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Monatsbuch

Suche ausgeführt.

Mit dem Stichwort "Theodor W. Adorno" sind die folgenden Artikel markiert:


Links der Woche am 04.03.2017, 14:32 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 09/17

Der Trend geht zur Irritationsvermeidung

Im Freitag beschäftigt sich der Literaturwissenschaftler Ralf Klausnitzer mit der wachsenden Wissenschaftsfeindlichkeit sowie mit der Reaktion von Peter Strohschneider, dem Präsidenten der DFG: Zwar kann der sich erklären, warum immer mehr Leute von einer komplexen Welt nichts wissen wollen, andererseits hat er keine Idee, wie man ihre „Irritationstoleranz“ steigern könnte. (27.02.17)

Edel, hilfreich, gut? Lieber nicht.

Anderen grundlos zu schaden ist unmoralisch und unvernünftig, trotzdem machen Menschen es. Der Neurowissenschaftler Steven R. Quartz erklärt in der NZZ mit Beispielen aus Geschichte und Spieltheorie, warum antisoziales Verhalten aus Ressentiment, Neid und Böswilligkeit besonders vor dem Hintergrund von Ressourcenmangel und Konkurrenzdruck wahrscheinlicher wird. (04.03.17)

Sonstiges:

Die NZZ empfiehlt den Essay des NYT-Filmkritikers Anthony O. Scott über die Kunst des feinen Urteils, die u.a. im Mut besteht, zu ent- und unterscheiden und dabei das Risiko des Irrtums in Kauf zu nehmen. +++ Die taz stellt Gisela von Wysockis autobiographischen Adorno-Roman „Wiesengrund“ vor, in dem es auch um die Empfänglichkeit des Frankfurters für weibliche Reize geht. +++ Für Glanz & Elend hat Jürgen Nielsen-Sikora die Walter-Benjamin-Biographie von Lorenz Jäger gelesen und zeigt sich zufrieden, aber nicht glücklich mit dem Werk. +++ Pünktlich zu Thoreaus 200. Geburtstag gibt es „Walden“ als tiefenentspanntes Computerspiel, wie die FAZ meldet. +++ Und apropos andere Medien als Bücher: Dass „Der junge Karl Marx“ gerade in gehobenen Programmkinos läuft, haben Sie ja sicher schon mitgekriegt. +++ In gut zwei Wochen erscheint Lichtwolf Nr. 57 mit dem schönen Titelthema „Der Adel und du“. Als Abonnentin haben Sie das Heft pünktlich zum Frühlingsbeginn im Briefkasten.


Links der Woche am 05.11.2016, 13:51 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 45/16

Was will Slavoj Žižek?

Bernhard Wiens war für Telepolis (wo man die Website aufgehübscht hat) bei einem Auftritt Slavoj Žižeks in Berlin und wundert sich über dessen Zickzackkurs in Sachen Zuwanderung. Wiens steigt zur Erklärung tiefer in Žižeks Biographie und Begriffsinventar ein und findet darin den Grund, wie man Merkel, Stalin und Menschenrechte zugleich gut finden kann. (31.10.16)

Kinder zum Volk erziehen

Russlands Hochschulen leiden unter einem brain drain. Kerstin Holm berichtet für die FAZ über die dortige Bildungspolitik und spricht mit Vertretern der philosophischen Fakultät der Moskauer Staatsuniversität über Verschulung, Niveauverlust und Isolation in schwierigen Zeiten. (02.11.16)

Außerdemos von Sonstnochos:

Stephan Hebel hat sich für die FR durch drei kapitalismuskritische Neuerscheiungen von Sahra Wagenknecht, Yanis Varoufakis und Robert Reich gekämpft. +++ Außerdem zeigt sich Otto A. Böhmer in der FR begeistert von Gisela von Wysockis Adorno-Roman „Wiesengrund“. +++ Hilde Weeg berichtet für Deutschlandradio Kultur vom Philosophie-Festival in Hannover. +++ Die FAZ berichtet über eine Studie, die untersucht hat, ob der bekannte Zusammenhang zwischen Herkunft und Karriere auch in der Wissenschaft besteht. +++ Das Buch von Marc Hieronimus über die Décroissance-Bewegung und den nötigen Schritt zur Seite ist erschienen.


Links der Woche am 23.10.2016, 14:51 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 43/16

Auf einige Zigaretten mit Wolf Wondratschek

Falls Sie mit dem Rauchen aufhören wollen oder das schon geschafft haben oder andere Probleme damit haben, ist das Interview, das Timo Frasch für die FAZ mit Schriftsteller und leidenschaftlichen Raucher Wolf Wondratschek genau darüber geführt hat, eher nichts für sie. Alle anderen können staunen, dass so etwas in gesundheitsbewussten Zeiten wie der unseren überhaupt noch erscheinen darf. (16.10.16)

Der Zuschauer als absolutistischer Monarch

Am Montag zeigte die ARD eine TV-Adaption von Schirachs „Terror“ und ließ die Zuschauer darüber befinden, ob der Pilot, der ein entführtes Passagierflugzeug abgeschossen hat, um 70.000 Leute in einem Stadion zu retten, schuldig sei. Für Matthias Dell (Freitag) markiert das „Fernsehevent“ einen neuen Tiefpunkt in Sachen Medienkompetenz. Bundesrichter Thomas Fischer liest in seiner ZEIT-Kolumne den Machern die Leviten und erklärt ihnen mit seiner üblichen Wortgewalt, wie grundfalsch ihr Umgang mit Grundfragen des Grundgesetzes ist.

