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Links der Woche

Die 10 häufigsten Stichwörter in dieser Rubrik:
1. Georg Seeßlen (68)
2. Martin Heidegger (56)
3. Slavoj Žižek (50)
4. Kapitalismus (40)
5. Peter Sloterdijk (38)
6. Hans Ulrich Gumbrecht (31)
7. Demokratie (25)
8. Donald Trump (24)
9. Künstliche Intelligenz (20)
10. Friedrich Nietzsche (19)

Links der Woche, rechts der Welt: Jeden Samstag Nachmittag empfiehlt der Lichtwolf die interessantesten Texte der Woche der Leserschaft zur Wochenendlektüre.


Es gibt in dieser Rubrik 354 Artikel auf 36 Seiten:

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Links der Woche am 29.07.2017, 15:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 30/17

Das Unbehagen in der Digitalkultur

Johan Schloemann hat für die SZ das Buch „Radical Technologies“ von Adam Greenfield gelesen, das ein unheimliches Bild von unserer Gegenwart zeichnet, die von Technologie gewordener Geheimwissenschaft durchdrungen ist. Und selbst die Fachleute und Netz-Utopisten haben keine Ahnung, was da passiert. (25.07.17)

Chancenungleichheit und Selektion

Ist die Idee der Meritokratie nur der Versuch einer ethischen Rechtfertigung der Ungleichheit? Das fragt sich Giorgio Fontana in der NZZ und erinnert bei aller Skepsis daran, dass es schon gut ist, wenn Aufgaben von denen übernommen werden, die die nötigen Fähigkeiten haben und darum eine gewisse Autorität genießen. (27.07.17)

Letzte Links der Woche

Die FR weist auf Hilal Sezgins Plädoyer für die Übernahme moralischer Verantwortung hin, das den schönen Titel hat: „Nichtstun ist keine Lösung“. +++ Abermals die FR zeigt sich fasziniert von Tom Theunissens philosophischem Dokumentarfilm-Essay über den „Menschen von morgen“, der heute Abend bei arte läuft. +++ In den USA wird an KIs gewerkelt, die Video- und Tonaufnahmen (noch bloß von Obama) beliebig verändern können, um den früheren US-Präsidenten mit „Videobeweis“ sagen zu lassen, was immer einem so einfällt. +++ Männer werden unter Stress eher prosozial, so eine Studie, über die im Wissensteil der FAZ glossiert wird. +++ Roman Bucheli schwärmt in der NZZ von der Lust, sich in Bücher zu verlieren und eben dadurch näher bei sich selbst zu sein.


Links der Woche am 22.07.2017, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 29/17

Affirmation statt Transformation

Vergangene Woche hielt Armin Nassehi die Linken für Phantasten mit Hang zum Autoritären, nun darf Stephan Lessenich sich in der ZEIT über die Pauschalisierungen und Vereinfachungen des Kollegen wundern und einiges über den Kapitalismus und die Linken klarstellen. (20.07.17)

Lukrez statt Frankenstein

Mary Shelleys Frankenstein gilt - sofern Faust nicht zählt - als das Buch über wissenschaftliche Hybris und nervt den Evolutionsbiologen Matt Ridley, wie er in der NZZ bekennt. Lieber ist ihm der nüchterne Optimismus des Lukrez, der en passant die moderne Physik, Chemie und Biologie vorwegnahm. (20.07.17)

Wann zu widerstehen ist

Anlässlich des 20. Juli hielt der frühere Innenminister Gerhart Baum eine Rede über Widerstandsrecht und -pflicht, die die FAZ abdruckt. Die junge Bundesrepublik behandelte den Widerstand als Verrat, schützte die Nazis, mit denen sich die meisten arrangiert hatten, und ignorierte die Opfer. Heute werden Grundrechte und Menschenwürde wieder in Frage gestellt. (20.07.17)

