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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
1. Georg Seeßlen (68)
2. Martin Heidegger (56)
3. Slavoj Žižek (50)
4. Kapitalismus (40)
5. Peter Sloterdijk (38)
6. Hans Ulrich Gumbrecht (31)
7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 28.09.2013, 14:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 39/13

Angela Christdemokrat Superstar

Alle vier Jahre dürfen die Statisten auf die Bühne des Polittheaters und ihren Star küren. Wie und warum die popkulturelle Kategorie des Stars auf Angela Merkel zutrifft und wie wohl sich das Wahlvolk in seiner Quantifizierung fühlt, analysiert Georg Seeßlen im Freitag. (22.09.13)

Pastaliban

Der Religionswissenschaftler Michael Blume interessiert sich für alle Formen der Religiosität, auch satirische. In den Scilogs berichtet er, wie er in einer Facebook-Gemeinde zu Ehren des Fliegenden Spaghettimonsters (FSM) als Ungläubiger aufflog und auf just den Fundamentalismus stieß, zu dessen Veräppelung das FSM einst dem Urnudelsieb entstieg. (27.09.13)

Überall zu Hause im Schaum

Mobile Technologien verändern den Alltag, die Öffentlichkeit und damit auch unser Gesellschaftsverständnis, schreibt Danja Ulrich im Freitag und führt das am Beispiel Walkman und iPod vor: Der Kulturpessimismus der frühen 80er warnte vor dem autistischen Ohrstöpsler, heute erlaubt die Technologie Rückzug und Vergemeinschaftung zugleich. (27.09.13)

Unn sünst:

Schreibt um euer Leben: Telepolis meldet, die Zahl der Publikationen bis zur Promotion sei einer Studie zufolge ein Indikator für den späteren akademischen Erfolg. +++ Die FAZ bespricht den "Entwurf einer Kritischen Theorie spätmoderner Zeitlichkeit" des Soziologen Hartmut Rosa. +++ Alles von Walter Benjamin gibt es bei archive.org - und anderes wohl auch. +++ Stefan Raab ist der neue Karl Kraus, behauptet Joseph Wälzholz in der WELT nicht einfach nur, er gibt auch acht Gründe für die Wahrheit des Undenkbaren.


Links der Woche am 21.09.2013, 14:15 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 38/13

Humanismus in der Überwachung

Das eigene Leben ist ein marketingbedürftiges Produkt, so lautet die Diagnose des Ökonomen Philip Mirowski in der FAZ: Die Verinnerlichung des Neoliberalismus lässt sich im Internet studieren, wo man die Gestaltwandlerei der unternehmerischen Identität trainiert, die wiederum handfeste Überwachung und Bewertung nötig macht. Dabei helfen wir alle nur zu gerne mit, urteilt Roberto Simanowski in der NZZ und fängt mit wahrscheinlicher Science Fiction an, die klarmacht: Der gläserne Bürger unterwirft sich vor allem aus Bequemlichkeit und Ignoranz den Algorithmen. David Gelernter wendet sich in der FAZ gegen die "soziale Krankheit" des "Robotismus", die via Hirnforschung und Ökonomie das subjektive Bewusstsein undenkbar gemacht hat.

Der nächste Michel Foucault

Yuji Nawata war der letzte Habilitant des verstorbenen Medienphilosophen Friedrich Kittler, aus dessen Nachlass Freund und Kollege Hans Ulrich Gumbrecht noch diverse Bücher herausgeben wird. Im Freitag stellt Nawata die drei jüngsten Bände über Kittlers europäische Literatur- und Kulturgeschichte vor. (19.09.13)

Lesetipps zur Bundestagswahl 2013

In der FAZ gibt Egon Flaig einen Überblick über die Geschichte des Mehrheitsentscheids und die Folgen dieser Institution bis hin zur Krise des modernen Parlamentarismus. Kürzlich mokierte sich Timo Stukenberg im Freitag über die Partei Die PARTEI des früheren Titanic-Chefs Martin Sonneborn, sie ziehe jedes politische Engagement ins Lächerliche. Schmiddy antwortet gleichfalls im Freitag darauf, die politische Realsatire sei Marcuses Rache an der repressiven Toleranz. Und in der ZEIT verzichten 48 Intellektuelle auf das Wahlgeheimnis und erklären, ob und wem sie am Sonntag ihre Stimme geben.

