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lichtwolf.de / Monatsbuch / Oktober 2015

Monatsbuch

Oktober 2015

Links der Woche am 03.10.2015, 14:01 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 40/15

Kapitalismus als Fluchtursache

In der ZEIT schreibt uns Slavoj Žižek ins Stammbuch, dass die Flüchtlingskrise nicht zu lösen ist, ohne die große Gesamtscheiße in Angriff zu nehmen. Denn die Situation in den Herkunftsländern ist eine Folge der neoliberalen Kolonialpolitik. Es gibt viel zu tun und viel zu lernen, denn die großen Krisen kommen erst noch. (24.09.15)

Braune Ökos

Im Freitag beschäftigt sich Andreas Förster mit der rechtsextremen Öko-Bauernbewegung u.a. in der Gemeinde Lalendorf (!). Das ist auch Benjamin Piels Thema, der für die ZEIT über völkische Siedler und den Widerstand gegen sie im Wendland schreibt. Über die Übergänge zwischen Grün und Braun geht es übrigens auch im aktuellen Lichtwolf.

Kongresse & Bücher

Hannah Bethke berichtet für die FAZ vom Jahrestreffen der deutschen Politologen, wo zwischen Konflikt, Konsens und Knatsch diesmal alles dabei war. +++ Für die NZZ war Uwe Justus Wenzel auf dem Internationalen Kant-Kongress in Wien, wo der metaphysische Mindfuck Normalität ist. +++ Der Freitag stellt das Buch der Politologin Ellen Meiksins Wood über die historische Entstehung des Kapitalismus aus der Ideologie der „Verbesserung“. +++ Die FR lobt das Buch, in dem Otfried Höffe die Freiheit gegen ihre Skeptiker und als unverzichtbaren Teil des großen Ganzen verteidigt.

Jubiläum: Vor fünf Jahren gab es die ersten Links der Woche auf lichtwolf.de - hurra!


Links der Woche am 10.10.2015, 13:58 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 41/15

Eigenarten der Philosophie

Bei Telepolis unterhält sich Reinhard Jellen mit dem Medienwissenschaftler Joseph Vogl über das Verhältnis zwischen Philosophie und Wissenschaft und welche Vielfalt von Wissensformen dem entspringt. Außerdem geht es um Ideologie, Systemdenken und die Sehnsucht nach Komplexitätsreduktion. (04.10.15)

Freiheit und Anpassung

Jan Drees unterhält sich im Freitag mit dem Heidegger-Editor Peter Trawny, der dem Jobcenter erstmal erklären musste, was es mit den Schwarzen Heften auf sich hat. Aus der Freiheit des Prekariats heraus hat Trawny jüngst eine Theorie der Freiheiten, Orte und Universale unter dem Eindruck von Technik, Kapital und Medium vorgelegt. (05.10.15)

Freiheit, Gleichheit, Bürgerlichkeit

Für die NZZ bespricht Michael Schefczyk Philip Pettits Buch „Gerechte Freiheit. Ein moralischer Kompass für eine komplexe Welt“. Es beschäftigt sich mit dem stetigen Konflikt zwischen Liberalismus und republikanischer Verfasstheit, in dem das bürgerliche Individuum frei und zugleich beteiligt sein will. (06.10.15)

Stromdenken

Was es alles gibt: Die FAZ portraitiert den Datenphilosophen Luciano Floridi in einem Interview über Technophobie, Autonomie, Anthropozentrismus und die Verantwortung des Menschen, einerseits die Realität zu pflegen und zu hegen, andererseits ein neues Denken zu entwickeln, das der vernetzten Wirklichkeit entspricht. (06.10.15)

Politik von jenseits der Ränder her

In Anbetracht der Flüchtlingskrise wurde zuletzt oft an Kants Weltbürgerrecht erinnert. Nils Markwardt wendet sich im Freitag dagegegn Jacques Rancière zu und Giorgio Agambens Homo sacer, der - gleichzeitig vogelfrei und heilig ist und den rechtsfreien Raum bewohnend - für den Geflüchteten stehen und so den Weg weisen kann. (07.10.15)


Links der Woche am 17.10.2015, 14:15 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 42/15

Skynet weiß, was du nächsten Sommer tun wirst

Bei Telepolis unterhält sich Marcus Klöckner mit Kai Schlieter über die Gefährdung der Demokratie durch Künstliche Intelligenz: Wenn selbstlernende Systeme gestützt auf Big Data ihre eigenen Modelle entwickeln, die von Menschen nicht mehr zu verstehen, aber Grundlage unseres Alltags sind, ist es mit dem autonomen Subjekt wohl vorbei. (12.10.15)

