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lichtwolf.de / Monatsbuch / Mai 2012

Monatsbuch

Mai 2012

Links der Woche am 05.05.2012, 14:32 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 18/12

Die Zimmer Turings und Chinas

Vor einer Weile wurde bereits auf eine Artikelserie hingewiesen, die sich zu Alan Turings 100. Geburtstag seiner Maschine und ihrem Test widmet. Tarek Richard Besold hat unter der nach wie vor schönen Überschrift "Turings Werk und Searles Beitrag" bei den SciLogs inzwischen Teil 1, Teil 2 und Teil 3 seiner Betrachtungen zur Künstlichen Intelligenz nach Turing veröffentlicht.

Gegen Mubarak und Ackermann

Unruheexperte Wolfgang Kraushaar hat ein Buch geschrieben, das Stefan Reinecke in der taz vorstellt: "Aufruhr der Ausgebildeten. Vom Arabischen Frühling zur Occupy-Bewegung" sieht erstmals seit 1968 erstmals wieder die Armen Seit' an Seit' mit jungen Akademikern gegen die herrschende Ordnung protestieren, allerdings in führer- und visionsloser Offenheit. (30.04.12)

Die gebende Hand mit dem Goldring

Bei Telepolis führt Reinhard Jellen ein Gespräch mit Kathrin Hartmann über Super-Gentrifizierung und die Tafeln als Sinnbild eines ökonomistischen Zeitgeistes, der die Gesellschaft in angehimmelte Gewinner und verachtete Verlierer entsolidarisiert. Hartmann hat für ihr Buch "Wir müssen leider draußen bleiben" in den Armutszonen von Bangladesch und München recherchiert. (02.05.12) (Und wer darob einen richtigen Hals kriegt, dem sei "Die Lange Nacht vom Zorn" heute ab 23:05 Uhr im Deutschlandfunk empfohlen.)

Demokrise

Wirtschaftskrisen sind Vertrauenskrisen sind Krisen der Demokratie. Drum wird auch weiterhin akut über die Staatsform unter Druck nachgedacht. In der NZZ blickt der Historiker Christian Meier zurück auf die Vorfahren der morgen wählenden Griechen. Schon im antiken Athen herrschten stets nur einige, nie das ganze Volk, dessen Herrschaftsanspruch die Demokratie nicht erfüllen kann.

Ebenfalls den Blick zurück zu den erfreulichen europäischen Wurzeln anstatt die unerquickliche Gegenwart lenkt Sahra Wagenknecht (Linke) in der FAZ. (Jawohl, die Kommunisten stehen jetzt auch schon in der FAZ!) Kunst, Geist oder Demokratie sind wie Europa überhaupt den Märkten überlassen worden, die nötig reguliert gehören.

Das Älteste

Die ZEIT bespricht Robert Spaemanns autobiographischen Gesprächsband über "Gott und die Welt". +++ Die FAZ stellt "Platon in Bagdad" von John Freely vor, der darin beschreibt, wie das Wissen der Antike über den Orient zurück nach Europa kam. +++ Der Bayrische Rundfunk erinnert zum 250. Geburtstag an Johann Gottlieb Fichte. Herzlichen Glückwunsch zum Vierteljahrtausend, altes Möbel!


Links der Woche am 12.05.2012, 10:12 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 19/12

Du bist nichts

"Der Kampf um die Urheberrechte im Internet ist mehr als nur ein Streit um die Vergütung", ahnt Thomas Assheuer in der ZEIT. Nicht nur der Urheber, sondern gleich das ganze bürgerliche Subjekt sei qua Digitalrevolution im Verschwinden begriffen, so denkt Assheuer das Piraten-Programm weiter bzw. zurück in die philosophische Debatte des 20. Jahrhunderts über Bedeutung und Bedeutungslosigkeit der philosophischen Gewohnheit "Subjekt". (05.05.12)

Was nun, was tun?

