Einige Funktionen dieser Website setzen die Speicherung von Cookies auf Ihrem Rechner voraus. Darüber hinaus verwenden wir Cookies von Google, um Anzeigen zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Mehr erfahren Sie in den Datenschutzbestimmungen des catware.net Verlags.

Ok, einverstanden!

lichtwolf.de / Monatsbuch / März 2014

Monatsbuch

März 2014

Links der Woche am 01.03.2014, 14:28 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 09/14

Land der Richter und Henker

Die großen deutschsprachigen Dichter und Denker waren alles Rassisten und Antisemiten, aber keiner will darüber sprechen, schimpft Patrick Spät bei Telepolis. Da auch Heideggers „Schwarze Hefte“ verharmlost werden, hat Spät eine List mit antisemitischen oder rassistischen Sentenzen von Luther, Kant, Hegel, Fichte, Wagner, Heidegger und - Trommelwirbel - Hannah Arendt zusammengestellt. (23.02.14)

Arschoffener Zugang

Wie die ZEIT meldet, sind seit 2008 120 computergenerierte Artikel in Fachzeitschriften gelandet, auch in solchen, die sich einer peer review rühmen und Uni-Bibliotheken stolze Summen für ein Abo abnehmen. Nun könnte man das als weiteres Indiz für die Überlebtheit des Wissenschaftsverlagswesens ansehen, doch nicht Roland Reuß: Der seit Jahren gegen Open Access kämpfende Germanist klagt in der FAZ die maoistischen Pläne Baden-Württembergs an, Open Access verbindlich für staatlich besoldete Wissenschaftler zu machen. Einen ganz anderen Zugang stellt uns die taz mit Alain de Bottons populärphilosophischem Web-Projekt vor, das über seine Yellow-Press-Aufmachung philosophische Erörterungen in die Birnen seiner gossip-geilen Leserschaft schmuggeln will: The Philosopher’s Mail.

Allein gegen eine Welt voller erfundener Feinde

Georg Seeßlen hat Thilo Sarrazins neues Buch gelesen und berichtet im Freitag, wie er darin auch etwas anderes als Rechtspopulismus zu finden versuchte. In der Tat lässt sich das Buch wie die Krankenakte eines Mannes (bzw. eines ganzen Landes) mit schwerer narzisstisch-paranoider Persönlichkeitsstörung lesen: einsam, unglücklich, egoman. (27.02.14)

Jüngere und jüngste Absolventen

Das Abi nach 12 Jahren ist überall auf dem Rückzug. Tilman Spreckelsen rekapituliert in der FAZ, wie im bildungsökonomischen Jugendwahn manche pädagogische Chance vertan wurde und warum die um ihre Kinder besorgten Eltern dem G9 den Vorzug vor Drillanstalten geben. (28.02.14)


Links der Woche am 08.03.2014, 14:24 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 10/14

Non schola sed vitae

Studium fertig, aber erstmal was ganz anderes machen als man gelernt hat? Die ZEIT hat einige Uni-Absolventen aufgestöbert, die sich jenseits ihrer ECTS-Felder verdingen: Physiker auf dem Bau, Architektin hinter dem Tresen, Bioniker in der Grundschule, Politologe im Callcenter. Sehr hilfreich sind wie immer die Kommentare der ZEIT-Leserschaft.

„No pasarán!“

Der philosophische Lautsprecher Bernard-Henri Lévy ließ sich nicht lumpen, sondern seinem Boykottaufruf Taten folgen und hat sich auf den Euromaidan in Kiew begeben. Seine dort gehaltene Rede ist (inkl. des Hitlervergleichs, den Hillary Clinton plagiiert hat) in der FAZ nachzulesen. (03.03.14)

Mal eben kurz

Micha Brumlik schreibt in der taz über Heideggers Schwarze Hefte und Walter Mignolos Buch „Epistemischer Ungehorsam“ (2012). Beide Autoren verbinden ihre Kritik des westlich-instrumentellen Denkens mit fast bzw. ziemlich antisemitischen Gedanken über das Judentum und seinen (globalen) Einfluss auf die Weltgeschichte. (04.03.14)

Außerdemos von Sonstnochos:

Die taz unterhält sich mit dem Philosophen Nikos Dimou über sein seit Winckelmann in Europa idealisiertes Heimatland und die Krise. +++ Auch die ZEIT freut sich über Alain de Bottons Synthese von Tiefsinn und Boulevard auf The Philosopher’s Mail. +++ Maik Söhler von der taz hat mal wieder das gute, alte Civilization mit philosophischem Anspruch gespielt. +++ „Du sollst nicht funktionieren!“, fordert Ariadne von Schirach in ihrem neuen Buch, das von der taz eher kurz vorgestellt wird. Ziemlich hin- und hergerissen zeigt sich Antonia Baum in der FAZ von Schirachs Gegenwartskritik, während Tina Klopp in der ZEIT der Autorin Thesenarmut vorwirft. +++ Nebenan bei Glanz & Elend zeigt sich der gute Kollege Jürgen Nielsen-Sikora wenig überzeugt vom Neuen Realismus, den Markus Gabriel mit seinem Buch „Warum es die Welt nicht gibt“ begründen will.

