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lichtwolf.de / Monatsbuch / August 2011

Monatsbuch

August 2011

Links der Woche am 06.08.2011, 14:10 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 31/11

Die da oben, wir da unten

Unsere Selbsteinschätzung ist abhängig davon, auf wie vielen Metern über Normalnull sie getroffen wird. Bierologe Bastian Greshake weist in den Scilogs auf Verhaltensstudien hin, die sich mit dem Priming beschäftigen, also dem Phänomen, dass und wie Umweltfaktoren die Urteilskraft beeinflussen. Die Konsequenz: Von Managern Bescheidenheit zu fordern ist sinnlos, solange sie ihre Büros hoch über der Stadt haben. (31.07.11)

Das Ende der Reformen

Im Freitag stellt Ralf Klausnitzer das Buch "Akademischer Kapitalismus. Über die politische Ökonomie der Hochschulreform" des Soziologen Richard Münch vor. An Stelle des alten Wettbewerbs um die bessere Idee ist der Wettlauf um Exzellenz, Elite und Gütesiegel getreten, klar, nix Neues. Interessant aber ist, wie Münch den angeblich geschaffenen Uni-"Markt" als folgenschwere Illusion entlarvt. (01.08.11)

Battlestar Dialectica

The Philosopher's Eye tut kund, dass die renommierte, eher in der Analytischen Philosophie verortete Zeitschrift "Dialectica" derzeit eine ganze Reihe von Artikeln kostenlos anbietet, um neue (Probe-)Abonnenten zu locken. Als PDFs stehen Artikel vorwiegend zu ontologischen und logischen Themen bereit. (01.08.11)


Links der Woche am 14.08.2011, 09:16 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 32/11

Gestern gab es hier kein Internet, weil der regionale Anbieter Aufstandsunterdrückung übt oder sich halt nicht drum schert, ob seine Kunden Internetzugang haben, jedenfalls kommen die Links der Woche dieses Mal erst am Sonntag statt Sonnabend. Gott vergelt's.

Top-Ten-Ethik

Viel zu oft geht der Ranking-Kram an der Philosophie vorbei. Sonja Zietlow käme nie auf die Idee, die zehn besten Philosophie-Momente aller Zeiten zu krönen. Doch endlich haben die Leiter Reports abstimmen lassen und die zehn besten bzw. wichtigsten Ethik-Bücher der letzten 200 Jahre bestimmt! (09.08.11)

(Und eine Liste der Unis, an denen sich experimentelle Philosophie studieren lässt, gab es gleich auch noch.)

Für alle oder für niemanden

Seit einem verurteilten Kindsmörder Anfang der Woche Schmerzensgeld zugesprochen wurde, weil ihm im Polizeigewahrsam Schmerzen angedroht wurden, steht der Rechtsstaat mal wieder auf der Kippe. Stephan Hebel hat in der FR aufgedröselt, welchen rechtsphilosophischen Sinn die Trennung zwischen moralischem Empfinden und juristischer Allgemeingültigkeit hat. (09.08.11)

Deutschland mit/ohne die Manns

Im Suhrkamp-Verlag erscheinen sämtliche Feuilletons von Siegfried Kracauer. Alexander Cammann hat sie für die ZEIT gelesen und folgt ihnen durch Deutschland, das sich 80, 90 Jahre nach der spitzfedrigen Beschreibung des Kulturdiagnostikers Kracauer verändert hat; z.B. regiert die Mann-Dynastie nicht mehr den Feuilleton und Kafka gibt es auch nicht mehr zu entdecken. (09.08.11)

Wer schreibt, der bleibt

Um Integrität und Qualität der Wissenschaft zu sichern, muss sie entschleunigt werden. Dazu gehört eine Zähmung des akademischen Publikationswesens ("publish or perish"), in dem nichts so irrelevant ist wie der Leser. Der Historiker Gerd Schwerhoff denkt in der FAZ umständlich darüber nach, was man da tun könnte und was nicht. (11.08.11)

Feuilletonist Münzer (PDF)

Der Verlag Autonomie und Chaos hat eine Sammlung mit Novellen und Feuilletons von Kurt Münzer herausgegeben, der zu den vergessenen Schriftstellern gehört, die Michael Helming in seinem Essayband "Leichen treppauf" portraitiert hat. Also hat der gute Kollege Helming den neunzehn Münzer-Texten ein Nachwort spendiert. Das komplette Buch kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Eine Verschwörungstheorie geht um die Welt

Der italienische Autor Giovanni Catelli hat ein altes Gerücht aufgefrischt, wonach der Unfall, der 1960 Albert Camus das Leben kostete, vom sowjetischen KGB organisiert worden ist. Während die FAZ die Neuerscheinung in einem knappen Kommentar abhandelt, geht die WELT auf schnelle Autos, die Quellenlage und die Reaktion ausgewiesener Camus-Experten ein.


Links der Woche am 20.08.2011, 13:31 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 33/11

Gute Geschäfte, schlechte Geschäfte

Frank Wiebe kennt sich mit Wirtschaft und Ethik aus, darum hat er nebenan das Blog "Gute Geschäfte" aufgemacht - "gut" wie in "gutes Leben". Zu Beginn erklärt er kurz und knapp das Geschäftsmodell der Deutschen Bank nach Ackermann ("Risiken transformieren"), unter welchen Umständen es ethisch wäre und warum es das nicht ist. (17.08.11)

Englische Zustände

Mit Blick auf die Kapitalismuskrawalle in England und die Proteste in süd-östlichen Mittelmeeranrainern unterscheidet Georg Seeßlen in der taz instruktiv zwischen guten Aufständen und schlechten Aufständen. Dagegen glaubt Elitenforscher Michael Hartmann im Freitag nicht, dass da bloß ein paar Proleten endlich mal an den Krempel aus der Reklame herankommen wollten. In der FAZ argumentiert Hans-Georg Soeffner mit Thomas Hobbes, dass ein Staat, der sich aus dem Gesellschaftsvertrag zurückzieht, über Naturzustände nicht klagen soll.