Wer kennt das nicht: Man spaziert am Bahndamm entlang und wird eines führerlosen Frachtzugs gewahr, der auf ein Kind zurast. Die einzige Chance, es zu retten, besteht darin, den Zug auf ein Nebengleis umzuleiten, wo er fünf Bahnarbeiter überfahren würde, oder darin, einen Adipösen auf die Gleise zu stoßen, um den Zug zum Entgleisen zu bringen. Der Philosophy Bro dröselt die Doktrin des Doppeleffekts auf. Fucking A. (07.05.12)

nomm nomm nomm

Die FR unterhält sich mit der Philosophin Agnes Heller über Marx, ihr Heimatland Ungarn und die Zukunft Europas. Darin kommt Heller zu dem plakativen Urteil, Philosophen gäben uns "spirituelle Nahrung". Mehr von Frau Heller ist heute Abend im Radio zu hören: Der Deutschlandfunk bringt ab 23:05 Uhr die Lange Nacht über Ágnes Heller. (08.05.12)

Voll in die Augenklappe

Die Piraten-Partei hat es gerade nicht leicht: Nach Sven Regener und 51 "Tatort"-Autoren rotten sich jetzt Tausende von Künstlern gegen ihre Vorstellungen vom Urheberrecht im Zeitalter technischer Reproduzierbarkeit zusammen! Zu allem Überfluss haut Johannes Thumfart in der taz der piratischen Ideologie vom rhizomischen Bürgerschwarm auch noch die philosophischen Füße weg. Ein Glück für die Piraten, dass Parteien erst mit als absurd entlarvten Ideologien bei Bundestagswahlen über 14 Prozent kriegen! (10.05.12)

Das Weitere:

Apropos Piraten-Partei & Urheberrechte: Ganz schön differenziert (und arriviert) für ADHS! +++ Die taz meldet das Erscheinen einer Derrida-DVD. +++ Schlotterdeik lästert über seinen TV-Nachfolger Precht, wie SPON kolportiert, dagegen verteidigt Barbara Bleisch Philosophie in der Glotze und besonders Precht. +++ via Der blinde Hund (wo man übrigens häufiger vorbeigucken sollte): Auf Tumblr ist zu sehen, wie Philosophen aussehen.


Intime Interna am 14.05.2012, 12:44 Uhr

Das größte E-Book aller Zeiten

Tittenhitler E-Book

Der aktuelle Lichtwolf zum Thema "Tittenhitler" ist nun auch als E-Book für Kindle und im epub-Format erhältlich.

Lediglich 67 Jahre und 6 Tage nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa ist das größte E-Book aller Zeiten endlich zum Verkauf freigegeben: Es handelt sich natürlich um die elektronische Ausgabe des aktuellen Frühlingshefts mit dem Titelthema "Tittenhitler". Darin geht es um Sex, Gewalt und den Konnex der beiden, faschistische Männer- und Frauenideale und ihre Wiederkehr in konsumistischem Gewand, um Gedenken bis zum Abwinken, schöne Hände, Omas Erinnerungen, Wollfetischismus in Estland und viele andere griffige Dinge.

Besitzer eines Kindle - oder der entsprechenden App oder des Clients - können sich den Tittenhitler als E-Book beim einbrüstigen Contentdealer für 3,99 Euro binnen Sekunden aufs Gerät holen. Freunde und vor allem Benutzer des offenen E-Book-Standards epub seien an Libreka verwiesen, wo es den aktuellen Lichtwolf ebenfalls für 3,99 Euro gibt. Alles wie gewohnt DRM-frei, also lade man zügig runter, bevor die Elektrozensoren es sich vielleicht noch anders überlegen!

Wer die Frühlingsausgabe ohne verpixelte Hakenkreuze lesen und "was zum Anfassen" braucht - bei dem Thema keineswegs unlauter -, nimmt weiterhin vorlieb mit der gedruckten Ausgabe, die Sie hier im Einkaufszentrum für 6,80 Euro ordern oder gleich zum Anlass für ein Abonnement nehmen können.

Weitere sehr, sehr gute und auch günstige E-Books gibt es übrigens nebenan beim catware.net Verlag.


