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lichtwolf.de / Monatsbuch / November 2010

Monatsbuch

November 2010

Links der Woche am 06.11.2010, 16:19 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 44/10

It's a lifestyle, not a crime!

Als wäre unsere Auflage nicht schon bedrängt genug: Julia Gerlach stellt in der Berliner Zeitung das neue Produkt des Verlegers Osama bin Laden vor, "Inspire". Die Mitgliederzeitschrift von al Kaida erinnert an die Bunte, nur geht es bei den home stories zu Terroristen nach Hause und der Serviceteil ("Opensource-Jihad") behandelt das Bombenbauen in Muttis Küche. (01.11.10)

res drogitans

via @fxneumann: Im taz-Blog gibt Hans Cousto zunächst einen Einblick in die Etymologie des Begriffs "Substanz" und den schmalen Grad der Häresie, auf dem im Mittelalter jeder wandelte, der sich damit beschäftigt. Er denkt sodann über den neuesten Trend der Drogenpolitik nach. (01.11.10)

Objektiv abgesegnete Subjektivität

Ben Goldacre wundert sich im Freitag über einen BBC-Bericht, der sich mit Libidoproblemen beschäftigt und dabei einen neurologisch aufgepeppten cartesischen Dualismus wie eine Selbstverständlichkeit behandelt. Viel ärgerlicher aber ist die mediale Tendenz, Qualia nur noch dann als real gelten zu lassen, wenn die MRT ihnen dieses Gütesiegel verpasst hat. (01.11.10)

"Post"demokratie im Wahrsten

Das TITEL-Magazin veröffentlicht einige Essays aus einem kommenden Sammelband über Facebook. In dieser Woche gibt es den Aufsatz von Lino Wirag, der kunstvoll name-droppend eine "Poetologie des Postings" (und dieses als ästhetisches Wirkungsquantum) entfaltet. Adorno, Semiotik, die ganzen Franzosen - es ist einfach alles drin! (01.11.10)

Von Farben sprechen

In der FR bespricht Stefana Sabin das neue Buch von Guy Deutscher, worin er der Frage nachgeht, ob die Sprache universal ist und sich nur in der Welt spiegelt (Chomsky) oder ob eine Sprache das Denken ihrer Sprecher determiniert (Sapir-Whorf). (03.11.10)


Hochschule am 07.11.2010, 16:54 Uhr

Kritik der Geisteswissenschaften

Der Beitrag "Die Standards: Methode, Begriff und Literaturbeleg" von Stefan Schulze Beiering wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Links der Woche am 13.11.2010, 14:56 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 45/10

Der lange Winter der Ordnung

Seit fünf Jahren flottiert im Netz das neoanarchistische Manifest "Der kommende Aufstand". Nils Minkmar erklärt in der FAZ den Aufruf und die Anleitung zu Subtraktion statt Subversion mit einer Spur von Anerkennung und einem zielgruppenaffinen Tadel zum Schluss. (08.11.10)

Alles kann, nichts muss

Wenn eine Petition mit über 50.000 Unterzeichnern in den Bundestag eingebracht wird, tut sich was: Tim Strohschneider berichtet im Freitag über die auf diesem Weg wiederbelebte parteipolitische Debatte um die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (siehe dazu auch das Interview mit Daniel Häni aus Lichtwolf Nr. 27). (09.11.10)

Die ewige Hutschnur

DanielW liefert im Freitag eine Phänomenologie der Ressentiment-Bewegungen von Antifeminismus bis Sarrazin, die so genau ist, dass man sie glatt als Anleitung zur Bildung einer deutschen Tea-Party-Bewegung lesen könnte; wäre man nicht so sehr damit beschäftigt, auch an sich selbst die immergleichen Argumentationsmuster und Fühlstrukturen wiederzuerkennen. (10.11.10)

Die zweifellose Philosophie

Am 18. November steigt der alljährlich von der UNESCO ausgerufene Tag der Philosophie (siehe auch diesen Text zum Tag der Philosophie 2008). Dieses Jahr wird er ausgerechnet in Ahmadineschads Iran begangen. Alessandro Topa berichtet in der NZZ über die Situation der Geisteswissenschaften, insbesondere der Philosophie nach dem Wahlbetrug von 2009. (12.11.10)

Happy Birthday, ihr Herzgebährenden!