Außerdemos von Sonstnochos:

Die NZZ bespricht Bernd Roecks Buch über die Verwissenschaftlichung der Künste in der Renaissance und Cornelia Koppetschs Buch über den Zerfall der bürgerlichen Mitte. +++ Diese Woche kam die neue E-Book-Reihe Lichtwolf Short Circuits auf den Markt: große Essayreihen aus dem Lichtwolf für kleines Geld als E-Books (Kindle und epub); in ein paar Stunden ist auch der neue Lichtwolf online zu haben. +++ Wer den rheinischen Meisterdenker des melancholischen Utopismus Marc Hieronimus nicht bloß im Lichtwolf lesen, sondern auch mal mit Mucke hören möchte, darf sich freuen: Der Internetauftritt seiner Band "Grau" mitsamt MP3s steht (falls ein MP3-Link nicht funktionieren sollte: einfach die in der Adresszeile durch / ersetzen).


Links der Woche am 14.09.2013, 14:19 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 37/13

Kosmopolitismus vs. Kosmopolitisierung

Ulrich Beck fordert in der FAZ, mehr Weltbürgertum zu wagen bzw. sich einzugestehen, denn wenn der arme Süden Organe an den reichen Norden verhökern muss, wächst die Menschheit auf neue Art zusammen. Dabei ist die globale Biopolitik des Transplantationswesens nur der radikalste Ausdruck des allgemeinen In- und Durcheinanders, dem nicht mit nationalistischer Verdrängung beizukommen ist. (08.09.13)

Innovation und Revolution

Freiheit und revolutionäre Neuerungen sind zum Alltag geworden, befindet Konrad Paul Liessmann in der NZZ und warnt vor solchen Selbstverständlichkeiten. Dazu geht er zunächst auf Hegels Verständnis der Französischen Revolution zurück und steigt dann voll in die Revolutionstheorie ein, derzufolge die Freiheit und das Neue einschließlich ihrer bösen Seiten und enttäuschten Hoffnungen den Wesenskern echter Revolution ausmachen. (09.09.13)

Reich und Sexy

Thomas Barth hat sich bei Telepolis eingehend mit Wilhelm Reich (im Kino) beschäftigt und inzwischen liegen alle vier Teile seiner Essayreihe vor: über Reichs Fall, Reichs Psychoanalyse, Reichs Sexualpolitik und Reichs Orgon.

Der unfassbare Dr. Ghostwriter

In der FAZ spricht sich Miloš Vec gegen die Einführung der Straftatbestände Doping und Wissenschaftsbetrug aus. Vor allem letzterer ist vom Strafrecht - allem Getöse um Plagiate und Doktormacher zum Trotz - bereits hinreichend abgedeckt, wie Vec durchdekliniert. (12.09.13)

Jesus zum Fressen gern haben

Hans Ulrich Gumbrecht denkt in seinem FAZ-Blog über Menschenfresser nach. Um die Possierlichkeit des Wortes zu meiden, hebt er mit dem Kulturgrund des Anthropophagie-Tabus an, das in Krieg, Not und Film schon mal gebrochen wird - wie auch in Religion und Erotik. (13.09.13)

Et cetera:

Die FAZ bespricht Otfried Höffes Einführung in die Ethik. +++ Die Meldung, Apple wolle sich um die Rettung Suhrkamps bemühen, greift Stefan Prombka für Glanz & Elend auf. +++ Jeden Sommer wird gefragt, wo denn eigentlich die Intellektuellen seien, die sich für die und in der Öffentlichkeit engagieren. Kurz darauf meldeten sich u.a. Peter Sloterdijk und der Sozialpsychologe Harald Welzer zu Wort und erklärten, wie die NZZ bedenkt, nicht zur Bundestagswahl gehen zu wollen. "Die Stadt der Sehenden" von José Saramago haben die wohl nicht gelesen. +++ Bock auf Philosophie und Slam? Dann mal ab in die Schweiz!