Soziologie als Problematisierungsdisziplin

Die SZ spricht mit dem Soziologen Stephan Lessenich über Ausbeutung, Konsumrebellion und wie unsere Gesellschaft die Kosten ihres Lebensstils auf andere Regionen abwälzt. Marcus Klöckner unterhält sich für Telepolis ebenfalls mit Lessenich über die Aufgabe der Soziologie, Missstände zu erkennen und in sie zu intervenieren - ein Berufsethos, der auf Charles Wright Mills zurückgeht.

Außerdemchen:

Carolin Emcke hat heute den Friedenspreis des deutschen Buchhandels entgegengenommen; die NZZ würdigt ihr aktuelles sozialphilosophisches Plädoyer „Gegen den Hass“. +++ Vielleicht haben wir den Posthumanismus schon hinter uns und leben in der Computersimulation unserer hypertechnisierten Vorfahren, mutmaßt nicht nur Nils Markwardt im Freitag und fände das gar nicht so schlecht. +++ Raoul Schrott lässt sich nicht lumpen und erzählt in einem gigantischen Versepos, auf das die NZZ hinweist, die Geschichte der Welt von ihrer Entstehung bis zum Menschen nach. +++ Außerdem werden in der NZZ besprochen Gisela von Wysockis Adorno-Roman „Wiesengrund“ sowie Sarah Bakewells Rückstürz ins Pariser „Café der Existenzialisten“. +++ Wie kann man nur? Quartz.com weiß von immerhin vier Philosophie-Professoren, die Trump unterstützen.


Links der Woche am 15.10.2016, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 42/16

Angstkampagnen rocken mehr als Fakten

Überall weidet man sich beispielsweise an der Angstlust, Trump könne zum US-Präsidenten gewählt werden. Auch Susanne Berkenheger gibt sich diesem medialen life thrill hin und überlegt im Freitag mit einigen Psychologen und Soziologen, ob dem täglichen Apokalypsenporno nicht eigentlich resignative Wut auf die Zivilisation zugrunde liegt (09.10.16)

„Desaster deutscher Geistesgeschichte“

Die Demaskierung oder Demontage Heideggers geht weiter: Adam Soboczynski und Alexander Cammann haben für die ZEIT in den Briefwechsel zwischen den Gebrüdern Heidegger zwischen 1930 und 46 geblickt, in dem sich der Seinsdenker als profan antisemitischer, komplett uneinsichtiger Nazi-Anhänger äußert. (12.10.16)

Angst und Langeweile der Selbstbestätigung

Ronja von Rönne berichtet in der WELT, wie sie nach vollzogenem Onlinshopping den Reklame-Algorithmen sei dank im Internet mit nichts anderem mehr als ihren vermeintlichen Bedürfnissen konfrontiert wird. Sie sorgen dafür, „dass man noch mehr der Mensch wird, der man schon ist“ - ob nun Shopping Queen oder besorgter Bürger. (13.10.16)

Roboterrechte und -pflichten

Die ZEIT setzt ihre Reihe über Künstliche Intelligenz und die Arbeitswelt fort, diese Woche mit einem Text von Adrian Lobe über die ethischen und rechtlichen Fragen, die sich zum Beispiel ergeben, wenn ein Roboter einen Menschen oder einen anderen Roboter tötet. Auch in anderen Fällen wirft uns die KI manch harte Nuss in Sachen Willen, Gewissen und Verantwortung vor die Füße. (14.10.16)

Content- statt Kulturindustrie

Das, was drin ist, zählt nur noch mit Blick auf das, was hinten rauskommt: Mark Siemons schreibt in der FAZ über Content, in dem Unterhaltung, Journalismus und Werbung zusammenfließen und dessen instrumentelle Logik die gesamte Text- und Bild„produktion“ erfasst und erst zu einer solchen macht - die sich übrigens umso leichter automatisieren lässt. (15.10.16)

Das Weitere und Engere:

Die NZZ weist auf Pierre Bayles nicht ganz leicht zu lesenden Grundschrift der Toleranzphilosophie aus dem 17. Jahrhundert hin. +++ Michael Angele bespricht im Freitag Gisela von Wysockis Roman „Wiesengrund“, der der Faszination nachgehen will, die Adorno auf die Generation der 68er ausgeübt hat. +++ Um nicht schreiben zu müssen, er habe es ja immer schon gesagt, erklärt Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer im Freitag, warum er von der Brutalisierung der Gesellschaft nicht überrascht ist. +++ Das Jüdische Museum Berlin zeigt eine Ausstellung, in deren Zentrum laut FAZ der Golem und seine modernen technischen Nachfolger stehen. +++ In der FR ist von der Klage der Verbände über den stagnierenden E-Book-Markt in Deutschland zu lesen. Dem kann sich der catware.net Verlag mit seinen DRM-freien und halb so teuren E-Book-Fassungen des Lichtwolf nur anschließen.


