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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
1. Georg Seeßlen (68)
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7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 14.06.2015, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 24/15

Zwischen den Fronten

Für die FAZ berichtet Jürg Altwegg von den journalistischen Arbeiten des Albert Camus aus der Résistance-Zeitung Combat, die nun auch auf Deutsch vorliegen. Wir lesen darin nach wie vor aktuelle Erwägungen über Journalismus und Ethik in der maßlos polarisierten (Nach-)Kriegsgesellschaft. (07.06.15)

Gedankenfreiheit und Marktdiktatur

Der Schriftsteller Norbert Niemann beschäftigt sich in der FAZ zunächst damit, wie die digitale Ökonomisierung die bayrische Provinz vor der Verödung bewahrte, um sodann auf die politischen und sozialen Verheerungen der Marktideologie am Beispiel der literarischen Landschaft zu sprechen zu kommen. (07.06.15)

Der kidult als politisches Riesenbaby

Warum flippen die Leute neuerdings eigentlich wegen jeder Lappalie aus?, fragt sich Ursula März in der ZEIT und hat auch gleich eine Antwort parat: Der Wutbürger ist wie das Emoji-Unwesen ein Nebeneffekt der konsumistischen Infantilisierung, die Benjamin R. Barber und Susan Neiman diagnostiziert haben. (13.06.15)

Zufall und Geschichte

Die FR beschäftigte sich diese Woche damit, wie das Prinzip Zufall die Welt regiert. Arno Widmann überlegt in seinem einleitenden Essay, wie sehr die Geschichte auch all das ist, was nicht passiert und unentdeckt bleibt. Es folgt ein Interview mit dem Medienwissenschaftler Jochen Hörisch über die religiöse Dimension der Ökonomie.

Unn sünst?

In der FR werden in ungewöhnlichem Ton die frühen Tagebücher von Alexandre Kojève, dem französischen Wirtschaftsbeamten sowie Hegel- und Stalin-Propagandeur, vorgestellt. +++ Die taz berichtet vom Festival „The Power of Powerlessness“ in Berlin, das sich mit unserem Alltag in Kontrollsystemen und Ohnmachtserfahrungen beschäftigt. +++ Die NZZ bespricht das Buch des Theologen Karl-Josef Kuschel über Martin Buber, dessen Herausforderung das Christentum wohl bereichert habe. +++ In seinem Blog geht Georg Seeßlen mit fünf Fragen der einen nach, was es ist, das ein Bild ausmacht. +++ Felix Werdermann portraitiert im Freitag anlässlich ihrer 400. Ausgabe Graswurzelrevolution, die anarchistische „Zeitung ohne Chef“. +++ Bei Telepolis lesen wir ein Interview mit Ferdinand Lassalle zur geplanten Rettung der SPD durch Neugründung - und Duellierung mit dem Parteivorsitzenden. +++ Dürfen wir Sie darauf hinweisen, dass in einer Woche der neue Lichtwolf in den Briefkästen unserer Abonnenten landet?


Links der Woche am 06.06.2015, 14:03 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 23/15

Wegen Mainzer Minipressen-Messe (wir sind noch bis Sonntag da, also kommen Sie in die schön klimatisierte Mainzer Rheingoldhalle) diese Woche nur ganz eiliges Gelinke: Wilhelm Schmid empfiehlt im ZEIT-Interview Sex und Sauna zwecks Kreativität. +++ Die taz versucht, Kant und Bier auf/unter einen Deckel zu bringen. +++ Der Philosophy Bro beantwortet wieder Leserpost, diesmal zur Furcht vorm Sterben und was u.a. Camus und Heidegger dazu zu sagen haben. +++ Marie Mohrmann bespricht im Freitag zwei Bücher über den freien Willen im Neoliberalismus. +++ Vor einer Weile sah Nikita Dhawan in der taz mit Derrida das kantische Weltbürgertum bedroht - und zwar durch die EU-Flüchtlingspolitik. Jüngst antwortete Christoph Brendel im theorieblog auf Dhawan mit der Klarstellung, dass es sich mit Kants Weltbürgerrecht etwas komplizierter verhält. +++ Letzte Woche hatte die phil.Cologne den Bioethiker Peter Singer nach einem NZZ-Interview ausgeladen, was nun harsche Kritik einiger Philo-Profs nach sich zieht. Unter anderem um das Ungemach in Sachen Singer geht es im nächsten Lichtwolf (Titelthema: Schotter), der in zwei Wochen erscheint. Ein Abo können Sie hier abschließen oder noch bis morgen Nachmittag auf der eingangs erwähnten Mainzer Minipressen-Messe, wo wir an Stand E7 mit Kaffee, Bier und Keksen auf Sie warten.


