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lichtwolf.de / Monatsbuch / Dezember 2015

Monatsbuch

Dezember 2015

Links der Woche am 05.12.2015, 14:01 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 49/15

Der verunsichernde Teil der Antwort

Nach den Anschlägen von Paris schien die französische Stadt ebenso wie Brüssel im Belagerungs- oder Ausnahmezustand zu sein. Dass dieser dem Sicherheitsapparat nicht unbequem ist, nimmt Harald Staun zum Anlass für die Warnung, Polizei und Geheimdienste könnten das Vertrauen in die freiheitliche Demokratie gefährden. (29.11.15)

Künstliche Kapuzineräffchen mit Exoskelett

Die FAZ unterhält sich mit dem KI-Entwickler Jürgen Schmidhuber, der nicht nur die körperliche Arbeit dem Roboter überlassen will, sondern auch Wissenschaft und Forschung. Dazu forscht er ausgiebig an selbstlernenden neuronalen Netzwerken und zeigt sich unbeeindruckt von den Aussichten, seine Spezies könne sich damit selbst marginalisieren. (01.12.15)

Et cetera:

Die NZZ berichtet von einer Bochumer Tagung über experimentelle Philosophie, die zurück zum erhellenden Gedankenexperiment als Empirie will und deren Logo ein brennender Lehnstuhl ist. +++ Die Deutsche Welle hat Migranten und Geflüchtete nach ihren liebsten Worten auf Deutsch gefragt, Hannes Klug und Michael Angele stellen im Freitag das Ergebnis vor: „ebenso klangvolles wie melancholisches Wörterbuch“. +++ Hätte der Sozialismus das iPad hervorbringen können?, fragt Zoe Williams im Freitag und beschäftigt sich mit der neoliberalen Überzeugung, nur giergetriebene Privatwirtschaft sei innovationsfähig. +++ Die NZZ bespricht den nun auch auf Deutsch vorliegenden Briefwechsel zwischen Descartes und Elisabeth von der Pfalz über Vernunft, Gefühl die politisch-religiösen Verhältnisse des 17. Jahrhunderts. +++ Die taz rezensiert Steffen Martus’ Buch über den politischen Hintergrund, vor dem im Deutschland des 18. Jahrhundert sich die Aufklärung entwickelte. +++ Björn Höcke, Deutschland-Aficionado der AfD, hat sich auf Heidegger berufen. Daniel-Pascal Zorn erklärt bei Hohe Luft, dass Höcke den von ihm bildungshuberisch herangezogenen Begriff der Seinsvergessenheit offensichtlich nicht kapiert hat. +++ Hannah Arendt ist wieder angesagt, weshalb Micha Brumlik in der taz auf zwei passende Neuerscheinungen - eine „Denkbiographie“ und einen Gedichtband - hinweist.


Links der Woche am 12.12.2015, 15:03 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 50/15

Heidegger-Schisma

Die Veröffentlichung von Heideggers Notizen aus den 1930er und 40er Jahren („Schwarze Hefte“) hat letztes Jahr unter Anhängern und Gegnern des Fundamentalontologen für Aufregung gesorgt. Nach einigen Rücktritten, Neupositionierungen und vielen Wortmeldungen finden gerade diverse Konferenzen zum Thema statt, die die Zersplitterung belegen. Thomas Thiel gibt in der FAZ eine Übersicht über Akteure und Frontlinien. Die Badische Zeitung unterhält sich mit Hermann und Arnulf Heidegger (Sohn und Enkel) darüber, warum der Nachlass weiterhin Familiensache bleibt und was in Freiburg los ist.

Facebook-Kritik herzlos bis antisemitisch?

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat die Geburt seiner Tochter zum Anlass für die Ankündigung genommen, sein Vermögen in eine wohltätige Stiftung einzubringen. Michael Hanfeld gehörte zu denen, die darob nicht in Lobpreis ausbrachen, vielmehr zeigte sich Hanfeld in der FAZ kritisch gegenüber diesem Mediencoup. Götz Aly meinte in der allgemeinen Kritik, aber besonders in der Hanfelds, alte antisemitische Klischees zu erkennen, und bekommt wegen der Vorwürfe in seinem BZ-Artikel nun wiederum einen geharnischten Brief vom Feu-Chef der FAZ, Jürgen Kaube.

Neue Bücher

Der Freitag bespricht Jürgen Manemanns Buch, demzufolge Nihilismus und Furcht vor dem leeren Leben - und nicht Religion - junge Europäer zum Dschihadismus (oder Faschismus) hinziehen. +++ Die NZZ weist auf Manfred Franks Vorlesungen hin, die in einem Buch versammelt - gestützt auf Sartre, Fichte, Novalis und Bolzano - der Frage des Selbstbewusstseins nachgehen. +++ In ihrer Rezension von Axel Honneths Buch zur Aktualisierung des Sozialismus sieht die WELT den kommunikativen Liberalismus von Honneths Lehrer Habermas am Werk.