Frauen

Anlässlich des heutigen Weltfrauentags wollen wir auch nur mal hallo sagen.


Links der Woche am 15.03.2014, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 11/14

Der ewige Heidegger

Als „Dokumente der Niedertracht“ bezeichnet Jürgen Kaube, Weber-Biograph und Geisteswissenschaftler der FAZ, mit der Geste des letzten Worts die Schwarzen Hefte Heideggers. Zitatreich weist er den Antisemitismus, Nazismus und Narzissmus in den Notizen der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts nach.

Im Zuge der seit Wochen anhaltenden Debatte ist nun auch ein Buch über das SPIEGEL-Interview mit Martin Heidegger von 1966 erschienen. Abermals Jürgen Kaube führt ein ins Gerede und Heideggers Egomanie und stellt das von Lutz Hachmeister herausgegebene Buch als Gruppenportrait einer unvollständig entnazifizierten Bundesrepublik vor. Auch Uwe Justus Wenzel von der NZZ hat es gelesen und staunt über den SS-Mann vom SPIEGEL im Gespräch mit dem NS-Rektor, die sich gegenseitig ihrer missverstandenen Unschuld versichern. Die taz zu guter Letzt unterhält sich mit dem Autor Lutz Hachmeister über die devote Haltung des SPIEGELs und Heideggers Internet-Kritik.

Die Elektrifizierung der freien Künste

Die FAZ hat eine neue Reihe zur Digitalisierung der/in den Geisteswissenschaften gestartet. Eröffnet wird sie von Hans Ulrich Gumbrecht, demzufolge Epistemologie schon immer technologisch überformt wurde, aber nun in einem epochalen Ausmaß, dem bloß mit „Digital Humanities“ nicht gerecht zu werden ist. Drum formuliert er vier Desiderata zum Bedenken der „Welterschließung unter elektronischen Bedingungen“. Sodann legt Claus Pias los, indem er der „Gegenwartsvergessenheit“ mit einer Ideengeschichte der Systemtheorie und Kybernetik beizukommen versucht. Deren Erkenntnisideal einer Vorhersage der Zukunft zum Zweck ihrer Kontrolle ist längst auch das von Politik und Wirtschaft (und Literaturbetrieb?).

Künftig alles (halb) im Netz

Matthias Becker schließt bei Telepolis an seinen Januar-Beitrag zum „Unterricht im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ an: Mit Blick auf die Situation in den USA beschreibt er, wie MOOCs das Bildungssystem umformen werden und welche Sorgen und Hoffnungen mit der digitalen Kommodifizierung von Bildung verbunden werden. (14.03.14)

Unn sünst?

Matt Russell und Nick Gibb machen Comics für die Zielgruppe: „Dead Philosophers in Heaven“ (Die Niveauhöhe kann produktionsbedingt variieren.) +++ Die Kollegen vom unabhängigen Muckemagazin De:Bug geben nach 16 Jahren auf. +++ Lohnt ein Studium?, fragt Florian Rötzer bei Telepolis natürlich rein egobetriebswirtschaftlich, betrachtet Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt und urteilt: Nö. +++ Jonathan Rée stellt im Freitag/Guardian das neue Buch von Terry Eagleton vor, in dem das philosophiehistorische Scheitern des Atheismus dargelegt wird. +++ Elias Canettis Aufzeichnungen und Notizen über Tod und Unsterblichkeit wurden zu einem „Buch gegen den Tod“ zusammengefasst, das Martin Meyer von der NZZ nicht gerade vom Hocker reißt. +++ Der neue Lichtwolf mit dem Titelthema Spielchen ist unterwegs und wird Ende kommender Woche in den Briefkästen der Abonnenten sein.