Links der Woche am 25.06.2016, 14:27 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 26/16

Erkenntnis in Sinnfeldern

Markus Gabriel hat vor fünf Jahren den Neuen Realismus in der Philosophie ausgerufen und resümiert den Stand der Dinge in der NZZ: Allen voran die Irrtümer von postmodernem Konstruktivismus und Naturalismus wurden bekämpft in Manifesten und auf Tagungen. Besonderen Fokus legt Gabriel auf den medialen, d.h. vermittelten Weltbezug. (19.06.16)

Was und wie der Bund bezahlt

Der deutsche Föderalismus macht dem Bund einen Einfluss auf die universitäre Bildungspolitik nur auf Umwegen möglich, die Stephan Leibfried in der FAZ beschreibt: Der prominenteste ist der Exzellenzpakt, aber es gibt noch eine Reihe weiterer Pakte zur Finanzierung von Studienplätzen, Lehre, Forschung und Innovation, deren komplizierte Architektur Leibfried grob umreißt. (20.06.16)

Eigentliche Kulturgeschichte?

Emil Heinrich Du Bois-Reymond nannte im 19. Jahrhundert die Geschichte der Naturwissenschaft die eigentliche Kulturgeschichte, wie Uwe Justus Wenzel sich in der NZZ erinnert anlässlich der Debatte um einen „Imperialismus der Naturwissenschaften“ im Potsdamer Einstein-Forum. (25.06.16)

Außerdemchen:

Auch die NZZ bespricht Carl Schmitts „Glossarium“ mit Aufzeichnungen aus den Jahren 1947 bis 1958 sowie Åsne Seierstads Breivik-Portrait und Geschichte eines Massenmörders. +++ Im Uniblog der FAZ beschäftigt sich Niklas Záboji mit den absurden Auswüchsen des Bologna-Leistungswahns, der unter Studis einen Wettbewerb um das größte soziale Engagement auslöst. +++ Bei boundary2 schreibt Peter E. Gordon über die Widerkehr der u.a. von Adorno beschriebenen autoritären Persönlichkeit im Gefolge Donald Trumps. +++ Apropos Adorno: Der französische Soziologe Didier Fassin bestreitet die diesjährigen Frankfurter Adorno-Vorlesungen und kam über die Erfahrungen mit Apartheid, Gewalt und Not zur Kritischen Theorie, wie aus dem Portrait in der FAZ hervorgeht. +++ Im Freitag legt Sarah Bakewell acht gute Gründe vor, warum es lohnt, gerade heutzutage zu den Bücher der französischen Existentialist_innen zu greifen. +++ Außerdem bringt der Freitag ein Interview mit Bhaskar Sunkara, dem Herausgeber des sozialistischen Untergrundmagazins „Jacobin“. +++ Und apropos kleine Zeitschriften: Dass es einen neuen Lichtwolf, diesmal zum Thema Ekstase gibt, wissen Sie ja schon; das Heft ist nun auch als E-Book für Kindle sowie im offenen epub-Format erhältlich.


Links der Woche am 30.01.2016, 15:44 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 05/16

Philosophie und Wissenschaft

Für Telepolis unterhält sich Reinhard Jellen mit dem Münsteraner Philosophieprof Kurt Bayertz über Unterschiede und Ergänzungen zwischen Philosophie und Wissenschaften, die sich mehr oder weniger gut auseinanderhalten lassen. Die Philosophie könnte helfen, die allzu leicht ökonomisch ausgerichteten Wissenschaften wieder humanistisch anzubinden, außerdem geht es um Postmoderne und Ideologie. (24.01.16)

Žižeks Leitkultur

René Scheu setzt sich in einem langen NZZ-Interview mit Slavoj Žižek auseinander. Es geht um Altersmisanthropie, doofe Studenten, liberale Tabus, die deutsche Flüchtlingspolitik, Kulturrelativismus und die Kapitalistenschweine, die vom Chaos in der Welt profitieren. (30.01.16)

Grundlagen der bürgerlichen Gesellschaft

Nun, da Flüchtlingen an diversen europäischen Grenzen die Wertsachen abgenommen werden (sollen), überlegt Thomas Steinfeld in der SZ, was das bedeutet, wenn Person und Eigentum einander hegelianisch bedingen. Indem ihnen die Verfügungsgewalt über sich selbst genommen wird, sind Geflüchtete aufs nackte Menschsein reduziert und davon ausgeschlossen, Rechtssubjekte zu werden. (27.01.16)

Außerdemchen:

Peter Sloterdijk plappert im Cicero PEGIDA-Parolen nach, schreibt der Tagesspiegel, und in der WELT kommt ausgerechnet vom doofen Ulf Poschardt eine Gegenrede. +++ Christoph Drösser schreibt in der ZEIT einen hymnischen Nachruf auf Marvin Minsky: Der KI-Pionier und Hirn-Backupper ist diese Woche mit 88 gestorben. +++ Telepolis weist auf eine Studie hin, die ein mathematisches Modell dafür liefert, wann große Verschwörungen auffliegen. +++ Adornos „Erziehung nach Auschwitz“ wird in diesem Jahr ein halbes Jahrhundert alt, ist aber aktueller denn je, weshalb die Uni Frankfurt zum Symposium einlud, von dem Christian Füller für den Freitag berichtet. +++ Die NZZ bespricht Hans Peter Duerrs ebenso voluminöses wie trostfreies Kompendium der Nahtod-Erfahrungen. +++ In der taz wundert sich Micha Brumlik, warum noch immer so viele an Heidegger festhalten, obwohl die Schwarzen Hefte seinen Antisemitismus offenbart haben und er zum Stichwortgeber der Israelkritik geworden ist.


