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lichtwolf.de / Monatsbuch / Juli 2013

Monatsbuch

Juli 2013

Links der Woche am 06.07.2013, 15:08 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/13

Wie entsteht Atheismus?

In den Scilogs beschäftigt sich Michael Blume mit Religiosität unter dem Gesichtspunkt der Evolution und stellt eine Studie vor, welche den blinden Fleck der Evolution von/zum Atheismus auskundschaftet: Fehlende "soziale Kognition", existentielle Sicherheit, Traditionsbruch und Nachdenken könnten Atheismus begünstigen, der aber kein evolutionärer Vorteil zu sein scheint. (30.06.13)

Avanti Dilettanti

In einem Gastbeitrag bei den Scilogs erörtert die Kognitionswissenschaftlerin Katharina Müller "das Treffen von Entscheidungen im Spannungsfeld zwischen Rationalität und Intuition". Die meisten unserer Entscheidungen sind Heuristiken, dank derer wir schnell, aber meist falsch urteilen können, ohne es mitzukriegen, wie Müller an einigen Beispielen zeigt. (01.07.13)

Dicke denken

Hans Ulrich Gumbrecht fragt sich in seinem FAZ-Blog, wieso es noch keine Philosophie des Übergewichts gibt, obwohl sich der Anteil der Adipösen an der Weltbevölkerung binnen einer Generation verdoppelt hat. Bedenkenswert ist immerhin, dass die Gesellschaften zwar toleranter und immer dicker werden, Übergewicht jedoch mehr Stigma denn je ist. (05.07.13)

Der unwahrscheinliche Dr. Dr. Arbeiterkind

Letzte Woche nahm Dr. Dr. Peter Riedlberger den Berliner Dozentenleitfaden zur akademischen Behandlung von Arbeiterkinder auseinander. Diese Woche ließ er seiner Polemik einige Ratschläge für die "Diversitätler" folgen, mit denen er bloß ein sozial ungerechtes Bildungssystem schief argumentierend verteidigt, so der Kommentar von Stephan Schleim ("wuchs im Haushalt eines Anlagenwärters und einer Sekretärin auf.") gleichfalls auf Telepolis.

O Tempora, o mores

Die US-amerikanischen und britischen Abhörprogramme haben manchem die Lust an Internet und Demokratie verdorben. Daniel Martienssen sieht im Freitag das Hobbessche Staatskonzept als Sieger der Geschichte: Mit der Allgegenwart des Internet wacht der Leviathan der Geheimdienste über jeden ihm unterworfenen Bürger. In der NZZ erinnert Tilman Baumgärtel an die früheren Utopien, die mit dem Internet verbunden waren, das sich nun im Gegenteil als perfektes Open-Source-Instrument staatlicher Überwachung erweist.

Et cetera:

Odo Marquard ist im besten Alter für einen Essay- und Gesprächsband über die Endlichkeit, so der Tenor der FAZ-Besprechung seiner Neuerscheinung. +++ Die FAZ interpretiert außerdem Nietzsches Gedicht "Nach neuen Meeren". +++ Vorige Woche stieg in Köln das große RDP-Verherrlichungsfest phil.cologne, weshalb im Freitag einige Autorinnen und Autoren den Boom der Philosophie feiern, als wäre es das erste Feuerwerk, das nicht irgendwann in Rauch und Sondermüll endet. +++ Das Soziologiemagazin weist via Twitter auf Titus Stahls kostenlose PDF-Sammlung der Hegel-, Marx-, Benjamin- und Freud-Gesamtausgaben hin.


Links der Woche am 13.07.2013, 13:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 28/13

Geisteswissenschaften: SNAFU

Vor einem Jahr hat die Uni Freiburg ihren Elite-Status verloren. Jürgen Kaube kolportiert in der FAZ von einer kleinen Tagung zur Lage der Geisteswissenschaften, welche Begründungen der Freiburger Historiker Ulrich Herbert dafür von der DFG erhalten hatte: Der geförderte Exzellenzapparillo sei "eine Ansammlung von Spitzenintellektuellen" und zu elitär (!) gewesen. Auch Markus A. Dahlem macht sich bei den SciLogs Gedanken zur Lage nicht nur in den Geisteswissenschaften, sondern in der Personalstruktur deutscher Universitäten (04.07.13)

Sterben ist Gemeinschaftssache

Die taz bringt diese Woche ein neues laaanges, aber grandioooses Portrait aus der Feder Gabriele Goettles, das wie zum Tod des dementen Walter Jens verfasst zu sein scheint. Goettle stellt uns also den Medizinhistoriker Gerhard Baader vor, indem sie ihn erzählen lässt: von seinem langen Leben, von der Medizingeschichte und von der Sterbehilfe. (05.07.13)

Leer wie Schnittlauch. Aber lecker.

