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lichtwolf.de / Monatsbuch / Oktober 2012

Monatsbuch

Oktober 2012

Intime Interna am 07.10.2012, 13:20 Uhr

Lesetour 2012 abgeschlossen

Lichtwolf-Lesung ...und 2013 geht es weiter, nachdem diese Woche in Zürich, Freiburg und Köln das Beste aus zehn Jahrgängen Lichtwolf vorgetragen worden ist. Wir danken recht artig dem anwesenden Publikum, denen, die uns ein Nachtquartier gewährten sowie den Gastgebern - der Roten Fabrik in Zürich, The Great Räng Teng Teng in Freiburg sowie dem Kölner Café Duddel!

Die Links der Woche folgen sogleich mit 24 Stunden reisebedingter Verspätung!


Links der Woche am 07.10.2012, 14:26 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 40/12

Mit 24 Stunden lesetour-bedingter Verspätung...

Fremdheit und Gefahr

In seinem Blog macht Gunter Dueck eine Rechnung von Risiken und Gefahren auf, die mangels Hellsehen überall in der unbekannten Zukunft liegen. Im Schritt zurück beleuchtet Dueck sodann den Zusammenhang von Unvertrautheit und selbsterfüllender Furcht, um zu seiner Forderung "Aufklärung statt Haftungsausschlüsse!" zu gelangen. (29.09.12)

Dumm konsumiert gut

Georg Seeßlen und Markus Metz haben dieses Jahr wieder einen Doppelschlag vorgelegt, in dem sie die Tendenz des zeitgemäßen Dienstleistungskapitalismus zu Spektakel und Verblödung untersuchen. Besprochen werden die jüngsten Titel von Peter V. Brinkemper bei Glanz & Elend.

Kompetenzenkompetenz

An deutschen Unis wird nach Bologna jährlich millionenfach die "employability" der Studentenschaft geprüft, obschon keiner weiß, wie sie zu vermitteln und zu erheben ist. Peter Wex, ehemals leitender Verwaltungsdirektor der FU Berlin, vermutet in der FAZ, das Kompetenzgerede sei als Wissenschafts-PR gar nicht so ersnt gemeint. (03.10.12)

opulente Metametalektüre

Gregor Keuschning gibt einen Überblick über die Notizbücher von Sloterdijk, in denen der schnaufende Denker seine Leseeindrücke festhält (u.a. die Kollegen Jürgen Nielsen-Sikora nebst Glanz & Elend) und meist auf Reisen weiterdenkt. Darüber hinaus wird gelästert, beklagt, der eigene Ruhm protokolliert und die Politik kommentiert. (07.10.12)


Intime Interna am 09.10.2012, 20:15 Uhr

Nachklapp zur Lesetour

Lichtwolf-Lesung Wer bei der lichtwölfischen Lesetour 2012 nicht dabei sein konnte - und mit Blick auf die Kopfzahl des Publikums war das ein bedeutender Teil der Menschheit -, kann sich kurze Bildeindrücke von der Lesung im Freiburger Etablissement The Great Räng Teng Teng verschaffen: Gästin Anja Braun hat den Opener gefilmt (Bdolf unplugged!) und ein paar Photos [nur für Eingeloggte] von der Lesung gemacht. Wer dabei war, möge sich erinnern.

Nachtrag: Nicht zu vergessen, darum nachgereicht sei das kurze Interview, das das vorbildliche Radio Dreyeckland im Vorfeld der Freiburger Lesung mit Schneidegger und Bdolf geführt hat.


Links der Woche am 13.10.2012, 14:28 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 41/12

Unser täglich Seeßlen

Die Sensation der Woche ist nicht etwa der Nobelpreis für die EU, sondern dass Georg Seeßlen ja ein Blog hat, das er nahezu täglich beschickt! Der Essay der Woche ist eine etymologisch-historische Meditation über das Wort und die Institution "Nachrichten", an der auch die Frankfurter Schule ihre Freude gehabt hätte. (10.10.12)

Wir werden alle sterben!

Astronomieblogger Florian Freistetter hat in der Vergangenheit aus zukünftigem Anlass ausgiebig und tapfer gegen die Vulgärpanik wegen des in zweieinhalb Monaten vermeintlich endenden Maya-Kalenders gekämpft. Doch er sieht sein aufklärerisches Werk in Scherben, hat er selbst doch nun einen mysteriösen Kalender entdeckt, der gleichfalls in der zweiten Dezemberhälfte jäh endet. (10.10.12)

Solidarität. Macht. Gerechtigkeit.

