Einige Funktionen dieser Website setzen die Speicherung von Cookies auf Ihrem Rechner voraus. Darüber hinaus verwenden wir Cookies von Google, um Anzeigen zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Mehr erfahren Sie in den Datenschutzbestimmungen des catware.net Verlags.

Ok, einverstanden!

lichtwolf.de / Monatsbuch / Finden

Monatsbuch

Suche ausgeführt.

Mit dem Stichwort "Terrorismus" sind die folgenden Artikel markiert:


Links der Woche am 05.02.2017, 12:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 05/17

Möglich ist alles

Das Verhältnis zwischen Philosophie und Wissenschaft ist weiterhin Reinhard Jellens Thema bei Telepolis. Diese Woche sprach er mit Petra Gehring über die besonderen Eigenschaften der Philosophie als Wissenschaft, über die gleichzeitige Spezialisierung und Konvergenz der Fächer und die mögliche Absorbtion der Philosophie von den Sozialwissenschaften. (29.01.17)

Die Dinge machen ihr Ding

Algorithmen handeln präziser und wissen mehr über uns als wir selbst, weshalb - so Christopher Wimmer im Freitag - ein neuer Materialismus an der Schnittstelle zwischen Geistes- und Naturwissenschaften in der Philosophie Einzug hält, um das Verhältnis zwischen dem Anhängsel der Maschine und dem autonomen Artefakt auszuleuchten. Wimmer stellt einige Vor- und Nachdenker vor. (30.01.17)

Subversion auf Umwegen

Alles muss heute ASAP und ganz zielorientiert gehen, kommentiert Roman Bucheli in der NZZ anlässlich einer Schweizer Debatte um die zwecklose Schönschrift. Dabei sind Krakel und Schnörkel doch der schönste, weil abschweifende Widerstand gegen die allseits gepredigte geometrische Lebenskunde! (04.02.17)

Der Idealismus heute

Für die FAZ unterhält sich Ulf von Rauchhaupt mit dem Philosophen Vittorio Hösle über den Idealismus in ökonomisch-technischen Zeiten. Hösle erklärt darin erstmal den Unterschied zu Realismus, Materialismus usw. - und woran diese Positionen scheitern; außerdem sind Kreise besser als Pferde und moralische Urteile so real wie mathematische. (05.02.17)

Vom Radikalismus zum Terrorismus

Wer noch keine rechte Vorstellung davon hat, wie Radikalisierung ganz normaler Bürger infolge eines fraglich gewordenen Sicherheitsempfinden funktioniert, dem erklärt es der Psychologe Ernst-Dieter Lantermann in der NZZ. Für Glanz & Elend wiederum hat Jürgen Nielsen-Sikora „Die Erfindung des Terrorismus“ gelesen: Carola Dietze erklärt darin an fünf Beispielen, wie der moderne Terrorismus zwischen 1858 und 1866 entstand.

Two weeks in...

Zwei Wochen Trump sind geschafft, mindestens 206 liegen noch vor uns. Slavoj Žižek verlangt in der NZZ von der globalen Linken, zu lernen, lernen, lernen: Statt weiterhin die politisch korrekte Sprachpolizei zu spielen sollte sie darauf reagieren, dass sich der Milliardär Trump erfolgreich als Rächer der Unterdrückten aufspielen konnte.

Georg Seeßlen denkt im Freitag über die auf einen Kulturkampf hinauslaufenden Beziehungen zwischen dem eher liberalen Hollywood und dem Weißen Haus nach - und inwiefern sie als Fieberthermometer der demokratischen Kultur taugen.

Der Schriftsteller Norbert Niemann zeigt sich in der ZEIT fassungslos über den schamlosem Kampf gegen Wahrheit und Dialog, wie er sich in Trumps You-Are-Fake-News-Gestus ausdrückt.

Außerdem bringt die ZEIT zum 30. Januar von Volker Ullrich zusammengestellte abwartende Reaktionen von Zeitgenossen auf Hitlers Amtsantritt vor 84 Jahren - auch auf Englisch erhältlich.


Links der Woche am 24.12.2016, 15:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 52/16

Die Politischkorrekten wollten das so!

Michael Hampe widmet sich in der ZEIT der kulturwissenschaftlichen Linken (KWL), für die Pippi-Langstrumpf-Leser Rassisten sind und für die der Nordpol genauso relativ, konstruiert und historisch ist wie Hampes Oma. Nun, da rechte Verschwörungstheoretiker an die Macht kommen, wendet sich ihr Vulgärkonstruktivismus gegen sie und die KWL hat dem in Theorie und Praxis nichts entgegenzusetzen. (19.12.16)

Von Nietzsche zu Brexit und Trump

vox.com unterhält sich mit Hugo Drochon, der Nietzsche als transnationalistischen politischen Denker liest, der ausgehend vom Tod Gottes die aktuellen Populismus-Krisen der Demokratie und die Relativismus-Krise der Philosophie schon zu Bismarcks Zeiten vorhergesagt hat. (20.12.16)

Optionen und Willkür

In der ZEIT (und seinem neuen Buch) beklagt Maximilian Probst das Aussterben der Verbindlichkeit. Die undurchschaubare Vielfalt der Wahlmöglichkeiten macht es schwer, sich festzulegen, und überfordert die Rechtswähler. Dem versucht Probst eine Verbindlichkeit entgegenzusetzen, die nicht nach Biedermeier riecht, sondern der Zukunft zugewandt, liberal und autonom ist. (21.12.16)

Philosophie war schon immer globalisiert

Philosophie ist nicht nur das, was die Griechen gemacht und ihre Erben fortgesetzt haben, erinnert Heiner Roetz in der FR und plädiert für eine globalisierte Perspektive auf die Diziplin. Dazu gibt er nachahmungswürdige Beispiele für die gegenseitige kulturelle Beeinflussung in und Bereicherung der Philosophiegeschichte. (22.12.16)

„Die Grausamkeit massakrierter Körper.“

Vor über 100 Jahren ging es auch nicht friedlicher zu, dafür aber inszenierte sich die Avantgarde schwer kulturterroristisch, schreibt Stefan Zweifel in der NZZ. Heute sind Terroristen Meister der Inszenierung, die von Nietzsche über Breton und Artaud bis Debord die Starre lösen sollte, die nun von ganz realer Gewalt erschüttert wird. (22.12.16)

Alles nichts Neues

Nils Markwardt zweifelt im Freitag an der Rede vom „postfaktischen Zeitalter“, denn die darunter subsumierten politischen und sozialpsychologischen Phänomene wurden von Le Bon und Adorno längst beschrieben. Tatsächlich profitieren Rechtspopulisten von einem Vertrauensdefizit, das wiederum von Luhmann ausgiebig beschrieben wurde. (27.12.16 - aus der Zukunft!)

