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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
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10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 04.05.2013, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 18/13

Die Welt zum Guten ändern

Norman Birnbaum gehört der großen Generation linker Intellektueller an, die - anders als ihre (Zeit-)Genossen im Ostblock - für ihre Sozialutopien belächelt oder als nützliche Idioten der herrschenden Ordnung verachtet wurden. Ihre Nachfolger und Studenten sorgten für wachsende Ungleichheit, Krieg gegen den Terror und Finanzkrise. So fällt Birnbaums Bilanz der Weltverbesserung in der FAZ eher bitter aus. (03.05.13)

Lebensweltliches:

Beim Cicero wird über den Zusammenhang von Krisen und Kreativität nachgedacht - am Beispiel von Wittgenstein und WK I; und "Wer mehr über das Leiden der „Geistesgrößen“ erfahren will, kann in der aktuellen INDES nachlesen." +++ Georg Seeßlen hat diese Woche wieder über Kleinigkeiten gebloggt - von Schaufensterpuppen über Ästhetisierung und moralische Urteile bis zum Dauerbrenner Flugzeugsitzbauer. +++ Nicht schlafen zu wollen ist kindisch und ein Zeichen von Lebenshunger, schreibt Peter Bürger in der NZZ-Reihe über Schlaflosigkeit. +++ In der ZEIT unterhält sich Susanne Mayer recht engagiert mit Naomi Wolf über deren neues Buch "Vagina", in dem sie Männlein und Weiblein zu mehr Masturbation und Ritterlichkeit rät.

Persönliches:

Nach der obligatorischen Kapital-Lektüre meint jeder, eine (schlechte) Meinung zu Jeremy Bentham haben zu müssen; im Freitag versucht sich Magnus Klaue an einer Rehabilitation des Sozialreformers und Panoptikers. +++ David Foster Wallace war Tennisprofi und Logiker und wurde als Schriftsteller bekannt, ehe er 2008 Selbstmord beging; nun ist seine Abschlussarbeit "Schicksal, Zeit und Sprache. Über Willensfreiheit" auf Deutsch erschienen, wie der Deutschlandfunk meldete. +++ Ein anderes manisch-depressives Multitalent feiert am Sonntag seinen 200. Geburtstag: Kierkegaard. Bei Glanz & Elend würdigt Dieter Kaltwasser aus diesem Anlass den dänischen Hosenträger.

Abschließendes:

Wenn Sie sich mit psychoanalytischer Textkritik noch nicht so auskennen und erstmal an was Leichtem üben wollen, hätte man Sie früher auf die Katholiban von kreuz.net verwiesen; nun, da die von der homosexuellen Weltverschwörung abgeschaltet nach Österreich deportiert wurden, bleibt immer noch das von den Jugendverderbern des IPuP herzlich empfohlene www.eltern-im-netz.net, wo der Tötungs- und Geschlechtstrieb dermaßen wegsublimiert ist, dass es nur so rauscht. (Könnte Satire sein!)


Links der Woche am 27.04.2013, 15:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 17/13

Warum eigentlich nicht?

Maximilian Krämer wundert sich in der FAZ, warum Philosophie in ganz Europa selbstverständliches Schulfach ist, nur nicht in Deutschland, denn die philosophischen Zeitschriften, Praxen und Ratgeber belegen ja ein wachsendes Interesse an Philosophie. Dass es kein verbindliches Curriculum Philosophie gibt, lässt Krämer als Entschuldigung für die Schwundform Ethikunterricht nicht gelten. (21.04.13)

Elementarschere Einkommen

Seit Hans-Ulrich Wehler sein neues Buch über die soziale Ungleichheit in Deutschland vorgestellt hat, ist er damit auf allen Kanälen vertreten. In den "Blätter für deutsche und internationale Politik" hat er sein Buch in einem Artikel zusammengefasst. Bei der Polarisierung der Einkommen und Vermögen geht es vor allem um Macht und Herrschaft, wie er an der Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik zeigt.

War Hitler neidisch auf Blondie?

