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Monatsbuch

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Mit dem Stichwort "Deutschland" sind die folgenden Artikel markiert:


Links der Woche am 08.07.2017, 12:58 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/17

Der Konvertiteneifer gewendeter Linker

Nicht selten werden Linke irgendwann zu besonders eifrigen Rechten, wie Georg Seeßlen bei Getidan an diversen Beispielen aufzeigt, um sodann in neun Thesen über diese „diskursive Binnenmigration“ und die Fluchtgründe nachzudenken: Männerphantasien vom heroischen Opfer-Status, völkische Altlasten, eine „Störung ihrer inneren Geschlechterordnung“, das Scheitern an einstigen Idealen, Aufmerksamkeitsökonomie... (01.07.17)

„Bocksgesang von links“

Thomas Assheuer blickt in der ZEIT auf die vielfältige Szene derer, die gerade in Hamburg gegen den G20-Gipfel demonstrieren. Er sieht die Kapitalismuskritik gespalten in Reformer und Apokalyptiker, deren Theorie-Helden Badiou und Žižek sind und deren (auch bei der Neuen Rechten beliebte) Dekadenzphantasien auf offene Ohren stoßen, weil der Liberalismus eisig schweigt. (05.07.17)

Auschwitz und das gar nicht ewige Deutschtum

Die FAZ bringt Navid Kermanis lange Rede darüber, dass eine Einbürgerung hierzulande auch bedeutet, die Verantwortung für den Holocaust mitzutragen, wie er es bei einem Besuch in Auschwitz als Deutscher erlebte. Von hier aus stellt er faszinierende Überlegungen dazu an, was die hiesige Erinnerungskultur in Wirklichkeit, d.h. im demographischen Wandel und vor ihrem historischen Hintergrund, heißt. (07.07.17)

Vergnügtes Kind des Sonnenaufgangs

Dieter Thomä würdigt in der NZZ Henry David Thoreau zum 200. Geburtstag und stellt ihn als schrägen Eigenbrötler, asexuelles Faktotum, Hoffnungsträger für Trumpistan und Begründer des „amerikanischen Transzendentalismus“ vor, der uns Hingabe an die Welt, zivilen Ungehorsam, Kommerzkritik und Extravaganz lehrt. (08.07.17)

Neue Bücher

Zu seinem 70. Geburtstag gönnt sich Peter Sloterdijk den Essayband „Nach Gott“, der laut der Rezension im Standard so elitär gehalten ist, wie der Titel verspricht. +++ Bruno Latour hat acht Vorträge über die Menschheitsaufgabe gehalten, den Klimawandel zu bewältigen; das Buch, in dem sie versammelt sind, wird im Freitag trotz seiner religiösen Untertöne gelobt. +++ Die NZZ weist auf den von den Wirtschaftsethikern Michael S. Assländer und Bernd Wagner besorgten Sammelband mit Texten zur Philosophie der Arbeit hin.

Außerdemos von Sonstnochos:

Philosophiegeschichtliche Überlegungen zum Wesen der Materie können auch heutige Chemiker noch viel lehren, glossiert Sibylle Anderl in der FAZ. +++ Andrian Kreye macht sich in der SZ Gedanken über die Innovationseuphorie Silicon Valleys im Gegensatz zur europäischen Skepsis gegenüber dem Internet als Weltverbesserungsmaschine, die ein besseres Internet hervorbringen könnte. +++ Komisch, aber unironisch: Marc Hieronimus’ Buch über die Décroissance-Bewegung und den Schritt zur Seite gibt es nun auch als E-Book. (Den aktuellen Lichtwolf über Wurst übrigens auch.)