Kann man mal lesen

Iris Radisch stellt in der ZEIT das unvollendete letzte Büchlein Roger Willemsens vor, worin dieser als enttäuschter Moralist mit unserer Gegenwart abrechnet. +++ Hans Hütt zeigt sich im Freitag ganz begeistert von Dieter Thomäs Philosophie des Störenfrieds, einer Studie, die gerade zur rechten Zeit (nämlich zu der des „Orangenmanns“)kommt. +++ Diese Woche ist bekanntlich Lichtwolf Nr. 56 zum Thema Gebäck erschienen: Das Heft gibt es im Abo oder für 8,50 Euro einzeln sowie als DRM-freies E-Book im epub-Format oder für Kindle.

Schöne Feiertage!


Links der Woche am 30.07.2016, 14:39 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 31/16

Universitäre Kopfpauschale vom Bund

Mathias Brodkorb, Bildungsminister von Meckpomm, beklagt in der FAZ die Folgen der Länderautonomie bei der Hochschulfinanzierung, obwohl das Grundgesetz vergleichbare Lebensverhältnisse verlangt. Der Länderfinanzausgleich hilft nicht, ist eher Teil des Föderalismusproblems. Er plädiert stattdessen für ein „System mit Ausgaben-Benchmarks“. (26.07.16)

Kampf der Patriarchate

Im österreichischen Sommerloch beschimpft ein Schriftsteller eine Schriftstellerin als „sprechenden Rollmops“. Catherine Newmark fragt sich in der ZEIT, warum öffentlich in Erscheinung tretende Frauen v.a. von Rechtspopulisten am liebsten damit beleidigt werden, dass sie des Beischlafs nicht wert seien, und findet manch einen Einblick ins Innenleben des Mannes von heute. (27.07.16)

Gotteslästerung, Pornographie, Forstdiebstähle

Arno Schmidt hat in der Adenauerzeit wegen seiner Bücher oft Post vom Staatsanwalt bekommen. Der Germanist Georges Felten war beteiligt an einem Projekt zu Literatur und Kunst vor Gericht und zeichnet in der FAZ die Strafverfahren um Schmidts „Seelandschaft mit Pocahontas“ nach. (28.07.16)

Erklärung für den Terror

Nach den Anschlägen der letzten Woche ist das Bedürfnis nach Erklärungen groß. Christian Geyer zeigt sich in der FAZ skeptisch, wie Datenprofile helfen sollen, bis zu ihrer Tat unauffällige Leute als potentielle Attentäter zu identifizieren - zumal auch alle psychologischen Spekulationen ex post eben nur das sind. A.a.O. werden aktuelle Bücher von Alain Badiou, Franco ,Bifo‘ Berardi und Farhad Khosrokhavar besprochen, die den Terror als Verstauchungssymptom des Kapitalismus beschreiben. Im Freitag blickt Nils Markwardt auf den Attentäter von München, in dem er mit Theweleit den „Vertreter einer Art toxischer Maskulinität“ erkennt. Der Filmemacher Orwa Nyrabia will in der ZEIT nichts von Motivspekulationen wissen, sondern rät dringend dazu, nicht in die Angstfalle zu stolpern, die durch die IS-Propaganda bereitet worden ist. Vielleicht liegt es aber auch am Wetter: Die FAZ verweist auf Studien zum Zusammenhang von Klima und Aggression.

Außerdemchen:

Die FR bespricht begeistert Dieter Henrichs Buch „Sein oder Nichts“, worin er sich mit den Dichterphilosophen Beckett und Hölderlin auseinandersetzt. +++ Wie es ist, eine Fledermaus zu sein, werden wir bekanntlich nie wissen; aber wie es ist, ein Philosoph zu sein, das können uns ja Betroffene auf der just verlinkten Interviewseite verraten.


Links der Woche am 23.07.2016, 15:20 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 30/16

Die Querfront am Beispiele von Compact

Für Telepolis unterhält sich Sascha Pommrenke ausführlich mit den Soziologen Kevin Culina und Jonas Fedders über Compact und wie Jürgen Elsässers Postille mittels Verschwörungsdenken, Kapitalismuskritik und struktureller Antisemitismus linke und rechte Wirrköpfe zur Querfront vereint. (16.07.16)

Lasst die Leute doch in Ruhe.

Patrick Spät hat ein Buch über die Generalverarsche im Kapitalismus geschrieben, aus dem ein Auszug bei Telepolis zu lesen ist. Darin dekonstruiert er den Mythos der Vollbeschäftigung, der trotz der immer umfassenderen Automatisierung der Arbeitswelt - die Leute unter die Knute des Jobcenters zwingt, anstatt sie von Mangel und Mühsal zu befreien - gepflegt wird. (17.07.16)

Besser als schnell fertig

Die Bologna-Reform sollte Bummelstudenten den garaus machen, aber es gibt sie noch: ZEIT Campus portraitiert eine angehende Luft- und Raumfahrttechnikerin im 19. Semester. Die Not, Geld zu verdienen, universitäre Ehrenämter und eigene Forschungsinitiativen haben das Zeitkorsett der Regelstudienzeit gesprengt. (19.07.16)

Das Denken spannend darstellen

Intellektuelle sind eigentlich keine Figuren, die fürs Kino gemacht sind, und doch gibt es gerade eine neue Schwemme von Filmen über Intellektuelle. Sabine Horst hat sie für die ZEIT gesichtet und macht sich Gedanken über die ästhetische Darstellung von Innerlichkeit im Kintopp. (20.07.16)

Politikverflechtungsfalle ECTS

Kürzlich haben sich Bildungspolitiker auf eine Reform der Bologna-Reform verständigt. Der Bielefelder Soziologe Stefan Kühl beobachtet in der FAZ, dass dabei klammheimlich das ECTS-Punktesystem beerdigt wird, und skizziert Sinn, Geschichte und Scheitern dieser Studienwährung mit hohem „Fiktionsgehalt“. (22.07.16)

Es bleibt zu laut in den Städten.

