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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
1. Georg Seeßlen (68)
2. Martin Heidegger (56)
3. Slavoj Žižek (50)
4. Kapitalismus (40)
5. Peter Sloterdijk (38)
6. Hans Ulrich Gumbrecht (31)
7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 26.04.2014, 14:21 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 17/14

Glauben, ohne es zu wissen

Ulrike Heitmüller findet bei Telepolis, Politik könne auch sowas wie Religion sein, etwa der Kommunismus. Nun müsste man erstmal klären, was Religion ist, um den Kommunismus daraufhin abzutasten, wie es der Philosoph Michail Ryklin tut; ähnlich untersucht die Theologin Karen Armstrong den Fundamentalismus. (20.04.14)

Grammatik und Ökonomie

Georg Seeßlen stellt in seinem Blog die Frage nach dem autonomen Subjekt als Maß und Bedingung demokratischer Verhältnisse. Es gibt nämlich auch politische Subjekte wie „den Markt“ oder „das Wachstum“, denen es wie jedem Subjekt um absolute Freiheit geht; in der Postdemokratie tummeln sich ungezählte Spielarten von Subjekterfahrung, -beziehungen, -kulten, -schmelzen und -verwandlungen. (23.04.14)

Unsere Philosophie ist die Philosophie

Und nochmal Seeßlen, der diese Woche unter dem Aufruf „Occupy Philosophy!“ über das Grundrecht auf das Darauflosdenken und die Gesamtlage der Philosophie nachdenkt. Weisheit, Humor und Schönheit finden alle toll, sind aber nichts für „die Leute“. Philosophie wird immer schwieriger, Berufsphilosoph ist ein Beruf und Nachdenken längst die Vorstufe der Dissidenz. (25.04.14)

Das Vermischte und Geschiedene:

Seeßlen zum Dritten bzw. Zweiten, das mit „Wetten, dass...?“ zugleich die Inszenierung der harmlosen Konsensgesellschaft beerdigt, wie er im Freitag schreibt. +++ Der Ökonom Thomas Piketty zeigt, dass die wachsende Kluft zwischen arm und reich den Kapitalismus zerstört, wie im Freitag zu lesen ist. +++ via der blinde Hund: Der ZEIT-Leser Martin Sand nimmt sich einiger (v.a. von Naturwissenschaftlern) gepflegter Vorurteile gegenüber dem Philosophie-Studium an. +++ Bei Glanz & Elend bespricht Dieter Kaltwasser die großen Neuerscheinungen zum 150. Geburtstag von Max Weber. +++ Ein neues Buch versammelt die besten Witze aus Slavoj Žižeks Schriften zum mitlachen und nachdenken. +++ Die Faszination und die ihr zugrunde liegende politische Persönlichkeits-Präsentation Putins lässt Hans Ulrich Gumbrecht in seinem FAZ-Blog an Mussolini denken. +++ Robert Spaemann hat ein eher religiöses als philosophisches Buch über die Psalmen 1–51, das in der NZZ vorgestellt wird. +++ Der Wissenschaftsrat fordert in einem Positionspapier mehr Wissenschaftsforschung, die aber bitte bloß rein empirisch bleiben soll, wie Jürgen Kaube stirnrunzelnd in der FAZ berichtet.


Links der Woche am 19.04.2014, 14:13 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 16/14

Fragen, Antworten, Fragen

Lutz Hachmeisters Buch über die Hintergründe des SPIEGEL-Interviews mit Heidegger von 1966 kam gerade recht zur anhaltende Debatte um die NS-Verstrickung des Fundamentalontologen. Lothar Struck bespricht bei Glanz & Elend mit vielen nützlichen Links das Buch, das an seinem umfassenden Anspruch scheitert und dennoch zeigt, warum und wie gern sich der SPIEGEL für Heideggers Selbstinszenierung als Nazi-Opfer einließ.

