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Lichtwolf Nr. 56 (4/2016)

Erschienen im Dezember 2016, Titelthema: Gebäck


Lichtwolf Nr. 56 (4/2016)

112 winterlich gemütliche Seiten übers Gebäck, allen voran das Brot, sowie Bier, Kekse, Torten, Postfaktizität, Spinnen und Sokrates im Krieg.

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Lichtwolf Nr. 56 (4/2016) ist auch als DRM-freies E-Book zum Preis von nur 3,99 EUR erhältlich:


„Kiek mol, watt is de Himmel so rot? / Dat sünd de Engel, de backt das Brot / De backt den Wiehnachtsmann sien Stuten / för all de lütten Leckersnuten“, so reimt man im Ostfriesischen angesichts winterlicher Sonnenuntergänge, die Lust aufs Verweilen vorm warmen Ofen machen. Aus dem heraus kommt das heimelige Titelthema dieser Ausgabe. Marc Hieronimus verknüpft zum Start Croissants und Décroissance bzw. würdigt das Gebäck schlechthin: Ums Brot nämlich bzw. den in der Nachkriegsliteratur verarbeiteten Mangel daran geht es bei Stefan Rode. Literarische Untersuchungen stellt auch Denise Scheck über eine vergessene Gebäck-Erzählung an.
Anstatt, dass wir uns lang mit den teutonischen Redewendungen rund ums Gebäck aufhalten („jmd. auf den Keks gehen“, „einen weichen Keks haben“, „Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause.“), geht es sogleich in die Praxis: Michael Helming meditiert über die drei Aggregatszustände, in denen die Grundnahrungsmittel Brot und Bier vorkommen – mitsamt Anleitung für Pfannenbrot und Heimbier. Ein Rezept für Haschkekse gibt es hier nicht, aber eine Untersuchung des Kekswichsens durch IPuP-Press; wesentlich appetitlicher befasst sich Martin Köhler in seiner Kolumne mit Keksen und Leibniz. Bdolf steuert neben seinem Propädeutikum und der kindgerechten Darstellung der Transsubstantiation auch eine Würdigung der Bäckerblume bei, während Schneidegger mit dem Aufstieg von Backshops und Unverträglichkeiten sowie dem Niedergang des Bäckereiwesens den der Zivilisation überhaupt verbindet. Den religionsbedingten Verzicht auf Schwarzwälder Kirschtorte nimmt Osman Hajjar zum Anlass für eine Auseinandersetzung mit Diät, Opfer und Verzicht allgemein. Theologisch wird auch Redaktionspraktikant Filbinger, der sich mit der schwäbischen Seele als Gebäck sowie als Ziel satanisch-musikalischer Verführungskünste beschäftigt. Wolfgang Schröder zuletzt denkt über buchstabenförmige Teigwaren nach und was sie über Produktion, Präsentation und Rezeption von Texten verraten. Zwischendrin geht es in Miniaturen um das Gebäck in der Weltgeschichte.

Der hintere Teil des Heftes umfasst wieder einige tragbare Gedanke, Rezensionen und Aphorismen sowie das neue, ausführliche Editorial. Außerdem stellt Marc Hieronimus die Spinne als Viehlosovieh vor, Bernhard Horwatitsch macht sich Gedanken über das ethische Missverständnis von Soft Skills als Werten an sich und Schneidegger befasst sich mit der Postfaktizität und dem Anteil der Philosophie daran. Georg Frost zu guter Letzt beschäftigt sich in der Rubrik „Philosophen in Uniform“ mit Sokrates im Peloponnesischen Krieg. Die Illustrationen dieser Ausgabe stammen von Frost, Marc Hieronimus, Andy Singer, Patrick McGrath Muñiz, Renate von Charlottenburg und aus dem Simplicissmus.

aus dem Inhaltsverzeichnis:

S. 005 (Lebenswelt):
Propädeutikum und Prolegomena zum Thema Gebäck

10 Thesen zum Thema Gebäck, der Jugend zum Geleit gegeben.
von Bdolf

S. 006 (Lebenswelt):
Unser täglich Brot

Wenn zu Weihnachten vegane Powerfood-Kekse mit Uromas Schmalzgebäck um die Gunst der Gaumen wetteifern und an gewissen Abenden selbst die Engel Plätzchen zu backen scheinen, vergessen wir gern die Mutter aller Backwaren.
von Marc Hieronimus

S. 014 (Der Lichtwelpe):
Der Lichtwelpe: Transsubstantiation

Die 9-jährige Katharina-Marie-Jolie spielt gern Backebackekuchen im Sandkästle und versteht nicht, wieso Sandkuchen das eine, Sandkuchen aber das andere ist. Onkel Bdolf weiß theologisch fundierten Rat!
von Bdolf

S. 016 (Lebenswelt):
Aggregatzustände eines Grundnahrungsmittels

Seit Jahrhunderten bilden Brot & Bier eine Einheit, ein dynamisches Duo wie Batman & Robin. Dabei sind sie gesund wie Aronal & Elmex und erbaulich wie Laurel & Hardy. Sind Brot & Bier überhaupt zwei verschiedene Dinge?
von Michael Helming