Was für Affen gilt, muss in höherem Maße doch auch für Menschen gelten, fand Adolf Hitler und mit ihm der ganze spätmoderne Biologismus. Andrea Roedig schreibt im Freitag über (menschliche) Experimente mit Kapuzineräffchen, die im Gegensatz zu Pavianen einen Sinn für Gerechtigkeit haben. Den hat auch der Mensch, er kann sogar dicke Bücher und lange Artikel darüber schreiben. (11.10.12)

Habituelle Obdachlosigkeit

Wer sich gefragt hat, was es mit dieser Frankfurter Buchmesse auf sich hat, von der diese Woche im Feuilleton so oft die Rede ist, für den hat Klaus Bittermann, Verleger und Autor (u.a. das "Who's who peinlicher Personen") in der FAZ mal seine Erfahrungen aufgeschrieben; und genau so haben wir uns das auch vorgestellt. (11.10.12)

Das Weitere:

Einen wichtigen Beitrag zum Perspektivismus leistet Blogger(in?) Resubefra im Freitag, wo er/sie den Unterschied zwischen westlichem und asiatischen Webdesign erklärt. +++ Richard Senett hat wieder ein Buch darüber geschrieben, was die Gesellschaft zusammenhält und was sie zerstört (u.a. Banken), die taz unterhält sich mit dem Soziologen. +++ Viele Besprechungen diese Woche in der NZZ: eine Neuedition der Reden in drei Fassungen, mit denen Platonübersetzer Friedrich Schleiermacher die Religion verteidigt, das "Spanische Testament", in dem der illustre Arthur Koestler seine Zeit in Francos Todeszelle dokumentiert, und soziologisch wird es mit Max Webers letzten Briefen sowie einer Erinnerung an Helmut Schelskys Pamphlet wider den SPIEGEL und die linken Intellektuellen.


Links der Woche am 20.10.2012, 14:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 42/12

Mit Adorno die Ohren spitzen

Das IPuP hat einen schönen Essay in der noch schöneren Onlinepostille Magenkrämpfe auf unwegsamem Gelände [M.A.U.G.] aufgetan. Darin wird solide in die psychosoziale Analytik des Jargons der Eigentlichkeit eingeführt, um es dann Leserin und Leser zu überlassen, nämlichen in den politischen Neujahrs- und Weihnachtsansprachen heutiger Zeit aufzuspüren. (13.10.12)

Heute ein Wunder, morgen ein Restposten

Boris Hänßler macht sich die Zeit bewusst, indem er sich mit Ray Kurzweil einen Sprung um 18 Jahre in die Zukunft vorstellt. Kurzweils Vorstellungen erscheinen weniger übertrieben, blickt man - wie Hänßler - auf den Stand der Technik vor 18 Jahren zurück. Passend dazu zeigt der britische Telegraph, wie einige populäre Websites anno tobak mal aussahen. (15.10.12)

Kurze Sprünge mit fremden Federn

Die Dissertation von Bundesbildungsministerin Annette Schavan wird nach Plagiatsvorwürfen jetzt so gründlich geprüft, wie das angeblich im Promotionsverfahren üblich ist. Mit angemessenem Rigor untersucht Wolfgang Bittner in der FAZ die Aporie der Bildungsministerin, um dann grundsätzlich zu werden über die Schlendriankultur in Urheberdingen. Nebenan bei Glanz & Elend erstellt Peter V. Brinkemper anhand ihrer Vorgehensweisen ein Psychogramm des ehemaligen Doktors zu Guttenberg und der noch-Doktorin Schavan - sowie der Wissenschaftskultur, die so was mehr als nur zulässt.

Dagegen aneseln

Nach seiner Essayreihe über Nietzsche und Jean Genet portraitiert Leopold Federmair im Begleitschreiben nun den Schriftsteller Gerd-Peter Eigner als Meister des konsequenten Querulantentums. Die Händel und Verwicklungen, die Eigner literarisch und persönlich provozierte, ergeben eine dicke Autobiographie und manche Feindschaft, auf die der Außenseiter aus gutem Geschmack stolz sein kann. (18.10.12)