Denken unterwegs zum Frieden

Jakob Huber hat Kants Aufsatz „Was heißt: Sich im Denken orientieren?“ wiedergelesen und stellt Text wie Rezeption im theorieblog vor. Zunächst verortet er den Aufsatz im Pantheismusstreit Ende des 18. Jahrhunderts und referiert dann Kants Idee einer Topographie der Vernunft, ehe er deren politische Lesart für die globalisierte Welt vorstellt. (14.04.14)

Es blieb mehr, als geschrieben ward

Zum 150. Geburtstag erinnert Hans-Martin Lohmann in der FR an Max Weber. Der erzbürgerliche Universalgelehrte und Gründungsvater der deutschen Soziologie lebte im wechselvollsten Teil der deutschen Geschichte, seine Politiktheorie und Analytik der kapitalistischen Gesellschaft wirkt bis heute nach. (18.04.14)

E provincia lux

Gerade in Deutschland wurde lange Zeit kraftvolles Denken mit der Provinz verbunden, schreibt Hans Ulrich Gumbrecht in seinem FAZ-Blog. Da muss natürlich abermals Heidegger als Kronzeuge denkerischer Heimeligkeit her, der allem intellektuellen Kitsch zum Trotz doch ahnen lässt, warum provinzielle Verhältnisse (und seien es die des Silicon Valley) der Kontemplation zuträglich sind. (19.04.14)

Außerdemchen:

Bei Telepolis setzt Matthias Becker seine Reihe zum „Unterricht im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ fort; auch im dritten Essay untersucht er, wie die digitale Rationalisierung des Lernens und Lehrens Pädagogik und Bildung umkrempeln wird. +++ Die ZEIT stellt das Buch vor, in dem Emmanuèle Bernheim nahezu psychothriller-artig von der Sterbehilfe für ihren Vater erzählt. +++ Der Sammelband „How Reason Almost Lost Its Mind“ rekapituliert den Kalten Krieg als Goldenes Zeitalter der maschinenhaft kalten Rationalität und wird in der von sowas faszinierten FAZ besprochen. +++ Mara Delius berichtet für die WELT von einer Tagung über politische Romantik, bei der diverse hochkarätige Intellektuelle über die Spaltung zwischen Politik, Gefühl und Ästhetik diskutierten.


Links der Woche am 12.04.2014, 14:15 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 15/14

Selbstzensur im digitalen Zeitalter

Wer überwacht wird, ist nicht frei, so die Binse, die durch den seit bald einem Jahr schwelenden NSA-Skandal zu neuer Aktualität gekommen ist. Wie sehr die Massenüberwachung auch das Verhalten derer beeinflusst, die glauben, nichts zu verbergen zu haben, beschreibt Peter Galison in der FAZ unter Rückgriff auf Sigmund Freud. (07.04.14)

Die vorgemachte Mehrheit

Nach Sarrazin bedient nun auch Felidae-Autor Pirinçci den Markt der Endlich-sagts-mal-einer-Literatur. Über political correctness und Shitstorms als konstituierende Instrumente von (längst unmöglichen) Mehr- und Minderheiten und darüber, warum Markus Lanz dafür büßen muss, dass die Glotze nicht mehr einheits- und mehrheitsstiftend ist, schreibt Georg Seeßlen in seinem Blog. (07.04.14)

Kunstwerk im kapitalistischen Zeitalter

Nochmals Seeßlen: Diese Woche tastete er sich auch an das Wesen des Bildes als Kunstwerk heran. Es offenbart etwas und ist darin das Vorbild der reklamemäßigen Ware, doch je mehr diese entwertet wird, desto geheimnisvoller muss das Kunstwerk werden, bis es seinerseits zur wertlosen Ware in Oligarchenbesitz wird. (10.04.14)

Et cetera:

Uwe Justus Wenzel meldet in der NZZ den Tod des Religionskriminologen Karlheinz Deschner. +++ Bei Deutschlandradio Kultur stellt Matthias Dell den Sammelband „Der Tatort und die Philosophie“, der wie das Philosophie Magazin von Wolfram Eilenberger herausgegeben wird. +++ Christian Welzbacher bespricht im Freitag Sven Grzebetas Doktorarbeit und Insiderbericht, der sprachkritisch und ideengeschichtlich die „Ethik und Ästhetik der Börse“ herausfordert. +++ Der Musikkritiker und Poptheoretiker Mark Fisher hat einige seiner Aufsätze versammelt im Buch „Ghosts of my Life. Writings on Depression, Hauntology and Lost Futures“, das in der taz besprochen wird.