Links der Woche am 13.02.2016, 14:20 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 07/16

Banalität des Guten

Das Fremde verweist auf die Möglichkeiten, die das Eigene einst hatte, und wird darum gehasst, so in etwa die These des an Horkheimer, Adornos und Arendt geschulten Eike Geisel, der der „Wiedergutwerdung der Deutschen“ zeitlebens misstraute. Für die taz bespricht Ulrich Gutmair einen posthumen Sammelband mit Essays und Polemiken. (10.02.16)

Das Sein neoreligiös denken

Für The European unterhält sich Stefan Groß mit „einem der bekanntesten deutschen Philosophen, [Prof. Dr. mult.] Robert Spaeman[n]“. Es geht um philosophische Ein- und Verstellungen der Zugänge zu Gott und Sein, Gefahren und Chancen der Postmoderne, die Unmöglichkeit relativer Moral sowie um Auschwitz und Spaemanns „letzten Gottesbeweis“. (12.02.16)

E-Books als Simulation des Lesens

In der NZZ schreibt der Wissenschaftstheoretiker Michael Hagner über die rein digitale Bibliothek, wie man sie an der ETH Zürich erwägt, als unwahrscheinliche Dystopie. Dem gedruckten Buch ist nicht beizukommen, auch wenn Digitalisierung und Sparzwang den Bibliotheken das Leben weiter schwer machen werden. (12.02.16)

Analysen zur schlechten Stimmung

Mit Europa, der Demokratie und dem großen Tumult seit Silvester befasst sich Wolfram Schütte ausführlich bei Glanz & Elend. Auch Georg Seeßlen macht sich in seinem Blog Gedanken, wie die Zivilgesellschaft ihren Jammer über das Erstarken der Neurechten allüberall für einen humanen Gegenentwurf nutzen könnte. Der Krisen- und Katastrophenessayist Wolfgang Sofsky denkt in der NZZ darüber nach, was so alles erschüttert wird, wenn - wie jetzt gerade - die Dinge lärmend in Bewegung geraten, und um wie viel mehr sich die Menschen dann an Hoffnungen und Versprechen klammern. Daraus resultiert das hysterische Geschrei, mit dem sich die Schriftstellerin Sabine Bergk in der ZEIT beschäftigt: Hierzulande wird gebrüllt oder geschwiegen. Warum es auch zwischen Apokalypse oder Triumph nichts zu geben scheint, ist Dirk Pilz’ Thema in der FR. Eine Antwort findet er in diversen Büchern über christliche Gewaltlegitimation, deren Motive sich im Flüchtlingsdiskurs und bei George W. Bush genauso wie bei der RAF wiederfinden.

Unn sünst?

Letzte Woche besprochen, diese Woche widersprochen: Robert Nef kann die eher positive Rezension von Axel Honneths Sozialismusbuch in der NZZ so nicht stehenlassen, weil es die behauptete soziale Freiheit nicht geben kann. +++ Die NZZ bespricht auch Wolfgang Wills Doppelportrait von Herodot und Thukydides, die das abendländische Verständnis von Geschichte und Geschichten begründeten. +++ Außerdem würdigt die NZZ die in ihrem 10. Jahrgang stehende Zeitschrift für Ideengeschichte - harte Konkurrenz für unser kleines Weltmagazin? +++ Der Irrationalismus greift ja gerade wieder mächtig um sich. Die WELT berichtet von Popmusikern, die öffentlich den Satz des Pythagoras und die Kugelgestalt der Erde ablehnen. +++ Dada wird nach wie vor 100, darum hat die NZZ eine ganze Reihe von Texten zur Würdigung von Ball, Hennings, Schwitters et.al. zusammengestellt; im Deutschlandfunk kommt heute Abend ab 23:05 Uhr die Lange Nacht über Dada.


Links der Woche am 16.01.2016, 15:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 03/16

Zeitreise mit der ZEIT

Nazischläger marodieren durch die Städte, politische Gegnerinnen werden bedroht, Schwimmbäder erteilen einer Bevölkerungsgruppe Zutrittsverbot, „Mein Kampf“ findet reißenden Absatz, die Schweiz knüpft Flüchtlingen an der Grenze Wertsachen ab - da macht die ZEIT doch lieber eine Zeitreise in die Zukunft und fragt einige Künstler_innen und Intellektuelle nach Deutschland anno 2036. (13.01.16)

Philosophie als Polyamorie

Die FAZ nimmt die Debatte um den vielleicht nur behaupteten Gegensatz zwischen analytischer und kontinentaler Denktradition wieder auf. Für Charles Taylor besteht er im Anspruch einer reinen Philosophie einerseits, die steril zu werden droht, und einem Denken, das keine Berührungsängste vor anderen Disziplinen hat. (16.01.16)

