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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
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10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 15.02.2014, 14:15 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 07/14

Unser Universum gehört uns nicht

Vor einem Weilchen ging es schon mal um die Indizien, unsere komplette Welt könne bloß simuliert sein. Der leidenschaftliche Atheist Michael Szameit hat in einem Telepolis-Artikel die Wahrscheinlichkeitsrechnungen für die neueste Variante eines transzendentalen Demiurgen versammelt. (09.02.14)

Futurismus Reloaded

Bei Telepolis unterhält sich Peter Mühlbauer mit Armen Avanessian, der den seit Wochen diskutierten Sammelband zum Akzelerationismus herausgegeben hat. Da geht es um den Unterschied zwischen katastrophischer und epistemischer Beschleunigung, den affirmativen Hang des neo-primitivistischen Lokalismus und um die Bedeutung von Science Fiction für den Akzelerationismus als technophile Utopie. (10.02.14)

Gutes Chaos in allen Straßen

In Bosnien-Herzegowina wird quer durch alle Ethnien und Schichten gegen die Regierung demonstriert. Slavoj Žižek beschreibt im Guardian/Freitag die Unruhen als überfällige „Revolte gegen die nationalistischen Eliten“ und sieht - womöglich etwas voreilig - „etwas wirklich Emanzipatorisches“ in Gang kommen. (11.02.14)

Burschis allein zuhaus

Matthias Stickler schreibt in der FAZ über die Krise der Deutschen Burschenschaft: Der Dachverband ist vor allem mit ideologischen Grabenkämpfen beschäftigt, dabei ging es nach 1945 doch so gut los mit FDGO-treuen akademischen Männerbünden, die sich 1968 auch politisierten, wie Stickler in seinem Rückblick auf die Geschichte der Studentenverbindungen schreibt. (14.02.14)

Natur wird durch Messung gemacht

Physik befasst sich damit, was wir über die Natur sagen können: Was den Kantianer wenig wundert, bringt Physikphilosophen den Vorwurf des Mystizismus ein, schreibt Ulf von Rauchhaupt in der FAZ. Die neue Lehre des QBismus scheint die Absurditäten der Quantenwelt mit einem offenen Bekenntnis zu Subjektivität und Wahrscheinlichkeit allerdings überzeugend in den Griff zu kriegen. (15.02.14)

Bücher, Bücher, Bücher

Nebenan bei Glanz & Elend gibt es einige Rezensionen aus unserem Lach-, Sach- und Fachgebiet zu lesen: Gregor Keuschnig ist wenig überzeugt von Sloterdijks sozial- und medienphänomenologischer Börnepreisrede „Reflexionen eines nicht mehr Unpolitischen“; Georg Patzer stellt die Neuübersetzung von Montaignes Reisetagebuch vor und Schneidegger bespricht Andreas Steffens’ „Ontoanthropologie“.


Links der Woche am 08.02.2014, 14:08 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 06/14

Bologna hat Tutoren zu Mentoren gemacht, steht in der FAZ, die auf Geschichte und Wandel der studentischen Lehrkraft zurückblickt.

Die taz unterhält sich mit Daniel Strassberg über das Irrationale in der Vernunft und das Verhältnis von Philosophie und Wahnsinn.

Ebenfalls in der taz wird die Debatte um den Akzelerationismus fortgesetzt, ob und wie das technologische Potential einzusetzen wäre, um über den Kapitalismus hinauszugelangen.

Das PR in Professor: FAZ-Autorin Birgitta vom Lehn hat eine Uni angerufen und wundert sich, wie wenig sich die dortigen Wissenschaftler ohne Presseabteilung zu sagen trauen.

Ein Gesetzentwurf für Baden-Württembergs Hochschulen will die Wissenschaftler zu Open Access zwingen, meldet Jürgen Kaube in der FAZ und rekapituliert die Argumente von Befürwortern und Gegnern.

MOOCs aus den USA unterliegen fortan den Exportrestriktionen im Namen des Kriegs gegen den Terror, wie Telepolis kabelt.


