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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
1. Georg Seeßlen (68)
2. Martin Heidegger (56)
3. Slavoj Žižek (50)
4. Kapitalismus (40)
5. Peter Sloterdijk (38)
6. Hans Ulrich Gumbrecht (31)
7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 20.07.2013, 12:48 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 29/13

Keine Höhle ohne Schatten

Bernard-Henri Lévy fragt mit einer Kunstausstellung, ob die bildenden Künstler mehr Ahnung von der Wahrheit haben als die Philosophen, so berichtet ein gut erholter Sascha Lehnartz in der WELT. Traditionell werden Gemälde erkenntnistheoretisch aller Mimesis zum Trotz als Scheinbilder gemobbt, wogegen BHL u.a. mit Beuys' Fettfleck als Heidegger-Kommentar antritt. (14.07.13)

Deutsches Denken in Frankreich

Zum Geburtstag des toten Jacques Derrida bringt die taz ein unveröffentlichtes Interview, das Klaus Englert 2001 mit dem französischen Philosophen geführt hat. Darin versucht Derrida zu erklären, warum Hegel, Marx, Nietzsche und Heidegger in Frankreich ganz anders rezipiert wurden als in Deutschland, und warum er Benjamin lieber als Adorno mag. (15.07.13)

"Es gibt keinen Geschlechtsverkehr"

Slavoj Žižek denkt in der WELT mit der üblichen Portion Lacan über das europäische Kino nach, das er als Mix aus Komödie und Melancholie wahrnimmt, insbesondere in den Topoi Sexualität und Kriminalität. Allerdings sollte man die Schinken, die Žižek analysiert, selbst gesehen haben, um sich einen Reim auf seine These machen zu können. (15.07.13)

Nicht nur draußen lauert die Gefahr

Soziologe Ulrich Beck gibt im FAZ-Gespräch Auskunft über die jüngste Gefahr im Portfolio der Weltrisikogesellschaft: den staatlich betriebenen Wandel von digitaler Freiheit zu digitaler Kontrolle. Vom Staat ist da keine Hilfe zu erwarten, noch dazu wenn es der bloße Nationalstaat ist, sondern ein digitaler Humanismus muss her. (19.07.13)

Das Weitere und Engere:

Die NZZ stellt Jürgen Habermasens jüngste Sammlung politischer Schriften vor. +++ In einer laufenden Moraldebatte im Cicero warnen die Philosophen Edith und Rolf W. Puster vor Bescheidenheit und Großzügigkeit: Das würde nur unseren schönen Wohlstandsmotor abwürgen. +++ Zal Batmanglij, Regisseur des vielversprechenden Post-Occupy-Thrillers "The East" gibt im Gespräch mit der taz Auskunft über Frustration, Aktivismus und Güte.


Links der Woche am 13.07.2013, 13:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 28/13

Geisteswissenschaften: SNAFU

Vor einem Jahr hat die Uni Freiburg ihren Elite-Status verloren. Jürgen Kaube kolportiert in der FAZ von einer kleinen Tagung zur Lage der Geisteswissenschaften, welche Begründungen der Freiburger Historiker Ulrich Herbert dafür von der DFG erhalten hatte: Der geförderte Exzellenzapparillo sei "eine Ansammlung von Spitzenintellektuellen" und zu elitär (!) gewesen. Auch Markus A. Dahlem macht sich bei den SciLogs Gedanken zur Lage nicht nur in den Geisteswissenschaften, sondern in der Personalstruktur deutscher Universitäten (04.07.13)

Sterben ist Gemeinschaftssache

Die taz bringt diese Woche ein neues laaanges, aber grandioooses Portrait aus der Feder Gabriele Goettles, das wie zum Tod des dementen Walter Jens verfasst zu sein scheint. Goettle stellt uns also den Medizinhistoriker Gerhard Baader vor, indem sie ihn erzählen lässt: von seinem langen Leben, von der Medizingeschichte und von der Sterbehilfe. (05.07.13)

Leer wie Schnittlauch. Aber lecker.