Zum 100. Geburtstag des literarischen Expressionismus portraitiert Silvio Vietta in der NZZ den geistigen Soundtrack zu fin de siècle, Weltkrieg I und Revolution. Krebsbarracken, Globalverwirrung und eiterndes Bürgertum - Zeit wär's für eine Neuauflage! (13.11.10)


Intime Interna am 16.11.2010, 19:26 Uhr

Lichtwolf is coming to Fishtown *

Bremer und Nordküstenbewohner mit ÖPNV-Ticket oder Kraftfahrzeug aufgepasst: An diesem Freitag veranstaltet das renommierte Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus sein II. internationales Symposium im Schlachthof Bremen. (Das heißt nur so!)

Los geht es um 18 Uhr cum multo tempore mit Kornempfang und feierlicher Eröffnungsrede. Es erwarten Sie sodann drei packende Vorträge u.a. von Lichtwolf-Herausgeber Schneidegger, gefolgt von einer Tombola und einem Ritual zu Ehren des Kapitalismus. Näheres erfahren Sie direkt beim IPuP auf Myspace.

IPuP-Symposium

Man sieht sich Freitag Abend!

*) Ein gebürtiger Bremerhavener weist darauf hin, dass Kernbremen (wo der Abend steigt) nicht "Fishtown" ist.


Links der Woche am 20.11.2010, 18:38 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 46/10

Wessis beim Elternabend

Der Leipziger Holger Witzel regt sich im Stern gekonnt über westdeutsche Neubürger auf, die sich beim Ost-Elternabend aufspielen. Heraus kommt dabei eine Polemik, die sich auch als Apologie des Schulhof-Mobbings lesen lässt und bestimmt böse Leserbriefe gibt. (14.11.10)

Früher war alles besser

Es war einmal ein Deutschland, fein säuberlich geteilt und als Schlachtfeld des finalen Weltkriegs auserkoren, weshalb man sich gerade im Westen zusammenriss und artig um die Produktion kümmerte. 20 Jahre nach dem Fall der Mauer diagnostiziert Eric Gujer in der NZZ die Virulenz der Westalgie. (17.11.10)

Deine Wahrheit, meine Wahrheit

Nach internationalen Protesten hat die Unesco kurzfristig den Welttag der Philosophie nicht komplett abgesagt, aber zumindest den zentralen Kongress nicht in Teheran abgehalten. Richard Herzinger konstatiert in der WELT der Unesco eine verdiente Blamage zur Strafe für ihren unspringerhaften Kulturalismuswahn. (18.11.10)

Weder ja, noch nein, und schon gar nicht jein

Uwe Justus Wenzel dagegen sinniert in der NZZ zunächst über die ewige Wiederkehr der Welttage und kommt mit reichlich Hegel zu dem Schluss, dass sich die Philosophie an ihrem Festtag als (1) preiswert, (2) diplomatisch und (3) nicht bedingungslos neutral erwies. (18.11.10)

Denk mal wieder schöner (PDF)

Carmen Cosma überlegt in "Cultura. International Journal of Philosophy of Culture and Axiology" 13/10, wie sich inmitten der ökologischen und ökonomischen Krise die moralische Gesundheit erhalten lässt: Mit der Wiederbelebung der altgriechischen Tugend der Sophrosyne.


Kurz und Klein am 24.11.2010, 17:23 Uhr

Vegane Leben

Angela Grube will in "Vegane Biografien: Narrative Interviews und biografische Berichte von Veganern" mit den Klischees über Veganer und die vegane Lebensweise aufräumen. 34 Männer und Frauen zwischen 14 und 67 Jahren aus allen Gesellschaftsschichten schildern ihren Weg zum Veganismus, ihre Motive und die Probleme in einer überwiegend omnivoren Gesellschaft. Acht bis neun Jahre nach dem ersten Gespräch wurde erneut gefragt, ob sie noch vegan seien, und wenn nein, warum nicht. Etwa ein Drittel bis ein Viertel der Personen ernährte sich zur Zeit der zweiten Befragung wieder ovo-laktisch, was diese Personen aber ausschließlich mit gesellschaftlichem Druck und dem damit verbundenen Außenseitertum begründen. Ideell bezeichnen alle den Veganismus trotzdem als ökologisch und ethisch einzig konsequente Lebenshaltung.


