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Lichtwolf Nr. 53 (1/2016)

Erschienen im März 2016, Titelthema: Schloch


Lichtwolf Nr. 53 (1/2016)

Vom Ar zum Loch in 94 Seiten: Anale Charaktere, Deutsche, Franzosen, Trolle, innere Schweinehunde sowie Eulen, Feuerland-Indianer und Kryptographie.

ISBN 9783941921580

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Lichtwolf Nr. 53 (1/2016) ist auch als DRM-freies E-Book zum Preis von nur 3,99 EUR erhältlich:


Schloch ist selten ein direkter Ausruf, höchstens scheinbar, etwa aus einem vorbeifahrenden Auto vernommen. In der Hauptsache wird Schloch gedacht (oder eher empfunden) – in unterdrückter Wut und stiller Verachtung, die darum in diesem Heft ebenso zu behandeln sind wie die verwandten Begriffe „Schland“ oder „Schmitsoße“.
Marc Hieronimus, der dieses schwierige Titelthema ersonnen hat, übersandte seine Beiträge in einer E-Mail mit dem Betreff „fertig ("Mama, abputzen!")“ und dem Gruß „voller Stolz auf das eigene Produkt“. Der Mann weiß also, worum es geht, und steigt – nach Bdolfs Propädeutikum – gleich hinab ins Anale des Deutschtums, um sich später eine spezifische Untermenge der analen Charaktere, die Spießer vorzunehmen. Als Kölner ist Hieronimus besonders berufen, kommt er doch aus einer Metropole, in der Stadtarchive in Löchern verschwinden und Arschlöcher an Silvester Scheiße bauen, woraufhin andere Arschlöcher ihren Scheiß im Internet absondern. Wie mit solchen Trollen umzugehen sei, erwägen Timotheus Schneidegger und Giordano Bruno.
Je größer die ob seiner Schlochigkeit (oder ob des persönlichen Hangs zum Mitgefühl) angebrachte Distanz zum Menschen, desto leichter ist es, selbst ein Arschloch zu sein, stellt Wolfgang Schröder u.a. mit Graham Greene fest. Die Kyniker und einige islamische Sufi-Mystiker haben originelle Wege gefunden, mit ihrem allzumenschlichen Hang zum Schlochsein umzugehen, lernen wir bei Osman Hajjar. Augustinus dagegen war irgendwas zwischen Schlawiner und Schloch, wie Ulrich Elsbroek über die wundersame Bekehrung des Kirchenvater schreibt. Zwischendurch gibt es unsittliche Erheitung von Bdolf, der in die Verrichtungszimmer und unter die Gürtellinie manches Philosophen geht. Ebendort verläuft auch die Ekliptik Arno Schmidts: Mit seinen Schimpfkanonaden und manischen Mondmetaphern befasst sich Michael Helming. Martin Köhler weist den Weg nach Schloch in Lenningen bei Esslingen.
Der Vordersilbe, die dem Titelthema fehlt, geht Tobias Stenzel nach, während Schneidegger und Peter Panter der Schlusssilbe und dem Loch als solchen ein melodiefreies Liedchen singen.
Ringsum rund, gar nicht scheiße, rätselhaft im ontologischen Status, ungünstig im sozialen Nahbereich: Das ist also das Schloch, dem ein paar Dutzend Seiten gewidmet sind!

Den hinteren Heftteil eröffnet die neue Reihe „Der tragbare Gedanke“. Marc Hieronimus blickt über den Rhein und stellt uns den Franzosen an sich vor. Auf die Kurzrezensionen aktueller Bücher folgt Stefan Rodes Untersuchung über die metaphysische Ausbeutung und Auslöschung der Feuerland-Indianer. Dann stellt Michael Helming die überfällige Eule als Viehlosovieh vor und Georg Frost gibt eine Anleitung, wie Sie der Lichtwolf-Redaktion und anderen PGP-verschlüsselte E-Mails schreiben können. Erzpraktikant Filbinger erklärt dem 8-jährigen Florian auf der Kinderseite, wie man mit Kant rechts und links unterscheiden kann. Das Heft wird beschlossen mit Aphorismen und Kurzbios der Beiträger.

aus dem Inhaltsverzeichnis:

S. 05 (Sozialphänomenologie):
Propädeutikum und Prolegomena zum Thema Schloch

Hinführung zum Titelthema in zehn Thesen, der Jugend zum Geleit.
von Bdolf

S. 06 (Sozialphänomenologie):
Der Deutsche als analer Charakter

Clyde Kluckhohn sieht das Anale als wesentlich für den deutschen Nationalcharakter. Eine Suche nach dem Analen im Deutschen und dem Deutschen im Analen
von Marc Hieronimus

S. 13 (Philosophistik & Misosophie):
Es denkt im Schloch

Bei Heideggers daheim treiben es die Schlöcher zu Elfrides Verdruss bunt.
von Bdolf