Links der Woche am 06.04.2014, 12:21 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 14/14

Markus Metz und Georg Seeßlen gehen ja berufsmäßig u.a. ins Kino, wo sie den Bibel-Fantasy-Kracher „Noah“ geguckt haben. Im Freitag wundern sie sich über die Rückkehr des Monumentalfilms als „Religiotainment“. +++ Harry Nutt bespricht in der FR Elias Canettis „Buch gegen den Tod“, das aus dem Nachlass des Todfeinds stammt. +++ Kant und Einstein hätten unter den heutigen Bedingungen nichts an den durchökonomisierten Unis werden können, erinnert Klaus Peter Weinert im Deutschlandradio Kultur. +++ Der Salem-Direx a.D. Bernhard Bueb hat ein neues Buch geschrieben, das pathetisch von der Macht der Ehrlichen schwärmt und für Michael Schefczyk (NZZ) an den entscheidenden Stellen schweigt. +++ Vor 20 Jahren nahm sich Kurt Cobain das Leben. Jens-Christian Rabe (SZ) schreibt, dass die letzte große Botschaft, die Cobain mittels Schrotflinte in die Welt brachte, bis heute nicht verstanden worden ist. Michael Pilz (WELT) schimpft dagegen über Popmärtyrertum und Gedenkpornographie. +++ Den aktuellen Lichtwolf Nr. 45 gibt es nun auch als E-Book für Kindle und im epub-Format.


Links der Woche am 30.03.2014, 14:14 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 13/14

Demokratisierung des Wissens = neoliberal

Die FAZ setzt ihre Reihe zu Digitalisierung und Geisteswissenschaften fort. Diesmal denkt Philip Mirowski über das Konzept der Offenheit in und von Forschung und Lehre nach. Dabei zeigt er sich einigermaßen skeptisch, ob das Internet und sein neoliberaler Begleitgesang die Lösung oder das Problem ist. (29.03.14)

Heidegger im Freitag

Auch der Freitag nimmt sich der feuilletonistischen Neuentdeckung Martin Heidegger an. Jürgen Busche bespricht Lutz Hachmeisters Buch über die Hintergründe des SPIEGEL-Interviews und zeigt sich etwas enttäuscht. Michael Jäger stellt sich auf die Seite der Heidegger-Ankläger und führt als Beweisstücke die Schwarze Hefte an, in denen sich der Todtnauberger als ganz gewöhnlicher Nazi zeigt.

Gemeinsamkeit von Bombenkrieg und Finanzwirtschaft

Steuergelder retteten in der Finanzkrise Banker vor den Folgen ihrer Gier und halten Politiker via Wahlgeschenke im Amt. Diese politische und ökonomische Verantwortungslosigkeit hat der Psychoanalytiker Erich Fromm schon vor Jahrzehnten als pathologisch beschrieben, wie Dirk Schümer in der FAZ in Erinnerung ruft. (29.03.14)

Verflucht bis ins neunte Glied

NZZ-Philosoph Uwe Justus Wenzel hat von der medialen Taufe der „Generation Maybe“ gehört, die auf X und Y folgt und auf Zigarettenreklame zurückgeht. Die Maybes sind 20-35 Jahre, haben sonst aber kaum noch was gemein außer ihrer Indifferenz. Weit mehr jedoch wundert sich Wenzel über die Inflation solcher Generationsetiketten. (29.03.14)

Et cetera:

Die NZZ schreibt einen Nachruf auf den Religionsphilosophen Eugen Biser. +++ Die Greifswalder Politologin Hannah Bethke regt sich in der FAZ über ihre illiteraten Studierenden auf. +++ via der blinde Hund: Sarah Adams schreibt Gedicht über Philosophen. +++ Es gibt übrigens eine neue Lichtwolf-Ausgabe (Thema: Spielchen) und in der E-Book-Boutique minimore sind auch Lichtwölfe als epub erhältlich.


