Einige Funktionen dieser Website setzen die Speicherung von Cookies auf Ihrem Rechner voraus. Darüber hinaus verwenden wir Cookies von Google, um Anzeigen zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Mehr erfahren Sie in den Datenschutzbestimmungen des catware.net Verlags.

Ok, einverstanden!

lichtwolf.de / Monatsbuch / September 2016

Monatsbuch

September 2016

Links der Woche am 10.09.2016, 14:22 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 37/16

Die Realität der Bildungsrepublik

Bei Telepolis gibt es einen langen, sehr guten Text von Britta Ohm über das neue akademische Prekariat, der im Jobcenter beginnt, wo man nichts mit promovierten Akademikern anzufangen weiß, obwohl der Staat viel Geld in sie investiert hat und sich als Bildungsstandort inszeniert. Die deutsche Bildungspolitik allerdings ist, wie Ohm an der Exzellenzinitiative zeigt, wissenschaftsfeindlich. (06.09.16)

Hobby wider die Verflachung

Im Uniblog der FAZ wendet sich Michael G. Gromotka gegen das Bild von Geisteswissenschaftlern als „fehlgeleitete Schwärmer, deren Hobby [vom Staat] zu finanzieren ist“. Die Realität sieht ähnlich wie bei Britta Ohm aus: Die Universität lässt ihren geisteswissenschaftlichen Nachwuchs am ausgestreckten Arm verhungern, was durch die Bologna-Reformen noch verschärft wurde. Dem stellt Gromotka seine Ideen für eine akademische Zukunft der Geistis entgegen. (09.09.16)

Balkanisierung des Diskurses

Philip Faigle und Sascha Venohr unterhalten sich für die ZEIT mit dem Medienjournalisten Gerret von Nordheim über Bestätigungsfehler und Filterblasen, die er nach dem Amoklauf von München anhand von Twitter-Nachrichten messen und visualisieren konnte. Poppers Traum von der kritisch-rationalen offenen Gesellschaft sieht er demnach in Gefahr. (09.09.16)

Mikro-Aggression und Trigger-Warnungen

In der NZZ überlegt der um keine originelle These verlegene Hans Ulrich Gumbrecht, ob politische Korrektheit eine neue Jugendbewegung à la 1968 sein könnte. Anlass ist ein Rüffel, den sich Gumbrecht eingehandelt hat, und derartig motiviert betrachtet er - trotzdem sine ira et studio - den modernen Moralismus seiner Studenten, dessen Vorzüge in globalisierten Zeiten er einsieht. (10.09.16)

Bücher, Bücher, Bücher

Star Trek wird in diesen Tagen 50 und aus diesem Anlass wird im Wissenteil der FAZ Metin Tolans Buch über die Physik des Raumschiffs Enterprise und ihren Einfluss auf weltliche Wissenschaftler besprochen. +++ In der NZZ findet sich weniger eine Besprechung als eine Meditation über das Anthropozän, für das Andreas Weber in seinem Buch „Enlivenment“ eine neue poetisch-philosophische Kultur des Lebens sucht. +++ Die ZEIT stellt das Buch von Svenja Flaßpöhler vor, in dem sie anhand konkreter Biographien über das Verzeihen und den Umgang mit Schuld schreibt. +++ Die FAZ rezensiert Oliver Nachtweys „Die Abstiegsgesellschaft“, worin der Autor u.a. eine fatale Komplizenschaft des 68er-Postmaterialismus mit dem Neoliberalismus ausmacht und auf ein „Aufbegehren in der regressiven Moderne“ (Untertitel) hofft. +++ Hilal Sezgin bespricht für die ZEIT Valentin Becks Theorie der globalen Verantwortung, worin er eine Moralphilosophie für das Verhältnis des Westens zu ärmeren Weltteilen vorlegt. +++ Bei Glanz & Elend rezensiert Peter V. Brinkemper ausführlich Michel Foucaults soziologisch-philosophische Vorlesungen 1972/73, die unter dem Titel „Die Strafgesellschaft“ erschienen sind. +++ Peter Sloterdijk hat übrigens auch wieder ein Buch geschrieben, und zwar einen Roman über die Naturphilosophie des weiblichen Orgasmus. Kein Link.

