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Monatsbuch

Suche ausgeführt.

Mit dem Stichwort "Krieg" sind die folgenden Artikel markiert:


Links der Woche am 03.06.2017, 14:39 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 22/17

Skynet rising

Beim Thema autonomes Fahren tun sich schon ethische Abgründe auf, wie „intelligente“ Technik z.B. mit dem Trolley-Problem umgehen soll. Florian Rötzer berichtet auf Telepolis vom aktuellen Sachstand im Pentagon, wo man glaubt, das Wesen des Krieges mittels Kampfmaschinen zu ändern, die im Übrigen nun vielleicht doch selbstständig über Leben und Tod entscheiden dürfen. (01.06.17)

Alles Kommunisten!

Manchmal hilft der Blick ins Ausland, um zu verstehen, was läuft: Der gebürtige Pole Matthias Nawrat schreibt in der ZEIT über den Rechtsruck in seinem Geburtsland nebenan. Den Siegeszug der Nationalkonservativen erklärt er mit dem besonderen Kapitalismus in Osteuropa, aber auch mit der Auseinandersetzung mit dem Kommunismus nach der Solidarno??. (02.06.17)

Bücher, Bücher, Bücher

Bei Spektrum wird Bernulf Kanitschneiders „Kleine Philosophie der Mathematik“ empfohlen, die zeigt, wie real und realistisch die Wunder der Mathematik sind. +++ Andreas Bummel und Jo Leinen fordern am Ende einer Geschichte der Demokratie von der Stoa bis Kant die demokratische Weltregierung - die taz ist von ihrem utopischen Sachbuch sehr angetan. +++ Die NZZ bespricht zwei Titel zum/über den „unzeitgenössischen“ Gegenwartskritiker Charles Péguy (1873–1914), auf den sich in Frankreich linke wie rechte Autoren gleichermaßen beziehen. +++ Außerdem findet die NZZ zumindest die erste Hälfte von Mathias Schreibers Essay über den Verrat, den Verräter und deren moralische Ambivalenz (von Prometheus bis Snowden) sehr lesenswert. +++ Ausführlich bespricht Bruno Heidlberger bei Glanz & Elend Volker Weiß’ Studie über die Neue Rechte und ihre autoritäre Revolte.

Das Weitere und Engere:

Von wegen „Skynet rising“ (s.o.): In der FAZ geht es um ein Frühwarnsystem der Bertelsmann-Stiftung, mit dem Künstliche Intelligenz darauf überprüft werden kann, ob und wie man ihr im Ernstfall Einhalt gebieten kann. +++ Reza Jafaris Theaterstück „Heiliger Krieg“ beschäftigt sich an einer Stelle damit, dass Islamisten und Rechte nicht akzeptieren wollen, wenn Menschen, anders sind; was einen lokalen AfD-Politiker Drohmails ans Ensemble schreiben lässt, wie die taz berichtet. +++ Der Biologe Peter Spork berichtet in der FAZ von Studien zur Epigenetik, die die umstrittene These von der Vererbbarkeit von Umweltanpassungen bestätigen. +++ Alain Claude Sulzer erzählt in der NZZ mit ungebrochener Begeisterung von seiner Bibliomanie. +++ Im Uniblog der FAZ geht es darum, wie schwer es trotz der hohen Abbrecherquoten ist, ein Studium, zu dem man nicht passt, vorzeitig zu beenden. +++ Lichtwolf Nr. 58 zum Thema Wurst (u.a. bibliomane Wurst) ist im Druck und für ein schönes Abonnement braucht man keinen Studienabschluss.


Links der Woche am 13.05.2017, 14:46 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 19/17

Die Menge aller verheirateten Junggesellen

Bei Telepolis schreibt Raúl Rojas über das Nichts in der Mathematik in Gestalt der leeren Menge, die in Mathematik und Philosophie über Jahrhunderte umstritten war. Der Höhepunkt der Debatte war mit dem Russell-Paradoxon erreicht, das Frege ent- und andere Denker wie Boole ermutigte, weiter an der Mengenlehre als Grundlage der Logik zu arbeiten. (07.07.17)