Links der Woche am 07.09.2013, 10:18 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 36/13

Der Konsumismus ist ein Idealismus

William James war noch überzeugt, mit Besitztümern wüchse auch das Ich, was Konsumforscher Russell Belk 100 Jahre später aufgriff, als Madonna noch von der material world sang. Bernd Graff berichtet in der SZ, Belk habe seine Marketing-Theorie vom Besitz als Ich-Erweiterung nun für das digitale Zeitalter der immateriellen Güterwirtschaft revidieren müssen. (01.09.13)

Quell der Verschwörungstheorien

Dieser Tage kommt ein Film über Wilhelm Reich ins Kino, was Thomas Barth bei Telepolis zum Anlass nimmt für ein vierteiliges Portrait des verfemten Freud-Schülers und Justizopfers. Im vorliegenden ersten Teil betrachtet er den Rufmord an Reich sowie seine mögliche Beteiligung am MKULTRA-Projekt, die den Kinofilm massentauglich machen soll. (04.09.13)

Der rechnende Souverän und der schwitzende Bürger

Bei Telepolis unterhält sich Jörg Auf dem Hövel mit Hans-Christian Dany über selbstregulierende Systeme als ideologisches Vorbild des Panoptikums der Selbstoptimierung, zu dem die Gesellschaft herabgesunken ist. In den letzten Wochen war ja viel die Reden von Algorithmen und Big Data, allerdings war selten etwas so Unaufgeregtes und Instruktives zu lesen wie das Interview, das die taz mit der Informatikerin Yvonne Hofstetter führte, die automatisierte Systeme für Hochfinanz und Militär konzipiert. Edward Snowden hat den Whistleblower-Preis 2013 erhalten und Joachim Güntner berichtet für die NZZ von der Verleihung in Abwesenheit und den Reden über den ausgelieferten Bürger. Auch Slavoj Žižek hebt im Freitag zu einem Lob der Whistleblower mit Marx und Kant an.

Schaffe, schaffe, Leben bauen

Der Chefredakteur des Philosophiemagazins "Hohe Luft", Thomas Vašek glaubt nicht, dass das Leben erst nach Feierabend beginnt, und hat mit "Work-Life-Bullshit" ein Buch sowohl gegen das fordistische Arbeitszeitmodell als auch das bedingungslose Grundeinkommen geschrieben. Im Interview erklärt er bei Cicero, warum Arbeit zu wichtig ist, um sie anderen zu überlassen. (04.09.13)

Außerdemchen:

Das Büchergeld für Begabtengeförderte wurde pünktlich zur Bundestagswahl erhöht, was - wie der Freitag kommentiert - nur Stipendiaten aus Akademikerfamilien nützt. +++ Die NZZ bespricht Odo Marquards Philosophie des Alterns. +++ HUG plädiert in der FAZ für eine neue dem Internet angemessene Oberflächlichkeit und Jürgen Kaube schüttelt den Kopf über die Freudenschreie angesichts steigender Studierendenzahlen. +++ Georg Seeßlen bloggt über Kleinigkeiten wie Börsenberichterstattung, Gramsci und Verspargelung.


Links der Woche am 01.09.2013, 10:48 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 35/13

"Hegel ist doch nicht Auguste Comte!"