Links der Woche am 09.05.2015, 13:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 19/15

Schneller, höher, weiter

Jan Heinemann unterhält sich auf dem Blog Zeit.Räume mit dem Soziologen Hartmut Rosa über Identität, Zeit- und Raumwahrnehmung in der von ihm diagnostizierten Beschleunigungskrise - und wie diese mit der ökologischen Krise zusammenhängt. (21.04.15)

Mit Hegel gegen den Kapitalismus

Der Standard spricht mit Slavoj Žižek über die nötige Rückkehr von Marx zu Hegel, da dessen pessimistische Sicht auf die Zukunft viel besser in unsere krisenhafte Moderne passt als der Fortschrittsoptimismus Marxens. Revolution ist jedenfalls nicht in Sicht. Ansonsten lobt Žižek frohgemut und schamlos den Deutschen Idealismus und einen eurozentrischen Philosophiebegriff. (03.05.15)

Subtraktion, Blockade, Widerstand

Das Unsichtbare Komitee ist mit seinem Resümee über den kommenden Aufstand zurück in den Medien, diese Woche in einem ZEIT-Interview, das sehr schön daher kommt: Denn die Fragen wurden konsequent allein mit Zitaten aus der Revoltegeschichte beantwortet. (08.05.15)

„Was kann man damit werden?“

Die ZEIT begleitet die 17-jährige Schülerin Gesine Hagmeister bei ihrem Probestudium der „vollen geisteswissenschaftlichen Dröhnung“ an der Uni Bielefeld. Dokumentiert werden die Einstiegstipps ins philosophische Studentenleben, die der Tutor aus der Philosophie-Fachschaft so auf Lager hat. (06.05.15)

Wer ist Charlie?

Die SZ berichtet über die französischen Nachwehen der Pariser Anschläge vom Januar 2015. So streitet sich die Republik u.a. darüber, ob Voltaire oder Rousseau das geeignete gedankliche Rüstzeug für den Weltbürgerkrieg liefert, und ob wirklich alle Solidaritätsbekundungen für Charlie Hebdo einen humanistischen Hintergrund haben. (06.05.15)

„mit Heidegger gegen Heidegger“

Per Leo berichtet für die FAZ von einer kritischen Tagung zu den „Schwarzen Heften“ Martin Heideggers an der Uni Siegen. Allerdings scheint das habermassche Motto „mit Heidegger gegen Heidegger“ im Streit der Kritiker_innen nicht ganz aufgegangen zu sein - oder in diesem Sinne gerade doch. (06.05.15)

Et cetera:

Falls Sie einen Einstieg in die laufende Debatte um Heideggers Schwarze Hefte brauchen, sei nochmals auf die ausführliche Nachlese bei Glanz & Elend verwiesen: Teil 1 und Teil 2; kurz zusammengefasst in Lichtwolf Nr. 46. +++ Ebenda bei Glanz & Elend bespricht Jürgen Nielsen-Sikora den Briefwechsel Theodor W. Adorno und Gershom Scholem 1939-1969, über dem stets der abwesende Freund Walter Benjamin schwebt. +++ Die taz unterhält sich mit der Kulturwissenschaftlerin Karin Harrasser über den philosophischen Kern von Science Fiction. +++ Georg Seeßlen macht sich in seinem Blog ausführliche Gedanken über Geld (als Zeit) verdienen, haben und ausgeben im Spiegel der modernen Arbeitswelt und der Rhetorik der Niedertracht; außerdem geht es um Ästhetik, namentlich um Lesbarkeit und Differenz in der Bildkunst.


Links der Woche am 24.11.2012, 14:27 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 47/12

Willkommen im Diskurs

Thomas Thiel berichtet für die FAZ von einer Marburger Tagung zum Stand der Dinge in Sachen Michel Foucault. Dessen Diskurstheorie ist längst als guter Ton im Diskurs verankert, bleibt die ideengeschichtliche Aufarbeitung in Form z.B. von Hegelkritikkritik, angewandter Psychiatriegeschichte und Aktivierung der Gouvernementalität. (20.11.12)

BHL mal wieder

Für die FAZ hat sich Feuilleton-Juniorchef Nils Minkmar mit Bernard-Henri Lévy, der früher was mit Philosophie gemacht hat, unterhalten, und zwar über François Hollandes Inneneinrichtung und den Untergang Europas. (20.11.12)

Sie ist immer schon ihre Geschichte

Nebenan ist bei Information Philosophie die Abschiedsvorlesung von Heinrich Niehues-Pröbsting vom letzten Jahr nachzulesen. Darin fragt der Erfurter Philoprof, wozu und mit welchem Philosophieverständnis wir Philosophiegeschichte studieren, anstatt die ollen Kamellen links liegen zu lassen und uns mit Besinnungsaufsätzen hurtig einen Platz in der Ethikkommission zu erschreiben. (24.11.12)

Et cetera:

Hegel ist wieder da, meldet der Freitag! +++ Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus hat seit geraumer Zeit eine Forschungsstelle im Internet, wo u.a. philosophische Begriffe in 4.000 Zeichen erklärt werden, jüngst Horkheimer/Adornos "Fun ist ein Stahlbad". +++ Die Tage werden immer kürzer und Hans-Ulrich Gumbrecht denkt über Licht nach. +++ Joe Paul Kroll denkt dagegen beim CULTuRMAG über die Verfassung der Gattung Essay nach und darüber, was sie über die Verfassung des modernen Subjekts verrät.