Mit Marx zur Charity-Gala

Hans Ulrich Gumbrecht hat in Stanford ein Doktoranden-Seminar darüber abgehalten, was vom Marxismus bleibt, und berichtet in seinem FAZ-Blog vom regen Interesse der Teilnehmer an wirtschaftlicher Gleichheit als ethischem Prinzip, um sich sogleich über Neid und Großzügigkeit auszulassen. (16.01.16)

16 days later

Ganz langsam legt sich der Pulverdampf nach der Kölner Silvesternacht. Die FR unterhält sich mit dem unvermeidlichen Richard David Precht übers Marokkanerverfrachten, kurzsichtige Politik und den Beitrag der Medien zum „Kippen der Stimmung“ im Land. Zum Ausgleich gibt es ebenda auch ein Interview mit dem Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer über Tätermassen, Aggression aus Hoffnungslosigkeit und politisches Parolentum. Und ansonsten sollte man zum Thema #koelnhbf (oder #ausnahmslos) vorrangig Leute fragen, die sich damit auskennen: Im Freitag plädiert Teresa Bücker dafür, die Debatte um sexualisierte Gewalt vor den Frauenrechtsextremisten zu schützen, und schildert persönliche Gewalterfahrungen, wie sie jenseits von Silvester schändlicher Alltag hierzulande sind. Bundesrichter Thomas Fischer zu guter Letzt liest in seiner ZEIT-Kolumne dem Bundesjustizminister, der CSU und anderen demonstrativen Härtefreunden die verfassungsrechtlichen Leviten zum Thema Köln, Zuwanderer und Gewalt gegen Frauen.

Außerdemchen:

Kürzlich ward hier ja bereits auf die Philosophie-Einführung der ZEIT hingewiesen, die Materialien und Anregungen für den Ethik-Unterricht oder nur so gibt. Auch das Schweizer Radio und Fernsehen hat sowas: Filosofix mit schick illustrierten Gedankenexperimenten und allem. +++ Die FAZ meldet, wie der Würzburger Hans Ulrich Gumbrecht (siehe oben) seine Heimatstadt auf die Idee brachte, Kants Hausdiener Lampe ein Denkmal zu widmen. +++ Die NZZ bespricht den jüngsten Band der Max-Weber-Gesamtausgabe mit den Briefen von 1895–1902, in denen es um Webers Probleme mit der Gesundheit und mit polnischen Landarbeitern geht. +++ Der Standard berichtet von einem Wiener Theaterabend mit dem Robert Pfaller, der zwei Karl Marxe (Märxe?) als Talkshow-Gäste hat.


Links der Woche am 14.11.2015, 14:59 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 46/15

Wer oder was ist das Volk?

Der Freitag feierte diese Woche 25. Geburtstag und holte aus diesem Anlass manches aus dem Archiv hervor. So diesen Text aus dem November 1990, in dem Georg Seeßlen sich über die vielen Bedeutungen Gedanken macht, die der Begriff „Volk“ im Slogan „Wir sind das Volk“ hat - und was das für Begriffe wie Herrschaft oder Nation bedeutet. (09.11.90)

Zwischen allen Stühlen

André Thiele erinnert in der ZEIT an den Berliner Philosophen Saul Ascher, der gegen den Antisemitismus und die nationalistische „Germanomanie“ des 19. Jahrhunderts anschrieb. Seine Überlegungen zu einem heterogenen Deutschland ohne Reinheitsfanatismus sind heute wieder aktuell. (09.11.15)

Hoffnung für die Assis überall

Ein neues Wissenschaftzeitvertragsgesetz soll das personelle Elend an deutschen Hochschulen beheben. Thomas Thiel blickt in der FAZ zurück auf die systematische Prekarisierung des wissenschaftlichen Nachwuchses im universitären Mittelbau. Die Bildungspolitik kennt das Problem, nun solle sie es lösen. (11.11.15)