Links der Woche am 30.05.2015, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 22/15

keine Freiheit jenseits des Marktes

Georg Seeßlen ist unzufrieden mit dem Begriff „Neoliberalismus“, mit der damit bezeichneten Sache ohnehin, aber um welche es sich dabei eigentlich handelt, war diese Woche Thema im Seeßlen-Blog. Das Präfix Neo- zeigt ähnlich wie das Post- etwas an, das sich zu einem Teil überlebt, zu einem anderen übersteigert hat - und das hat durchaus etwas Religiöses. (25.05.15)

Andere Neuronen, andere Sitten

Mensch lernt in jungen Jahren von seiner jeweiligen kulturellen Umwelt, was sich gehört und was nicht. Aber gibt es auch angeborene, kulturell unabhängige Normen? Dem geht Steve Ayan in der ZEIT nach, indem er erstmal wie inzwischen üblich Leute in Magnetröhren steckt, und sodann den Anteil des Gefühls (allen voran des Ekels) am Gewissen und damit an der Ethik bemisst. (26.05.15)

Das Ich als Balkan-Landschaft

Die FAZ bringt den gekürzten Vortrag, den Klaus Theweleit auf der Jahrestagung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft in Berlin gehalten hat. Darin beschreibt er, warum das Ich nie eine Einheit sondern eine Erfindung des europäischen Romans ist, was das mit seiner Figur des „Nicht-zu-Ende-Geborenen“ zu tun hat und warum das segmentierte Ich zur segmentierten Gesellschaft passt. (26.05.15)

Eklat um Peter Singer

Letzte Woche ging es bereits um das Ungemach, das sich rund um eine geplante Preisverleihung an Peter Singer entspann. Diese Woche fand die phil.Cologne mal wieder ohne Lichtwolf statt - aber auch ohne Peter Singer. Der wurde nämlich wieder ausgeladen, wie SZ und FAZ berichten, denn er habe im Interview mit der NZZ (wahrlich nicht neue) „Standpunkte geäußert, die im Widerspruch zu dem humanistisch-emanzipatorischen Selbstverständnis stehen, das die phil.COLOGNE leitet.“

Wolfram Eilenberger, der sowohl das Programm der phil.Cologne als auch das Philosophie Magazin verantwortet (aktuell mit dem Titelthema „Bin ich, was ich esse?“; lol), betrachtet die Einladung des Bioethikers nach Köln a posteriori „als Fehler“ und gab zu Protokoll: „Der deutsche kulturelle Raum ist ein anderer als der, in dem Singer sich bewegt.“ In nämlichem scheint auch die sachorientierte Diskussion noch möglich zu sein, weshalb der Ausgeladene durchaus zu Recht fragen darf: „Wie können sie sich als Philosophie-Festival bezeichnen, wenn sie zu ängstlich sind, Fragen zu diskutieren, die einige Menschen stören?“

Michael Schmidt-Salomon von der Giordano Bruno Stiftung hat ebenfalls in Reaktion auf das lesenswerte NZZ-Gespräch sogar seine Laudatio auf Singer abgesagt.

Et cetera:

Michael Girke bespricht im Freitag Klaus Theweleits Psychogramm des lachenden Massenmörders. +++ Jan Drees beschäftigt sich im Freitag mit Literaturkritik im Internet jenseits des Feuilletons - vorbildlich mit vielen Links versehen, allerdings ohne einen zu Glanz & Elend, wo genau das schon seit Jahren betrieben wird. +++ Eduard Kaeser denkt in der NZZ über die verschwimmende Grenze zwischen Laien und Experten nach; dazu gibt es übrigens eine eigene Lichtwolf-Ausgabe! +++ Bei Telepolis beobachtet Christian Meier, wie wir in die Welt der Science Fiction hineinwachsen, und rät dazu, Computer und Roboter vernünftig ins Mitsein aufzunehmen. +++ Die NZZ bespricht den neuen Essay des Politikphilosophen Jean-Claude Michéa, der die auf Recht und Ökonomie gestützte liberale Gesellschaft als das „Reich des kleineren Übels“ beschreibt. +++ Von Donnerstag bis Sonntag findet in Mainz die 23. Minipressen-Messe statt - den Lichtwolf finden Sie an Stand Nummer E07 in der Rheingoldhalle.