Großstadt heißt Lärm, und als beide im 19. Jahrhunderts miteinander wuchsen begann die Auseinandersetzung mit der sensorischen Überlastung. Peter Payer zeichnet sie in der NZZ nach und fährt dafür Stadtplaner, Soziologen, Musiker und andere Künstler auf, die nach einem menschlichen Umgang mit den „Betriebsgeräuschen der Moderne“ suchten. (22.07.16)

Das Weitere und Engere:

Die FAZ rekapituliert die Missbrauchsvorwürfe gegen den Ethiker Thomas Pogge und dessen verzweifelt-ungeschickten Umgang damit. +++ Nils Markwardt weist im Freitag darauf hin, dass der Hype um Pokémon Go auch ein Problem des Digitalkapitalismus offenbart. +++ Die ZEIT zeigt sich sehr angetan von dem impliziten Appell, der in Peter Wohllebens Bestseller „Das Seelenleben der Tiere“ enthalten ist. +++ Kunst ist scheiße und umgekehrt: Marie-Luise Goldmann schreibt in der WELT eine kleine Kunstgeschichte der Exkremente. +++ Die FAZ hat noch einmal die Studie gelesen, wonach die Bildungsexpansion zu sozialem Unfrieden (und Terrorismus) führt, wenn es nicht genug Jobs für die Hochqualifizierten gibt. +++ Hannes Vollmuth meditiert in der SZ über die verschiedenen Einsamkeiten des Romanlesers.


Links der Woche am 21.05.2016, 14:32 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 21/16

Schlechte Uni Bolognese

Unter der schönen Überschrift „Kleine Reform eines großen Irrtums“ berichtet Stefan Kühl in der FAZ über die Pläne der Wissenschaftsministerien, jetzt endlich mal die gröbsten Verheerungen durch die Bologna-Reform zu kitten und die Verschulung der Universitäten mitsamt Notenwahn und Prüfungsterror ein bisschen einzuhegen. (18.05.16)

Algorithmen oder Trump?

Die Watson 2016 Foundation hat (zum Spaß) vorgeschlagen, 2020 einen Supercomputer als US-Präsidentschaftskandidaten zu nominieren. In der FAZ zählt Adrian Lobe zunächst die Gründe auf, warum eine Künstliche Intelligenz gute Politik machen könnte, und endet dann mit den ethischen Erwägungen, die alles wieder zunichte machen. (20.05.16)

Wider die rot-grün-versiffte Kulturpampe

In der ZEIT denkt Thomas Assheuer über rechtspopulistische Kulturpolitik nach, die Teil der europaweiten Re-Nationalisierungs- und Abgrenzungsstrategie ist und der es um mehr als eine Leitkultur geht: Die Mytheme von Kultur, Volk, Nation brechen in der Krise gewaltsam hervor und streben einem vorpolitischen Naturzustand zu. (20.05.16)

Nicht alle, aber manche - und das reicht.

Ruud Koopmans wundert sich in der NZZ, wieso sich der Paris-Attentäter Salah Abdeslam so lange in seiner Heimatstadt Brüssel verstecken konnte. Dabei war jede Terrorgruppe der Geschichte auf Sympathisanten angewiesen, die sich hinreichend mit den Tätern identifizieren können. Erfolgreiche islamistische Anschläge weisen darauf hin, dass es unter Muslimen in Europa ein Unterstützerpotential gibt. (21.05.16)

Philosophie ist beliebt!

In Köln steigt wieder die phil.cologne. Lars Weisbrod vermutet in der ZEIT hinter der Popularität solcher Philosophie-Festivals die Sehnsucht nach gut gelüfteten Schutzräumen jenseits von Polarisierung, politischer Korrektheit und Shitstorm-Angst. Das hingegen passt: Das populärphilosophische Magazin Hohe Luft lässt den Heidegger-Schwarzheft-Herausgeber Peter Trawny vor der Selbstabschaffung der Philosophie durch ihre Popularisierung warnen. Denn der Trend zur Philosophie für Jedermann hängt zusammen mit der Ökonomisierung der Universitäten.

Altes vom Studentenpack

Studenten heißen längst Studierende, was konservative Kulturkritiker nervt. Dabei wollte es schon Johann Gottlieb Fichte so, wie der Historiker Philipp Felsch in der FAZ anmerkt, allerdings nicht aus Gender-Gründen. Sondern weil die Studenten nur Quatsch machten statt zu studieren. Aus diesen seligen Zeiten rührt noch manche heutige Wendung, wie Matthias Heine in der WELT über die Jugend- und Studentensprache des 18. und 19. Jahrhunderts schreibt: Der krasse Schwachmat versucht einen famosen Ulk und blamiert sich bierbass als Kümmeltürke.

Außerdemchen:

Die FAZ weist auf eine Studie hin, die am Beispiel Mexiko-USA zeigt, das Grenzsicherung Migration nicht nur nicht verhindert, sondern böse-ironische Nebenfolgen hat. +++ Jens Bisky berichtet für die SZ vom 31. Internationalen Hegel-Kongress in Bochum, wo man den Beinaheabschluss der Hegel-Gesamtausgabe zelebrierte. +++ Auf der phil.cologne zankte sich Axel Honneth mit Norbert Bolz über Sozialismus und deutsche Verhältnisse, wie die FR berichtet. +++ Die NZZ bespricht den in Buchform vorliegenden Briefwechsel zwischen Paul Celan und René Char. +++ Dem in Yale lehrenden Ethiker Thomas Pogge wird vorgeworfen, gegenüber seinen Doktorandinnen sexuell übergriffig geworden zu sein.


Links der Woche am 14.05.2016, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 20/16

Kommando zurück!