Spukhaus Amerika

H. P. Lovecrafts Werke sind längst gemeinfrei und ihr anhaltender Einfluss ist nicht zu unterschätzen, schreibt Adrian Daub in der NZZ und unterschlägt dabei nicht, welch ein unangenehmer Geselle Lovecraft war. Gerade seine Fremdenfeindlichkeit schlägt sich z.B. im Cthulhu-Mythos nieder, der darum in Trumps USA aktueller denn je ist. (21.07.17)

Das Weitere und Engere:

Jens Bisky rät in der SZ, die „Verfassungsschutzfolklore“ von der gemäßigten Mitte und den extremen Rändern links und rechts fahren zu lassen, da sie den Blick auf die politische Realität verstellt. +++ Die NZZ bespricht Fritz Breithaupts Buch über die dunklen Seiten der Empathie sowie Steffen Maus Buch wider die Quantifizierung des Sozialen. +++ Haben Sie eigentlich schon ein Lichtwolf-Abo?


Links der Woche am 15.07.2017, 14:17 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 28/17

Warum werden sie so gehasst?

Henrike Schirmacher widmet den oft als Flugratten verunglimpften Stadttauben in der FAZ einen sehr interessanten und bisweilen wenig mitfühlenden Text, in dem es u.a. über den Zusammenhang zwischen dem von Denkmalschützern gefürchteten Taubenkot und unserer Diät sowie über den zwischen urbaner Umgebung und Tierbild geht. (11.07.17)

Wo ist noch Intellektuellenbuch?

In der NZZ fragt sich Jan Söffner, warum immer weniger Menschen der Aufforderung eines gedruckten Buchs nachkommen, sich Zeit dafür zu nehmen, und lieber schnell das Internet bemühen. Söffner vermutet, die intellektuell hungrigen Leser seien einfach zu oft enttäuscht worden von Büchern, die bloß als Forschungsbeleg veröffentlicht wurden, und gibt Tipps, wie im 21. Jahrhundert Denkabenteuer zu schreiben wären. (12.07.17)

Du wirst, was du studierst.

Was macht das Studienfach aus einem Menschen? Das hat sich Samuel Kramer für das Uni-Blog der FAZ gefragt und mit drei jungen Studenten unterhalten: Die Medizin-, Jura- bzw. Soziologiestudenten bestätigen so manches Klischee über ihre Fächer und überlegen, woran das wohl liegt. (13.07.17)

Vor der Komplexität kapitulieren

Nach dem G20-Gipfel vorige Woche zeigt Armin Nassehi in der ZEIT Verständnis für die Polizei und denkt über die Atrraktivität politischer Gewalt nach. Die Linke hat es leicht, weil sie - anders als die Rechte - sympathische Forderungen stellt, darum nicht über den Weg zu ihrer Erfüllung nachdenken kann und ergo latent autoritär ist, während „es der globalisierten Welt noch nie so gut ging wie heute.“ (13.07.17)

Mit Trump gegen Trump?

Naomi Klein hat jüngst ein Buch darüber geschrieben, wie es zu Trump kam und was wir jetzt tun müssen. Tim Adams portraitiert im Freitag die prominente Vordenkerin der US-Linken, die den Aktivismus wieder cool machen will und aus deren früheren Veröffentlichungen Trump scheinbar viel gelernt hat. (14.07.17)

Was man so alles lesen kann

Die taz ist ziemlich enttäuscht von Peter Sloterdijks lieblos zusammengestellter Essaysammlung „Nach Gott“. +++ Bei Glanz & Elend werden besprochen sowohl Manfred Geiers Doppelbiographie „Wittgenstein und Heidegger“ als auch Andreas Urs Sommers Essay gegen den moralischen Relativismus. +++ Die NZZ zeigt sich sehr angetan von Ralf Konersmanns „Wörterbuch der Unruhe“, das diese als Zeitphänomen aus philosophischer Distanz analysiert. +++ Die SZ stellt Julian Nida-Rümelins Lob der Grenzziehung - im Privaten wie im Staatlichen - vor, dass da lautet: „Herzlich willkommen, aber...“ +++ Bini Adamczaks Büchlein „Communism for Kids“ gilt der Rechten in den USA als Beleg für die Perfidie ihrer imaginierten Feinde: Die SZ erklärt, worum es in der vermeintlichen Indoktrinationsfibel wirklich geht. +++ Uwe Justus Wenzel denkt in der NZZ anlässlich von Jason Brennans Buch „Against Democracy“ über die schillernde Vielfalt von Willensbekundungen nach, die in der Demokratie als vox populi laut wird.

