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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
1. Georg Seeßlen (68)
2. Martin Heidegger (56)
3. Slavoj Žižek (50)
4. Kapitalismus (40)
5. Peter Sloterdijk (38)
6. Hans Ulrich Gumbrecht (31)
7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 07.12.2013, 15:20 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 49/13

Wirklichkeitsmaschinen

In seinem Blog denkt Georg Seeßlen über die Wirklichkeit nach, die so unwahrscheinlich wie unentbehrlich ist - vor allem für die kapitalistische Praxis. Die für ihre Konstruktion Zuständigen haben Macht und sind zugleich von der produzierten Wirklichkeit - Krieg, Terror und Leid - geschützt; zum Glück gibt es Alternativen zur Wirklichkeit. (01.12.13)

Die heimlichste Gesellschaft

John Cacioppo wird von Fanny Jimenez in der WELT als "der versierteste Einsamkeitsforscher der Welt" vorgestellt. Unter anderem am Silvesterklassiker "Dinner for One" wird der Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamkeit erklärt, welche sich noch einmal in soziale und emotionale scheidet, und natürlich dürfen dabei auch Neurokram und Steinzeitpsychologismen nicht fehlen. (01.12.13)

Philosophie, Pädophilie, Pornographie und Prostitution

Leonie Seng hat sich bei den Scilogs die Mühe gemacht, Kants Argumente gegen Pornographie zusammenzutragen. So unterscheidet der Königsberger zwischen Liebe und objektivierender Geschlechtsneigung, weshalb seine ethischen Schlussfolgerungen auch gegen Prostitution eingewandt werden könnten. Die Widerlegung des kantischen Pornographiebegriffs stand freilich schon vor sechs Jahren im Lichtwolf und derselbe Augušt Maria Neander verteidigte Vertragsfreiheit und Selbstbestimmung der Huren 2009 gegen eine moralisierende Politik, was in der gegenwärtigen Debatte ums Prostitutionsverbot, in der Alice Schwarzer Parallelen zwischen Prostitution und Pädophilie zieht, auch mal ein Hinweis ist. Apropos: Georg Seeßlen erzählt in der taz von den in den 70ern geschaffenen Grauzonen der sexuelle Ausbeutung und Ökonomisierung des Sexes und von Moral, der Besessenheit vom bösen Onkel, den es nicht gibt, und der Macht der bösen Onkels, die es gibt.

Was niemand weiß

Während ringsum die Geheimnisse schwinden, schreiben Sven Stillich und Claudia Wüstenhagen in der ZEIT über "eine der größten geistigen Errungenschaften der Menschheit" (Georg Simmel): Heimlichkeit und Verschleierung nützen der Macht, ermöglichen aber auch persönliche Autonomie, Neugier, Argwohn und Vertrauen. (03.12.13)

Unn sünst?

Erfindet euch: Die ZEIT stellt Michel Serres' Liebeserklärung an die Digital Natives als etwas zu kulturoptimistisches Sehnsuchtswerk vor. +++ Im Freitag bespricht Seifert Alain Badious "Das Erwachen der Geschichte" als Rück- und Ausblick auf den Aufstand. +++ Bei Welzers gibt es dieses Jahr Zeitstattzeug zu Weihnachten: Harald Welzer empfiehlt in der FAZ, wie man einem Artgenossen, aber nicht dem Wachstumskapitalismus eine warenästhetische Freude machen kann. +++ Der blinde Hund muss es ja wissen und hat eine Liste von Philosophen, die wie Käse und Schnaps klingen, angelegt.


Links der Woche am 30.11.2013, 14:47 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 48/13

Diderot, Wieland und Jean Paul, v.a. Sterne

Wolfgang Hörner feiert im Freitag die Väter der Moderne, deren Jahrestage 2013 strukturierten, und unter ihnen einen ganz besonders: Laurence Sterne erfand mit Tristram Shandy den modernen Roman und wirkte mit diesem Befreiungsschlag der schreibenden Freiheit bis in Diderots Enzyklopädie, Wielands Publizistik und Jean Pauls Wortuniversen hinein. (25.11.13)