Links der Woche am 22.03.2014, 14:52 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 12/14

Leben und Liebe im Exil

Der Philosoph Michail Ryklin hat ein Buch über seine Frau Anna Altschuk geschrieben, die 2008 tot in der Spree aufgefunden und als Kreml-Kritikerin verkauft worden ist. Ryklin und Altschuk waren nach ihren religionskritischen Ausstellungen aus Russland exiliert, so ist das Buch eine persönliche und zugleich politische Entfremdungsgeschichte, wie Ekkehard Knörer im Freitag schreibt. (19.03.14)

Tor gegen Aristoteles

Demnächst ist wohl irgendwas mit Fußball - und damit auch die Zielgruppe mitreden kann, informiert uns Raúl Rojas bei Telepolis über Flugbahntheorien aus der Zeit, als Physik noch ein Teilgebiet der Philosophie war, und was die (post)aristotelische Impetustheorie für Torwart und Stürmer bedeutet. (19.03.14)

Chickengame auf der Krim

Joachim Müller-Jung von der FAZ unterhält sich mit dem Spieltheoretiker Manfred Milinski über Drohkulissen, Entscheidungen und Optionen in der Krim-Krise, für die Modell und Kalkül nur dann taugen, wenn Putin und der Westen tatsächlich rationale Spieler sind. (20.03.14)

Vernichtungskrieg zur Überwindung der Metaphysik

Heidegger hat seine seit Wochen umraunten Schwarzen Hefte absichtlich ans Ende der Gesamtausgabe platziert, schreibt Thomas Asshauer in der ZEIT und empört sich nicht zu knapp („philosophischer Wahnsinn“, „Gedankenverbrechen“). Denn Heidegger hatte sich den Notizen nach von allem mehr erhofft: von Hitler, vom Subjekt, vom Volkswillen, vom Untergang und von der Entjudung. (21.03.14)

Fragen des Fraggens

Hy Quan Quach informiert uns auf Gamona über Camper Killer Commentary, den Youtube-Kanal eines gewissen Mr. Siff, der darin den Fragen des Fraggens von Campern nachgeht - aber wohl auch philosophischen (oder was man in der Gamer-Szene dafür hält); allerdings wohl nicht der, ob und wann es moralisch vertretbar ist zu campen. (22.03.14)

Nachher gibt es hier noch den neuen Lichtwolf - also bleiben Sie dran oder abonnieren Sie das Ding prophylaktisch!


Links der Woche am 15.03.2014, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 11/14

Der ewige Heidegger

Als „Dokumente der Niedertracht“ bezeichnet Jürgen Kaube, Weber-Biograph und Geisteswissenschaftler der FAZ, mit der Geste des letzten Worts die Schwarzen Hefte Heideggers. Zitatreich weist er den Antisemitismus, Nazismus und Narzissmus in den Notizen der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts nach.

Im Zuge der seit Wochen anhaltenden Debatte ist nun auch ein Buch über das SPIEGEL-Interview mit Martin Heidegger von 1966 erschienen. Abermals Jürgen Kaube führt ein ins Gerede und Heideggers Egomanie und stellt das von Lutz Hachmeister herausgegebene Buch als Gruppenportrait einer unvollständig entnazifizierten Bundesrepublik vor. Auch Uwe Justus Wenzel von der NZZ hat es gelesen und staunt über den SS-Mann vom SPIEGEL im Gespräch mit dem NS-Rektor, die sich gegenseitig ihrer missverstandenen Unschuld versichern. Die taz zu guter Letzt unterhält sich mit dem Autor Lutz Hachmeister über die devote Haltung des SPIEGELs und Heideggers Internet-Kritik.

Die Elektrifizierung der freien Künste

Die FAZ hat eine neue Reihe zur Digitalisierung der/in den Geisteswissenschaften gestartet. Eröffnet wird sie von Hans Ulrich Gumbrecht, demzufolge Epistemologie schon immer technologisch überformt wurde, aber nun in einem epochalen Ausmaß, dem bloß mit „Digital Humanities“ nicht gerecht zu werden ist. Drum formuliert er vier Desiderata zum Bedenken der „Welterschließung unter elektronischen Bedingungen“. Sodann legt Claus Pias los, indem er der „Gegenwartsvergessenheit“ mit einer Ideengeschichte der Systemtheorie und Kybernetik beizukommen versucht. Deren Erkenntnisideal einer Vorhersage der Zukunft zum Zweck ihrer Kontrolle ist längst auch das von Politik und Wirtschaft (und Literaturbetrieb?).