Lichtwolf Nr. 32

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Links der Woche am 27.11.2010, 11:43 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 47/10

Thema der Woche: Die Debatte um "Der kommende Aufstand"

Es adelt einen Text, wenn Glenn Beck (FOX News) darüber meint: "Dies ist möglicherweise das Böseste, was ich jemals gelesen habe." Zum Erscheinen der damit beworbenen deutschen Ausgabe des Manifests "Der kommende Aufstand" in der Edition Nautilus ist im Föjetong eine Debatte mit seltsam verkehrten Vorzeichen ausgebrochen: Nach den Besprechungen der FAZ und SZ kam von der taz der Vorwurf, die großen alten Tanten würden den Terrorismus befürworten und das Manifest selbst sei kryptofaschistisch. FAZ und SZ legten alsbald nach.

FAZ, 08.11.10 Nils Minkmar erklärt den Aufruf und die Anleitung zu Subtraktion statt Subversion mit einer Spur von Anerkennung und einem zielgruppenaffinen Tadel zum Schluss.

SZ, 11.11.10 Alex Rühle liest das Manifest als Ausdruck des diffusen Unbehagens in der spätkapitalistischen Zivilisation und findet, es treffe einen Nerv.

taz, 23.11.10: Johannes Thumfart zeigt sich fassungslos über die wohlwollende Aufnahme des Manifests bei FAZ und SZ, erkennt er darin doch die antimodernen Handschriften von Carl Schmitt und Martin Heidegger.

´SZ, 25.11.10: Marc Felix Serrao findet das Manifest bzw. seine Autoren und Anhänger so wenig rechts oder links wie den Joker aus Batman. Es ist schließlich spätkapitalistischer (oder jüngerscher) Nihilismus, der da (noch lediglich) spricht.

FAZ, 26.11.10: Jürgen Kaube resümiert das Manifest als weniger rechtes denn jugendliches (und gerechtfertigtes) Protestschreiben, das allerdings unbedacht auf Somalia als Ideal zielt.

taz, 26.11.10: Andreas Fanizadeh legt nach und erkennt zumindest in der Reaktion der FAZ ein Gegensteuern; viele jedoch übersähen noch immer die rechtsradikalen Elemente des defätistischen Manifests.

Nachtrag, 30.01.11: Weitere Besprechungen von "Der kommende Aufstand" gab es in der 50. Kalenderwoche 2010.


Weitere Links der Woche

Grüner Klassenkampf

Goedart Palm stellt in Glanz & Elend schlagwortreich "Die Monkey Wrench Gang" von Edward Abbey (illustriert von Robert Crumb) vor. Ausführlich bedacht werden dabei die literarischen und philosophischen Hintergründe und Aporien des Ökoterrorismus. Dazu empfehlen die Kollegen die Lektüre von "From Herbert Marcuse to the Earth Liberation Front: Considerations for Revolutionary Ecopedagogy" (PDF). Ein Gewinnspiel zum Buch gibt es auch! (21.11.10)

Schön ja, aber warum?

Mit Kunst verhält es sich fast so wie mit der Zeit: Wir wissen, was das ist, solange uns keiner danach fragt. Elmar Diederichs denkt in den Brainlogs über unseren intuitiven Zugang zu Ästhetik und Geschmacksurteilen nach. (21.11.10)

Holldrio im Menschenzoo

Blogger wwalkie hat Grégoire Chamayous bislang nur auf Französisch vorliegendes Buch "Les chasses à l'homme. Histoire et philosophie du pouvoir cynégétique" (Paris 2010) gelesen. Beim Freitag gibt er einen Einblick in die Geschichte der Menschenjagd und den Wandel ihrer Formen und Rechtfertigungen. (21.11.10)

Moralisches Gewicht und finanzielle Macht

Nicht nur Karstadt-Mitarbeiter sehen in ihm einen Heiligen: Ist Nicolas Berggruen ein philanthropischer Investor neuen Typs, der sich in seinem Handeln von existentialistischer Lektüre leiten lässt? Im FAZ-Interview gibt er Auskunft, wie er mit politischer Philosophie das bankrotte Kalifornien retten will. (22.11.10)

Der Balkan ist überall

Andreas Ernst unterhält sich für die NZZ mit Slavoj Žižek u.a. über den krisengeschüttelten Balkan, dessen einzige Rettung - trotz beidseitiger Enttäuschung - die EU wäre. Nebenbei zeigt sich, dass man sich als Linker neuerdings immer öfter auf Seiten des Staates wiederfindet. (22.11.10)




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