Herbert Schnädelbach wird bei Telepolis "über den Stand der Dinge in der Philosophie" befragt: Mit dem Systemdenken hätte man gleich nach Hegel seinen Frieden machen sollen, die Logik kann nicht alles richten, Marx hätte nicht so kokett sein sollen und der kategorische Imperativ ist allgemeingültig oder gar nicht. (25.08.13)

Noch reaktionär oder schon faschistisch?

Oswald Spengler war "der philosophische Shooting-Star der Weimarer Republik", wie Dietmar Gottfried in seinem Telepolis-Portrait verrät. Der Untergang des Abendlands traf damals wie heute den Nerv konservativer Kulturpessimisten und wird mitsamt der unappetitlichen Stellen exzerpiert. (25.08.13)

Angewandte Mathematik

Nobelpreisträger Paul Krugman hat mit einem Blogpost über Staus eine kleine Mathematiker-Debatte ausgelöst, die auch für Logik-Freunde ohne Auto interessant sein könnte. Christoph Drösser dröselt in der ZEIT auf, wie Krugman die Frage beantwortet, ob es im Stau durch Spurwechsel oder Spurhalten schneller vorangeht, und welche Kritik er damit auf sich zog. (26.08.13)

Gödel is for "god"

Raul Rojas prägt bei Telepolis den schönen Begriff "computer-assistierte Metaphysik" in einem Gespräch mit dem Informatiker Christoph Benzmüller über den erfolgreichen Rechenbeweis von Kurt Gödels Gottestheorem. Gödel hat eine an Leibniz angelehnte formale Argumentationskette hinterlassen, die allerdings wegen ihrer modallogischen Elemente erst kürzlich durch die Rechner zu bewältigen war. (26.08.13)

Postdemokratie als untote Demokratie

Stillschweigend lassen wir die Demokratie sterben, weil wir davon profitieren - die Kulturarbeiter ebenso wie die Geheimdienstexperten, so Georg Seeßlens Diagnose. Das neue Miteinander heißt Verachtung, Freiheit reduziert sich auf Freiräume und insgesamt herrscht große Verwirrung, denn auch das Subjekt wird groß transformiert. (31.08.13)

Kleinigkeiten: Die ZEIT stellt uns den "Twitter-Star" und Deutschprofessor Eric Jarosinski vor, der als @NeinQuarterly melancholischen Zeitgeist und negative Utopie voller Germanizismen herauszwitschert. +++ Sein und Mahlzeit und nichts übrig lassen: Jean-Paul Sartres Kochbuch. +++ Wir empfehlen dieses Mal ganz besonders und vorerst begründungslos den Kauf der aktuellen Titanic.


Links der Woche am 24.08.2013, 17:13 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 34/13

Diese Woche - weil ja alles immer schneller wird - ganz viele Links zu ganz (relativ) kurzen Texten. Und los! +++ Die NZZ berichtet, Stanislaw Lem habe es schon immer gewusst: In seinem Sci-Fi-Spionageroman "Memoiren, gefunden in der Badewanne" hat er die NSA-Datensammelei und deren Informationsimplosion vorweggenommen. +++ Apropos Sci-Fi: Florian Schmid beklagt im Freitag, das einst utopische Genre sei heute nur noch reaktionär und vergleicht aktuelle Kinofilme mit klassischen Sci-Fi-Romanen der 70er bis Nuller-Jahre. +++ Steven Pinker hat laut Telepolis die Schnauze voll vom tranigen Obskurantismus der Postmoderne und fordert die Geisteswissenschaften auf, aus dem Quark zu kommen und sich an den MINT-Fächern zu orientieren. +++ Über soziale Ungleichheit sind noch nicht genug Bücher geschrieben worden: Die taz stellt das des Sozialrichters Jürgen Borchert vor, das eine strukturelle Benachteiligung sozial Schwacher nachweist. +++ Die NZZ bespricht das neue Buch des Münsteraner Ethikers Kurt Bayertz, der darin das anthropozentrische Selbstbild des Menschen unter dem Gesichtspunkt von Raumvorstellungen und aufrechtem Gang analysiert. +++ Melanie Mühl hat sich für die FAZ die Nase zugehalten und durch Regalmeter von Frauen-Ratgebern gekämpft: Wie frau Kind und Karriere oder auch allein letztere schaukelt, sich zur Menstruation bekennt, als Mutter die Brüste in Form hält und generell die Lebensunsicherheit mit dem Verfassen eines Ratgebers besiegt. +++ Interessant: Unser liebster US-Bundesstaat Texas führt penibel Buch über seine Hingerichteten und listet online deren Herkunft, ethnische Zugehörigkeit und letzte Worte auf. (Evtl. mehrmals neuladen, die transatlantischen Leitungen sind so löchrig.) +++ Der Lichtwolf zum Thema "Bürgerpflicht" erscheint in weniger als einem Monat und wird nach jetzigem Stand ein ziemlich, ziemlich gutes Heft. Das Abonnement der überhaupt sehr guten Zeitschrift trotz Philosophie erhalten Sie hier.