Für die ZEIT hat sich Elisabeth von Thadden in der Karlsruher Ausstellung „Reset Modernity!“ - kuratiert von Bruno Latour - umgesehen. Die versammelten Werke suggerieren: Das Hoffnungsprojekt Moderne steckt in der Krise fest, gute Gelegenheit also, selbst auch mal innezuhalten und nachzudenken, wie es weitergehen soll. (05.05.16)

Verschwörungs-FAQ

Bei den Scilogs hat Thomas Grüter drei häufige Fragen und Antworten zusammengestellt, die sich in den zehn Jahren seit Erscheinen seines Buchs über Verschwörungstheorien ergeben haben: Woran erkennt man sie? Wie verhalten sie sich zu Verdacht und Wirklichkeit? Warum glauben nicht nur Irre an sie? (11.05.16)

Was Horkheimer gesagt hat

Die kapitalistische Subjektivität ist Faschismus, schreibt Alain Badiou in seinem neuen Buch, aus dem ein Auszug im Freitag steht. Badiou erklärt den Terrorismus mit der Enttäuschung vom Westen, auf die ein nihilistisches Gangstertum folgt, das wiederum dem Kapitalismus entspricht. (11.05.16)

Die linke Professoren-Troika

Falls Sie glauben, der Postkapitalist Paul Mason sei noch nicht hochgejazzt genug: Nun setzt er sich im Guardian bzw. Freitag mit den jüngsten Veröffentlichungen der beiden anderen Linksolympier Thomas Piketty und Yanis Varoufakis auseinander. Für deren trotz des drögen Themas spannende Analysen der Finanz- und Eurokrise hat er nur Lob übrig. (11.05.16)

Das Licht am Ende

Anlässlich der Fertigstellung des Gotthard-Basistunnels meditiert Martin Ebel in der WELT über Enge, Tiefe und Claustrophobie: Vom Uterus bis ins Grab ist der Tunnel das Gegenstück zur Brücke und ein spektakulärer Angstraum, der von Ingenieuren und Künstlern gleichermaßen bewundert wird. (13.05.16)

Weiteres und Engeres:

Der Standard berichtet über die Aufführung des Stücks „Terror“ von Ferdinand von Schirach im Linzer Landgericht, bei dem die Zuschauer entscheiden, ob ein Kampfflieger dafür verurteilt wird, ein entführtes Flugzeug abgeschossen zu haben, um einen Terroranschlag zu verhindern. +++ Die Schriftstellerin Vendela Vida wundert sich in der ZEIT, dass das Leben die dollsten Geschichten schreibt, die im Roman wie ausgedacht wirken. +++ Mathe im Kino: Die ZEIT weist auf den Film „Die Poesie des Unendlichen“ hin, in dem sich Mathematiker erstmals nicht als Freaks dargestellt sehen dürfen. +++ Außerdem portraitiert die ZEIT die Bestatterin und Mediävistin (Spezialgebiet: Hexentheorie) Caitlin Doughty, die zunächst ihre eigene Todesangst überwand und uns nun das gleiche lehren will. +++ Die NZZ bespricht zwei Bücher von Gernot Böhme und Michael Hutter, die sich beide mit dem ästhetischen Kapitalismus befassen. +++ Die FAZ bringt den offenen Brief Heidelberger Professoren wider das System zur Akkreditierung von Studiengängen.


Links der Woche am 26.12.2015, 17:21 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 52/15

Hoppla, es ist ja schon wieder Samstag und damit Zeit für die Links der Woche!

Trigger-Warnung

Damit es nicht zu besinnlich wird: Für Telepolis hat sich Marcus Stiglegger ausgiebig mit beim westlichen Kino entlehnten Narrativen, Dramaturgie und Ästhetik der Snuff-Videos beschäftigt, mit denen die IS-Miliz im Internet zugleich Gegner einschüchtern und neue Anhänger gewinnen will. (20.12.15)

Zeitungen und Ewigungen

Der Feu-Chef der NZZ, Martin Meyer, befasst sich in seinem nostalgischen Weihnachtsessay mit Ohnmacht und Beschleunigung, die die moderne Lebenswelt verheeren. Ein überfälliger Beilagen-Beitrag, der von Gadamer in letzter Minute via Aeroplan geliefert wurde, wird zum Sinnbild dafür, was der Fortschritt seit den 1980ern nicht nur in Redaktionen obsolet gemacht hat. (24.12.15)

Bekenntnisse auf Knien

Die FAZ bringt einen Auszug aus des Althistorikers Robin Lane Fox’ umjubelter Studie über die Confessiones des Augustinus. Als (wie auch immer) zu Papier gebrachter innerer Monolog zwischen Ich und Vernunft begründeten sie eine bis heute beliebte Gattung, deren Themen und Textbezüge nach wie vor faszinieren. (26.12.15)

Kant und ZEIT

Der gute Immanuel Kant hat es jüngst auf die Titelseite der ZEIT geschafft, für die sich Thomas Assheuer mit dem Frankfurter Kantianer Rainer Forst über den Königsberger unterhalten hat, an dessen aus dem Denken gewonnenen Überzeugungen Forst festhält - obwohl jede Nachrichtensendung sie zu widerlegen scheint. Die ZEIT hat darum weitere „Philosophinnen und Philosophen aus aller Welt“ nach der Aktualität von Kants Denken befragt, die darauf sehr unterschiedlich antworten. Wie sehr unsere großen Denker wie Kant, Nietzsche und Til Schweiger in der Flüchtlingskrise missverstanden werden, ist übrigens eines der Themen im aktuellen Lichtwolf; neben der papiernen Ausgabe gibt es das Ding auch als preiswertes E-Book für Kindle oder im epub-Format.

Außerdemos von Sonstnochos:

Passend zur Jahreszeit erklärt Bad Santa Slavoj Žižek in der FAZ auf seine unnachahmliche Art, warum wir Weihnachten feiern obwohl wir selbst an den Zinnober gar nicht mehr glauben (und was das z.B. mit dem Demokratiebegriff zu tun hat). +++ Arno Kleinebeckel zeigt sich bei Telepolis sehr unzufrieden mit den Reaktionen auf die Anschläge von Paris und vermisst den Citoyen Rousseaus. +++ Unzufrieden ist auch Pankaj Mishra, der in der SZ die auch künftig immer wiederkehrende Notwendigkeit zu trauern mit der im Westen geleisteten Verblödungsarbeit in Zusammenhang bringt. +++ Auch die ZEIT bespricht Herfried Münklers kühle Analyse moderner Gewaltformen und ihrer Kriegsethik. +++ Philipp Ruch vom Zentrum für politische Schönheit hat sich für sein politisches Manifest den Vorwurf eingehandelt, ein antimodernistischer Schwurbelpathetiker zu sein, was er in der ZEIT zurückweist. +++ Die FAZ meldet, die Universität Salzburg habe dem Biologen Konrad Lorenz jüngst die Ehrendoktorwürde entzogen, weil der sich für den Nationalsozialismus engagiert hatte.