Jeder kann zum globalen Dorfdeppen werden

In der ZEIT befasst sich Patrik Schmidt mit der Schadenfreude, die im Zeitalter des Teilens und Likens ganz neue Höhen erreicht. Denn via Handyvideo und Youtube kann jede Peinlichkeit auch von Nichtprominenten die Häme der ganzen Welt auf sich ziehen. Schmidt nimmt das zum Anlass für eine kleine Geschichte des Voyeurismus. (10.05.17)

Spenden für alternative Fakten

Der Betrieb von Kopp Online, dem Nachrichtenportal des gleichnamigen Verlags, ist klammheimlich eingestellt worden. Mladen Gladi? nimmt das zum Anlass, im Freitag auf die Erfolgsgeschichte des Fachverlags für Esoterik und Verschwörungstheorien zurückzublicken und über das mentale Interieur der großen Kopp-Kundschaft zu spekulieren. (10.05.17)

Stimmen im Kopf

Selbstgespräche gehören zum Menschsein dazu - wie auch der schmale Grat zwischen Schizophrenie und lebhafter Innerlichkeit. Hildegard Kaulen hat für die FAZ Charles Fernyhoughs Buch „The Voices Within“ gelesen, der sich wiederum auf den russischen Psychologen Lew Wygotski, demzufolge sich inneres und äußeres Sprechen zusammen entwickeln und jeweils unentbehrliche Funktionen haben. (11.05.17)

Computerisierbar denken

Die These, Programmieren sei eine genauso wichtige Kulturtechnik wie Lesen und Schreiben, findet immer mehr Unterstützer, stellt Adrian Lobe in der NZZ fest. Seltsam wird es, wenn daraus die Forderung wird, das menschliche Denken dem Computer anzupassen, und letzte Fragen mit dem richtigen Algorithmus ein für alle Mal zu beantworten. (12.05.17)

Lesen und backen

Vor dem anstehenden 125. Geburtstag Walter Benjamins weist Erhard Schütz im Freitag auf einige Neuerscheinungen zum/vom Aura-Denker hin. +++ Alles rauscht und fließt: Die NZZ bespricht fasziniert Gunter Scholtz’ „Philosophie des Meeres“, das seit jeher Chance und Bedrohung ist. +++ Zum Erscheinen des Essays „Die Moral des Krieges. Für einen aufgeklärten Pazifismus“ unterhält sich die FR mit einem der Autoren, Wilfried Hinsch, darüber, wann ein Militäreinsatz moralisch geboten sein kann. +++ Der Soziologe Austin Choi-Fitzpatrick hat ein Buch darüber geschrieben, was heutige Sklavenhalter denken; im Interview mit der SZ erzählt er von den Ausbeutern, die er bei der Recherche kennengelernt hat. +++ Zu guter Letzt: eine Torte für Bernard-Henri Lévy.


Links der Woche am 11.02.2017, 17:55 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 06/17

Die Sehnsucht nach dem Ausnahmezustand

Der Wahlkampf und die blitzartige reaktionäre Agenda Trumps folgen der machiavellistischen „Dialektik von Verehrung und Furcht“, wie Nils Markwardt in der ZEIT beobachtet und sich fragt, wie mit dieser disruptiven Angstpolitik umzugehen sei, noch dazu wenn diese auf eine unter Rechtspopulisten und Islamisten verbreitete Angstlust trifft. (09.02.17)

Gegen Fundamentalismus und Barbarei

Sowohl die Geistes- als auch die Naturwissenschaften sind unter Trumps Präsidentschaft bedroht, meldet Michael Hagner in der NZZ. Wissenschaft und Demokratie sind eng verknüpft, und so zeitigt die Beschädigung erster durch das jahrzehntelange Nützlichkeitsdiktat auch Folgen für die Demokratie, die selbst manchen Technokraten alarmieren. (10.02.17)

Platzhalter fürs Originalwort

Die Übersetzung von Texten ist schwierig, von philosophischen Texten sogar unmöglich, schreibt Joachim Schulte in der NZZ. Er zeigt dies am Beispiel von Descartes’ Wendung der „klaren und deutlichen Ideen“ und des englischen Wortes „experience“, das sowohl Erfahrung als auch Erlebnis heißen kann. (11.02.17)

Et cetera:

Der Standard stellt in kurzen Stichworten Giorgio Agambens neues Buch „Stasis – Der Bürgerkrieg als politisches Paradigma“ vor. +++ Robert Stockhammer zeigt sich im Freitag unzufrieden mit der Verteidigung von „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“ in den Medien. +++ Ebenfalls im Freitag bespricht Tom Wohlfarth den gegenwartskritischen Essay „Miamification“, den der Akzelerationist Armen Avanessian unter Palmen verfasst hat. +++ Noch mehr, aber kürzere gegenwartskritische Essays gibt es übrigens alle drei Monate im Lichtwolf, den man für lumpige 29,80 Euro gerne abonniert.