Hans Ulrich Gumbrecht zieht in seinem FAZ-Blog den scharfsinnigen Schluss, dass Tierfreunden und Vegetariern nicht zu trauen ist, weil Hitler ein Tierfreund und Vegetarier war. Aber eigentlich geht es ihm (Gumbrecht) um tierethische Positionen (Singer, Hacking et.al.) und deren Mensch-Tier-Differenzierung. Übrigens: Hitler hat auch deutsch gesprochen, in Flachspüler gekackt, aber wenigstens war er nicht in der Waffen-SS. (26.04.13)

Rezensionen

Maximilian Probst zeigt sich in der ZEIT angetan und bewegt von der Biographie, die Benoît Peeters über den Zentristen und Zwiespalter Jacques Derrida geschrieben hat. +++ Prost: Die taz stellt zwei Bücher über Rausch und Revolution vor, nämlich "Das Ende der Enthaltsamkeit. Über Bars, Cocktails, Selbstermächtigung und die Schönheit des Niedergangs" und "Leben im Rausch. Evolution, Geschichte, Aufstand". +++ Die NZZ präsentiert Michael Sandel als modernen Sokrates, sieht dessen Versprechen mit Sandels Buch "Gerechtigkeit. Wie wir das Richtige tun." aber noch nicht ganz eingelöst.

Sonstiges

Der blinde Hund hat die Nominierungen gesammelt und ruft nun zur Abstimmung über das schlechteste Philosophie-Buch aller Zeiten auf. +++ Schöner Nachtrag zum aktuellen Lichtwolf über Experten: "Sprachexperte" (hihi) Joachim Scharloth hat den SPIEGEL ausgewertet und zeigt, dass der Triumph der Experten über die Wissenschaftler eine Folge von 1968 ist und welche Worte üblicherweise im Kontext von "Experten" gebraucht werden.


Links der Woche am 20.04.2013, 13:17 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 16/13

Mode des Selbstversorgens

"Die Selbstversorger sind auf dem Vormarsch", sei es aus Öko-Bewusstsein, sei es aus Misstrauen gegen die Fraßindustrie, so meldet die WELT. Cosima Lutz gibt einen Überblick inkl. gärtnernder Neonazis und Literaturempfehlungen. Wer mit der Selbstversorgung klein anfangen und was interessantes lesen möchte, während das Zeug wächst und das Internet abkackt, dem sei die aktuelle Lichtwolf-Aktion für Neu-Abonnenten empfohlen. (16.04.13)

Mode des Biographismus

Auch Biographien liegen voll im Trend, schreibt Hannelore Schlaffer in der NZZ - aber waren sie denn jemals out? Biopics jedenfalls dominieren das Kino und Biograph ist längst ein ordentlicher Brotberuf. Das Fernsehen hat es normal gemacht, sich an Berühmtheiten ranzuwanzen, um an ihrem Abglanz teilhaben und ihren Alltag als geadelt betrachten zu können. (17.04.13) (Wir hätten da übrigens auch noch einen kompletten Lichtwolf zum Thema Autobiographie...)

Bücher! Bücher!

Uwe Justus Wenzel bespricht in der NZZ Quentin Skinners "Die drei Körper des Staates", eine Meditation über den Frontispiz des Hobbesschen Leviathan. +++ Bei Glanz & Elend stellt Dieter Kaltwasser den zweiten Band "Nachmetaphysisches Denken" von Jürgen Habermas vor. +++ Der geistige Vater des Selbstversorgertums (s.o.),

Henry David Thoreau, hat einem Jünger Briefe geschrieben, die in einem neuen Buch versammelt sind und in der FAZ besprochen werden. +++ Auch die ZEIT rezensiert Thomas Strässles Buch zur Gelassenheit.

Außerdem:

Guter Datenjournalismus: Die ZEIT hat die Zahlen der Todesopfer rechter Gewalt 1990 - 2013 statistisch aufbereitet und visualisiert. +++ Hans Ulrich Gumbrecht erwägt in seinem FAZ-Blog, ob Politikverdrossenheit eine Folge des Endes der Ideologien ist. +++ via @theorieblog: das Foucault-Blog +++ Der blinde Hund will's wissen und ruft zur Wahl des schlechtesten philosophischen Buchs aller Zeiten auf, bei der z.Zt. noch nominiert werden kann.


