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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
1. Georg Seeßlen (68)
2. Martin Heidegger (56)
3. Slavoj Žižek (50)
4. Kapitalismus (40)
5. Peter Sloterdijk (38)
6. Hans Ulrich Gumbrecht (31)
7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 05.07.2014, 14:24 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/14

Denken ist unangenehm

...und dieser Verdacht, der sich beim Public Viewing schnell einstellt, ist nun auch wissenschaftlich belegt. Telepolis berichtet von einer Studie, bei der ein Großteil der Teilnehmer_innen einen Elektroschock dem Alleinsein mit den eigenen Gedanken vorzog. (03.07.14)

Imperialer Perfektionismus

Wenig sommerlichen Frohsinn verbreitet Wolfgang Streeck in der FAZ, wo er darüber schreibt, wie sich der Traum von der digitalen Teilhabe aller in den Albtraum der überwachten Postdemokratie verkehrte. Ziel der Datensammelei ist dabei weniger die Einschüchterung vorlauter Bürger als gesteigerte Konsumfähigkeit und asymmetrische Kriegsführung. (04.07.14)

Außerdemchen:

Jan Greve hat für den Freitag das Berliner Museum des Kapitalismus besucht, wo man in interaktiven Lernspielen die Formel G-W-G' erfahren kann. +++ Auch Martin Meyer von der NZZ war im Museum, und zwar im Guggenheim, wo gerade eine Ausstellung über den Futurismus läuft, die Pubertät des 20. Jahrhunderts. +++ Bei Telepolis blickt Kai Kleinwächter auf die bisherige und künftige Entwicklung des deutschen Bildungssystems, das seine US-amerikanische Prägung verliert und eine eher eurasische annimmt. +++ Thomas Macho bespricht in der NZZ Hilal Sezgins neues Buch zur Tierethik; in der FAZ spricht sich Sezgin gegen Zoo-Haltung aus, daneben denkt Hans Ulrich Gumbrecht darüber nach, was es heißt, im Namen der Tiere sprechen zu wollen. +++ Den aktuellen Lichtwolf zum Thema Perverse gibt es auch als E-Book.


Links der Woche am 28.06.2014, 19:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 26/14

Die ZEIT stellt Vittorio Hösles „Kurze Geschichte der deutschen Philosophie“ vor, worin er halb polemisch, halb ideengeschichtlich dem deutschen Geist nachsinnt. +++ Auch von Peter Sloterdijk gibt es ein neues Buch, „Die schrecklichen Kinder der Neuzeit“, welches in der taz besprochen wird. +++ Seit zwei Jahren sitzt Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Zum Jahrestag erinnert Slavoj Žižek im Freitag an die Wikileaks-Enthüllungen über den Wert der Freiheit im Westen. +++ Manfred Klimek von der ZEIT hat den einzigartigen Hermes Phettberg in Wien besucht und portraitiert den „schönen Menschen“. +++ Nachdem die Berliner HU erfolglos versuchte, eine Professur für „Reine Mathematik“ mit einer dieser im Fach unterrepräsentierten „Frauen“ zu besetzen, bleibt diese nun leer, wie das FAZ-Ressort Männerdiskriminierung meldet. +++ Zum 30. Todestag von Michel Foucault bringt die taz ein umfangreiches Portrait seiner Denk- und Wohnorte. +++ Der Kapitalismus produziert Dinge und Vorstellungen, schreibt Georg Seeßlen in seinem Blog und warnt: „Alles was man sich im Kapitalismus vorstellen darf, muss kapitalistisch sein.“


Links der Woche am 21.06.2014, 14:16 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 25/14

Die Formel für alles und Fußball

Bei Telepolis unterhält sich Harald Zaun mit dem Bonner Mathematiker Christian Blohmann über Ruf und Rang seiner Disziplin, über die Frage, ob mathematische Wahrheit im Universum immer und überall gleich ist, und vor allem über Orakelei und Statistik im Fußball. (13.06.14)

Keine Zeit für Fragen

Die Astronomin Sibylle Anderl schreibt in der FAZ über eine Initiative, Wissenschaftstheoretiker und Astrophysiker zusammenzubringen, nachdem die Philosophie der Physik zuletzt als fortschrittsfeindlicher Quatsch galt. Nun erweist sie sich zwischen kleinsten und größten Skalen als erkenntnistheoretisch hilfreich. (16.06.14)