Intime Interna am 20.06.2016, 18:50 Uhr

Der neue Lichtwolf ist da!

Schon wieder ist es das beste Heft aller Zeiten, innen und diesmal vor allem außen:

Lichtwolf Nr. 54 (Ekstase)

Lichtwolf Nr. 54 zum Titelthema Ekstase ist ab sofort erhältlich hier im Einkaufszentrum oder beim catware.net Verlag.

Die diesjährige Sommerausgabe beschäftigt sich mit Ekstase, d.h. mit Transzendenz und Trance, Rausch und Schwärmerei, Enthusiasmus und Orgasmus nebst aller Varianten: Romantische Poesie und Nationalwahn, auch Heideggers Ekstasen sowie die anders gearteten von Fritz „Dionysus“ Nietzsche sind dabei. Auch Besessenheit im Christentum und Himmelfahrten in islamischer Mystik, außerdem Drogenkonsum und Masturbation, und im hinteren Heftteil geht es u.a. um Ekel und Emanzipation, den Frosch als Viehlosovieh und Wittgensteins Kriegserlebnisse.

Bdolfs Propädeutikum und Prolegomena und die erste Hälfte des Essays von Hieronimus und Schneidegger über den rauschenden Alltag im falschen Leben können Sie online lesen oder als PDF-Leseprobe herunterladen.

Erhältlich ist Lichtwolf Nr. 54 zum neuen Preis von 8,50 Euro hier im Einkaufszentrum, beim catware.net Verlag, im Buchhandel (ISBN 9783941921627) oder - da kann man richtig Zeit und Geld sparen! - im Abonnement.

Die E-Book-Fassung folgt in den kommenden langen, heißen Tagen.

Da Sie zu Recht skeptisch sind bezüglich der Behauptung, diese Ausgabe sei außenrum besonders gelungen, und da Sie sich nicht selbst am Kiosk davon überzeugen können, gucken Sie doch mal hier:

LW54 Rückseite

Wun-der-schön! Und das könnte für bloß 8,50 Euro Ihnen gehören!


Intime Interna am 20.09.2014, 13:24 Uhr

Das neue Heft ist da...

...und es handelt sich um den dicksten, rotesten und bestesten Lichtwolf überhaupt je, aber vor allem zum Titelthema Mars.

Lichtwolf Nr. 47 (Mars)

Lichtwolf Nr. 47 (Titelthema: „Mars“) ist ab sofort hier im Einkaufszentrum erhältlich.

Online können Sie ja schon mal reinschmökern in die Einleitung mit den astrologischen und astronautischen Grundlagen zum Titelthema sowie in Bdolfs Propädeutikum oder den Anfang von Michael Helmings Essay über Kriegsgötter und deren Anrufungen; den Rest wie überhaupt den größten Teil der Herbstausgabe müssen Sie natürlich bezahlen, aber mit 7,80 Euro gar nicht teuer.

Auszüge aus der Nr. 47 können Sie auch im LichtwolfReader durchblättern oder Sie laden sich eine Leseprobe als PDF-Datei herunter. Alles Weitere zu Inhalt und Bezug dieses feinen Heftchens steht hier im Einkaufszentrum.

Die E-Book-Fassung folgt wie gewohnt in wenigen Tagen.





Links der Woche am 13.09.2014, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 37/14

Stumm lärmendes Zeitalter

Niels Boeing und Andreas Lebert von der ZEIT haben es geschafft, den scheuen und beschäftigten Byung-Chul Han in ein Interview zu verwickeln. Darin gibt er Auskunft über das Schöne als das Glatte, über den Zwang als gefühlte Freiheit und das erschwerte und ausgebeutete Glück, das es zurückzuweisen gilt.

Prekariat im Mittelbau

Roland Preuß berichtet für die SZ am Beispiel eines promovierten Historikers vom Schicksal des wissenschaftlichen Nachwuchses, das von Zeitverträgen, Arbeitslosengeld und Existenzängsten geprägt ist. Die Verantwortlichen an der Universität verweisen auf die Politik und diese auf den Wettbewerbsdruck. (09.09.14)

Unn sünst?

