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Monatsbuch

Suche ausgeführt.

Mit dem Stichwort "Friedrich Nietzsche" sind die folgenden Artikel markiert:


Links der Woche am 06.05.2017, 13:53 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 18/17

„Entropie des Meinens“

In der NZZ beklagt Paul Jandl den Niedergang der Streitkultur in beschleunigten und unübersichtlichen Zeiten, in denen jeder eine Meinung und keine Ahnung hat. Die Intellektuellen machen es kaum besser, indem auch sie nur noch über ihr jeweiliges Steckenpferd monologisieren. Eine Entschleunigung der publizistischen Debattenräume tut Not. (03.05.17)

Frühjahr- statt Sommersemester, bitte!

Nirgendwo währt die vorlesungsfreie Zeit so lang wie an deutschen Unis, bloggt Niklas Záboji bei der FAZ und plädiert zum zehnten Jubiläum des gescheiterten Versuchs einer „Harmonisierung der Semesterzeiten“ für Vorlesungen ab Anfang März und Anfang September, wie sie überall im Ausland üblich sind. (04.05.17)

Was der Multikulturalismus übersieht

Bei Telepolis beschäftigt sich Karl Kollmann mit dem Soziologen Zygmunt Bauman und Begriffen wie Freund, Feind und Fremder vor dem Hintergrund der „Flüchtlingskrise“. Das tut nötig, weil schon der Begriff des „Sozialen“ im Alltagsdiskurs allenfalls schwammig verwendet wird; die Erfahrungen von Zugezogenen schärfen den Blick dafür, wie schwer es mit dem „Sozialen“ geht. (05.05.17)

Morgen in Frankreich

Am morgigen Sonntag findet in Frankreich die Stichwahl ums Präsidentenamt zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen statt. Die WELT unterhält sich mit Tristan Garcia, „dem neuen Vordenker der jungen Franzosen“, darüber, wie schwer sich Linksintellektuelle mit dem „identitätspolitischen Backlash“ und mit Macron als kleinerem Übel tun. Auch die ZEIT bittet einen schlauen Franzosen zum Interview, nämlich den Philosophen und Mathematiker Denis Bonnay, der die ambivalente Wirkung von Meinungsumfragen und Wahlaufrufen erklärt.

Außerdemos von Sonstnochos:

Die NZZ sieht mit dem Band „Die grosse Regression“ das linke Denken auf den Hund gekommen und empfiehlt stattdessen Kaspar Villigers Kampfschrift gegen den „Sozialdemokratismus“, der uns alle so furchtbar erdrückt. +++ Der Freitag weist auf den Horrorfilm für Selbstoptimierer, „Erfolgreich Scheitern“ hin, der neulich auf 3sat lief. +++ In München werden, wie die FAZ meldet, wertvolle Bücher und Autographen versteigert - darunter ein Typoskript der Vortragsfassung von Heideggers Freiburger Antrittsvorlesung „Was ist Metaphysik?“. +++ Außerdem gratuliert die FAZ dem konservativ-katholischen Denker Robert Spaemann zum 90. Geburtstag. +++ Sibylle Anderl glossiert im Wissensteil der FAZ launig über eine Studie zur Ehrenrettung von Sorgen und Pessimismus. +++ In der WELT empfiehlt Denis Scheck Ovids „Metamorphosen“ für seinen Kanon. +++ Die NZZ stellt Heinrich Meiers Auseinandersetzung mit Nietzsches Zarathustra als philosophisches Experiment der Selbsterkenntnis und -verstellung vor. +++ Hazel Brugger macht im Magazin ihrem Unmut Luft, mit anderen jungen Frauen in einen Topf geworfen zu werden, und dem Feminismus darum in den Rücken fallen zu müssen.


Links der Woche am 28.01.2017, 15:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 04/17

Der Wolf ist dem Menschen ein Vorbild

Die Überheblichkeit des Menschen, sich für die Krone der Schöpfung zu halten, ließ ihn fest daran glauben, den Wolf zum Hund domestiziert zu haben, schreibt Florian Schwinn in seinem Buch, aus dem ein Auszug bei Telepolis zu lesen ist. Allerdings spricht einiges dafür, dass sich die frühen Menschen evolutionär an den Wolf angepasst haben. (22.01.17)

Der Geist der Leere

Politische Narrative waren immer solche von Arbeit und Mangel. In den saturierten Demokratien des Westens aber herrscht ein Überfluss, der keinen Sinn mehr ermöglicht - für die Abgehängten, die bei rechtspopulistischen Erzählungen Zuflucht suchen, eh nicht. Fritz Breithaupt und Martin Kolmar raten in der NZZ, sich bei den Narrativen der Religionen zu bedienen. (23.01.17)

Menschen, so unbequem wie das Gewissen

Der in der Schweiz lebende russische Schriftsteller Michail Schischkin erinnert an die 1968 im Ostblock niedergeschlagene Opposition, deren später Sieg sich als Illusion entpuppte. Dissidenten mussten sich zu allen Zeiten gegen staatliche Repression behaupten und dagegen, von der Mehrheit als Verräter und Spinner betrachtet zu werden. (27.01.17)

Aus der Gefahr seinen Beruf machen

Hans Ulrich Gumbrecht schreibt in seinem FAZ-Blog über den Nietzsche-Band, der den Weg in seine Bibliothek aus der Hermann Görings fand. Der dicke Obernazi unterstrich darin fleißig den Begriff „Übermensch“, den Gumbrecht allerdings in Verbindung mit Nietzsches Zusammenbruch in Turin und Zarathustras Seiltänzer bringt - und damit effektiv zu entnazifizieren versucht. (28.01.17)

Bücher, Bücher, Bücher

Die FR bespricht Jan Assmanns jüngste Auseinandersetzung mit Monotheismen und ihrer Gewaltneigung, bei der er u.a. Carl Schmitts Theorie des Politischen heranzieht. +++ Außerdem in der FR: Eine kurze Rezension der „Geschichte des politischen Denkens“ von Otfried Höffe. +++ Aus Anlass seines neuen Buchs „Was für Lebewesen sind wir?“ wird in der taz Noam Chomskys Bedeutung als letzter Linksintellektueller der USA betont. +++ Der Freitag stellt Domenico Losurdos Untersuchung des Konzepts des Klassenkampfs vor, in dem allzu oft ein unterkomplexer Linkspopulismus die eigentlichen Kämpfe um „Anerkennung“ verstellt.

Weiteres zum Trumpismus...

Bereits letzte Woche sind einige Artikel erschienen, die aus Trumps Sprachstil auf seine Denkungsart zu schließen versuchten. Adam Soboczynski konzediert diese Woche in der ZEIT, dass der neue US-Präsi in der Tat überhaupt nicht wie ein Politiker spricht, sondern wie ein stil-, disziplin- und schamloses Großmaul, das die Effekthascherei faschistischer Rhetorik für sich entdeckt hat. Die FAZ wiederum berichtet von einem geistreichen Vortrag des Kunsthistorikers W.J.T. Mitchell über die „amerikanische Psychose“. In der taz schließlich erklärt der Leipziger Politologe Robert Feustel, der das „Wörterbuch des besorgten Bürgers“ mit herausgegeben hat, wie rechtspopulistische Sprache auf den Diskurs einwirkt.

Außerdemos von Sonstnochos:

Die erste Woche von Trumps US-Präsidentschaft war von allerhand „umstrittenen“ Erlassen geprägt, unter denen die angekündigte Einstellung der Förderung der Geisteswissenschaften ein marginaler (aber politisch konsequenter) ist. +++ Im Uniblog der FAZ überlegt Adrian Schulz, was die Verwendung von „Proseminar“ als Schimpfwort der gebildeten Stände mit der marktkonformen Universität zu tun haben könnte - und setzt sich mal in eines hinein. +++ Wo er schon unterwegs war, hat sich Schulz in der Woche darauf auch einen Science Slam angeguckt - ein hippes Format, das bloß „auf Krach und Bumm und Darm mit Charme ausgelegt“ ist. +++ Der Tagesspiegel stellt eine nicht ganz unbefangene Studie vor, die das Sozialistische Patientenkollektiv (SPK) jenseits von linkem Freaktum und „Kaderschmiede der RAF“ darstellt; hoffentlich ist das liebe SPK auch dieses Jahr wieder bei der Mainzer Minipressen-Messe vom 29. Juni bis 2. Juli 2017 dabei!