Das Leben hat keinen Sinn. Sagt zumindest der bei Telepolis veröffentlichte Auszug (Reklame?) aus Patrick Späts Buch zum Thema. Demnach sind wir digitalen Eingeborenen und Migranten der hemingwayschen Lost Generation darin ähnlich, dass unserer Orientierung im Absurden auch kein Gott nützt - was alles ganz gut ist. (09.07.13)

Echo im Kinosaal

In seinem Blog geht Filmkritiker Georg Seeßlen diese Woche mal wieder auf die Metaebene hoch, indem er u.a. im Mythos von Narziss und Echo die Beziehung von Kino-Figur und Zuschauer vorgezeichnet sieht. Sein eigentliches Thema ist jedoch die Dynamik der erotischen Mythologie (im Kontrast zur pornographischen Inszenierung) in der Filmgeschichte. (10.07.13)

Careful what you wish for

Jeden Sommer wird in Feuilletown das Fehlen der Intellektuellen beklagt, so auch von Peter von Matt in der NZZ. Auf dessen Wunschliste reagiert Gregor Keuschning im Begleitschreiben mit dem pointierten Hinweis, dass der ersehnten Art von Intellektuellen stets von denen der Prozess gemacht wird, die sich den öffentlichen Gegendenstrichdenker nur solange wünschen, bis er mit seiner Aufgabe ernst macht. (11.07.13)


Links der Woche am 06.07.2013, 15:08 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/13

Wie entsteht Atheismus?

In den Scilogs beschäftigt sich Michael Blume mit Religiosität unter dem Gesichtspunkt der Evolution und stellt eine Studie vor, welche den blinden Fleck der Evolution von/zum Atheismus auskundschaftet: Fehlende "soziale Kognition", existentielle Sicherheit, Traditionsbruch und Nachdenken könnten Atheismus begünstigen, der aber kein evolutionärer Vorteil zu sein scheint. (30.06.13)

Avanti Dilettanti

In einem Gastbeitrag bei den Scilogs erörtert die Kognitionswissenschaftlerin Katharina Müller "das Treffen von Entscheidungen im Spannungsfeld zwischen Rationalität und Intuition". Die meisten unserer Entscheidungen sind Heuristiken, dank derer wir schnell, aber meist falsch urteilen können, ohne es mitzukriegen, wie Müller an einigen Beispielen zeigt. (01.07.13)

Dicke denken

Hans Ulrich Gumbrecht fragt sich in seinem FAZ-Blog, wieso es noch keine Philosophie des Übergewichts gibt, obwohl sich der Anteil der Adipösen an der Weltbevölkerung binnen einer Generation verdoppelt hat. Bedenkenswert ist immerhin, dass die Gesellschaften zwar toleranter und immer dicker werden, Übergewicht jedoch mehr Stigma denn je ist. (05.07.13)

Der unwahrscheinliche Dr. Dr. Arbeiterkind

Letzte Woche nahm Dr. Dr. Peter Riedlberger den Berliner Dozentenleitfaden zur akademischen Behandlung von Arbeiterkinder auseinander. Diese Woche ließ er seiner Polemik einige Ratschläge für die "Diversitätler" folgen, mit denen er bloß ein sozial ungerechtes Bildungssystem schief argumentierend verteidigt, so der Kommentar von Stephan Schleim ("wuchs im Haushalt eines Anlagenwärters und einer Sekretärin auf.") gleichfalls auf Telepolis.

O Tempora, o mores

Die US-amerikanischen und britischen Abhörprogramme haben manchem die Lust an Internet und Demokratie verdorben. Daniel Martienssen sieht im Freitag das Hobbessche Staatskonzept als Sieger der Geschichte: Mit der Allgegenwart des Internet wacht der Leviathan der Geheimdienste über jeden ihm unterworfenen Bürger. In der NZZ erinnert Tilman Baumgärtel an die früheren Utopien, die mit dem Internet verbunden waren, das sich nun im Gegenteil als perfektes Open-Source-Instrument staatlicher Überwachung erweist.