Georg Seeßlen war wieder sehr fleißig: Er denkt mit Ibn Rushd und Levi ben Gershon über das Verhältnis von Religion, Macht und Terror nach sowie a.a.O. über das verhinderte tatsächlich Neue und über die vielfältigen Beziehungen und Analogien von Sprache und Gesellschaft. +++ Die ZEIT portraitiert die Informatikerin Yvonne Hofstetter, die fordert, Künstliche Intelligenz politisch zu reglementieren, solange dafür noch Gelegenheit ist. +++ Die NZZ bespricht das neue Buch des Theologen Friedrich Wilhelm Graf über Religionen in der Globalisierung. +++ Telepolis berichtet vom Briefwechsel von Einstein mit der Philosophin Ilse Rosenthal-Schneider über die Natur der Naturkonstanten. +++ Die Sendung „Sein und Streit“ im Deutschlandradio Kultur beschäftigte sich diese Woche mit dem Krieg und (seiner) Sprache. Unter anderem darum geht es auch in der neuen Lichtwolf-Ausgabe zum Thema „Mars“, die in einer Woche die Briefkästen der werten Abonnenten erreicht.



Links der Woche am 17.05.2014, 15:13 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 20/14

Digital Humanities are here, everywhere

Ulrike Heitmüller unterhält sich bei Telepolis mit Gregor Horstkemper, einem der Koordinatoren des Zentrums für digitale Geisteswissenschaften darüber, wie in Bayern und anderswo elektronische Ressourcen künftig und zurück bis ins Mittelalter angelegt, vernetzt und erschlossen werden. (10.05.14)

Neues für die Massen-Universität

Für die FAZ hat Jürgen Kaube die Hamburger Streitschrift gegen die Bologna-Reform und die Amerikanisierung des deutschen Hochschulwesens gelesen. Ihr Autor Dieter Lenzen will statt employability zurück zur Persönlichkeitsbildung, die aber - so Kaube - nicht zu haben ist, ohne dass die im Massenbildungsbetrieb vernachlässigte Allgemeinbildung nachgeholt wird, wie es eben in angloamerikanischen Colleges üblich ist. Telepolis übrigens stellt eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung vor, derzufolge die weiter steigende Studienanfängerquote die Wirtschaftsentwicklung Deutschlands bedrohen könnte. (Vor allem, wenn die alle Philosophie studieren statt Fachkraft zu werden!)

Beckmesserei

Der Soziologe und Gegenwartsdiagnostiker Ulrich Beck ist diese Woche 70 geworden (Glückwunsch!) und wird in der NZZ für seine kosmopolitische Weltrisikoanalytik gewürdigt. Nebenan in der FAZ führt er ein interessantes Gespräch mit seinem Kollegen Bruno Latour über die politische Ohnmacht gegenüber der Erderwärmung und ihren Folgen, in dem Carl Schmitts Denken die Rettung in der Not verspricht.

Et cetera:

Thomas Pikettys Buch über den Kapitalismus im 21. Jahrhundert verkauft sich trotz (oder wegen) seiner Forderung nach höheren Spitzensteuersätzen wie geschnitten Brot. Robert Misik zeigt sich in der taz genauso begeistert von Pikettys Problematisierung des Reichtums wie Will Hutton im Freitag. +++ Bei Getidan/im EPD denkt Georg Seeßlen darüber nach, wie Kriegsfilme auf die neue Unübersichtlichkeit der Kriegsführung im 21. Jahrhundert reagieren. +++ Rudolf Walther runzelt in der taz kräftig die Stirn angesichts Alain Finkielkrauts konservativ-kulturpessimistischem Lamento über Dekolonialisierung, Migranten und Frauen in Jeans.


Links der Woche am 19.04.2014, 14:13 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 16/14

Fragen, Antworten, Fragen

Lutz Hachmeisters Buch über die Hintergründe des SPIEGEL-Interviews mit Heidegger von 1966 kam gerade recht zur anhaltende Debatte um die NS-Verstrickung des Fundamentalontologen. Lothar Struck bespricht bei Glanz & Elend mit vielen nützlichen Links das Buch, das an seinem umfassenden Anspruch scheitert und dennoch zeigt, warum und wie gern sich der SPIEGEL für Heideggers Selbstinszenierung als Nazi-Opfer einließ.