Das war also das insgesamt wenig erquickliche 2015, guten Rutsch und bis nächstes Jahr - und keine Hemmungen: Unser Einkaufszentrum ist natürlich auch zwischen den Jahren in voller Stärke besetzt, um ihre Bestellungen zu verschicken!


Links der Woche am 12.12.2015, 15:03 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 50/15

Heidegger-Schisma

Die Veröffentlichung von Heideggers Notizen aus den 1930er und 40er Jahren („Schwarze Hefte“) hat letztes Jahr unter Anhängern und Gegnern des Fundamentalontologen für Aufregung gesorgt. Nach einigen Rücktritten, Neupositionierungen und vielen Wortmeldungen finden gerade diverse Konferenzen zum Thema statt, die die Zersplitterung belegen. Thomas Thiel gibt in der FAZ eine Übersicht über Akteure und Frontlinien. Die Badische Zeitung unterhält sich mit Hermann und Arnulf Heidegger (Sohn und Enkel) darüber, warum der Nachlass weiterhin Familiensache bleibt und was in Freiburg los ist.

Facebook-Kritik herzlos bis antisemitisch?

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat die Geburt seiner Tochter zum Anlass für die Ankündigung genommen, sein Vermögen in eine wohltätige Stiftung einzubringen. Michael Hanfeld gehörte zu denen, die darob nicht in Lobpreis ausbrachen, vielmehr zeigte sich Hanfeld in der FAZ kritisch gegenüber diesem Mediencoup. Götz Aly meinte in der allgemeinen Kritik, aber besonders in der Hanfelds, alte antisemitische Klischees zu erkennen, und bekommt wegen der Vorwürfe in seinem BZ-Artikel nun wiederum einen geharnischten Brief vom Feu-Chef der FAZ, Jürgen Kaube.

Neue Bücher

Der Freitag bespricht Jürgen Manemanns Buch, demzufolge Nihilismus und Furcht vor dem leeren Leben - und nicht Religion - junge Europäer zum Dschihadismus (oder Faschismus) hinziehen. +++ Die NZZ weist auf Manfred Franks Vorlesungen hin, die in einem Buch versammelt - gestützt auf Sartre, Fichte, Novalis und Bolzano - der Frage des Selbstbewusstseins nachgehen. +++ In ihrer Rezension von Axel Honneths Buch zur Aktualisierung des Sozialismus sieht die WELT den kommunikativen Liberalismus von Honneths Lehrer Habermas am Werk.


Links der Woche am 05.12.2015, 14:01 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 49/15

Der verunsichernde Teil der Antwort

Nach den Anschlägen von Paris schien die französische Stadt ebenso wie Brüssel im Belagerungs- oder Ausnahmezustand zu sein. Dass dieser dem Sicherheitsapparat nicht unbequem ist, nimmt Harald Staun zum Anlass für die Warnung, Polizei und Geheimdienste könnten das Vertrauen in die freiheitliche Demokratie gefährden. (29.11.15)

Künstliche Kapuzineräffchen mit Exoskelett

Die FAZ unterhält sich mit dem KI-Entwickler Jürgen Schmidhuber, der nicht nur die körperliche Arbeit dem Roboter überlassen will, sondern auch Wissenschaft und Forschung. Dazu forscht er ausgiebig an selbstlernenden neuronalen Netzwerken und zeigt sich unbeeindruckt von den Aussichten, seine Spezies könne sich damit selbst marginalisieren. (01.12.15)

Et cetera:

Die NZZ berichtet von einer Bochumer Tagung über experimentelle Philosophie, die zurück zum erhellenden Gedankenexperiment als Empirie will und deren Logo ein brennender Lehnstuhl ist. +++ Die Deutsche Welle hat Migranten und Geflüchtete nach ihren liebsten Worten auf Deutsch gefragt, Hannes Klug und Michael Angele stellen im Freitag das Ergebnis vor: „ebenso klangvolles wie melancholisches Wörterbuch“. +++ Hätte der Sozialismus das iPad hervorbringen können?, fragt Zoe Williams im Freitag und beschäftigt sich mit der neoliberalen Überzeugung, nur giergetriebene Privatwirtschaft sei innovationsfähig. +++ Die NZZ bespricht den nun auch auf Deutsch vorliegenden Briefwechsel zwischen Descartes und Elisabeth von der Pfalz über Vernunft, Gefühl die politisch-religiösen Verhältnisse des 17. Jahrhunderts. +++ Die taz rezensiert Steffen Martus’ Buch über den politischen Hintergrund, vor dem im Deutschland des 18. Jahrhundert sich die Aufklärung entwickelte. +++ Björn Höcke, Deutschland-Aficionado der AfD, hat sich auf Heidegger berufen. Daniel-Pascal Zorn erklärt bei Hohe Luft, dass Höcke den von ihm bildungshuberisch herangezogenen Begriff der Seinsvergessenheit offensichtlich nicht kapiert hat. +++ Hannah Arendt ist wieder angesagt, weshalb Micha Brumlik in der taz auf zwei passende Neuerscheinungen - eine „Denkbiographie“ und einen Gedichtband - hinweist.


Links der Woche am 16.08.2014, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 33/14

Forschungs- und Transferleistungen

Remigius Bunia untersucht in der FAZ, ob wirklich das Wissenschaftszeitvertragsgesetz Schuld an der strukturellen Misere von Nachwuchswissenschaftlern in Deutschland ist. Planungsunsicherheit ist demnach der eigentliche Grund, warum die meisten akademischen Karrieren sich als Sackgasse erweisen. Also lieber gar nicht erst promovieren? Leonie Achtnich nimmt sich in der ZEIT fünf Mythen zum geisteswissenschaftlichen Doktor vor und findet dann doch ein paar Gründe für eine Dissertation. Zur Vorbeugung von Hochmut erzählt René Korth im Freitag, wie er nach dem Uni-Abschluss in Hartz IV landete.