Henry David Thoreau zum 200.

Die FR würdigt Henry David Thoreau zu seinem 200. Geburtstag und bringt neben einem Portrait auch eine Liste von Neuerscheinungen zu dem Waldgänger. Die taz bespricht Frank Schäfers Thoreau-Biographie und die WELT überlegt, wie Thoreau zu Obama und Trump stehen würde...

Et cetera:

Die Soziologie hat ein ähnliches Problem wie die Philosophie: Im Studium lernt man nur, wie man das Fach lehrt. Einige Soziologen wollen diejenigen Absolventen, die es nicht auf einen Lehrstuhl schaffen, als professionelle Gesprächspartner arbeitsmarktfähig machen, wie die FAZ meldet. +++ Die FAZ berichtet außerdem von einer Tagung in Jena über die linken Wurzeln des Faschismus und rechtspopulistische Erfolge unter Arbeitern und Arbeitslosen. +++ Kognitive Verzerrung: Telepolis schreibt über eine Studie, wonach in den USA über muslimische Attentäter fast fünf Mal so ausführlich berichtet wird wie über nicht-muslimische. +++ Womöglich kennen Sie das Selfie des Schopfmakaken-Weibchens auch aus Lichtwolf Nr. 51, wo es Marc Hieronimus’ Essay über die narzisstische Massenpsychose unserer Tage einleitete. Ebenso womöglich muss das Photo in den noch unverkauften Ausgaben bald geschwärzt werden, denn die Tierrechtsorganisation Peta will den Streit darum, wer das Urheberrecht an dem Bild hat - die Makakendame oder der Besitzer des Photoapparats - ein für alle Mal klären, wie die FAZ meldet. +++ Heute Abend ab 23:05 Uhr gibt es im Deutschlandfunk die Lange Nacht über Walter Benjamin.


Links der Woche am 08.07.2017, 12:58 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/17

Der Konvertiteneifer gewendeter Linker

Nicht selten werden Linke irgendwann zu besonders eifrigen Rechten, wie Georg Seeßlen bei Getidan an diversen Beispielen aufzeigt, um sodann in neun Thesen über diese „diskursive Binnenmigration“ und die Fluchtgründe nachzudenken: Männerphantasien vom heroischen Opfer-Status, völkische Altlasten, eine „Störung ihrer inneren Geschlechterordnung“, das Scheitern an einstigen Idealen, Aufmerksamkeitsökonomie... (01.07.17)

„Bocksgesang von links“

Thomas Assheuer blickt in der ZEIT auf die vielfältige Szene derer, die gerade in Hamburg gegen den G20-Gipfel demonstrieren. Er sieht die Kapitalismuskritik gespalten in Reformer und Apokalyptiker, deren Theorie-Helden Badiou und Žižek sind und deren (auch bei der Neuen Rechten beliebte) Dekadenzphantasien auf offene Ohren stoßen, weil der Liberalismus eisig schweigt. (05.07.17)

Auschwitz und das gar nicht ewige Deutschtum

Die FAZ bringt Navid Kermanis lange Rede darüber, dass eine Einbürgerung hierzulande auch bedeutet, die Verantwortung für den Holocaust mitzutragen, wie er es bei einem Besuch in Auschwitz als Deutscher erlebte. Von hier aus stellt er faszinierende Überlegungen dazu an, was die hiesige Erinnerungskultur in Wirklichkeit, d.h. im demographischen Wandel und vor ihrem historischen Hintergrund, heißt. (07.07.17)