Links der Woche am 13.04.2013, 14:20 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 15/13

Zweimal Seeßlen

Wie so oft ergeht hier der nötige Hinweis auf Georg Seeßlens Blog, das diese Woche mindestesn zwei Lesenswürdigkeiten enthielt:

Die wunderbare Warenwelt ist weder das Paradies noch Trost über seinen Verlust, vielmehr vernichtet der Kapitalismus jedes Paradies, das er in der Welt und in den Vertriebenen findet. +++ Als Seeßlen vergangenen August in der taz forderte, das Feuilleton abzuschaffen, machte er u.a. die Bemerkung: "Im Kulturteil würde man sich dafür schämen, wozu man sich im Wirtschaftsteil anstandslos bekennt." In seinem Blog zeigt er nun am Beispiel eines "Unternehmergesprächs", wie diese bürgerliche Schizophrenie in der FAZ aussieht, deren Feuilleton sich entgeistert gäbe, verstünde es wirklich, was im Wirtschaftsteil steht.

Das Sein zum Tode

Der Ökologe Ludwig Trepl setzt sich seit einiger Zeit in den Scilogs kritisch mit der Gaia-Hypothese auseinander. Diese Woche dämpft er den szientifisch-naturalistischen Episteme-Optimismus, Leben auf Physik reduzieren zu können: Leben ist nicht rein kausal erklärbar, weil es nämlich den Tod gibt. (08.04.13)

Geschichte als Geschichte

Arno Widmann plaudert in der FR mit dem Heidelberger Mediävisten Johannes Fried ausführlich über Weltgeschichte als unmögliche Erzählung der Ursprünge und Wege des Menschen. Entweder werden Schlaglichter von Spezialisten zwischen zwei Buchdeckel gepresst oder ein einzelner Erzähler verschwindet im Dickicht historischer Verstrickungen. (08.04.13)

Das Gegebene und das Gezeigte

Im FAZ-Blog plädiert Sibylle Anderl für Vorsicht im Umgang mit Daten, die gerade in einem nie dagewesenen Ausmaß produziert und durchforstet werden. Dazu verweist sie auf Bogens und Woodwards Unterscheidung zwischen zwischen Daten und Phänomenen, denn so "gegeben", wie der Name sagt, sind nicht "Daten", sondern eher das, was sich zeigt. Das sollten sich auch Datenjournalisten hinter die Löffel schreiben. (11.04.13)

Das Weitere und Engere:

Nebenan bei Glanz & Elend stellt Dieter Kaltwasser zwei philosophische Neuerscheinungen vor: Schnädelbachs "Was Philosophen wissen und was man von ihnen lernen kann" sowie Hösles "kurze Geschichte der deutschen Philosophie". +++ Im Freitag bemerkt Slavoj Žižek angesichts des Zypern-Dilemmas, dass die tatsächlich nötige Regulierung wieder ausbleiben wird. +++ Nicht nur Erstis haben ihre liebe Not, bezahlbares Obdach zu finden, auch die Uni Bremen muss sich in Hotels einmieten, um Hörsäle zu haben, wie die taz berichtet. +++ Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia stellt im FAZ-Blog die mathematisch-modelltheoretische Konfliktforschung von Lewis P. Richardson vor. +++ Konsumkritik ist überholt, so die These von Wolfgang Ullrichs neuem Buch, das Andrea Roedig im Freitag vorstellt: Die postmoderne Konsumkritik betrachtet die Warenwelt als Bibliothek. +++ Der blinde Hund hat sich einen E-Reader besorgt und schreibt ausführlich und anleitend vom Nutzen und Nachteil des E-Book-Wesens für Geisteswissenschaftler.