Komm, wir sprengen einen Staudamm!

Elena Meilicke bespricht für den Freitag Kelly Reichardts Film „Night Moves“, der sachlich-kühl von jungen Ötoterroristen und von der „Desillusionierung mit der linken Öko-Alternativ-Szene“ erzählt. Julia Dettke von der ZEIT ist begeistert von den moralischen Dilemmata, die der Film aufwirft. Auch Daniel Kothenschulte von der FR ist fasziniert vom Verbrechen aus guter Absicht und dem „vergifteten Urgrund des amerikanischen Patriotismus“, nur Cosima Lutz von der WELT hätte sich mehr Action gewünscht.

Die Reste:

Atheismus-Papst Richard Dawkins bleibt unnachgiebig: Telepolis berichtet von seinem Argument, warum auch gemäßigte Gläubige den religiösen Extremismus stärken. +++ Byung-Chul Han wird hochgelobt als Gegenwartskritiker, aber Klaus Birnstiel vom Freitag findet in Hans jüngstem Essay „Psychopolitik“ nur haltloses Oberseminar-Geraune. +++ Nochmal Kulturkritik der Karlsruher Schule: Ralf Fücks bespricht in der WELT Peter Sloterdijks Buch, demzufolge die Moderne aus den Fugen ist, weil das Neue immerzu das Alte auffrisst. +++ Die FAZ zeigt sich angetan von Eva Horns literaturwissenschaftliche Studie über die Lust am Weltuntergang. +++ Heute ab 23:05 Uhr gibt es im Deutschlandfunk die Lange Nacht über Elias Canetti.


Links der Woche am 21.07.2012, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 29/12

Schnippschnapp

Seitdem das Kölner Landgericht die Beschneidung von Jungen als Körperverletzung gewertet hat, tobt eine Debatte um Kindeswohl und Religionsfreiheit. Julian Nida-Rümelin denkt im Gespräch mit dem Deutschlandradio Kultur nicht nur an muslimische und jüdische Kinder, sondern auch an die Mediziner und macht Werbung für praktische Philosophie. Auch der blinde Hund hat ein paar Anmerkungen zur Beschneidungsdebatte. Nachdem Martin Mosebachs Forderung, Blasphemie wieder zum Straftatbestand zu machen, nicht ganz so gezündet hat, wittert die Gegenaufklärung nun doch noch Morgenluft: In der FR sieht Dirk Pilz in der Beschneidungsdebatte "die ganze Erbärmlichkeit des derzeitigen Atheismus" offenbart. Hannes Stein zählt in der WELT antisemitische Auslassungen der Aufklärer von Kant bis Hitchens auf, um damit zu belegen, warum Atheisten und ihre weltliche Gesetzgebung in Sachen religiös motivierter Beschneidung nicht satisfaktionsfähig sind. Abermals die FR unterhält sich mit dem Anthropologen Volker Sommer über Affen und den evolutionären Sinn von Religion und Homosexualität.

Mustergültig

In diesen Tagen jähren sich die Anschläge von Oslo und Utøya zum ersten Mal, zugleich wird in einem Monat das Urteil gegen den rechtsextremen Täter gesprochen. Für die FAZ rekapituliert Sebastian Balzter den Prozessverlauf und die beeindruckende Weise, wie die Beteiligten im Gerichtssaal und in ganz Norwegen mit dem Terrorismus umgehen. (18.07.12)

Wissenwertes fürs Stehpartygespräch

Aus die Maus: Popküken Lena Meyer-Landrut hat ihr Philosophie-Studium geschmissen. +++ Der blinde Hund hat einen Nachklapp zum kürzlichen Wiener Autodafé eines Magisterzeugnisses. +++ Philosoph und Ökonom Robert Kurz ist mit 68 Jahren überraschend verstorben, Neues Deutschland und die taz rufen nach.


Links der Woche am 17.12.2011, 15:37 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 50/11

Exotisch denken

Für die taz bespricht Frank Schäfer das neue Buch "Orangen! Erdnüsse!", in dem Globaldenker Eliot Weinberger einige seiner lyrischen (oder auch erratischen) Essays zusammengefasst hat. Sie behandeln auf ungewöhnliche Weise u.a. Polizisten mit Lippenstift und den gar nicht so offensichtlichen postmodernen Zusammenhang von Foucault und George W. Bush. (12.12.11)

Kampf um Anerkennung

Serdar Somuncu ist aggro, lustig und klug, wie er im ZEIT-Interview mit Marcus Staiger zeigt. Darin geht es vor allem um die öffentlichen Lesungen aus "Mein Kampf", mit denen Somuncu auch durch national befreite Zonen getourt war und sich nur wundern kann, warum man sich jetzt über ein rechtsradikales Terrornetzwerk wundert. (12.12.11)

Holz und Hitchens

Diese Woche starb Philosoph und DKP-Mitglied Hans Heinz Holz mit 84 Jahren. Für den Freitag würdigt ihn Tom Strohschneider ausführlich, in der FAZ schreibt Dietmar Dath einen knappen Nachruf auf den Linksdialektiker, der auf Kapitalismusverächter Eindruck macht, die im Feinkostladen einkaufen.

Am 15. Dezember ist der eigensinnige Polemiker und entschlossene Antitheist Christopher Hitchens an Krebs gestorben. Nachgerufen wird in der FR recht kurz von Harry Nutt, in der SZ auch nicht viel länger von Jannis Brühl, in der taz mit angemessener Zurückhaltung von Doris Akrap und in der ZEIT von Jessica Braun.