Links der Woche am 24.12.2016, 15:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 52/16

Die Politischkorrekten wollten das so!

Michael Hampe widmet sich in der ZEIT der kulturwissenschaftlichen Linken (KWL), für die Pippi-Langstrumpf-Leser Rassisten sind und für die der Nordpol genauso relativ, konstruiert und historisch ist wie Hampes Oma. Nun, da rechte Verschwörungstheoretiker an die Macht kommen, wendet sich ihr Vulgärkonstruktivismus gegen sie und die KWL hat dem in Theorie und Praxis nichts entgegenzusetzen. (19.12.16)

Von Nietzsche zu Brexit und Trump

vox.com unterhält sich mit Hugo Drochon, der Nietzsche als transnationalistischen politischen Denker liest, der ausgehend vom Tod Gottes die aktuellen Populismus-Krisen der Demokratie und die Relativismus-Krise der Philosophie schon zu Bismarcks Zeiten vorhergesagt hat. (20.12.16)

Optionen und Willkür

In der ZEIT (und seinem neuen Buch) beklagt Maximilian Probst das Aussterben der Verbindlichkeit. Die undurchschaubare Vielfalt der Wahlmöglichkeiten macht es schwer, sich festzulegen, und überfordert die Rechtswähler. Dem versucht Probst eine Verbindlichkeit entgegenzusetzen, die nicht nach Biedermeier riecht, sondern der Zukunft zugewandt, liberal und autonom ist. (21.12.16)

Philosophie war schon immer globalisiert

Philosophie ist nicht nur das, was die Griechen gemacht und ihre Erben fortgesetzt haben, erinnert Heiner Roetz in der FR und plädiert für eine globalisierte Perspektive auf die Diziplin. Dazu gibt er nachahmungswürdige Beispiele für die gegenseitige kulturelle Beeinflussung in und Bereicherung der Philosophiegeschichte. (22.12.16)

„Die Grausamkeit massakrierter Körper.“

Vor über 100 Jahren ging es auch nicht friedlicher zu, dafür aber inszenierte sich die Avantgarde schwer kulturterroristisch, schreibt Stefan Zweifel in der NZZ. Heute sind Terroristen Meister der Inszenierung, die von Nietzsche über Breton und Artaud bis Debord die Starre lösen sollte, die nun von ganz realer Gewalt erschüttert wird. (22.12.16)

Alles nichts Neues

Nils Markwardt zweifelt im Freitag an der Rede vom „postfaktischen Zeitalter“, denn die darunter subsumierten politischen und sozialpsychologischen Phänomene wurden von Le Bon und Adorno längst beschrieben. Tatsächlich profitieren Rechtspopulisten von einem Vertrauensdefizit, das wiederum von Luhmann ausgiebig beschrieben wurde. (27.12.16 - aus der Zukunft!)

Kann man mal lesen

Iris Radisch stellt in der ZEIT das unvollendete letzte Büchlein Roger Willemsens vor, worin dieser als enttäuschter Moralist mit unserer Gegenwart abrechnet. +++ Hans Hütt zeigt sich im Freitag ganz begeistert von Dieter Thomäs Philosophie des Störenfrieds, einer Studie, die gerade zur rechten Zeit (nämlich zu der des „Orangenmanns“)kommt. +++ Diese Woche ist bekanntlich Lichtwolf Nr. 56 zum Thema Gebäck erschienen: Das Heft gibt es im Abo oder für 8,50 Euro einzeln sowie als DRM-freies E-Book im epub-Format oder für Kindle.

Schöne Feiertage!


Intime Interna am 20.06.2016, 18:50 Uhr

Der neue Lichtwolf ist da!

Schon wieder ist es das beste Heft aller Zeiten, innen und diesmal vor allem außen:

Lichtwolf Nr. 54 (Ekstase)

Lichtwolf Nr. 54 zum Titelthema Ekstase ist ab sofort erhältlich hier im Einkaufszentrum oder beim catware.net Verlag.

Die diesjährige Sommerausgabe beschäftigt sich mit Ekstase, d.h. mit Transzendenz und Trance, Rausch und Schwärmerei, Enthusiasmus und Orgasmus nebst aller Varianten: Romantische Poesie und Nationalwahn, auch Heideggers Ekstasen sowie die anders gearteten von Fritz „Dionysus“ Nietzsche sind dabei. Auch Besessenheit im Christentum und Himmelfahrten in islamischer Mystik, außerdem Drogenkonsum und Masturbation, und im hinteren Heftteil geht es u.a. um Ekel und Emanzipation, den Frosch als Viehlosovieh und Wittgensteins Kriegserlebnisse.

Bdolfs Propädeutikum und Prolegomena und die erste Hälfte des Essays von Hieronimus und Schneidegger über den rauschenden Alltag im falschen Leben können Sie online lesen oder als PDF-Leseprobe herunterladen.

Erhältlich ist Lichtwolf Nr. 54 zum neuen Preis von 8,50 Euro hier im Einkaufszentrum, beim catware.net Verlag, im Buchhandel (ISBN 9783941921627) oder - da kann man richtig Zeit und Geld sparen! - im Abonnement.

Die E-Book-Fassung folgt in den kommenden langen, heißen Tagen.

Da Sie zu Recht skeptisch sind bezüglich der Behauptung, diese Ausgabe sei außenrum besonders gelungen, und da Sie sich nicht selbst am Kiosk davon überzeugen können, gucken Sie doch mal hier:

LW54 Rückseite

Wun-der-schön! Und das könnte für bloß 8,50 Euro Ihnen gehören!


Links der Woche am 14.11.2015, 14:59 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 46/15

Wer oder was ist das Volk?

Der Freitag feierte diese Woche 25. Geburtstag und holte aus diesem Anlass manches aus dem Archiv hervor. So diesen Text aus dem November 1990, in dem Georg Seeßlen sich über die vielen Bedeutungen Gedanken macht, die der Begriff „Volk“ im Slogan „Wir sind das Volk“ hat - und was das für Begriffe wie Herrschaft oder Nation bedeutet. (09.11.90)

Zwischen allen Stühlen

André Thiele erinnert in der ZEIT an den Berliner Philosophen Saul Ascher, der gegen den Antisemitismus und die nationalistische „Germanomanie“ des 19. Jahrhunderts anschrieb. Seine Überlegungen zu einem heterogenen Deutschland ohne Reinheitsfanatismus sind heute wieder aktuell. (09.11.15)

Hoffnung für die Assis überall

Ein neues Wissenschaftzeitvertragsgesetz soll das personelle Elend an deutschen Hochschulen beheben. Thomas Thiel blickt in der FAZ zurück auf die systematische Prekarisierung des wissenschaftlichen Nachwuchses im universitären Mittelbau. Die Bildungspolitik kennt das Problem, nun solle sie es lösen. (11.11.15)

Historiker vs. Systematiker

Vor einigen Woche begann in der FAZ eine kleine Debatte über analytische Philosophie vs. Kontinentalphilosophie. Nun ist Rolf-Peter Horstmann an der Reihe. Zunächst wehrt er sich gegen die Idee, historische Forschung habe in der Philosophie nichts mit Selberdenken zu tun. Dann beklagt er noch die Beliebigkeit philosophischer Fragestellungen und deren Vokabular. (11.11.15)

Den Toten dieser Woche

Zwei Verstorbene wurden diese Woche von den Feuilletons gewürdigt (und nach den gestrigen Anschlägen in Paris sind es noch viel mehr). Zu Beginn der Woche starb mit dem französischen Philosophen André Glucksmann ein Vertreter des Denkens jenseits des Rheins, der im Maoismus loslegte, die Friedensbewegung kritisierte und schließlich für Sarkozy Wahlkampf machte. Hierzulande starb der Bundeskanzler a.D. der Herzen und Lungen, Helmut Schmidt. Patrick Bahners von der FAZ erinnert sich, wie sich Schmidt einmal weigerte, ein Kant-Zitat zu kommentieren, ohne vorher den Textbeleg zu Gesicht zu bekommen. Außerdem hat dei FAZ noch ein Interview auf Lager, das Bahners und Jürgen Kaube 2011 mit Schmidt über Rauchverbote, Atheismus, Liberalismus und Islam führten.