Lernwiki statt Lerntagebuch

Hariolf Wenzler reagiert in der FAZ auf Frank Kelleters Philippika gegen Massive Open Online Courses (MOOCs), indem er der Verschwörungstheorie vom neoliberalen Digitalangriff auf die Bildung fünf Thesen entgegenstellt, die auf die didaktischen und finanziellen Chancen und Grenzen der Online-Bildung abzielen. (27.11.13)

Hoffnung für Internethasser

Die einen hoffen insgeheim, dieser ganze Digitalzauber werde eines Tages von selbst zusammenfallen, die anderen kämen gar nicht auf die Idee, es könnte noch einmal einen Zustand geben, den Psychologe Thomas Grüter als Titel seines Buchs "Offline" gewählt hat. Bei den Scilogs erklärt er, wie Dynamik, Vernetzung und Komplexität die globale Informationsgesellschaft langlebig machen und auf lange Sicht zum Untergang verurteilen. (27.11.13)

Endlich fragts mal einer

Hans Ulrich Gumbrecht fragt nicht nur, sondern plädiert gar in seinem FAZ-Blog für einen gerechten Krieg, scheint aber eher die USA in Schutz nehmen zu wollen, indem er darlegt, dass prinzipiell jeder Krieg einen Rechtsbruch darstellt, die pazifistischen Antiamerikaner Europas das aber nicht wahrhaben wollen. (29.11.13)

Für Studis und Studi-ähnliche:

Unter der zeitgemäßen ROI-Fragestellung "Lohnt sich das?" befragt ZEIT Campus die Doktorandenforscherin Anna Fräßdorf über Nutzen, Nachteil und Nährwert der Promotion. +++ Als großzügig EU-geförderten Spring Break stellt uns Leander Steinkopf in der FAZ das Erasmus-Austrinkenlandsstipendium vor. +++ Dieselbe FAZ nimmt aber auch den BA/MA-Bummelstudenten in Schutz. +++

Außerdemchen:

Ebenfalls die FAZ lobt die Neuübersetzung von Henri Bergsons „L’évolution créatrice“ als indiziertes existentialphilosophisches Märchenbuch. +++ Die US-Philosophin Debra Satz macht es sich nicht leicht, in ihrem Buch, das von der NZZ vorgestellt wird, Argumente für die intuitive Einsicht zu liefern, dass und warum nicht alles auf Märkten gehandelt werden sollte. +++ Falls Sie am heutigen Samstagabend nicht in Köln der Lesung von Johannes Witek im Café Duddel beiwohnen, schalten Sie doch den Deutschlandfunk ein, wo es in der heutigen Langen Nacht um das Staunen und Innehalten geht. +++ Die Blüten sind längst bestäubt, die Zweige neigen sich, je mehr die Früchte heranreifen: Lichtwolf Nr. 44 zum jahreszeitfernen Thema "Obst" ist in der Mache und wird vor Heiligabend in den Briefkästen liegen; man abonniere hier.


Links der Woche am 23.11.2013, 14:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 47/13

Für kluge Tiere

Andrea Roedig schreibt im Freitag über die Grenze zwischen Mensch und Tier, die von Tierethik und Ethologie immer mehr als einseitiger Willkürakt erwiesen wird. Markus Wild bespricht dazu passend in der NZZ das Buch "Zoopolis", in dem Sue Donaldson und Will Kymlicka "Eine politische Theorie der Tierrechte" entwerfen.

Burn-out als Lifestyle

Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus beschäftigt sich diese Woche mit Burn-out und Depression. Ersterer ist nicht als Krankheit anerkannt und uneindeutig, aber ausgiebig beschrieben. Schon der Burn-out-Vorgänger, die Neurasthenie als erarbeitete Depression diente einer Reihe von Interessen, nicht zuletzt der Distinktion. (21.11.13)

Keine Zeit nirgends

Die Kosmologin Susanne M. Hoffmann war bei einer Lesung von Thomas de Padova und stellt sein Buch über die anhaltende Debatte um das Wesen von Raum und Zeit vor. Neben einer Technikgeschichte der Uhr geht es darin auch um die konträren Zeitvorstellungen von Newton und Leibniz. (22.11.13)