Links der Woche am 20.10.2012, 14:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 42/12

Mit Adorno die Ohren spitzen

Das IPuP hat einen schönen Essay in der noch schöneren Onlinepostille Magenkrämpfe auf unwegsamem Gelände [M.A.U.G.] aufgetan. Darin wird solide in die psychosoziale Analytik des Jargons der Eigentlichkeit eingeführt, um es dann Leserin und Leser zu überlassen, nämlichen in den politischen Neujahrs- und Weihnachtsansprachen heutiger Zeit aufzuspüren. (13.10.12)

Heute ein Wunder, morgen ein Restposten

Boris Hänßler macht sich die Zeit bewusst, indem er sich mit Ray Kurzweil einen Sprung um 18 Jahre in die Zukunft vorstellt. Kurzweils Vorstellungen erscheinen weniger übertrieben, blickt man - wie Hänßler - auf den Stand der Technik vor 18 Jahren zurück. Passend dazu zeigt der britische Telegraph, wie einige populäre Websites anno tobak mal aussahen. (15.10.12)

Kurze Sprünge mit fremden Federn

Die Dissertation von Bundesbildungsministerin Annette Schavan wird nach Plagiatsvorwürfen jetzt so gründlich geprüft, wie das angeblich im Promotionsverfahren üblich ist. Mit angemessenem Rigor untersucht Wolfgang Bittner in der FAZ die Aporie der Bildungsministerin, um dann grundsätzlich zu werden über die Schlendriankultur in Urheberdingen. Nebenan bei Glanz & Elend erstellt Peter V. Brinkemper anhand ihrer Vorgehensweisen ein Psychogramm des ehemaligen Doktors zu Guttenberg und der noch-Doktorin Schavan - sowie der Wissenschaftskultur, die so was mehr als nur zulässt.

Dagegen aneseln

Nach seiner Essayreihe über Nietzsche und Jean Genet portraitiert Leopold Federmair im Begleitschreiben nun den Schriftsteller Gerd-Peter Eigner als Meister des konsequenten Querulantentums. Die Händel und Verwicklungen, die Eigner literarisch und persönlich provozierte, ergeben eine dicke Autobiographie und manche Feindschaft, auf die der Außenseiter aus gutem Geschmack stolz sein kann. (18.10.12)

Gumbrecht- / Technik-Woche

Hans Ulrich Gumbrecht fragt in seinem neuen Buch "Nach 1945 - Latenz als Ursprung der Gegenwart" wie wir wurden, was wir sind, und die taz unterhält sich mit dem Historiker darüber. In seinem FAZ-Blog nimmt sich Gumbrecht der Technikphilosophie Heideggers an und versucht, sie mit Friedrich Kittler an die zeitgenössische Informationstechnik anzuschließen, um zu fragen, ob und welches Sein sie entbirgt. Das erinnert ein bisschen an die Einleitung des aktuellen Lichtwolfs ("Jenseits des Menschen"). Da muss überhaupt irgendetwas los sein diese Woche, denn die NZZ bringt Thomas Machos Aufsatz über die Abgrenzung des Menschen von Nichtmenschen (Tiere, Maschinen), der wiederum an Marc Hieronimus' aktuelle Heft-Beiträge (von denen einer auch online steht) erinnert. Vielleicht liegt es an der sehr freundlichen Besprechung der Nr. 39 im "Blog Kultur oder Wissenschaft"; ebenso offen bleibt die Frage, ob Roy Batty wirklich "I want more life, fucker!" fordert oder nicht eher "I want more life, father!".

Aber auf jeden Fall gilt: Wer Gumbrechts und Machos aktuelle Aufsätze mag, wird auch den Herbstwolf jenseits des Menschen sehr schätzen.


Links der Woche am 22.09.2012, 14:46 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 38/12

Nach Columbus

Deutsche Uni-Leitungen gucken sich gerne was von ihren US-Kollegen ab und werden dafür mit Elite-Zuschüssen belohnt. Drum könnte die in der NZZ stehende Klage des Schriftstellers Gregor Hens über die Erosion akademischer Werte in den USA auch hierzulande relevant sein. (17.09.12)

Emo-Wochen bei der ZEIT

Die Philosophie, die ZEIT und die Wissenschaften haben die Gefühle für sich wiederentdeckt. Martin Hartmann plädiert denn auch in der ZEIT für Philosophie mit Gefühl und liefert denn auch eine Liste philosophiegeschichtlicher Exempel. Im Gespräch mit der Historikerin Ute Frevert und der Soziologin Eva Illouz geht es um die verdrängte Allgegenwart des Emotionalen in Ratio und Gesellschaft. Wer ganz starke Nerven hat, liest auch noch das Gespräch, das Moritz von Uslar beim Spaziergang mit Wilhelm Schmid, Experte für Häppiness, geführt hat.

Blasphemie ohne Gott

Die Sommerdebatte des Jahres folgte Martin Mosebachs Forderung, Gotteslästerung stärker unter Strafe zu stellen. Derzeit turnt die lautstarke Minderheit der Muslime vor, wie schwer es solche Gedankenwelten haben, im 21. Jahrhundert ein überschaubares Herzinfarktrisiko zu bewahren. Der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zeichnet in der NZZ die (lange) Geschichte des Blasphemie-Diskurses in Europa nach. In der ZEIT schreibt Michael Schmidt-Salomon im Namen der Aufklärung all jenen was ins Stammbuch, die bei aller bekundeten Freiheitsliebe dann doch mit Staatsgewalt für Rücksicht auf religiös motivierte Erpressung und metaphysische Grandeur sorgen wollen. Wenn Ihnen all das bekannt vorkommt, waren Sie auch beim letzten Harmageddon zwischen Freiheitshelden und Gottesschützern dabei bzw. kennen Neanders Text zur Papst-Satire von 2006. Leo Fischer von der Titanic erklärt in der taz, warum sein Magazin zur (von Journalisten und Außenamt so genannten) Propheten- auch noch Majestätsbeleidigung hinzufügt.