Bis zum Morgengrauen

Nils Markwardt berichtet für den Freitag von der ersten „Nacht der Philosophie“ mit über siebzig Philosophen und Künstlern aus Deutschland und Frankreich im Berliner Institut français. Die Referenten - darunter Étienne Balibar und der unvermeidliche Markus Gabriel - sprachen bis in die Puppen über Zombies, Übermenschen und Fußball. (17.06.14)

Die Zeit der Irren und Idioten

Für die FAZ hat sich Christian Geyer mit einigen Psychologen und Psychiatern über die Pathologisierung jeder Regung und die junge Gegenbewegung zu dem Trend unterhalten, der die nützlichen Aspekte von Abweichung, Albträumen oder Trauer sowie die Fragwürdigkeiten des Anstiegs psychiatrischer Diagnosen unterschlägt. (18.06.14)

Fremdsprachen machen cool

In der Ethik-Grundausbildung wird man u.a. an einen Weichenhebel gestellt, mit dem man einen auf fünf Leute zurasenden Zug auf ein Gleis umleiten kann, auf dem nur eine Person läuft. Florian Rötzer berichtet bei Telepolis von einigen Untersuchungen dieses Trolley-Problems; bei einer solchen zeigte sich, „dass die Menschen, wenn sie eine Fremdsprache benutzen, weniger emotional seien und dann eher utilitaristisch entscheiden.“ (19.06.14)

Rezensionen

Uwe Justus Wenzel ist in der NZZ wenig begeistert von Wolfram Eilenbergers et.al. Lehnstuhlphilosophie des „Tatort“. +++ Andrea Roedig bespricht im Freitag eine neue bzw. die maßgebliche Biographie zum 85. Geburtstag von Jürgen Habermas. +++ Andreas Kilcher (NZZ) geht in seiner Rezension von „Band 2.1: Mythos und Mystik“ der Werkausgabe des Religionsphilosophen Martin Buber auch auf das Gezänk im Hintergrund des Editionsprojekts ein.

Übrigens: Seit gestern gibt es einen neuen Lichtwolf. Thema sind diesmal Perverse. Es ist Sommer, also ziehen Sie sich mal aus!


Links der Woche am 14.06.2014, 14:47 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 24/14

Leben und Sterben eines Gangsters

Im Freitag portraitiert der Gefängnispsychologe Götz Eisenberg den Räuber Thomas S., dessen Herkunft ihn nicht gerade zu dem Schwerkriminellen prädisponierte, dessen Tod er nach Einsicht und Buße starb. Ein interessanter Essay über das ganz andere Leben der schweren Jungs - u.a. mit Hegel, Marcuse und Theweleit. (05.06.14)

Turing oder nicht Turing

In dieser Woche meldete die Universität Reading, einer ihrer Computer habe pünktlich zum 60. Todestag Alan Turings den Turing-Test bestanden. Die taz interviewte daraufhin testweise den eigenen Medienticker, die NZZ fasste die einhellige Skepsis gegenüber dem angeblich geglückten Versuch zusammen und TechDirt hat eine Liste mit Gründen zusammengestellt, warum die Meldung völliger Quatsch ist.

Renaissance der Renaissance

Der Baseler Philoprof Arno Schubbach stellt in der NZZ den Begründer der Ästhetik, Alexander Gottlieb Baumgarten anlässlich seines 300. Geburtstags vor. Der pietistische Wolff-Schüler sann - wenn auch in dunkler Sprache - als Erster der eigenen Wahrheit der schönen Künste nach, die bis heute bekniffelt wird. (13.06.14)

Et cetera:

Jürgen Kaube weist in der FAZ mit seiner üblichen Suffisanz auf Studien zu Psychologie-Studien hin, welche von jenen recht oft als halbseiden bis hanebüchen entlarvt werden. +++ Gerade ist Fußball und wer standesgemäß klug mitreden will, der lese die kosmologische Exegese diverser Nationalflaggen des Astronomen Florian Freistetter. +++ Die WELT stellt Peter Sloterdijks neues Buch vor, in dem er der Frage nachgeht, warum so schlechte Stimmung herrscht und der Vatermord die Triebfeder der Geschichte ist. +++ Für den Freitag unterhält sich Helena Neumann mit der ungarischen Philosophin Ágnes Heller über die Lage in ihrem Heimatland sowie über Hannah Arendt und das Subjekt. +++ Im Freitag lesen wir außerdem ein Portrait des Philosophen, Literaturwissenschaftlers und Hipsters Armen Avanessian, der als Herausgeber des Akzelerationismus-Sammelbands bekannt geworden ist. +++ Kommende Woche erscheint der neue Lichtwolf (diesmal über „Perverse“) - hier kriegen Sie das Abo, das Ihnen noch fehlt!