Flucht und Fremdenfeindlichkeit

Für die FR unterhält sich Arno Widmann mit dem Historiker Michael Borgolte darüber, wie Europa durch Migration zu dem wurde, was es heute ist, und warum die Lage nicht im Mindesten mit der Roms zu Zeiten der Völkerwanderung zu vergleichen ist. Die abwehrende Haltung gegenüber Menschen, die hier Schutz suchen, wird im Feu längst auch analysiert. Caroline Fetscher macht sich im Tagesspiegel Gedanken über die menschliche Fähigkeit zur Empathie und was dazu führen kann, dass einige Menschen in der Flüchtlingskrise damit sehr haushalten. Sibylle Hamann hat bei diepresse.com eine andere Theorie: Wilde Gerüchte übers süße Flüchtlingsleben zu verbreiten dient der Repression des Reflexes, Menschen in Not zu helfen.

Et cetera:

Martin Walser teilt in der FAZ seine lebenslange Begeisterung von Nietzsches Zarathustra mit. +++ Till Hahn erinnert im Freitag an den depressiven Marxisten Louis Althusser, der als überholt gilt und dennoch die französische Philosophie bis heute prägt. +++ Als wäre die Kreiszahl Pi nicht schon faszinierend genug: Britische Mathematiker haben einen Zusammenhang zwischen Quantenphysik und Pi entdeckt, wie Telepolis meldet. +++ Raoul Schrott empfiehlt in der NZZ die Lektüre von „Die Inseln“ aus der Feder Jean Greniers, der ein prägender Einfluss für Albert Camus war. +++ Jürgen Kaube stellt in der FAZ drei Neuerscheinungen zum 100. Geburtstag von Roland Barthes vor. +++ Außerdem lädt Kaube zu einer Leseprobe aus dem Sammelband ein, in dem philosophische Probleme anhand der TV-Serie „The Big Bang Theory“ erörtert werden. +++ Die Jüdische Allgemeine weist auf einen neu erschienenen Band mit Gedichten von Hannah Arendt hin.


Links der Woche am 26.09.2015, 14:21 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 39/15

„Künstlichkeit ist die Natur des Menschen“

Die NZZ bringt den Vortrag, den Konrad Paul Liessmann beim diesjährigen Philosophicum Lech über Transhumanismus gehalten hat. Der Mensch ist wie von Nietzsche vorhergesagt das nicht festgestellte Tier, das sich technisch selbst optimiert, um zu werden, was es ist - weshalb den Zukunftstechnologien uralte Sehnsüchte zugrunde liegen. (20.09.15)

Analyse vor Ideal

Der Tübinger Emeritus Manfred Frank zeigt sich in der FAZ unzufrieden mit der philosophischen Landschaft: Die analytische Philosophie habe kontinentale Denktraditionen fast vollständig verdrängt sowie - im Verbund mit den Bologna-Reformen - Kleinteiligkeit, Nabelschau und Hektik befördert. (24.09.15)

Meinung und Freiheit

Nicht erst die Flüchtlingskrise hat manchen aufheulen lassen, man dürfe ja gar nicht alles sagen. Katja Thorwarth macht sich in der FR Gedanken über die wahre Bedeutung der in Online-Kommentarspalten angeblich eingeschränkten Meinungsfreiheit. In Frankreich herrscht ein bisschen Zoff: Dem Philosophen Michel Onfray wird vorgeworfen, mit seinen Äußerungen zu Flüchtlingen und Gleichstellung dem Rechtsextremismus Vorschub zu leisten, wie die NZZ berichtet. Die SZ dagegen unterhält sich mit Alexander Filipovic über die Gründe der Empörung, die Charlie Hebdo mit einer Karikatur des toten syrischen Jungen Aylan Kurdi ausgelöst hat.

Außerdemchen:

Die NZZ stellt zwei Neuerscheinungen vor, die psychedelische Drogen z.B. in der Sterbebegleitung und Zeitforschung konsumistisch rehabilitieren. +++ Der Freitag berichtet über die interne Ratgeber-Kolumne des NSA-Sokrates, der die Geheimdienstmitarbeiter - aber nicht zu sehr! - zum Nachdenken bringen soll. +++ Die aktuelle Herbstausgabe des Lichtwolf ist erschienen.


Links der Woche am 29.08.2015, 14:29 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 35/15

Palaver übers Einzelne

Michael Pauen hat mit Harald Welzer ein Buch über Autonomie und Konformität geschrieben und unterhält sich auf Telepolis mit Manuel Schumann just darüber sowie über die Ableitungen wie Datenschutz und die nötigen Abgrenzungen zu Narzissmus, Chaos und digitalem Mobwesen. (23.08.15)

Nietzsche gefällt das (nicht mehr)

Antisemitische Wagnerianer werden von JHWE bestraft, indem sie nach jahrzehntelanger Warterei auf Tickets für die Bayreuther Festspiele ebendort neben dem fülligen, schnaufenden Peter Sloterdijk platziert werden. Der lässt sich in der ZEIT wiederum ausführlich und unnachahmlich über seinen Trip zum grünen Hügel aus. (25.08.15)

Menschheit aus Unruhe und Zwietracht

Hans Magnus Enzensberger hat es schon immer gewusst, schreibt Martin Meyer in der NZZ und empfiehlt daher die hellsichtigen Essays des HME zur Relektüre, für die sich die ergänzte Neuauflage seiner jahrzehntealten Essays über Migration, den molekularen Bürgerkrieg in Europas Städten und Gotteskrieger bestens eignet. (29.08.15)

Flucht und Fremdenfeindlichkeit

Michael Jäger empfiehlt im Freitag, in Dresden schleunigst Aischylos’ Tragödie „Die Schutzflehenden“ aufzuführen. In der taz beobachtet Georg Seeßlen die Rückkehr des hässlichen Deutschen, der von Demokratie, Aufklärung und Humanismus nichts mehr wissen will, wenn das Agambensche Dispositiv lockt. Die NZZ bespricht Achille Mbembes nun auch auf Deutsch vorliegende „Kritik der schwarzen Vernunft“, die den Residuen von Sklaverei, Kolonisierung und Apartheid im eurozentrischen Denken nachspürt.

Die Maschine denkt mit

Kürzlich hatten wir es schon einmal mit den juristischen und ethischen Herausforderungen, die eine zunehmend autonome Technologie u.a. im Straßenverkehr mit sich bringt. Hans-Arthur Marsiske fasst sie bei Telepolis zusammen, stellt einige Maschinenethiker sowie das Trolley-Problem und den guten alten Isaac Asimow als Ratgeber vor. In der NZZ befasst sich auch Eduard Kaeser mit denkenden Maschinen und der Berechnung von Phi, also dem Grad ihres Bewusstseins. Die Maschinen steuern unsere Autos, pflegen unsere Lieben und lösen unsere logisch-mathematischen Probleme, wie Markus Pössel in den Scilogs über automatisierte Beweisverfahren schreibt und dabei nicht außer acht lässt, dass sie auch von Experten kaum noch zu verstehen sind.

