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lichtwolf.de / Monatsbuch / März 2017

Monatsbuch

März 2017

Links der Woche am 04.03.2017, 14:32 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 09/17

Der Trend geht zur Irritationsvermeidung

Im Freitag beschäftigt sich der Literaturwissenschaftler Ralf Klausnitzer mit der wachsenden Wissenschaftsfeindlichkeit sowie mit der Reaktion von Peter Strohschneider, dem Präsidenten der DFG: Zwar kann der sich erklären, warum immer mehr Leute von einer komplexen Welt nichts wissen wollen, andererseits hat er keine Idee, wie man ihre „Irritationstoleranz“ steigern könnte. (27.02.17)

Edel, hilfreich, gut? Lieber nicht.

Anderen grundlos zu schaden ist unmoralisch und unvernünftig, trotzdem machen Menschen es. Der Neurowissenschaftler Steven R. Quartz erklärt in der NZZ mit Beispielen aus Geschichte und Spieltheorie, warum antisoziales Verhalten aus Ressentiment, Neid und Böswilligkeit besonders vor dem Hintergrund von Ressourcenmangel und Konkurrenzdruck wahrscheinlicher wird. (04.03.17)

Sonstiges:

Die NZZ empfiehlt den Essay des NYT-Filmkritikers Anthony O. Scott über die Kunst des feinen Urteils, die u.a. im Mut besteht, zu ent- und unterscheiden und dabei das Risiko des Irrtums in Kauf zu nehmen. +++ Die taz stellt Gisela von Wysockis autobiographischen Adorno-Roman „Wiesengrund“ vor, in dem es auch um die Empfänglichkeit des Frankfurters für weibliche Reize geht. +++ Für Glanz & Elend hat Jürgen Nielsen-Sikora die Walter-Benjamin-Biographie von Lorenz Jäger gelesen und zeigt sich zufrieden, aber nicht glücklich mit dem Werk. +++ Pünktlich zu Thoreaus 200. Geburtstag gibt es „Walden“ als tiefenentspanntes Computerspiel, wie die FAZ meldet. +++ Und apropos andere Medien als Bücher: Dass „Der junge Karl Marx“ gerade in gehobenen Programmkinos läuft, haben Sie ja sicher schon mitgekriegt. +++ In gut zwei Wochen erscheint Lichtwolf Nr. 57 mit dem schönen Titelthema „Der Adel und du“. Als Abonnentin haben Sie das Heft pünktlich zum Frühlingsbeginn im Briefkasten.


Links der Woche am 11.03.2017, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 10/17

Die Last mit dem Lesen und Schreiben

Für die FAZ wägt Thomas Thiel Nutzen und Nachteil des Reformplans zum Wissenschaftsurheberrecht ab, der Forschung und Lehre die weitgehend kostenlose Nutzung von Texten einräumen soll. Verlags- und Wissenschaftsinteressen kollidieren auf der einen Seite, auf der anderen machen Sparzwang und Publikationsflut eine Reform des universitären Bibliothekswesens nötig. (08.03.17)

Humor, Distinktion und Identität

Im Uniblog der FAZ weist Felix Simon auf unterhaltsame Internet-Angebote hin, die mitnichten bloß der studentischen Prokrastination dienen: „Shit Academics Say“, „Research Wahlberg“ und „Lego Grad Student“ sind bei großen und kleinen Wissenschaftlern beliebt, weil ihr Humor nur Insidern des absurden akademischen Betriebs verständlich ist und jene so ihrer Zugehörigkeit zu dieser versichert. (10.03.17)

„Awkwardness, confusion and contradiction“

Andrea Köhler portraitiert in der NZZ den umtriebigen Agenten und Herausgeber John Brockman als „kulturellen Impresario“, der - geprägt von der Hippie-Bewegung - auf seinem „Cyber-Portal“ edge.org Geistes- und Naturwissenschaft sowie Kunst und Technologie zu einer „dritten Kultur“ zusammenschweißt. (11.03.17)

