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lichtwolf.de / Monatsbuch / April 2016

Monatsbuch

April 2016

Links der Woche am 02.04.2016, 20:10 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 14/16

Unutopisches Utopia

In diesen Tagen wird Thomas Morus’ „Utopia“ ein halbes Jahrtausend alt. Aus diesem Anlass beschäftigt sich Joe Dramiga bei den Scilogs mit dem genrebegründende Opus, dessen Gemeinwesen Dramiga zwar für einen Albtraum hält, aber dennoch oder darum einige Auszüge zur Lektüre zusammengestellt hat, die die Tücken des Begriffes „Gemeinwesen“ deutlich machen. (26.03.16)

Fusselbart und Samenstau, ich studier’ Maschinenbau!

Jürgen Kaube als Chef des FAZ-Feu und oberster Geisteswissenschaftler beschäftigt sich mit biographischen Studien über Islamisten, die ungewöhnlich oft ein technisches Studium absolviert haben - wie übrigens auch eine überdurchschnittliche Zahl von Rechtsextremisten. Religion erklärt demnach gar nichts. (29.03.16)

US-Hegelianer erklärt die Weltlage

In der ZEIT führen Michael Thumann und Thomas Assheuer ein ausführliches Interview mit dem Politikwissenschaftler Francis Fukuyama, der 1992 das Ende der Geschichte ausrief. Nun erklärt er, wie er das im Sinne von Hegel und Marx meinte, außerdem geht es u.a. um populistisches Ressentiment als Reaktion auf Ungleichheit und als Gefahr für die liberale Demokratie. (31.03.16)

Das eigene Leben im Ererbten

Andrea Köhler fragt im Rahmen der Reihe „Wie wir wurden, was wir sind“ in der NZZ, was es heißt, ein Kind seiner Eltern und seiner Zeit zu sein. In jeder Genealogie stecken Geschichte und Traditionen, die von Generation zu Generation wörtlich und im übertragenen Sinne vererbt werden - was das eigene Leben erschwert. (02.04.16)

Pegidisten haben keinen Bock mehr.

In der Begeisterung der Pegidisten für Putin, Orban & Co. zeigt sich mal wieder die Sehnsucht des Volkes nach dem „starken Führer“ durch demokratische Aufhebung der Demokratie, wie sie seit deren griechischen Anfängen bekannt und gefürchtet ist. Im Tagesspiegel führt der Politologe Herfried Münkler das Phänomen mit Étienne de La Boétie und Oswald Spengler auf politische Überforderung des Wahlvolks zurück. (02.04.16)

Außerdemos von Sonstnochos:

Nicht ganz überzeugt bespricht der Freitag Heinz Budes neues Buch „Das Gefühl der Welt“, worin der Soziologe u.a. von Heideggers Begriff der „Gestimmtheit“ ausgehend „der erotischen Musikalität der gesellschaftlichen Verhältnisse“ auf den Grund geht. Die WELT unterhält sich mit Bude über die gereizte Stimmung insbesondere in Ostdeutschland und die politische Hasskultur der USA. +++ Der Standard rezensiert nicht nur Peter Sloterdijks „Was geschah im 20. Jahrhundert?“, sondern versucht das Buch auch in den Kontext von Slotis jüngstem „Lob der Grenze“ zu setzen. +++ Telepolis stellt kurz Giorgio Agambens Essay über die eschatologische Signalwirkung des Rücktritts von Papst Benedikt XVI. vor. +++ Der Freitag zeigt sich ob des reaktionären Tons und einer fehlenden Vision verstört vom Buch „Lehrerdämmerung: Was die neue Lernkultur in Schulen anrichtet“ aus der Feder Christoph Türckes. +++ Die FAZ ist schwer enttäuscht wegen editorischer Fehler im ersten Band von Henry David Thoreaus übersetzten Tagebüchern. +++ Die FAZ stellt einige transdisziplinäre Denker vor, die sich um die wissenschaftliche Aufarbeitung des schwierigen Verhältnisses zwischen Geopolitik und Völkerrecht verdient gemacht haben. +++ Im Freitag würdigt Nils Markwardt die „Zeitschrift für Ideengeschichte“ zum 10. Geburtstag für ihre Titelthemen Altgier und Party.