Links der Woche am 06.04.2013, 14:28 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 14/13

Die Wirtschaftsweisen

Einen Interviewband zum globalen Aktivismus stellt uns Florian Schmid im Freitag vor. Darin finden sich (nicht mehr ganz frische) Gespräche mit u.a. Slavoj Žižek, Stéphane Hessel, Tariq Ali, Francis Fukuyama und Michael Hardt über die globalen Krisen, Anlässe zum Protest und die Notwendigkeit seiner Organisation und Vernetzung. (02.04.13)

Nach Bologna kein Bologna mehr

Kulturwissenschaftler Klaus P. Hansen beschreibt in einem Gastbeitrag für Spon, "wie Unis Genialität verhindern", nämlich u.a. mit Wettbewerbszirkus und Dauerbefristungen. Bologna und Exzellenzwahn machen Gelehrte zu Verwaltungsangestellten und geben PR den Vorrang vor ernsthafter Forschung (insbesondere der einsamen Lektüre). (03.04.13)

Unn sünst?

Das ganz Kleine und das ganz Große: Cary Huang macht mit einer Flash-Animation die Größenverhältnisse im Universum anschaulich. +++ Georg Seeßlen bloggt 12 Thesen über Sprache, die auch im Lichtwolf Nr. 35 zum gleichen Thema hätten stehen können. +++ Apropos Lichtwolf: Die aktuelle Ausgabe ist seit dieser Woche auch als E-Book erhältlich. +++ Christian Wiese schreibt in der Jüdischen Allgemeinen - als hätte er die plötzliche Fahndung nach 50 NS-Verbrechern geahnt - darüber, was von Hannah Arendts "Eichmann in Jerusalem" nach einem halben Jahrhundert noch bleibt. +++ Die taz stellt das neue Waffenrecht an einer Uni in Lynchburg (!) vor, die so US-amerikanisch zu sein scheint wie Apple Pie und auch was für Taliban wäre. +++ Der blinde Hund hat seine Link-Liste mit Philosophie im Internet aktualisiert und um Open-Access-Zeitschriften erweitert. +++ Radio-Tipp: Heute kommt ab 23:05 Uhr im Deutschlandfunk die Lange Nacht über Erich Mühsam.


Links der Woche am 30.03.2013, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 13/13

Ein paar Menschheitsfragen

M. Laaff & D. Schulz geben in der taz anlässlich von Googles Datenbrille einen kurzen Überblick, wie weit Mensch und Maschine bereits verschmolzen sind. Wie es weitergeht behandelt u.a. Lichtwolf Nr. 39 ("Jenseits des Menschen"). +++ Die Kollegen vom theorieblog.de verweisen auf ein Joint Venture des Schweizer Tagesanzeigers mit dem Portal philosophie.ch, das die ganz großen Fragen behandelt. +++ Der Nachbar von Michael Krüger notierte in schlaflosen Nächten sorgfältig, was mit der Schöpfung im Allgemeinen und der Menschheit im Speziellen schiefgelaufen ist, wie Krüger in einem rührenden Nachruf in der NZZ berichtet.

Schwanzvergleich für Akademiker

Was der Uni das Hochschul-Ranking ist dem Wissenschaftler das Publikationsranking. Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia stellt im FAZ-Blog die zugrundeliegende Methodik der Auswertung von Veröffentlichungen und Querverweisen vor, um sodann linkreich von den Wundern und Problemen der Bibliometrie zu künden. (27.03.13)

Das Spiel des Herausgeberlebens

Frank Schirrmacher hat gerade ein Buch über Spieltheorie veröffentlicht und will das Thema den Lesern der von ihm mitherausgegebenen FAZ nicht vorenthalten. Neulich erklärte dort ein Informatiker, wie mit Spieltheorie und Big Data menschliches Verhalten vorhergesagt werden kann. (Wenn Sie sich dafür interessieren: Im aktuellen Lichtwolf geht es im Beitrag über Expertensysteme auch um das Thema.) Diese Woche kommt Schirrmacher auf den Kern seines Buchs zu sprechen, nämlich die spieltheoretische Verheerung der Finanzmärkte, womit er die Bühne frei macht für den Mathematiker und Ökonomen Ariel Rubinstein, der uns erstmal erklärt, was Spieltheorie überhaupt ist.

Zwei fürs 20. Jahrhundert

Michael Jäger unternimmt im Freitag den Versuch einer Gegenüberstellung der Zeitgenossen Richard Wagner und Karl Marx. Beide weisen um 1848 erstaunliche gedankliche Parallelen auf und es ist interessant zu sehen, wie Wagner und Marx mit dem Vorzug der Sinnlichkeit vor dem Geld, den sie von Feuerbach haben, hernach in Denken und Werk umgehen. (28.03.13)

Bücher, Bücher, Bücher!