Links der Woche am 19.12.2015, 15:57 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 51/15

Bedingung einer Poesie

Bedauernd schreibt Birgit Schmid in der NZZ über das Aussterben eines noblen Gefühls, nämlich der Schüchternheit. Die gilt in Zeiten der digitalen Dauerselbstdarstellung als Defizit, dem mit Medikamenten und Ratgebern zu Leibe gerückt wird - obwohl die scheue Innerlichkeit doch viel zu bieten hat. (12.12.15)

Kompromiss statt Kampf

Im Freitag wird über die Möglichkeit oder Notwendigkeit eines linken Populismus diskutiert. Albrecht von Lucke warnt in seinem Beitrag vor Weimarer Verhältnissen, da linker und rechter Populismus nicht zu unterscheiden sind, und plädiert vielmehr für eine kompromissfähige Linke ohne Feindbilder. (15.12.15)

Remythologisierung des Alltags

Der säkulare Liberalismus und die rationale Wissenschaft sind nicht so gesetzt, wie man gemeinhin glaubt, schreibt Anton Hügli in der NZZ. Wenn sich die Religion sinnvoll einbringen will, um das Bedürfnis nach Transzendenz zu bedienen, sollte sie sich an die Religionsphilosophie von Karl Jaspers halten. (19.12.15)

Neue Bücher:

Ausführlich und fasziniert bespricht die FAZ „Die Möglichkeit der Normen“, worin der Jurist Christoph Möllers die Begriffe von Norm und Normativität sowie ihre Bedeutung für den demokratischen Alltag klärt. +++ Dieter Thomä, Ulrich Schmid und Vincent Kaufmann haben ein Buch geschrieben über die Bedeutung der Biographie für das Denken von Philosophen, die NZZ rezensiert das Werk. +++ Die FR zeigt sich fasziniert von David George Haskells Buch über „Das verborgene Leben des Waldes“. +++ Nicolas Mahler hat eine Philosophiegeschichte in Comicform gezeichnet, der Standard stellt „Partyspaß mit Kant“ vor.

Außerdemchen:

Freitag-Community-Mitglied TobiT unternimmt einen politisch-philosophischen Jahresrückblick und schaut nach, wie sich Slavoj Žižeks „Jahr der gefährlichen Träume“ in Griechenland und anderen europäischen Krisenländern ausnahm. +++ Georg Blume unterhält sich für die ZEIT mit dem Philosophen Alain Finkielkraut über das deutsch-französische Verhältnis in Zeiten des Terrors und des Krieges, den man hier nicht so nennen mag. +++ Bei Getidan findet sich der Hinweis auf Ben G. Fodors Photokunst zum Absurden; weitere Performances, die die Zweckhaftigkeit des ganzen menschlichen Strebens dokumentieren, gibt es auf Fodors Homepage. +++ Lichtwolf Nr. 52 (Titelthema: „Bitte / danke“) ist bereits auf dem Postweg in die Briefkästen unserer Abonnent_innen - und ganz ohne jeden Hinweis auf bevorstehende Konsumfeierlichkeiten sei hier auf die Möglichkeit hingewiesen, Abos und Einzelhefte der „Zeitschrift trotz Philosophie“ zu verschenken.




Intime Interna am 21.12.2015, 12:30 Uhr

Bitte Lichtwolf, danke Lichtwolf

Das neue Heft ist da, hurra, hurra. Worum geht es dieses Mal? Darum:

LW52

Lichtwolf Nr. 52 ist die aktuelle Winternummer zum Thema „Bitte / danke“.

In Lichtwolf Nr. 52 geht es auf 100 werbefreien Seiten um Höflichkeit und Dankbarkeit, Schenken und Schulden, Benehmen und Vergeben. Mit an Bord sind Max Frisch, Nietzsche, Cioran, Lord Chesterfield, Gorgias, Novalis, Scheler und Derrida sowie natürlich Kant, der dieses Heft eindeutig dominiert. Das tut auch die Politik: Flüchtlingskrise, Klimagipfel, Antideutsche, Wiedervereinigung und der Amtsantritt Justin Trudeaus sind ebenfalls Themen der Nummer 52, mit der sie nun für jede Woche im Jahr einen Lichtwolf haben.

Die ersten Seiten gibt es wie üblich hier als PDF-Leseprobe zum Herunterladen. Zur Online-Lektüre stehen bereit zum einen Bdolfs Propädeutikum und Prolegomena, zum anderen die erste Hälfte von Georg Frosts Essay über das Höflichkeitsverständnis des späten Adels und frühen Bürgertums.

Die Winterausgabe zum Thema „Bitte / danke“ ist hier im Einkaufszentrum für bloß 7,80 Euro inklusive Versand bestellbar oder halt gleich im Abonnement, dann gibt es ein Jahr Lichtwolf. Die E-Book-Fassung folgt wie immer in den nächsten Tagen.