Links der Woche am 17.08.2013, 14:01 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 33/13

Der Flug der Helikoptereltern

Melanie Mühl bemüht sich um die neue Generation von FAZ-Leserinnen, indem sie die Bachelorstudentenschaft als überbehütete Riesenbabys und ihre Unis als Hochleistungs-Kitas kritisiert. Schuld sind die besorgten Eltern, die "von ihrem eigenen Leben derart angeödet sind, dass sie sich lieber auf das ihrer Kinder stürzen." (12.08.13)

Am Anfang war der Regress

Der Physiker Josef Honerkamp geht in den Scilogs der leibnizschen Frage nach, warum es eigentlich etwas gibt und nicht nichts. Dabei macht er die Letztbegründung als Grundproblem der Urgrundsuche aus und plädiert auch in dieser alten Frage für kritischen Rationalismus und Quantengravitationstheorie. (15.08.13)

Honneth ist kein Horkheimer

Bei Telepolis berichtet Rudolf Maresch vom Kriegseinsatz der Frankfurter Schule, die im Exil gemeinsam mit dem CIA-Vorgänger OSS Strategien zur Entnazifizierung der Deutschen nach deren Niederlage entwarf. Die Hauptsache ist aber das Schaffen von Fallhöhe, um den heutigen Zustand des Instituts für Sozialforschung unter Axel Honneths Leitung zu beklagen. (15.08.13)

Ohne Grenzen kein Genug

Die Grünen wollen die Steuern erhöhen und uns das Schnitzel verbieten, so die kümmerliche Schnappatmung in Wahlkampfzeiten. Lorenz Graf lässt Paternalismusvorwurf und Liberalismusverteidigung bei Telepolis mal beiseite und erwägt mit Odysseus und etwas Spieltheorie den Nutzen und Nachteil von Selbstbeschränkung. (15.08.13)

Rezensionen: Die ZEIT bespricht das zur Lage passende Buch der Soziologen Zygmunt Bauman und David Lyon über Überwachung von Bentham über Foucault bis zur datensaugenden bewaffneten Drohne. +++ Alain Badiou hat Platons Politeia neu übersetzt bzw. eher oberflächlich nacherzählt, wie die NZZ findet.


Links der Woche am 10.08.2013, 14:56 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 32/13

Existiert nicht, ist aber ein Er

Marcus Hammerschmitt geht bei Telepolis der Frage nach, warum auf atheistischen Parties ein so eklatanter Männerüberschuss vorherrscht. Dabei stellt er die kürzlichen Antwortversuche von Soraya Chemaly vor, wonach auch der Atheismus seinen Sexismus erst noch zu bewältigen hat. (06.08.13)

Das innere Afrika hat WLAN und GPS

Nach Abschluss ihrer Reihe zur Volksherrschaft startet die NZZ diese Woche eine solche zur Technik. Eduard Kaeser eröffnet die neue Serie in der Forschungsbeilage mit einer Überlegung dazu, wie und wie sehr die ubiquitäre Technik ins Unbewusste eingesickert ist. (07.08.13)