Demokratisches Denken im globalen Trumpistan

In der NZZ denkt Christine Abbt mit Harriet Taylor und John Stuart Mill über das Verhältnis von demokratischer Mehrheitsherrschaft und individueller Freiheit nach - und welche Rolle die Identität dabei spielt. In der ZEIT beobachtet der Schriftsteller Norbert Niemann dieselbe „Verbindung einer marktschreierischen Öffentlichkeit mit skrupelloser Bereicherung und opportunistischer Demagogie“, gegen die Karl Kraus vor 100 Jahren anschrieb. In der ZEIT erklärt Nils Markwardt den Aufstieg des Aufschneiders Trump mit dem Boom des konservativen Talk-Radios, die in den USA die Speerspitze im zynischen Kampf gegen die Relevanz von Vernunft und Tatsachen waren. Uwe Justus Wenzel fragt sich in der NZZ, ob Trump nur ein nützlicher Idiot des rechtsradikalen Chefstrategen Stephen Bannon ist. Thomas Assheuer schließlich hat in der ZEIT ein Wörterbuch rechtspopulistischen Sprechens und Denkens angelegt.

Unn sünst?

Im Gespräch mit Telepolis erklärt der Soziologe Robert Schmidt, was „symbolische Gewalt“ nach Bourdieu ist und welche Rolle sie dabei spielt, sich das Beherrschtwerden gefallen zu lassen. +++ Die SZ unterhält sich mit August Diehl, der im Kino den jungen Marx spielt (Georg Seeßlen bespricht den Film bei Glanz & Elend.), darüber, wo der echte Marx richtig und wo er falsch lag. +++ Die FAZ berichtet von einem sozialwissenschaftlichen Experiment, das nahelegt: Menschen sind durchaus bereit, auf etwas zu verzichten, um eine von ihnen angerichtete Sauerei aufzuräumen. +++ Apropos: Marc Hieronimus erklärt auf postwachstum.de, worum es in seinem Buch „Der Schritt zur Seite“ geht, das sie direkt beim catware.net Verlag bestellen können.


Links der Woche am 18.03.2017, 13:09 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 11/17

Sie machen sich die Welt, ...

...wie sie ihnen gefällt: In der ZEIT (und zuvor auf der Münchner Sicherheitskonferenz) macht sich der israelische Schriftsteller David Grossman Gedanken über das kindliche Verhältnis von Rechtspopulisten zu Wahrheit und Realität, das, wenn es zum herrschenden wird, alle anderen verrückt wirken lässt. Literatur jedoch kann in einer solchen aus den Fugen geratenen Welt das Menschliche noch zusammenhalten. (13.03.17)

Komplexitätsreduktion durch Lärm

Für die NZZ unterhält sich Peer Teuwsen mit dem Psychoanalytiker und Schriftsteller Jürg Acklin über die gegenwärtige Wiederkehr des autoritären Charakters (nach Fromm, Mann und Adorno) allenorts. Dessen offen zur Schau gestellte Schamlosigkeit rührt an antizivilisatorische Reflexe der existentiell überforderten und zugleich gelangweilten Narzissten. (17.03.17)

Außerdemos von Sonstnochos:

Auch die NZZ bespricht Lorenz Jägers Walter-Benjamin-Biographie und zeigt sich ganz begeistert von dem Werk über „den Unvollendeten“. +++ Die NZZ stellt außerdem Karlheinz Stierles Buch über das Entstehen der Moralistik als Dialog mit dem Leser bei Montaigne vor. +++ Der Wissenschaftsverlag De Gruyter will Philosophie unter Altertumswissenschaften subsumieren, was Jürgen Busche im Freitag zu einer Kolumne über Alt-Griechisch und harmloses Studieren veranlasst. Und inzwischen hat De Gruyter nach Protesten klargestellt, den Bereich Philosophie doch erhalten und weiterentwickeln zu wollen. +++ Der Hegelianer und Donaldist Franz Schuh bringt zu seinem 70. Geburtstag ein Buch über das Glück heraus, das genauso essayistisch, autobiographisch, fragmentarisch und aphoristisch geraten ist wie seine diversen Vorgänger und das von der NZZ mitsamt des Autors portraitiert wird. +++ Professionen wie Arzt, Lehrer oder Anwältin leben von Vertrauen und Standesethos; die neoliberalen Versuche, sie zu bloßen Dienstleister zu reduzieren, scheitern an der Weigerung der Klienten, sich als bloße Kunden zu verstehen, wie die FAZ berichtet.




Links der Woche am 25.03.2017, 11:36 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 12/17

Früher war alles gut.

Der politische Erfolg rückwärtsgewandter Populisten ist auch dem menschlichen Hang zur Nostalgie verschuldet, mit dem sich Mohsin Hamid im Freitag beschäftigt. Der Mensch ist einerseits äußerst anpassungsfähig, andererseits stressen ihn Veränderungen. Ohne gibt es aber keine Zukunft, und für deren Ankunft helfen Phantasie und Träume eher als die Idealisierung des Vergangenen. (22.03.17)

Laaangweilig!