Links der Woche am 01.02.2014, 14:20 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 05/14

Evolutionärer Überschwang

Der Naturalismus kommt den naturwissenschaftlich geprägten Scilogs-Lesern entgegen, weshalb der Biologe Ludwig Trepl es unternimmt, statt der üblichen geisteswissenschaftlichen Einwände dem Naturalismus mit eigenen Mitteln die Sicherheit zu nehmen: Ethik und Mathematik mögen evolutionär bedingt sein, können aber nicht darauf reduziert werden. (29.01.14)

Herr K. und die NSA

Der Germanist Reiner Stach schreibt in der WELT, wie aktuell Kafkas Schloss und Process heute sind. Dabei hat Herr K. aus P. keineswegs prophetisch die umfassende Überwachung durch Staat und Wirtschaft vorausgeahnt, sondern als Versicherungsangestellter das Prinzip von Daten, Macht und einem daran angepassten Bewusstsein verstanden. (31.01.14)

Rezensionen

Die taz bespricht eine der letzten Schriften des längst verstorbenen Medientheorikers Friedrich Kittler, die „Philosophien der Literatur“ als Teil seiner „Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften“. +++ Jürgen Kaube (FAZ) hat zum 150. Geburtstag von Max Weber dessen Biographie vorgelegt, die im Freitag sowie in der NZZ recht begeistert besprochen wird. +++ Akzelerationisten wollen die technologische Evolution beschleunigen, um den mit ihr verbundenen emanzipatorischen Fortschritt aus den Fesseln des Kapitalismus ausbrechen zu lassen: Das akzelerationistische Manifest hat inzwischen auch die Schweiz erreicht und wird in der NZZ vorgestellt. +++ Auch besprechen tut die NZZ Martin Saars Politische Theorie nach Spinoza: „Die Immanenz der Macht“.


Links der Woche am 25.01.2014, 14:34 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 04/14

Das alles wird die Bedeutung seines Werkes nicht schmälern

Für die ZEIT spricht Georg Blume mit dem französischen Philosophen François Fédier über Heideggers inzwischen auszugsweise vorliegende „Schwarze Hefte“ und den darin zum Ausdruck kommenden Antisemitismus. Entsprechende Passagen relativiert Fédier als absolut zeitgemäß oder allenfalls etwas doof und betont Heideggers Verachtung des Antisemitismus. (18.01.14)

Black Boxes in Uniform

Das Hamburger Gefahrengebiet ist offiziell keines mehr, hat aber Eindruck hinterlassen. Die FR unterhält sich mit dem Philosophen Daniel Loick über das Verhältnis von Recht und Exekutive, Polizei und Demokratie sowie über die Ambivalenz der bewaffneten Black Boxes in Uniform. (19.01.14)

Spinoza Reloaded

Weil sowohl Poststrukturalismus als auch Marxismus eine Renaissance erleben und sich trotz aller Unterschiede beide auf Spinoza beziehen, stellt Raul Zelik in der taz zwei Neuerscheinungen von Martin Saar und Christoph Dittrich über Spinozas Kompatibilität mit Materialismus und biopolitischer Kritik vor. (19.01.14)

Bremer Spektakelforschung

Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus (IPuP) betreibt Spektakelforschung und veröffentlicht peu à peu die Untersuchung „Von der Ware zum Spektakel“ über Guy Debord Gesellschaft des Spektakels im Institutsblog: Vorwort, Einleitung und Von der politischen Ökonomie zur politischen Ästhetik. Heute Abend übrigens kann man spektakulärerweise das IPuP live in Bremen (Forschungsschwerpunkt: sexuelle Kuriositäten) erleben.

The cow says MOOC

Bei Telepolis nimmt sich Matthias Becker mit zahlreichen Links der „Massive Open Online Courses“ (MOOCs) an: Hinter dem Versprechen, jedem überall kostenlosen Bildfungszugang zu gewähren, wird schon fieberhaft nach tragfähigen Geschäftsmodellen gesucht, die den Charakter von Bildung allesamt verändern werden. Außerdem unterhält sich Becker mit LMU-Präsident Bernd Huber über MOOCs und die Zukunft der Lehre.