Links der Woche am 23.05.2015, 14:34 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 21/15

Konjunkturen der Religion

Joachim Frank führt für die FR ein Interview mit dem Religionssoziologen Detlef Pollack. Der verbindet das wechselvolle Maß an Säkularisierung in verschiedenen Gesellschaften mit dem Grad der Politisierung von Religion wie etwa im Fall des Islam. Wenn sich der Wind dreht, retten Freizeit- und Serviceangebote eine Kirche aber auch nicht mehr. (19.05.15)

Albernheit statt Ordnung!

Stuart Jeffries schreibt im Freitag, wie der Schuldenanthropologe David Graeber über Formulare, Bürokratie und Behördenwillkür sein neues Buchthema entdeckte („Die Utopie der Regeln: Über Technologie, Dummheit und die heimlichen Freuden der Bürokratie“), nämlich die sich selbst erhaltende Sinnlosigkeit der menschenunwürdigen Arbeitswelt. (20.05.15)

Das Weniger nichtet.

Nichts ist schlecht, weniger als nichts ist besser. In seinem Blog überlegt Georg Seeßlen, was es im Kapitalismus mit der Redewendung von „weniger als nichts“ auf sich hat - zum Beispiel in Bezug auf Geld, Menschen oder TV-Programm, mit deren Ver-Nichtung Mehrwert geschaffen wird. (20.05.15)

Wer eine Macke hat

In der FAZ unterhält sich Melanie Mühl mit dem Psychiater Frank Urbaniok darüber, wann ein Tick pathologisch wird, wie sich Situations- und Persönlichkeitstäter unterscheiden und warum unsere Gesellschaft Wutbürger produziert. (21.05.2015)

Zum Stand der Diskussionskultur

Kommende Woche soll Peter Singer in Berlin einen Preis für seinen Beitrag zur „Tierleidminderung“ entgegennehmen. Eine Gruppe kursorischer Leser_innen hält ihn für einen Befürworter der nationalsozialistischen Euthanasiemorde und ruft dazu auf, Leuten wie ihm keine Öffentlichkeit zuzugestehen. Glücklicherweise gibt es auch schon eine Initiative gegen die Hexenjagd auf Singer. Neu ist das alles nicht, schon bei der letzten Ehrung Peter Singers gab es große Aufregung. Überhaupt war das keine gute Woche für die Streitkultur in Germany: Hamed Abdel-Samad musste sich dafür rechtfertigen, ernsthaft und gründlich darüber nachgedacht zu haben, die Vortragseinladung einer Burschenschaft anzunehmen. Eine freie Autorin, die im Westfalen-Blatt einem Leser eher davon abriet, seine beiden kleinen Töchter als Blumenmädchen auf eine Schwulenhochzeit zu schicken, wurde der Homophobie geziehen und von ihrem Arbeitgeber im Shitstorm geopfert, worüber Don Alphonso in seinem FAZ-Blog den Kopf schüttelt.


Links der Woche am 16.05.2015, 14:06 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 20/15