S. 028 (Kultur(terrorismus)):
Gebäck in bleierner Zeit

Beitrag aus der Reihe "Die unbedeutendsten Denker der Geschichte" über eine zu Unrecht vergessene Erzählung der zu Unrecht vergessenen rheinischen Autorin Luzie Tykwer (1915-1996).
von Denise Scheck

S. 030 (Kultur(terrorismus)):
Die Inflation der Rundstücke

Brot spielte in den Hungerjahren nach dem Zweiten Weltkrieg eine überlebenswichtige Rolle, auch in der Literatur, die das Lebensmittel sowohl konkret als auch symbolisch behandelte. Eine Auflese der Brotkrumen bei Böll und Borchert
von Stefan Rode

S. 036 (Kultur(terrorismus)):
Life and Times of the BÄCKERBLUME™

Die Stimme der Vernunft aus der Backstube: Eine Würdigung der Apotheken-Umschau mit Geschmack
von Bdolf

S. 037 (Lebenswelt):
Stufen zum Nichts: Gebäck

Erwägungen über Leibniz und die Namenspolitik einer Hannoveraner Keksfabrik
von Martin Köhler

S. 038 (Lebenswelt):
...versteckte Schweine

Jede Religion verlangt den Gläubigen Opfer ab, unter denen der Verzicht auf Schwarzwälder Kirschtorte noch der harmloseste und am wenigsten moralisch zwiespältige ist. Ein Essay über islamische Opferethik
von Osman Hajjar

S. 048 (Sozialphänomenologie):
Das Weißen des Kekses

Ist das wirklich nur ein urbaner Mythos? Jeder hat schon mal davon gehört, aber gemacht hat es anscheinend noch keiner: Kekswichsen.
von IPuP-Press

S. 050 (Kultur(terrorismus)):
Geschmacksfragen des Seelen(ver)käufers

Auch wer sich keine Gedanken über den Preis der Seele macht, muss früher oder später mit süddeutschem Nassgebäck und einem drollig-peinlichen Sachbuchklassiker rechnen.
von Filbinger

S. 058 (Sozialphänomenologie):
Back to the future

Die Backfactory in Zeiten der Lebensmittelunverträglichkeiten als Anfang vom Ende der Zivilisation überhaupt
von Timotheus Schneidegger

S. 060 (Philosophistik & Misosophie):
Bedruckte T-Shirts und Buchstabennudeln

Seit einem halben Jahrhundert zieht man sich Botschaften über den Rumpf. Texte werden lang und breit ent- und verfremdet und zum Reklamewerkzeug verdinglicht, was dem spielerischen Wesen der Sprache keinen Abbruch tut.
von Wolfgang Schröder

S. 070 (Philosophistik & Misosophie):
Der tragbare Gedanke 56

Kleine Texte zum langen Nachdenken nach kurzem Lesen.
von Bdolf, Filbinger, Jean-Baptiste O´Lebigmac, Michael Helming, Timotheus Schneidegger, Wolfgang Schröder

S. 073 (Lebenswelt):
Viehlosovieh: Spinne

Die Spinne ist so gefürchtet wie harmlos, so unverstanden wie alltäglich. Vor allem ist sie kulturell aufgeladen. Aber womit eigentlich?
von Marc Hieronimus

S. 075 (Philosophistik & Misosophie):
Pro Domo et Mundo 56

Sentenzen für Latrinentür und Rasierspiegel
von Wolfgang Schröder

S. 076 (Philosophistik & Misosophie):
Negative Dialektik

Soft Skills gelten als unentbehrlich für die Karriere – aber nur, wenn sie als Wert an sich missverstanden werden. Eine moralphilosophische Erkundungsreise durch die Arbeitswelt im falschen Leben
von Bernhard Horwatitsch

S. 084 (Intime Interna):
Aus der Offizin 56

Weil für Editoriale kein Platz mehr unterm Inhaltsverzeichnis ist, müssen die Anmerkungen des Herausgebers zur aktuellen Lage fortan ebenso im Heft gesucht werden wie das Impressum.
von Timotheus Schneidegger

S. 086 (Philosophistik & Misosophie):
Die Postmoderne frisst ihre Kinder

Das Oxford Dictionary hat „Post-truth“ zum Wort des Jahres gekürt, in dem Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde und den Geisteswissenschaften, besonders der Philosophie damit vorgeführt wurde, welche handfesten Folgen sie haben.
von Timotheus Schneidegger

S. 096 (Kurz und Klein):
Kurz und Klein 56

Rezensionen aktueller (und klassischer) Buchtitel in unter 800 Zeichen.
von Bdolf, Marc Hieronimus, Timotheus Schneidegger, Wolfgang Schröder

S. 100 (Philosophistik & Misosophie):
Für das Recht gekämpft und gestorben

Als Sokrates für die attische Demokratie in den Peloponnesischen Krieg zog, war sie kaum noch eine. Nach seiner Rückkehr musste der Veteran ihren Verfall in die Tyrannei miterleben und sich schließlich zum Tode verurteilen lassen.
von Georg Frost

S. 112 (Intime Interna):
Illustrationen

Die Illustrationen dieser Ausgabe stammen von Frost, Marc Hieronimus, Andy Singer, Patrick McGrath Muñiz, Renate von Charlottenburg und aus dem Simplicissmus.
von Andy Singer, Georg Frost, Marc Hieronimus, Patrick McGrath Muñiz, Renate von Charlottenburg


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