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lichtwolf.de / Monatsbuch / August 2013

Monatsbuch

August 2013

Links der Woche am 03.08.2013, 09:21 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 31/13

Lustig ist das arme Studentenleben

Auch ohne die kommendes Jahr komplett beerdigten Studiengebühren bedarf es weiterhin diverser Stipendien - deren Zahl steigt -, um den Lotterstudenten à la Lenz und Jean Paul hierzulande nicht zum Regelfall werden zu lassen, schreibt Alexander Košenina in der FAZ. Förderungswürdig waren und sind demnach geistige Freiheit und Originalität statt Karrierismus. (28.07.13)

Feuchte Zettelträume

An der Bologna-Uni geht es um nichts als Noten, meint die Romanistin Eva Erdmann in einem Beitrag, den sie dem Freitag zwischen dem Abstempeln von ECTS-Formularen geschickt hat. Die Relativierung des Notenwahns käme der Betreuung zugute und ist jenseits der Uni längst vollzogen, wo man um die bildungsferne Verbindung von Bestnoten und Korruption weiß. (29.07.13)

Peinlichkeit, Geschmack, Kontrolle

Peinlichkeit ist vor allem eine Frage des Klassenbewusstseins, überlegt Georg Seeßlen in seinem Blog. Ob Fototapete, Fernsehen oder Malle - der höheren Mittelschicht ist alles peinlich, was die Sehnsucht ungelenk zum Ausdruck bringt. Das Fremdschämen zeigt, dass es nicht nur um Geschmack und Distinktion, sondern auch um Kontrolle geht. (29.07.13)

Demokraten kontrollieren und verhaften sich selbst

Seit über einem Jahr hat die NZZ in ihrem Feuilleton eine Beitragsserie zum Thema Demokratie und Volksherrschaft gepflegt, in der alle üblichen Verdächtigen zu Wort kamen und alle zeitgenössichen Aspekte besprochen wurden. Zum Abschluss der Reihe blickt Uwe Justus Wenzel zurück in Zeiten, in denen der Souverän sich von seinen Geheimdiensten selbst überwachen lässt. (29.07.13)

Denken und Schreiben im Kollektiv

Philosophie muss kein einsames Geschäft sein. Schon Horkheimer und Adorno zeigten, dass sich auch zu zweit ausgezeichnet denken und schreiben lässt. Antonio Negri ist mit 80 der ältere Teil des neomarxistischen Denkerduos, dessen jüngere Hälfte Michael Hardt seinem Kompagnon in der taz mit einem freundschaftlichen Portrait zum Geburtstag gratuliert. (01.08.13)

Außerdemos von Sonstnochos:

Im Interview mit Telepolis erklärt Markus Gabriel, warum es die Welt nicht gibt, den Liberalismus und Steuern aber wohl. +++ Die NZZ bespricht die Neuauflage von Jeremy Benthams "Das Panoptikum oder Das Kontrollhaus". Michel Foucault gefällt das. +++ Shereen El Feki hat ein Buch über Sexualität in der islamischen Welt mit dem famosen Originaltitel "Sex and the Citadel" geschrieben und gibt bei Telepolis Auskunft über das Sexuelle, das Politische und das Religiöse.


Links der Woche am 10.08.2013, 14:56 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 32/13

Existiert nicht, ist aber ein Er

Marcus Hammerschmitt geht bei Telepolis der Frage nach, warum auf atheistischen Parties ein so eklatanter Männerüberschuss vorherrscht. Dabei stellt er die kürzlichen Antwortversuche von Soraya Chemaly vor, wonach auch der Atheismus seinen Sexismus erst noch zu bewältigen hat. (06.08.13)

Das innere Afrika hat WLAN und GPS

Nach Abschluss ihrer Reihe zur Volksherrschaft startet die NZZ diese Woche eine solche zur Technik. Eduard Kaeser eröffnet die neue Serie in der Forschungsbeilage mit einer Überlegung dazu, wie und wie sehr die ubiquitäre Technik ins Unbewusste eingesickert ist. (07.08.13)

Freiheit heißt Besitzstand

Bei Springer ist man not amused, wagt Jakob Augstein in seinem neuen Buch "Sabotage" doch die ungeheuerliche These, Demokratie und Kapitalismus würden einander nicht bedingen, sondern ausschließen. Karen Horn verteidigt die FDGO in der WELT tapfer gegen linke Farbbeutelschmeißer und verträumte Taugenichtse! (07.08.13)

Das Individuum als Ding im Internet der Dinge

We want some answers and all that we get
Some kind of shit about a terrorist threat
- Ministry, Lies Lies Lies (2006)

Seit zwei Monaten ist die großangelegte Bespitzelung der Bevölkerung mit immer neuen Enthüllungen Dauerthema, was die meisten Leute Spielarten der Resignation ausprobieren, andere umso mehr darüber schreiben lässt. Eine Auswahl:

Constanze Kurz und Frank Rieger vom CCC sehen in der FAZ darin, dass zwei E-Mail-Anbieter lieber ihr Unternehmen aufgeben als sich von Geheimdienste weiter nötigen zu lassen, einen Offenbarungseid der Post-9/11-USA. Ebenfalls in der FAZ erklärt Kulturtheoretiker Dirk Baecker, warum Informationen der Schlüssel zur Steuerung von Gesellschaften sind, aber alles halb so wild ist. Bei Telepolis schreibt Jascha Jaworski über die zehn Strategien zur Lenkung ganzer Bevölkerungen. Freilich geht es auch leichter, macht man sich den Herdentrieb zunutze, der laut taz bei Bewertungen im Internet zu beobachten ist.