Das Leben hat keinen Sinn. Sagt zumindest der bei Telepolis veröffentlichte Auszug (Reklame?) aus Patrick Späts Buch zum Thema. Demnach sind wir digitalen Eingeborenen und Migranten der hemingwayschen Lost Generation darin ähnlich, dass unserer Orientierung im Absurden auch kein Gott nützt - was alles ganz gut ist. (09.07.13)

Echo im Kinosaal

In seinem Blog geht Filmkritiker Georg Seeßlen diese Woche mal wieder auf die Metaebene hoch, indem er u.a. im Mythos von Narziss und Echo die Beziehung von Kino-Figur und Zuschauer vorgezeichnet sieht. Sein eigentliches Thema ist jedoch die Dynamik der erotischen Mythologie (im Kontrast zur pornographischen Inszenierung) in der Filmgeschichte. (10.07.13)

Careful what you wish for

Jeden Sommer wird in Feuilletown das Fehlen der Intellektuellen beklagt, so auch von Peter von Matt in der NZZ. Auf dessen Wunschliste reagiert Gregor Keuschning im Begleitschreiben mit dem pointierten Hinweis, dass der ersehnten Art von Intellektuellen stets von denen der Prozess gemacht wird, die sich den öffentlichen Gegendenstrichdenker nur solange wünschen, bis er mit seiner Aufgabe ernst macht. (11.07.13)


Links der Woche am 20.07.2013, 12:48 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 29/13

Keine Höhle ohne Schatten

Bernard-Henri Lévy fragt mit einer Kunstausstellung, ob die bildenden Künstler mehr Ahnung von der Wahrheit haben als die Philosophen, so berichtet ein gut erholter Sascha Lehnartz in der WELT. Traditionell werden Gemälde erkenntnistheoretisch aller Mimesis zum Trotz als Scheinbilder gemobbt, wogegen BHL u.a. mit Beuys' Fettfleck als Heidegger-Kommentar antritt. (14.07.13)

Deutsches Denken in Frankreich

Zum Geburtstag des toten Jacques Derrida bringt die taz ein unveröffentlichtes Interview, das Klaus Englert 2001 mit dem französischen Philosophen geführt hat. Darin versucht Derrida zu erklären, warum Hegel, Marx, Nietzsche und Heidegger in Frankreich ganz anders rezipiert wurden als in Deutschland, und warum er Benjamin lieber als Adorno mag. (15.07.13)

"Es gibt keinen Geschlechtsverkehr"

Slavoj Žižek denkt in der WELT mit der üblichen Portion Lacan über das europäische Kino nach, das er als Mix aus Komödie und Melancholie wahrnimmt, insbesondere in den Topoi Sexualität und Kriminalität. Allerdings sollte man die Schinken, die Žižek analysiert, selbst gesehen haben, um sich einen Reim auf seine These machen zu können. (15.07.13)

Nicht nur draußen lauert die Gefahr

Soziologe Ulrich Beck gibt im FAZ-Gespräch Auskunft über die jüngste Gefahr im Portfolio der Weltrisikogesellschaft: den staatlich betriebenen Wandel von digitaler Freiheit zu digitaler Kontrolle. Vom Staat ist da keine Hilfe zu erwarten, noch dazu wenn es der bloße Nationalstaat ist, sondern ein digitaler Humanismus muss her. (19.07.13)

Das Weitere und Engere:

Die NZZ stellt Jürgen Habermasens jüngste Sammlung politischer Schriften vor. +++ In einer laufenden Moraldebatte im Cicero warnen die Philosophen Edith und Rolf W. Puster vor Bescheidenheit und Großzügigkeit: Das würde nur unseren schönen Wohlstandsmotor abwürgen. +++ Zal Batmanglij, Regisseur des vielversprechenden Post-Occupy-Thrillers "The East" gibt im Gespräch mit der taz Auskunft über Frustration, Aktivismus und Güte.


Links der Woche am 27.07.2013, 12:56 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 30/13

Du darfst auch Professor zu mir sagen

Kürzlich musste ja schon auf Indizien für die sexismusbedingt niedrige Frauenquote in der Philosophie hingewiesen werden. Nun schreibt Nina Marie Bust-Bartels im Freitag von Studien über Professoren, die ihre Machtposition nutzen, um routiniert Studentinnen belästigen. (23.07.13)

Ein ganz Böser

Friedrich Wilhelm Graf hält Giorgio Agamben in der WELT für einen Verschwörungstheoretiker. Im biographischen Abriss und der Werkkritik macht er aus, dass sich Agamben das politisch-philosophische Raunen von Heidegger und Carl Schmitt abgeguckt hat und seine foucaultsche Geistesarchäologie pseudotheologisch, antimodern und antiamerikanisch ist. (25.07.13)

Fragwürdige Gegenwart statt Sommerloch

Hans Ulrich Gumbrecht macht keinen Urlaub, Hans Ulrich Gumbrecht macht sich Gedanken, diesmal in seinem FAZ-Blog über die Gegenwart im Sinne von Moderne, deren jüngste Fassung am 11.09.2001 begann und in deren Unübersichtlichkeit HUG einige Grundlinien hineinskizziert: Balkanisierung politischer Bewegungen, weltweit wachsende Mittelschicht, unhistorische Zeithorizonte, ubiquitäre Öffentlichkeit, Wissensgesellschaft. (26.07.13)

Et cetera:

Harald Welzer erzählt bei der FAZ gern "Wahre Geschichten aus der wünschenswerten Zukunft", diese Woche etwa davon, wie Rimini Protokoll die Daimler-Hauptversammlung zum Theaterstück erklärte. +++ Hannah Lühmann (FAZ) ist auch ganz begeistert davon, wie Markus Gabriel mit seiner populären Epistemologie "das Heidegger-Vehikel aus der Garage geholt und es mit einer Frege-Carnap-Rilke-Goodman-Politur behandelt hat". +++ Die ZEIT macht Reklame für jüngste Konkurrenz, indem sie Die Epilog, Zeitschrift zur Alltagskultur bzw. zum Gesellschaftswandel vorstellt - mit Trailer!



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