Historiker vs. Systematiker

Vor einigen Woche begann in der FAZ eine kleine Debatte über analytische Philosophie vs. Kontinentalphilosophie. Nun ist Rolf-Peter Horstmann an der Reihe. Zunächst wehrt er sich gegen die Idee, historische Forschung habe in der Philosophie nichts mit Selberdenken zu tun. Dann beklagt er noch die Beliebigkeit philosophischer Fragestellungen und deren Vokabular. (11.11.15)

Den Toten dieser Woche

Zwei Verstorbene wurden diese Woche von den Feuilletons gewürdigt (und nach den gestrigen Anschlägen in Paris sind es noch viel mehr). Zu Beginn der Woche starb mit dem französischen Philosophen André Glucksmann ein Vertreter des Denkens jenseits des Rheins, der im Maoismus loslegte, die Friedensbewegung kritisierte und schließlich für Sarkozy Wahlkampf machte. Hierzulande starb der Bundeskanzler a.D. der Herzen und Lungen, Helmut Schmidt. Patrick Bahners von der FAZ erinnert sich, wie sich Schmidt einmal weigerte, ein Kant-Zitat zu kommentieren, ohne vorher den Textbeleg zu Gesicht zu bekommen. Außerdem hat dei FAZ noch ein Interview auf Lager, das Bahners und Jürgen Kaube 2011 mit Schmidt über Rauchverbote, Atheismus, Liberalismus und Islam führten.

Flucht und Fremdenfeindlichkeit

Für die FR unterhält sich Arno Widmann mit dem Historiker Michael Borgolte darüber, wie Europa durch Migration zu dem wurde, was es heute ist, und warum die Lage nicht im Mindesten mit der Roms zu Zeiten der Völkerwanderung zu vergleichen ist. Die abwehrende Haltung gegenüber Menschen, die hier Schutz suchen, wird im Feu längst auch analysiert. Caroline Fetscher macht sich im Tagesspiegel Gedanken über die menschliche Fähigkeit zur Empathie und was dazu führen kann, dass einige Menschen in der Flüchtlingskrise damit sehr haushalten. Sibylle Hamann hat bei diepresse.com eine andere Theorie: Wilde Gerüchte übers süße Flüchtlingsleben zu verbreiten dient der Repression des Reflexes, Menschen in Not zu helfen.

Et cetera:

Martin Walser teilt in der FAZ seine lebenslange Begeisterung von Nietzsches Zarathustra mit. +++ Till Hahn erinnert im Freitag an den depressiven Marxisten Louis Althusser, der als überholt gilt und dennoch die französische Philosophie bis heute prägt. +++ Als wäre die Kreiszahl Pi nicht schon faszinierend genug: Britische Mathematiker haben einen Zusammenhang zwischen Quantenphysik und Pi entdeckt, wie Telepolis meldet. +++ Raoul Schrott empfiehlt in der NZZ die Lektüre von „Die Inseln“ aus der Feder Jean Greniers, der ein prägender Einfluss für Albert Camus war. +++ Jürgen Kaube stellt in der FAZ drei Neuerscheinungen zum 100. Geburtstag von Roland Barthes vor. +++ Außerdem lädt Kaube zu einer Leseprobe aus dem Sammelband ein, in dem philosophische Probleme anhand der TV-Serie „The Big Bang Theory“ erörtert werden. +++ Die Jüdische Allgemeine weist auf einen neu erschienenen Band mit Gedichten von Hannah Arendt hin.


Links der Woche am 30.11.2013, 14:47 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 48/13

Diderot, Wieland und Jean Paul, v.a. Sterne

Wolfgang Hörner feiert im Freitag die Väter der Moderne, deren Jahrestage 2013 strukturierten, und unter ihnen einen ganz besonders: Laurence Sterne erfand mit Tristram Shandy den modernen Roman und wirkte mit diesem Befreiungsschlag der schreibenden Freiheit bis in Diderots Enzyklopädie, Wielands Publizistik und Jean Pauls Wortuniversen hinein. (25.11.13)

Lernwiki statt Lerntagebuch

Hariolf Wenzler reagiert in der FAZ auf Frank Kelleters Philippika gegen Massive Open Online Courses (MOOCs), indem er der Verschwörungstheorie vom neoliberalen Digitalangriff auf die Bildung fünf Thesen entgegenstellt, die auf die didaktischen und finanziellen Chancen und Grenzen der Online-Bildung abzielen. (27.11.13)