Akademische Hybris: Von den soliden Altvorderen auf die Uni geschickt, kommt sich Janosch Siepen nun klüger als seine Eltern vor, wie er in der ZEIT gesteht. +++ Apropos Verwandtschaft: Die FAZ zeigt sich fasziniert von der Berliner Ausstellung „Kultur der Affen“, die mit Theorie und Kunst unser darwinistisches Selbstbild herausfordert. +++ Auch die NZZ beschäftigt sich näher mit der kartographischen Methodik von Emmanuel Todds Analyse der Franzosen, die im Januar bekannten, Charlie und also der Unterschicht überlegen zu sein. +++ Im Freitag reagiert Andrea Roedig auf die Sorgen des Literaturwissenschaftlers Manfred Schneider, die Geisteswissenschaften könnten durch den wachsenden Frauenanteil Schaden nehmen. +++ Der Spieltheoretiker Eyal Winter zeigt laut WELT in seinem neuen Buch, wie rational und effektiv sich das Gefühlswirrwarr von Liebe und Hass im Spiel des Lebens auswirkt. +++ Am 9. Mai ist der Begründer der Inkompetenzkompensationskompetenz Odo Marquard gestorben; der amtliche Nachruf kommt von Jürgen Kaube (FAZ), auch die NZZ lässt ihren Feu-Chef Martin Meyer auf Leben und Werk des Gießener Philosophen zurückblicken. +++ Unterwegs mit Michael Helming durch Königgrätz: Die Essayreihe ist auch eine Wanderung durch die Antiquariate und damit durch die Geistesgeschichte - und seit dieser Woche erhältlich als E-Book für 99 Cent.


Links der Woche am 09.05.2015, 13:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 19/15

Schneller, höher, weiter

Jan Heinemann unterhält sich auf dem Blog Zeit.Räume mit dem Soziologen Hartmut Rosa über Identität, Zeit- und Raumwahrnehmung in der von ihm diagnostizierten Beschleunigungskrise - und wie diese mit der ökologischen Krise zusammenhängt. (21.04.15)

Mit Hegel gegen den Kapitalismus

Der Standard spricht mit Slavoj Žižek über die nötige Rückkehr von Marx zu Hegel, da dessen pessimistische Sicht auf die Zukunft viel besser in unsere krisenhafte Moderne passt als der Fortschrittsoptimismus Marxens. Revolution ist jedenfalls nicht in Sicht. Ansonsten lobt Žižek frohgemut und schamlos den Deutschen Idealismus und einen eurozentrischen Philosophiebegriff. (03.05.15)

Subtraktion, Blockade, Widerstand

Das Unsichtbare Komitee ist mit seinem Resümee über den kommenden Aufstand zurück in den Medien, diese Woche in einem ZEIT-Interview, das sehr schön daher kommt: Denn die Fragen wurden konsequent allein mit Zitaten aus der Revoltegeschichte beantwortet. (08.05.15)

„Was kann man damit werden?“

Die ZEIT begleitet die 17-jährige Schülerin Gesine Hagmeister bei ihrem Probestudium der „vollen geisteswissenschaftlichen Dröhnung“ an der Uni Bielefeld. Dokumentiert werden die Einstiegstipps ins philosophische Studentenleben, die der Tutor aus der Philosophie-Fachschaft so auf Lager hat. (06.05.15)

Wer ist Charlie?

Die SZ berichtet über die französischen Nachwehen der Pariser Anschläge vom Januar 2015. So streitet sich die Republik u.a. darüber, ob Voltaire oder Rousseau das geeignete gedankliche Rüstzeug für den Weltbürgerkrieg liefert, und ob wirklich alle Solidaritätsbekundungen für Charlie Hebdo einen humanistischen Hintergrund haben. (06.05.15)

„mit Heidegger gegen Heidegger“

Per Leo berichtet für die FAZ von einer kritischen Tagung zu den „Schwarzen Heften“ Martin Heideggers an der Uni Siegen. Allerdings scheint das habermassche Motto „mit Heidegger gegen Heidegger“ im Streit der Kritiker_innen nicht ganz aufgegangen zu sein - oder in diesem Sinne gerade doch. (06.05.15)

Et cetera:

Falls Sie einen Einstieg in die laufende Debatte um Heideggers Schwarze Hefte brauchen, sei nochmals auf die ausführliche Nachlese bei Glanz & Elend verwiesen: Teil 1 und Teil 2; kurz zusammengefasst in Lichtwolf Nr. 46. +++ Ebenda bei Glanz & Elend bespricht Jürgen Nielsen-Sikora den Briefwechsel Theodor W. Adorno und Gershom Scholem 1939-1969, über dem stets der abwesende Freund Walter Benjamin schwebt. +++ Die taz unterhält sich mit der Kulturwissenschaftlerin Karin Harrasser über den philosophischen Kern von Science Fiction. +++ Georg Seeßlen macht sich in seinem Blog ausführliche Gedanken über Geld (als Zeit) verdienen, haben und ausgeben im Spiegel der modernen Arbeitswelt und der Rhetorik der Niedertracht; außerdem geht es um Ästhetik, namentlich um Lesbarkeit und Differenz in der Bildkunst.


