auch aus wissenschaftsfernen Motiven begehrt, die Gumbrecht auch im Namen eines erkrankten Doktorandenfreunds skeptisch sieht. (07.12.12)

Konkurrenz belebt das Geschäft

Niemand wisse alles, so hebt Michael Hampe in der NZZ an, dennoch tut die Wissenschaft gut daran, sich als auf dem Weg dorthin zu verkaufen. Sonst gibt es keine Fördergelder, ohne die wissenschaftlich nix mehr geht. Allerdings fördert die Ökonomisierung der Wissenschaft eher deren Ideologisierung. (08.12.12)

Außerdemos von Apropos:

Die NZZ weist auf die Neuedition der metaphysischen Schriften des vergessenen württembergischen Philosophen Nicolaus Taurellus hin. +++ via str0mgeist: ein schönes Interview mit John Searle übers Professorenwesen bzw. -dasein. +++ "Fuck happiness", scheint der Tenor diverser Unglücksratgeber zu sein, die die NZZ vorstellt. +++ Passt denn auch zum gegenwärtigen Jahresverabschieden, das mit diesen Photos des Jahres, die z.T. arg an die Nieren gehen, gut zu bewerkstelligen ist.


Links der Woche am 01.12.2012, 14:09 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 48/12

Konsum statt Kinder, Kirche, Küche

In Lichtwolf Nr. 37 bemerkte Marc Hieronimus bereits die ideologische Wiederkehr des Bundes Deutscher Mädel in Gestalt von Barbie's Doll World. Carolin Wiedemann zeigt sich nun in der FAZ einigermaßen erschüttert über die "Pinkifizierung der kindlichen Lebenswelt", dank der das von den Müttern eroberte Terrain bald verwildern dürfte. (24.11.12)

Elektrische Schafe träumen Sie

Wegen ihrer eigenen Virtualität bot die Twittersphäre diese Woche dem FAZ-Blog-Artikel von Sibylle Anderl die große Runde, in dem sie dem Hirn-im-Tank-Argument zu neuer Substanz verhilft. Physiker (wer sonst!) haben jetzt einen Klärungsansatz, ob die Wirklichkeit bloß vorgetäuscht ist. Es könnte sein, dass Sie mitsamt allem ringsum Teil einer Simulation sind, mit der eine post-humane Intelligenz ihren Ursprung rekonstruiert. (25.11.12)

Der doppelte Dath

Dietmar Dath hat gerade viel Zeit für die FAZ und drum gleich zwei Betrachtungen eingereicht: (1) Er dokumentiert Ambitionen zur Abschaffung des Bargelds mit dem Ziel der "Rekonstruktion der Zirkulationssphäre unter digitalen Vorzeichen". (2) An einer Milchbar hat Dath mit einem CGI-Experten eine ästhetische Unterhaltung über Computereffekte geführt, die längst zur eigenen Kunstgattung geworden sind.

Besprechungen

Die NZZ stellt Stefan Breuers Buch vor, das Carl Schmitt in den intellektuellen Diskurs des frühen 20. Jahrhunderts einsortiert. +++ Der Cicero hat die Tagebuchnotizen des Peter Sloterdijk besprochen und findet, "als Protokollant seines inneren Monologs ist er allemal besser als im Fernsehen".

Das Weitere und Engere:

Rüdiger Störkel weist in der FAZ auf die anhaltende Verelendung englischer Hochschulkultur hin. +++ Der blinde Hund hat ein total whackes Gespräch zwischen Alexander Kluge und Helge Schneider alias Igor Crantz über Nix aufgetan. +++ Hans Ulrich Gumbrecht macht sich Gedanken über das Überleben der Menschheit, die sich längst eine Zukunft ohne sie vorstellen kann (und Gründe dafür hat); radikaler: siehe aktueller Lichtwolf. +++ "Wir fürchten den Wolf, weil er uns ähnelt", resümiert Eckhard Fuhr in der WELT angesichts der wölfischen Rückeroberung Deutschlands (inkl. 4W3S0M3! Video aus Russland!). +++ Thomas Vašek, Chefredakteur von "Hohe Luft", stellte einst fest, dass es zwar viele Zeitschriften über Schusswaffen und Angeln gibt, aber keine über Philosophie.