Denken unterwegs zum Frieden

Jakob Huber hat Kants Aufsatz „Was heißt: Sich im Denken orientieren?“ wiedergelesen und stellt Text wie Rezeption im theorieblog vor. Zunächst verortet er den Aufsatz im Pantheismusstreit Ende des 18. Jahrhunderts und referiert dann Kants Idee einer Topographie der Vernunft, ehe er deren politische Lesart für die globalisierte Welt vorstellt. (14.04.14)

Es blieb mehr, als geschrieben ward

Zum 150. Geburtstag erinnert Hans-Martin Lohmann in der FR an Max Weber. Der erzbürgerliche Universalgelehrte und Gründungsvater der deutschen Soziologie lebte im wechselvollsten Teil der deutschen Geschichte, seine Politiktheorie und Analytik der kapitalistischen Gesellschaft wirkt bis heute nach. (18.04.14)

E provincia lux

Gerade in Deutschland wurde lange Zeit kraftvolles Denken mit der Provinz verbunden, schreibt Hans Ulrich Gumbrecht in seinem FAZ-Blog. Da muss natürlich abermals Heidegger als Kronzeuge denkerischer Heimeligkeit her, der allem intellektuellen Kitsch zum Trotz doch ahnen lässt, warum provinzielle Verhältnisse (und seien es die des Silicon Valley) der Kontemplation zuträglich sind. (19.04.14)

Außerdemchen:

Bei Telepolis setzt Matthias Becker seine Reihe zum „Unterricht im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ fort; auch im dritten Essay untersucht er, wie die digitale Rationalisierung des Lernens und Lehrens Pädagogik und Bildung umkrempeln wird. +++ Die ZEIT stellt das Buch vor, in dem Emmanuèle Bernheim nahezu psychothriller-artig von der Sterbehilfe für ihren Vater erzählt. +++ Der Sammelband „How Reason Almost Lost Its Mind“ rekapituliert den Kalten Krieg als Goldenes Zeitalter der maschinenhaft kalten Rationalität und wird in der von sowas faszinierten FAZ besprochen. +++ Mara Delius berichtet für die WELT von einer Tagung über politische Romantik, bei der diverse hochkarätige Intellektuelle über die Spaltung zwischen Politik, Gefühl und Ästhetik diskutierten.



Links der Woche am 22.03.2014, 14:52 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 12/14

Leben und Liebe im Exil

Der Philosoph Michail Ryklin hat ein Buch über seine Frau Anna Altschuk geschrieben, die 2008 tot in der Spree aufgefunden und als Kreml-Kritikerin verkauft worden ist. Ryklin und Altschuk waren nach ihren religionskritischen Ausstellungen aus Russland exiliert, so ist das Buch eine persönliche und zugleich politische Entfremdungsgeschichte, wie Ekkehard Knörer im Freitag schreibt. (19.03.14)

Tor gegen Aristoteles

Demnächst ist wohl irgendwas mit Fußball - und damit auch die Zielgruppe mitreden kann, informiert uns Raúl Rojas bei Telepolis über Flugbahntheorien aus der Zeit, als Physik noch ein Teilgebiet der Philosophie war, und was die (post)aristotelische Impetustheorie für Torwart und Stürmer bedeutet. (19.03.14)

Chickengame auf der Krim

Joachim Müller-Jung von der FAZ unterhält sich mit dem Spieltheoretiker Manfred Milinski über Drohkulissen, Entscheidungen und Optionen in der Krim-Krise, für die Modell und Kalkül nur dann taugen, wenn Putin und der Westen tatsächlich rationale Spieler sind. (20.03.14)

Vernichtungskrieg zur Überwindung der Metaphysik

Heidegger hat seine seit Wochen umraunten Schwarzen Hefte absichtlich ans Ende der Gesamtausgabe platziert, schreibt Thomas Asshauer in der ZEIT und empört sich nicht zu knapp („philosophischer Wahnsinn“, „Gedankenverbrechen“). Denn Heidegger hatte sich den Notizen nach von allem mehr erhofft: von Hitler, vom Subjekt, vom Volkswillen, vom Untergang und von der Entjudung. (21.03.14)

Fragen des Fraggens

Hy Quan Quach informiert uns auf Gamona über Camper Killer Commentary, den Youtube-Kanal eines gewissen Mr. Siff, der darin den Fragen des Fraggens von Campern nachgeht - aber wohl auch philosophischen (oder was man in der Gamer-Szene dafür hält); allerdings wohl nicht der, ob und wann es moralisch vertretbar ist zu campen. (22.03.14)

Nachher gibt es hier noch den neuen Lichtwolf - also bleiben Sie dran oder abonnieren Sie das Ding prophylaktisch!