Da muss irgendwo ein Nest sein. Der NZZ-Fachphilosoph Uwe Justus Wenzel hat Frühlingsgefühle bekommen - und zwar durch das neue Buch von Antonio Negri und Michael Hardt, das Tauflecken im Eispanzer der Globalisierung ausmacht; übrigens gibt Michael Hardt im Interview beim Freitag Auskunft über den neuen Papst, globale Widerstandsbewegungen und Liebe. +++ Auch Arno Widmann bespricht Band 10 von Karlheinz Deschners "Kriminalgeschichte des Christentums" sowie die antiquarisch auf CD-ROM erhältlichen Bände 1-9. +++ Noch eine Besprechung eines Buchs, auf das an dieser Stelle bereits hingewiesen wurde: Hans Bernhard Schmid vergleicht in der NZZ Heideggers Handwerkerphänomenologie mit der in Richard Sennetts Neuerscheinung "Zusammenarbeit". +++ Ludger Lütkehaus zitiert Wittgensteins guten Vorschlag für eine bündische Grußformel unter Philosophen und stellt in der NZZ Thomas Strässles Essay über die Gelassenheit vor. +++ Statt einer Rezension schreibt Franz Viohl im Freitag einen offenen Brief an den Sozialpsychologen Harald Welzer, in dem er seine zwiespältigen Gefühle nach der Lektüre von Welzers Aufruf zum Widerstand ("Selbst denken") darlegt.


Links der Woche am 23.03.2013, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 12/13

Sozialpolitik in Historikers Sicht

Vergangene Woche wurde an dieser Stelle bereits auf die neuerliche Debatte um Ungleichheit und Gerechtigkeit hingewiesen. Anlass war Hans-Ulrich Wehlers Buch "Die neue Umverteilung", das Klaus Harpprecht in der ZEIT vorstellt. Der Historiker hatte sich ebenda vergangenen Monat ausführlich zum geschönten Armutsbericht der Bundesregierung geäußert und sich insbesondere darüber gewundert, dass der soziale Frieden immer noch hält. Im Gespräch mit der FR gibt Wehler Auskunft über die Umverteilung von unten nach oben und die kalte Wut.

Opa erzählt vom Krieg

Der 68er Helmut Wietz hat einen Comic über das wilde Berlin Ende der 60er gemacht - eine Art bebilderte Selbstkritik der Generation, die (ob bekifft oder nüchtern) Mao und Adorno verehrte, auch ohne viel lesen zu müssen. Marcel Malachowski stellt Buch und Mindset im Freitag vor. (21.03.13)

Wissenschaftsphilosophiewochen bei der FAZ

Sibylle Anderl berichtet von einem Hannoveraner Treffen von Wissenschaftsphilosophen, die zwischen den Stühlen von Physik und Philosophie tagten. In der Klimaforschung führt mehr Wissen zu mehr Unsicherheit - Schuld ist die Komplexität der Materie, erklärt Joachim Müller-Jung. Abermals Sibylle Anderl schlägt von Hannover aus vor, bei solchen Problemen mal den Wissenschaftsphilosophen zu fragen.

Eingeführt bleiben!

Klaus Watzka unterrichtet in Jena BWL und beobachtet mit Sorge, wie nun auch die letzten Bundesländer die mit ordentlich Sachzwang eingeführten Studiengebühren wieder abschaffen. In der FAZ macht er ein Tabu aus, um es wacker zu brechen, indem er nämlich dafür plädiert, die Studentenschaft an den Kosten ihrer Bildung zu beteiligen. (21.03.13)

Außerdemos von Sonstnochos:

Nebenan bei Glanz & Elend bespricht Jürgen Nielsen-Sikora zwei Bücher zur Verschwarmung des Menschen im Netz von Nicholas A. Christakis und James H. Fowler sowie von Jean Baudrillard (!). +++ Mit den Piraten wurde nicht nur der Insiderwitz als politisches Kommunikationsmittel "salonfähig", wir verdanken der Partei auch Klarheit darüber, ob Berlin auf die Zombie-Apokalypse vorbereitet ist. +++ Pünktlich zum neuen Papst ist Karlheinz Deschners "Kriminalgeschichte des Christentums" abgeschlossen, wie Ludger Lütkehaus in der NZZ meldet. +++ Der Frühling lässt noch auf sich warten, der Lichtwolf zur Jahreszeit ist aber schon da: Titelthema Experten.