Gute Wissenschaft, schlechte Wissenschaft

Neben dem Experiment des Prof. Ulbricht, einen Staat einzumauern und zu gucken, was passiert, hat dieser Tage auch das Stanford Prison Experiment runden Geburtstag. Die BBC hat 40 Jahre danach mit Überlebenden Teilnehmern und dem Leiter über Powertrips und Menschenversuche gesprochen. (17.08.11)

Vom Casino zur Spielhalle

Abermals Georg Seeßlen, der im Freitag ausführlich den Wandel vom Casino- zum Medienjournalismus, also vom elitären Salonlöwentum zum vulgären Gezocke beschreibt: Das "Ecotainment" lädt den Zuschauer zum Mitmachen ein und saugt bloß frisches Kapital zum Verheizen an, bis die Telenovelisierung des Börsengeschehens die Frage aufwirft: "diesen unappetitlichen Vollidioten sollen wir unser Geld anvertrauen?" (18.08.11)

Boulevard für Bessere

Regelmäßig erinnert die WELT ihre Leser daran, dass auch sie ein Produkt aus dem Hause Springer ist. Die üblichen Grundlagen eines Artikels - "wie eine neue Studie der Universität XY zeigt" und irgendwas mit ficken - ließen sich diese Woche mit Platon verrühren: Der angebliche Erfinder der "platonischen Liebe" war in echt "bei weitem nicht prüde". Aber es kommt noch besser: Ein Geheimcode ist bei Platon auch noch entdeckt worden! Und wer jetzt nicht klickt, muss hirntot sein. (18.08.11)

Teilchen schauen nicht zurück

Am Large Hadron Collidor (LHC) am Cern versuchen Physiker, die Entstehung des Universums zu verstehen, und die Philosophin Arianna Borrelli versucht, die Entstehung von Weltbildern zu verstehen, indem sie die Physiker beobachtet und ihnen wissenschaftstheoretisch auflauert. Für die ZEIT hat Stefanie Schramm das epistemologische Metaexperiment beobachtet. (19.08.11)

Die Krise als Quell der Moral

Andreas Cremonini stellt in der NZZ den Philosophen Stanley Cavell vor, der einigen wegen seiner blumige Schreibe eher als Literat gilt. Anlass des Portraits ist die deutsche Übersetzung von Cavells Buch "Cities of Words. Ein moralisches Register in Philosophie, Film und Literatur.", das Philosophen mit Filmen erklärt und eine auf Emerson und Thoreau basierende Ethik darlegt. (20.08.11)



Links der Woche am 27.08.2011, 14:33 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 34/11

Auf die Mobilitätsbarrikaden!

Mit der Integrationskraft der Linken ist es nicht mehr weit her, konstatiert Franz Walter im Freitag. Er sieht den vorindustriellen Mob zurückkehren, dessen Zorn sich unkanalisiert entlädt, vor allem in Gesellschaften, in denen "Aufwärtsmobilitäten durch massenhafte innergenerationale Konkurrenz in fiskalisch schwierigen Zeiten fraglich sind". (23.08.11)

Das Versmaß aller Dinge

Wer zwar nicht die Welt, aber doch ein Land, ein Volk, eine Nation beherrscht - und zwar total - kann seinen Machthunger und Geltungsdrang immerhin noch in die Welt der Buchstaben ausdehnen. Thomas Schmid blickt in der WELT auf den Zusammenhang von Macht und Lyrik sowie auf das dichterische Werk von Goebbels, Mao und Stalin. (23.08.11)

Born to kill yourself

Rein (bio)logisch kann Selbstmord keine genetische Sache sein, es sei denn, die entsprechenden Gen-Träger bringen sich erst nach der Fortpflanzung um. In der NZZ berichtet Fabienne Hübener vom Stand der Wissenschaft, wonach ein ganzes Gen-Netzwerk die Suizidalität erhöhen soll - und auch die neuerdings populäre Epigenetik hat ihre Finger im Spiel. (24.08.11)

Die Gesetze der Anomie

Der Pädagoge und Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer hat in der taz einen luziden Essay über die Krawalle in England geschrieben. Darin beleuchtet er im Allgemeinen und Speziellen die Hintergründe, die Rolle der Eliten und unter welchen Bedingungen es zu welcher Art von Gewaltausbrüchen kommt. (25.08.11)

Sein Senf darf nicht fehlen

Die Proteste in London haben nichts mit denen in Madrid zu tun, mit denen in Israel, Syrien, Libyen eh nicht und das Ende des Kapitalismus läuten sie schon dreimal nicht ein. Denn obwohl der Kapitalismus nicht mehr weiter weiß, ist weit und breit außer Protestcamps und eingeschmissenen Schaufenstern keine Alternative zu sehen. Natürlich darf Slavoj Žižeks Meinung in heutigen Endzeiten nicht fehlen; Johannes Thumfart lockt sie für die ZEIT hervor. (25.08.11)

Das auch noch:

Ballermannbarde und Gaddafi-Double Costa Cordalis kommt nach Stade und hat einstmals stolze drei Semester Philosophie studiert. Grund genug fürs Hamburger Abendblatt, ihm lauter küchenphilosophische Fragen zu stellen. Das ZDF macht 2012 womöglich eine Philo-Show mit Richard Dingens Precht. Und die FR unterhält sich mal eben mit Wilhelm Schmid über Glück im Ranking und Unzufriedenheit als Motiv.



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Monatsbuch

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