Links der Woche am 24.11.2012, 14:27 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 47/12

Willkommen im Diskurs

Thomas Thiel berichtet für die FAZ von einer Marburger Tagung zum Stand der Dinge in Sachen Michel Foucault. Dessen Diskurstheorie ist längst als guter Ton im Diskurs verankert, bleibt die ideengeschichtliche Aufarbeitung in Form z.B. von Hegelkritikkritik, angewandter Psychiatriegeschichte und Aktivierung der Gouvernementalität. (20.11.12)

BHL mal wieder

Für die FAZ hat sich Feuilleton-Juniorchef Nils Minkmar mit Bernard-Henri Lévy, der früher was mit Philosophie gemacht hat, unterhalten, und zwar über François Hollandes Inneneinrichtung und den Untergang Europas. (20.11.12)

Sie ist immer schon ihre Geschichte

Nebenan ist bei Information Philosophie die Abschiedsvorlesung von Heinrich Niehues-Pröbsting vom letzten Jahr nachzulesen. Darin fragt der Erfurter Philoprof, wozu und mit welchem Philosophieverständnis wir Philosophiegeschichte studieren, anstatt die ollen Kamellen links liegen zu lassen und uns mit Besinnungsaufsätzen hurtig einen Platz in der Ethikkommission zu erschreiben. (24.11.12)

Et cetera:

Hegel ist wieder da, meldet der Freitag! +++ Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus hat seit geraumer Zeit eine Forschungsstelle im Internet, wo u.a. philosophische Begriffe in 4.000 Zeichen erklärt werden, jüngst Horkheimer/Adornos "Fun ist ein Stahlbad". +++ Die Tage werden immer kürzer und Hans-Ulrich Gumbrecht denkt über Licht nach. +++ Joe Paul Kroll denkt dagegen beim CULTuRMAG über die Verfassung der Gattung Essay nach und darüber, was sie über die Verfassung des modernen Subjekts verrät.


Links der Woche am 17.11.2012, 14:11 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 46/12

Die Nacht ist nicht nur...

...zum Schlafen da, wie wir aus dem Nachtwolf Nr. 36 wissen. Martin Meyer macht in der NZZ eine sorgfältige Meditation über Schlaflosigkeit und die Nacht. Damit läuten die Schweizer die Reihe ein, in der "kluge Menschen" schreiben, was sie unter "schlaflos" verstehen. Die Zürcher Theaterintendantin Barbara Frey fängt an.

Für Lehrerinnen und Lehrer

Im FAZ-Blog Planckton schreibt Joachim Müller-Jung über Prüfungsangst und Black-outs, die nur die Spitze des Eisbergs sind. Angstforscher sehen in ihrem Forschungsgegenstand nämlich eine soziale Grundkraft, die vor Mathe-Tests am deutlichsten zum Vorschein kommt.

Aber anscheinend wird in den Geisteswissenschaft auch ein leer abgegebenes Blatt noch als Essay mit "ausreichend" bewertet: Jürgen Kaube findet die Inflation der Bestnoten auf Abschlusszeugnissen in der FAZ eher ungut. Für den Freitag hat sich Michael Angele darüber mit Heinz-Peter Meidinger vom Deutschen Philologenverband unterhalten, der seit langem die Noteninflation kritisiert.

Was dürfen wir mit Fischen machen?

Markus Wild von der Uni Fribourg hat ein ethisches Gutachten verfasst, demzufolge die kognitiven Fähigkeiten von Fischen gar nicht so verschieden von denen der Säugetiere sind, wie er in der NZZ im Gespräch mit Andrea Roedig erklärt. Pescetarismus ist somit auch keine moralisch einwandfreie Ernährungsweise. Wer die Auseinandersetzung des blinden Hundes mit Fischen, Peter Singer und dem Prinzip der gleichen Interessenabwägung aus dem aktuellen Lichtwolf gelesen hat, weiß das schon und hat nun einen Argumentationsweg extra.