Links der Woche am 09.04.2016, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 15/16

„Die wahre Utopie ist, zu glauben, dass es so weitergehen kann.“

Für die ZEIT unterhält sich Daniel Erk mit dem Krisendeuter-wider-Willen Slavoj Žižek über den Traum von einer Insel und darüber, wie man in einer komplizierten Welt nach Durchblick, Orientierung und der Chance zur Veränderung sucht. Anstatt auf die Weltrevolution zu warten, sollte man sich einige Kämpfe aussuchen und hineinstürzen. (08.04.16)

Suizid als symbolischer Akt

Computerpionier Alan Turing nahm sich das Leben, indem er in einen vergifteten Apfel biss. Martin Burckhardt beschäftigt sich in der FAZ mit diesem „märchenhaften“ Freitod, was ihm mehr oder weniger tiefenpsychologisch vorausging und was Turing uns damit sagen wollte. (09.04.16)

Außerdemchen:

Die FAZ hat ein unappetitliches Wörterbuch des Rechtspopulismus zusammengestellt, von Genderwahn bis Lügenpresse ist alles dabei, auch der von Sloterdijk der Antike entlehnte Begriff des Thymos. (Dazu und zum Hausphilosophen der AfD siehe auch Nils Heisterhagens Kolumne im European.) +++ Außerdem berichtet die FAZ vom Streit innerhalb der Volkswirtschaftslehre über den eindimensionalen Tunnelblick der Disziplin, die dadurch ihr kritisches Potential einbüßt. +++ Apropos: Die taz berichtet von einem Auftritt Paul Masons, bei dem dieser sein Buch „Postkapitalismus“ (über die Überwindung des Neoliberalismus vermittels seiner selbst) vorstellte. +++ Bliebe noch die Verwaltung: Die FR vermeldet kurz ein Streitgespräch zwischen David Graeber und Axel Honneth über Bürokratie und Sozialismus. +++ Das „Recht auf Stadt“ wurde erstmals 1968 von Henri Lefebvre formuliert, dessen marxistische Analyse der „Urbanisierung“ nun auch auf Deutsch erscheint, wie Florian Schmid im Freitag schreibt. +++ Die NZZ stellt den auf 40 Bände (!) ausgelegten „Grundriss der Geschichte der Philosophie“ vor, dessen fünf Bände zur Philosophie der Aufklärung im 18. Jahrhundert nun vorliegen. +++ Deutlich kürzer und preiswerter ist der aktuelle Lichtwolf zum Thema „Schloch“, den es auch als E-Book für Kindle und im epub-Format gibt.


Links der Woche am 16.04.2016, 15:56 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 16/16

„Moralphilosophie mit leistungsfähigen Rechnern.“

Für die ZEIT hat Elisabeth von Thadden den 28-jährigen Philosophen William MacAskill besucht, der in Oxford das „Zentrum für effektiven Altruismus“ betreibt und damit eine neue utilitaristische Bewegung angestoßen hat, die - auf Big Data und Ethik gestützt - erforscht, was möglichst vielen Menschen am besten hilft. (13.04.16)

Wissenschaft denkt nicht

Wissenschaft und Technik lösen Probleme und schaffen neue, bei denen vielleicht Philosophie helfen könnte. Reinhard Jellen unterhält sich darüber bei Telepolis mit dem Physiker und Technikphilosophen Klaus Kornwachs. Außerdem geht es um die Quelle des Fortschrittsdrucks, die Logiken, die wir selbst schaffen, und die instrumentelle Vernunft. (10.04.16)

Unn sünst?