Hoffnung für Internethasser

Die einen hoffen insgeheim, dieser ganze Digitalzauber werde eines Tages von selbst zusammenfallen, die anderen kämen gar nicht auf die Idee, es könnte noch einmal einen Zustand geben, den Psychologe Thomas Grüter als Titel seines Buchs "Offline" gewählt hat. Bei den Scilogs erklärt er, wie Dynamik, Vernetzung und Komplexität die globale Informationsgesellschaft langlebig machen und auf lange Sicht zum Untergang verurteilen. (27.11.13)

Endlich fragts mal einer

Hans Ulrich Gumbrecht fragt nicht nur, sondern plädiert gar in seinem FAZ-Blog für einen gerechten Krieg, scheint aber eher die USA in Schutz nehmen zu wollen, indem er darlegt, dass prinzipiell jeder Krieg einen Rechtsbruch darstellt, die pazifistischen Antiamerikaner Europas das aber nicht wahrhaben wollen. (29.11.13)

Für Studis und Studi-ähnliche:

Unter der zeitgemäßen ROI-Fragestellung "Lohnt sich das?" befragt ZEIT Campus die Doktorandenforscherin Anna Fräßdorf über Nutzen, Nachteil und Nährwert der Promotion. +++ Als großzügig EU-geförderten Spring Break stellt uns Leander Steinkopf in der FAZ das Erasmus-Austrinkenlandsstipendium vor. +++ Dieselbe FAZ nimmt aber auch den BA/MA-Bummelstudenten in Schutz. +++

Außerdemchen:

Ebenfalls die FAZ lobt die Neuübersetzung von Henri Bergsons „L’évolution créatrice“ als indiziertes existentialphilosophisches Märchenbuch. +++ Die US-Philosophin Debra Satz macht es sich nicht leicht, in ihrem Buch, das von der NZZ vorgestellt wird, Argumente für die intuitive Einsicht zu liefern, dass und warum nicht alles auf Märkten gehandelt werden sollte. +++ Falls Sie am heutigen Samstagabend nicht in Köln der Lesung von Johannes Witek im Café Duddel beiwohnen, schalten Sie doch den Deutschlandfunk ein, wo es in der heutigen Langen Nacht um das Staunen und Innehalten geht. +++ Die Blüten sind längst bestäubt, die Zweige neigen sich, je mehr die Früchte heranreifen: Lichtwolf Nr. 44 zum jahreszeitfernen Thema "Obst" ist in der Mache und wird vor Heiligabend in den Briefkästen liegen; man abonniere hier.


Links der Woche am 20.07.2013, 12:48 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 29/13

Keine Höhle ohne Schatten

Bernard-Henri Lévy fragt mit einer Kunstausstellung, ob die bildenden Künstler mehr Ahnung von der Wahrheit haben als die Philosophen, so berichtet ein gut erholter Sascha Lehnartz in der WELT. Traditionell werden Gemälde erkenntnistheoretisch aller Mimesis zum Trotz als Scheinbilder gemobbt, wogegen BHL u.a. mit Beuys' Fettfleck als Heidegger-Kommentar antritt. (14.07.13)

Deutsches Denken in Frankreich

Zum Geburtstag des toten Jacques Derrida bringt die taz ein unveröffentlichtes Interview, das Klaus Englert 2001 mit dem französischen Philosophen geführt hat. Darin versucht Derrida zu erklären, warum Hegel, Marx, Nietzsche und Heidegger in Frankreich ganz anders rezipiert wurden als in Deutschland, und warum er Benjamin lieber als Adorno mag. (15.07.13)

"Es gibt keinen Geschlechtsverkehr"

Slavoj Žižek denkt in der WELT mit der üblichen Portion Lacan über das europäische Kino nach, das er als Mix aus Komödie und Melancholie wahrnimmt, insbesondere in den Topoi Sexualität und Kriminalität. Allerdings sollte man die Schinken, die Žižek analysiert, selbst gesehen haben, um sich einen Reim auf seine These machen zu können. (15.07.13)