Et cetera:

Odo Marquard ist im besten Alter für einen Essay- und Gesprächsband über die Endlichkeit, so der Tenor der FAZ-Besprechung seiner Neuerscheinung. +++ Die FAZ interpretiert außerdem Nietzsches Gedicht "Nach neuen Meeren". +++ Vorige Woche stieg in Köln das große RDP-Verherrlichungsfest phil.cologne, weshalb im Freitag einige Autorinnen und Autoren den Boom der Philosophie feiern, als wäre es das erste Feuerwerk, das nicht irgendwann in Rauch und Sondermüll endet. +++ Das Soziologiemagazin weist via Twitter auf Titus Stahls kostenlose PDF-Sammlung der Hegel-, Marx-, Benjamin- und Freud-Gesamtausgaben hin.


Links der Woche am 29.06.2013, 14:35 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 26/13

Philosophie ohne innen

Sibylle Anderl bloggt bei der FAZ über den geringen Frauenanteil in der Philosophie und die möglichen Gründe dafür. Selbst wenn es schlichtes Desinteresse der Damenwelt an Fundamentalontologie wäre, ist zu fragen, wo dieses herrührt. Anderl präsentiert Diagramme, Befragungen und mit einem aktuellen Skandal ein Indiz für Sexismus auch in der Philosophie. (22.06.13)

Börne und Thiel Sloterdijk

Peter Sloterdijk hat letzte Woche den Ludwig-Börne-Preis gekriegt und dabei wie es sich gehört eine Rede gehalten. Diese wird von Richard Kämmerlings (WELT) ausgiebig als "überheblich und voller antidemokratischer Affekte" erledigt, weil sie dem Springerschen Leitbild uneingeschränkten Post-9/11-Blutrauschs widerspricht.

Geld ist Zeit ist Geld

Der Neoliberalismus hat die Zeitlichkeit des Daseins pervertiert, meint Byung-Chul Han in der ZEIT und hebt mit einem Nietzsche-Zitat an, dass die Hektik freilich nicht erst als Kollateralschaden der spätkapitalistischen Moderne ausweist. Dauer jedenfalls ist unmöglich gemacht und Entschleunigung wird nicht helfen. (23.06.13)

Die da oben ticken anders

Politikverdrossenheit ist ein Zeichen der Entfremdung zwischen politischer und bürgerlicher Sphäre, so der wenig überraschende Befund des Elitenforschers Michael Hartmann, der bei Telepolis Auskunft gibt darüber, was die "Kernelite" von sozialer Ungleichheit hält. (24.06.13)

Wo sind sie geblieben (Folge XIII)

Jeden Sommer beklagt irgendeine große Zeitung das Fehlen der Intellektuellen. Annabelle Seubert seufzt in der taz, frühere Generationen hätten Adorno, Böll, Arendt gehabt, wir bloß Richard David Precht. Das ist denn auch gleich das Thema der taz.am wochenende vom 29./30. Juni 2013 (mit brutaler Titelseite). Wo sind denn die liberalen Intellektuellen, frug wohl auch Gerhart Baum laut FAZ bei einer Filmvorführung und wird im Bericht als letzte noch lebende Antwort auf die Frage präsentiert.

Außerdem:

Der blinde Hund weist auf eine Gesetzesnovelle hin, die Wissenschaftlern die Zweitveröffentlichung ihrer Artikel aus Fachzeitschriften erleichtern soll. +++ Wie man als Dozent Arbeiterkinder behandeln sollte, lernt man laut Telepolis an der FU Berlin und Dr. Dr. Peter Riedlberger urteilt: Gut gemeint ist das Gegenteil von gut. +++ Über Recht und Moral, Gehorsam und Widerstand, Treue und Verrat im Falle des Whistleblowers Edward Snowden gibt Reinhard Merkel in der ZEIT Auskunft.