Vergnügtes Kind des Sonnenaufgangs

Dieter Thomä würdigt in der NZZ Henry David Thoreau zum 200. Geburtstag und stellt ihn als schrägen Eigenbrötler, asexuelles Faktotum, Hoffnungsträger für Trumpistan und Begründer des „amerikanischen Transzendentalismus“ vor, der uns Hingabe an die Welt, zivilen Ungehorsam, Kommerzkritik und Extravaganz lehrt. (08.07.17)

Neue Bücher

Zu seinem 70. Geburtstag gönnt sich Peter Sloterdijk den Essayband „Nach Gott“, der laut der Rezension im Standard so elitär gehalten ist, wie der Titel verspricht. +++ Bruno Latour hat acht Vorträge über die Menschheitsaufgabe gehalten, den Klimawandel zu bewältigen; das Buch, in dem sie versammelt sind, wird im Freitag trotz seiner religiösen Untertöne gelobt. +++ Die NZZ weist auf den von den Wirtschaftsethikern Michael S. Assländer und Bernd Wagner besorgten Sammelband mit Texten zur Philosophie der Arbeit hin.

Außerdemos von Sonstnochos:

Philosophiegeschichtliche Überlegungen zum Wesen der Materie können auch heutige Chemiker noch viel lehren, glossiert Sibylle Anderl in der FAZ. +++ Andrian Kreye macht sich in der SZ Gedanken über die Innovationseuphorie Silicon Valleys im Gegensatz zur europäischen Skepsis gegenüber dem Internet als Weltverbesserungsmaschine, die ein besseres Internet hervorbringen könnte. +++ Komisch, aber unironisch: Marc Hieronimus’ Buch über die Décroissance-Bewegung und den Schritt zur Seite gibt es nun auch als E-Book. (Den aktuellen Lichtwolf über Wurst übrigens auch.)


Links der Woche am 24.06.2017, 14:50 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 25/17

Menschsein verpflichtet

„Warum soll ich mich um andere Menschen kümmern? Allein deshalb, weil sie meine Mitmenschen sind“, so hebt Klaus Bartels in der NZZ an, um erstmal auf die antike Globalisierung zurückzublicken, als von der Stoa erstmals die Idee der Menschheit gedacht wurde, aus der sich ein das Eigene und das Fremde überschreitendes Gemeinschaftsgefühl und moralische Verpflichtungen ergeben. (24.06.17)

Unn sünst?

Wie man sich in einer Gesellschaft begrüßt, ist eine ziemlich heikle Sache; Tilman Allert zeigt das in seiner Studie „Der deutsche Gruß“, die von der FAZ vorgestellt wird. +++ Die WELT präsentiert uns Wilhelm von Humboldt als einen frühen Prototyp der Generation Y, die die Selbstverwirklichung vor den Karrierismus stellt. +++ Nicht das Staunen, sondern Scheitern und Sinnkrisen stehen am Anfang des aussichtslosen Unterfangens namens Philosophie, wie Helmut Holzhey in seinem Büchlein über Erfahrungen an den Grenzen philosophischen Denkens schreibt, das die NZZ rezensiert. +++ In Zukunft werden Wahlkämpfe eher noch mehr durch digitale Schweinigeleien wie Fake News und Bot-Netze beeinflusst, so eine Studie des „Oxford Internet Instituts“ über automatisierte Propaganda, über die die FAZ informiert. +++ Kein Problem, meint man dagegen in einer anderen Ecke Oxfords: „Fake News“ könnte dem Journalismus zu einer Renaissance und neuem Ansehen verhelfen, mutmaßt der „Digital News Report“, über den die WELT berichtet. +++ Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat eine Ethik-Kommission eingesetzt, um moralische Dilemmata des autonomes Fahrens zu erörtern; ihr Bericht liegt nun vor, wie die taz meldet. +++ Der neue Lichtwolf ist da, es geht um die Wurst.