Abgründe sehen dich an

Selber denken war noch nie populär, heute noch weniger, weil wir Maschinen dafür haben. Hans Ulrich Gumbrecht überlegt im FAZ-Blog trotzdem, wieso sich dennoch fröhlich über die Außenseite des Universums oder eher abgründig schaudernd über das Nichts, in dem jeder herumsteht, spekulieren lässt. (22.11.13)

Et cetera:

Manuela Lenzen berichtet für die FAZ von einer Tagung über die Auswirkungen der Quantifizierung auf die Politik. +++ Die taz stellt den Ästhetiker Jacques Rancière und die Deterritorialsierungstendenzen in Kunst und Politik vor. +++ Im Internet geht es bekanntlich immer nur um Porno. Man sollte endlich mal was gegen diejenigen unternehmen, die die jungen Twitter-Freunde immer auf so schmutzige Ideen bringen. +++ Haben Sie am Wochenende schon was vor? Dann gucken Sie sich doch die kompletten 16 Stunden nachgemachtes Trash-TV an, aus denen das neue interaktive Video zu Bob Dylans "Like a Rolling Stone" besteht. Nie war Umschalten schöner und vergeblicher. +++ Und wie sieht es kommenden Samstag aus? Da liest ab 20 Uhr nämlich der großartige Kollege Johannes Witek im Kölner Café Duddel.


Links der Woche am 16.11.2013, 14:12 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 46/13

Nicht viel los diese Woche, drum nur so: Die ZEIT (für die Schule) hat eine kleine Reihe zur Einführung in die Philosophie mit Artikeln (für die Schule) zu Epochen und Denkern online gestellt. +++ Georg Seeßlen macht weitere Bemerkungen zur Abschaffung der Demokratie, diesmal mit Blick auf das transzendente Partisanentum der Kultur. +++ Post von Pussy Riot: Iris Radisch meldet in der ZEIT, Slavoj Žižek stehe mit der inhaftierten Pussy-Riot-Sängerin Nadeschda Tolokonnikowa in Briefkontakt; nämliche Post ist im aktuellen Philosophie Magazin sowie im Guardian nachzulesen. +++ Kaufen Sie sich ruhig mal die aktuelle Titanic, um sich die sehr gute Reklame auf Seite 10 zu Herzen zu nehmen! +++ Wenn es unbedingt sein muss, können Sie sich natürlich auch den aktuellen Lichtwolf zum Thema Bürgerpflicht holen.


Links der Woche am 09.11.2013, 14:02 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 45/13

Billig und sparwillig

Alexander Dill von Telepolis spart nicht gern oder findet zumindest, man übertreibe es damit längst so sehr, dass für nichts mehr angemessene Preise verlangt werden dürfen. Mehr noch: Die protestantische Freude an demonstrativer Finanzdisziplin in privaten und öffentlichen Haushalten hat einen unerwartet hohen Preis. (04.11.13)

Auf Phoenix nur Wahlwiederholungen

Demokratie ist eine zivilisierte Form des Bürgerkriegs, schreibt Georg Seeßlen in seinem Blog. Leider ist es um die nötige Streitkultur schlecht bestellt: Wenn überhaupt, so hat das harmoniesüchtige Volk den Streit am liebsten als ausgelagerten Teil der rituellen Inszenierung von Demokratie, die von ihren Darstellern durch die Darstellung zerstört wird. (05.11.13)

Camus weiterhin Jubilar

Am 7. November hätte Albert Camus seinen 100. Geburtstag feiern können und inzwischen liegen neben den Schnellschüssen auch von allen anderen Buchstabenmedien die Glückwünsche und Erinnerungen vor. Bei Glanz und Elend schreibt Dieter Kaltwasser über die Prägung, die Camus durch seine Herkunft aus bescheidenen Verhältnissen erhielt. Wilhelm von Sternburg stellt in der FR Camus als Denker der Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten und den Konflikt mit Sartre vor. Eine der drei Neuerscheinungen zu Camus stammt aus der Feder Martin Meyers, der sich in der Würdigung seines NZZ-Feuilleton auf Privatleben und Stil des Denkers konzentriert. Bei der taz dreht sich Christof Forderers Geburtstagsgruß an Camus vor allem um Genuss, Nacktheit und Schlichtheit im körperlichen und übertragenen Sinne.