S. 14 (Lebenswelt):
Unnützes Wissen für Schlöcher

Arrrrrr! Ein Faktenstrom über die im Titelthema unterschlagene Silbe
von Tobias Stenzel

S. 16 (Kultur(terrorismus)):
Ihr könnt mir alle mal im Mondschein begegnen!

Der Mond hat es Arno Schmidt ebenso angetan wie das Derbe: Über Beleidigungen, Flüche und Mondmetaphern im Werke Schmidts
von Michael Helming

S. 24 (Philosophistik & Misosophie):
Rein und/oder raus

Über die Frage, welche Löcher gruseliger sind: Die, wo was rauskommt, die, wo was reingeht, oder die, die beidem offen stehen.
von Timotheus Schneidegger

S. 26 (Philosophistik & Misosophie):
Der Blick vom Riesenrad

Ecce homo, dieses arme Schwein: Klar, Menschen sind scheiße, darum ist Abstand zu ihnen geboten. Aus der Distanz jedoch fällt es leichter, selbst scheiße zu sein.
von Wolfgang Schröder

S. 35 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Philosophie im Boudouir

Enttäuschende Hirnwichserei: Mit Franz-Xaver Schloch aus Schland im Denkerpuff
von Bdolf

S. 36 (Philosophistik & Misosophie):
Die Hunde von Nischapur

Über das Ringen mit dem inneren Schweinehund und dem Hochmut beim Kyniker Diogenes und islamischen Sufi-Mystikern
von Osman Hajjar

S. 44 (Philosophistik & Misosophie):
Über das Wesen der Frömmigkeit

Warum Kirchenvater Augustinus auch ein ziemliches Schloch war
von Ulrich Elsbroek

S. 46 (Irgendwas mit Medien):
Trolle füttern

Schlöcher online: Über Bedingungen und Bedingtheit der eingreifenden Shitstorm-Wetterkunde mit Giordano Bruno nach den Kölner Silvesterübergriffen
von Timotheus Schneidegger

S. 55 (Lebenswelt):
Stufen zum Nichts: Schloch

Schloch gibt es wirklich und man kann sogar hin- und reinfahren.
von Martin Köhler

S. 56 (Sozialphänomenologie):
Scheiß Spießer!

Schloch, Schlöcher, Spießer: Niemand mag sie, kaum einer weiß, wer sie sind, aber viele ahnen, dass sie ihnen ähnlich sind. Ein kleiner Versuch über einen widerlichen Menschenschlag.
von Marc Hieronimus

S. 62 (Sozialphänomenologie):
Zur soziologischen Psychologie der Löcher

The „ass“ in „Klassiker“: Ein Gastbeitrag zum Thema von Kurt Tucholsky.
von Paul Panter

S. 63 (Philosophistik & Misosophie):
Der tragbare Gedanke 53

Die neue Reihe mit kleinen Texten zum langen Nachdenken nach kurzem Lesen.
von Bdolf, Filbinger, Jean-Baptiste O´Lebigmac, Marc Hieronimus, Michael Helming, Rüdiger Spiegel, Timotheus Schneidegger, Wolfgang Schröder

S. 66 (Politik):
Ungeschützter Grenzverkehr

Charlie Hebdo hin, Bataclan her, der Deutsche hat sein Bild im Kopf, wenn er den Rhein gen Frankreich passiert. Eine Klarstellung
von Marc Hieronimus

S. 69 (Kurz und Klein):
Kurz und Klein 53

Rezensionen aktueller Buchtitel in unter 800 Zeichen.
von Bdolf, Marc Hieronimus, Martin Köhler, Timotheus Schneidegger, Tobias Stenzel

S. 70 (Kultur(terrorismus)):
Die erloschenen Feuer

Die indigene Bevölkerung Feuerlands ist uns durch die Aufzeichnungen des Priesters Martin Gusinde überliefert. Allerdings verfolgten er und seine Leser damit eine eigene metaphysische Agenda.
von Stefan Rode

S. 78 (Lebenswelt):
Viehlosovieh: Eule

Als nachtaktives Wissenssymbol ist die Eule hoffnunglos überschätzt, taugt aber für Lyrik und Sinnsprüche noch ganz gut.
von Michael Helming

S. 80 (Irgendwas mit Medien):
Schreib mal wieder! (verschlüsselt)

Pretty Good Privacy: Eine Anleitung zum Verschlüsseln von E-Mails, um der allgemeinen Kryptographie Vorschub zu leisten
von Georg Frost

S. 88 (Der Lichtwelpe):
Der Lichtwelpe: Links und rechts

Der 8-jährige Schlaumeier Florian hat sich mit einer Frage zur Orientierung im Raum hilfesuchend an unsere Kinderseite gewandt, wo Kant auf ihn lauert.
von Filbinger

S. 91 (Philosophistik & Misosophie):
Pro Domo et Mundo 53

Sentenzen für Latrinentür und Rasierspiegel
von Marc Hieronimus, Michael Helming, Wolfgang Schröder


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