Links der Woche am 22.06.2013, 14:35 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 25/13

Der Arier hält sich für eine Buche

In den Scilogs ergründet Ludwig Trepl sehr ausführlich den Naturbegriff des Nationalsozialismus. Dabei fällt ihm auf, dass der darwinistische Konkurrenzkampf sowohl in der NS-Ideologie wie im Liberalismus als natürlich gilt. Allerdings haben die faschistischen Sozialdarwinisten Darwins Theorie nicht verstanden. (17.06.13)

Die Hälfte ist geschafft

Sage noch einer, in der Mathematik gäbe es keine Fortschritte: Heinrich Hemme informiert uns in der FAZ, dass nach 40.000 Rechenstunden die schwache Goldbachsche Vermutung (jede Zahl größer 5 ist die Summe dreier Primzahlen) zumindest für alle ungerade Zahlen bewiesen wurde. (19.06.13)

Der Sex von morgen schon heute

Martin Kurthen lässt sich nicht lumpen und legt bei Telepolis seine Gedanken zum posthumanen Sex vor: Mit der platonischen Aristophanes-Rede erweist er zunächst die Kopulation als künstlichen Notbehelf, den er sodann mit Lacan und Freud untersucht, um die Begriffe "künstlich" und "natürlich" zu revidieren. Posthumanismus wird dann zur Wiederherstellung prähumaner Funktionalität; auch und besonders bei der Fortpflanzung. (16.06.13)

Es war einmal in Regensburg

Rudolf Maresch erinnert bei Telepolis an den vor zwei Jahren verstorbenen Medienwissenschaftler Friedrich Kittler und die gemeinsame Ahnung vom digitalen Strukturwandel und seinen Folgen für die Öffentlichkeit. An vielen Beispielen wie Goethes Portokasse zeigen sich die diskursformenden medialen Effekte, denen Kittler pionierhaft nachspürte. (16.06.13)

Armut und Anarchismus

Im Freitag hat Nina Marie Bust-Bartels ein Portrait des baskischen Anarchisten Lucio Urtubia geschrieben: Bankräuber, Fälscher und Proletarier in der Franco-Diktatur, Bekanntschaft mit Camus und Breton, Familiengründung im Untergrund, ein gigantischer Scheckbetrug zugunsten revolutionärer Bewegungen, heute unterwegs als Lehrer für Utopie. (20.06.13)

Und Weiteres:

Die NZZ stellt Christina Wesselys Buch "Welteis" vor, das Hanns Hörbigers Welteislehre als wissenschaftshistorischen Coup beschreibt. +++ Wer den Lichtwolf kennt und schätzt, weiß um die Bedeutung der Wurst im aktuellen wie in jedem Heft. Auch anderswo wird dem Kulturgut des gefüllten Darms mit Achtung begegnet: Zeichnungen von Eugen Egner taugen nur was, wenn eine Wurst drin vorkommt, Bloggerin Patsy Jones sieht in der Wurst ein Antidot zum Sexismus und die taz stellt uns Constantin Alexander vor, der Bilder von wurstessenden Politikern sammelt.


Links der Woche am 15.06.2013, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 24/13

Das Imperium schlägt zurück

An dieser Stelle wurde vor einem Monat auf Giorgio Agambens bei Alexandre Kojève entlehnte Europa-Kritik hingewiesen. Rudolf Maresch hat sich für Telepolis die Mühe gemacht, die Debatte um den Traum von einem lateinischen Imperium mit Links (also Verweisen) zu den einschlägigen Wortmeldungen und ursprünglichen Ideen nachzuzeichnen. (09.06.13)

In Nachbarschaften

Peter Sloterdijk hat zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags ein Buch über "Mein Frankreich" (also seins) vorgelegt, das Dieter Kaltwasser bei Glanz & Elend vorstellt. Von rheinübergreifender politischer Entfremdung und philosophisch-literarischer Faszination (besonders Derrida hat es ihm angetan) handeln die versammelten Essays und Notizen. (10.06.13)

Gedanken über Gedanken

Christian Hoppe widmet sich bei den Scilogs der "Hirnforschung und Theologie" und machte sich diese Woche ausdrücklich "Gedanken über Gedanken": vom schlichten aber gewissen Denken-an über daraus gewonnene Urteile und den Zusammenhang von Sprache und Denken bis zur Frage nach der Wirklichkeit von Gedanken und der Möglichkeit von Metaphysik. (12.06.13)

S weiß, dass p.

