Die BILD-Zeitung der Philosophie. - Donnerstag, 20. Juni 2013
Was isst der Lichtwolf?
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lichtwolf.de / Monatsbuch / Dezember 2005
Intime Interna am 01.12.2005, 11:02 Uhr
Advent, Advent, ein Tempel brennt.
Alle, die der Lichtwolf-Lesung am 27.11. nicht beiwohnen konnten, können hier nachgucken, was sie verpasst haben. An gleichem Ort ist auch das Programm der Lesung vom 17.07.05 angegeben, damit Sie die Lesungen zu Hause nachstellen können (ein toller Spaß für lauschige Adventabende!).
Allen anderen, also denen, die am Sonntag dabei sein konnten und noch immer nicht genug haben, sei hier ein kleiner Programmtip gereicht: Am kommenden Sonntag (04.12.) wird Herr Schneidegger noch einmal im KGB lesen. Anläßlich Nikolaus tritt dort die Creme der Freiburger "Poetry Slam"-Szene auf, und "der schlechteste Philosoph und beste Trinker der Welt" (KGB-Chef Vural über Schneidegger) wird den Poetikschlamm-Jungspunden mit Georg Heyms Gedicht "Der Wahnsinn des Herostrat" Kontra geben.
Los geht es um 20:15 Uhr, das KGB befindet sich immer noch in der Friedrichstr.23 am Siegesdenkmal.
Kultur(terrorismus) am 05.12.2005, 11:07 Uhr
Nachträglich das besinnliche Gedicht zum zweiten Advent.
Knorkator - "Weihnachtsschimpfe"
Ich lass mich nicht verarschen von euch verlog'nem Pack
ihr seht das Ende kommen mit jedem neuen Tag.
Bekämpft oder erduldet das allgemeine Leid
doch wagt ihr nicht zu sehen, daß ihr es selber seid.
Ihr glaubt an schöne Worte, ihr glaubt an einen Gott
und huldigt ihm zum Feste mit Ente und Kompott.
Das ganze Jahr ein Arschloch und dann für einen Tag
beginnt ihr euch zu lieben, daß ich es nicht ertrag.
Ihr glaubt euch zu besinnen wenn euer Lichtlein brennt
doch wer denkt schon an jene, die er nicht selber kennt.
und wenn ich's doch versuche verspür ich Neid und Hohn
werf ich doch meinem Nächsten von seinem eig'nen Thron.
Ihr glaubt man muß nur lieben und schon ist alles gut
doch wer zeigt euch die Grenze zu Eifersucht und Wut.
Ihr wollt doch nur besitzen, und auch das größte Schwein
sehnt sich nach einem Liebsten und ist nicht gern allein.
Ihr schimpft auf all die Kinder, die nie zufrieden sind
ihr flucht auf all den Reichtum den man durch euch verdient.
Ihr sagt, ihr wäret glücklich mit einem leeren Sack
ich lass mich nicht verarschen von euch verlog'nem Pack.
Irgendwas mit Medien am 09.12.2005, 15:05 Uhr:
Politik am 09.12.2005, 16:27 Uhr
Zum neuen Streich des verrückten, aber unheimlich niedlichen iranischen Staatspräsidenten Ahmadineschaad (siehe rechts, passend zur Position die Bildquelle: WamS), seinem Vorschlag, Israel nach Europa zu verlegen und damit den Nahostfriedensprozeß schlagartig glücklich zu beenden, sollte an dieser Stelle ein ausführlicher Kommentar stehen. Zur Erinnerung: Ende Oktober hatte Ahmadineschaad noch zur Vernichtung Israels aufgerufen. Gestern gab er sich etwas "moderater": Da relativierte er den Holocaust, bzw. meinte, daß die Europäer, wenn sie einen Judenstaat wollen, den doch bitteschön auf ihrem eigenen Territorium veranstalten sollen.
Wie gesagt, dazu sollte hier einiges stehen. Aber Henryk M. Broder war nicht nur schneller, sondern hat ausnahmsweise sogar mal was gutes geschrieben, nämlich ungefähr das, was hier auch gestanden hätte: "Die Palästinenser zahlen die Zeche für die Sünden der Europäer. Und wenn es so etwas wie eine historische Gerechtigkeit in dieser Welt geben würde, wäre der jüdische Staat in Schleswig-Holstein oder in Bayern errichtet worden, nicht in Palästina." (Spiegel Online)
Das Tolle: Broder kann sowas schreiben, ohne gleich für rechtsradikal oder islamofundamentalistisch infiltriert gehalten zu werden!