Links der Woche am 18.01.2014, 14:09 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 03/14

Vom logischen zum magischen Denken

Im August hieß es, ein Computer habe die Existenz Gottes via Gödels Theorem bewiesen. Der Physiker Josef Honerkamp hat das auch gelesen, hebt in den Scilogs erstmal mit einer Geschichte der Logik an, um sich sodann in einigen logischen Denkgebäuden umzusehen und in ihnen eher Geschichten als computerisierbare Modelle zu entdecken. (15.01.14)

Arno-Schmidt-Woche

Aus Eigensinn gestorben: Zum 100. Geburtstag Arno Schmidts erinnert sich der Künstler Wolfgang Müller im Freitag, wie es sich wenige Kilometer vom monströsen Genie entfernt in der niedersächsischen Provinz aufwachsen ließ. Sodann blickt er noch auf Schmidts Jugendhass und auf die frühe Rezeptionsgeschichte von Schmidts Monumentalbuch „Zettel’s Traum“. Auch sehr gut: die dieswöchige Arno-Schmidt-Doku auf arte; außerdem, heute Abend im Radio: Die lange Nacht über Arno Schmidt im DLF.

Außerdemchen:

Für die taz würdigt Detlev Claussen Herbert Marcuses „Der eindimensionale Mensch“, das vor 50 Jahren erschien und Soziologie mit Revolte verband. +++ Die Standard unterhält sich mit Rahel Jaeggi über ihre Kritik der Lebensformen und was alles nicht Privatsache ist. +++ Eine Mehrheit der Deutschen ist für die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe, meldet Telepolis, trotzdem soll selbst Beihilfe zum Suizid strafbar sein. +++ „Scheiß drauf!“: Thomas Mießgangs Kulturgeschichte der Unhöflichkeit von Punk bis Hiphop wird in der taz vorgestellt. +++ Burkhard Müller bespricht in der SZ das Buch „Krieg. Wozu er gut ist“, in dem Ian Morris - für Müller (der Edwin Starr offensichtlich nicht kennt) zu spekulativ - die organisierte Gewalt als Triebkraft zivilisatorischen Fortschritts ausmacht.


Links der Woche am 30.11.2013, 14:47 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 48/13

Diderot, Wieland und Jean Paul, v.a. Sterne

Wolfgang Hörner feiert im Freitag die Väter der Moderne, deren Jahrestage 2013 strukturierten, und unter ihnen einen ganz besonders: Laurence Sterne erfand mit Tristram Shandy den modernen Roman und wirkte mit diesem Befreiungsschlag der schreibenden Freiheit bis in Diderots Enzyklopädie, Wielands Publizistik und Jean Pauls Wortuniversen hinein. (25.11.13)

Lernwiki statt Lerntagebuch

Hariolf Wenzler reagiert in der FAZ auf Frank Kelleters Philippika gegen Massive Open Online Courses (MOOCs), indem er der Verschwörungstheorie vom neoliberalen Digitalangriff auf die Bildung fünf Thesen entgegenstellt, die auf die didaktischen und finanziellen Chancen und Grenzen der Online-Bildung abzielen. (27.11.13)

Hoffnung für Internethasser

Die einen hoffen insgeheim, dieser ganze Digitalzauber werde eines Tages von selbst zusammenfallen, die anderen kämen gar nicht auf die Idee, es könnte noch einmal einen Zustand geben, den Psychologe Thomas Grüter als Titel seines Buchs "Offline" gewählt hat. Bei den Scilogs erklärt er, wie Dynamik, Vernetzung und Komplexität die globale Informationsgesellschaft langlebig machen und auf lange Sicht zum Untergang verurteilen. (27.11.13)