Totale - Körperöffnungen - „Minderjähriger“

Pornographie lässt sich nicht nur reimend mit Philosophie verbinden, wie Dietmar Dath in der FAZ vormacht: Er nimmt die ubiquitäre Netz-Pornographie und den Einsatz von Fick-Doubles in Lars von Triers „Nymphomaniac“ zum Anlass eines Essays über die tektonischen Ästhetik- und Moral-Verschiebungen zwischen Virtualität und Realität. (23.01.14)

Außerdemos von Sonstnochos:

Kann man immer wieder machen, solange man es noch machen kann: Michael Hesse unterhält sich für die FR mit dem 85-jährigen Noam Chomsky über das, worüber man sich mit Chomsky nunmal unterhält. +++ Warum ist nicht nichts?, frägt der Freitag und listet die 20 wichtigsten offenen Fragen der Menschheit auf. +++ Der Deutschlandfunk stellt uns Robert Gwisdek alias Käptn Peng und die Tentakel von Delphi als rappende Philosophen vor. +++ „Zwar herrschen im deutschen Hochschulsystem keine US-amerikanischen Zustände“ und Studi wird auch nicht so massiv wie anderswo vom Rektor ausgeplündert, gibt Ralf Klausnitzer im Freitag zu, beklagt aber die Schieflage in der Lehre, die durch den Exzellenz-Zirkus noch verschärft wurde. +++ Seit Tagen verbreitet sich ein altes Poetry-Slam-Video der 21-jährigen Julia Engelmann mit viraler Kraft in der Generation Y; David Hugendick wagt es in der ZEIT, den beliebten Besinnungsaufsatz als einreduziertes Hesse-Gesamtwerk nach dem Motto „LBS statt LSD“ abzukanzeln; da werden bestimmt einige ZEIT-Campusführer-Abos gekündigt worden sein.


Links der Woche am 18.01.2014, 14:09 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 03/14

Vom logischen zum magischen Denken

Im August hieß es, ein Computer habe die Existenz Gottes via Gödels Theorem bewiesen. Der Physiker Josef Honerkamp hat das auch gelesen, hebt in den Scilogs erstmal mit einer Geschichte der Logik an, um sich sodann in einigen logischen Denkgebäuden umzusehen und in ihnen eher Geschichten als computerisierbare Modelle zu entdecken. (15.01.14)

Arno-Schmidt-Woche

Aus Eigensinn gestorben: Zum 100. Geburtstag Arno Schmidts erinnert sich der Künstler Wolfgang Müller im Freitag, wie es sich wenige Kilometer vom monströsen Genie entfernt in der niedersächsischen Provinz aufwachsen ließ. Sodann blickt er noch auf Schmidts Jugendhass und auf die frühe Rezeptionsgeschichte von Schmidts Monumentalbuch „Zettel’s Traum“. Auch sehr gut: die dieswöchige Arno-Schmidt-Doku auf arte; außerdem, heute Abend im Radio: Die lange Nacht über Arno Schmidt im DLF.

Außerdemchen:

Für die taz würdigt Detlev Claussen Herbert Marcuses „Der eindimensionale Mensch“, das vor 50 Jahren erschien und Soziologie mit Revolte verband. +++ Die Standard unterhält sich mit Rahel Jaeggi über ihre Kritik der Lebensformen und was alles nicht Privatsache ist. +++ Eine Mehrheit der Deutschen ist für die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe, meldet Telepolis, trotzdem soll selbst Beihilfe zum Suizid strafbar sein. +++ „Scheiß drauf!“: Thomas Mießgangs Kulturgeschichte der Unhöflichkeit von Punk bis Hiphop wird in der taz vorgestellt. +++ Burkhard Müller bespricht in der SZ das Buch „Krieg. Wozu er gut ist“, in dem Ian Morris - für Müller (der Edwin Starr offensichtlich nicht kennt) zu spekulativ - die organisierte Gewalt als Triebkraft zivilisatorischen Fortschritts ausmacht.


Links der Woche am 11.01.2014, 15:14 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 02/14

Kritische Theorie - da geht was!

Sebastian Dörfler berichtet im Freitag dankenswerterweise ebenso ausführlich wie subjektiv von der dreitägigen Berliner Konferenz mit dem Titel „Kritische Theorie – Eine Erinnerung an die Zukunft“, die wie im ersten Teil berichtet wird auf ziemlich großes Bedürfnis nach Welterklärung stieß; außerdem ging es um Postmoderne, Feminismus und die Abgrenzungsstrategien innerhalb der kritischen bzw. Kritischen Theorie. Im zweiten Teil vom zweiten Tag werden Referate und Diskussionen zu Autoritarismus, Patriarchat, Freud und Thesen zur Reformierung kritischer Theorie behandelt. An Tag drei ging es schließlich um die Kulturindustrie, die iranische Bombe und antideutsche Schreie nach Liebe.

