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Lichtwolf Nr. 19 (2/2006)

Ausverkauft!

Erschienen im April 2006, Titelthema: Kinder, Kirche, Küche


Lichtwolf Nr. 19 (2/2006), Ausverkauft!

40seitiges Heft in schwarz, weiß und vielen Zwischentönen von Grau. Umschlag 100g/Quadratmeter, beschichtet und damit leicht abwaschbar (aber nicht wasserfest!).

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Auf gewohnt hohem Niveau setzt sich die Reihe der Lichtwolfausgaben mit der vorliegenden fort. EIGENTLICH, denn das

Titelbild
...ist besonders gut geraten bei diesem Heft und damit dem ebenfalls wieder besonders gut geratenem Inhalt mehr als angemessen. Georg Frost hat Elemente eines sozialistischen Propagandaplakats mit solchen vom Titelbild des 5.Lichtwolf (März 2003) mit leichten Aktualisierungen zu einem Ausdruck der vollständig integrierten, quarter-life-crisis geplagten Generation Deutschlands vermengt. Überdies hat Frost in diesem Artikel die Entstehung des vorliegenden Titelbilds für die Nachwelt dokumentiert.

Titelthema
...dieser Ausgabe ist besonders weit gefasst: "KKKKKK" heißt es vieldeutig. Vorrangig geht es um "Kinder, Kirche, Küche", nachrangig um "Kapital, Kommerz, Kohle". Doch so, wie beide K-Tripel zusammengefasst als Inbegriffe des (pseudoneuen) Bürgertums anvisiert werden, werden auch einzelne Bestandteile dessen thematisiert: Johannes Franzen beantwortet die feuilletonistische Tendenz, Ironie zugunsten von Gebärfreudigkeit einzuschränken, August Maria Neander zeigt die Wertlosigkeit der "neo"bürgerlichen Wertedebatte auf. Monika Koncz dagegen widmet sich ausdrücklich den Kindern, nämlich den mit Ritalin ruhiggestellten ADS-Kindern. Der Kükator ist - mit zwei Ks im Namen - berufen, zu allen sechs ausdrücklichen Ks des Titelthemas je den einen oder anderen Satz zu verlieren, Schneidegger erklärt, wie es der Lichtwolf denn mit "Kapital und Kommerz" hält, und Ro Haben fragt mit unverhohlenem Diskordianismus auf der Kinderseite "Lichtwelpe", ob unsere jungen Leser vielleicht ein K (wie "Kallisti") kaufen möchten.
Begleitet werden die Beiträge zum Titelthema von den thematisch passenden zweistrophigen "K-Gedichten" Lino Wirags, der sich beim Thema "Kohle" ein Versduell mit Zwillingsbruder Andi Wirag zu liefern hat.

weitere Themen
Der Weltgeist war so gehorsam, in den zurückliegenden Monaten allerhand Themen zu produzieren, die ebenfalls mit K zu tun haben: Um den großen Komplex "Karikaturenstreit, Kulturkampf, Krieg im Mittleren Osten" kümmert sich Schneidegger mit einem dreiteiligen Dossier in der Heftmitte. Ro Haben informiert über den "asozialsten Baum der Welt", Jürgen Cissarek schreibt mit "Pfennig-Fuchser" eine dieser Satiren, die erschreckend leicht Wirklichkeit werden könnten in den wirren Tiefen des deutschen Steuersystems, und Georg Frost hat neben Titelbild und Illustrationen mit "Das Telefonbuch" auch eine kleine Erzählung über eine alleinstehende Dame eingereicht.
Die Prosa- und Lyrikfraktion war besonders fleißig: dr faustus liefert endlich den langerwarteten zweiten Teil von "Stromausfall", dessen erster Teil in Lichtwolf Nr.14 stand und ab sofort auch hier nach-, bzw. vorgelesen werden kann. Lino Wirag informiert uns mit je zwei, drei Strophen über "Die Hausfrau", "Das Kino" und "Den Komiker". Es dichten außerdem Szandor mit "Der Ball" und Monika Koncz mit "Du sei wie Du, immer" auf ihre immer wieder schöne je eigene Weise. Neu in diesem Dichterreigen ist Tina Wirtz, deren Proktologen-Ode "Spieglein, Spieglein an der Darmwand" das vorliegende Heft beschließt.
Vor dem Ende des Heftes und zwischen den oben genannten Spezialitäten tummeln sich die gewohnten Ingredienzien des Lichtwolf, wie der Quartalsbericht, eine neue Folge von "Gute Zeiten, schlechte Seinsweisen", das Preisausschreiben, Kurzmeldungen, sowie eine Analyse der Landtagswahlen im März 2006 (inkl. eines Nachrufs auf Ute Vogt aus der Feder ihres Landsmannes Neander) und unter dem Titel "Errata" eine Liste mit "leider notwendigen Korrekturen und Klugscheißereien" die vergangenen Ausgaben betreffend.