Das Weitere

Uwe Justus Wenzel stellt in der NZZ die deutsche Übersetzung der Aufsätze Cora Diamonds, die u.a. die Tierrechtsethiker kritisieren. (Apropos: im kommenden Lichtwolf schreibt der blinde Hund über Peter Singer). +++ Die Berliner Zeitung dokumentiert Judith Butlers Dankesrede über das richtige Leben im falschen. +++ Schönes Deutsch: Im Guardian kontempliert Mark Rice-Oxley über den Hang des Deutschen zu prosaischen Wortungetümen.


Links der Woche am 09.06.2012, 14:33 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 23/12

Degeisteswissenschaftlichkeitierung

Carsten Könneker bespricht in seinem Scilog "Gute Stube" das Buch "Wissenschaftssprache. Eine Gebrauchsanweisung." von Valentin Groebner. Dessen Kritik am geisteswissenschaftlichen Schreiben kommt Lichtwolf-Lesern nicht unbekannt vor: Stefan Schulze Beiering hat von Lichtwolf Nr. 31 bis 35 längst eine ausführliche Essayreihe zur Kritik der Geisteswissenschaften und ihres Duktus vorgelegt. (04.06.12)

tertium datur

Der Philosophy Bro erklärt an seinem Mailbag Monday den Dialethismus, also die relativ moderne Auffassung, wonach ein Satz durchaus gleichzeitig wahr und falsch sein kann. Das Lügnerparadoxon und andere selbstreferentielle Aussagen dienen ihm als Beispiel, logische Positivisten müssen sehr stark sein. (04.06.12)

Teddy, mach ma Bier!

Die ZEIT-Serie "Studenten von früher" informiert uns über die wilde Studizeit eines gewissen Theodor W. Adorno, komplett mit Rock'n'Roll, Frauengeschichten und Irrungen & Wirrungen. (06.06.12)

Geschickt

Schicksal ist das Gegenteil von Selbstbestimmung und deshalb seit der Aufklärung out, findet Hans Ulrich Gumbrecht in seinem FAZ-Blog "Digital/Pausen". Allerdings hat es sich als "Kontingenz" ganz gut im Denken gehalten. Attraktiver jedoch auch als Heidegger Schick-sals-Gewese findet Gumbrecht das stoische Schicksalsgewebe. (08.08.12)


Links der Woche am 07.04.2012, 15:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 14/12

Put your Schlegel in my Kant

Die Spaßgesellschaft endete am 11. September 2001, seither hat es die Ironie schwer gehabt im öffentlichen Diskurs. Das tut ihm nicht gut und der Kunst im weitesten Sinne auch nicht, findet Peter Richter, und weist in einem wunderbaren FAZ-Text nach, das auch schon Griesgrame wie Hegel müßige Verspieltheit unter dem verbissenen Ernst des bürgerlichen Realitätssinns begruben. (01.04.12)

Warum Flaggen brennbar sind

Thomas Grüter fragt in seinem Scilog "Gedankenwerkstatt", ob Irrationalität womöglich kein Defekt, sondern nur ein weiterer üblicher Modus des Denkens ist. Der Glaube an übersinnliche Kräfte ist schließlich in allen Kulturen verbreitet, ebenso wie der an Rituale, Wahrsagerei und Symbole, wie der hierzulande gültige § 90a StGB bezeugt. (02.04.12)

Kaum Diskurs im Diskurs

Nebenan bei Glanz & Elend rekapituliert Peter V. Brinkemper eine Wuppertaler Tagung zu Habermas' Update des Historischen Materialismus', die eher zu einer (mäßigen) Werkschau geriet. Was sind Kapitalismus und Demokratie heute in Europa? Was bedeuten Erkenntnis und Interesse für den Diskurs? Was machen Wissenschaft und Technik im Überbau?

"deutsche Gebrauchsliteratur"

Kürzlich lasen vor 250 "eher linken" Zuhörern die Redakteure Mely Kiyak (FR), Yassin Musharbash (SPON) und Deniz Yücel (taz) aus der Hatemail vor, die sie in den vergangenen Jahren erhalten haben: Leserbriefe, aus denen Rassismus, aber auch Sexismus und Antisemitismus nur so herausmüffeln. Der kathartische Abend schien - dem taz-Bericht nach - sogar lustig gewesen zu sein, wenn nämlich die Zuschriften vor lauter Hass gar zu sehr ins Absurde kippten. (02.04.12)

Von der Fahne gegangen

Die Zentripetalkraft des abendländischen Kapitalismus und seiner Leistungsnorm lässt nach. Dokumentiert wird das von der Selbstauskunft einer jungen Hochschulabsolventin mit Karriereaussichten, die nicht etwa hingeworfen hat, um sich mit Sabbatjahr oder Abenteuerurlaub für den Job zu regenerieren. Vielmehr lebt sie jetzt einfach von Arbeitslosengeld jenseits von Schland; mit Oscar Wilde: "I don't want to earn a living, I want to live." (04.04.12)

Das Weitere und Engere

In der NZZ bespricht Ludger Lütkehaus das neue Buch "Aufklärung. Das europäische Projekt." von Manfred Geier. +++ Anlässlich der Veröffentlichung von Theodor W. Adornos Vorlesungen zur Ästhetik und Dialektik läuft in Berlin eine Ausstellung zu TWA, schreibt der Tagesspiegel. +++ Sensation: Fichte war kein Rammenauer, sondern aus Oschatz, wie die Oschatzer Allgemeine Zeitung atemlos meldet!