Künftig alles (halb) im Netz

Matthias Becker schließt bei Telepolis an seinen Januar-Beitrag zum „Unterricht im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ an: Mit Blick auf die Situation in den USA beschreibt er, wie MOOCs das Bildungssystem umformen werden und welche Sorgen und Hoffnungen mit der digitalen Kommodifizierung von Bildung verbunden werden. (14.03.14)

Unn sünst?

Matt Russell und Nick Gibb machen Comics für die Zielgruppe: „Dead Philosophers in Heaven“ (Die Niveauhöhe kann produktionsbedingt variieren.) +++ Die Kollegen vom unabhängigen Muckemagazin De:Bug geben nach 16 Jahren auf. +++ Lohnt ein Studium?, fragt Florian Rötzer bei Telepolis natürlich rein egobetriebswirtschaftlich, betrachtet Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt und urteilt: Nö. +++ Jonathan Rée stellt im Freitag/Guardian das neue Buch von Terry Eagleton vor, in dem das philosophiehistorische Scheitern des Atheismus dargelegt wird. +++ Elias Canettis Aufzeichnungen und Notizen über Tod und Unsterblichkeit wurden zu einem „Buch gegen den Tod“ zusammengefasst, das Martin Meyer von der NZZ nicht gerade vom Hocker reißt. +++ Der neue Lichtwolf mit dem Titelthema Spielchen ist unterwegs und wird Ende kommender Woche in den Briefkästen der Abonnenten sein.


Links der Woche am 08.03.2014, 14:24 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 10/14

Non schola sed vitae

Studium fertig, aber erstmal was ganz anderes machen als man gelernt hat? Die ZEIT hat einige Uni-Absolventen aufgestöbert, die sich jenseits ihrer ECTS-Felder verdingen: Physiker auf dem Bau, Architektin hinter dem Tresen, Bioniker in der Grundschule, Politologe im Callcenter. Sehr hilfreich sind wie immer die Kommentare der ZEIT-Leserschaft.

„No pasarán!“

Der philosophische Lautsprecher Bernard-Henri Lévy ließ sich nicht lumpen, sondern seinem Boykottaufruf Taten folgen und hat sich auf den Euromaidan in Kiew begeben. Seine dort gehaltene Rede ist (inkl. des Hitlervergleichs, den Hillary Clinton plagiiert hat) in der FAZ nachzulesen. (03.03.14)

Mal eben kurz

Micha Brumlik schreibt in der taz über Heideggers Schwarze Hefte und Walter Mignolos Buch „Epistemischer Ungehorsam“ (2012). Beide Autoren verbinden ihre Kritik des westlich-instrumentellen Denkens mit fast bzw. ziemlich antisemitischen Gedanken über das Judentum und seinen (globalen) Einfluss auf die Weltgeschichte. (04.03.14)

Außerdemos von Sonstnochos:

Die taz unterhält sich mit dem Philosophen Nikos Dimou über sein seit Winckelmann in Europa idealisiertes Heimatland und die Krise. +++ Auch die ZEIT freut sich über Alain de Bottons Synthese von Tiefsinn und Boulevard auf The Philosopher’s Mail. +++ Maik Söhler von der taz hat mal wieder das gute, alte Civilization mit philosophischem Anspruch gespielt. +++ „Du sollst nicht funktionieren!“, fordert Ariadne von Schirach in ihrem neuen Buch, das von der taz eher kurz vorgestellt wird. Ziemlich hin- und hergerissen zeigt sich Antonia Baum in der FAZ von Schirachs Gegenwartskritik, während Tina Klopp in der ZEIT der Autorin Thesenarmut vorwirft. +++ Nebenan bei Glanz & Elend zeigt sich der gute Kollege Jürgen Nielsen-Sikora wenig überzeugt vom Neuen Realismus, den Markus Gabriel mit seinem Buch „Warum es die Welt nicht gibt“ begründen will.

Frauen

Anlässlich des heutigen Weltfrauentags wollen wir auch nur mal hallo sagen.