Nicht nur draußen lauert die Gefahr

Soziologe Ulrich Beck gibt im FAZ-Gespräch Auskunft über die jüngste Gefahr im Portfolio der Weltrisikogesellschaft: den staatlich betriebenen Wandel von digitaler Freiheit zu digitaler Kontrolle. Vom Staat ist da keine Hilfe zu erwarten, noch dazu wenn es der bloße Nationalstaat ist, sondern ein digitaler Humanismus muss her. (19.07.13)

Das Weitere und Engere:

Die NZZ stellt Jürgen Habermasens jüngste Sammlung politischer Schriften vor. +++ In einer laufenden Moraldebatte im Cicero warnen die Philosophen Edith und Rolf W. Puster vor Bescheidenheit und Großzügigkeit: Das würde nur unseren schönen Wohlstandsmotor abwürgen. +++ Zal Batmanglij, Regisseur des vielversprechenden Post-Occupy-Thrillers "The East" gibt im Gespräch mit der taz Auskunft über Frustration, Aktivismus und Güte.


Politik am 01.10.2010, 22:19 Uhr

Für Deutschland-Reisende

Neue No-Go-Area im Südwesten entdeckt, bitte weiträumig umfahren!

Stuttgart 21


Intime Interna am 26.02.2010, 20:44 Uhr

Kurz gemeldet: Initiale, Gadamer, Tweetkesselchen und Helming

Wie aus dem Layoutschacht gemeldet wird, kommen in den gedruckten Ausgaben des Lichtwolf die Initiale B, D, E, I, M, N, T und W am häufigsten vor. So gut wie nie dagegen beginnen Lichtwolf-Artikel mit C, F, Q, R, U, X, Y oder Z. +++

Als Nachtrag zur "Langen Nacht mit Gadamer" im Deutschlandfunk vorige Woche gilt es zu vermelden, dass des Hermeneutikers erste Erinnerung doch tatsächlich die an die rote Rinde eines Edamerkäses war! Der Lichtwolf hatte es schon geahnt! +++

Inzwischen sind im heiteren Homonyme-raten schon fünf Tweetkesselchen rausgegangen, von denen aber erst zwei korrekt gelöst wurden! Schaffen Sie's? +++

Nur noch bis Sonntag Abend, 23:59:59 Uhr können Sie Michael Helmings neuen Erzählband "Die vorläufig letzte Fassung der Gegenwart" zum Subskriptionspreis von bloß 6 Euro vorbestellen! Das Buch hat 21 phantastische Geschichten auf 120 Seiten und erscheint am 1. März. Bei Google Books können Sie jetzt schon einen Blick hineinwerfen.


Hochschule am 28.11.2007, 10:18 Uhr

Besser als ausgedacht

Über Marc Röhlig heißt es, er "schreibt für sein Leben gern: vom Liebesbrief am Valentinstag bis zur Antwort auf den Bußgeldbescheid." Anstatt nun, wie es sich für solche Leute gehört, beizeiten mal einige unlektorierte Lyrikbände an einen der Verlage zu schicken, deren Reklamen einen mit einem "Sie schreiben gern?" anhauen, berichtet der arme, verwirrte junge Mann für SPON aus seinem Leben als Student an der Uni Freiburg. Dies auf eine Weise, die vermuten läßt, daß es sich bei ihm um nichts als ein alter ego des bitterlich verträumten Matthias Matussek handelt, alibihaft bebildert mit Fotos aus dem Devotionalienhandel der Uni Freiburg. Liest man "Röhligs" launiges Geschwafel über Referate, Mensa und alles, was Matussek sonst noch gerade einfällt, wenn er an seine vergeudeten Jahre an der alma mater denkt, mit einer solchen Vorstellung des Autors, fällt der Spaßfaktor natürlich umso geringer aus. Nimmt man nämlich in kindlicher Unschuld an, diesen Menschen gäbe es wirklich so, wie er sich darstellt, hat man kräftig zu lachen, wenn Röhlig z.B. in seinem aktuellen Beitrag von einem Kennenlernspiel zu Beginn eines Tutorats erzählt, in dem der Begriff "Gordischer Knoten" erwähnt wurde:

"Es hat mich neugierig gemacht. Gleich nach dem Tutorat bin ich in die Bibliothek gegangen und habe mir jede Menge Bücher ausgeliehen, die mir den Gordischen Knoten erklärten, und alles, was die Jahrhunderte sonst noch zu bieten hatten."