Für die WELT hat sich Martina Meister ausgiebig mit Catherine Camus über ihren Vater, seine mangelnde Verehrung in Frankreich und seine Erziehungsmethoden unterhalten. Vor Ort war auch Iris Radisch von der ZEIT und schreibt zum 100. von den Landschaften und Menschen in Leben und Werk des verunfallten Jubilars. Im Freitag sieht Sabine Kebir den Philosophen Camus durch 08/15-Totalitarismuskritik und Kolonialkitsch erledigt. Auch Nils Minkmar konzentriert sich in der FAZ auf den Camus zu Zeiten des Algerienkriegs und überlegt, was er zu Lampedusa und Guantanamo sagen würde. Und sogar die Blätter für deutsche und internationale Politik schicken Geburtstagsgrüße: Dort schreibt Patrick Spät über politische und metaphysische Essenz und Existenz bei Sartre und Camus, den er mit Michel Onfray gegen den Vorwurf des lauen Sozialdemokratismus in Schutz nimmt.

Konditor humana

Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus hat jetzt auch einen Youtube-Kanal. In der ersten Folge erklärt das IPuP mit Deleuze/Guattari, warum Philosophie dem Konditorenhandwerk ähnelt: aus heterogenen Komponenten Konsistenz schaffen bis hin zum cartesianischen Ich-denke-also-bin-ich-Torte. Lecker!


Links der Woche am 02.11.2013, 14:14 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 44/13

Die Coolness zum Tode

Ein wahres Bild unserer Verhältnisse kommt nur noch in Form der Satire und Ethik nur noch in launigen Kolumnen vor, schreibt Georg Seeßlen in seinem Blog und fährt vor: Die politische Kultur des Unernstes kann den Verhältnissen nur noch mit Sarkasmus begegnen und Alternativen sind nicht in Sicht. (29.10.13)

Der Eigennutz des Nutztiers

Patrick Spät wagt es bei Telepolis, trotz des Meinungskampfs zur Verteidigung des täglichen XXL-Schnitzels ein paar ethische Überlegungen zum Tier anzustellen. Mit Albert Schweitzer und Hans Jonas denkt er über die allen Tieren innewohnenden Zwecke und ihre sich daraus ergebende Würde nach; außerdem stellt er eine Soll-Ist-Beschreibung der juristischen Folgerungen daraus auf. (29.10.13)

Durchgangssymptom mit der Betonung auf Durchgang

Verknallt? Das gibt sich. Die Psychologin Katja Schwab denkt bei den Scilogs über Verliebtheit und Traumvorstellungen nach, vor allem über das, was dabei herauskommt (Scheidung), und stellt ein Plädoyer für die Vernunftehe vor. Um den Alltag auch nach Abklingen der Verliebtheit gemeinsam bewältigen zu können, hilft (wie immer) ein Bewusstsein der eigenen Subjektivität. (30.10.13)

Camus zum Hundertsten

Am 7. November würde Albert Camus hundert Jahre alt werden und ist damit längst auf allen Kanälen präsent. Jürg Altwegg unterhält sich für die FAZ mit dem Sartre-Kenner Vincent von Wroblewsky über den Bruch, die Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten zwischen Camus und Sartre sowie über ihre Rezeption in der DDR. Außerdem bespricht Jochen Schimmang ebenda die inzwischen drei biographischen Neuerscheinungen zu Camus von Iris Radisch, Martin Meyer und Michel Onfray ("parteiisch bis zur Schmerzgrenze", meint Deutschlandradio Kultur) sowie die Neuausgabe von Camus' „Hochzeit des Lichts“. Zuletzt dürfen wir noch ganz besonders auf den Essay aus unserer E-Book-Essayreihe "Lichtwolf Short Circuits" hinweisen: In Schneideggers "Metaphysik und Revolution" wird eine Revolutionstheorie nach Camus entwickelt und auf die Islamische Revolution im Iran angewandt; erhältlich als E-Book für Amazon Kindle oder im offenen epub-Format für alle anderen Lesegeräte.