Links der Woche am 02.05.2015, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 18/15

Dein Staat liebt dich!

Martha Nussbaums Buch „Politische Emotionen“ beschäftigt sich mit dem emotionalen Unterfutter, das politische Prinzipien erst wirksam macht. Der Staat soll sich darum kümmern, Begeisterung und Abscheu in sozial nützliche Bahnen zu lenken. Nussbaums liberaler Etatismus wirft für Freitag-Leser Gunnar Kaiser aber gravierende Fragen nach der Legitimität von Staaten überhaupt auf. (26.04.15)

Das neue Dagegen

Mit dem Kapitalismus des 21. Jahrhunderts kann die Linke wenig anfangen, beobachtet Felix Stephan in der ZEIT, und mit seinen Gegnern erst recht nicht. Die machen sich lieber mit neoliberalen Mitteln an die Arbeit der Weltverbesserung. Das ist noch lange nicht Fluxus, wie ihn der Freitag am Künstler Bazon Brock exemplifiziert, der seit den 60ern Systemsabotage durch Überaffirmation vormacht. Und Lennart Laberenz portraitiert ebd. die neuen politischen Protestformen, die der verschnarchten Kundgebung alter Schule den Rang ablaufen.

Zwischenstand beim Untergang der Geisteswissenschaften

Wissenschaftsverlage stehen seit geraumer Zeit als Absahner öffentlich finanzierter Forschungsergebnisse in der Kritik. Joachim Müller-Jung berichtet in der FAZ von einer Studie der Max Planck Digital Library, die fordert, künftig mehr in frei zugänglichen Open-Access-Zeitschriften zu publizieren. Andrea Roedig stellt im Freitag dagegen Michael Hagners Analyse zum Verschwinden des Buchs vor, wonach die Geisteswissenschaften durch Open Access eher bedroht als beflügelt würden, da auch hier längst die Großverlage mitmischen. Julian Nida-Rümelin sieht in der ZEIT die Geisteswissenschaften auf dem absteigenden Ast. Schuld ist jedoch vor allem die Bologna-Reform mit ihrer Orientierung an Ökonomie und Naturwissenschaften. Und sonst? Anlässlich seines Buchs über Digitalisierung unterhält sich die taz mit dem Soziologen Christoph Kucklick darüber, wie die Technik u.a. unser rationalistisches Selbstbild herausfordert.


Links der Woche am 25.04.2015, 14:17 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 17/15

Der Aufstand, der kam

2007 formulierte das Unsichtbare Komitee seine Thesen zum kommenden Aufstand, dann kam die Finanzkrise und jetzt zieht das anarchokommunistische Autorenkollektiv Bilanz, wie Florian Schmid im Freitag schreibt. Demnach hätten viele kleine Aufstände sich durch Kommunikation, Dezentralisierung und Solidarität ausgezeichnet, gleichwohl sei die große Revolution an ebenso vielfältigen Formen der Aufstandsbekämpfung gescheitert. (20.04.15)

Denken ohne Denker?

Ein vielleicht letztes Mal zu Heidegger, dessen Freiburger Lehrstuhl z.Zt. noch von Günter Figal besetzt ist, der in der NZZ schreibt, mit Abscheu und Beklemmung den kürzlich veröffentlichen Band der Gesamtausgabe gelesen zu haben, worin sich Heidegger als durch und durch eitler Altnazi zeigt. Bleibt die Frage: „Lassen sich die Gedanken von der Person des Denkers überhaupt trennen?“ (22.04.15)

Cyberwochen bei der ZEIT

Anlässlich von Alex Garlands Film „Ex Machina“ macht sich die ZEIT Gedanken über lebendige Technik. Theresia Enzensberger beschäftigt sich 30 Jahre nach Donna Haraways wegweisendem Aufsatz damit, warum weibliche Cyborgs in der Science Fiction durchweg sexualisiert daherkommen. Auf den aktuellen Forschungsstand in Sachen Künstlicher Intelligenz blickt Christoph Drösser und meint, dass Deep Learning der Schlüssel zum Erfolg ist - aber halt doch keine Cyborgs mit Geschlechtsteilen hervorbringen wird.

