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Lichtwolf Nr. 23 (2/2007)

Ausverkauft!

Erschienen im April 2007, Titelthema: Außerirdische


Lichtwolf Nr. 23 (2/2007), Ausverkauft!

40 gewohnt hochwertige Seiten in schwarzweiß kopiert mit festem Umschlag, handfreundlich aber scharfkantig und hochkontrastig.

Auszüge aus der Nr. 23 können Sie auch im LichtwolfReader durchblättern.

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Titelbild
In Ermangelung jüngerer Zeichentalente musste Georg Frost einmal mehr für ein Titelbild verpflichtet werden, der darüber so "erfreut" war, daß er nach einer ausgedehnten B-Movie-Nacht diesen Trupp ausgemachter Aggro-Aliens zu Papier brachte, wie sie sturzbesoffen nach einem Frontalaufprall den vermeintlichen Geisterfahrer verdreschen.

Titelthema
Das vorliegende Heft nämlich beschäftigt sich im Titel weniger mit Verkehrssicherheit und Alkoholismus, umso mehr dafür mit Außerirdischen. Auf eine eher (wahrscheinlichkeits-) theoretische Einleitung zum Thema folgt sogleich der Lichtwelpe. Auf dieser Kinderseite des Lichtwolf beantwortet Onkel Neander mit Diderot und einer vom totaliter aliter ausgehenden Ethik eine Zuschrift des kleinen Elijah-Marc, der wissen möchte, warum E.T. abreist, Alf jedoch auf Erden verweilt. Schneidegger hat einen Bericht übersetzt, den offenbar Außerirdische nach Aussterben der Menschheit über die Erde verfasst haben. Wie es ist, nicht an Aliens zu glauben, von einem solchen aber jeden Morgen das Frühstück ans Bett gebracht zu bekommen, erzählt Michael Helming, und Nasicus hat in einem verlassenen Mittelwestkaff einen Alienjäger bei der Arbeit beobachtet. Nicht grundlos an Camus erinnert August Maria Neander mit "Le robot revolté", der im Ausgang von Hannah Arendt das subversive Potential des Kinderbuchs "Schlupp vom grünen Stern" erörtert. Und der Kükator hat wie üblich das letzte Wort zum Titelthema.

weitere Themen
Den irdischen Teil der Ausgabe eröffnet Johannes Franzen mit einer Philippika gegen den sowohl in Politik, als auch auf Studentenparties grassierenden Hang, ach so nonkonform sein zu wollen. dr faustus erzählt die in einem Puff angesiedelte Kurzgeschichte "Gourmets", die Nasicus in Lichtwolf Nr.22 veröffentlicht hatte, aus der Sicht des Freiers. Die Fälle Hans Filbinger und Christian Klar untersucht August Maria Neander mit Carl Schmitt und Thomas Hobbes im Gepäck auf ihre Gnadenwürdigkeit. Darin eingebettet das Gedicht "Dekadentes" von Tobias Roth, das sich nicht um lyrischen Moralzwang schert. Tina Wirtz berichtet vom mit einer Zunahme der Nordic-Walking-Idiotie korrelierenden deutschen Dackelschwund und abermals Tobias Roth wettert gegen Adalbert Stifters Biedermeiergesülze. Von Victor Kümel gibt es eine gekürzte Fassung seiner Erzählung "Lala" zu lesen, Clemens Schittko fragt dichtenderweise, was mit den Dingen ist, wenn sie verschwinden, und Ro Haben gibt Empfehlungen, wie die Temperatur ganz ohne Thermometer zu messen ist. Schneidegger und dr faustus schenken der Uni Freiburg zum 550jährigen Jubiläum eine Rekapitulation der zweifelhaften politischen Entscheidungen, des heuchlerischen Jubeltums und der Person Rektor Jägers. Georg Frost beschließt das Heft mit dem Gedicht "Blumenlied". Zwischen alldem wie üblich Kurzmeldungen, Errata, das Totenregister und - ja! - eine Seite (unbezahlter) Eigenwerbung für den Lichtwolf-Stand auf der Mainzer Minipressen-Messe und für die Bücher einiger Lichtwolf-Autoren.

aus dem Inhaltsverzeichnis:

S. 04 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Cosmic Atomal

Zweiversiges Gedicht über die höchste NATO-Geheimhaltungsstufe als Ouvertüre zum Titelthema "Außerirdische".
von Tobias Roth

S. 05 (Der Lichtwelpe):
Der Lichtwelpe: Alf und E.T.

Onkel Neander erklärt dem kleinen Elijah-Marc, warum E.T. nach emanzipatorischer Leistung die Erde verläßt, Alf jedoch seinen emanzipatorischen Akt auf Erden fortsetzt.
von Augušt Maria Neander