Außerdemos von Sonstnochos

Die SZ bespricht den jüngsten Essay von Byung-Chul Han, in dem dieser dem Schönen das disruptive Element jenseits von Gefälltmirbarkeit zurückgeben möchte. +++ Nebenan bei Glanz & Elend würdigt Wolfram Schütte zum 90. Geburtstag den Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann, der - wie der jüngst verstorbene Egon Bahr - halt noch Sozialdemokrat im Wortsinn war. +++ Die NZZ stellt uns die Streitschrift vor, in der Rudolf Langthaler (u.a. mit Kant Thomas Nagel) den Naturalismus des Atheismuspapstes Richard Dawkins auseinandernimmt. +++ Unterwegs sein: Fast schon im Ton eines guten, vertrauenswürdigen Heidegger geht, denkt und schreibt Georg Seeßlen dem Pfad nach. (Nachdenken, nie folgen!)


Irgendwas mit Medien am 11.05.2015, 10:07 Uhr

Exklusiv und elektrisch: „Böhmische Meditationen“

„Traue keinem Gedanken, der dir im Sitzen gekommen ist“, riet Nietzsche und getreu diesem Motto hat sich Michael Helming zum Handelsreisenden in Gedankendingen gemausert.

Michael Helming: Böhmische Meditationen

Das neue E-Book ist für 99 Cent erhältlich, und zwar für Amazon Kindle, im offenen epub-Format

sowie direkt beim catware.net Verlag (gleichfalls als DRM-freies epub).

Nach seiner physisch-literarischen Bodensee-Umrundung „Sprech / Blasen / Laufen“, die exklusiv in der E-Book-Reihe Lichtwolf Short Circuits („große Essayreihen für kleines Geld“) erschienen ist, gibt es nun ebendort auch seine „Böhmischen Meditationen“ zum Herunterladen und Mitspazieren.

Michael Helmings Wanderung durch Königgrätz ist auch eine durch die Antiquariate und damit durch die Geistesgeschichte, die überall in der tschechischen Provinz ihre Spuren hinterlassen hat. Die Kanonen und Schlachtfelder rufen Überlegungen dazu auf, was Schopenhauers Wille mit der damaligen „Kriegsgeilheit“ (im Wortsinne) zu tun hat und was Fritz Mauthner zu Kriegsgöttern und Schlachtrufen herausgefunden hat. Mauthners Geburtshaus wird ebenso zum Anlass für Meditationen über Herkunft und Biographie von Wortgewaltigen wie das von Karl Kraus, der quasi um die Ecke geboren wurde. Mit dem Erblühen des Frühlings wird es Zeit, derer zu gedenken, die nicht wandern können: Pflanzen, allen voran der Linden, die das tschechische Nationalsymbol sind und in vielen Dörfern als Kneipe, Gerichts- und Rathaus zugleich dienten.

In dem E-Book „Böhmische Meditationen“ sind vier Lichtwolf-Essays versammelt - ungekürzt, mit einem Vorwort und zusätzlichen Photos versehen. Das E-Book ist für lumpige 99 Cent erhältlich, und zwar für Amazon Kindle, im offenen epub-Format sowie direkt beim catware.net Verlag (gleichfalls als DRM-freies epub).


Links der Woche am 17.01.2015, 16:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 03/15

Zeugnisse des Verlusts

Ob man nun schlussmacht oder stirbt, nie ist man so richtig weg. Sven Stillich schreibt in der ZEIT, was so alles von jedem übrig bleibt (Kleinigkeiten und Abfall), was manch einer auf keinen Fall zurücklassen will und wie wir wichtige Dinge und Momente (auch unabsichtlich) bewahren.

Der nächste US-Präsident ist ein Cyborg

Bei Telepolis gibt Zukunftsforscher Roland Benedikter im Interview einen Überblick über die drei Schritte, die 2014 auf dem Weg zur transhumanistischen Gesellschaft gemacht worden sind und welche ethischen Herausforderungen in der technischen Zukunft warten. (11.01.15)

Die Anschläge von Paris

Die Wut und Trauer nach den Anschlägen von Paris legen sich langsam und die gedankliche Aufarbeitung geht los. Im New Statesman fragt Slavoj Žižek mit etwas Nietzsche nach dem Minderwertigkeitskomplex islamistischer Fundamentalisten. In der FAZ untersucht der Soziologe Jens Alber den scheinbaren Zusammenhang zwischen „dem“ Islam und dem Terrorismus in seinem Namen. Michel Houellebecqs Roman über die Wahl eines Muslim zum französischen Präsidenten erschien am Tag der Anschläge. Cord Riechelmann untersucht in der FAZ die Parallelen zu „Untergang des Abendlandes“ und was Spengler tatsächlich darunter verstand. Die ZEIT bringt Navid Kermanis Trauerrede für die Opfer der Pariser Anschläge, in der er die Werte des Islam und der Französischen Revolution betont.


Links der Woche am 03.01.2015, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 01/15

Uneinstellbare Employability

Die Bologna-Reformen sollten einen „europäischen Hochschulraum“ und vor allem die employability der Studierenden herstellen. Joachim Nettelbeck zeichnet in der FAZ das 15 Jahre währende verheerende Scheitern der Reform an ihren Grundübeln nach und rät den Universitäten, sich auf sich selbst im 21. Jahrhundert zu besinnen. (29.12.15)

Das gitarrenförmige Universum

Falls Ihnen Quantenphysik nicht kompliziert genug ist, gibt es ja noch die Stringtheorie. Matthias Matting gibt bei Telepolis einen Einstieg in die aus reiner Mathematik geborene Erklärung, warum nicht alles auseinanderfliegt, mit hilfreichen Analogien und good vibrations. (02.01.15)

Wissen, wie man’s macht(e)

In der FR unterhält sich der gute Arno Widmann mit dem Wissenschaftshistoriker Jürgen Renn, warum seine Disziplin nicht nur dokumentieren, sondern auch Fortschritt inspirieren kann, warum Planung die Triebfeder aller Wissenschaft ist und welche Rolle Macht und Freiheit darin spiel(t)en. (02.01.15)

Von Leonidas zu Themistokles, von Dionysos zu Apoll

Bei Glanz & Elend beschäftigt sich Peter V. Brinkemper mit den historischen und ästhetischen Grundlagen von Frank Millers blutrünstigen Comic-Opern „300“, die Friedrich Nietzsche mit seiner Vorliebe für tragisches Griechentum und als Illustration seiner Kritik am Athenertum gefallen hätten. (02.01.15)

Außerdemos von Sonstnochos:

Der Soziologe der Risikogesellschaft Ulrich Beck ist gestorben. Schade. +++ Leute knipsen sich selbst sogar im Kino. Hans Ulrich Gumbrecht überlegt in seinem FAZ-Blog, was hinter der „laufenden elektronischen Erinnerungsproduktion“ mittels Selfies steckt. +++ In Sachen Feminismus gibt es in der ZEIT ein Interview mit der Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken über mögliche weibliche Vorbilder in der Literatur, die Lust und Erfolg gedeichselt kriegen. +++ Die FR stellt zwei neue Bücher über Religion, Gewalt und Gesellschaft vor, deren Verhältnis doch wohl mehrere Bände bedarf. +++ Büschen Wirtschaftsethik zum neuen Jahr: Ulrike Herrmann stellt in der taz noch einmal fest, dass Wirtschaft nicht aus Zahlen, sondern aus Ängsten und Hoffnungen besteht. In der ZEIT fragt Maike Brzoska einige Leute vom Fach, ob es unethisch ist, als Anleger auf schlechte Nachrichten zu hoffen und von Leid und Elend zu profitieren. +++ Recht hymnisch bespricht unser alter Freund Günter Figal in der NZZ Gunnar Hindrichs’ phänomenologische Ontologie der Musik. Ob der Festvortrag, den Hindrichs letztes Jahr zu Figals Geburtstag hielt, ebenso hymnisch war, ist online nicht rauszukriegen.


