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Monatsbuch

Juni 2011

Intime Interna am 06.06.2011, 14:14 Uhr

Nach der MMPM11

Aufmerksame Leser werden es bemerkt haben: Vergangenen Samstag gab es keine Links der Woche. Denn da war ja ein Großteil der Redaktion in Mainz auf der Minipressen-Messe. Die ging gestern zu Ende, jetzt wird mit Vollgas die kommende Lichtwolf-Ausgabe fertiggestellt, die in zwei Wochen zum Thema "Urlaub" erscheint und einen Bericht vom Betriebsausflug nach Mainz enthält. (Abo gefällig?)

Von der MMPM vorab nur so viel: Schön war's! Viele Kollegen und Beiträger waren da und obwohl der Lichtwolf nirgends nix gewonnen hat, lag er zumindest richtig mit der Prognose, SuKuLTuR werde den Stomps-Preis erhalten (wenn auch "nur" den Förderpreis).

Nachtrag: Einige von Michael Helming auf der MMPM geschossene Photos sind ab sofort auf der Facebook-Seite des Lichtwolf zu sehen.



Links der Woche am 11.06.2011, 14:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 23/11

top-down-Beschiss

Aus der vergangenen Woche noch: Beim Wissenschaftsbeschiss gibt es zwei Methoden - das bottom-up-Verfahren, bei dem z.B. ein ehrgeiziger Politiker sich auf dem Weg nach oben einen Titel erschleicht, und das top-down-Verfahren, bei dem ein Etablierter seine Publikationsliste mit dem aufbläht, was ihm an Haus-, Seminar- und Abschlussarbeiten zugetragen wird. Gunter Dueck träumt in den WissensLogs von einer auf die Aufklärung solcher Fälle spezialisierten Einheit. (29.05.11)

Gebildet geht die Welt zugrunde

Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech nimmt in der SZ die Sitten und Gebräuche der Nachhaltigkeits-Schickeria und der Lohas unter die Lupe. Der Befund, dass es der Umwelt wenig nutzt, wenig der fair gehandelte Kaffee mit dem SUV vom Bioladen abgeholt wird, ist nicht neu, wird hier aber schön formuliert. Überdies verknüpft Paech die Problematik recht originell mit der Bildungspolitik. (07.06.11)

Bruder Menschenaffe

Der Philosoph Peter Singer will behinderte Kinder abtreiben und die Tötung von Menschenaffen als Mord verfolgen lassen. Edgar Dahl stellt in den WissensLogs klar, was von den Vorwürfen gegen Singer zu halten ist, und gibt eine sehr luzide Übersicht über seine Argumentation, die zugleich eine schöne Einführung in die Tierphilosophie darstellt. (09.06.11)

Adorno und die Kunst

Ausgerechnet bei den Adorno-Vorlesungen 2011 will Robert Pippin die Ästhetik des von TWA gescholtenen Hegel rehabilitieren. Christian Schlüter berichtet in der FR von der Wahrheit des Kunstwerks in der Falschheit des Lebens. (09.06.11)

Was man alles nicht weiß

Agnotologie ist der jüngste Spross am Baum der Erkenntnis und die tatsächlich ernst zu nehmende Lehre vom Nichtwissen, für das die Maßeinheit "Bush" verwendet wird. In der FAZ hat Manuela Lenzen die Ergebnisse der Tagung zum Umgang mit Nichtwissen am Bielefelder Zentrum für interdisziplinäre Forschung dokumentiert. (09.06.11)

Urlaubslektüre

Nicht nur im nächste Woche erscheinenden Lichtwolf Nr. 34 (Titelthema: Urlaub) sind schöne Lektürehinweise für die Ferienzeit enthalten: Herbert Debes hat Camus' "Hochzeit des Lichts" wiedergelesen und legt in Glanz & Elend die essayistisch-poetischen Beschreibungen der mittelmeerischen Natur denen ans Herz, die zu Hause bleiben und denken müssen. (10.06.11)


Links der Woche am 18.06.2011, 14:08 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 24/11

Wissenschaftstheorie vs. -geschichte

Fynn Ole Engler und Jürgen Renn portraitieren in der FAZ "Wiener Kreis", bei dem in den Personen von Moritz Schlick und Ludwik Fleck zwei bis heute unüberwundene Gegensätze aufeinander trafen: Die positivistische Auffassung, eine rationale Wissenschaft sei ein sicherer Weg zur Wahrheit vs. die materialistische, alles wissenschaftliche Vorgehen und damit auch seine Ergebnisse seien historisch bedingt. (13.06.11)

Die Sozialdemokratie riecht nur komisch

Vor knapp einem Jahr starb der Historiker Tony Judt, der gerne auch mal Israel kritisierte und den USA Europa erklärte. Dazu gehört natürlich der sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat, dessen finanziell bedingte, aber moralisch unhaltbare Nichtfinanzierbarkeit das Thema von Judts letztem Buch ist. Eckhard Fuhr bespricht es in der WELT mit unspringerhafter Sympathie. (13.06.11)

