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lichtwolf.de / Monatsbuch / August 2014

Monatsbuch

August 2014

Links der Woche am 02.08.2014, 14:12 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 31/14

todesmutig oder verrückt

Im Freitag schreibt Ulrike Baureithel anlässlich des aufgehobenen Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern im Bildungsbereich, dessen Arbeitsbedingungen bekanntermaßen nichts für Leute sind, die auf ein geregeltes Einkommen angewiesen sind. (28.07.14)

Außerdem:

Die taz bespricht Alexander Kluges jüngstes Opus Magnum über den Buch „30. April 1945“. +++ In der ZEIT streiten sich ein Jura-Professor und ein Student über die universitäre Pflicht zum Latinum. +++ Die FAZ (und viele andere) würdigt den Sozialphilosophen und 68er Oskar Negt zum 80. Geburtstag. +++ Urs Hafner berichtet in der NZZ an einem Beispiel, was Big Data in den Kulturwissenschaften zu Tage fördern kann. +++ Ehrfurcht vorm Leben geht auch ohne Gott, so lautet eine der Lehren, die Uwe Justus Wenzel von der NZZ aus Ronald Dworkins letztem Buch „Religion ohne Gott“ herausgelesen hat. +++ In ihrer Reihe „Studenten von früher“ portraitiert die ZEIT den Philostudi Albert Camus.


Intime Interna am 05.08.2014, 17:48 Uhr

Münchner! Es denkt!

Die Studierendenschaft Philosophie in München gibt seit geraumer Zeit eine Zeitschrift namens „cog!to“ heraus, die zweimal im Jahr „schön, gut und wahr“ erscheint.

Die aktuelle Ausgabe 04 ist vergangenen Monat veröffentlicht worden und beschäftigt sich auf 84 durchweg vierfarbigen Seiten u.a. mit der Person, ihrer Identität und Authentizität sowie mit Heideggers Nationalsozialismus und dem Briefwechsel zwischen Paul Auster und J. M. Coetzee. Mit dabei sind u.a. Volker Gerhardt als Gastautor und Christof Rapp im Interview ohne Worte.

Um die jungen Münchner Kolleginnen und Kollegen bei ihrem Kampfpreis von einem 1 Euro (!) zu unterstützen, haben viele Fachverlage inseriert. Und der Lichtwolf:

Lichtwolf in Cogito

Online findet man „cog!to“ bei der Müncher Philosophie-Fachschaft, wo die aktuelle Ausgabe gewiss bald auch als Download zu haben ist.


Links der Woche am 09.08.2014, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 32/14

„Nicht was, sondern wie man glaubt“

Aus gegebenen traurigen Anlässen schreibt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf in der FAZ über religiös motivierte Gewalt. Lange Zeit konnte sich die Religion ihrer integrierenden und stabilisierenden Wirkung rühmen, zugleich dient sie, genauer: ihre strukturierende Symbolsprache mehr denn je der Brutalisierung und Enthemmung. (07.08.14)

Unn sünst?

Der Freitag empfiehlt die hegel-lastige Sci-Fi-Schnurre „Alpha & Omega“ von Markus Orth über eine Zeitreise ins Jahr 2000. +++ Ebenfalls im Freitag portraitiert Evi Lemberger die Front Deutscher Äpfel zum zehnten Fest ihres Bestehens. +++ Apropos: Der Literaturwissenschaftler Helmuth Kiesel hat für die FAZ Hitlers „Mein Kampf“ im Urlaub gelesen, sieht das Urteil vom literarischen Dilettanten widerlegt und plädiert drum für eine kritische Ausgabe. +++ Diese Woche war Weltkatzentag und heute Abend kommt im Deutschlandfunk die Lange Nacht der Katzen. Miausi! +++ Passt total ins Sommerloch: Der aktuelle Lichtwolf zum Thema Perverse. Als Heft mit Saugkraft ebenso erhältlich wie als leicht abwaschbares E-Book.


Links der Woche am 16.08.2014, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 33/14

Forschungs- und Transferleistungen

Remigius Bunia untersucht in der FAZ, ob wirklich das Wissenschaftszeitvertragsgesetz Schuld an der strukturellen Misere von Nachwuchswissenschaftlern in Deutschland ist. Planungsunsicherheit ist demnach der eigentliche Grund, warum die meisten akademischen Karrieren sich als Sackgasse erweisen. Also lieber gar nicht erst promovieren? Leonie Achtnich nimmt sich in der ZEIT fünf Mythen zum geisteswissenschaftlichen Doktor vor und findet dann doch ein paar Gründe für eine Dissertation. Zur Vorbeugung von Hochmut erzählt René Korth im Freitag, wie er nach dem Uni-Abschluss in Hartz IV landete.

Komm, wir sprengen einen Staudamm!

Elena Meilicke bespricht für den Freitag Kelly Reichardts Film „Night Moves“, der sachlich-kühl von jungen Ötoterroristen und von der „Desillusionierung mit der linken Öko-Alternativ-Szene“ erzählt. Julia Dettke von der ZEIT ist begeistert von den moralischen Dilemmata, die der Film aufwirft. Auch Daniel Kothenschulte von der FR ist fasziniert vom Verbrechen aus guter Absicht und dem „vergifteten Urgrund des amerikanischen Patriotismus“, nur Cosima Lutz von der WELT hätte sich mehr Action gewünscht.