Links der Woche am 17.06.2017, 20:06 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 24/17

Angst essen Demokratie auf

Bernhard Wiens hat bei Telepolis einige Betrachtungen zum Zusammenhang von Angst und Politik aus wahrlich unheimlichen Zeiten zusammengestellt. Allen voran Franz L. Neumann wies nachdrücklich darauf hin, dass Demagogen nur auf den richtigen Moment warten, um das neurotische Unbehagen des modernen Massemenschen in die blinde Tat umzusetzen. (15.06.17)

Digitale Erkenntnistheorie

Ein Roman über Platons Zeitreise ins Google-Hauptquartier und ein Essay über die unterschätzte Bedeutung von Information lassen Adrian Lobe in der NZZ darüber sinnieren, was Wahrheit, Ethik, Philosophie überhaupt im digitalen Zeitalter bedeuten. (16.06.17)

Antike Demagogen

Nochmal Demagogie: Der Althistoriker Stefan Rebenich blickt in der NZZ auf antike Vorbilder heutiger Populisten und Demagogen wie Kleon und die Gebrüder Gracchus zurück. Schon damals sorgten ökonomischen Unwuchten und eine doofe Plebs für den Aufstieg der Volkstribune, deren Amtsführung mehr Schaden als Nutzen anrichtete. (17.06.17)

Neue Bücher

Die FR bespricht die Edition von Victor Klemperers Briefen, die seinen Tagebücher manch zusätzlichen Farbtupfer verleihen. +++ Außerdem stellt die FR Manfred Geiers Doppelbiographie über Wittgenstein und Heidegger vor. +++ Die NZZ rezensiert Beate Rösslers Buch über das unerreichbare Ideal der Autonomie in der Moralphilosophie. +++ Die taz findet, dass man viele rhetorische Kniffe aus Daniel-Pascal Zorns Logikanleitung für Demokraten auch auf sie selbst anwenden kann. +++ Ulrich Brand und Markus Wissen gehen über die Kritik an Greenwashing und maßlosem Konsum hinaus, indem sie den Wahnsinn der imperialen Lebensweise aufzeigen. Der Freitag stellt ihr gleichnamiges Buch vor.

Sonstiges:

Tiere soll man nicht ärgern. Wem das mangels sittlicher Vernunft nicht einleuchtet, den mag überzeugen, wovon die SZ berichtet: Tiere merken sich, wer gemein zu ihnen ist. +++ Der gute alte Cyberspace ist längst auch Kampfzone des Militärs, friedensethische Fragestellungen bleiben hier aber noch unberücksichtigt, wie die taz moniert. +++ Serwus i bims! Was ist das für 1 Sprache vong Internet her? Die WELT erklärt es den stauenden Social-Media-Laien. +++ Marie Mohrmann (sic!) verteidigt im Freitag die zuletzt umstrittenen Critical-Whiteness-Ansätze, indem sie beschreibt, wo diese sinnvoll sind und wo sie eher im Hintergrund bleiben sollten. +++ In zwei Wochen ist Mainzer Minipressenmesse! Jetzt schon einmal die Zugfahrt planen und - um gebührenden Lesestoff zu haben - den Lichtwolf abonnieren, damit sie unterwegs das in drei Tagen in die Briefkästen kommende Heft zum Thema Wurst schmökern können.


Links der Woche am 10.06.2017, 15:32 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 23/17

Universalistisch oder autoritär?

Es ist still geworden um den Akzelerationismus, der vor einer Weile als neuer heißer Scheiß der Philosophie gefeiert wurde. Hannes Stein malt sich in der WELT einen Film über die Cybernetic Culture Unit aus, der diese Denkbewegung entsprang, die ihren Marx schon ganz richtig verstanden hat und heute in einen linken und rechten Flügel zerfallen ist. (05.06.17)

Selbst ist die Frau!