Das Feuer und die Asche

Vor einigen Wochen beklagte Manfred Frank in der FAZ die Lage der Kontinentalphilosophie. Nun antwortet ihm der analytische Philosoph Tobias Rosefeldt, dass die Philosophie sich ausdifferenziert und vom bloßen Interpretieren der Klassiker gelöst habe. (14.10.15)

Überschussproduktion innen wie außen

Der Freitag bringt ein Interview von Katja Kullmann mit der Wirtschaftssoziologin Saskia Sassen anlässlich ihres neuen Buchs über die neoliberale Ausgrenzungslogik: Mit Grenzzäunen und Austerität reagiert die wohlhabende Welt auf die Probleme, die sie mit ihren wesenhaften „räuberischen Formationen“ auch im Inneren verursacht. (16.10.15)

Neue Bücher:

Hans Magnus Enzensberger hat einen lustigen Bildungsroman über das Geld geschrieben, der laut FR den „Mehrwert eines Poesiealbums des Kapitalismus“ enthält. +++ Ernst Troeltsch war der große politische Kommentator der Weimarer Republik und die NZZ stellt ihn anhand der Edition seiner Briefe vor. +++ Der Freitag rezensiert das Buch, in dem Herfried Münkler die „Evolution der Gewalt im 20. und 21. Jahrhundert“ (Untertitel) und die Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs bis in die Bilderkriege unseres postheroischen Zeitalters beschreibt. +++ Der Freitag stellt die politischen Essays vor, in denen Nina Power Kollektiv, Subjekt, Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit in einem zeitgenössischen Marxismus denken will.

Politisches Denken:

Anlässlich der Verleihung des deutschen Friedenspreises an Navid Kermani würdigt Jürgen Nielsen-Sikora selbnämlichen bei Glanz & Elend als einen zutiefst europäischen Denker und Dichter; ein ähnliches Portrait aus gleicher Feder finden Sie übrigens auch in Lichtwolf Nr. 42. +++ Die FAZ berichtet, wie Google sich nun auch für Regierungsarbeit anbietet und dafür mit Daten aus Smart Cities bezahlen lässt. +++ Die FAZ schreibt auch über die Studie von Lionel Prouteau und Boguslawa Sardinha, die EU-weit der Frage nachgingen, ob die Säkularisierung zum Rückgang freiwilligen Engagements führt. +++ Thomas Borchert berichtet für die FR aus der Freistadt Christiania: Die Alternativ-Kommune in Kopenhagen droht zur Touristenattraktion zu verkommen und zwischen Drogenhändlern und Öko-Starköchen aufgerieben zu werden; mehr zum Kommunenwesen in Lichtwolf Nr. 48 („Häuser“), gell. +++ Im Nahen Osten herrscht in diesen Tag mal wieder die Logik der Rache. Die Schriftstellerin Zeruya Shalev schreibt in der FAZ über die Bedeutung von Zorn und Schmerz im Judentum.


Links der Woche am 25.10.2015, 08:58 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 43/15

Schwärme, was sonst.

Diese Woche wurde erstmals der Frank-Schirrmacher-Preis verliehen, und zwar an Hans Magnus Enzensberger, der sich in seiner Dankesrede dem letzten Lieblingsthema des Namensgebers widmet: Der Schwarm ist die neue Daseinsform des nach wie vor nomadischen Menschen, mit der eine „Konjunktur der Verbarrikadierung“ einhergeht. (22.10.2015)

Wie im neuen Asterix!

Stefan Rebenich widerlegt schon mit seinem Texteinstieg in der NZZ das Vorurteil, Papyrologie sei so staubig und öde wie ihr Untersuchungsgegenstand. Ohne Papyrusfragmente wären Theologie, Philosophie und Mythologie nicht das, was sie sind, und womöglich harrt im Wüstensand noch eine Schrift ihrer Entdeckung, die unser Weltbild - wie mehrfach geschehen - umwirft. (24.10.15)

Der doppelte Žižek

Slavoj Žižek ist bekanntlich fleißig und so nimmt es nicht wunder, ihn mehrmals pro Woche in der Zeitung zu finden. In der SZ lässt er sich zur deutschen Flüchtlingspolitik befragen, von der er positiv überrascht ist, sich aber mehr Plan und Soldaten wünscht; den Linken rät er, weniger offene Grenzen und mehr Leitkultur zu fordern. Für den Standard berichtet Michael Freund über einen Hegel-Abend mit Žižek (bzw. Žižek-Abend ohne Hegel) in New York, wo er sich wohl mal wieder sehr exzentrisch zum „Rockstar der Kulturtheorie“ spreizte und vom Hölzchen aufs Stöckchen kam.