Sozialphilosophie warmer Stuben

Hans Ulrich Gumbrecht denkt in seinem FAZ-Blog über Bewerbungen nach - und zwar aus Perspektive derer, die täglich Dutzenden von hochqualifizierten Prekariern alles Gute für ihre weitere berufliche Zukunft wünschen. Die Selbstdarstellungen von "Musterknaben" und "Alphamädchen" erregen halb Mitleid, halb Verachtung, weil sie von der mußevollen Beschäftigung mit "literarischen Losern" abhalten und anscheinend nur von der Suche nach sozialer Sicherheit motiviert sind. (16.11.12)

Unn sünst?

Sein heißt Gesehenwerden, das wissen auch die Lütten und so verstehen sie es, wenn sie sich die Augen zuhalten, ist in der ZEIT zu lesen. +++ Wer sich als Philosoph einen Hund zum Gefährten wählt, kann ihn nicht Rex, Hasso oder "Hund" nennen. @str0mgeist hat einen guten Tipp zur Benamsung aufgetan: Hundenamen im antiken Griechenland. +++ Apropos: @derblindehund hat sich am dieswöchigen Welttag der Philosophie nicht die Nase zugehalten und dieses Philosophie-Quiz bei der FAZ aufgestöbert.


Links der Woche am 10.11.2012, 14:28 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 45/12

Man muss noch ein Star an sich sein

Der Harvard-Philosoph Michael Sandel gehört zu den Feuilleton-Lieblingen hier- und dazulande, wo man ihn seines Vortragstalents wegen einen "Rockstar-Moralisten" heißt. Anlässlich des Erscheinens von Sandels neuem Buch "Was man für Geld nicht kaufen kann" hat Philo-Groupie Elisabeth von Thadden für die ZEIT ein Portrait verfasst. (03.11.12)

Elite kaputt

2017 läuft die Exzellenzinitiative aus und die Elite-Unis müssen selber zusehen, wie sie ihre E-Cluster weiterfinanziert kriegen. In der FAZ stellen drei Wissenschaftler ihre Forderungen für die Wissenschaftspolitik nach 2017 in den Diskursraum. Gleichfalls in der FAZ berichtet Ute Mehnert darüber, was Hurrikan Sandy von der Elite-Stadt und -Uni Princeton übrig gelassen hat.

Drachen schlachten

Ob jung oder alt, Geisteswissenschaften pflegen ihre sprachlichen Eigentümlichkeiten. (zur Kritik daran) Die Gender Studies übertreiben es damit ganz besonders, wie Andrea Roedig im Freitag mit Beispielen belegt und recht ordentlich kritisiert. Einerseits haben die geisteswissenschaftlichen Fachtermini ihren Sinn, andererseits sind die "verquirlten Butler-Foucaultizismen" starr und autoritär. (09.11.12)

Rezensionen und Reste

Jan-Werner Müller geht in der NZZ dem Schlagwort "Postdemokratie" nach. +++ Sabine Richebächer stellt den Band vor, der mit der Korrespondenz zwischen Sigmund Freud und Eugen Bleuler Quellen zur Psychiatriegeschichte urbar macht. +++ In der FAZ empfiehlt uns Cord Riechelmann den Dokumentarfilm "Derrida, anderswo" von Safaa Fathy, der 1999 gedreht wurde und nun auf DVD erschienen ist. +++ Peter Henning ist in der ZEIT ganz begeistert von Édouard Levés "Selbstmord", dem Buch, das der titelgebenden Finalhandlung voranging. +++ Suizid, Zug um Zug: Für eine Würdigung der Kulturtechnik des Rauchens muss man inzwischen die EU gen Balkan verlassen. Die FR berichtet über eine Ausstellung zur Qualmkultur in Zagreb.


Links der Woche am 03.11.2012, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 44/12

Naturethik woher, wohin?

In den Scilogs greift Ludwig Trepl einen Kommentar auf, der nicht nur Menschen, sondern auch die Natur als Subjekt ethischer Überlegungen gelten lässt. Im ersten Teil geht Trepl den Grundrichtungen solcher Naturethiken nach, um dann erstmal Ethik an sich zu durchleuchten. "Achtung" ist in ihr mindestens so wichtig wie Wille und Gesetz, und so behandelt der zweite Teil von Trepls Überlegungen die Leitung durch moralische Gefühle im Umgang mit der Natur.