Streiten sich zwei Historiker

Einen neuen Historikerstreit, wie ihn sich die FAZ erhofft, wird das nicht abgeben, aber vielleicht eine Debatte eröffnen, die keineswegs zur Unzeit kommt. Denn Götz Aly erklärt in seinem Buch "Warum die Deutschen? Warum die Juden?" den Antisemitismus mit Sozialneid. Hans-Ulrich Wehler wirft ihm nun vor, die Empirie der "sozialen Mobilität" seit 1800 entweder ignoriert oder falsch interpretiert zu haben. (12.12.11)

(In der FR übrigens wird Wehler zur wachsenden Ungleichheit in Deutschland befragt. Und wo wir schon dabei sind: Die taz unterhält sich über Krise & Kampf mit Empire-Autor Michael Hardt)

Die neuen Förderreizwörter

Außer Datenbanken gibt es nicht viel Forschungsarchitektur, die sich Geisteswissenschaftler fördern lassen können, ist in der FAZ zu lesen. Weil das "Europäische Strategieforum für Forschungsinfrastrukturen" (ESFRI) aber seine Mittel abregnen lassen will, tun Ideen Not, wo und wie die Geisteswissenschaften sich ihre Digitalisierung und Vernetzung fördern lassen können, um zu applied content management und Digital Humanities aufzusteigen. (13.12.11)

Einfach nur töten

Gewohnt klug denkt Georg Seeßlen im Freitag über die Verbindung zwischen Terror und Medien, genauer: zwischen Terror und Pop nach. Anlass ist die erstaunliche Einsicht, dass der "Nationalsozialistische Untergrund" auf jede Kommunikationsroutine des Terrors verzichtet hat und damit ein popkulturelles und gewalthistorisches Unikum darstellt. (15.12.11)

Ihre Stimme wird gebraucht!

Nicht nur FDP-Mitglieder- und Russen konnten zuletzt herumdemokraten, auch das gemeine Volk ist gefragt: Nebenan bei Keule's Welt wird der Vollpfosten 2011 gewählt. Hier vor Ort haben Sie die Möglichkeit, diejenigen Beiträge aus der ersten Dekade "Zeitschrift trotz Philosophie" zu wählen, die unbedingt im Jubiläumsbuch enthalten sein müssen, das zum 10. Geburtstag im Sommer 2012 erscheint.


Links der Woche am 30.07.2011, 14:03 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 30/11

In Sachen Norwegen

Zu den Anschlägen von Norwegen am 22. Juli haben sich auch einige berufene Philosophen geäußert:

Die Basler Zeitung spricht mit dem Sozialphilosophen Detlef Horster über das Böse im Allgemeinen und Speziellen. (25.07.11)

In der FR gibt der norwegische Schriftsteller und Philosoph Jostein Gaarder Auskunft über Lage in seiner Heimat, die Folgen der Anschläge und die Bedrohung von rechts. (28.07.11)

Und der Standard unterhält sich über Terror-PR mit Lars Gule, der in Oslo Philosophie lehrt und in den 70er-Jahren einen Bombenanschlag in Israel plante. (26.07.11)

Kritik der neurowissenschaftlichen Vernunft

In der FAZ weist Christian Geyer auf den Aufruf des Berliner Philosophen Jan Slaby hin, die Herausforderung durch die Neurowissenschaften anzunehmen. Die Philosophie sei als Korrektiv für die vermeintliche neue Leitwissenschaft nötig, um ihre Scheindebatten ebenso aufzudecken wie ihre methodologischen Verstrickungen. (27.07.11)

Investition in die Zukunft

Wie immer, wenn eine jahrhundertelange Universitätstradition reformiert werden soll, wird dies zum Wohle der Studenten und um der Zukunft wegen betrieben, derer man neuerdings erstmal fähig zu sein hat. England geht voran, erhöht die Studiengebühren, lässt gewinnorientierte Unis zu und lagert die Geisteswissenschaften in die Besenkammer aus. Rüdiger Störkel berichtet für die FAZ von den Plänen, den Protesten und den Entgegnungen der verantwortlichen Politiker. (27.11.11)

Das Blabla-Meter

Mira Wild schreibt in einem FAZ-Kommentar über eine Website, ohne einen Link zu setzen. Zur Strafe wird sie (im Gegensatz zu Andreas Maisch von der ZEIT) hier auch nicht verlinkt, sondern direkt das Blabla-Meter von Bernd Wurm. Damit kann man jeden beliebigen Text auf seinen Bullshit-Index hin überprüfen. (29.07.11)

Lehrvideo Moralität

Martin Ballaschk gibt in den Wissenslogs Auskunft über seine unchristliche Erziehung, der zum Trotze er dennoch im Stande ist, Gut und Böse auseinander zu halten. Viel relevanter aber ist sein Hinweis auf den Video-Blogger QualiaSoup und die ersten zwei Teile einer Serie über Moral. (29.07.11)


Politik am 03.05.2011, 07:41 Uhr

Bin Laden? Das gibt's doch was vom Lichtwolf...

Aus Lichtwolf Nr. 33, S. 18:

"Jede Angst hat eine Hoffnung im Gepäck, die sich vom geschulten oder schlicht voreingenommenen Auge an den Fußabdrücken des Horrors erkennen lässt. Mit der Borg-Königin realisiert sich eine allzu menschliche Hoffnung, die seit 1945 den Kern amerikanischer Militärstrategie ausmacht. Nämlich sich nicht Mann für Mann durch unendliche Horden von Gegnern kämpfen zu müssen, sondern mit einer Bombe an der richtigen Stelle den Sack zumachen zu können. Früher glaubte man, den Kreml zu sprengen würde das kommunistische Gespenst mit einem Schlag austreiben; heute drückt sich die erfahrungsresistente Hoffnung, die Hydra durch Enthauptung töten zu können, in der Fixierung auf Osama bin Laden aus, obwohl es seit bald einem Jahrzehnt für lose vernetzte Terrorzellen keine Rolle spielt, ob er noch lebt und was er anordnet."


Lichtwolf Nr. 33

Den ganzen Artikel und viele weitere Texte, schön illustriert und handschmeichelnd gedruckt, finden Sie in Lichtwolf Nr. 33 (Titelthema: "Monster") - erhältlich hier im Einkaufszentrum für nur 6,80 Euro.