Sozialphänomenologie am 11.12.2005, 00:58 Uhr:
Philosophistik & Misosophie am 13.12.2005, 17:20 Uhr
..lautete (übrigens) eine Überschrift vom Wochenende. Im dazugehörigen Artikel von Dieter Thomä geht es um eine in Teheran vom Iranischen Institut für Philosophie und der dortigen Schweizer Botschaft veranstaltete Tagung über den Todtnauberger. Dessen Technikkritik erfreut sich im nachrevolutionären Iran schon länger großer Beliebtheit, bemerkenswerter jedoch findet Thomä, wie Heideggers Philosophie als "westliche Selbstkritik" in die Pflicht genommen wird, wenn mal wieder vor der Gharbzadegi, der "Vergiftung (aber auch: Machenschaften (!)) des/durch den Westen", gewarnt werden muß. Andererseits wiederum scheint Heidegger als politisch kompromittierter und doch tiefsinnig geltender Denker eine Leitfigur für die iranische Philosophie zu sein, in der zwischen den beiden Polen "Magd der Theologie" und Dissidententum nicht mehr viel übrig ist.
Lesenswert allemal in unseren heutigen Zeiten:
-"Heidegger in Teheran", Dieter Thomä. NZZ 10.12.05, S.26.
-Bericht über den Iranbesuch von Habermas und seine Eindrücke von der dortigen Philosophie (aus der FAZ vom 13.06.02).
Politik am 14.12.2005, 18:27 Uhr
Sprachregelungen und Weihnachtspause
"Instinktlos, ein Ärgernis, enttäuschend, respektlos, überraschend, unverständlich, nicht gerade etwas was einem gefallen kann, eine Schande für die Demokratie"
und
"Unfassbar, schockierend, durchgeknallt, inakzeptabel"
Ja, bei all den Sprachregelungen, die derzeit von der Politik ausgegeben werden, kann man doch kaum noch auseinanderhalten, ob es gerade um Ex-Kanzler Schröders neuen Job bei Gazprom ("Russen holen sich Schröder", BILD am 10.12.) oder Iranchef Ahmadineschaads neue alte Holocaustleugnung geht!
Um in dieser Sache einiges aufzuarbeiten, ist das komplette Lichtwolf-Versandkomitee in den "Weihnachtsurlaub" geschickt worden. Bisher eingegangene Bestellungen werden noch bearbeitet, alle ab sofort eingehenden Bestellungen im Einkaufszentrum werden erst Anfang Januar in Angriff genommen.
Vor lauter Wut darüber will Europaparlamentarier D.Cohn-Bendit nun bei der FIFA dafür sorgen, daß die Eintrittskarten aller Lichtwolfleser für die WM 2006 verfallen.
Wir bitten Sie dafür um Entschuldigung.
Intime Interna am 24.12.2005, 23:56 Uhr
Zugegeben: Jesus ist das ältere Geburtstagskind. Die Weltnetztröte des Lichtwolf (www.lichtwolf.de) ist heute nur zwei geworden (einen Rückblick auf die gehörige Entwicklung seit dem Start an Heiligabend 2003 finden Sie hier).
Damit aber alle etwas von diesem Freudentag haben, gibt es drei neue alte Beiträge aus gedruckten Ausgaben jetzt hier im Netz, damit Sie über die Feiertage gut versorgt sind, nämlich:
-"Die Botschaft" von Fiete Fatmoaker aus Lichtwolf Nr.13
-"Das Katzenhaar" von Felisande aus Lichtwolf Nr.14
-"Kastor und Pollux" von Szandor aus Lichtwolf Nr.17
Phosphoriszierende Prosa & Lyrik am 25.12.2005, 11:55 Uhr
Sie können nicht anders
sie sind halt so
sind eben so
und der eine
steht da alleine
geht denen aus dem weg
denn er weiß
es lohnt sich nicht
ihnen zu begegnen
mit einem lächeln zu begegnen
denn er weiß
dass man nichts erwarten kann
springt alle in gedanken an
und würgt und drückt
doch soviel er würgt und drückt
muss er erkennen
dass die dummheit drinnen bleibt
enttäuscht zieht er alleine
weiter seine kreise.