Rezensionen

Wenn die ZEIT von einem "epochalen Werk" spricht und damit ein Buch namens "Gerechtigkeit für Igel" bezeichnet, merkt der Ethiker mit Geschmack auf: Besprechung von Ronald Dworkins Summa über die eine große Sache. +++ Die Historiker nehmen sich nun der individuellen Gefühle an: Die NZZ bespricht einen Essayband zur Geschichte des Lachens. +++ Gerd Koenen zeigt sich in der NZZ unzufrieden mit dem letzten Buch des verstorbenen Eric Hobsbawm über den Marxismus als historische Gedankenformation.

Außerdemchen:

Doktorandin Janina Reibold ist in einen exzellenten Graduiertenkolleg zum Thema "Open Access" eingeladen worden und verbrennt mit ihrer ungezogenen Skepsis in der FAZ manche Brücke. +++ Im Blog nebenan beschreibt Sibylle Anderl das Hochstapler-Syndrom an Unis. +++ Und nochmals FAZ: Die hat sich ganz großartig mit Fritz J. Raddatz über Stil unterhalten.


Links der Woche am 27.10.2012, 14:43 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 43/12

Hegel-Geregel

Das IPuP hat wieder einen sehr wichtigen Text aufgespürt, der allen - vom Erstis bis zum Doktoranden - eine große Hilfe sein wird: Mikhail Emelianov erklärt in seinem Blog, "How To Fake Your Way Through Hegel". Mit fünf raffinierten Regeln, die sich wahlweise auch an Heidegger anpassen lassen, wird ein jedes zum absoluten Hegel-Überwinder, ohne je eine einzige Zeile selbst lesen zu müssen.

Wir sind die Roboter

Passend zum aktuellen Lichtwolf "Jenseits des Menschen" brachte arte diese Woche eine Doku von Philippe Borrel über die Technisierung der Welt und des Menschen bis hin zu einer "Welt ohne Menschen". Die FAZ lobt den Film über Trans- und Posthumanismus. Man kann ihn sich online bei arte angucken.

In-der-Welt-Tastsinn

Dasein ist Seiendes, dem es in seinem Sein um sein Sein geht, klar, das weiß jedes Kind. Aber wie fühlt sich Dasein eigentlich an? Daniel Heller-Roazen ist - vor allem auf Aristoteles gestützt - dieser Frage nachgegangen und Markus Wild stellt das Buch in der NZZ vor; die übrigens hat neuerdings eine "metered paywall" (maßnehmende Bezahlschranke), die Unbekannte nur noch 10, kostenlos Registrierte nur noch 20 Artikel pro Monat lesen lässt. (25.10.12)

Deutsches Universitätsfinanzwesen

Anno 2006 wurde das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in Bildungsfragen zementiert. Was sich schon damals nur mit deutscher Kleinstaaterei begründen ließ, soll demnächst via Grundgesetzänderung korrigiert werden. Joachim Nettelbeck zeichnet in der FAZ den rechtshistorischen Rahmen nach, in dem Bund und Länder ihren Eiertanz zur Exzellenz aufführen. (27.10.12)

Für immer Häftling 172364

Ludger Lütkehaus stellt in der NZZ zwei Neuerscheinungen zu Jean Améry vor. Der würde dieser Tage seinen 100. Geburtstag feiern, hätte er nicht erlebt, was er erlebt und was ihn 1978 in den Suizid getrieben hat. Améry beharrte auf der Seinswahrheit seiner Destruktionserfahrungen aus KZ und Gestapo-Folter; am selbstgewählten Lebensende sah sich der große Essayist als der große Dichter gescheitert, der er gern gewesen wäre. (27.10.12)

Das Weitere:

Großer Kommentarrummel bei der ZEIT: Jörg Neunhäuserer outet sich als Verlierer der akademischen Reise nach Jerusalem bzw. der zum Jobcenter und die Leser kippen fassweise Senf dazu. +++ Um auch jenseits der Sprachgrenzen angemessen im Internet zu kommentieren, empfiehlt sich die Studie vulgärer Sprache des Sprachwissenschaftlers Hans-Martin Gauger, die in der SZ vorgestellt wird. +++ Georg Seeßlen denkt nach über bewegte Seelen, social entrepeneurship und den Himmel.