Matthias Kalle, stellvertretender Chefredakteur des ZEITmagazins, hat ein Buch über die bzw. seine Jugend geschrieben. In seinem Magazin fragt er sich, ob seine Jugend wirklich von in heutigen Tagen geradezu erholsam wirkender Langeweile geprägt war und was Langeweile überhaupt ist (physiologisch und philosophisch)... (22.03.17)

Populisten auf Logik festlegen

Der Populismus immunisiert sich mit seiner Krawallform gegen Widerspruch, da sich besonnene Demokraten erst auf ihn einlassen müssten. Wie man das macht, beschreibt Daniel-Pascal Zorn in seiner Anleitung „Logik für Demokraten“, die von Harald Staun in der FAZ ausführlich vorgestellt wird. (24.03.17)

Raus aus der Komfortzone

In den USA ist das „Affirmative Consent Kit“ beliebt, das die Einvernehmlichkeit des Geschlechtsverkehrs dokumentiert - worüber Slavoj Žižek in der NZZ den Kopf schüttelt: Statt durch Kontrollverlust ist Sex nun durch Bürokratie und Schutzklauseln geprägt. Und das ist nicht der einzige Auswuchs einer politischen Korrektheit, die Probleme, Ambiguitäten und Konflikte zum Verstummen, aber nicht zum Verschwinden bringt. (25.03.17)

Et cetera:

Der Standard unterhält sich mit Raoul Peck, dem Regisseur von „Der junge Marx“ über das Kapital und Marxens Europa. +++ Matthias Heine hat für die WELT fleißig zusammengetragen: Zum einen die von David Tripolina aufgestellt Liste von 333 (angeblich) unübersetzbaren Wörtern, zum anderen die schönsten Nazivergleiche von Kurt Schumacher über Reinhard Mey bis zu Erdo?an. +++ Gute Nachrichten für unsere Leserschaft: Der Trend geht zur Sapiosexualität, schreibt Nora Belghaus im Freitag, hält aber manche Enttäuschung für diejenigen bereit, die auf Clickbaiting mit Intelligenz reinfallen. +++ Lucas Vogelsang ist in den Wedding gezogen, den die meisten Deutschen als „Problembezirk“ meiden, und hat darüber geschrieben, was in solchen und anderen bunten Stadtteilen eigentlich deutsch ist; der Freitag stellt das Buch „Heimaterde“ vor.

Der neue Lichtwolf

Lichtwolf Nr. 57

Lichtwolf Nr. 57 zum Thema „Der Adel und du“ ist diese Woche erschienen. Es ist wieder ein sehr schönes Heft mit 112 dicht beschriebenen Seiten im A4-Paperback ohne Werbung geworden, das inkl. Versand 8,50 Euro kostet. Alternativ gibt es die Frühlingsnummer auch als DRM-freies E-Book für Kindle und im epub-Format, was bloß 3,99 Euro kostet. Reingucken kann man in Bdolfs Propädeutikum und Schneideggers Analyse der neofeudalen Pöbelherrschaft in den USA, das alles gern auch als PDF-Leseprobe. Das ist eine gute Gelegenheit, sich für nicht mal 30 Klötze ein Jahr lang Lichtwölfe nach Hause kommen zu lassen!



Lektüreempfehlungen


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Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017), September 2017

Titelthema: Alte Berufe

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Lichtwolf Nr. 59 (3/2017)

nächste Ausgabe

51 alte Berufe im philosophischen Portrait, ausführlicher: Alchemist, Matador, Schuster, Schutzmann, Töpfer und Zensor. Außerdem Lachse, Jacques Ellul und Automobile.


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Originalauszüge

Original-Auszüge aus den jüngsten Lichtwolf-Ausgaben als kostenlose Leseproben im PDF-Format.



Monatsbuch

Zeichenkette Stichwort

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Stichwortverzeichnis


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Die erste Gesamtdarstellung der Décroissance-Bewegung und ihrer Ursprünge, ihrer Motive, Denker und falschen Freunde: Das leidenschaftliche und fundierte Plädoyer für ein anderes Leben ist erhältlich direkt beim catware.net Verlag oder im Buchhandel (ISBN 9783941921634) erhältlich - auch als DRM-freies E-Book.



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