Links der Woche am 16.03.2013, 14:49 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 11/13

Der Blick zurück

Die marxistische Geschichtsschreibung Anglophoniens hat mit Eric Hobsbawn und Tony Judt in den vergangenen Jahren zwei ihrer Ganzgroßen verloren. Michael Hesse räsoniert in der FR über Tony Judts und Timothy Snyders historiographische Dialoge übers 20. Jahrhundert. (13.03.13)

Europa beherrschen

Mit Merkel und Gauck herrscht in Deutschland eine postdemokratische Ideologie, die rundum mit Teflon beschichtet ist. Georg Seeßlen geht in seinem Blog dem Merkelismus nach, der nur scheinbar bräsig-wendehälsig ist, tatsächlich aber machiavellistisch und merkantilistisch (eben merkelistisch) seine Agenda in Europa durchsetzt. (09.03.13)

MOOCs

Da nur "online" es heutzutage über keine Aufmerksamkeitsschwelle mehr schafft, muss es schon auch "massive" sein: Massive Open Online Course (MOOC) ist kein neuer Spieletrend, sondern bietet den gebildeten Ständen und denen, die dazuzählen wollen, Content direkt aus den Hörsälen der berühmtesten Hochschulen. Seiten wie Cousera, Open Course World, edX oder Udacity bieten (auch deutschsprachige) Vorlesungen zum Download an, sind das Titelthema der aktuellen ZEIT und werden in der FAZ mit Lob und Anerkennung begutachtet.

Gesellschaft mal anders

Robert Misik stellt im Freitag Hans-Ulrich Wehlers und Michael Sandels Überlegungen zu Ungleichheit und Gerechtigkeit vor, die vor allem auf die richtige Formulierung von Fragen der Umverteilung zielen. In der FR denkt Schriftsteller Artur Becker russisch über die kommende Gesellschaft nach bzw. darüber, welche revolutionären Voraussetzungen die Hinwendung zu geistigem statt materiellen Wohlstand hat. Und die taz stellt die jüngste Occupy-Phänomenologie von Michael Hardt und Antonio Negri vor, die da heißt "Demokratie! Wofür wir kämpfen".

Auch das noch:

Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus empfiehlt dieses Ratespiel: Wer hat's gesagt - Nietzsche oder Spongebob? +++ Na, haben Sie auf der gegenwärtigen Leipziger Buchmesse wieder keinen Preis abgekriegt? Trost finden Sie beim Laudatomaten, der schmucke Lobreden auf Sie (oder sonstwen) ausspuckt. Die einzig wahre Messe für Freunde des gedruckten Worts ist ohnehin die Mainzer Minipressen-Messe Ende Mai, an der übrigens auch der Lichtwolf teilnimmt.


Links der Woche am 09.03.2013, 14:46 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 10/13

Post Humanum

In seinem Blog ging Georg Seeßlen diese Woche u.a. dem Posthumanismus nach. Dabei orientiert er sich an Colin Crouchs These von der Postdemokratie und wird zunächst einmal diskursanalytisch, ehe er auf die Konsequenzen für posthumane Identität, Erkenntnis usw. zu sprechen kommt. Zur Vertiefung empfehlen wir den Lichtwolf Nr. 39 zum Thema "Jenseits des Menschen". (02.03.13)

Küss die Hand!