Was macht frau, wenn die Umwelt mit Fragen nach dem Hochzeitstermin nervt, man aber niemanden zum Heiraten findet? Frau ehelicht sich selbst! Über die seltsamen Motive hinter einer Hochzeit und über die „Sologamie“ zwischen Hashtag-Feminismus und Kampf um Selbstliebe schreibt Elvia Wilk in der ZEIT. (07.06.17)

E falso sequitur evaluatio

Für Telepolis unterhält sich Ulrich Herb mit der Wissenschaftsforscherin Terje Tüür-Fröhlich über Zitationsdatenbanken, die als objektives Maß für gute Forschung gelten, aber voller banaler Namensfehler sind, wie sie am eigenen Leib erfahren musste und ein in Anbetracht der Evalutionswut überraschend spannendes Dissertationsthema darin fand. (08.06.17)

Brexit als antiker Hoffnungsschimmer

Wankelmütig sei die Gunst des Volkes, ob nun im antiken Griechenland oder beim Brexit, die der Althistoriker Egon Flaig in einem Vortrag zusammendenkt, wie Patrick Bahners in der FAZ schreibt. Volkssouveränität sei gut und schön, wenn sich die Leute denn tatsächlich als die Verantwortlichen für ihre Gesetzgebung empfinden könnten. (08.06.17)

Für einen Patriotismus neuer Art

Die NZZ beschäftigt sich an diesem Samstag ausgiebig mit dem Thema Migration. Johan Rochel lädt zu einem Rawlschen Gedankenexperiment ein, das von Joseph Carens adaptiert wurde: Welche Migrationsregeln würden wir wählen, wenn wir nicht wüssten, in welchem Land wir leben werden? Die bestehende Politik jedenfalls nicht und schon gar nicht ohne Rechtfertigungsdruck. (10.06.17)

(Mehr zum Argument für offene Grenzen nach Rawls gibt es mit vielen interessanten Links hier.)

Meinung triumphiert über Expertise

Zur populistischen Wissenschaftskritik formiert sich Widerstand in Form einer neopositivistischen Wissenschaftshörigkeit, beobachtet Klaus Benesch bei Telepolis. Besonders der geisteswissenschaftliche Relativismus wird von Wissenschafts- und Expertenfeinden instrumentalisiert, während auf der anderen Seite neoliberale Hochschulpolitik die Glaubwürdigkeit von Wissenschaft und Forschung untergräbt. (05.06.17)

Außerdemchen:

Bei Glanz & Elend bespricht Jürgen Nielsen-Sikora ein philosophisches Lesebuch mit Texten über die Arbeit von Hesiod über Hegel bis Honneth. +++ Tobias Albrecht weist im theorieblog auf Grit Straßenbergers nicht mehr ganz neue Einführung in Hannah Arendts Denken hin und macht sich dabei Gedanken über die schwierige Rezeption ihres philosophischen Werks. +++ Die NZZ stellt Daniel-Pascal Zorns Anleitung „Logik für Demokraten“ dem Klassiker „Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren“ von Hubert Schleichert gegenüber. +++ Vom 29. Juni bis 2. Juli 2017 findet in der Mainzer Rheingoldhalle die 24. Internationale Buchmesse der Kleinverlage und Handpressen statt. Der Eintritt ist frei und der Lichtwolf ist auch am Start. Also planen Sie ruhig schon mal Ihren Mainztrip!


Links der Woche am 03.06.2017, 14:39 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 22/17

Skynet rising

Beim Thema autonomes Fahren tun sich schon ethische Abgründe auf, wie „intelligente“ Technik z.B. mit dem Trolley-Problem umgehen soll. Florian Rötzer berichtet auf Telepolis vom aktuellen Sachstand im Pentagon, wo man glaubt, das Wesen des Krieges mittels Kampfmaschinen zu ändern, die im Übrigen nun vielleicht doch selbstständig über Leben und Tod entscheiden dürfen. (01.06.17)

Alles Kommunisten!