Passend dazu das Thema ein Blog weiter: Leonie Seng stellt uns zu seinem 50. Jubiläum den Gettier-Fall vor, der das Verhältnis von Glauben und Wissen auf logische Weise problematisiert. In Erlangen wurde dazu getagt und Seng stellt uns einige Einsichten vor, ob und wenn ja was das Problem mit Gettier ist. (13.06.13)

Die Welt ist nicht genug

Metaphysik auch in der NZZ, wo Uwe Justus Wenzel den popularphilosophischen Erstling von Markus Gabriel, "Deutschlands jüngstem Philosophieprofessor", zwar im Marktsegment der Sinnstiftung verortet, es aber ob des systematischen Ehrgeizes (der "Neue Realismus" klingt dabei nach altem Königsberg) vom Ruch der Precht-Epigonie freispricht. (11.06.13)

Geschäftsmodell und Gesinnung offenbart

Die Hochschulreformen unter dem Kürzel Bologna sind nicht arm an Kuriositäten, die selbst die irrsten Schwarzmalereien der Reformkritiker übertreffen. Eine solche stellt Jürgen Kaube in der FAZ vor: Akkreditierungsagenturen entscheiden über die Zulassung von Studiengängen und bieten jetzt selbst Seminare zur Antragsstellung an. (12.06.13)


Links der Woche am 08.06.2013, 14:28 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 23/13

Der Exzess als Frage

Dafür, dass es "Erste Skizzen zu einem Konfliktfeld" sein sollen, wird es schon recht umfassend: Georg Seeßlen denkt in seinem Blog über den "Exzess" nach, der nicht bloß ein Zuviel oder Ausnahmefall, sondern wesentlicher Teil aller Gesellschaftsformen ist. Damit ist der Boden bereitet für den Exzess im Film - Seeßlens eigentliche Domäne. (26.05.13)

Der letzte Systemphilosoph

Michael Hesse unterhält sich in der FR mit John Searle über die immerwährende Krise, den engagierten Philosophen, die Occupy-Bewegung und den philosophischen Fortschritt. In summa gibt das Gespräch einen kompletten Überblick in Searles systematisches Schaffen. (01.06.13)

Die generischen Enten

Die Soziologin Paula-Irene Villa gibt bei Telepolis ausführlich Auskunft über Gender Studies. In Teil I geht es um die Entstehung aus der Frauenforschung, die regionalen Eigenarten und die Nähe zur Wissenschaftssoziologie. In Teil II erklärt Villa, was die großen Forschungsergebnisse und -perspektiven sowie praktischen Folgen des Fachs sind und dass seine Themen so schwierig weil scheinbar selbstverständlich sind.

Das Interview kann das Gender-Unkundige ruhig als Einstieg in die junge Disziplin nehmen, die derzeit wieder sehr gefragt ist: Die Entscheidung der Uni Leipzig, in ihrer Grundordnung statt der üblichen Schrägtiefstrich-Binnen-I-Partizip-Hampelei durchweg das generische Femininum zu gebrauchen (was man bei Springer mal wieder überhaupt nicht versteht, d.h. als "Sprach-Opfer im Namen des Feminismus"), sorgt für Aufregung; desgleichen der Wechsel, den die Heidelberger Kolleginnen und Kollegen vom ruprecht im Untertitel - von "Studierendenzeitung" zu "Studentenzeitung" - vorgenommen haben (vgl. einige Leserbriefe).