Links der Woche am 07.06.2014, 14:22 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 23/14

Baldurians Esel vorm Shampoo-Regal

Jede Entscheidung vernichtet unzählige von Möglichkeiten und weil wir damit nicht zurecht kommen, pflegen wir eine „Kultur der Unentschiedenheit“, wie sie die Philosophin Renata Salecl (Ex-Frau von Slavoj Žižek) in ihrem neuen Buch beschreibt. Andrea Roedig stellt es im Freitag vor und hätte sich präzisere psychoanalytische Kapitalismuskritik gewünscht. (03.06.14)

Überall automatisch ausgebildet

Im vierten Teil seiner Essayreihe „Der Unterricht im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ kommt Matthias Becker bei Telepolis auf die ökonomischen Bedingungen der industrialisierten (digitalisierten?) Pädagogik zu sprechen. Mit Milton Friedman müsste die globalisierte Bildungswelt im Internet der feuchte Traum eines jeden Neoliberalen sein. (03.06.14)

Transnewtonianische Wunderwelten

Ulf von Rauchhaupt portraitiert für die FAZ den Kosmologen „Mad Max“ Tegmark. Dessen mehrstufige Multiversum-Theorie gilt längst nicht mehr als irrer Scheiß, sondern lässt sich aus einem unendlich großen Universum und der Quantentheorie folgern. Wenn Sie hier nicht darauf klicken, klicken Sie anderswo ganz bestimmt darauf. (06.06.14)

Außerdemos von Sonstnochos:

Christoph Borgans erklärt in der FAZ die kafkaeske Verwendung des Adjektivs „kafkaesk“. +++ Zum D-Day-Jahrestag erklärt Christian Hesse im ZEIT-Blog, was Wichteln mit Kryptographie zu tun hat und wie Alan Turing den Zweiten Weltkrieg gewann. +++ Die FR vergleicht Ronald Dworkins neues Buch, in dem er das Programm eines religiösen Atheismus entwirft, mit ähnlichen Schriften. +++ Apropos: Der Papst hat in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem die Theodizee-Frage gestellt, worüber der Theologe Jan-Heiner Tück in der NZZ nachdenkt. +++ Bald ist Fußball-WM und wie in den Vorjahren versuchen sich manche an der Versöhnung von Denk- und Ballsport: Lothar Struck bespricht bei Glanz & Elend Martin Gessmanns vielversprechenden Essayband „Mit Nietzsche im Stadion“.


Links der Woche am 31.05.2014, 14:37 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 22/14

„Alles Lüge“ ist immer wahr

Bestimmt haben Sie schon von diesen neuen Montagsdemos gehört, bei denen weder ein demokratischer Sozialismus noch Solidarität statt Ausgrenzung gefordert wird, sondern allerhand: Schluss mit dem Blutdurst der EU, der Medien- und Weltverschwörung, Chemtrails, Genfood usw. Martin Ballaschk untersucht bei den SciLogs diese Verschwörungstheoretiker und Klimaskeptiker auf die gemeinsame Pathologie. (22.05.14)

Keine Finanz-, eine Ideenkrise

Statt Vertrauen erweckt die krisenhafte Demokratie Argwohn, schreibt Jan Schoenmakers bei Telepolis und sieht die Ursache vor allem in scheiternder Kommunikation. Der Rationalismus, aus dem unsere Institutionen hervorgegangen sind, ist heimlich dem weniger anspruchsvollen Pragmatismus gewichen; dazu sollte man stehen, anstatt auf Werten zu beharren, die längst der Funktion geopfert sind. (25.05.14)

Am Ende ist alles eins

Arno Widmann hat für die FR den koreanischen Religionswissenschaftler Hee Sung Keel portraitiert. Die religiöse Vielfalt scheint Korea zum idealen Ort zu machen, um hinter buddhistischer Mystik, Meister Eckhart und Christentum ohne Altes Testament Erlösung und den einen Glauben zu ergrübeln. (30.05.14)

Unn sünst?