Unn sünst?

Vor einer Weile hat Jan Drees sich für den Freitag mit Peter Trawny, dem Herausgeber von Heideggers Schwarzen Heften, über die ausgelöste Debatte, Prekarität und die Probleme der Gegenwart unterhalten. In Drees’ Blog „Lesen mit Links“ gibt es das ungekürzte Trawny-Interview nachzulesen. +++ Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie meldet, dass das Innenministerium auf Druck der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) den Vertrieb der Sammelpublikation „Ökonomie und Gesellschaft“ untersagt hat. +++ Oleg Jurjew beschwört uns in der FR, die die Essays und Polemiken des kompromisslosen Linken Eike Geisel gegen die „Wiedergutwerdung der Deutschen“ zu lesen. +++ Apropos lesen: Der einzig vernünftige Text zur Bedeutung des Lesens dieser Buchmessensaison stammt von Stefan Gärtner. +++ Die FAZ berichtet von einer US-Studie über die Korrelation von politischer Einstellung und Lebensstilpräferenzen. +++ Außerdem schmunzelt die FAZ über die photo-optischen Tücken der neuen Uni-Bibliothek in Freiburg. +++ Wolfram Eilenberger portraitiert in der WELT den Datenphilosophen Luciano Floridi anlässlich seines Buchs „Die 4. Revolution. Wie die Infosphäre unser Leben verändert.“, ohne dabei die „große Wanderung muslimischer Jungmänner von Osten nach Westen“ außen vor lassen zu können.


Links der Woche am 31.10.2015, 14:15 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 44/15

Das Auto ist schuld

Nun nimmt sich auch die ZEIT der ethischen Implikationen des autonomen Fahrens an, denn: „Ein Roboter-Auto ist keine Utopie mehr.“ Niels Boeing (!) schreibt über die Aussichten, selbstlernende Maschinen als juristische Person mit eigenem Vermögen oder als Rechtssubjekt ganz eigener Art einzustufen. (26.10.15)

Der kleine große Unterschied

Der Homer-Neuübersetzer und Dichter Raoul Schrott hat in der „Ilias“ einen Übersetzungsfehler entdeckt, der die bisherige Rezeptionsgeschichte des Epos in Frage stellt. Zu Beginn wird nämlich, wie er in der FAZ erklärt, weder eine Göttin noch Muse angerufen, sondern die Titanin Themis. (27.10.15)

Zwei Neuerscheinungen zum Thema Sterbehilfe: Zwei Ärzte und Robert Spaemann diskutieren in ihrem Buch, das die FAZ vorstellt, über assistierten Suizid und kommen zu einem eindeutigen Urteil. Methodisch und im Urteil komplementär dazu steht Georg Diezens Buch über selbstbestimmtes Sterben, das im Freitag besprochen wird.

Weitere Rezensionen: Die NZZ ist fasziniert von Alexander Demandts Kulturgeschichte des westlichen Zeitbegriffs, der im (Ein-)Teilen und im Kalender wurzelt. +++ Außerdem stellt die NZZ die gesammelten politischen Reden des pointiert-essayistisch formulierenden Historikers Fritz Stern über Totalitarismus, Widerstand und US-Politik vor.

Et cetera:

Diese Woche bereits getwittert, für die Akten hier noch einmal: Georg Seeßlens großartiger Essay in der ZEIT über den Horrorfilm als Gradmesser des Zeitgeistes. +++ Wenn Sie schon dabei sind, seien Ihnen auch Seeßlens aristotelische Meditationen über Freiheit empfohlen, für die man sich trotz oder wegen ihrer Kürze Zeit nehmen sollte. +++ Die FAZ berichtet von den allen voran demographischen Fragen, anhand derer man beim Münchner Hochschulsymposium über zukünftige Herausforderungen für deutsche Universitäten nachgrübelte. +++ Das Ludwig-Boltzmann-Institut und die Wienbibliothek haben den ersten Teil des „Karl-Kraus-Projekts" online gestellt, wo man Kraus als Vorleser hören kann. Weiteres biographisches Material folgt.



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