Links der Woche am 18.10.2014, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 42/14

The solution to every problem ever

Lange gab es nichts mehr von ihm zu lesen, nun ist er mit einer aufgehübschten Website zurück: Der Philosophy Bro fasst in dieser Woche die ersten 25 Paragraphen von Leibnizens Monadology auf seine bro-hafte Weise zusammen. Fuck yeah! (14.10.14)

Krug vs. Plastikbecher, Ding vs. Zeug

In der NZZ pustet Eduard Kaeser den Staub von Heideggers Technikphilosophie, die sich dann als durchaus brauchbar erweist für ein Zeitalter, in dem der Mensch sich zum Datenbestand und Entfernung zum zurückzulegenden Zeug macht. Weiterentwickelt wurde die Besinnung auf Sein und Zeug vom weniger bekannten und kurz vorgestellten Heidegger-Schüler Albert Borgmann. (18.10.2014)

Weiter Inzest und Sterbehilfe

Es bleibt knifflig in zwei aktuellen Ethik-Debatten: Ulrike Baureithel würdigt im Freitag das Plädoyer des Deutschen Ethikrats zur Lockerung des Inzestverbots unter Geschwistern. Stefan Schirmer und Martin Machowecz nehmen in der ZEIT den Suizid des früheren MDR-Intendanten Udo Reiter (parallel zur Eröffnung einer Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben) zum Anlass, über intensives Leben und selbstbestimmtes Sterben nachzusinnen.

Außerdemchen:

Otto A. Böhmer schreibt im Faust, wie Horkheimer gern mal ein realistisches Theaterstück über einen verheirateten Schopenhauer veröffentlicht hätte. +++ Herbert Marcuses Eindimensionaler Mensch wird 50, ist aber aktueller denn je. Drum würdigen Robert Stadlober, Andreas Spechtl und Thomas Ebermann das Werk mit einer Bühnenshow auf Tour, wie die ZEIT berichtet. +++ Im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur erklärt Andreas Urs Sommer, warum Nietzsche vermöge seiner Irritationskraft immer noch aktuell und auf die gute Art politisch unkorrekt ist. +++ Jürgen Kaube berichtet für die FAZ von einem Germanistikartikel, der den Ursprung des Ranking-Wahns nicht im Neoliberalismus, sondern in der Kunst- und Literaturkritik des 18. Jahrhunderts ausfindig gemacht hat. +++ Früher war alles besser - auch die Religion: Die NZZ bespricht Harald Strohms Buch „Die Geburt des Monotheismus im alten Iran“ über die archaischen Ursprünge des griesgrämigen Demiurgen.


Philosophistik & Misosophie am 18.05.2014, 16:10 Uhr

Was vom gekränkten Nationalontologen bleibt

Der oberste Lichtwolf-Verweser hat sich für einige Wochen in Klausur begeben mit Ostfriesentee, Spätzle und den Schwarzen Heften, deren Erscheinen in der Gesamtausgabe eine monatelange Debatte um Martin Heideggers nun endgültig bewiesenen Antisemitismus ausgelöst hatte. Die Nachlese mit Links und Textbelegen gibt es nebenan bei Glanz & Elend: einmal Teil 1 und einmal Teil 2; kann man dort auch als PDF runterladen.

Wem das viel zu viel Text ist, warte die kommende Lichtwolf-Ausgabe ab, in der eine Kurzfassung (ohne Links und Textbelege) stehen wird.

Auch sehr empfehlenswert, weil gewohnt differenziert und überdies zum bequemen Anhören, ist Walter van Rossums Exegese der Schwarzen Hefte im Deutschlandradio Kultur.


Links der Woche am 03.05.2014, 13:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 18/14

Keine Freiheit nirgends

Hannah Arendts Buch „Über die Revolution“ ist während des arabischen Frühlings im Nahen Osten fleißig rezipiert worden, berichtet Wolf Lepenies in der WELT. Es zeigt allerdings vor allem das Scheitern der Revolten an dem Ziel, eine freiheitliche Ordnung (und eine Lösung des Nahost-Konflikts) zu erringen. (27.04.14)

Feindbild Handelspartner

Georg Seeßlen blickt in seinem Blog auf den Ukraine-Konflikt und die Rolle der ökonomischen und medialen Eliten hüben wie drüben. Die haben es nämlich nicht leicht, einerseits populistische Sündenböcke vorzuführen, mit denen trotzdem weiterhin lukrative Geschäftsbeziehungen laufen sollen. Bezahlen werden die, die eigentlich ihre Freiheit wollten. (30.04.14)

Unn sünst?

Die taz befragt den französischen Philosophen Étienne Balibar zur linken Perspektive auf Europa. +++ Christiane Gaethgens (Gründungsmitglied des deutschen Akkreditierungsrates) nimmt in der FAZ die Akkreditierung von Studiengängen in Schutz - wenn die Verfahren rechtssicher und weniger bürokratisch gestaltet wären, kämen sie der Autonomie der Hochschulen zugute. +++ Bei Glanz & Elend bespricht Goedart Palm den Nietzsche-Roman „Bis dass der Tod uns meidet“ von Alexander Peer.


Links der Woche am 06.07.2013, 15:08 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/13

Wie entsteht Atheismus?

In den Scilogs beschäftigt sich Michael Blume mit Religiosität unter dem Gesichtspunkt der Evolution und stellt eine Studie vor, welche den blinden Fleck der Evolution von/zum Atheismus auskundschaftet: Fehlende "soziale Kognition", existentielle Sicherheit, Traditionsbruch und Nachdenken könnten Atheismus begünstigen, der aber kein evolutionärer Vorteil zu sein scheint. (30.06.13)

Avanti Dilettanti

In einem Gastbeitrag bei den Scilogs erörtert die Kognitionswissenschaftlerin Katharina Müller "das Treffen von Entscheidungen im Spannungsfeld zwischen Rationalität und Intuition". Die meisten unserer Entscheidungen sind Heuristiken, dank derer wir schnell, aber meist falsch urteilen können, ohne es mitzukriegen, wie Müller an einigen Beispielen zeigt. (01.07.13)

Dicke denken

Hans Ulrich Gumbrecht fragt sich in seinem FAZ-Blog, wieso es noch keine Philosophie des Übergewichts gibt, obwohl sich der Anteil der Adipösen an der Weltbevölkerung binnen einer Generation verdoppelt hat. Bedenkenswert ist immerhin, dass die Gesellschaften zwar toleranter und immer dicker werden, Übergewicht jedoch mehr Stigma denn je ist. (05.07.13)

Der unwahrscheinliche Dr. Dr. Arbeiterkind

Letzte Woche nahm Dr. Dr. Peter Riedlberger den Berliner Dozentenleitfaden zur akademischen Behandlung von Arbeiterkinder auseinander. Diese Woche ließ er seiner Polemik einige Ratschläge für die "Diversitätler" folgen, mit denen er bloß ein sozial ungerechtes Bildungssystem schief argumentierend verteidigt, so der Kommentar von Stephan Schleim ("wuchs im Haushalt eines Anlagenwärters und einer Sekretärin auf.") gleichfalls auf Telepolis.

O Tempora, o mores

Die US-amerikanischen und britischen Abhörprogramme haben manchem die Lust an Internet und Demokratie verdorben. Daniel Martienssen sieht im Freitag das Hobbessche Staatskonzept als Sieger der Geschichte: Mit der Allgegenwart des Internet wacht der Leviathan der Geheimdienste über jeden ihm unterworfenen Bürger. In der NZZ erinnert Tilman Baumgärtel an die früheren Utopien, die mit dem Internet verbunden waren, das sich nun im Gegenteil als perfektes Open-Source-Instrument staatlicher Überwachung erweist.