Das Weitere und Engere:

David Spencer schildert im Freitag mit vielen links die individuellen und gesellschaftlichen Vorzüge einer Verkürzung der Arbeitszeit. +++ Der Freitag weist außerdem auf die Theaterfassung von Kamel Daouds Roman „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“ bei der Ruhrtriennale hin. +++ Georg Seeßlen schreibt bei Getidan über die Mittelschicht, die AfD wählt aus Sorge, ihren Status (und damit ihre Identität) als umhegtes und tonangebendes Ideal im „Wohlfühlkapitalismus“ zu verlieren. +++ Andrea Köhler beschreibt in der NZZ mit Sigmund Freud die Katze mit ihren Ritualen als das konservative Tier schlechthin.


Links der Woche am 17.09.2016, 14:28 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 38/16

Die Zeit zwischen den Bücherwänden

Mit den Bibliotheken geht es zu Ende, weshalb die Schriftstellerin und frühere UB-Hiwi Stefanie de Velasco ihnen in der ZEIT einen Abschiedsbrief widmet: Sie und die Bücherei hätten sich entfremdet, Schuld sind neue Signaturen, die Verunmöglichung des Stöberns und hemmungslos schwätzende Besucher in den zu „Information Stores“ hochrationalisierten Internet-Outlets. (11.09.16)

Schlechte Praxis der Physik

Gleich drei Physiker und Mathematiker beklagen den bildungsreformerischen Abbau der Schulfachfassungen ihrer Disziplinen: Der Physikunterricht werde schlechtgeredet, um ihn sodann von Fachwissen, wissenschaftlicher Methodik und Mathematik zu entschlacken zugunsten von Kompetenzerwerb („Könnenserwartungen“). (14.09.16)

Philosophie im Studi-Alltag

Für ZEIT Campus befragt Michael Wolf fünf Philosophen zu aktuellen Problemlagen des fröhlichen Studentenlebens: Nietzsche exkulpiert Notlügen, Heidegger hilft bei defekten Spülmaschinen, Kant klaut aus dem WG-Kühlschrank, Kierkegaard langweilt sich in der Vorlesung und Russell lobt die Prokrastination. (14.09.16)

Philosophie in Palästina

Auch in Palästina wird Philosophie studiert. Adania Shibli, die dort Philo unterrichtet, erzählt in der ZEIT vom Denken und Zweifeln unter Besatzung und Armut und wie die Grundtexte europäischer Aufklärung von den jungen Palästinensern aufgenommen werden, die in der Universität eine Zuflucht vor ihrem traurigen Alltag gefunden haben. (14.09.16)

So werde ich Byung-Chul Han

Magnus Klaue traut sich in der ZEIT etwas indirekte Publikumsbeschimpfung, indem er sich den ebd. veröffentlichenden, liebsten Pop-Philosophen der ZEIT-Leserinnen vornimmt: Der Zivilisationskritiker Byung-Chul Han liest sich wie eine Erfindung von Botho Strauß und haut Pocketbooks voller Phrasen raus, für deren Nachahmung Klaue sieben Regeln angibt. (14.09.16)

Das zweite Mal als Farce

Der Historiker Dan Diner gibt Europas Gegenwart in der FAZ ein paar Tipps anhand von Europas geopolitischer Vergangenheit. Der Kalte Krieg regulierte noch die Krisen, die neue Unübersichtlichkeit aber betrifft auch Raum und Zeit und schafft Konfliktherde, die eher an das neunzehnte Jahrhundert erinnern. (15.09.16)

Außerdemchen:

In der NZZ denkt Robert Misik über den Mythos vom Meinungskartell der Mainstreammedien nach. +++ Die NZZ bespricht außerdem eher skeptisch Thomas Rids kurze Geschichte der Kybernetik mit dem Titel „Maschinendämmerung“. +++ An diesem Wochenende steigt in Hamburg der 51. Deutsche Historikertag, der sich laut Ulrike Heitmüller (Telepolis) mit Glaubensfragen (und Gastland Indien) befasst. +++ Die WELT hat jetzt auch eine Paywall, hinter der ein Artikel über neue Ergebnisse von Sprachforschern steckt, dessen lesbarer Teil immerhin verrät, dass die Lektüre acht Minuten dauert und „Warum das wichtig ist: Weil es die bisherigen Annahmen über die Entstehung von Sprache in Frage stellt.“ +++ Der neue Lichtwolf zum Thema „Nasen & Füße“ geht am Montag in die Post: Verraten Sie uns Ihre Anschrift, geben Sie uns Geld und seien Sie als Abonnentin ganz ohne Periscope und trotzdem live hinter der Offline-Paywall dabei!




Intime Interna am 21.09.2016, 17:30 Uhr

Und alle Fetischisten so: Unf! Unf!

Juchhe, die Herbstausgabe anno 2016 ist da und bestellt eine nochmals verkleinerte Nische, indem Sie die Zielgruppe der paar Dutzend philosophisch Humorbegabten auf diejenigen einengt, die einen Nasen- oder Fußfetisch haben. Aber gute Güte, werden die auf dieses Heft abfahren!

Lichtwolf Nr. 55

Lichtwolf Nr. 55 zum Thema Nasen & Füße ist erhältlich hier im Einkaufszentrum und direkt beim catware.net Verlag - auch als E-Book.

Auf 106 Seiten geht es um die beiden wunderlichsten Körperteile und die mit ihnen verbundenen Funktionen, also ums Riechen (im doppelten Sinne), ums Laufen (nur in einem Sinne) und Wandern, um Ästhetik als Wahrnehmungslehre, um weitere Anwendungsfälle wie Popeln, Ballett und Tenorgesang, Wilhelm Fließ darf natürlich auch nicht fehlen undundund! Apropos und: Im hinteren Heftteil geht es um die Phänomenologie politischer Erzählungen, um Orientalismus und Okzidentalismus im neunten Monat nach der Kölner Silvesternacht, um die Fliege als Viehlosovieh und - ach, gucken Sie doch einfach mal selbst ins Inhaltsverzeichnis!

Nämliches finden Sie hier im Einkaufszentrum, wo Sie Lichtwolf Nr. 55 als Heft mit 106 Seiten im A4-Format für 8,50 Euro bestellen können, alternativ ist die Ausgabe direkt beim catware.net Verlag zu beziehen oder in Kücholls sehr gutem Kiosk in der Tennenbacher Str. 5 in Freiburg.

Dieses Mal ist die E-Book-Fassung genauso schnell fertig wie die aktuelle Nummer in den Briefkästen der Abonnenten gelandet ist. Topmoderne Leser können sich die philosophische Dimension von Nasen und Füßen als E-Book für Kindle oder im offenen epub-Format für nur 3,99 Euro (natürlich DRM-frei) herunterladen. Oder Sie strecken erstmal die Zehenspitzen rein und laden sich hier die PDF-Leseprobe herunter.


Links der Woche am 25.09.2016, 15:21 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 39/16

Geschi geht es auch nicht gut

Diese Woche fand der Deutsche Historikertag statt und man ist nicht glücklich über den Zustand des Schulfachs Geschichte. Martin Schulze Wessel erklärt in der FAZ, wie das Fach durch Output- und Kompetenzorientierung sowie Überfüllung in Krisenzeiten ruiniert wird, die es nötiger denn je machen. (25.09.16)

Spielen Maschinen uns aus?

Zum Start einer neuen Serie der ZEIT über Künstliche Intelligenz (KI) und deren Folgen beschäftigt sich Lars Gaede mit der digitalen Revolution, die die Arbeitswelt ähnlich verändern wird wie die Industrialisierung. Dazu trifft er IT-Forscher, die zuversichtlich oder kritisch auf KIs blicken, die bald nahezu alle Jobs besser erledigen können werden als wir. Einen Spezialfall beim Stand der Technik betrachtet Georg Rüschemeyer für die FAZ: Es geht um die Cepheus-KI und wie sie lernt, das schwer berechenbare Poker-Spiel zu meistern.