Shitstorm wegen Urschleim

Der Fledermausantiempiriker Thomas Nagel hat ein neues Buch geschrieben, in dem er die naturwissenschaftliche Erklärbarkeit vieler geistiger Phänomene, aber auch der Entstehung des Lebens in Zweifel zieht. Das hat in den USA einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, den Malte Lehming im Tagesspiegel vorbildlich mit Links nachzeichnet und mit dem deutschen Historikerstreit vergleicht. (07.06.13)

Außerdemchen:

Für die NZZ bespricht Ludger Lütkehaus ein neues Buch über deutsche Philosophen zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus. +++ Hihi: Arno Frank hat für die taz aus Hitlers Tischgesprächen einige Forderungen der Grünen exzerpiert. +++ Horst Hippler, Chef der HRK, verteidigt in der FAZ Open Access gegen die Interessen der Wissenschaftsverlage. +++ Die Kollegen von der Philosophie-Zeitschrift Hohe Luft veranstalten einen Schreibwettbewerb: 8.000 Zeichen zur Frage, was Gerechtigkeit ist.


Links der Woche am 25.05.2013, 14:40 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 21/13

Retweets und Likes statt Citation Index

Im Web 2.0 kann bekanntlich jeder mit jedem, aber (auch und gerade) junge Wissenschaftler schrecken noch vor dem Dauerkontakt mit der Netzöffentlichkeit zurück, bloggt Sibylle Anderl bei der FAZ. Dabei kommt die Wissenschaft nicht mehr lang am Dialog via Social Media als Chance und Pflicht vorbei. (20.05.13)

Gottlobs Werk und Bertrands Beitrag

Wolfgang Krischke berichtet für die FAZ von der dritten internationalen Tagung zum Werk Gottlob Freges in Wismar. Wir lesen über Freges Drittmitteleignung und sein idealistisches Logikverständnis, über die Wunder der Selbstbezüglichkeit und Freges schwierige Wittgensteinlektüre. (24.05.13)

Supermenschen aus der Petrischale

Bei Telepolis unterhält sich Christoph Mann mit dem Technikphilosophen Armin Grunwald über Human Enhancement. Im ersten Teil erklärt Grunwald, womit man als Technikfolgenabschätzer zu zu tun hat, etwa mit synthetischer Biologie, die auch zum Aufrüsten von Menschen dienen kann. Das ist in der Leistungsgesellschaft sehr willkommen, so geht es im zweiten Teil weiter, drum gilt es, Öffentlichkeit und Politik zu beraten. Möchten Sie mehr darüber erfahren, was hinter Ihrer Spezies liegt? Lichtwolf Nr. 39 behandelt das Thema "Jenseits des Menschen". (18./19.05.13)

Noch ein Hochschulrant

Der Jurist Bernd Rüthers sieht die Universitas in Gefahr. Die Gründe, die er in der FAZ aus eigener Anschauung aufführt, sind altbekannt: 68er-Mitbestimmungschaos, Überbevölkerung, soziale Selektion, Trennung von Forschung und Lehre, Reformwut, Ökonomisierung, Bologna und Exzellenzquark. Die Folge: Untergang des deutschen Bildungswesens. (24.05.13)

Et cetera

Die NZZ stellt Harald Welzers Aufruf zur Beseitigung der herrschenden Ordnung vor, "Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand". +++ In einer Woche erwartet Sie der Lichtwolf auf der Mainzer Minipressen-Messe vom 30.05. bis 02.06. - dort erhalten Sie Ihre Links der Woche mündlich und eigenontisch.


Links der Woche am 18.05.2013, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 20/13

Die zynische Vernunft buchstabiert

Wörterbücher und Enzyklopädien sind als aufklärerische Projekte auch Dokumentationen der menschlichen Einfalt und Niedertracht. Drum lobt Magnus Klaue im Freitag die bisher umfangreichste Neuübersetzung von Ambrose Bierces teuflischem Wörterbuch, ohne in seiner Begeisterung dessen massenkompatible Mängel zu übersehen. (15.05.13)

Seid umschlungen, ihr Millionen

Giorgio Agamben ist Europäer und Philosoph. Als solcher griff er kürzlich die alte Idee Alexandre Kojèves auf, Europa sei nur als Imperium romanisch-katholischer (statt germanisch-protestantischer) Lebensart sinnvoll. Jürgen Kaube schüttelt in der FAZ einigermaßen den Kopf über solche völkerpsychologischen Phantasien. (16.05.13)