Philosopher Superstar

Klar gibt es auch in der Philosophie Popstars wie z.B. Schlotterdeik und Zizek. Doch so, wie Lady Gaga nicht bloß aussieht, sondern auch Instrumente beherrscht, ist Zizek beispielsweise neben der ruhmträchtigen Tätigkeit als Krawallpapst auch kompetenter Linkshegelianer und Noam Chomsky eben ein Sprachphilosoph, dessen linguistisches Schaffen Georg Rüschemeyer in der FAZ behandelt. (15.06.11)

Der andere Superstar

Wer von Chomsky spricht, soll von Habermas nicht schweigen, wird man sich bei der FAZ gedacht haben: Jürgen Kaube berichtet von einem Vortrag über die Krise der Europäischen Union, den Jürgen Habermas an der HU Berlin gehalten hat. Ähnlich wie für Tony Judt (s.o.) mangelt es für Habermas vor allem an wohlfahrtsstaatlicher Moral und einem ehrlichen Umgang mit dem unfertigen Citoyen. (18.06.11)

Ende der Philosophen-Arbeitslosigkeit?

Neben dem Stresstest erlebte in den letzten Jahren der Ethik-Rat einen großen Boom als politische Feuerlöscherattrappe. Alles mögliche wird gestresst oder eben von Ethikern begutachtet, inzwischen sogar Atomkraftwerke. Andreas Herberg-Rothe geht in der FR dem Ethik-Boom nach und prüft, ob die philosophischen Konzepte überhaupt für die Kommissionsarbeit taugen. (16.06.11)

Radiountauglicher Philorock

In allen Philo-Fachschaftsräumen der Welt liegen Pink-Floyd-CDs herum, nun erklärt Hartmut Rosa in der FR, wieso: Bei Charles Taylor (dem Philosophen, nicht dem Diktator) bedürfen Selbst- und Weltbezug einer Resonanz- oder Ausdrucksmöglichkeit. Dieser Umstand wird von keiner Band so eindringlich behandelt wie von Pink Floyd, worin dann auch ein Grund ihrer Popularität läge. (18.06.11)




Intime Interna am 20.06.2011, 08:39 Uhr

Das neue Heft ist da!

Lichtwolf Nr. 34...und damit wird es Zeit für Urlaub, denn der steht im Titelthema der aktuellen Sommerausgabe der "Zeitschrift trotz Philosophie".

Darin erfahren Sie alles Bedenkenswerte über den Zusammenhang von Reisen und Denken (der Text ist auch online), Urlaub in der Literatur, philosophische Reiseziele und das falsche Lob der Arbeit. Außerdem erklärt Dietmar Wischmeyer einige Eigentümlichkeiten des Landes der Bekloppten und Bescheuerten, es geht um Argumentationsmuster der Geisteswissenschaften und in der Reihe "Lebende & Leichen" wird die US-Schriftstellerin Amy Hempel portraitiert, von der der Jahrestags-Feuilleton erst Ende 2011 sprechen wird (wg. 60. Geburtstag...).

Näheres zu Inhalt und Aufmachung erfahren Sie im Einkaufszentrum, dort können Sie das sehr gut als Reise- und Strandlektüre geeignete Heft auch bestellen. Oder gleich abonnieren. Die ersten sieben Seiten dieser Ausgabe gibt es hier als kostenlose PDF zum Herunterladen sowie im LichtwolfReader zum Angucken.

Abonnenten sollten ihre Ausgaben in diesen Tagen erhalten; da die gelben Schergen von Thurn und Taxis in einigen Regionen montags nicht mehr zustellen, kann es schon noch bis Dienstag oder Mittwoch dauern. Sollten Sie als Abonnent ihren Sommer-Lichtwolf bis Donnerstag nicht bekommen haben, mailen Sie doch bitte die Redaktion an.

Vielen Dank und schönen Urlaub!





Hochschule am 20.06.2011, 20:13 Uhr

Kritik der Geisteswissenschaften

Der Beitrag "Die Argumentationsmuster der Geisteswissenschaft" von Stefan Schulze Beiering wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Links der Woche am 25.06.2011, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 25/11

Robophilosopher

Im Freitag schaut Boris Hänßler mit Blade Runner und Ray Kurzweil nach, wie weit wir auf dem Weg zu lernender und fühlender Künstlicher Intelligenz sind und ab wann wir uns das Smartphone endlich direkt ins Stammhirn stecken können. Besonders ehrgeizig sind natürlich die Forscher, die Moral computerisieren wollen. (20.06.11)

Sie reden - und wie!

Alexander Kluge unterhält sich in der FR mit dem Politologen Claus Leggewie über die Ähnlichkeit von Politik und Schriftstellerei, über fehlende Leidenschaft, "Arabellion" und - wie bei den Herren üblich - über den ganzen Rest auch noch. (25.06.11)

Plagiatsfälle

Anfang März wurde die Debatte um den Plagiatsfall Guttenberg und seine Folgen recht abrupt durch Fukushima beendet. Gegessen war das Thema aber nicht, und so kehrt es in den Diskurs zurück, nachdem letzte Woche der EU-Politikerin Silvana Koch-Mehrin (FDP) ihr Doktortitel ebenfalls wegen Plagiaterie aberkannt wurde.