Bunte Wochen

...beim Freitag, der zu Neujahr auf rosa Papier erschien, auf dem manch Artikel zum Qualium Farbwahrnehmung stand. Nils Markwardt etwa stellt diverse philosophische Farbtheorien vor - von „Jean-Luc Godards cinematischer Phänomenologie der Chromatik“ über Newton, Goethe und Aristoteles bis zu den Vorsokratikern. Außerdem gibt es ein Gespräch mit Philosophie-Professor Alex Byrne über die Unsichtbarkeit von Farben in der Wahrnehmungstheorie, die Unsicherheit der Optik und den praktischen Nutzen der philosophischen Beschäftigung mit der Farbwahrnehmung.

Alles Leben will was

Der sagenwirmal: Evolutionstheologe Michael Blume widmet sich bei den Scilogs einem Exkurs in einer laufenden Debatte zur Frage, ob und inwieweit wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in der Evolutionstheorie enthalten ist oder sein kann und ob die Zwecke in der Natur beobachtbar, kontingent, emergent oder hineingedeutet sind. (08.01.14)

Badiou, die alte Wolfseule

Abermals Nils Markwardt (s.o.) unterhält sich für den Freitag mit Alain Badiou über seine Beteiligung an der Kontroverse zwischen Sartre und Camus, über den Arbeitsmigranten aus marxistischer und reaktionärer Perspektive, über taktischen Wahlboykott, Feindschaft und die Vereinigung von Frankreich und Deutschland. (09.01.14)

Rezensionen

In der taz wird Hartmut Rosas neues Buch „Beschleunigung und Entfremdung“ besprochen. +++ Die NZZ stellt László F. Földényis Buch „Starke Augenblicke“ vor, in dem es um Mystik und Ekstase in einer atheistischen Metaphysik geht. +++ Der französische Star-Mathematiker Cédric Villani erklärt laut WELT in seinem neuen Buch, welche Rolle Intuition und Kreativität in der mathematischen Forschung spielen.

Et Cetera

Die ZEIT unterhält sich mit der Philosophin Julia Kristeva über Europa, seine Kultur, Identität und seine Mütter. +++ Yoav Sapir berichtet in den Scilogs wie letzte Wohe versprochen von seiner polizeilichen Vernehmung wegen Volksverhetzung. +++ Die Edition von Heideggers wohl antisemitischen Notizen in der Gesamtausgabe naht und damit wächst die mediale Aufmerksamkeit abermals, die dem fundamentalontologischen Antisemitismus gewidmet wird; auch die NZZ blickt auf das, was da noch kommen mag. +++ Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus öffnet weiterhin seine Archive: Im dortigen Blog ist die Durch-die-Nacht-Adaption des IPuP aus Lichtwolf Nr. 36 (Nacht) zu lesen. +++ Die NZZ meldet, eine US-Studie habe diverse Argumente gegen das Aufräumen bestätigt, da Unordnung kreativ mache.


Links der Woche am 04.01.2014, 14:20 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 01/14

Vom Werden und Gemacht-werden

Margarete Stokowski hat „Das andere Geschlecht“ von Simone de Beauvoir ausgiebiger und genauer gelesen als die vielen, die den berühmten Satz aus dem Klassiker des Feminismus falsch zitieren. In der taz informiert sie über die feinen Unterschiede zwischen „werden“ und „gemacht werden“ sowie über Beauvoirs persönliche Haltung zum Gender. (31.12.13)

Tier, Mensch und Maschine

Die FR stellt die vom Schweizer Philosophen Georg Brunold herausgegebene Anthologie vor, in der 2.500 Jahre Beschäftigung des Menschen mit sich selbst, dem interessantesten Tier aufgehoben sind. Über das Verhältnis von Tier- und Maschinenethik schreibt Oliver Bendel bei Telepolis im Stile einer Hausarbeit: Da Menschen, Tiere und Maschinen einander immer häufiger als Subjekte und Objekte begegnen, tut eine entsprechende Ethik nötig.

Hanns Heinz Ewers is back!