Links der Woche am 11.06.2011, 14:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 23/11

top-down-Beschiss

Aus der vergangenen Woche noch: Beim Wissenschaftsbeschiss gibt es zwei Methoden - das bottom-up-Verfahren, bei dem z.B. ein ehrgeiziger Politiker sich auf dem Weg nach oben einen Titel erschleicht, und das top-down-Verfahren, bei dem ein Etablierter seine Publikationsliste mit dem aufbläht, was ihm an Haus-, Seminar- und Abschlussarbeiten zugetragen wird. Gunter Dueck träumt in den WissensLogs von einer auf die Aufklärung solcher Fälle spezialisierten Einheit. (29.05.11)

Gebildet geht die Welt zugrunde

Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech nimmt in der SZ die Sitten und Gebräuche der Nachhaltigkeits-Schickeria und der Lohas unter die Lupe. Der Befund, dass es der Umwelt wenig nutzt, wenig der fair gehandelte Kaffee mit dem SUV vom Bioladen abgeholt wird, ist nicht neu, wird hier aber schön formuliert. Überdies verknüpft Paech die Problematik recht originell mit der Bildungspolitik. (07.06.11)

Bruder Menschenaffe

Der Philosoph Peter Singer will behinderte Kinder abtreiben und die Tötung von Menschenaffen als Mord verfolgen lassen. Edgar Dahl stellt in den WissensLogs klar, was von den Vorwürfen gegen Singer zu halten ist, und gibt eine sehr luzide Übersicht über seine Argumentation, die zugleich eine schöne Einführung in die Tierphilosophie darstellt. (09.06.11)

Adorno und die Kunst

Ausgerechnet bei den Adorno-Vorlesungen 2011 will Robert Pippin die Ästhetik des von TWA gescholtenen Hegel rehabilitieren. Christian Schlüter berichtet in der FR von der Wahrheit des Kunstwerks in der Falschheit des Lebens. (09.06.11)

Was man alles nicht weiß

Agnotologie ist der jüngste Spross am Baum der Erkenntnis und die tatsächlich ernst zu nehmende Lehre vom Nichtwissen, für das die Maßeinheit "Bush" verwendet wird. In der FAZ hat Manuela Lenzen die Ergebnisse der Tagung zum Umgang mit Nichtwissen am Bielefelder Zentrum für interdisziplinäre Forschung dokumentiert. (09.06.11)

Urlaubslektüre

Nicht nur im nächste Woche erscheinenden Lichtwolf Nr. 34 (Titelthema: Urlaub) sind schöne Lektürehinweise für die Ferienzeit enthalten: Herbert Debes hat Camus' "Hochzeit des Lichts" wiedergelesen und legt in Glanz & Elend die essayistisch-poetischen Beschreibungen der mittelmeerischen Natur denen ans Herz, die zu Hause bleiben und denken müssen. (10.06.11)


Links der Woche am 28.05.2011, 14:16 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 21/11

Das Wort "Ich" im Gerede

Nebenan bei Glanz & Elend bespricht Goedart Palm Michail Bachtins "Zur Philosophie der Handlung". Der Acte gratuit wird als anlass- und motivlose Tat zum negativen Ausgangspunkt einer Philosophie der Handlung, die beim vitalistisch und phänomenologisch beschlagenen Bachtin die Selbstbehauptung des Individuums zum Grund hat. (23.05.11)

Erfahrungen im Abseits

Am 4. Januar d.J. starb der Imam und Dichter Hadayatullah Hübsch. Die Kollegen von satt.org bringen Auszüge aus Gesprächen, in denen Hübsch in den letzten Wochen vor seinem Tod seinen Beatnik-Kollegen und Linienpiloten Jürgen Ploog biographisch ausgefragt hat z.B. über das Fliegen, das Reisen und seine Begegnung mit Burroughs. (23.05.11)

Gleichheit oder Kapitalismus

Freiheit hier, Gleichheit da sind die zwei Enden einer Wurst, an der die Philosophie schon lange kaut. Andreas Herberg-Rothe unternimmt in der FR den Versuch, die Begriffe zu klären, ihren historischen Konflikt - besonders augenfällig während des Systemgegensatzes im Kalten Krieg - nachzuzeichnen und einen neuen Tara im Kapitalismus anzumahnen. (23.05.11)

Mediävistik wie Maschinenbau

Die britische Mitterechts-Regierung ist unter Studenten nicht wohlgelitten. Das gebrochene Wahlversprechen der Liberalen, die Studiengebühren abzuschaffen (tatsächlich wurden sie drastisch erhöht), ist das eine. In der FAZ berichtet Anna Gielas von neuen politischen Vorgaben, mit denen insbesondere die Geisteswissenschaften auf der Insel kaputtevaluiert werden. (23.05.11)

(Dazu passt durchaus der drei Tage darauf ebd. veröffentlichte Kommentar von Gina Thomas zu den britischen Sparmaßnahmen im Bibliothekswesen.)