S. 07 (Sozialphänomenologie):
Externe Beobachter

Übersetzung eines Berichts außerirdischer Herkunft, der nach Aussterben der Menschheit über eben jene und ihren Planeten verfasst wurde, um entsprechende exoarchäologische Studien zu beschließen.
von Timotheus Schneidegger

S. 09 (Lebenswelt):
Frühstück von Tiffany

Wenn man gar nicht an Aliens glaubt, von einem solchen aber jeden Morgen das Frühstück ans Bett gebracht bekommt, gibt es nur einen, mit dem man das Problem diskutieren kann: Das Alien, hier eben Tiffany.
von Michael Helming

S. 11 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Die Belagerten

In einem schimmligen Café irgendwo im amerikanischen Mittelwesten trifft der Erzähler auf die üblichen Verdächtigen, unter ihnen ein passionierter Alienjäger.
von Nasicus

S. 14 (Philosophistik & Misosophie):
Le robot revolté

Ausgehend von Hannah Arendt und dem marxistischen Philosophen Gramsci spürt der Autor dem subversiven Potential des Kinderbuchs "Schlupp vom grünen Stern" nach und entdeckt erstaunlich politische Aussagen.
von Augušt Maria Neander

S. 16 (Sozialphänomenologie):
Zum Thema Außerirdische

Mit Außerirdischen kennt sich der Kükator aus, sind sie schließlich die Verantwortlichen des Gammelsexskandals, den der Kükenmann einst aufdeckte.
von Der Kükator

S. 17 (Politik):
Der Muff von 50 Jahren

Eine Polemik gegen ein bislang eher unbeklagtes Vermächtnis der 68er, den verkrampften Nonkonformismus, der in der Politik ebenso gern zur Schau gestellt wird wie auf Studentenparties und hier wie dort billige Pose ist.
von J******* F******

S. 21 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Immer wieder freitags

...erzählt Nasicus' Bordell-Geschichte "Gourmets" aus Lichtwolf Nr.22 (S.10) aus der Sicht des Freiers, der dort nur am Rande vorkam und ein prächtiges Eigenleben entwickelt hat.
von dr faustus

S. 22 (Politik):
Wunderbarer Gnadenthron

In den Fragen, wie die Taten Hans Filbingers und Christian Klars zu bewerten und ob sie zu vergeben sind, werden die Kategorien des politischen, moralischen und juristischen unzulässig vermischt. Dieser Text klärt mit Carl Schmitt und Hobbes auf.
von Augušt Maria Neander

S. 24 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Dekadentes

Gedicht eines angenehmen Sommertags, das herzlich wenig auf einen lyrischen Moralzwang gibt.
von Tobias Roth

S. 26 (Sozialphänomenologie):
Eine Katastrophe kommt selten allein

Während die Zahl der schrumpfgermanischen Dackel abnimmt, steigt die der Rentner, die ihre vormals gemächlichen Spaziergänge zum Nordic Walking aufgerüstet haben. Hier die inneren Zusammenhänge der Entwicklung.
von Tina Wirtz

S. 27 (Kultur(terrorismus)):
Stifters Finger in Stifters Po

Überfällige Abrechnung mit dem Biedermeiergesülze des verklemmten Zeitverschwenders und wohl am meisten überschätzten Autoren der deutschen Literaturgeschichte: Adalbert Stifter.
von Tobias Roth

S. 29 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Lala (Auszug)

Kurzfassung einer Erzählung über das kurze Treffen zweier junger Herzen in Marokko.
von Victor Kümel

S. 32 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Warum ist es nie die Einsamkeit

Gedicht über die Frage, was mit dem Leben geschieht, wenn gestorben wird, was mit der Sonne, wenn es Nacht wird, und was mit den Leuten, wenn man allein ist - und was das für unsere Sprache bedeutet.
von Clemens Schittko

S. 33 (Philosophistik & Misosophie):
Technischer Rückschritt

Heidegger hat es vorgemacht, jeder eigentlichkeitswillige sollte es nachmachen. Hier eine Anleitung, wie unter Verzicht auf modernes Ge-Stell die Temperatur zu ermitteln ist.
von Ro Haben

S. 34 (Hochschule):
Wir sind die Universität!

Ein kritischer Blick auf die jüngste Geschichte der nunmehr 550 Jahre alten Uni Freiburg - zum Jubiläum. Von angeordneter Hurrastimmung, absolutistischen Posen, Studiengebühren, Rektorenwahlen und ausgeladenen Gästen.
von dr faustus & Timotheus Schneidegger

S. 37 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Blumenlied

Gedicht über den verzweifelten, bald narzißtischen, bald egomanen, bald wieder verzweifelten Antrieb künstlerischer Tätigkeit.
von Georg Frost


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