Verarscht: 20 Jahre nach der Sokal-Affäre ist auch Alain Badious Hauszeitschrift hereingefallen und hat einen sinnlosen Quatsch-Artikel mit dem Titel „Ontologie, Neutralität und das Streben, nicht queer zu sein“ abgedruckt, wie die taz meldet. +++ In der Tradition der französischen Strukturalisten steht der Schriftsteller Kurt Drawert, dessen Band mit sprachkritischen Essays von der NZZ rezensiert wird. +++ Ebendort gibt es übrigens auch einen schönen Verriss von „Der Sinn des menschlichen Lebens“ aus der Feder des selbstbewussten „Soziobiologen“ Edward O. Wilson zu lesen. +++ Wie geht man als marxistischer Philosoph mit dem Leerlauf der Geschichte zwischen 1990 und 2000 um? Das verraten Wolfgang Fritz Haugs Aufzeichnungen aus dieser Zeit, die der Freitag vorstellt. +++ Die FR stellt Jürgen Kockas Buch über die Entstehung der sozialen Klasse der Arbeiter in Deutschland vor. +++ In der FR gibt es außerdem ein Interview mit der islamischen Feministin Ziba Mir-Hosseini über die Chancen und Schwierigkeiten der Gleichstellung in der islamischen und der westlichen Welt. +++ Die christlich geprägten Weltgegenden sind (immer noch) besessen von der Apokalypse. Warum das so ist, erklärt Johannes Fried in seiner „Geschichte des Weltuntergangs“, auf die die NZZ hinweist.


Links der Woche am 24.04.2016, 12:50 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 17/16

Arbeiter- und Soldatendrähte

Kai Schlieter unterhält sich für die taz mit dem Cyberwar-Theoretiker Thomas Rid, der jüngst eine Ideengeschichte der Kybernetik vorgelegt hat - eine von Norbert Wiener begründete verführerische Interdisziplin, die „Militär-nahe Forschung mit Gegenkultur, Artilleriefeuer mit LSD“ vereint. (17.04.16)

Bleibt Philosophie Männersache?

Im theorieblog geht es Sabine Hohl um den Aufstieg der Frauen in der Philosophie, dessen Langsamkeit schon länger beklagt wird und beschleunigt werden soll. Als Ursache für den unterdurchschnittlichen Frauenanteil gelten der Diskussionsstil, Talent (!) und die hauptsächlich männlichen Leitsterne der Disziplin; hinzu kommen die übrigen Karrierehemmnisse für Frauen. (21.04.16)

Klassenkampf von oben

Ausführlich beschäftigt sich Marcus Klöckner bei Telepolis mit dem Umgang mit den Besitzlosen in unserer Gesellschaft. Armut greift um sich, der Reichtum auch und die Kluft dazwischen wird von Politik und Medien mit der Verachtung derer gefüllt, die „es“ nicht geschafft haben im Gegensatz zu den Heroen der Eigenverantwortung. (24.04.16)

Fächer in Not

Schon vor einem Weilchen schrieb Felix Lill in der ZEIT über den weltweiten Effizienz- und Rechtfertigungsdruck, der die Geisteswissenschaften marginalisiert. Die Politologen Frank Decker und Eckhard Jesse werden in der FAZ konkreter und beschreiben, wie und warum die Politikwissenschaft öffentlich nur noch mit Querelen, aber nicht mehr mit Expertisen zu aktuellen Streitthemen wahrgenommen wird.

zum Fall Böhmermann

Der Satiriker Jan Böhmermann hat bei ZDF Neo exemplifiziert, dass der Satire juristische Grenzen gesetzt sind, und Türkenpräsi Erdogan sprang gewohnheitsmäßig darauf an, seither: Debatte mit x Metaebenen. Daraus nur zwei ausgewählte: Andreas Frey hat den Text mit der höchsten Schimpfwortdichte der FAZ-Historie geschrieben, weil er darin juristisch und lebensweltlich über Ehre und Beleidigungen meditiert. Im Freitag erinnert der Literaturwissenschaftler Steffen Martus an die Geburt von Kritik und Humor aus dem Geiste der Aufklärung - und wie schwer deren Akteure es im 18. Jahrhundert mit klagewütigen Autoritäten hatten.