Lichtwolf-Leser kennen und lieben die Reihe „Lebende & Leichen“, in der zu Unrecht vergessene Dichter und Denkerinnen portraitiert werden. Michael Helmings Portrait des Dunkelpoeten Hanns Heinz Ewers ist (neben denen von Kurt Münzer, Hermann Rauschning und Alexander M. Frey) weiland im Büchlein „Leichen treppauf“ versammelt worden und nun auch in der von Lino Wirag und Andreas Schumacher besorgten Neuausgabe einiger Ewers-Erzählungen (hier bei Google Books) als Nachwort enthalten. Das sehr schick im Jugendstil illustrierte Buch ist auch als E-Book (Kindle) zu haben und sei hiermit dringendst empfohlen.

Öffentlichkeit überall und nirgends

Recht skeptisch blickt Rudolf Maresch bei Telepolis auf die Karriere, die der normative Begriff der Öffentlichkeit im Politischen seit Jürgen Habermas gemacht hat. Er kritisiert dessen Ableitung aus der Geschichte und das Passepartout des Strukturwandels, den es so, wie von Habermas behauptet, nie gegeben hat - außer als Zerfall ins „Mitmach-Web zum Ablästern und Verleumden“. (03.01.14)

Alles für die Wissenschaft!

Yoav Sapir kritisiert die Kriminalisierung von Holocaustleugnung. Im September frug er bei den Scilogs, ob auch er als Sohn eines Holocaustüberlebenden nicht schreiben dürfe, den Holocaust hätte es nicht gegeben, schrieb es aus methodischen Gründen hin, hat pünktlich zum neuen Jahr dafür eine polizeiliche Vorladung wegen Volksverhetzung bekommen und wird von seinem juristischen Selbstversuch weiter berichten. (03.01.14)

Unn sünst?

Ziemlich kundig nimmt Wolfgang Neuhaus bei Telepolis eine Neuerscheinung zum Anlass eines Essays über Stanislaw Lem, Science Fiction und Phantastik. +++ In Lichtwolf Nr. 43 (Bürgerpflicht) erörterte das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus mit Slavoj Žižek die Illusionen und Effekte des sog. ethischen Konsums; der Essay ist nun nebenan im IPuP-Blog nachzulesen. +++ Summing up years of work in one sentence: Abteilung Philosophie. +++ Nichts ist so dauerhaft wie Provisorien: Sandra Danicke schreibt zum niegelnagelneuen Jahr in der FR über notdürftige Reparaturen, Flickschusterei und Provisorien als das Gegenteil der Norm.


Links der Woche am 28.12.2013, 14:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 52/13

Commonismus - die ersten 30 Tage gratis!

Ein Artikel wie ein guter Film: Wer beide Hirnhälften beieinander hat, findet die Überfluss- und Wegwerfgesellschaft problematisch. So lesen wir wohlwollend, was Harald Staun in der FAZ über die entstehende Shareconomy schreibt, und gerade, als wir zu wissen glauben, wer die Guten sind, müssen wir lesen, wie der Kapitalismus mithilfe einiger Idealisten den Kommunismus monetarisiert! (22.12.13)

Alles ist so egal geworden

Pierre Rosanvallon hat mit „Die Gesellschaft der Gleichen“ ein epochales Werk vorgelegt, findet Maximilian Probst in der ZEIT. Die Krise der Gleichheitsidee, die politische Apathie und Distinktionsstreben befördert, wird darin historisch nachgezeichnet und soll mit einem zeitgemäßen Gleichheitsbegriff auf der Basis von Singularität, Reziprozität und Kommunalität gelöst werden. (23.12.13)

Der uninteressanteste Skandal 2013

NZZ-Feuilletonchef Martin Meyer macht den Schirrmacher: Mit Orwell und Foucault blickt er zurück auf die Geschichte der Überwachung von Ali Baba bis in die heutige Betreuungs- und Therapiekultur, die in Kombination mit einer zur Normalität gewordenen Transparenz vorauseilende Harmlosigkeit fördert. (24.12.13)

Zeit, zur Besinnung zu kommen

Der Zürcher Theologe Samuel Vollenweider schreibt in der NZZ über relative Zeit, etwa bei traumatischen Erfahrungen, während derer die verdichtete Zeit - anders als Jahre des Alltags - Spuren im Gedächtnis hinterlässt. Das erste Weihnachten war zumindest für Herodes ein solches Ereignis, für uns sind die Feiertage eine Unterbrechung im unspektakulären Verinnen der Zeit. (25.12.13)