Bücher von drüben:

Auch die NZZ stellt Thomas Nagels Buch "Geist und Kosmos" vor; Uwe Justus Wenzel lässt dabei Nagels antireduktionistische, existentialistische Objektivitätskritik Revue passieren. Auch bei Saul Kripke wird die analytische Philosophie existentialistisch: Die FAZ bespricht Kripkes neues Buch über Namen und Existenz in der Logik und darüber hinaus.

Et cetera:

30 zu werden war noch nie schön, aber auch noch nie so aufreibend wie heute, schreibt Tomasz Kurianowicz (mit Ingeborg Bachmann) in der NZZ. +++ Und weil's so schön traurig, aber wahr ist, noch einmal Seeßlen: Im Freitag schreibt er über Andrea Berg als Diva der auch sexualökonomisch eingeschüchterten Mittelschicht. +++ Es geht auch mit weniger: Das Mindener Tagblatt stellt den Detmolder Philosophen Sven Stemmer vor, der ein halbes Jahr lang in einem Bauwagen mit dem Allernötigsten auszukommen gedenkt.


Links der Woche am 26.10.2013, 14:31 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 43/13

Sein und Zeit des Digitalen

Bei Glanz und Elend setzt sich Gregor Keuschnig mit Byung-Chul Han und Botho Strauß und deren Blick auf die digitale Leistungsgesellschaft auseinander. Mit unterschiedlich begründeter Skepsis bis Abscheu blicken Han und Strauß in ihren Büchern auf Verschwarmung des Menschen, seine Affektabfuhr in Shitstürmen, die Ameisenhaufigkeit und den Transparenzwahn. (21.10.13)

Willkommen im Nichts

Zum Start des Wintersemesters schreibt die Freiburger Romanistin Eva Erdmann (feat. Walter Benjamin) im Freitag den Erstis sieben Sachen hinter die grünen Löffel, um nicht nur dem akademischen Jungvolk (sondern auch der Bildungspolitik) klarzumachen, dass die Uni kein Schule für Große und die Wissenschaft besser als ihr Ruf ist. (25.10.13)

Das Fremde als Angebot und Nachfrage

Clan- und Stammesgesellschaften kannten noch die Bedrohung durchs totaliter aliter, schreibt Jörg Räwel fast bedauernd bei Telepolis. Der Moderne sind Bedrohung und Fremdheit vertraut geworden. So sind alle Großkonflikte im Weltbürgerkrieg und ausufernde Überwachung nur autoaggressive Allergien einer überaufgeklärten Gesellschaft. (26.10.13)

Et cetera:

Slavoj Žižek erklärt uns im Freitag die reaktionären Botschaften der 2011-Filme The King’s Speech und Black Swan: In Hollywoods Ideologie ist das traditionelle Familienleben Sinn, Ziel und Maßstab aller Leinwandhelden. +++ Viele neue Bücher: Im Freitag wird Ulrike Herrmanns neues Buch besprochen, dass der besorgten Mittelschicht die Augen über Probleme und Chancen des Kapitalismus öffnen soll. +++ Ebendort wird auch "Das Jahr der gefährlichen Träume" besprochen, worin Slavoj Žižek sich mit dem Jahr 2011 als Phänomen und Hoffnungsschimmer beschäftigt. +++ Manfred Geiers Buch "Geistesblitze" über Eingebungen in der Ideengeschichte der Philosophie wird von der WELT vorgestellt. +++ Aus der NZZ erfahren wir, dass Ludwig Klages' Öko-Rede "Mensch und Erde" von 1913 neu ediert worden ist.