Sozialphänomenologie am 25.12.2005, 11:57 Uhr
daystroy
the weihnachtsbaum
bevor die nadeln den boden
erfassen
bevor die geister von weihnacht
den ort von weihnacht verlassen
ja genau liebes kind
gib der oma noch nen kuss
bevor sie für immer
etwas weiter fort muss
schau deinem hamster nochmals
in die augen och kind
du wirst es kaum glauben
doch er wird landen als futter
in der dose für den hund
den wir nächsten urlaub
aussetzen werden
oder als dünger für die begonien
auf opas grab das so verloddert
brachliegt doch wozu danach investieren
die hälfte des erbes ist doch gesichert
und omas gebiss
sieh doch ohne schädel
kann es nicht kichern
frohe weihnachtszeit du schöne alte
wohlbekannte faltge hinterfotzige
konsumschönheit
wir fressen noch schnell die gans und
ganz den lebkuchen
ein hinfort dem geschenkspapier
schnell
sohn
bring dem vater
noch ein bier
er schaut so traurig aus.
Hochschule am 28.12.2005, 12:05 Uhr
Frischer Wind in die Hochschulpolitik
Sie werden sich erinnern: Im politischen Gespräch des Lichtwolf Nr.17 hatte Martin Walcher, Parteichef der PARTEI in Freiburg, durchblicken lassen, die oberrheinische Dependanz der "Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative" werde sich bald auch mit aller gebotenen Aufmerksamkeit um das E im Parteinamen kümmern (Elitenförderung). Denn der PARTEI liegt die deutsche Jugend am Herzen, der sie, z.B. in der Hintner-Jugend das Einmaleins der PARTEI-Treue beibringt.
Nun ist es auch bei uns soweit, die Freiburger PARTEI hat ihren studentenpolitischen Ableger RPTS (Ring PARTEI-treuer Studenten) gegründet und sieht siegessicher den nächsten Uniwahlen entgegen. Mitgliedschaft in einer Jugendorganisation der PARTEI wird nach dem Erdrutschsieg der PARTEI bei den baden-württembergischen Landtagswahlen im März für die Fortsetzung des Studiums im "Ländle" obligatorisch sein. Jedenfalls war das bislang immer so.
Kultur(terrorismus) am 31.12.2005, 23:59 Uhr
Starten Sie aufrecht ins Jahr 2006!
Glückwünsche zum Neujahr?
Statt groß herumzuheucheln verweisen wir auf die NEUE PRESSE aus Hannover, die am 15.Dezember über die geheimen CIA-Flüge folgendes schrieb:
"Alle übten etwas Unterwürfigkeit gegenüber den USA. Mit der Aufklärung im Parlament wird in Berlin wieder der aufrechte Gang eingeübt. Allen voran durch Innenminister Schäuble mit seiner ermunternden Offenheit".
Wenn die NEUE PRESSE - dem Rollstuhlfahrer ! - Schäuble einen aufrechten Gang bescheinigt, dürfen wir Ihnen - getrost und aufrecht ! - Alles Gute im Jahr 2006 wünschen.
Toi, toi, toi.
Mehr lesen? Wie wäre es mit diesem Beitrag:
Politik am 11.04.2006, 18:20 Uhr:
Berichterstattung mit Freund-Feind-Erkennung in Vorkriegszeit
Das Monatsbuch bietet eine Übersicht aller Themen und Beiträge.
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Die 30. Ausgabe des Lichtwolf, Titelthema: "Erwachsene". DIN A4-Broschur mit 48 Seiten und farbigem Hochglanzumschlag. Innendrin manches Photo, viele Illustrationen und krasse Beiträge. Achtung: Nicht für Kinder und Jugendliche geeignet!
Auszüge aus der Nr. 30 können Sie auch im LichtwolfReader durchblättern.
Weitere Ausgaben des Lichtwolf sowie Bücher und Devotionalien gibt es im Einkaufszentrum.
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Die aktuelle Ausgabe:
Lichtwolf 2/2013 (Nr. 42), Juni 2013Titelthema: Der #@%*! Gottes
Ob es ihn gibt oder nicht ist nur halb so interessant wie die Frage, was Gott zukommt, wenn Grammatik und Theologie sich vereinen: Beweise, Ausschläge, Haustiere, Nachrufe, Lieblingsmenschen? Alles über das summum ens und seinen #@%*! auf 92 Seiten im DIN A4 Paperback.
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