Christen und Kapitalisten feiern getrennt

Tomasz Konicz hat die Feiertage genutzt, um für Telepolis in einer dreiteiligen Essayreihe die Kapitalismuskritik des Papstes (und die Reaktionen darauf) zu analysieren. Diese erweist er im ersten Teil als Manöver in einem Religionsstreit, wie schon an der Schnappatmung unter konservativen Kapitalismusgläubigen zu erkennen ist. Der von ihnen behaupteten Rationalität und Segensspende des Kapitalismus geht Konicz im zweiten Teil nach, worin vor allem die enge Verwandtschaft der beiden Glaubensrichtungen etwa an ihrem Arbeitsbegriff gezeigt wird. In Teil drei schließlich wird mit modernen Theologen und Walter Benjamin der Kapitalismus als fetischistische Gesellschaftsformation, i.e. als Religion beschrieben.

Materialismus und Visualisierung

Nur was unsichtbar (weil im Mikro- oder Makroskopischen) ist, halten wir den Naturwissenschaften sei dank für eigentlich wirklich, meint Hans Ulrich Gumbrecht in seinem FAZ-Blog, was sich im Alltag in allenfalls visualisierbaren „latenten Phänomenen“ und Stimmungen ausdrückt; Rettung verspricht die Heidegger-Lektüre. (27.12.13)

Das Weitere und Engere:

Apropos Heidegger: Jürgen Kaube von der FAZ tut mit Blick auf die Konkurrenz von der ZEIT die neulich berichtete Aufregung um Heideggers antisemitische Notizen mit großer Geste ab. +++ Schnellere Affirmation für frühere Revolution: Cord Riechelmann stellt in der linksradikalen FAZ das Manifest des Akzelerationismus vor, einen Sammelband zur technischen Überwindung des Kapitalismus. +++ Fritz J. Raddatz fordert in der WELT, das Recht auf Suizid als Teil der Menschenwürde anzuerkennen. +++ Immer noch nicht genug zu lesen aufm Schirm? Heiligabend wurde www.lichtwolf.de zehn Jahre alt und zu diesem Anlass wurden 14 Artikel aus vergangenen Lichtwolf-Ausgaben online gestellt.


Links der Woche am 21.12.2013, 14:54 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 51/13

Naturalismus, Idealismus, Dualismus

Der Geist ist nicht Gegenstand der Physik, sie ist ja keine Geisteswissenschaft, schreibt Physiker Josef Honerkamp bei den Scilogs, um dann aber doch die verschiedenen Haltungen zum Leib-Seele-Problem durchzugehen, unter denen der Naturalismus die größte Aufmerksamkeit erhält. Am Ende bleibt die Hoffnung auf einen Maxwell des Geistes. (15.12.13)

Nelson Mandela Superstar

Slavoj Žižek hat im Guardian einen Nachruf auf Nelson Mandela geschrieben, der im Freitag auf Deutsch zu lesen ist. Obschon Mandela als Superstar gefeiert wird, ist auch bei ihm kein Rat zu finden, wie eine radikale emanzipatorische Politik totalitären Versuchungen widerstehen und eine Alternative zur herrschenden Ideologie durchsetzen kann. (16.12.13)

Filosofie beim Phußball

Die ZEIT unterhält sich mit Wolfram Eilenberger, FC-Bayern-Fan und Chefredakteur des Philosophie Magazins, über die Menschenrechtslage in Katar, wo demnächst wohl irgendwas mit Fußball stattfindet: Bayern-Trainer Pep Guardiola liest angeblich Kant und Hesse, sieht aber aus finanziellen Gründen keine ethischen Probleme in Katar. (17.12.13)

Das Historische muss das Bewährte bleiben

Der Churer Bischof Vitus Huonder sieht die Geschlechterdebatte von einem totalitären und widernatürlichen Genderismus beherrscht. In der NZZ erklärt Katrin Meyer, warum Wertkonservative vom dekonstruktivistischen Gender-Begriff so angefressen sind und warum nicht nur die Gender Studies mit dem restaurativen Gegenangriff gemeint sind. (18.12.13)

Da wäre noch eine Alternative

Alain Badiou war diese Woche als „gefährlichster Philosoph Mitteleuropas“ (weil er nach wie vor am Kommunismus als Alternative festhält) in Berlin. Peter Nowak berichtet für den Freitag von der Diskussion über Blöd-Medien, Demokratie- und Kommunismuskritik, die Badiou mit dem Verleger und ehemaligen DDR-Gefangenen Peter Engelmann führte. (19.12.13)