Freiheit heißt Besitzstand

Bei Springer ist man not amused, wagt Jakob Augstein in seinem neuen Buch "Sabotage" doch die ungeheuerliche These, Demokratie und Kapitalismus würden einander nicht bedingen, sondern ausschließen. Karen Horn verteidigt die FDGO in der WELT tapfer gegen linke Farbbeutelschmeißer und verträumte Taugenichtse! (07.08.13)

Das Individuum als Ding im Internet der Dinge

We want some answers and all that we get
Some kind of shit about a terrorist threat
- Ministry, Lies Lies Lies (2006)

Seit zwei Monaten ist die großangelegte Bespitzelung der Bevölkerung mit immer neuen Enthüllungen Dauerthema, was die meisten Leute Spielarten der Resignation ausprobieren, andere umso mehr darüber schreiben lässt. Eine Auswahl:

Constanze Kurz und Frank Rieger vom CCC sehen in der FAZ darin, dass zwei E-Mail-Anbieter lieber ihr Unternehmen aufgeben als sich von Geheimdienste weiter nötigen zu lassen, einen Offenbarungseid der Post-9/11-USA. Ebenfalls in der FAZ erklärt Kulturtheoretiker Dirk Baecker, warum Informationen der Schlüssel zur Steuerung von Gesellschaften sind, aber alles halb so wild ist. Bei Telepolis schreibt Jascha Jaworski über die zehn Strategien zur Lenkung ganzer Bevölkerungen. Freilich geht es auch leichter, macht man sich den Herdentrieb zunutze, der laut taz bei Bewertungen im Internet zu beobachten ist.

Et cetera:

Magnus Klaue begutachtet im Freitag Ernst Jüngers akribische Sammlung von letzten Worten, die nun ediert worden ist. +++ Die ZEIT bespricht die jüngsten, vielleicht letzten Kleinen Politischen Schriften des Jürgen Habermas. +++ Telepolis bringt "Teil 2 des Interviews mit dem neuen Shooting Star der Philosophie", Markus Gabriel... +++ Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus befindet sich zur Zeit auf Sommertour und trifft am morgigen Sonntag, 11.08.13 in Hannover ein, um in der niedersächsichen Landeshauptstadt den aufklärerisch performativen Kampf gegen die Verliebtheit vorzuführen, um 19 Uhr in der Sturmglocke.


Links der Woche am 03.08.2013, 09:21 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 31/13

Lustig ist das arme Studentenleben

Auch ohne die kommendes Jahr komplett beerdigten Studiengebühren bedarf es weiterhin diverser Stipendien - deren Zahl steigt -, um den Lotterstudenten à la Lenz und Jean Paul hierzulande nicht zum Regelfall werden zu lassen, schreibt Alexander Košenina in der FAZ. Förderungswürdig waren und sind demnach geistige Freiheit und Originalität statt Karrierismus. (28.07.13)

Feuchte Zettelträume

An der Bologna-Uni geht es um nichts als Noten, meint die Romanistin Eva Erdmann in einem Beitrag, den sie dem Freitag zwischen dem Abstempeln von ECTS-Formularen geschickt hat. Die Relativierung des Notenwahns käme der Betreuung zugute und ist jenseits der Uni längst vollzogen, wo man um die bildungsferne Verbindung von Bestnoten und Korruption weiß. (29.07.13)

Peinlichkeit, Geschmack, Kontrolle

Peinlichkeit ist vor allem eine Frage des Klassenbewusstseins, überlegt Georg Seeßlen in seinem Blog. Ob Fototapete, Fernsehen oder Malle - der höheren Mittelschicht ist alles peinlich, was die Sehnsucht ungelenk zum Ausdruck bringt. Das Fremdschämen zeigt, dass es nicht nur um Geschmack und Distinktion, sondern auch um Kontrolle geht. (29.07.13)