Narziss in der U-Bahn-Station

Im Freitag überlegt der Gefängnispsychologe Götz Eisenberg - der ebd. mit einer Portraitreihe über Kriminelle geglänzt hat -, warum Jugendliche Gewalttaten in kameraüberwachten Ecken wie U-Bahnstationen verüben. Der sozial, politisch und medial geforderte Narzissmus zeigt seine dunkle Seite: Die Täter schlagen zu, nicht obwohl, sondern weil sie dabei gefilmt werden. (25.05.11)

Das schwindende Königreich

Bei den Scilogs greift Sprachblogger Anatol Stefanowitsch die Anregung eines alt-Texts auf, dass und wie man von einem beliebigen Wikipedia-Eintrag in endlich vielen Klicks zum Eintrag "Philosophie" gelangt. Sodann erklärt er anhand eines Beispiels, warum alle Wege zur Philosophie führen. (26.05.11)

Der Warenfetischismus des Jazz

Volker Heins bespricht in der FR Dirk Braunsteins Buch "Adornos Kritik der politischen Ökonomie", worin der Autor Kritik an Adornos (ökonomisch fundierter) Kritik insbesondere der Kulturindustrie übt. Bei TWA nämlich fielen am Ende Wirtschaft und Gesellschaft in eins und das findet Braunstein dann doch wenig überzeugend. (27.05.11)


Links der Woche am 12.03.2011, 19:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 10/11

Immer die anderen

Das nützt den Japanern gerade nichts, könnte aber erhellend sein für diejenigen, die auf der anderen Seite der Welt an der Katastrophe via Live-Ticker teilnehmen: Der Vortrag von Andrea Esser beschäftigt sich unter dem Titel "Übrigens sterben immer die Anderen" mit dem Tod als Problem der praktischen Philosophie. (06.03.11)

Godzilla vs. King Kong in Bad Bellingen

Die FR bringt ein "Dramolett" von Otto A. Böhmer, in dem sich Martin Heidegger fiktiverweise zu Theodor W. Adorno an den Tisch setzt (unter der falschen Prämisse, sie hätten einander nicht gekannt). Die zwei machen einen Abstrich von Raum und Zeit, mampfen Hubertustopf und gemischten Salat, hauen einander den Jargon um die Ohren und der Leser sollte bei der Lektüre mal lieber seinen Philosophieduden aufgeschlagen neben sich haben! (06.03.11)

No Lebensrisiko, no fun

Womöglich anlässlich der "närrischen Zeit" (würg) plädiert der Wiener Philosoph Robert Pfaller in der FAZ dafür, auch beim Maßhalten etwas maßzuhalten. Denn staatlicher Paternalismus und ökonomische Selbstoptimierung treiben der lebensweltlichen Vernunft den Spaß am Leben aus, der - so wird mit vielen Stoikern im Gepäck argumentiert - von der gelegentlichen vernünftigen Selbstbeschränkung der Vernunft ermöglicht wird. (07.03.11)

Besser geht immer

Der Druck nimmt zu: Jede ausgeschlagene Option der Selbstoptimierung gewährt der weniger zimperlichen Konkurrenz einen Vorteil - und Konkurrenz herrscht überall und um alles: Arbeitsplätze, Liebespartner, Versicherungsprämien, Kindergarten- und Grabplätze. Melanie Mühls Gedanken in der FAZ gehen vom Trend zum Zweitlifting aus, um den lebensweltlichen Opportunismus bis hin zur strategischen Abtreibung zu behandeln. (08.03.11)

Prost!

Peter Richter meditiert - womöglich auch wegen Fasnet - übers Saufen (und sei es auf Weingütern). Dazu gibt es historische Anekdoten über die innerdeutsche Schnapsdiplomatie der Neuzeit ("Man muß sich, so deuten es manche Historiker an, das Abendland bis ins 18. Jahrhundert als durchgängig und flächendeckend angeschickert vorstellen."), phänomenologische Betrachtungen über Bierflaschen und die soziale Aporie des Trinkens oder Nicht-Trinkens sowie düstere Zukunftsaussichten. Obacht, hier macht die FAZ plötzlich doch wieder alte Rechtschreibung, weil es sich um einen Auszug aus dem Buch "Über das Trinken" (Goldmann, 2011 - respect!) handelt! (08.03.11)

Unsere härteste Konkurrenz

Seit 15 Jahren gibt es den SuKuLTuR-Verlag und er hat viel erlebt und erreicht: Seine kleinen gelben Büchlein werden in Süßigkeiten-Automaten verkauft und letztes Jahr hat ein junges Ding ihren hochgelobten Debüt-Roman insbesondere bei Airen, einem der Autoren von SuKuLTuR, abgeschrieben. Nun bewirbt sich der Verlag um den Victor-Otto-Stomps-Preis der Stadt Mainz 2011 und der Lichtwolf sieht bei solcher Konkurrenz seine Chancen auf den Preis schwinden. (12.03.11)

Leichen treppauf

Es rumort nebenan: Offenbar hat Michael Helming ein neues Buch in der Mache, das am 1. April im catware.net Verlag erscheint, der auch den Lichtwolf vertreibt. Näheres weiß man wohl, aber es wird noch nichts verraten. Das Cover des Büchleins kann man sich schon angucken und in Vorfreude schwelgen. Mehr in einer Woche nach Erscheinen von Lichtwolf Nr. 33 ("Monster")!







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