Buprä Gauck hat sich mit seinem Abtun der #aufschrei-Debatte diese Woche wieder unangenehm in Erinnerung gerufen, aber vielleicht gibt es auch sachdienlichere Beiträge: Der Philosoph Robert Pfaller erinnert im Gespräch mit der FAZ an Galanterie, Prüderie und die Waffen der Frauen, die allesamt nicht mehr sind, was sie mal waren. (02.03.13)

Markt der Tugenden

Noch ein Gespräch, noch ein Philosoph, noch einmal die Frage nach dem Zusammenleben: In der FR erteilt Tugendethiker Martin Seel Ratschläge dazu, wie wir armen Sünder in der verschränkten Krise von Kapitalismus und Moral miteinander auskommen sollen und können. (06.03.13)

Die akademische Familie

Nach 1945 wurde manche Chance auf Neuanfang in der BRD vertan. So erinnert Jürgen Kaube in der FAZ an die Pläne, in Deutschland Colleges nach angloamerikanischem Vorbild zu gründen. Sie kämen der geisteswissenschaftlichen Lehre zugute und dem intellektuellen Stand der immer jüngeren Studienanfänger entgegen. (07.03.13)

Transparenz überall

Der Feuilleton-Philosoph der NZZ, Uwe Justus Wenzel, blickt auf die Geschichte der Transparenz-Bewegungen zurück bis hin zur Aufklärung, um sodann die Idee selbst zu erörtern. Schafft oder zerstört Transparenz Vertrauen, was ist mit der Privatsphäre und wie lässt sich Transparenz überhaupt herstellen? (09.03.13)

Unn sünst:

Raphael Enthoven, der Precht Frankreichs und Lochschwager von Nicolas Sarkozy, hat Mitleid mit der Philosophie in Deutschland, so erklärt er im Gespräch mit dem Cicero. +++ Die Tagebücher des Anarchisten und philosophischen Schwerenöters Erich Mühsam sind seit einer Weile online und im Verbrecher Verlag zu haben; die NZZ stellt den jüngsten zwoten Band vor.


Links der Woche am 02.03.2013, 14:45 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 09/13

Das Analoge zwischen 0 und 1

Quantenphysiker sind es gewohnt, das tertium non datur der klassischen Logik zu strapazieren. Joachim Schulz als Vertreter der Zunft erklärt in den Scilogs, warum der Welle-Teilchen-Dualismus kein logischer Widerspruch ist und wie ein Quantencomputer funktioniert. (23.02.13)

Der kleine Fürst

Großes politisches Ungemach in Italien, wo Niccolo Machiavelli vor 500 Jahren das Handbuch der Regierungskunst schrieb. "Seinem Rat folgen Herrscher von den Medici bis zu Stromberg", erklärt Marc Reichwein in der WELT, ehe er manches Missverständnis über den Machtratgeber ausräumt. (26.02.13)

Das Schöne im Wandel der Zeit

Im Märzheft des Merkur hat sich Ingo Meyer ausführlich mit vier Jahrzehnten ästhetischer Theorie aller im deutschen Sprachraum relevanten Schulen und Positionen auseinandergesetzt. Herausgeber Christian Demand hat noch einige Fragen zur neueren Ästhetik und unterhält sich darüber mit dem Autor. (28.02.13)

Die Kluft zwischen Arm und Reich

...wird immer größer und vermeintliche Gegenmaßnahmen verstärken den Trend noch. Elitenforscher Michael Hartmann erklärt im Gespräch mit der ZEIT, wie Stipendien und die Exzellenzinitiative die Reproduktion der Elite aus den immergleichen Kreisen begünstigen. (28.02.13)

Außerdemchen:

Tarnen und Täuschen im Netz: Die ZEIT stellt einen Ratgeber zur Selbstverteidigung gegen kommerzielle Datensammler vor. +++ Als "Feminist der ersten Stunde" wird John Stuart Mill in der NZZ angeteasert: Jean-Claude Wolf stellt den Klassiker des Liberalismus und Utilitarismus in der NZZ vor - anlässlich des ersten Bands einer fünfbändigen Leseausgabe von Mills Werk. +++ Hans Ulrich Gumbrecht fragt in seinem FAZ-Blog mit Hegel und Heidegger nach der Heimat und wozu sie noch gebraucht wird. +++ Für die ZEIT bespricht Ulrich Greiner Henning Ritters Essay "Schreie der Verwundeten" über die Brutalität und Mitleid.



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