Besonders schön ist dieser Fall, weil Koch-Mehrin zwar ihre Spitzenämter aufgab, sich nun jedoch in den EU-Forschungssausschuss wählen ließ. Das kann man lustig finden wie die Opposition im EU-Parlament, oder empörend, wie es die bloggenden Wissenschaftler tun: Der Physiker Joachim Schulz und der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch erklären noch einmal, was es mit wissenschaftlichem und politischem Anstand auf sich hat und fordern Koch-Mehrins kompletten Abgang (wie tags drauf geschehen). Elmar Diederichs argumentiert systematisch und stößt dabei bis in die Sphäre politischer Philosophie vor, die durchaus gefragt ist, wenn eine wissenschaftliche Hochstaplerin einem demokratischen Organ zur Forschungsförderung vorsitzt.

Oder man geht ganz anders ans Plagiieren ran, wie der Politikwissenschaftler Jörg Becker in der FAZ: Er freut sich zunächst über die Anerkennung, die Georgios Chatzimarkakis, ebenfalls FDP, ihm erbrachte, indem er in seiner Doktorarbeit von Becker abschrieb. Nach einem Exkurs darüber, was die Abschreiberei mit liberalen Werten zu tun haben soll bzw. über sie aussagt, ist die Freude schal geworden: Als wäre das Plagiieren nicht schon schlimm genug, Chatzimarkakis hat Beckers Thesen völlig aus dem Zusammenhang gerissen.

Das kreative Prekariat

Die Journalistin Katja Kullmann hat einen Lebenslauf voller toller Referenzen und ist dennoch bei Hartz IV gelandet. Also hat sie ein Buch geschrieben ("Echtleben"), das die Großmedien zum Anlass der Frage nehmen, ob sich Fleiß und Bildung überhaupt noch lohnen (FAZ).

Don Alphonso hat in den FAZ-Blogs wenig Mitgefühl mit den jungen Kreativen, die sich einst als new masters of the universe feierten und nun die Ernte ihrer Dynamik-Predigten einfahren. Die ZEIT unterhält sich mit Kullmann über ihren Absturz Ausflug ins Prekariat und stellt außerdem weitere Bücher zum Thema vor. Hier sind es besonders die schönen Kommentare der ZEIT-Leserschaft ("Selber schuld, geht halt arbeiten!"), die wir unserer Leserschaft zur Ermutigung und zum Stählen des Trotz-Reflexes anempfehlen.


Kurz und Klein am 26.06.2011, 15:31 Uhr

Stöbern bei Phantasia-Tours

So viel Urlaubsauswahl gab´s noch nie! Über tausend Reiseziele aus allen Ecken der Weltliteratur von Homer bis heute. Deutsche Leser finden zudem zahlreiche Orte, die in der englischen Originalausgabe dieses dreibändigen Katalogs fehlen, denn die Übersetzer haben fleißig ergänzt, damit für jeden Ferienfahrer die rechte Tour dabei ist. Wo soll es denn hingehen? Zu den Vulkanen Dschinnistans? Zum Erntefest auf die Bäreninsel? Nach Korkland zu den Korkfüßlern? Lieber ins Tal der Klänge, nach Gondor, zu den berühmten Königsgräbern von Manouham oder ins landschaftlich reizvolle Ikarien? Nur kurz übers Wochenende in die Messingstadt oder nach Neu-London? Eher klassisch ins Wunderland, nach Xanadu, Avalon, Atlantis oder Utopia? Ach, man möchte am liebsten sofort im Reisebüro einen Trip buchen.


Kurz und Klein am 26.06.2011, 15:43 Uhr

Wenn Philosophie-Profs in der Hölle schmoren

Zugegebenermaßen nicht ganz, hm, taufrisch - aber wir wollen uns ja alle aus den Unsitten der überspannten Gesellschaft ausklinken - also - was gut ist, braucht nicht „aktuell“ zu sein - Marx, Freud, Feuerbach, Nietzsche, die Frankfurter Schule - alles nicht tagesfrisch, aber topp - und - wie für die Zeitschrift trotz Philosophie maßgeschneidert: Die Hauptperson dieses fidelen Romans trifft alle o.g. Herrschaften - höchstselbst - und zwar, seltsam, aber so steht es geschrieben - in der Hölle! Die Bibel hat doch recht - und der topfhirnige, eitle, knittelige Jahwe ist der einzige und diensthabende Gott - gut, dass man als deutscher Philosophieprof auch in trans-zendent-vertrackten Umständen ganz unbeamtisch den Aufstand proben kann -

Besorgen - kaufen - stehlen! Ist Pflicht!



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Titelthema: Alte Berufe

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Das nächste Heft erscheint am 20. Dezember 2017 mit dem Titelthema Ins Gesicht. »» Abonnieren


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