Gumbrecht- / Technik-Woche

Hans Ulrich Gumbrecht fragt in seinem neuen Buch "Nach 1945 - Latenz als Ursprung der Gegenwart" wie wir wurden, was wir sind, und die taz unterhält sich mit dem Historiker darüber. In seinem FAZ-Blog nimmt sich Gumbrecht der Technikphilosophie Heideggers an und versucht, sie mit Friedrich Kittler an die zeitgenössische Informationstechnik anzuschließen, um zu fragen, ob und welches Sein sie entbirgt. Das erinnert ein bisschen an die Einleitung des aktuellen Lichtwolfs ("Jenseits des Menschen"). Da muss überhaupt irgendetwas los sein diese Woche, denn die NZZ bringt Thomas Machos Aufsatz über die Abgrenzung des Menschen von Nichtmenschen (Tiere, Maschinen), der wiederum an Marc Hieronimus' aktuelle Heft-Beiträge (von denen einer auch online steht) erinnert. Vielleicht liegt es an der sehr freundlichen Besprechung der Nr. 39 im "Blog Kultur oder Wissenschaft"; ebenso offen bleibt die Frage, ob Roy Batty wirklich "I want more life, fucker!" fordert oder nicht eher "I want more life, father!".

Aber auf jeden Fall gilt: Wer Gumbrechts und Machos aktuelle Aufsätze mag, wird auch den Herbstwolf jenseits des Menschen sehr schätzen.


Links der Woche am 27.10.2012, 14:43 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 43/12

Hegel-Geregel

Das IPuP hat wieder einen sehr wichtigen Text aufgespürt, der allen - vom Erstis bis zum Doktoranden - eine große Hilfe sein wird: Mikhail Emelianov erklärt in seinem Blog, "How To Fake Your Way Through Hegel". Mit fünf raffinierten Regeln, die sich wahlweise auch an Heidegger anpassen lassen, wird ein jedes zum absoluten Hegel-Überwinder, ohne je eine einzige Zeile selbst lesen zu müssen.

Wir sind die Roboter

Passend zum aktuellen Lichtwolf "Jenseits des Menschen" brachte arte diese Woche eine Doku von Philippe Borrel über die Technisierung der Welt und des Menschen bis hin zu einer "Welt ohne Menschen". Die FAZ lobt den Film über Trans- und Posthumanismus. Man kann ihn sich online bei arte angucken.

In-der-Welt-Tastsinn

Dasein ist Seiendes, dem es in seinem Sein um sein Sein geht, klar, das weiß jedes Kind. Aber wie fühlt sich Dasein eigentlich an? Daniel Heller-Roazen ist - vor allem auf Aristoteles gestützt - dieser Frage nachgegangen und Markus Wild stellt das Buch in der NZZ vor; die übrigens hat neuerdings eine "metered paywall" (maßnehmende Bezahlschranke), die Unbekannte nur noch 10, kostenlos Registrierte nur noch 20 Artikel pro Monat lesen lässt. (25.10.12)

Deutsches Universitätsfinanzwesen

Anno 2006 wurde das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in Bildungsfragen zementiert. Was sich schon damals nur mit deutscher Kleinstaaterei begründen ließ, soll demnächst via Grundgesetzänderung korrigiert werden. Joachim Nettelbeck zeichnet in der FAZ den rechtshistorischen Rahmen nach, in dem Bund und Länder ihren Eiertanz zur Exzellenz aufführen. (27.10.12)

Für immer Häftling 172364

Ludger Lütkehaus stellt in der NZZ zwei Neuerscheinungen zu Jean Améry vor. Der würde dieser Tage seinen 100. Geburtstag feiern, hätte er nicht erlebt, was er erlebt und was ihn 1978 in den Suizid getrieben hat. Améry beharrte auf der Seinswahrheit seiner Destruktionserfahrungen aus KZ und Gestapo-Folter; am selbstgewählten Lebensende sah sich der große Essayist als der große Dichter gescheitert, der er gern gewesen wäre. (27.10.12)

Das Weitere:

Großer Kommentarrummel bei der ZEIT: Jörg Neunhäuserer outet sich als Verlierer der akademischen Reise nach Jerusalem bzw. der zum Jobcenter und die Leser kippen fassweise Senf dazu. +++ Um auch jenseits der Sprachgrenzen angemessen im Internet zu kommentieren, empfiehlt sich die Studie vulgärer Sprache des Sprachwissenschaftlers Hans-Martin Gauger, die in der SZ vorgestellt wird. +++ Georg Seeßlen denkt nach über bewegte Seelen, social entrepeneurship und den Himmel.



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