Et cetera:

Odo Marquard ist im besten Alter für einen Essay- und Gesprächsband über die Endlichkeit, so der Tenor der FAZ-Besprechung seiner Neuerscheinung. +++ Die FAZ interpretiert außerdem Nietzsches Gedicht "Nach neuen Meeren". +++ Vorige Woche stieg in Köln das große RDP-Verherrlichungsfest phil.cologne, weshalb im Freitag einige Autorinnen und Autoren den Boom der Philosophie feiern, als wäre es das erste Feuerwerk, das nicht irgendwann in Rauch und Sondermüll endet. +++ Das Soziologiemagazin weist via Twitter auf Titus Stahls kostenlose PDF-Sammlung der Hegel-, Marx-, Benjamin- und Freud-Gesamtausgaben hin.


Links der Woche am 16.03.2013, 14:49 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 11/13

Der Blick zurück

Die marxistische Geschichtsschreibung Anglophoniens hat mit Eric Hobsbawn und Tony Judt in den vergangenen Jahren zwei ihrer Ganzgroßen verloren. Michael Hesse räsoniert in der FR über Tony Judts und Timothy Snyders historiographische Dialoge übers 20. Jahrhundert. (13.03.13)

Europa beherrschen

Mit Merkel und Gauck herrscht in Deutschland eine postdemokratische Ideologie, die rundum mit Teflon beschichtet ist. Georg Seeßlen geht in seinem Blog dem Merkelismus nach, der nur scheinbar bräsig-wendehälsig ist, tatsächlich aber machiavellistisch und merkantilistisch (eben merkelistisch) seine Agenda in Europa durchsetzt. (09.03.13)

MOOCs

Da nur "online" es heutzutage über keine Aufmerksamkeitsschwelle mehr schafft, muss es schon auch "massive" sein: Massive Open Online Course (MOOC) ist kein neuer Spieletrend, sondern bietet den gebildeten Ständen und denen, die dazuzählen wollen, Content direkt aus den Hörsälen der berühmtesten Hochschulen. Seiten wie Cousera, Open Course World, edX oder Udacity bieten (auch deutschsprachige) Vorlesungen zum Download an, sind das Titelthema der aktuellen ZEIT und werden in der FAZ mit Lob und Anerkennung begutachtet.

Gesellschaft mal anders

Robert Misik stellt im Freitag Hans-Ulrich Wehlers und Michael Sandels Überlegungen zu Ungleichheit und Gerechtigkeit vor, die vor allem auf die richtige Formulierung von Fragen der Umverteilung zielen. In der FR denkt Schriftsteller Artur Becker russisch über die kommende Gesellschaft nach bzw. darüber, welche revolutionären Voraussetzungen die Hinwendung zu geistigem statt materiellen Wohlstand hat. Und die taz stellt die jüngste Occupy-Phänomenologie von Michael Hardt und Antonio Negri vor, die da heißt "Demokratie! Wofür wir kämpfen".

Auch das noch:

Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus empfiehlt dieses Ratespiel: Wer hat's gesagt - Nietzsche oder Spongebob? +++ Na, haben Sie auf der gegenwärtigen Leipziger Buchmesse wieder keinen Preis abgekriegt? Trost finden Sie beim Laudatomaten, der schmucke Lobreden auf Sie (oder sonstwen) ausspuckt. Die einzig wahre Messe für Freunde des gedruckten Worts ist ohnehin die Mainzer Minipressen-Messe Ende Mai, an der übrigens auch der Lichtwolf teilnimmt.


Links der Woche am 08.09.2012, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 36/12

Das Humanoide als Ende jeder Evolution?

Als Prolegomenon zum in zwei Wochen erscheinenden Lichtwolf mit dem Titelthema "Jenseits des Menschen" empfohlen: Ulf von Rauchhaupt schreibt in der FAZ eine kleine Geschichte des Anthropomorphismus von Aliens, die für Kulturhistoriker und Evolutionstheoretiker weder nach Star Wars noch nach kleine grüne Blobs aussehen sollten. (03.09.12)

Weiter Streit um Butler

Nun bekommt Judith Butler dieser Tage doch den Adorno-Preis, trotz aller Proteste; Ulrike Baureithel hat im Freitag ein kleines Portrait von Butler als Philosophin gezeichnet. Stephan J. Kramer vom Zentralrat der Juden erklärt in der FR, warum die Israelkritikerin den Preis nicht verdient und Micha Brumlik beleuchtet die Motive der Angriffe auf Butler.

Spezialisten statt Intellektuelle

Lange wurde das Aussterben des Intellektuellen nicht mehr beklagt. Hans-Ulrich Gumbrecht zeichnet seine Entwicklung aus dem französischen "philosophe" der Aufklärung zum Engagierten des 20. Jahrhunderts nach, dessen große Erzählung in Zeiten der allgemeinen Ausdifferenzierung nicht mehr nachgefragt wird. (07.09.12)

Unn sünst?

In der NZZ wird Manfred Kochs Ehrenrettung der Faulheit besprochen (im kommenden Lichtwolf übrigens auch; Abo?). +++ Gleichfalls in der NZZ werden Sloterdijks Notizbücher besprochen - von Ludger Lütkehaus, dessen neues Buch auch im kommenden Lichtwolf besprochen wird! (Abo?!) +++ Im Freitag wird das nicht mehr ganz taufrische Buch besprochen, mit dem Alain Badiou die Liebe gegen den Kapitalismus verteidigt. +++ Teil III von Leopold Federmairs Essay über Nietzsche und Genet ist im Begleitschreiben erschienen. +++ Bin ich ein Asi, wenn ich gerne Asi-TV gucke? Dr. Dr. Rainer Erlinger meint mit Kant: ja.


Links der Woche am 01.09.2012, 14:18 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 35/12

Poststrukturalismus wörtlich und praktisch verstanden

Im kommenden Lichtwolf (Abo?) ist u.a. vom Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus u.a. ein faszinierender Text darüber enthalten, wie man mit Deleuze, Guattari und einer handvoll Kunst zum Tier wird. Das IPuP wies nun auf einen Bericht beim Onlinemagazin MUTE hin, in dem es darum geht, wie der Poststrukturalismus die Häuserkampftaktik der israelischen Armee beeinflusst.

Adorno für Butler

Am 12. September soll Judith Butler den Adorno-Preis der Stadt Frankfurt erhalten. Dagegen protestieren jüdische Verbände im In- und Ausland, die in Butler eine Hamas-Apologetin und Israelhasserin sehen. Frankfurt hat inzwischen erklärt, Butler den Preis dennoch verleihen zu wollen. Die angegriffene Philosophin selbst antwortet in der ZEIT auf internationale Antisemitismusvorwürfe und verteidigt ihre Israelkritik in der FR gegen die Vorwürfe des Zentralrats der Juden.

Angst und Ertragen

Apropos: Martha C. Nussbaum kritisiert Judith Butler seit Jahren für ihren wortreichen Quietismus in Sachen Feminismus; die NZZ stellt nun ihre Kampfschrift gegen die aus Furcht gespeiste europäische Intoleranz gegenüber religiösen Minderheiten vor, die sich u.a. in Verschleierungs- und Beschneidungsverboten zeigt. (28.08.12)

Klassisches Feuilleton

Vor zwei Wochen ging es um das Feuilleton an sich. Martin Meyer geht der inzwischen wieder abgeflauten Debatte um die Rubrik mit einem Text nach, der feuilletonistischer kaum sein könnte. Habermassche neue Unübersichtlichkeit, Lübbesches Musealisierung der Gegenwart, postmoderne Langeweile -- und mittendrin das Feuilleton als Leuchtturm des Zeitgeistes. (31.08.12)

Das Weitere und Engere:

Im Begleitschreiben setzt Leopold Federmair seine Überlegungen zu den Umwertern Nietzsche und Genet (siehe letzte Woche) fort. +++ Morgen im nicht jugendfreien Spätprogramm startet Richard David Precht seine Philosophie-Talkshow mit der guten Frage, ob lernen dumm macht.