Links der Woche am 26.12.2015, 17:21 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 52/15

Hoppla, es ist ja schon wieder Samstag und damit Zeit für die Links der Woche!

Trigger-Warnung

Damit es nicht zu besinnlich wird: Für Telepolis hat sich Marcus Stiglegger ausgiebig mit beim westlichen Kino entlehnten Narrativen, Dramaturgie und Ästhetik der Snuff-Videos beschäftigt, mit denen die IS-Miliz im Internet zugleich Gegner einschüchtern und neue Anhänger gewinnen will. (20.12.15)

Zeitungen und Ewigungen

Der Feu-Chef der NZZ, Martin Meyer, befasst sich in seinem nostalgischen Weihnachtsessay mit Ohnmacht und Beschleunigung, die die moderne Lebenswelt verheeren. Ein überfälliger Beilagen-Beitrag, der von Gadamer in letzter Minute via Aeroplan geliefert wurde, wird zum Sinnbild dafür, was der Fortschritt seit den 1980ern nicht nur in Redaktionen obsolet gemacht hat. (24.12.15)

Bekenntnisse auf Knien

Die FAZ bringt einen Auszug aus des Althistorikers Robin Lane Fox’ umjubelter Studie über die Confessiones des Augustinus. Als (wie auch immer) zu Papier gebrachter innerer Monolog zwischen Ich und Vernunft begründeten sie eine bis heute beliebte Gattung, deren Themen und Textbezüge nach wie vor faszinieren. (26.12.15)

Kant und ZEIT

Der gute Immanuel Kant hat es jüngst auf die Titelseite der ZEIT geschafft, für die sich Thomas Assheuer mit dem Frankfurter Kantianer Rainer Forst über den Königsberger unterhalten hat, an dessen aus dem Denken gewonnenen Überzeugungen Forst festhält - obwohl jede Nachrichtensendung sie zu widerlegen scheint. Die ZEIT hat darum weitere „Philosophinnen und Philosophen aus aller Welt“ nach der Aktualität von Kants Denken befragt, die darauf sehr unterschiedlich antworten. Wie sehr unsere großen Denker wie Kant, Nietzsche und Til Schweiger in der Flüchtlingskrise missverstanden werden, ist übrigens eines der Themen im aktuellen Lichtwolf; neben der papiernen Ausgabe gibt es das Ding auch als preiswertes E-Book für Kindle oder im epub-Format.

Außerdemos von Sonstnochos:

Passend zur Jahreszeit erklärt Bad Santa Slavoj Žižek in der FAZ auf seine unnachahmliche Art, warum wir Weihnachten feiern obwohl wir selbst an den Zinnober gar nicht mehr glauben (und was das z.B. mit dem Demokratiebegriff zu tun hat). +++ Arno Kleinebeckel zeigt sich bei Telepolis sehr unzufrieden mit den Reaktionen auf die Anschläge von Paris und vermisst den Citoyen Rousseaus. +++ Unzufrieden ist auch Pankaj Mishra, der in der SZ die auch künftig immer wiederkehrende Notwendigkeit zu trauern mit der im Westen geleisteten Verblödungsarbeit in Zusammenhang bringt. +++ Auch die ZEIT bespricht Herfried Münklers kühle Analyse moderner Gewaltformen und ihrer Kriegsethik. +++ Philipp Ruch vom Zentrum für politische Schönheit hat sich für sein politisches Manifest den Vorwurf eingehandelt, ein antimodernistischer Schwurbelpathetiker zu sein, was er in der ZEIT zurückweist. +++ Die FAZ meldet, die Universität Salzburg habe dem Biologen Konrad Lorenz jüngst die Ehrendoktorwürde entzogen, weil der sich für den Nationalsozialismus engagiert hatte.

Das war also das insgesamt wenig erquickliche 2015, guten Rutsch und bis nächstes Jahr - und keine Hemmungen: Unser Einkaufszentrum ist natürlich auch zwischen den Jahren in voller Stärke besetzt, um ihre Bestellungen zu verschicken!



Lektüreempfehlungen


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Monster

Sarrazins größter Alptraum und weitere Ungeheuerlichkeiten aus Philosophie und Popkultur in Lichtwolf Nr. 33 vom Frühling 2011. Kostet nur monströse 6,80 Euro, das dicke Heft!



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Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017), September 2017

Titelthema: Alte Berufe

vorherige Ausgabe

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017)

51 alte Berufe im philosophischen Portrait, ausführlicher: Alchemist, Matador, Schuster, Schutzmann, Töpfer und Zensor. Außerdem Lachse, Jacques Ellul und Automobile.


Das nächste Heft erscheint am 20. Dezember 2017 mit dem Titelthema Ins Gesicht. »» Abonnieren


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Monatsbuch

Zeichenkette Stichwort

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Stichwortverzeichnis


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Da wird die Geschichte der westdeutschen Intelligenz lebendig: Martin Gohlkes Roman gibt es als Hardcover mit 394 Seiten beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 19,80 €.


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