Links der Woche am 19.05.2012, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 20/12

Der Preis der Arbeit

Die DDR hat (politische) Strafgefangene für IKEA Spanplatten ausfräsen lassen, die Deutschland AG hätte ohne Zwangsarbeit kaum so schnell nach '45 wieder Fuß gefasst. Wirtschaftsphilosoph Frank Wiebe macht sich Gedanken, wie Zwangsarbeit zu entschädigen wäre (gar nicht) und wie vertrackt die Frage nach Verantwortung hier ist. (07.05.12)

Das Guckloch in die Welt an sich

Kausale Abgeschlossenheit ist philosophisch bequem und naturwissenschaftlich praktisch, weil sich der Forscher auf einen kleinen Bereich konzentrieren kann, in dem dann alles gesetzmäßig ablaufen müsste. Josef Honerkamp ist jedoch skeptisch, ob es kausale Abgeschlossenheit überhaupt geben kann oder ob sie nicht Symptom unserer beschränkten Erkenntnisfähigkeit ist. (14.05.12)

And what's the deal with...

Der Philosophy Bro beantwortet wieder Leserzuschriften. Diesmal erklärt er, wie sich sinnvoll für Tierrechte argumentieren lässt, warum der Positivismus Anfang des 20. Jahrhunderts so beliebt war und was es mit Wittgensteins Abbildtheorie auf sich hat. (14.05.12)

Zum Schluss

Der blinde Hund hat einen Artikel von Paul Boghossian über logische Schlussweisen gelesen und ist ins Zweifeln darüber geraten, ob es sich bei Induktion und Deduktion wirklich um verschiedene handelt. (17.05.12)

Fichte, Geichte

Heute feiert Johann Gottlieb Fichte irgendwie im Ideenhimmel seinen 250. Geburtstag. Drum kann Uwe Justus Wenzel in der NZZ zwei Fichte-Biographien vorstellen sowie das nur anzudeutende Werk des Teutonosophen, der meist erst genannt wird, wenn der Atemzug nach "Kant, Hegel, Schelling" bereits versiegt ist. Die Märkische Allgemeine hält Fichte für verheideggert.

Unn sünst:

Apropos Wirtschaftsethik: Der Spaemann-Schüler Peter Koslowski ist gestorben, die FAZ ruft nach. +++ Gar nicht traurig ist man bei der taz über das Ende des Philosophischen Quartetts. +++ Für die FAZ bespricht Werner Plumpe David Graebers Kapitalismuskritik, die sich am Schuldwesen festmacht. +++ Der Freitag stellt Neuerscheinungen zu Albert Hofmann und LSD vor (im Sinne von "präsentieren", nicht "halluzinieren").


Links der Woche am 26.05.2012, 14:44 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 21/12

Voll im Bild

In der anglophonen philosophischen Twittersphäre machte die Woche diese Sammlung aus dem April die Runde: Die Bilder stellen 20 philosophischen Positionen ikonographisch reduziert genug dar, um jede einzelne auf ein Verkehrsschild zu prägen.

Unfucking Gödel

Der Philosophy Bro erklärt, was es mit Gödels erstem und zweiten Unvollständigkeitstheorem auf sich hat - und wie sehr (und falsch) manche darin einen Beweis für eine höhere Macht - und sei es nur der freie Wille - am Bewusstseinswerk sehen wollen. (22.05.12)

Auf Leben und Tod

Wenig übrig bleibt von Hegels durch Honneth erweiterten Begriff der Anerkennung, nachdem er von Frank Wiebe in die Wirtschaftsethik eingeführt wird. Dort herrschen behavioristische Bonusmodelle zur Menschenlenkung oder autoritäre Führungsstile. Anstatt sie mit Hegel zu betrachten, rät Wiebe mit Anerkennung und Kritik unter Gleichen zu führen. (23.05.12)

Nur die Harten....

...kommen in den Garten, weiß man auch in Bamberg. Dort ist wohl gerade Gartenschau, was die Verantwortlichen an der Uni zur glorreichen Idee verleitete, die "Bamberger Hegelwoche vom 12. bis 14. Juni" unter dem Motto "Gärten sind Philosophie" auszurufen. (24.05.12)



Lektüreempfehlungen


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Martin Gohlke: Im Bauch der Titanic

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Marc Hieronimus: Der Schritt zur Seite

Die erste Gesamtdarstellung der Décroissance-Bewegung und ihrer Ursprünge, ihrer Motive, Denker und falschen Freunde: Das leidenschaftliche und fundierte Plädoyer für ein anderes Leben ist erhältlich direkt beim catware.net Verlag oder im Buchhandel (ISBN 9783941921634) erhältlich.


David Hume: Von der Regel des Geschmacks

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