aus dem Inhaltsverzeichnis:

S. 04 (Der Lichtwelpe):
Der Lichtwelpe: Willst du ein K kaufen?

In offensichtlich diskordianischer Absicht verwirrt der Autor erwachsene, wie auch minderjährige Leser (letztere die Zielgruppe dieser Rubrik) mit einer Frage, die nicht beantwortet, sondern gegenstandslos gemacht wird.
von Ro Haben

S. 05 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Die Kinder

"...sind sehr klein und leicht, /
...
...im Quengeln unerreicht,
...."

von Lino Wirag

S. 05 (Kultur(terrorismus)):
Treibt Gattung, Kinder!

Strauß, Schirrmacher, Politycki und Grossheim ergeben insgesamt ein apokalyptisches Klagegeheul, das die Ironie zugunsten der Gebärfreudigkeit zum Wohle des Abendlandes zurückfahren will. Das kann ja nicht unbeantwortet bleiben.
von J******* F******

S. 06 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Die Kirche

"...der Greis im Kreis /
...
...die Lippen heiß /
..."
von Lino Wirag

S. 07 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Die Küche

"...der Ort, allwo /
...
...sie ein Risotto /
..."
von Lino Wirag

S. 08 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Das Kapital

"...wächst kapital /
...
...und die Moral /
..."
von Lino Wirag

S. 08 (Lebenswelt):
Ritalin, der neue Exorzist

Der Exorzismus alter dogmatischer Schule ist zurück, nur im Gewand des Apothekerkittels. Wo früher das Kind mit Warnungen vor Hexen und Hölle ruhiggestellt wurde, wird heute Methylphenidat eingeworfen.
von Monika Koncz

S. 09 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Der Kommerz

"...sei frostig und klar /
...
...sei bipolar /
..."
von Lino Wirag

S. 10 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Die Kohle

Zwei Gedichte über "Kohle" im allerweitesten Sinne von den Gebrüdern Wirag.
von Andi Wirag & Lino Wirag

S. 11 (Kultur(terrorismus)):
Schwundstufe Bürgerlichkeit

Die von pseudokonservativen Kreisen um Schirrmacher und di Fabio angetretene Debatte um eine "Neue Bürgerlichkeit" ist vor allem eins: So wertlos wie die Forderungen nach neuen, alten, christlichen usw. Werten inhaltsleer sind.
von Augušt Maria Neander

S. 13 (Sozialphänomenologie):
Zum Thema KKKKKK

Der Kükator hat sich ausgedacht, wie "Kinder, Kirche, Küche" und "Kapital, Kommerz, Kohle" hegelianisch zu versöhnen seien.
von Der Kükator

S. 14 (Intime Interna):
Kapital und Kommerz beim Lichtwolf

Der Lichtwolf ist organisiert nach dem System des "autoaggressiven Kapitalismus". Die Erläuterungen geben an, was ihn vom "normalen" unterscheidet und wie die autoaggressiv - kapitalistische Produktionsweise aussieht.
von Timotheus Schneidegger