Endlich fragts mal einer

Hans Ulrich Gumbrecht fragt nicht nur, sondern plädiert gar in seinem FAZ-Blog für einen gerechten Krieg, scheint aber eher die USA in Schutz nehmen zu wollen, indem er darlegt, dass prinzipiell jeder Krieg einen Rechtsbruch darstellt, die pazifistischen Antiamerikaner Europas das aber nicht wahrhaben wollen. (29.11.13)

Für Studis und Studi-ähnliche:

Unter der zeitgemäßen ROI-Fragestellung "Lohnt sich das?" befragt ZEIT Campus die Doktorandenforscherin Anna Fräßdorf über Nutzen, Nachteil und Nährwert der Promotion. +++ Als großzügig EU-geförderten Spring Break stellt uns Leander Steinkopf in der FAZ das Erasmus-Austrinkenlandsstipendium vor. +++ Dieselbe FAZ nimmt aber auch den BA/MA-Bummelstudenten in Schutz. +++

Außerdemchen:

Ebenfalls die FAZ lobt die Neuübersetzung von Henri Bergsons „L’évolution créatrice“ als indiziertes existentialphilosophisches Märchenbuch. +++ Die US-Philosophin Debra Satz macht es sich nicht leicht, in ihrem Buch, das von der NZZ vorgestellt wird, Argumente für die intuitive Einsicht zu liefern, dass und warum nicht alles auf Märkten gehandelt werden sollte. +++ Falls Sie am heutigen Samstagabend nicht in Köln der Lesung von Johannes Witek im Café Duddel beiwohnen, schalten Sie doch den Deutschlandfunk ein, wo es in der heutigen Langen Nacht um das Staunen und Innehalten geht. +++ Die Blüten sind längst bestäubt, die Zweige neigen sich, je mehr die Früchte heranreifen: Lichtwolf Nr. 44 zum jahreszeitfernen Thema "Obst" ist in der Mache und wird vor Heiligabend in den Briefkästen liegen; man abonniere hier.



Kurz und Klein am 22.05.2011, 22:07 Uhr

Überschätzt und unterfinanziert

Eric Chauvistré gehört zu den wenigen Journalisten, die unter ehemaligen Einsatzoffizieren Ansehen genießen. Ein Grund dafür ist, dass er die Frage "Why are we here?", mit der der Journalismus bekanntlich schon dem Vietcong zum Sieg verholfen hat, ernst nimmt. Sein Buch "Wir Gutkrieger" untersucht angenehm moralinfrei die Ansprüche, mit denen die Bundeswehr ins Ausland geschickt wird. Naivität und Größenwahn prägen die verantwortlichen Politiker. Die einen glauben an den "Krieg ohne Krieg", mit dem die Einsätze verkauft werden, und nicken von völker- und grundrechtlichem Eiertanz geprägte Mandate ungelesen ab. Die anderen fürchten oder fordern den seit den 90ern betriebenen Aufbau einer weltweit einsetzbaren Interventionsarmee, der auf Soldaten in der Einsatzrealität wie Hohn wirkt.


Links der Woche am 30.10.2010, 15:42 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 43/10

Doof bleiben und Scheiße kaufen

Lesenswert ist das etwas erratische Interview, das "die Presse" mit Klaus Theweleit über den Sturz des Totalitarismus durch Rock'n'Roll geführt hat, wegen der These vom Kalten Krieg der Regierungen gegen die Bevölkerung: "Wir sollen doof bleiben und denen weiterhin ihre Scheiße abkaufen." (21.10.10)

Nerven und nerven lassen

Malte Welding outet sich in einem schönen, langen BZ-Text als Mitglied der Minderheit, der es zu gut geht, um Gegenstand von Integrationsdebatten zu sein: den weißen Männern. Als solcher erkennt er an Multikulti alle Eigenschaften der Wirklichkeit: laut, hässlich, miefend und nicht zu leugnen. (23.10.10)

Liebesökonomie

In der WELT diagnostiziert Volker Demuth anhand gegenwärtiger Romane, dass die bedingungslose Liebe der Partnerschaft auf Bewährung gewichen ist, die sich geschmeidiger mit den Anforderungen des 21. Jahrhunderts vereinbaren lässt und - wie alles andere im Leben - strikt buchhalterisch betrachtet wird. (26.10.10)

Helfende Tatzen

Die Frankfurter Rundschau stellt das neue Buch des Verhaltensforschers Michael Tomasello vor, der untersucht, wie und warum Primaten es vorziehen, miteinander zu koopieren anstatt zu konkurrieren. Dazu vergleicht er die Gruppendynamik von Schimpansen und kleinen Menschen (sog. "Kindern"). (27.10.10)