Manchmal hilft der Blick ins Ausland, um zu verstehen, was läuft: Der gebürtige Pole Matthias Nawrat schreibt in der ZEIT über den Rechtsruck in seinem Geburtsland nebenan. Den Siegeszug der Nationalkonservativen erklärt er mit dem besonderen Kapitalismus in Osteuropa, aber auch mit der Auseinandersetzung mit dem Kommunismus nach der Solidarno??. (02.06.17)

Bücher, Bücher, Bücher

Bei Spektrum wird Bernulf Kanitschneiders „Kleine Philosophie der Mathematik“ empfohlen, die zeigt, wie real und realistisch die Wunder der Mathematik sind. +++ Andreas Bummel und Jo Leinen fordern am Ende einer Geschichte der Demokratie von der Stoa bis Kant die demokratische Weltregierung - die taz ist von ihrem utopischen Sachbuch sehr angetan. +++ Die NZZ bespricht zwei Titel zum/über den „unzeitgenössischen“ Gegenwartskritiker Charles Péguy (1873–1914), auf den sich in Frankreich linke wie rechte Autoren gleichermaßen beziehen. +++ Außerdem findet die NZZ zumindest die erste Hälfte von Mathias Schreibers Essay über den Verrat, den Verräter und deren moralische Ambivalenz (von Prometheus bis Snowden) sehr lesenswert. +++ Ausführlich bespricht Bruno Heidlberger bei Glanz & Elend Volker Weiß’ Studie über die Neue Rechte und ihre autoritäre Revolte.

Das Weitere und Engere:

Von wegen „Skynet rising“ (s.o.): In der FAZ geht es um ein Frühwarnsystem der Bertelsmann-Stiftung, mit dem Künstliche Intelligenz darauf überprüft werden kann, ob und wie man ihr im Ernstfall Einhalt gebieten kann. +++ Reza Jafaris Theaterstück „Heiliger Krieg“ beschäftigt sich an einer Stelle damit, dass Islamisten und Rechte nicht akzeptieren wollen, wenn Menschen, anders sind; was einen lokalen AfD-Politiker Drohmails ans Ensemble schreiben lässt, wie die taz berichtet. +++ Der Biologe Peter Spork berichtet in der FAZ von Studien zur Epigenetik, die die umstrittene These von der Vererbbarkeit von Umweltanpassungen bestätigen. +++ Alain Claude Sulzer erzählt in der NZZ mit ungebrochener Begeisterung von seiner Bibliomanie. +++ Im Uniblog der FAZ geht es darum, wie schwer es trotz der hohen Abbrecherquoten ist, ein Studium, zu dem man nicht passt, vorzeitig zu beenden. +++ Lichtwolf Nr. 58 zum Thema Wurst (u.a. bibliomane Wurst) ist im Druck und für ein schönes Abonnement braucht man keinen Studienabschluss.


Links der Woche am 27.05.2017, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 21/17

Aus Freude am Trollen

Für die ZEIT hat sich Francesco Giammarco mit einem 18-jährigen getroffen, der als Troll seinen Hass ins Internet kippte und nun den Ausstieg aus einer Szene versucht, die in den USA eng mit der Alt-Right-Bewegung verbunden ist und ihre Hetze gegen Fremde und pro Trump betreibt. (23.05.17)

Bildungserfolge sind nicht messbar

Wettbewerb ist das Zauberwort der Ökonomen auch in der Bildungspolitik. André Kieserling stellt in der FAZ die Fundamentalkritik des Bamberger Soziologen Richard Münch an dieser Haltung vor, die nichts von den unüberschaubaren Faktoren wissen will, die zu daher kaum vergleichbaren Lernerfolgen beitragen. (23.05.17)

Der Penis war’s!

Ein Philosoph und ein Mathematiker haben den Sokal-Hoax wiederholt, wie Telepolis meldet: Sie konnten einen postmodernen Quatschtext in einem Open-Access-Journal mit Peer-Review-Verfahren unterbringen. Auch die SZ schüttelt den Kopf: Der überelaborierte Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und dem Penis als sozialem Konstrukt in der „prä-post-patriarchalischen Gesellschaft“ zeige, dass gerade in den Gender Studies alles veröffentlicht wird, solange es mit Zitaten von Judith Butler und dem fachtypischen Jargon aufgeladen ist.

afd-ostfriesland.de

Anfang Mai hat der catware.net Verlag, in dem auch der Lichtwolf erscheint, die zum Verkauf stehende Domain www.afd-ostfriesland.de erworben. Zwei Wochen gingen ins Land, bis der hiesige zerstrittene AfD-Ortsverband bemerkte, dass die geschassten Vorgänger ihre Domain in die freie Marktwirtschaft zurückgegeben haben (bzw. „in die Hände des politischen Gegners fallen“ ließen). Erst rief die neugierige Lokalpresse hier an, dann machte die Geschichte die große Runde: der NDR und die taz berichteten, alsbald folgten diverse Blogs.