Bücher, Bücher, Bücher

Bei Glanz & Elend bespricht Lothar Struck zwei Bücher von Uwe Kolbe und Günther Rüther über das goldene Zeitalter des öffentlichen Intellektuellen in beiden Nachkriegsdeutschlanden. +++ Als die Welt noch endlich war: Die NZZ stellt Philipp Schönthalers kurzweilige Studie über Survival-Literatur der 80er und deren anhaltenden Geist vor. +++ Die NZZ bespricht außerdem Heinz Budes Stimmungsbuch, in dem Heidegger soziologisch wird. +++ Drittens rezensiert Politologe Hans Maier ebd. die voluminöse Dissertation von Ahmet Cavuldak über verschiedene Trennungssysteme von Politik und Religion in westlichen Demokratien.

Et cetera:

Heideggers Schwarze Hefte sind inzwischen gut abgehangen. Nils Heisterhagen widmet seine Kolumne im European den linken und liberalen Intellektuellen, die sich seither mit der Berufung auf Heidegger noch schwerer tun müssten als die neue Rechte. +++ Felix Philipp Ingold ist Experte für russische Avantgarde und beschreibt in der NZZ, wie der Dadaismus auch in der jungen Sowjetunion in Gestalt der „Nitschewoken“ sein Unwesen trieb. +++ Die FAZ stellt eine soziologische Studie über Bildungsaufsteiger vor und darüber, ob sie ihren Erfolg bzw. ihr Scheitern sich oder der Gesellschaft zuschreiben. +++ Joseph E. Stiglitz weiß jedenfalls, warum junge Leute im Westen so sauer sind: Soziale Ungerechtigkeit hat auch eine Altersdimension.


Links der Woche am 30.04.2016, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 18/16

Digitalitur des Proletariats

Manche, schreibt die NZZ, feiern Paul Mason „bereits als neuen Marx“. René Scheu zeigt sich in seinem Portrait spürbar genervt vom linken Etatismus und der ständigen Herumkrittelei am Neoliberalismus, den Marx so übel nicht fände. Für Paul Mason aber steht dank Digitalisierung der Postkapitalismus vor der historischen Haustür. (27.04.16)

Sexistische Scheidungsopfer

In den Hass-Kloaken des Internet wächst sich mancher Spleen zur Bewegung aus. Simon Hurtz portraitiert für die SZ die „Maskulisten“, die hier der durch Genderismus unterdrückten Männlichkeit nachtrauern, dort hasserfüllt gegen Frauen und Homosexuelle hetzen oder sich als Männerrechtler einzumischen versuchen. (27.04.16)

Neue Bücher

Die NZZ blickt auf den Kapitalismus in aktueller Belletristik. +++ Die NZZ bespricht außerdem Christoph Markschies’ religionshistorische Studie über Gottes Körper; dazu könnte passen Lichtwolf Nr. 42 über den #@%*! Gottes. +++ Die FAZ weist auf Jörg Baberowskis neues Buch über Kulturen, Bedingungen und „Räume der Gewalt“ hin. +++ Ausführlich, mit Blick auf aktuelles Auarkie- und Krisendenken und reich an Links bespricht Xaver von Cranach in der ZEIT Philipp Schönthalers Buch „Survival in den 80er Jahren“.

Außerdemos von Sonstnochos:

Letzte Woche beklagten die Politologen Frank Decker und Eckhard Jesse den Zustand ihrer Disziplin. Nun antwortet Hannah Bethke ihnen in der FAZ, dass es nicht am akademischen Nachwuchs liegt. +++ Apropos: Die FAZ weist auch auf die aktuelle Sinus-Jugendstudie hin, welche die junge Generation so unrebellisch wie nie beschreibt. +++ Tilman Krause wirbt in der WELT für eine Wiedervorlage von Alain Finkielkrauts Essay „Niederlage des Denkens“, worin der Topos von „kultureller Identität“ als antiaufklärerischer Kampfbegriff erwiesen wird. +++ Die taz stellt eine südkoreanische Studie vor, wonach Wikipedia demnächst an dem zerbrechen könnte, was das Onlinelexikon so groß gemacht hat. +++ Prost: Michael Kohtes blickt im Freitag auf die Segnungen zurück, die die literarische Welt den Drogen verdankt.



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Monatsbuch

Zeichenkette Stichwort

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