Die Reste:

Atheismus-Papst Richard Dawkins bleibt unnachgiebig: Telepolis berichtet von seinem Argument, warum auch gemäßigte Gläubige den religiösen Extremismus stärken. +++ Byung-Chul Han wird hochgelobt als Gegenwartskritiker, aber Klaus Birnstiel vom Freitag findet in Hans jüngstem Essay „Psychopolitik“ nur haltloses Oberseminar-Geraune. +++ Nochmal Kulturkritik der Karlsruher Schule: Ralf Fücks bespricht in der WELT Peter Sloterdijks Buch, demzufolge die Moderne aus den Fugen ist, weil das Neue immerzu das Alte auffrisst. +++ Die FAZ zeigt sich angetan von Eva Horns literaturwissenschaftliche Studie über die Lust am Weltuntergang. +++ Heute ab 23:05 Uhr gibt es im Deutschlandfunk die Lange Nacht über Elias Canetti.


Links der Woche am 23.08.2014, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 34/14

Capitalism loves you (not)

Ökonom und Sozialforscher Meinhard Miegel fragt sich in der FAZ, warum dem Kapitalismus nicht beizukommen ist. Die Wirtschafts-, Sozial- und Denkordnung stellt das Individuum ins Zentrum, sie ist anspruchslos und doch schwer zu fassen. Der Kapitalismus ist verheerend und trotz aller Skepsis tief in der Bevölkerung verankert, weshalb die Politik die Systemfrage scheut. (17.08.14)

Vom Rechnen und Wissen

Mit der Mode, Wirtschaft und Politik mittels Wahrscheinlichkeitsrechnung zu betreiben, beschäftigt sich Dietmar Dath ebenfalls in der FAZ, indem er den Erkenntnis- und Gestaltungsoptimismus auf die 50er Jahre zurückführt und darüber hinaus bis zu Laplace und Leibniz zurückgeht, den Urvätern der heutigen Algorithmen zur Kundensteuerung und Kriminalitätsprävention. (21.08.14)

Außerdemchen:

„Abort it and try again“, ist Richard Dawkins’ Rat an eine Twitter-Nutzerin, die fragt, was zu tun wäre, wäre sie schwanger mit einem Kind, bei dem das Down-Syndrom diagnostiziert wird; ob das genauso menschenverachtend wie die Leistungsgesellschaft ist, fragt Melanie Mühl in der FAZ leider nicht. +++ „Studenten sind zu arm, um billig zu kaufen“, heißt es in der ZEIT, die daraufhin einigen Experten Spartipps für Studis entlockt. +++ Eine Möglichkeit, (noch mehr) Zeit zu sparen beim Studieren, präsentiert die FAZ in Form von Fast-Track-Studiengängen, die in Berlin und Dortmund binnen vier Jahren zur Promotion führen. +++ Franz Viohl zeigt sich in der WELT begeistert von Byung-Chul Hans Essay über das Wesen der digitalen Technik. +++ Die ZEIT empfiehlt die Globalgeschichte der Arbeit seit dem späten Mittelalter der Historikerin Andrea Komlosy. +++ Der Freitag portraitiert zum 300. Geburtstag - und zur unerwarteten Renaissance des „Diskursmaschinengewehrs“ (F. Kittler) - die Schreibmaschine; zum 290. Geburtstag gab es hier schon mal was über die Bedeutung der Schreibmaschine für den Lichtwolf. +++ Kyle Shire spielt sehr überzeugend in einer vierteiligen Clipreihe nach, wie Slavoj Žižek auf Internetphänomene reagieren würde - mit dekonstruktivistischem Geblubber und Nasegrabbeln und allem!


Links der Woche am 30.08.2014, 15:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 35/14

Carl Schmitt für Ökos?

Für die ZEIT hat sich Elisabeth von Thadden mit dem Soziologen Bruno Latour anlässlich seiner neuen Anthropologie der Moderne getroffen. Ende der 70er erledigte er den Glauben an wissenschaftliche Objektivität, heute mahnt er, pfleglich mit Gaia umzugehen, was weder mit Esoterik noch mit Notstandsgesetzen zu tun hat; Latours neues Buch ist interaktiv und wird online kollaborativ fortgeschrieben. (22.08.14)

Der Wille zur Macht als Krankheitsbild

Von Macht und Geld kann man nie genug haben, weshalb beide Einfallstore für Neurosen aller Art sind und ihrerseits der Triebfeder Neurose bedürfen, bemerkt Georg Seeßlen in seinem Blog. Stellt sich also die Frage, ob es jenseits der Fiktion vernünftige Macht (also Ordnung) ohne Neurose oder Paranoia geben kann. (23.08.14)

Studierenden zur Mahnung

Simona Pfister schreibt den Studis in NZZ Campus hinter die Ohren, nicht immer Bologna die Schuld zu geben, sondern sich durch Wahrheit frei zu machen. Die SZ interviewt Christiane Florin, die sich in einem Buch über die mangelnde Streitkultur der Facebook-Generation an den Unis beklagt.

Bücher, Bücher, Bücher:

Im Freitag verteidigt Nils Markwardt den Peter Sloterdijk gegen linke Reflexkritik, indem er ihn kritisch portraitiert als „Lehrer für Psychogymnastik“, der „den methodischen Kurzschluss zwischen Sokrates und Jürgen Klopp“ vollziehe. +++ Die Politologin Judith Shklar hatte eine kluge Methode, gesellschaftliche Werte zu analysieren: Sie untersuchte, welche Laster wie sehr verachtet werden; die ZEIT freut sich, dass Shklars Essays besser spät als nie ins Deutsche übersetzt wurden. +++ Ebenfalls in der ZEIT wird Mark Rowlands Buch „Der Läufer und der Wolf“ besprochen, demzufolge Laufen wie Philosophie glücklich-existentieller Selbstzweck sei. +++ Die NZZ stellt das Buch des Medientheoretikers Douglas Rushkoff vor, in dem er der Gegenwart eine schockartige Überforderung durch Echtzeit, Gleichzeit, Wahlmöglichkeiten und Beschleunigung attestiert.



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Monatsbuch

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Stichwortverzeichnis


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