Bio- und Mathe-Interviews

Die ZEIT unterhält sich mit dem Biologen und Philosophen Andreas Weber darüber, was es heißt, lebendig zu sein und warum die sogenannten Lebenswissenschaften davon nichts wissen wollen. Mathematikprofessor Albrecht Beutelspacher gibt im FAZ-Gespräch einige Anregungen, wie seiner Disziplin im Schulunterricht der Ruch des Angstfachs genommen werden kann.

Bücher, Bücher, Bücher usw.

Die NZZ bespricht das Buch der Philosophin Susan Neiman, die der vom Konsumismus infantilisierten Gesellschaft mit Stoa, Kant und Rousseau das Erwachsenwerden lehren will. +++ Aus dem Göttinger Institut für Demokratieforschung kommt eine differenzierte, auf Interviews gestützte Analyse der PEGIDA-Bewegung, die im Freitag vorgestellt wird. +++ Andreas Wolf bespricht bei Glanz & Elend das neue Buch von Klaus Theweleit, das im Vernichtungslachen die Gemeinsamkeit von Breivik und den Mördern der SS sieht. +++ Die ZEIT rezensiert das Buch des Kulturhistorikers Peter Burke, der darin die Explosion des Wissens seit der Neuzeit plastisch nachzeichnet. +++ Das Anthropozän zeichnet sich durch ein menschgemachtes Massensterben aus, so die These von Elizabeth Kolberts Buch „Das sechste Sterben“, das in der WELT besprochen wird - ausnahmsweise mal ohne Rücksicht auf den BDI. +++ Apropos Biologie: Jürgen Kaube schreibt über die Folgen einer Polemik, die der Konstanzer Biologe Axel Meyer kürzlich in der FAZ wider seine faulen und betrügerischen Studenten gehalten hat.


Links der Woche am 18.04.2015, 14:18 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 16/15

Gut für den Menschen ist gut fürs Geschäft

Mark Siemons von der FAZ fragt sich, wer da eigentlich wen tödlich umarmt: der Kapitalismus den Buddhismus oder umgekehrt? Die EZB-Architektur orientiert sich am Ying-Yang, auf dem World Economic Forum wird meditiert, im Silicon Valley ohnehin: Die neue Spritualität dient zur Linderung der seelischen Verheerungen der Leistungsgesellschaft. (12.04.15)

Kulturtechnik des Schweigens

„Reden und Mitreden [sei] unser Daseinsprinzip schlechthin geworden“, meint Wiebke Porombka in der ZEIT und fände das nicht so schlimm, wenn dem ständigen Meinungsagen auch mal Denken vorangehen würde. Die Literaturgeschichte hält zum Glück manch Vorbild dafür bereit, aus dem technisch bedingten Äußerungszwang mittels Maulhalten auszusteigen, bis sich alle an Twitter und Kommentarbereiche gewöhnt haben werden. (16.04.15)

Wissen Wissenschaft Unwissen

Der große Gottfried Schatz misst die heutigen Universitäten an ihrem einstigen Anspruch, die kritische Vernunft zu fördern, und denkt darüber nach, was Wissenschaft und Forschung sein sollten und sind in einem nur noch auf Verwaltung und Ausbildung ausgelegten akademischen Umfeld. (17.04.15)

Die wöchentliche Heidegger-Kritik

Peter Trawny, Herausgeber von Heideggers Schwarzen Heften, plaudert in der NZZ aus dem Nähkästchen der bisherigen editorischen Praxis, die Corporate Identity Heideggers vor sich selbst zu schützen. Drei Autoren - darunter Emmanuel Faye - fassen für die taz die Spielarten des Antisemitismus zusammen, die sich im jüngsten Band der Heidegger-Gesamtausgabe zeigen. Cord Riechelmann hat sich ebd. dann noch einmal solo mit Heideggers „dreckigem Denken“ und seinem Einfluss auf die französische Nachkriegsphilosophie beschäftigt.