Hach ja!

Die Lachtränen bleiben einem gelegentlich, wie auch heute, im Kanal stecken, blitzt einmal mehr Matusseks tiefe Verbitterung darüber auf, daß das Goldene Zeitalter des totalen Wettbewerbs an der jüngst mit Eliteschärpe behängten oberrheinischen Bachelorbäckerei noch immer nicht angebrochen ist. Schuld sind wie immer die 68er, hier in Form ihrer wirren Brut, die partout nicht lernen und Hemden mit dem Logo "ihrer" Uni kaufen will, sowie immer noch nicht jubelt, wenn die halbjährlich fälligen 500 Euro Studiengebühren zu überweisen sind. Da die damit zu verbessernde Lehre, so der unfreiwillige Subtext, sich seit der Einführung der Gebühren keinen Millimeter in Richtung Zumutbarkeit bewegt hat, muß es ja an den 68ern, also ihren Kindern liegen, von denen Matussek-Röhlig nun -- und jeder, dem etwas an der deutschen Sprache liegt, möge bitte dieses Zitat überspringen -- die "Verbesserung der Lerne" verlangt. Wie zum Beweis der Krausschen These, moralische Niedertracht verrate sich bereits im Umgang mit der Sprache:

"So lange es nicht genügend Dozenten gibt, die sich die gewichsten Stiefel anziehen; und so lange es keine Studenten gibt, die bereitwillig den Hintern herhalten, um sich mal kräftig zum Lernen animieren zu lassen - so lange wird wohl die eigentliche Elite auf sich warten lassen."

Jede Lebensform zu verachten, die nicht mit der eigenen identisch ist, und gewichste Stiefel abwechselnd zu lecken und ihnen in äffischster Unterwerfung den Hintern darzubieten -- damit ist der Geist der Exzellenzinitiative dann doch brillant in Worte gebannt. Insofern passt Matussek-Röhlig perfekt zum Spiegel und zur Uni Freiburg.


Politik am 03.10.2005, 12:08 Uhr

15 Jahre Tag der deutschen Einheit V2.0

(zur Feier des Tages verfasst im deutschesten Modus, dem Konjunktiv)

In weniger entgötterten Zeiten hätte es etwas zu bedeuten gehabt, zöge an einem Nationalfeiertag der Mond zwischen Erde und Sonne, um diese für eine Weile zu einem Schatten ihrer selbst zu verfinstern.

Du bist der Kükator? Nein. Du bist Günther Jauch. (Foto: Frank Peterschröder, Bilderberg, ©2005)

Gleichfalls in früheren Zeiten hätten Kampagnen wie die Aktion "Du bist Deutschland", mit der die Bundesregierung für Stimmung sorgen zu wollen vorgibt, noch etwas zu bedeuten gehabt. Die im TV ausgestrahlten BRD-Stimmungswerbespots mit Musik aus dem Film "Forrest Gump" auszustatten hätte geheißen, die Regierung oder ihre Cousins in der Werbeagentur halten uns für debile Volltrottel. Lauf, Volk, Lauf! Und auch über das Finale des Filmchens brauchen wir zum Glück nicht weiter nachzudenken. Harald Schmidt rät in ungewohntem Duzton: "Schlag mit den Flügeln und reiß Bäume aus." Bald darauf heißt es: "Du bist die Flügel.", die bezaubernde Anne Will schließlich konstatiert: "Du bist der Baum."

Früher nämlich hätte man diese Kette assoziativen Blödsinns als regierungsamtliche Aufforderung an die Volksidioten verstehen müssen, sich gegenseitig totzuschlagen. So aber bleibt alles anders und wir können beruhigt einen Tag und den Kopf frei haben.

P.S.: Stimmige Parodien der Deutschlandkampagne übrigens bei Flickr.




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