Links der Woche am 25.08.2012, 14:43 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 34/12

Nachkläppe

Zu den Debatten aus der letzten Woche zotteln noch einige Wortmeldungen herein. In Sachen "Feuilleton abschaffen" spricht sich auch Isolde Charim in der taz dafür aus, das querulatorische Potential der Blätter in Zeiten ökonomistischer Gleichdenke zu stärken. Und bei der FAZ meldet sich in Sachen Europa Martin Walser zu Wort und verteidigt die Einigkeit des alten Kontinents mit Nietzsche, Hölderlin und Schäuble. Die ZEIT dagegen macht es andersrum und hat einen Sack europäischer Schriftsteller gefragt, was sie von Deutschlands Euro-Politik halten.

"nice-to-know"-Interdisziplinarität

Interdisziplinarität ist cool und hip und der Winner bei allen DFG-Antragsfeten. Davon will Peter Geimer in der FAZ aber nichts wissen, denn er fragt, ob der vor jeder gemeinsamen Forschung nötige Verständigungsaufwand z.B. zwischen Romanistinnen und Festkörperphysikern oder zwischen Neurologinnen und Vorderasienarchäologen überhaupt lohnt. (19.08.12)

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Nach den Soziologen geben jetzt auch die Historiker einen empfohlenen Scheiß auf das Hochschul-Ranking des CHE, das Studieninteressierten den Weg weisen soll. Jürgen Kaube berichtet in der FAZ von der soziologischen und mathematischen Kritik an den empirischen Methoden des CHE und wird grundsätzlich: "So wenig, wie es die besten fünf Weltreligionen, die fünf besten Physiklehrer an Gymnasien oder fünf beste Ehefrauen gibt, gibt es die besten fünf Soziologie- oder Geschichtsinstitute oder Geschichtsstudiengänge an deutschen Hochschulen." (21.08.12)

Zwei Umwerter

Nebenan im Begleitschreiben beschäftigt sich Gastautor Leopold Federmair mit Nietzsche und Jean Genet. Nietzsches Projekt, durch Reflexion zur Naivität zurückzukehren, findet bei Genet unter umgekehrten Vorzeichen statt. Am deutlichsten wird der Unterschied beim vitalen Thema Begierde - verstockt hier, obszön da; ein zweiter Teil folgt. (23.08.12)

Max Weber im Radio

via @perspectivia: DRadio Wissen hat diese Woche über die Tagung "Max Weber in der Welt" berichtet. Auf hypotheses.org sind die vier Teile versammelt: Universalgelehrter und Soziologe, Der frühe Denker der Globalisierung, Der Soziologe und der Krieg sowie Ein deutscher Soziologe in der Welt. (24.08.12)

Zur vorlesungsfreien Zeit:

Die Reisen des jungen Wittgenstein in die skandinavische Einsamkeit werden in der NZZ thematisiert. +++ Hoffnung für Studienabbrecher macht die ZEIT: Alles halb so wild! +++ Wer das Philosophie-Studium schmeißt, erspart sich was, vgl. dazu Philosophen schämen sich (via der blinde Hund). +++ 50 Jahre wissenschaftstheoretischer Paradigmenwechsel: The Observer über Thomas Kuhns Klassiker.


Links der Woche am 01.10.2011, 14:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 39/11

Haitianische Hegelwochen

Das Buch "Hegel und Haiti" von Susan Buck-Morss wurde vor zwei Wochen bereits in der taz rezensiert. Nun weist auch Florian Schmid im Freitag auf das Werk hin, das Hegels Überlegenheit gegenüber Locke und Rousseau damit begründet, dass jener die politische Realität des haitianischen Sklavenaufstands in seiner Philosophie verarbeitet hat. Cord Riechelmann von der FAZ lässt sich nicht lumpen und bespricht neben Buck-Morss' Buch auch gleich noch Frank Rudas "Hegels Pöbel. Eine Untersuchung der 'Grundlinien der Philosophie des Rechts'" (mit Vorwort von Zizek). Demnach steht das Elend des armen Pöbels im Zusammenhang mit der Gier des reichen Pöbels.

Mein erstes E-Book

Barbara Schweizerhof vom Freitag hat sich ihr erstes E-Book gekauft und berichtet, wie so ein "Buch" binnen zweier Klicks eingekauft und ausgeliefert ist, wie auf dem iPad herumgefingert wird und was das E-Book verglichen mit dem Buch gestattet und verwehrt. Sehr gute E-Books gibt es übrigens vom catware.net Verlag, z.B. den Lichtwolf und Bücher seiner Autoren. (26.09.11)

Heidegger für Großrussland

Die Philosophie war in Russland "systembedingt" bis 1989 sehr "übersichtlich". Seither wird nachgearbeitet, wobei Spengler, Schmitt und Jünger den Vorzug gegenüber Adorno, Althusser, Bloch erhalten. Dieser Stoßrichtung zum Irrationalismus folgt Alexander Dugin mit seinem Manifest "Heidegger: Die Möglichkeit der russischen Philosophie". Felix Philipp Ingold bespricht das Buch für die NZZ. (27.09.11)

So nah, doch so fern

Der wunderbare Gottfried Schatz beschäftigt sich in der NZZ diesmal mit dem Blut - und zwar ohne ein einziges Mal auf Vampire Bezug nehmen zu müssen. Ohne "Faust"-Zitat geht es aber nicht. Sachkundig erklärt uns der humanistisch beschlagene Biochemiker das Blut als "Mikrokosmos, in dem sich Leben und Tod helfend die Hände reichen". (30.09.11)

Akademischer Schweinkram

Pete LeBar sammelt Campus-Romane, die auf dem Schwanitz entgegengesetzten Ende der Niveauskala stehen: Schundromane der 50er mit lüsternen Erstsemesterinnen vom Land, Gangbangs in der Burschenschaft, sexuell ausgedörrten Professorengattinnen, die Jagd auf die Hiwis des Gemahls machen usw. Henryk M. Broder portraitiert den Mann und sein schönes Genre in der WELT. (30.09.11)

Atheismuskrawall im Provinzidyll

Nach Schopenhauer kümmert sich Ludger Lütkehaus jetzt auch editorisch um Fritz Mauthner. Dessen "Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande" hat Lütkehaus in vier Bänden neu herausgegeben. Karlheinz Schiedel bespricht die Edition in der Badischen Zeitung und beschwört Mauthner genius loci am Bodensee. Ebendort ist übrigens Michael Helming hingewandert und berichtet im aktuellen Lichtwolf aus Mauthners Meersburg. (01.10.11)

Das Sonstige in Kürze

Der Tagespiegel rezensiert den biographischen Nietzsche-Comic von Michel Onfray und Maximilien Le Roy. +++ Die Kollegen von SuKuLTuR haben ihre Homepage aufgehübscht (und auch lichtwolf.de kriegt Montag ein Facelifting). +++ Die WELT spricht mit Robert Spaemann über den Papst. +++ Sibylle Lewitscharoff hat für die Buchmesse einen Roman über Hans Blumenberg und einen Löwen geschrieben. +++ Der ORF unterhält sich mit Peter Bieri über Selbstbestimmung.