In Maßen maßlos

Edo Reents von der FAZ unterhält sich mit Martin Meyer von der NZZ über dessen Camus-Buch und darüber, was den diesjährigen Jubilar nach wie vor so faszinierend macht, nämlich dass er den späten Nietzsche konsequent u.a. mit den Begriffen des Absurden und des Maßes weiterentwickelte. (20.12.13)

Et cetera:

Hans Ulrich Gumbrecht beschäftigt sich mit Vögeln (nicht, was Sie jetzt wieder denken!) und fragt im FAZ-Blog, wie es sein mag, fliegen zu können. +++ Neulich schrieb das Mindener Tagblatt vom Detmolder Philosophen Sven Stemmer, der im Bauwagen sein Diogenes-Projekt des einfachen Lebens erprobt, das nun nach sechs Monaten beendet ist. +++ Im Freitag bespricht Seifert Markus Gabriels „Warum es die Welt nicht gibt“, erklärt dessen Neuen Realismus und macht sich Hoffnungen auf eine neue, debattenfähige Denkergeneration. +++ Aus aktuellem Anlass: Anna Katherina Ibeling weist beim Freitag darauf hin, dass auch zu Weihnachten die Maxime Sapere aude gilt.


Links der Woche am 14.12.2013, 15:43 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 50/13

Schwimmflügel in Korporaozeanen

Eva Bambach hat eine Konferenz zu Fragen der „Digital Humanities“ besucht und berichtet bei den Scilogs von den Möglichkeiten, die die Digitalisierung den Geisteswissenschaften bietet. Dabei wurde vor allem um die Begriffe digital, humanities, tools und content gerungen. (10.12.13)

Wahre Bildung schafft den Philosophen und Kybernetiker

In der FAZ wurde in den letzten Woche für und wider MOOCs („Massive Open Online Courses“) gestritten. Zum vorläufigen Ende der Debatte blickt Claus Pias zurück auf die lange Geschichte des automatisierten Unterrichts: vom Lehrfilm über den geduldigen Multiple-Choice-Automaten mitsamt Nebenerfindungen wie Chat und Minesweeper bis zu lernenden Lehrmaschinen. (10.12.13)

Le sol, la communauté, la race

Nicht nur, aber vor allem in Paris herrscht Aufregung über Neuigkeiten aus dem Nachlass Heideggers, dessen Denken mit der Wehrmacht Einzug hielt. Wie sehr die französische Nachkriegsphilosophie von Heidegger beeinflusst ist und wie man sich gegen die Veröffentlichung seiner antisemitisch geprägten Tagebücher wehr, beschreibt Jürg Altwegg in der FAZ. (13.12.13)

Schwarzgelbste BRD-Philosophie

Eine Tagung in Marbach ging der Aktualität Joachim Ritters und seiner Theorie der Moderne auf den Grund. Uwe Justus Wenzel erzählt in der NZZ von der Versammlung der Ritter-Schüler (unter denen mit Odo Marquard der prominenteste fehlte) und ihren Überlegungen zum Überwinden hegelscher Klüfte. (13.12.13)

Außerdemos von Sonstnochos:

Die NZZ bespricht das Buch „Selbst im Spiegel. Die soziale Konstruktion von Subjektivität“, welche Wolfgang Prinz darin als Ergebnis und Bedingung des Sozialen aufweist. +++ Im Freitag weist Ilija Trojanow noch einmal auf den Protest hunderter Schriftsteller gegen Überwachung und die Not hin, die Freiheit zu verteidigen. +++ Unser werter Kollege Vasile V. Poenaru hat Tellkamps Turm ins Rumänische übersetzt und hat dafür den Antoaneta-Ralian-Übersetzerpreis erhalten; was der Kollege in Kanada macht, erfahren Sie in einer Woche im kommenden Lichtwolf, worin Poenaru die Kulturgeschichte durchs Obstler-Glas betrachtet. +++ via Philosophy Bro: Im Wall Street Journal schreibt Mike Tyson über Philosophie. +++ Apropos: Der Delmenhorster Arschwackel-Export Sarah Connor besucht heimlich Philosophie-Vorlesungen.



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