Links der Woche am 20.10.2012, 14:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 42/12

Mit Adorno die Ohren spitzen

Das IPuP hat einen schönen Essay in der noch schöneren Onlinepostille Magenkrämpfe auf unwegsamem Gelände [M.A.U.G.] aufgetan. Darin wird solide in die psychosoziale Analytik des Jargons der Eigentlichkeit eingeführt, um es dann Leserin und Leser zu überlassen, nämlichen in den politischen Neujahrs- und Weihnachtsansprachen heutiger Zeit aufzuspüren. (13.10.12)

Heute ein Wunder, morgen ein Restposten

Boris Hänßler macht sich die Zeit bewusst, indem er sich mit Ray Kurzweil einen Sprung um 18 Jahre in die Zukunft vorstellt. Kurzweils Vorstellungen erscheinen weniger übertrieben, blickt man - wie Hänßler - auf den Stand der Technik vor 18 Jahren zurück. Passend dazu zeigt der britische Telegraph, wie einige populäre Websites anno tobak mal aussahen. (15.10.12)

Kurze Sprünge mit fremden Federn

Die Dissertation von Bundesbildungsministerin Annette Schavan wird nach Plagiatsvorwürfen jetzt so gründlich geprüft, wie das angeblich im Promotionsverfahren üblich ist. Mit angemessenem Rigor untersucht Wolfgang Bittner in der FAZ die Aporie der Bildungsministerin, um dann grundsätzlich zu werden über die Schlendriankultur in Urheberdingen. Nebenan bei Glanz & Elend erstellt Peter V. Brinkemper anhand ihrer Vorgehensweisen ein Psychogramm des ehemaligen Doktors zu Guttenberg und der noch-Doktorin Schavan - sowie der Wissenschaftskultur, die so was mehr als nur zulässt.

Dagegen aneseln

Nach seiner Essayreihe über Nietzsche und Jean Genet portraitiert Leopold Federmair im Begleitschreiben nun den Schriftsteller Gerd-Peter Eigner als Meister des konsequenten Querulantentums. Die Händel und Verwicklungen, die Eigner literarisch und persönlich provozierte, ergeben eine dicke Autobiographie und manche Feindschaft, auf die der Außenseiter aus gutem Geschmack stolz sein kann. (18.10.12)

Gumbrecht- / Technik-Woche

Hans Ulrich Gumbrecht fragt in seinem neuen Buch "Nach 1945 - Latenz als Ursprung der Gegenwart" wie wir wurden, was wir sind, und die taz unterhält sich mit dem Historiker darüber. In seinem FAZ-Blog nimmt sich Gumbrecht der Technikphilosophie Heideggers an und versucht, sie mit Friedrich Kittler an die zeitgenössische Informationstechnik anzuschließen, um zu fragen, ob und welches Sein sie entbirgt. Das erinnert ein bisschen an die Einleitung des aktuellen Lichtwolfs ("Jenseits des Menschen"). Da muss überhaupt irgendetwas los sein diese Woche, denn die NZZ bringt Thomas Machos Aufsatz über die Abgrenzung des Menschen von Nichtmenschen (Tiere, Maschinen), der wiederum an Marc Hieronimus' aktuelle Heft-Beiträge (von denen einer auch online steht) erinnert. Vielleicht liegt es an der sehr freundlichen Besprechung der Nr. 39 im "Blog Kultur oder Wissenschaft"; ebenso offen bleibt die Frage, ob Roy Batty wirklich "I want more life, fucker!" fordert oder nicht eher "I want more life, father!".

Aber auf jeden Fall gilt: Wer Gumbrechts und Machos aktuelle Aufsätze mag, wird auch den Herbstwolf jenseits des Menschen sehr schätzen.


Links der Woche am 13.10.2012, 14:28 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 41/12

Unser täglich Seeßlen

Die Sensation der Woche ist nicht etwa der Nobelpreis für die EU, sondern dass Georg Seeßlen ja ein Blog hat, das er nahezu täglich beschickt! Der Essay der Woche ist eine etymologisch-historische Meditation über das Wort und die Institution "Nachrichten", an der auch die Frankfurter Schule ihre Freude gehabt hätte. (10.10.12)

Wir werden alle sterben!