Et cetera:

Magnus Klaue begutachtet im Freitag Ernst Jüngers akribische Sammlung von letzten Worten, die nun ediert worden ist. +++ Die ZEIT bespricht die jüngsten, vielleicht letzten Kleinen Politischen Schriften des Jürgen Habermas. +++ Telepolis bringt "Teil 2 des Interviews mit dem neuen Shooting Star der Philosophie", Markus Gabriel... +++ Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus befindet sich zur Zeit auf Sommertour und trifft am morgigen Sonntag, 11.08.13 in Hannover ein, um in der niedersächsichen Landeshauptstadt den aufklärerisch performativen Kampf gegen die Verliebtheit vorzuführen, um 19 Uhr in der Sturmglocke.


Links der Woche am 17.08.2013, 14:01 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 33/13

Der Flug der Helikoptereltern

Melanie Mühl bemüht sich um die neue Generation von FAZ-Leserinnen, indem sie die Bachelorstudentenschaft als überbehütete Riesenbabys und ihre Unis als Hochleistungs-Kitas kritisiert. Schuld sind die besorgten Eltern, die "von ihrem eigenen Leben derart angeödet sind, dass sie sich lieber auf das ihrer Kinder stürzen." (12.08.13)

Am Anfang war der Regress

Der Physiker Josef Honerkamp geht in den Scilogs der leibnizschen Frage nach, warum es eigentlich etwas gibt und nicht nichts. Dabei macht er die Letztbegründung als Grundproblem der Urgrundsuche aus und plädiert auch in dieser alten Frage für kritischen Rationalismus und Quantengravitationstheorie. (15.08.13)

Honneth ist kein Horkheimer

Bei Telepolis berichtet Rudolf Maresch vom Kriegseinsatz der Frankfurter Schule, die im Exil gemeinsam mit dem CIA-Vorgänger OSS Strategien zur Entnazifizierung der Deutschen nach deren Niederlage entwarf. Die Hauptsache ist aber das Schaffen von Fallhöhe, um den heutigen Zustand des Instituts für Sozialforschung unter Axel Honneths Leitung zu beklagen. (15.08.13)

Ohne Grenzen kein Genug

Die Grünen wollen die Steuern erhöhen und uns das Schnitzel verbieten, so die kümmerliche Schnappatmung in Wahlkampfzeiten. Lorenz Graf lässt Paternalismusvorwurf und Liberalismusverteidigung bei Telepolis mal beiseite und erwägt mit Odysseus und etwas Spieltheorie den Nutzen und Nachteil von Selbstbeschränkung. (15.08.13)

Rezensionen: Die ZEIT bespricht das zur Lage passende Buch der Soziologen Zygmunt Bauman und David Lyon über Überwachung von Bentham über Foucault bis zur datensaugenden bewaffneten Drohne. +++ Alain Badiou hat Platons Politeia neu übersetzt bzw. eher oberflächlich nacherzählt, wie die NZZ findet.


Links der Woche am 24.08.2013, 17:13 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 34/13

Diese Woche - weil ja alles immer schneller wird - ganz viele Links zu ganz (relativ) kurzen Texten. Und los! +++ Die NZZ berichtet, Stanislaw Lem habe es schon immer gewusst: In seinem Sci-Fi-Spionageroman "Memoiren, gefunden in der Badewanne" hat er die NSA-Datensammelei und deren Informationsimplosion vorweggenommen. +++ Apropos Sci-Fi: Florian Schmid beklagt im Freitag, das einst utopische Genre sei heute nur noch reaktionär und vergleicht aktuelle Kinofilme mit klassischen Sci-Fi-Romanen der 70er bis Nuller-Jahre. +++ Steven Pinker hat laut Telepolis die Schnauze voll vom tranigen Obskurantismus der Postmoderne und fordert die Geisteswissenschaften auf, aus dem Quark zu kommen und sich an den MINT-Fächern zu orientieren. +++ Über soziale Ungleichheit sind noch nicht genug Bücher geschrieben worden: Die taz stellt das des Sozialrichters Jürgen Borchert vor, das eine strukturelle Benachteiligung sozial Schwacher nachweist. +++ Die NZZ bespricht das neue Buch des Münsteraner Ethikers Kurt Bayertz, der darin das anthropozentrische Selbstbild des Menschen unter dem Gesichtspunkt von Raumvorstellungen und aufrechtem Gang analysiert. +++ Melanie Mühl hat sich für die FAZ die Nase zugehalten und durch Regalmeter von Frauen-Ratgebern gekämpft: Wie frau Kind und Karriere oder auch allein letztere schaukelt, sich zur Menstruation bekennt, als Mutter die Brüste in Form hält und generell die Lebensunsicherheit mit dem Verfassen eines Ratgebers besiegt. +++ Interessant: Unser liebster US-Bundesstaat Texas führt penibel Buch über seine Hingerichteten und listet online deren Herkunft, ethnische Zugehörigkeit und letzte Worte auf. (Evtl. mehrmals neuladen, die transatlantischen Leitungen sind so löchrig.) +++ Der Lichtwolf zum Thema "Bürgerpflicht" erscheint in weniger als einem Monat und wird nach jetzigem Stand ein ziemlich, ziemlich gutes Heft. Das Abonnement der überhaupt sehr guten Zeitschrift trotz Philosophie erhalten Sie hier.



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Monatsbuch

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