Quellenangabe im wahrsten Sinne

Der Chicagoer Soziologe Andrew Abbott hat untersucht, wo und wie in wissenschaftlicher Prosa aus einem seiner Bücher zitiert oder darauf verwiesen wird. Ergebnis: Die meisten Autoren haben das Buch gar nicht gelesen, die Quellenangaben sind bloß akademisch geforderter Formalschmuck, so berichtet Jürgen Kaube in der FAZ. (28.10.10)

elgooG ist kein Haustier

Die Schriftstellerin Dubravka Ugresic denkt in der NZZ über Gott und die Welt bzw. das moderne Äquivalent Google und das Internet nach. Aber auch über Neuroplastizität und Schicksal und das englische Wort für Hund. (30.10.10)

Die Tage werden kurz länger, dann weiter kürzer

Morgen bzw. heute Nacht werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Aus diesem Anlass denkt der Physiker Joachim Schulz weiter über das Phänomen Zeit nach - rein in den Grenzen der Naturwissenschaft, aber heimlich dürfen auch Philosophen mitlesen. (30.10.10)


Kultur(terrorismus) am 09.05.2010, 10:04 Uhr

Ballade wider das Vergessen

Poem zum Renteneintritt des Weltkriegsendes

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,

im Taschentuch ist ein Knoten drin.

Ich wollte doch mit irgendwelchen Leuten -

Oder doch allein? Und vor allem: Wohin?

Besser, ich rufe den einen an...

Hab ich's mir nicht aufgeschrieben?

Die Nummer von diesem - na, dem Mann!

Hm, nur wo ist der Wisch geblieben?

Müller oder Meyer oder so,

in äh - Dingenskirchen oder wo...

Ich komm nicht drauf, ums Verrecken nicht!

Sach-doch-gleich, wie war das noch genau?

Irgendwas mit Köhler, Anstand, Kettenlicht...

Ach ja, jetzt fällt's mir ein: "Auschwitz-Birkenau"





Intime Interna am 05.07.2005, 22:01 Uhr

Das neue Heft (Nr.16) ist da!

Es ist ein Zwitter!

Ganz recht, ab sofort kann der 40 Seiten dicke und somit nicht mehr aus eigener Kraft bewegungsfähige sechzehnte Lichtwolf in all den in jedem Sinne coolen Geschäften gekauft werden, die mitsamt ihrer jeweiligen Adresse und Öffnungszeiten unter "Verkaufsstellen" aufgeführt sind.

Hurra!Lichtwolf 16

Seien Sie attraktiver als diese Frau und sagen Sie auch zum aktuellen Lichtwolf nicht "Nein, igittigitt!" !

Sie sollen jetzt gar nicht länger von dem einzigartigen Erlebnis ferngehalten werden, daß Ihnen Ihr Hormonspiegel beschert, wenn Sie - kritisch, wie Sie eben sind! - sich zunächst im Archiv über das aktuelle Heft informieren, die immer stärker aufwogende Vorfreude bis zum letzten auskosten und sich dann ins Einkaufszentrum bewegen, um dort die Nr.16 und noch ein anderes Prunkstück aus dem dortigen Angebot zu erwerben, wodurch Sie - der Lichtwolf wird in diesem Monat drei Jahre alt und ist großzügig! - zusätzlich & kostenlos das Sonderheft "Das Dunkle Zeitalter Vol.I", in dem die ersten vier Ausgaben versammelt sind, erhalten -- und dann, nach Absenden Ihrer Bestellung, in einen tiefen Schauer der Verzückung versinken ob der seligen Befriedigung, die Ihnen dieses unvergeßliche Erlebnis verschaffen wird, das sich beim Erhalt Ihrer Hefte um ein vielfaches potenziert wiederbeleben wird!

Und wenn das jetzt nicht verkaufsfördernd wirkt, habe ich den Kapitalismus echt nicht verstanden.







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Lichtwolf Nr. 59 (3/2017), September 2017

Titelthema: Alte Berufe

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51 alte Berufe im philosophischen Portrait, ausführlicher: Alchemist, Matador, Schuster, Schutzmann, Töpfer und Zensor. Außerdem Lachse, Jacques Ellul und Automobile.


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