Links der Woche am 19.10.2013, 15:02 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 42/13

Naturphilologie

Der Physiker Josef Honerkamp thematisiert in den Scilogs das seit Leibniz und Kant scheinbar klare Verhältnis von Mathematik und Wissenschaft(lichkeit). Auch Beobachtung, Sachkunde und Begriffsbildung gehören zur Wissenschaft; darin erweist sich die mathematische Sprache als günstig, auch wenn sie vielen wie Esoterik vorkommt und - wie jede Sprache - auch zum Bluff taugt. (15.10.13)

Nichts als Werbung

In den vergangenen Wochen sorgte der Verdacht, auch Frank-Walter Steinmeier (SPD) habe in seiner Doktorarbeit abgekupfert, für milde Aufregung. Nach wachsender Skepsis gegenüber den Plagiatsjägern hat sich der Bremer Politologe Stephan Leibfried für die FAZ die Mühe gemacht, alle von einer Software inkriminierten Stellen in Steinmeiers Diss manuell zu prüfen. (16.10.13)

Distinktion ist der Zweck aller Bildung

Georg Seeßlen und Markus Metz haben 2011 in ihrem Buch "Blödmaschinen" die postdemokratischen Spektakelgesellschaft ergründet. In seinem Blog liefert Seeßlen gelegentliche Nachschriften dazu und diese Woche denkt er über Wissen und Geschmack als Verbindungsfunktionen von Subjekt und Gesellschaft nach. (17.10.13)

Die Freiheit der Masters of the Universe

Der abermalige US-Haushaltsstreit taugt nicht unbedingt als Philosophem, doch das hat Slavoj Žižek noch nie von etwas abgehalten, und so wundert er sich in der ZEIT über die scheinbare Ähnlichkeit zwischen Alt-Linken und der ultrarechten Tea-Party-Bewegung und über den Erfolg ihrer irrationalen Ideologie, ehe er auf die verschiedenen Freiheitsbegriffe zu sprechen kommt. (17.10.13)

Das bessere Leben im Smartphone

In der NZZ erklärt der Literaturwissenschafter Tomasz Kurianowicz, warum Facebook unglücklich macht: Die Überforderung, die konstante Flut an Statusmeldungen kritisch zu bewältigen, führt zu Angst- und Einsamkeitsgefühlen, weil zudem alle auf Facebook viel interessantere Leben haben als das eigene, dem man via Smartphone leicht zu entfremden ist. (18.10.13)

Außerdemchen:

Französische Woche im Freitag: Dort gibt es zum einen ein ausführliches Portrait von Alain Badiou, zum anderen noch eine Beschwerde, dass Sartre in den beiden Biographien zu Camus' 100. von Radisch und Meyer nicht gut wegkommt. +++ Gewichtige Roman zu lesen steigert die Menschenkenntnis, haben laut FAZ die Sozialpsychologen Emanuel Castano und David Kidd herausgefunden. +++ Und noch eine neue Open-Access-Zeitschrift aus dem schönsten Fach der Welt: Die Zeitschrift für Praktische Philosophie. +++ via @philomagde: Die "Kollegen" vom Focus haben einen superschweren Philosophie-Test im Angebot.


Links der Woche am 12.10.2013, 14:44 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 41/13

Politik nach Zahlen

In der FAZ beklagt Lena Schipper den Sieg der angewandten Empirie über die normative Theorie in der Politikwissenschaft. Nicht nur die Methodik leidet unter vermeintlicher Praxisorientierung und dem Zwang, quantifizierte und verwertbare Ergebnisse zu produzieren. (08.10.13)

Alle Fragen offen

Letzte Woche war an dieser Stelle auf einen Telepolis-Artikel hinzuweisen, demzufolge jede zweite Open-Access-Zeitschrift Unfug annimmt. Ebenfalls bei Telepolis geht Ulrich Herb zum Gegenangriff über, indem er dem der Meldung zugrunde liegenden Versuch methodische Schwächen nachweist und über die verschiedenen review-Modelle nicht nur bei Open Access informiert. Apropos: Mit der Zeitschrift für philosophische Literatur gibt es eine neue "begutachtete Open-Access-Zeitschrift für deutschsprachige Besprechungen philosophischer Fachliteratur". Apropos die Zweite: Im Freitag gibt Ralf Klausnitzer einen Branchenüberblick der Wissenschaftsverlage, die nicht alle in Geld schwimmen und mit unterschiedlichen Strategien auf die Digitalisierung reagieren.