Materialien zur Sozialphänomenologie

Freitag-Community-Mitglied Regine Beyß fragt sich, wie ein junger Mensch herauskriegen soll, was er/sie wirklich will, wenn der Konsumismus darauf ausgelegt ist, strukturelles Nachdenken zu sabotieren. +++ Dietmar Dath gratuliert in der FAZ mit Michel Foucault und Thomas Kuhn dem Räuber- und Laserpistolenerzähler Erich von Däniken zum Achtzigsten. Fnord. +++ Der Psychologe Thomas Grüter fragt sich bei den Scilogs, wie gefährlich Verschwörungstheorien sind, deren Struktur immer gleich ist.

Et cetera:

Für Ihren Terminkalender: Machen Sie auf der Rücktour von der dritten phil.COLOGNE vom 27. Mai bis 3. Juni 2015 doch einen Umweg über Mainz und besuchen Sie den Lichtwolf auf der 23. Mainzer Minipressen-Messe vom 4.- 7. Juni 2015. +++ In der taz meditiert Beate Seel über die Farbe Grau, ohne die sehr gute gleichnamige Kölner Band zu erwähnen. +++ Aus Gründen der Corporate Identity sei noch verwiesen auf Stefan Willekes lebhaften ZEIT-Beitrag zur Rückkehr der Wölfe in deutsche Lande.


Links der Woche am 11.04.2015, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 15/15

Shitstorm philosophy-style

Nach wie vor beschäftigt Heidegger die Blätter. In der ZEIT nimmt sich Maximilian Probst der (weltweiten) Proteste gegen die Umwandlung des Freiburger Heidegger-Lehrstuhls an und führt die ganze Aufregung auf eine Verschwörungstheorie seines FAZ-Kollegen Jürgen Kaube zurück. (05.04.15)

Alles wird mehr oder gut

Die taz unterhält sich mit dem Politologen Claus Leggewie über Nutzen und Nachteil der ubiquitären Smartphones, an deren Verteuflung oder Anbetung sich ein antiquierter Fortschrittsbegriff zeigt. Stattdessen gilt es, Fortschritt auch moralisch jenseits der bloßen Quantität zu denken. (07.04.15)

Welt in Zahlen = Welt aus Zahlen

Noch ein interessantes Interview: Anlässlich seines neuen Buch unterhält sich die ZEIT mit dem Mathematiker und Physiker Max Tegmark, demzufolge „unser Universum eine mathematische Struktur ist“. Die Frage ist nur, ob das wirklich so ist, nur weil sich wirklich alles irgendwie mathematisch darstellen lässt... (08.04.15)

Alles Wichtige steht bei Ovid

Die globalisierte Bildungspolitik hält nichts mehr von alten Sprachen. Lateinisch und Alt-Griechisch seien aber nichts für ein paar Freaks, so Melanie Möllers Plädoyer in der FAZ, sondern zum einen Zugänge zum Grund des europäischen Selbstverständnisses, zum anderen Lehrmeister der Distanz und ihrer Überwindung mittels Geisteskraft. (09.04.15)

Außerdemchen:

Abermals Heidegger: Micha Brumlik hat für die taz auch den jüngsten Band der Schwarzen Hefte gelesen, in dem Heidegger den Holocaust relativiert und sich über Entnazifizierung, Christentum und Demokratie beklagt. +++ Und wieder ein praktischer Tipp für das rechnerische Wesen: Diesmal erfahren wir in der Mathe-Reihe der ZEIT, wie man auf die Schnelle die dritte Wurzel aus einer Zahl zieht. +++ Die NZZ resümiert einen Vortrag des Soziologen Heinz Bude über die Gesellschaft der Angst. +++ Die SZ stellt zwei Bücher von Marco Maurer und Julia Friedrichs zur sozialen Gerechtigkeit vor, die zum gleichen Schluss kommen: Es „ist egal, wie sehr man sich anstrengt. Am Ende zählt einzig die Herkunft.“ +++ Die WELT weist auf die Kasseler Ausstellung „Inhuman“ hin, auf der sich 15 „Post-Internet-Künstler“ mit dem Menschlichen und was davon übrig bleibt auseinandersetzen.



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