Für die FAZ hat Luisa Maria Schulz notiert, auf welche Philosophen sich Wladimir Putin neuerdings so in seinen Reden bezieht. +++ Falls Sie noch nicht genug haben: noch ein Heidegger-Portrait über Leben, Fragen und Denken des Todtnaubergers, diesmal von Alfried Schmitz für den Deutschlandfunk. +++ Neulich wurde vermeldet, der Schweizerische Nationalfonds wolle künftig ganz auf Digital- statt Druckförderung setzen; nun schimpft auch Uwe Justus Wenzel in der NZZ über die vermeintlich neue Offenzugänglichkeit. +++ In der FAZ unterhält sich Nils Minkmar mit Jürgen Habermas über den Machtpoker in Brüssel und den exekutiven Angriff auf die Demokratie nach den Europawahlen. +++ Felix-Emeric Tota portraitiert im Freitag den geächteten Antisemiten und Nihilisten Louis-Ferdinand Céline, der „vor Camus, Sartre und Genet die Grundsteine der existentialistischen Literatur“ legte.


Links der Woche am 24.05.2014, 14:50 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 21/14

Der große Verkomplizierer

Nils Markwardt stellt im Freitag Pierre Bourdieus Vorlesungen am Collège de France von 1989 bis 1992 vor, in denen sich der engagierte Denker ganz an sein Motto hält: „Soziologie ist ein Kampfsport, den man zur Verteidigung gebraucht und in dem Fouls streng verboten sind.“ Innendrin weist er den modernen Staat u.a. als unübersichtliche Konzentration symbolischer Ressourcen auf. (22.05.14)

Auf der ganzen Welt eingeschrieben

Massive Open Online Courses (MOOCs) beschäftigen schon seit einer Weile das Feuilleton. Nun hat Friedemann Bieber für die FAZ mal den Selbstversuch gewagt und beschreibt, wie er ein Seminar des Historikers Bernard Cooperman digital besucht hat. (22.05.14)

Wer schreibt, der bleibt

Der Schweizerische Nationalfonds will künftig nur noch Digitalisate fördern. Michael Hagner wehrt sich in der NZZ dagegen, gedruckte geisteswissenschaftliche Bücher allen Unkenrufen zum Trotz grundsätzlich infrage zu stellen. Open Access eigne sich gut für Fachartikel, doch die aus guten Gründen gemächliche Geisteswissenschaft sei auch künftig besser zwischen Buchdeckeln aufgehoben. (23.05.14)

Wie man intelligente Kühlschränke anzeigt

Bei Telepolis schreibt der Technikjurist Eric Hilgendorf über Recht und Ethik angesichts der Maschinisierung des Menschen und des Fortschritts hin zu moralischen Maschinen. Deren wachsende Autonomie wirft nämlich neben Datenschutz- auch Haftungsfragen auf, die es vor dem blinden Sturm in den Transhumanismus zu behandeln gälte. (24.05.14)

Außerdemchen:

Michael Girke bespricht im Freitag Canettis Buch gegen den Tod. +++ In der NZZ bespricht Peter Geimer den Ästhetikband „Theorien der Gegenwartskunst zur Einführung“ von Juliane Rebentisch. +++ Ebendort stellt Roman Veressov eine Anthologie politischer Schriften von John Stuart Mill vor. +++ Da der Lichtwolf nach wie vor eng seinem Bethlehem im Breisgau verbunden ist, weisen wir hier gerne auf das hochinvestigative Lokalblog „Freiburg heute“ hin. +++ Im jüngsten Kuchensucher-Newsletter präsentiert Georg Seeßlen ein bajuwarisch-philosophisches Gedicht aus der Feder des postsituationistischen Lyrikers Edgar P. Kuchensucher. +++ Es sei hier noch einmal höflichst auf die ausführliche Nachlese zu Heideggers Schwarzen Heften hingewiesen, die in der kommenden Lichtwolf-Ausgabe (Titelthema: „Perverse“) in Kurzform enthalten sein wird.