Links der Woche am 09.07.2011, 14:17 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/11

Physik über Philosophie

Der Physiker Josef Honerkamp blättert in der Zeitschrift "Information Philosophie" und kommt sich dabei wie ein Spanner vor. In den Chronologs wundert er sich über die Fremdheit zwischen Natur- und Geisteswissenschaftlern, über die "gefühlte Wahrheit" und sorgsame Sprache letzterer sowie über den Menschen als Maß aller Dinge. (03.07.11)

Alles über Liebe

Alain Badiou kann bekanntlich mehr als Revolution. Sein Buch "Lob der Liebe" ist soeben auf Deutsch erschienen und fordert mit Rimbaud die Neuerfindung der Liebe als das, was sie sein sollte: Die Geburt einer Welt aus zwei nicht-identischen Subjekten. Mehr nicht. Für die FAZ rezensiert Cord Riechelmann das Buch, das zuvördest mit falschen Vorstellungen aufräumen will. (05.07.11)

Kant als Unternehmensberater

via @theorieblog: Simone Dietz erklärt Kants "Kritik der reinen Vernunft" einmal anders, nämlich mit Sonja Sinnlichkeit und Volker Verstand aus der Erkenntnis-GmbH. (05.07.11)

Seelendrama

Nach der Rezension in der WELT letzte Woche wird die Neuausgabe von Franz Overbecks "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche. Mit Briefen an Heinrich Köselitz und mit einem Essay von Heinrich Detering." auch in der NZZ besprochen, und zwar vom stets lesenswerten Ludger Lütkehaus. (05.07.11)

Mühsam online

Diejenigen Tagebücher von Erich Mühsam, die nicht verschollen sind, werden nun neu aufgelegt. Parallel zur gedruckten Ausgabe hat der Verbrecher Verlag das Werk im Internet verfügbar gemacht, wo sich wunderbar durch Namen, Daten und anderen Verweise klicken lässt. Der Hinweis auf Mühsams "Onlinetagebuch" entstammt einem Text von Katrin Schuster, die sich ausgehend davon im Freitag Gedanken über Hypertextualität macht. (07.07.11)

Hassu Problämm?

Alle haben ein Problem, besonders der Euro mit den Griechen. Klaus Bartels weist fast schon heideggerianisch das aus dem Griechischen stammende Wort "Problem" als "Vor-werf-Ding" aus und unterfüttert die Etymologie mit antiken Anekdoten aus Hellas. (08.07.11)

Anmut Armut

Die Bloggerin Elke Brüns von "Gespenst-der-Armut.org" nimmt sich in der FR der gegenwärtig inflationären Ausstellungen zur Armut in der Kunst an. Im seltsamen Verhältnis zwischen Armut und Kunst bleiben die Fragen von Ethik, Ästhetik und Engagement offen, wenn nicht gar ungestellt. (08.07.11)

Arbeiterkinder im Elfenbeinturm

Im Freitag unterhält sich Rudolf Stumberger mit dem Münsteraner AStA-Referenten Andreas Kemper über den ersten deutschen Kongress des US-Netzwerks "Akademiker mit Arbeiterhintergrund", das sich der Trinität von Herkunft, Bildung und Chancen widmet. (09.07.11)


Links der Woche am 23.04.2011, 15:06 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 16/11

Ich ist out, wir ist in

Die populärwissenschaftlichen Weltbildhauer haben einen Schwenk vollzogen, so beobachtet Uwe Justus Wenzel in der NZZ am Sachbuchmarkt. Statt ökonomistischer und biologistischer Apologien des Egoismus beherrschen nun die Vorbeter eines neuen Wir-Gefühls den Diskurs, der das Wozu des Dazugehörens aber noch nicht recht zu bedeuten vermag. (18.04.11)

Nietzsches bester Freund

Henning Ritter bespricht in der FAZ die Neuausgabe der "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche" vom besten Kumpel des Schnauzbartträgers, also von Franz Overbeck. Mit den aus dem Nachlass edierten Notizen sollte das Fascho-Bild korrigiert werden, dass Schwester Nietzsche von ihrem Bruder schon bald nach seinem Zusammenbruch entwarf. Die umfangreichere Neuedition räumt gar noch mit manch anderer Imagekomponente auf. (20.04.11)

Isegrimms Rückkehr

Der Wolf kehrt zurück in den deutschen Forst und natürlich gibt das Probleme, wenn die Leute "alle Grimm gelesen haben" - diese Beutegreiferverleumder! Iris Hilberth schildert in der FR, wo genau der Wolf auf dem Vormarsch ist, warum der gemeine Wanderer nichts zu fürchten hat und wie die gewohnt zuwandererfreundliche CSU damit umzugehen gedenkt. (22.04.11)

Die Jahreszeit der Nerds

In der FR weist der Gießener Mathematik-Professor Albrecht Beutelspacher auf die Fibonacci-Reihe und den Goldenen Schnitt hin. Diese beiden mathematischen Muster, die sich zur Frühlingszeit besonders zahlreich in der aufblühenden Natur finden lassen, stecken übrigens auch im Lichtwolf-Layout, siehe Lichtwolf Nr. 30, S. 34f. (22.04.11)

Das frustrierte Subjekt

Goedart Palm bespricht bei Glanz & Elend Slavoj Žižeks und Jacques Rancières Bemühungen der Wiedergeburt des Subjekts aus dem Frust der Theorie, namentlich das Buch "Die Tücke des Subjekts" über die verwischte Grenze zwischen dem Privaten und Politischen.


Links der Woche am 09.04.2011, 14:31 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 14/11

Der bessere Baron

Kollege Rode hat in der Zürcher Studierendenzeitung das wunderbare von Joel Bedetti verfasste Portrait des Barons Meinhard von Seckendorff gefunden. Ein guter Mann von Welt, wohlerzogen und voller Liebe zu Frauen, schönen Künsten und besonders zur Philosophie. Mit dieser Liebe hat er sein Erbe durchgebracht und sein Studium an der Uni Zürich kürzlich nach 90 Semestern abgebrochen. Nun hat er sich auf sein verfallendes Schloss zurückgezogen und gibt - immer noch gut gelaunt - Auskunft über sein Leben. (25.02.11)

Gewöhnung an Damokles

Jede neue Erfindung bringt eine neue Art von Unfällen mit sich, und je komplizierter die Technik, desto katastrophaler die Folgen im stets unwahrscheinlichen, doch möglichen Fall des Falls. Martina Heßler resümiert in der FAZ mit Günther Anders im Gepäck die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und warum der sich selbst überholende Mensch immer wieder davon ablässt, mit dem Unwahrscheinlichen zu rechnen. (03.04.11)

Libyen als Philosophem

Der scharfe Strubbelkopf BHL hat kürzlich den Libyen-Krieg in die Wege geleitet, nun weht ihm Gegenwind aus der eigenen Profession in die Föhnfrisur: Ein paar Intellektuelle, die Krieg prinzipiell nie gut finden, hat Frankreich noch. Sascha Lehnartz berichtet in der WELT, wie sie nun gegen den bellizistischen Mainstream in der linksrheinischen Philosophie aufmucken. (05.04.11)

Nietzsche für umme

Das European Journal of Philosophy hat eine komplette Ausgabe mit Essays zu Friedrich Nietzsche kostenlos ins Netz gestellt. Insgesamt 20 Texte im PDF-Format zu Nietzsches Positivismus, Amor Fati und Metaethik, zu der Tradition, in der er stand, und zu seinen Kritikern, außerdem zu - haha - "Genealogie und Moral" sowie zu Nietzsche und Kunst. (06.04.11)

Geburtstagsreime

The Philosopher's Eye weist auf allerhand Festivitäten zum anstehenden 60. Todestag von Ludwig Wittgenstein hin. Unter anderem veranstaltet die British Wittgenstein Society einen Wettbewerb, einzureichen ist ein Essay oder Gedicht mit bis zu 1500 Wörtern zum Thema "Wittgenstein nach 60 Jahren". Der Gewinner darf auf der Konferenz in Gregynog vorlesen; und das Örtchen klingt immerhin, als gebe es dort guten Whiskey. (07.04.11)




Philosophistik & Misosophie am 06.07.2010, 11:43 Uhr

Philosophen im Straßenverkehr

Zum Ende des Dunklen Zeitalters hin gab es im Lichtwolf eine kurzlebige Serie, in der Philosophen im Straßenverkehr dargestellt wurden. Da die entsprechenden Ausgaben kaum noch oder gar nicht mehr lieferbar sind, gibt es die Kleinode nun online.

Erleben Sie folgende "Philosophen im Straßenverkehr": George Berkeley, Martin Heidegger, Friedrich Nietzsche und Carl Gustav Platon.


Philosophistik & Misosophie am 04.01.2010, 00:39 Uhr

Metaphysik und Revolution

Der Beitrag "Metaphysik & Revolution - Teil I" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.






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