Links der Woche am 27.11.2010, 11:43 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 47/10

Thema der Woche: Die Debatte um "Der kommende Aufstand"

Es adelt einen Text, wenn Glenn Beck (FOX News) darüber meint: "Dies ist möglicherweise das Böseste, was ich jemals gelesen habe." Zum Erscheinen der damit beworbenen deutschen Ausgabe des Manifests "Der kommende Aufstand" in der Edition Nautilus ist im Föjetong eine Debatte mit seltsam verkehrten Vorzeichen ausgebrochen: Nach den Besprechungen der FAZ und SZ kam von der taz der Vorwurf, die großen alten Tanten würden den Terrorismus befürworten und das Manifest selbst sei kryptofaschistisch. FAZ und SZ legten alsbald nach.

FAZ, 08.11.10 Nils Minkmar erklärt den Aufruf und die Anleitung zu Subtraktion statt Subversion mit einer Spur von Anerkennung und einem zielgruppenaffinen Tadel zum Schluss.

SZ, 11.11.10 Alex Rühle liest das Manifest als Ausdruck des diffusen Unbehagens in der spätkapitalistischen Zivilisation und findet, es treffe einen Nerv.

taz, 23.11.10: Johannes Thumfart zeigt sich fassungslos über die wohlwollende Aufnahme des Manifests bei FAZ und SZ, erkennt er darin doch die antimodernen Handschriften von Carl Schmitt und Martin Heidegger.

´SZ, 25.11.10: Marc Felix Serrao findet das Manifest bzw. seine Autoren und Anhänger so wenig rechts oder links wie den Joker aus Batman. Es ist schließlich spätkapitalistischer (oder jüngerscher) Nihilismus, der da (noch lediglich) spricht.

FAZ, 26.11.10: Jürgen Kaube resümiert das Manifest als weniger rechtes denn jugendliches (und gerechtfertigtes) Protestschreiben, das allerdings unbedacht auf Somalia als Ideal zielt.

taz, 26.11.10: Andreas Fanizadeh legt nach und erkennt zumindest in der Reaktion der FAZ ein Gegensteuern; viele jedoch übersähen noch immer die rechtsradikalen Elemente des defätistischen Manifests.

Nachtrag, 30.01.11: Weitere Besprechungen von "Der kommende Aufstand" gab es in der 50. Kalenderwoche 2010.


Weitere Links der Woche

Grüner Klassenkampf

Goedart Palm stellt in Glanz & Elend schlagwortreich "Die Monkey Wrench Gang" von Edward Abbey (illustriert von Robert Crumb) vor. Ausführlich bedacht werden dabei die literarischen und philosophischen Hintergründe und Aporien des Ökoterrorismus. Dazu empfehlen die Kollegen die Lektüre von "From Herbert Marcuse to the Earth Liberation Front: Considerations for Revolutionary Ecopedagogy" (PDF). Ein Gewinnspiel zum Buch gibt es auch! (21.11.10)

Schön ja, aber warum?

Mit Kunst verhält es sich fast so wie mit der Zeit: Wir wissen, was das ist, solange uns keiner danach fragt. Elmar Diederichs denkt in den Brainlogs über unseren intuitiven Zugang zu Ästhetik und Geschmacksurteilen nach. (21.11.10)

Holldrio im Menschenzoo

Blogger wwalkie hat Grégoire Chamayous bislang nur auf Französisch vorliegendes Buch "Les chasses à l'homme. Histoire et philosophie du pouvoir cynégétique" (Paris 2010) gelesen. Beim Freitag gibt er einen Einblick in die Geschichte der Menschenjagd und den Wandel ihrer Formen und Rechtfertigungen. (21.11.10)

Moralisches Gewicht und finanzielle Macht

Nicht nur Karstadt-Mitarbeiter sehen in ihm einen Heiligen: Ist Nicolas Berggruen ein philanthropischer Investor neuen Typs, der sich in seinem Handeln von existentialistischer Lektüre leiten lässt? Im FAZ-Interview gibt er Auskunft, wie er mit politischer Philosophie das bankrotte Kalifornien retten will. (22.11.10)

Der Balkan ist überall

Andreas Ernst unterhält sich für die NZZ mit Slavoj Žižek u.a. über den krisengeschüttelten Balkan, dessen einzige Rettung - trotz beidseitiger Enttäuschung - die EU wäre. Nebenbei zeigt sich, dass man sich als Linker neuerdings immer öfter auf Seiten des Staates wiederfindet. (22.11.10)





Ähnliche Suchbegriffe:

Erneute Suchanfrage oder zum Stichwortverzeichnis.


Lektüreempfehlungen


Reklame

Essen und Trinken

Lichtwolf Nr. 32 vom Winter 2010/11 kann man für 6,80 Euro bestellen - oder für 25,80 Euro gleich komplett abonnieren. Lecker!



Im Einkaufszentrum »

Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017), September 2017

Titelthema: Alte Berufe

vorherige Ausgabe

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017)

nächste Ausgabe

51 alte Berufe im philosophischen Portrait, ausführlicher: Alchemist, Matador, Schuster, Schutzmann, Töpfer und Zensor. Außerdem Lachse, Jacques Ellul und Automobile.


Reklame


Lichtwolf für Kindle, iPad, iPhone usw.

E-Books vom catware.net Verlag

Den Lichtwolf und die Bücher seiner Autoren gibt es auch als E-Book.



Monatsbuch

Zeichenkette Stichwort

« Oktober 2017
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031

Stichwortverzeichnis


Archiv


catware.net Verlag

Michael Helming: Fliegende Fische

Michael Helmings neuer Roman - ein Krimi im Stile des magischen Realismus: als Taschenbuch beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 9,80 € - sowie als E-Book für Kindle oder im epub-Format für bloß 4,99 €.


Martin Gohlke: Im Bauch der Titanic

Da wird die Geschichte der westdeutschen Intelligenz lebendig: Martin Gohlkes Roman gibt es als Hardcover mit 394 Seiten beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 19,80 €.


Marc Hieronimus: Der Schritt zur Seite

Die erste Gesamtdarstellung der Décroissance-Bewegung und ihrer Ursprünge, ihrer Motive, Denker und falschen Freunde: Das leidenschaftliche und fundierte Plädoyer für ein anderes Leben ist erhältlich direkt beim catware.net Verlag oder im Buchhandel (ISBN 9783941921634) erhältlich - auch als DRM-freies E-Book.



www.lichtwolf.de