S. 16 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Die Hausfrau / Das Kino / Der Komiker

Drei weitere Gedichte, zwei zusätzliche mit K, eines als Homage an Schiller.
von Lino Wirag

S. 17 (Politik):
Dossier: Endlich wieder ein Ost-West-Konflikt!

Der erste Teil kommentiert den Karikaturenstreit und angeblichen Kulturkampf (inkl. passender Illustrationen), Teil 2 zeigt auf, was sich in Wirklichkeit hinter dem Geschrei verbirgt, und Teil 3 wagt den Ausblick, wohin das führen könnte.
von Georg Frost & Timotheus Schneidegger

S. 24 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Der Ball

Präzise gereimter Augenzeugenbericht eines orgiastischen Tanzabends, der einen Pfaff das Leben und alle anderen Unschuld und Seelenheil kostet.
von Szandor

S. 24 (Irgendwas mit Medien):
Bitte nicht: Fußball und Vogelgrippe

Auf einer knappen halben Seite werden die Themen angemessen behandelt, die überall mit Zähneklappern ausgebreitet werden, kurzum: Über das Vorfeld dieser aufgeblasenen Katastrophenevents wollen wir nichts mehr hören.
von Ro Haben

S. 25 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Stromausfall, Teil 2

Gefangen in der Dunkelheit seines Eigenheims bleibt Herrn K. nichts anderes als die Auseinandersetzung mit sich selbst und dem drohenden "Cave diem.", das ihm nicht aus dem Kopf geht.
von dr faustus

S. 27 (Intime Interna):
Errata

Leider notwendige Richtigstellungen und Klugscheißereien die letzten Ausgaben des Lichtwolf betreffend. (Früher wurden solche Korrekturen noch hinten in den Bänden der Lichtwolf - Gesamtausgabe versteckt.)
von Timotheus Schneidegger

S. 28 (Politik):
Pfennig-Fuchser

Getrieben von seiner wesenhaften Unbeliebtheit ersinnt das Finanzministerium die ultimative Methode, für die Staatsbürgerschaft Gebühren zu erheben: Mit der "Sanften Steuer" wird alles besser - bis sich wieder jemand zu hart behandelt fühlt.
von Jürgen Cissarek

S. 31 (Politik):
Landtagswahl 2006

Rückblick auf die Landtagswahl in BaWü Ende März: Die amtlichen Endergebnisse, das Abschneiden der PARTEI, und von Neander ein Nachruf im lokalen Idiom auf die Ministerpräsidentin der Herzen, Ute Vogt (SPD).
von Augušt Maria Neander & Georg Frost

S. 33 (Lebenswelt):
Der asozialste Baum der Welt

Eine leider ganz und gar nicht fiktive Enthüllung über die skrupellosen Methoden und die Heimtücke eines Baumes, der ganz Europa zum Verhängnis werden könnte: Der sich mit niedlichen Bewohnerbären harmlos gebende, hundsgemeine Eucalyptus.
von Ro Haben

S. 35 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Das Telefonbuch

Kurzgeschichte über die alleinstehende Dame Arminia Eurostar und darüber, welche Bedeutung das Telefonbuch als Ordnungssystem in ihrem Leben hat.
von Georg Frost

S. 35 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Du sei wie Du, immer

Ein lyrischer Gedankenstrom wie ein flüsternder Bach voll klaren, kühlen Wassers nach einer langen Wanderung durch stickige Sommerfelder.
von Monika Koncz

S. 36 (Hochschule):
Gute Zeiten, schlechte Seinsweisen, Folge 6

Die Spannung wird unerträglich: Das Komp(l)ott scheint vollendet, die höchste Instanz erreicht - auf wen wird das Fallbeil niedersausen?
von Timotheus Schneidegger

S. 38 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Spieglein, Spieglein an der Darmwand

"Spieglein, Spieglein an der Darmwand /
führst uns in ein fremdes Land /
Rectum, Colon, dunkle Welt, /
still und leis durchs Raster fällt.
..."
von Tina Wirtz


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