Die Tücken der Conditio techno-humana

Philosophie als Problemlösen hat heutzutage (zu) viel zu tun, findet Eduard Kaeser in der NZZ. Am Beispiel der Klimapolitik zeigt er die Verzwicktheit zeitgenössischer Großprobleme auf, die nicht klar zu formulieren sind und deren Lösungen nur neue Probleme aufwerfen. Da könne jedes Engagement nur fatalistisch sein. (16.05.13)

Unn sünst?

Der Darmstädter Philosoph Gernot Böhme gibt in der taz Auskunft über die Bedeutung der vor allem akustischen Atmosphäre u.a. von Städten für das Bewusstsein. +++ In einer Rezension zeigt man sich beim Theorieblog angetan vom sozialwissenschaftlichen Krisennarrativ, das Wolfgang Streeck in seinem Buch "Gekaufte Zeit: Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus" ausbreitet. +++ Das Rahmenprogramm der Mainzer Minipressen-Messe vom 30. Mai bis 2. Juni steht fest; den Messestand des Lichtwolfs finden Sie auf Platz Nr. A13 in der Rheingoldhalle und am 31. Mai lesen die Herren Hieronimus und Schneidegger ab 20 Uhr c.t. im Mainzer Antiquariat am Ballplatz; am 3. Juni im Kölner Café Duddel. +++ Und noch ein Veranstaltungstipp: Nach der lit.cologne gibt es ab sofort auch eine phil.cologne. Das "Internationale Festival der Philosophie" steigt vom 26. bis 30. Juni mit den üblichen Verdächtigen und einem Philosophy Slam, denn ohne geht es ja gar nicht mehr.


Links der Woche am 11.05.2013, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 19/13

Herrschaftswissenschaftler

Schelsky, Springer et.al. warnten anno 68 noch vor der Machtergreifung der sozialwissenschaftlichen Priesterkaste. Die zeitgenössischen Protestbewegungen dagegen sind technokratisch geprägt, urteilt Franz Walter im Freitag. Das politische Medium ist den Sach- und Fachleuten zu schwammig, die Ingenieure und Ökonomen wollen Ergebnisse! (06.05.13) (Mehr über die Expertokratie übrigens im aktuellen Lichtwolf...)

Das Recht auf Pluralismus

Die Deutschen Islamkonferenz des Innenministeriums ist unbeliebt und vorbei, gerade findet unter dem Motto "Selbstbestimmung statt Gruppenzwang!" die sogenannte "Kritische Islamkonferenz" statt. Alexander Dill hat sich für Telepolis einige Fragen zu Kulturimperialismus, Gleichheit und Islamismus vom Mitorganisator und religionskritischen Philosophen Michael Schmidt-Salomon beantworten lassen. (07.05.13)

Georg Seeßlen...

...ist gerade wieder ungeheuer produktiv. Man möchte ihn fast schon den deutschen Žižek nennen. In seinem Blog gibt es eine Skizze über Demokratie und Postdemokratie, für die man ziemlich ausgeschlafen sein sollte. In der taz erklärt uns der Meister den Kapitalismus mittels des Salzstreuers und dann gibt es noch Kleinigkeiten zu Aigner und Verbriefungen.

Literaturkritik kaputt?

Alle Jahre wieder wird das Feuilleton als ganzes oder teilweise in Zweifel gezogen. Roman Bucheli sieht in der NZZ die feuilletonistische Paradedisziplin der Literaturkritik unter Druck. Aber das Schrumpfen ihres traditionellen Printmediums muss der Rezension nicht schaden, sie könnte durch Anpassung an die Spielregeln des digitalen Neulands reifen. Herbert Debes von Glanz & Elend erklärt, wie und wo die Literaturkritik im Internet zu neuer Blüte gelangen könnte und schon gelangt ist.



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