Auf der Jagd nach Dr. Dings

Auch Frank-Walter Steinmeier hat seine Doktorarbeit abgeschrieben? Die Unis wollen Plagiatsvorwürfe nur noch in Geheimausschüssen behandeln, um sie leichter unter den Tisch kehren zu können? Frederic Hanusch und Claus Leggewie machen in der FAZ auf die Gefahren aufmerksam, die von der grassierenden Plagiatsparanoia nicht zuletzt für Promovierende ausgehen. (09.10.13)

Was geschrieben steht:

Georg Seeßlen hat mal nachgesehen, welchen Menschen sich die Presse erzeugt, indem er deren Werbung beachtet. +++ Die taz bespricht drei Neuerscheinungen von Martin Meyer, Iris Radisch und Lou Marin zu Albert Camus', der nächsten Monat 100 würde. +++ In der FAZ richtet Markus Gabriel über das neue Buch von Thomas Nagel, das die idealistische Metaphysik der Intelligibilität ins 21. Jahrhundert aktualisiert. +++ Judith N. Shklars Buch "Der Liberalismus der Furcht" wird in der NZZ als negativ-konkrete politische Philosophie einer Freiheit von Furcht vorgestellt.


Links der Woche am 05.10.2013, 14:16 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 40/13

Einen Pfennig für alle

Rudolf Diesel hat nicht nur den feuerfesten Sprit erfunden, sondern sich auch Gedanken über ein besseres Zusammenleben und Wirtschaften gemacht. Rudolf Stumberger stellt uns bei Telepolis Diesel als sozialen Utopisten und Vordenker des Genossenschaftswesens vor. (29.09.13)

Alles scheiße außer Mutti

Ilija Trojanow ist gerade wieder angesagt, weil ihm womöglich als Reaktion auf seine Kritik an der Netzüberwachung die Einreise in die USA verweigert worden ist. Das Nachtwächterblog Bonaventura nimmt das zum Anlass, Trojanows Buch "Der überflüssige Mensch" zu besprechen und die Mankos (nicht nur) von dessen Kapitalismuskritik aufzuspießen. (03.10.13)

Karl Kraus à la Franzen

Letzte Woche rief die WELT Stefan Raab als neuen Karl Kraus aus, diese Woche meldet Patrick Bahners in der FAZ, Jonathan Franzen unternehme den unmöglichen Versuch, Karl Kraus ins Englische zu übersetzen. Denn wer Krausens unbedingte Polemiken gegen das "Preßwesen" kenne, sei gegen den techno-consumerism und Fortschrittsdusel des Internetzeitalters gewappnet, was Dietmar Dath ebenfalls in der FAZ dem Franzen nicht ganz durchgehen lässt. (04.10.13)

Der glückliche Tod

Macht es was aus, wenn die Geisteswissenschaften verschwänden? Nö, findet Hans Ulrich Gumbrecht in seinem FAZ-Blog, und hat in Stanford die Erfahrung gemacht, wo die Humanities auf den Rang geduldeter Nebenbeschäftigungen und der Geisteswissenschaftler auf den "des kultivierten und allerseits angesehenen Pausenclowns" zurücksinken. (04.10.13)

Et cetera:

Open Access gilt als neue Hoffnung für das akademische Publizieren, hat aber geschäftsmodellbedingt auch seine Schwächen, so berichtet Telepolis von einem neuen Fall, in dem ein Quatschartikel es durch jede zweite peer review geschafft hat. +++ Als Ethiker hat Klaus-Michael Kodalle das Verzeihen längst zur Grundlage humaner Verhältnisse erklärt; die NZZ bespricht Kodalles Summa zum Thema. +++ Dieter Kaltwasser würdigt Denis Diderot zu seinem 300. Geburtstag bei Glanz & Elend als Enzyklopädisten und Weltliteraten. +++ Ebenfalls bei Glanz & Elend stellt Lothar Struck zwei Neuerscheinungen über Albert Camus von Iris Radisch und Martin Meyer vor; Freunde des mittelmeerischen Denkens könnten sich zu Camus' 100. Geburtstag im November auch den E-Book-Essay "Metaphysik und Revolution" von Timotheus Schneidegger schenken. +++ In der NZZ zeigt sich Martin Meyer (s.o.) angetan vom Briefwechsel zwischen Ulrich Blumenberg und Jacob Taubes, der zeigt, wie operettenhaft es hinter akademischen Kulissen menscheln kann.



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