Demokraten kontrollieren und verhaften sich selbst

Seit über einem Jahr hat die NZZ in ihrem Feuilleton eine Beitragsserie zum Thema Demokratie und Volksherrschaft gepflegt, in der alle üblichen Verdächtigen zu Wort kamen und alle zeitgenössichen Aspekte besprochen wurden. Zum Abschluss der Reihe blickt Uwe Justus Wenzel zurück in Zeiten, in denen der Souverän sich von seinen Geheimdiensten selbst überwachen lässt. (29.07.13)

Denken und Schreiben im Kollektiv

Philosophie muss kein einsames Geschäft sein. Schon Horkheimer und Adorno zeigten, dass sich auch zu zweit ausgezeichnet denken und schreiben lässt. Antonio Negri ist mit 80 der ältere Teil des neomarxistischen Denkerduos, dessen jüngere Hälfte Michael Hardt seinem Kompagnon in der taz mit einem freundschaftlichen Portrait zum Geburtstag gratuliert. (01.08.13)

Außerdemos von Sonstnochos:

Im Interview mit Telepolis erklärt Markus Gabriel, warum es die Welt nicht gibt, den Liberalismus und Steuern aber wohl. +++ Die NZZ bespricht die Neuauflage von Jeremy Benthams "Das Panoptikum oder Das Kontrollhaus". Michel Foucault gefällt das. +++ Shereen El Feki hat ein Buch über Sexualität in der islamischen Welt mit dem famosen Originaltitel "Sex and the Citadel" geschrieben und gibt bei Telepolis Auskunft über das Sexuelle, das Politische und das Religiöse.


Links der Woche am 27.07.2013, 12:56 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 30/13

Du darfst auch Professor zu mir sagen

Kürzlich musste ja schon auf Indizien für die sexismusbedingt niedrige Frauenquote in der Philosophie hingewiesen werden. Nun schreibt Nina Marie Bust-Bartels im Freitag von Studien über Professoren, die ihre Machtposition nutzen, um routiniert Studentinnen belästigen. (23.07.13)

Ein ganz Böser

Friedrich Wilhelm Graf hält Giorgio Agamben in der WELT für einen Verschwörungstheoretiker. Im biographischen Abriss und der Werkkritik macht er aus, dass sich Agamben das politisch-philosophische Raunen von Heidegger und Carl Schmitt abgeguckt hat und seine foucaultsche Geistesarchäologie pseudotheologisch, antimodern und antiamerikanisch ist. (25.07.13)

Fragwürdige Gegenwart statt Sommerloch

Hans Ulrich Gumbrecht macht keinen Urlaub, Hans Ulrich Gumbrecht macht sich Gedanken, diesmal in seinem FAZ-Blog über die Gegenwart im Sinne von Moderne, deren jüngste Fassung am 11.09.2001 begann und in deren Unübersichtlichkeit HUG einige Grundlinien hineinskizziert: Balkanisierung politischer Bewegungen, weltweit wachsende Mittelschicht, unhistorische Zeithorizonte, ubiquitäre Öffentlichkeit, Wissensgesellschaft. (26.07.13)

Et cetera:

Harald Welzer erzählt bei der FAZ gern "Wahre Geschichten aus der wünschenswerten Zukunft", diese Woche etwa davon, wie Rimini Protokoll die Daimler-Hauptversammlung zum Theaterstück erklärte. +++ Hannah Lühmann (FAZ) ist auch ganz begeistert davon, wie Markus Gabriel mit seiner populären Epistemologie "das Heidegger-Vehikel aus der Garage geholt und es mit einer Frege-Carnap-Rilke-Goodman-Politur behandelt hat". +++ Die ZEIT macht Reklame für jüngste Konkurrenz, indem sie Die Epilog, Zeitschrift zur Alltagskultur bzw. zum Gesellschaftswandel vorstellt - mit Trailer!



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