Links der Woche am 01.03.2014, 14:28 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 09/14

Land der Richter und Henker

Die großen deutschsprachigen Dichter und Denker waren alles Rassisten und Antisemiten, aber keiner will darüber sprechen, schimpft Patrick Spät bei Telepolis. Da auch Heideggers „Schwarze Hefte“ verharmlost werden, hat Spät eine List mit antisemitischen oder rassistischen Sentenzen von Luther, Kant, Hegel, Fichte, Wagner, Heidegger und - Trommelwirbel - Hannah Arendt zusammengestellt. (23.02.14)

Arschoffener Zugang

Wie die ZEIT meldet, sind seit 2008 120 computergenerierte Artikel in Fachzeitschriften gelandet, auch in solchen, die sich einer peer review rühmen und Uni-Bibliotheken stolze Summen für ein Abo abnehmen. Nun könnte man das als weiteres Indiz für die Überlebtheit des Wissenschaftsverlagswesens ansehen, doch nicht Roland Reuß: Der seit Jahren gegen Open Access kämpfende Germanist klagt in der FAZ die maoistischen Pläne Baden-Württembergs an, Open Access verbindlich für staatlich besoldete Wissenschaftler zu machen. Einen ganz anderen Zugang stellt uns die taz mit Alain de Bottons populärphilosophischem Web-Projekt vor, das über seine Yellow-Press-Aufmachung philosophische Erörterungen in die Birnen seiner gossip-geilen Leserschaft schmuggeln will: The Philosopher’s Mail.

Allein gegen eine Welt voller erfundener Feinde

Georg Seeßlen hat Thilo Sarrazins neues Buch gelesen und berichtet im Freitag, wie er darin auch etwas anderes als Rechtspopulismus zu finden versuchte. In der Tat lässt sich das Buch wie die Krankenakte eines Mannes (bzw. eines ganzen Landes) mit schwerer narzisstisch-paranoider Persönlichkeitsstörung lesen: einsam, unglücklich, egoman. (27.02.14)

Jüngere und jüngste Absolventen

Das Abi nach 12 Jahren ist überall auf dem Rückzug. Tilman Spreckelsen rekapituliert in der FAZ, wie im bildungsökonomischen Jugendwahn manche pädagogische Chance vertan wurde und warum die um ihre Kinder besorgten Eltern dem G9 den Vorzug vor Drillanstalten geben. (28.02.14)


Links der Woche am 22.02.2014, 14:21 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 08/14

Nachtrag zum Valentinstag

In der FAZ schreibt Stefan Niggemeier gewohnt klug über den Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz: Auf letztere müssen Homosexuelle et.al. auch weiterhin warten. Denn der Mainstream meint, Toleranz müsse ausreichen, um das Tolerierte künftig wieder in Ruhe geringschätzen zu dürfen. (15.02.14) (Die gute Nachricht: Homophobie verkürzt die Lebenserwartung.)

Rosenkohlfressende Löwen mit Lätzchen

In Kopenhagen wurde eine Giraffe getötet und an Löwen verfüttert. Christina Hucklenbroich beschreibt in der FAZ, wie sich die Empörung darüber bald gegen die Empörten selbst richtete, aber auch, wie weit die von Zoosendungen und Reklame genährten Vorstellungen des Normalbürgers von Selbstverständlichkeiten der professionellen Tierhaltung entfernt sind. (19.02.14)

Et cetera:

Bernard-Henri Lévy findet Sotschi an sich schon schlimm genug, aber angesichts der von Polizisten ermorderten proeuropäischen Demonstranten in Kiew obszön: So ruft er via FAZ zum Boykott auf. +++ Im Tectum-Verlag erscheint der edierte Nachlass des Philosophen, Lektor und DZPhil-Herausgebers Wolfgang Harich. Die NZZ stellt Band 5 vor, aus dem Harichs Haltung im Hegel-Streit hervorgeht: Der Versuch einer Rettung Hegels vor dem Bannfluch Stalins trug mit zu Harichs Inhaftierung 1956 bei. Ein Portrait Wolfgang Harichs ist übrigens in Lichtwolf Nr. 28 zu lesen. +++ Nach langer Diskussion sind sie da und Jürgen Kaube hat sie für die FAZ gelesen: Heideggers „Schwarze Hefte“ mit Notizen von 1931 bis 38, deren erster Band weniger Antisemitismus als philosophischen Narzissmus offenbart; über Nutzen und Nachteil der Notizheftforschung generell denkt Tilman Spreckelsen ebenfalls in der FAZ nach. +++ Nochmals zur Erinnerung: Im Blog des Instituts für Polytoxikomanologie und Perspektivismus geht es weiterhin mit Debord und Marx um Ware und Spektakel.



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