Neue Bücher

Jürgen Nielsen-Sikora zeigt sich bei Glanz & Elend begeistert von John Higgs’ ungewöhnlicher Art, die Geschichte des 20. Jahrhunderts als die der neuen Unübersichtlichkeit zu erzählen. +++ Ebenfalls bei G&E bespricht Wolfram Schütte Bettina Stangneths Essay „Böses Denken“, der mit Kant Vernunft, Freiheit und Moral nach ihrer Entwertung im 20. Jahrhundert auslotet. +++ Die NZZ rezensiert Kerry Howleys Romandebut „Geworfen“, dessen Protagonistin eine Phänomenologin ist, die der Faszination von Mixed Martial Arts-Kämpfen erliegt.

Unn sünst?

Die Wuppertaler Campuszeitung blickfeld spricht mit Peter Trawny über sein Heidegger-Institut und den Privatdozenten als akademischen Tagelöhner. +++ Christian Schwägerl schreibt in der FAZ über das schwierige Ringen der Geologenzunft mit dem Begriff des Anthropozäns für das aktuelle Erdzeitalter. +++ Ludger Lütkehaus würdigt in der NZZ den Ethnopsychoanalytiker und Anarchisten Paul Parin zum 100. Geburtstag. +++ Die FAZ unterhält sich ausgiebig mit dem Psychologen Claus Koch darüber, warum die Zeit zwischen 18 und 30 die härteste des Lebens ist. +++ In der Jungle World betreibt Georg Seeßlen eine umfassende politisch-phänomenologische Bildanalyse eines Portraits der schrecklich netten Familie Trump. +++ Ohne erkennbaren Anlass widmet sich Olaf Velte in der FR dem Doyen der Grauen Literatur, Victor Otto Stomps, der auch Schutzpatron der Mainzer Minipressen-Messe ist, an der der Lichtwolf im Mai / Juni 2017 wieder teilnimmt.



Lektüreempfehlungen


Reklame

Die erste Dekade

Lichtwolf - Die erste Dekade - der Sammelband mit dem Besten aus den Jahrgängen 2002 bis 2012 für nur 29,80 Euro; billiger ist nur ein Abo.



Im Einkaufszentrum »

Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017), September 2017

Titelthema: Alte Berufe

vorherige Ausgabe

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017)

51 alte Berufe im philosophischen Portrait, ausführlicher: Alchemist, Matador, Schuster, Schutzmann, Töpfer und Zensor. Außerdem Lachse, Jacques Ellul und Automobile.


Das nächste Heft erscheint am 20. Dezember 2017 mit dem Titelthema Ins Gesicht. »» Abonnieren


Reklame


Zeigen Sie vor Ihrer peer group Niveau! Egal welches.

Lichtwolf bei Facebook

Werden Sie Lichtwolf-Gefaller bei Facebook!



Monatsbuch

Zeichenkette Stichwort

« September 2016 »
So Mo Di Mi Do Fr Sa
    123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930

Stichwortverzeichnis


Archiv


catware.net Verlag

Martin Gohlke: Im Bauch der Titanic

Da wird die Geschichte der westdeutschen Intelligenz lebendig: Martin Gohlkes Roman gibt es als Hardcover mit 394 Seiten beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 19,80 €.


Marc Hieronimus: Der Schritt zur Seite

Die erste Gesamtdarstellung der Décroissance-Bewegung und ihrer Ursprünge, ihrer Motive, Denker und falschen Freunde: Das leidenschaftliche und fundierte Plädoyer für ein anderes Leben ist erhältlich direkt beim catware.net Verlag oder im Buchhandel (ISBN 9783941921634) erhältlich.


David Hume: Von der Regel des Geschmacks

David Humes Essay über die Ästhetik „Von der Regel des Geschmacks“, von Martin Köhler neu übersetzt: als Taschenbuch beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 6,80 € - sowie als E-Book für Kindle oder im epub-Format für bloß 2,99 €.



www.lichtwolf.de