Bücher und so weiter

Nach dem islamistischen Anschlag auf ein Popkonzert in Manchester denkt Maike Brülls in der taz über das ambivalente Verhältnis des IS zum Pop nach. +++ Die FAZ stellt eine Studie von US-Wissenschaftlern vor, die untersucht haben, wie wir uns z.B. bei Kaufentscheidungen von den Erwartungen anderer beeinflussen lassen. +++ Der Freitag weist auf Hans Blumenbergs „Schriften zur Literatur 1945 – 1958“ hin, in denen es immer auch um ihren Autor selbst geht. +++ Die NZZ bespricht ein Büchlein von Peter Schäfer über Gottesvorstellungen in der jüdischen Antike, die zeigen, dass der Monotheismus nicht selbstverständlich ist. +++ Paul Jandl freut sich in der NZZ über eine Renaissance der Utopie in der deutschsprachigen Literatur und stellt einige Titel vor.


Links der Woche am 20.05.2017, 14:01 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 20/17

Check mal deine Privilegien!

Wer als deutsches Weißbrot afrikanische Gerichte kocht, macht sich der „kulturellen Aneignung“ schuldig: Leander F. Badura beschäftigt sich im Freitag mit „Critical Whiteness“ als neuem antirassistischen Blockwartdenken, das auch und besonders innerhalb von emanzipatorischen Bewegungen zu ständig neuen Vorwürfen und Defamierungskampagnen führt, erst recht wenn keine „Trigger-Warnungen“ vorausgeschickt wurden. (17.05.17)

Nichts darf man, außer alles!

Der Berliner Historiker Jörg Baberowski wird von einer trotzkistischen Gruppe als Kulturrassist stigmatisiert. Im Interview mit der NZZ wehrt er sich gegen die Vorwürfe und sieht vielmehr bestimmte Einwandergruppen von Kulturrassismus geprägt. Nicht fehlen darf dann noch die ausführliche Klage, rechts des linksgrünen Mainstreams sei nichts mehr erlaubt. (20.05.17)

Et cetera:

Die FAZ gratuliert zwei Denker(innen) zum 70. Geburtstag, nämlich der „linken Aristotelikerin“ Martha Nussbaum und dem Genusssoziologen Tilman Allert. +++ Die NZZ wiederum schreibt einen Nachruf auf den Vordenker der Diskursethik, Karl-Otto Apel, der mit 95 Jahren gestorben ist. +++ Mladen Gladi? und Christine Käppeler zeichnen im Freitag nach, wie Bini Adamczaks Büchlein über Kommunismus im Kinderzimmer aus Münster seinen Weg zum US-Hassvulkan Breitbart fand (und bald auch den hiesigen Neurechten den Schaum vor den Mund treiben wird). +++ Die FR empfiehlt Jörg Schneiders Ratgeber „So werde ich Nazi - Welcher Extremismus passt zu mir?“. +++ Die SZ portraitiert den NATO-Informatiker Brad Bigelow, der auf seinem Blog Neglected Books Bücher bespricht, die einst (oder auch nie) erfolgreich waren und heute vergessen sind.



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Lichtwolf Nr. 58 (2/2017), Juni 2017

Titelthema: Wurst

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Marc Hieronimus: Der Schritt zur Seite

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David Hume: Von der Regel des Geschmacks

David Humes Essay über die Ästhetik „Von der Regel des Geschmacks“, von Martin Köhler neu übersetzt: als Taschenbuch beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 6,80 € - sowie als E-Book für Kindle oder im epub-Format für bloß 2,99 €.



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