Links der Woche am 17.05.2014, 15:13 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 20/14

Digital Humanities are here, everywhere

Ulrike Heitmüller unterhält sich bei Telepolis mit Gregor Horstkemper, einem der Koordinatoren des Zentrums für digitale Geisteswissenschaften darüber, wie in Bayern und anderswo elektronische Ressourcen künftig und zurück bis ins Mittelalter angelegt, vernetzt und erschlossen werden. (10.05.14)

Neues für die Massen-Universität

Für die FAZ hat Jürgen Kaube die Hamburger Streitschrift gegen die Bologna-Reform und die Amerikanisierung des deutschen Hochschulwesens gelesen. Ihr Autor Dieter Lenzen will statt employability zurück zur Persönlichkeitsbildung, die aber - so Kaube - nicht zu haben ist, ohne dass die im Massenbildungsbetrieb vernachlässigte Allgemeinbildung nachgeholt wird, wie es eben in angloamerikanischen Colleges üblich ist. Telepolis übrigens stellt eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung vor, derzufolge die weiter steigende Studienanfängerquote die Wirtschaftsentwicklung Deutschlands bedrohen könnte. (Vor allem, wenn die alle Philosophie studieren statt Fachkraft zu werden!)

Beckmesserei

Der Soziologe und Gegenwartsdiagnostiker Ulrich Beck ist diese Woche 70 geworden (Glückwunsch!) und wird in der NZZ für seine kosmopolitische Weltrisikoanalytik gewürdigt. Nebenan in der FAZ führt er ein interessantes Gespräch mit seinem Kollegen Bruno Latour über die politische Ohnmacht gegenüber der Erderwärmung und ihren Folgen, in dem Carl Schmitts Denken die Rettung in der Not verspricht.

Et cetera:

Thomas Pikettys Buch über den Kapitalismus im 21. Jahrhundert verkauft sich trotz (oder wegen) seiner Forderung nach höheren Spitzensteuersätzen wie geschnitten Brot. Robert Misik zeigt sich in der taz genauso begeistert von Pikettys Problematisierung des Reichtums wie Will Hutton im Freitag. +++ Bei Getidan/im EPD denkt Georg Seeßlen darüber nach, wie Kriegsfilme auf die neue Unübersichtlichkeit der Kriegsführung im 21. Jahrhundert reagieren. +++ Rudolf Walther runzelt in der taz kräftig die Stirn angesichts Alain Finkielkrauts konservativ-kulturpessimistischem Lamento über Dekolonialisierung, Migranten und Frauen in Jeans.


Links der Woche am 10.05.2014, 14:57 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 19/14

Philosophisch war nicht so viel los diese Woche: Das Subjekt hat sich im Objekt als Ware verloren, schreibt Georg Seeßlen in seinem Blog, und deshalb gilt dem denkenden Subjekt alle Verachtung im postdemokratischen Kapitalismus. +++ Apropos: BHL kauft nicht bei Kik und erklärt es uns in der FAZ. +++ Der Freitag unterhält sich mit dem Philosophen Sre?ko Horvat über eine nymphomanische Bewusstseinserkundung der Linken und Sponsorverträge für emanzipatorische Bewegungen.


Links der Woche am 03.05.2014, 13:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 18/14

Keine Freiheit nirgends

Hannah Arendts Buch „Über die Revolution“ ist während des arabischen Frühlings im Nahen Osten fleißig rezipiert worden, berichtet Wolf Lepenies in der WELT. Es zeigt allerdings vor allem das Scheitern der Revolten an dem Ziel, eine freiheitliche Ordnung (und eine Lösung des Nahost-Konflikts) zu erringen. (27.04.14)

Feindbild Handelspartner

Georg Seeßlen blickt in seinem Blog auf den Ukraine-Konflikt und die Rolle der ökonomischen und medialen Eliten hüben wie drüben. Die haben es nämlich nicht leicht, einerseits populistische Sündenböcke vorzuführen, mit denen trotzdem weiterhin lukrative Geschäftsbeziehungen laufen sollen. Bezahlen werden die, die eigentlich ihre Freiheit wollten. (30.04.14)

Unn sünst?

Die taz befragt den französischen Philosophen Étienne Balibar zur linken Perspektive auf Europa. +++ Christiane Gaethgens (Gründungsmitglied des deutschen Akkreditierungsrates) nimmt in der FAZ die Akkreditierung von Studiengängen in Schutz - wenn die Verfahren rechtssicher und weniger bürokratisch gestaltet wären, kämen sie der Autonomie der Hochschulen zugute. +++ Bei Glanz & Elend bespricht Goedart Palm den Nietzsche-Roman „Bis dass der Tod uns meidet“ von Alexander Peer.



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