Astronomieblogger Florian Freistetter hat in der Vergangenheit aus zukünftigem Anlass ausgiebig und tapfer gegen die Vulgärpanik wegen des in zweieinhalb Monaten vermeintlich endenden Maya-Kalenders gekämpft. Doch er sieht sein aufklärerisches Werk in Scherben, hat er selbst doch nun einen mysteriösen Kalender entdeckt, der gleichfalls in der zweiten Dezemberhälfte jäh endet. (10.10.12)

Solidarität. Macht. Gerechtigkeit.

Was für Affen gilt, muss in höherem Maße doch auch für Menschen gelten, fand Adolf Hitler und mit ihm der ganze spätmoderne Biologismus. Andrea Roedig schreibt im Freitag über (menschliche) Experimente mit Kapuzineräffchen, die im Gegensatz zu Pavianen einen Sinn für Gerechtigkeit haben. Den hat auch der Mensch, er kann sogar dicke Bücher und lange Artikel darüber schreiben. (11.10.12)

Habituelle Obdachlosigkeit

Wer sich gefragt hat, was es mit dieser Frankfurter Buchmesse auf sich hat, von der diese Woche im Feuilleton so oft die Rede ist, für den hat Klaus Bittermann, Verleger und Autor (u.a. das "Who's who peinlicher Personen") in der FAZ mal seine Erfahrungen aufgeschrieben; und genau so haben wir uns das auch vorgestellt. (11.10.12)

Das Weitere:

Einen wichtigen Beitrag zum Perspektivismus leistet Blogger(in?) Resubefra im Freitag, wo er/sie den Unterschied zwischen westlichem und asiatischen Webdesign erklärt. +++ Richard Senett hat wieder ein Buch darüber geschrieben, was die Gesellschaft zusammenhält und was sie zerstört (u.a. Banken), die taz unterhält sich mit dem Soziologen. +++ Viele Besprechungen diese Woche in der NZZ: eine Neuedition der Reden in drei Fassungen, mit denen Platonübersetzer Friedrich Schleiermacher die Religion verteidigt, das "Spanische Testament", in dem der illustre Arthur Koestler seine Zeit in Francos Todeszelle dokumentiert, und soziologisch wird es mit Max Webers letzten Briefen sowie einer Erinnerung an Helmut Schelskys Pamphlet wider den SPIEGEL und die linken Intellektuellen.



Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36


Lektüreempfehlungen


Reklame


Eine der letzten noch lieferbaren Ausgaben des Schreibmaschinen-Zeitalters: Dieses Heft können Sie nur noch hier im Einkaufszentrum erwerben.



Im Einkaufszentrum »

Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf Nr. 58 (2/2017), Juni 2017

Titelthema: Wurst

vorherige Ausgabe

Lichtwolf Nr. 58 (2/2017)

nächste Ausgabe

Würste und Wurschtigkeit, konkret, metaphorisch, vegetarisch und in zweiendlichen Redewendungen, sowie Bienen, Lammert und V. O. Stomps.


Reklame


Besuchen Sie auch mal den Verlag:

catware.net Verlag

catware.net Verlag - Lichtwolf & Bücher für alle und keinen.



Monatsbuch

Zeichenkette Stichwort

« August 2017
So Mo Di Mi Do Fr Sa
  12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031

Stichwortverzeichnis


Archiv


catware.net Verlag

Martin Gohlke: Im Bauch der Titanic

Da wird die Geschichte der westdeutschen Intelligenz lebendig: Martin Gohlkes Roman gibt es als Hardcover mit 394 Seiten beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 19,80 €.


Marc Hieronimus: Der Schritt zur Seite

Die erste Gesamtdarstellung der Décroissance-Bewegung und ihrer Ursprünge, ihrer Motive, Denker und falschen Freunde: Das leidenschaftliche und fundierte Plädoyer für ein anderes Leben ist erhältlich direkt beim catware.net Verlag oder im Buchhandel (ISBN 9783941921634) erhältlich.


David Hume: Von der Regel des Geschmacks

David Humes Essay über die Ästhetik „Von der Regel des Geschmacks“, von Martin Köhler neu übersetzt: als Taschenbuch beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 6,80 € - sowie als E-Book für Kindle oder im epub-Format für bloß 2,99 €.



www.lichtwolf.de