Links der Woche am 22.03.2014, 14:52 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 12/14

Leben und Liebe im Exil

Der Philosoph Michail Ryklin hat ein Buch über seine Frau Anna Altschuk geschrieben, die 2008 tot in der Spree aufgefunden und als Kreml-Kritikerin verkauft worden ist. Ryklin und Altschuk waren nach ihren religionskritischen Ausstellungen aus Russland exiliert, so ist das Buch eine persönliche und zugleich politische Entfremdungsgeschichte, wie Ekkehard Knörer im Freitag schreibt. (19.03.14)

Tor gegen Aristoteles

Demnächst ist wohl irgendwas mit Fußball - und damit auch die Zielgruppe mitreden kann, informiert uns Raúl Rojas bei Telepolis über Flugbahntheorien aus der Zeit, als Physik noch ein Teilgebiet der Philosophie war, und was die (post)aristotelische Impetustheorie für Torwart und Stürmer bedeutet. (19.03.14)

Chickengame auf der Krim

Joachim Müller-Jung von der FAZ unterhält sich mit dem Spieltheoretiker Manfred Milinski über Drohkulissen, Entscheidungen und Optionen in der Krim-Krise, für die Modell und Kalkül nur dann taugen, wenn Putin und der Westen tatsächlich rationale Spieler sind. (20.03.14)

Vernichtungskrieg zur Überwindung der Metaphysik

Heidegger hat seine seit Wochen umraunten Schwarzen Hefte absichtlich ans Ende der Gesamtausgabe platziert, schreibt Thomas Asshauer in der ZEIT und empört sich nicht zu knapp („philosophischer Wahnsinn“, „Gedankenverbrechen“). Denn Heidegger hatte sich den Notizen nach von allem mehr erhofft: von Hitler, vom Subjekt, vom Volkswillen, vom Untergang und von der Entjudung. (21.03.14)

Fragen des Fraggens

Hy Quan Quach informiert uns auf Gamona über Camper Killer Commentary, den Youtube-Kanal eines gewissen Mr. Siff, der darin den Fragen des Fraggens von Campern nachgeht - aber wohl auch philosophischen (oder was man in der Gamer-Szene dafür hält); allerdings wohl nicht der, ob und wann es moralisch vertretbar ist zu campen. (22.03.14)

Nachher gibt es hier noch den neuen Lichtwolf - also bleiben Sie dran oder abonnieren Sie das Ding prophylaktisch!






Intime Interna am 23.03.2014, 11:52 Uhr

Das neue Heft ist da!

Fun and Games zur Frühlingszeit.

Die Frühlingsausgabe des Lichtwolf beschäftigt sich mit dem Titelthema „Spielchen“ und ist ab sofort im Einkaufszentrum und im Abo erhältlich.

Lichtwolf Nr. 45 (Spielchen)

Lichtwolf Nr. 45 (Titelthema: „Spielchen“) darf ab sofort im Einkaufszentrum bestellt werden.

Innendrin im Heft geht es um den homo ludens und das Spiel des Lebens, um Rollen-, Beziehungs-, Kriegs- und Sprachspiele, um Spieltheorie, Räuber und Gendarm. Außerdem behandelt die Nr. 45 der „Zeitschrift trotz Philosophie“: Fun mit Adorno (der gleich mehrfach vertreten ist), Katzen, kontrafaktische Nazi-Romane und den vergessenen tschechischen Arbeiterschriftsteller Svatopluk Turek.

Zu Recht sind Sie skeptisch, ob 96 Seiten im DIN-A4-Paperback mit handgemachten Illustrationen wirklich die 7,80 Euro (inkl. Versand) wert sind, wenn das so ostentativ in diesem Bescheißer-Internet angepriesen wird. Wenn Sie mögen, können Sie sich also erstmal die Leseprobe (Lichtwolf Nr. 45 (Frühling 2014), S. 2-11) als PDF-Datei herunterladen (1,63 MB). Oder Sie blättern durch Auszüge aus der Nr. 45 im LichtwolfReader. Online verfügbar sind die folgenden Beiträge:

-die Einleitung ins Titelthema,

-Bdolfs „Propädeutikum und Prolegomena zum Thema“,

-Gina Reimanns „Wenn nichts mehr geht“ sowie

-der Anfang von Michael Helmings spieltheoretischer Borges-Krimi-Exegese.

Wurde schon erwähnt, dass man den Lichtwolf abonnieren kann?


Links der Woche am 30.03.2014, 14:14 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 13/14

Demokratisierung des Wissens = neoliberal

Die FAZ setzt ihre Reihe zu Digitalisierung und Geisteswissenschaften fort. Diesmal denkt Philip Mirowski über das Konzept der Offenheit in und von Forschung und Lehre nach. Dabei zeigt er sich einigermaßen skeptisch, ob das Internet und sein neoliberaler Begleitgesang die Lösung oder das Problem ist. (29.03.14)

Heidegger im Freitag

Auch der Freitag nimmt sich der feuilletonistischen Neuentdeckung Martin Heidegger an. Jürgen Busche bespricht Lutz Hachmeisters Buch über die Hintergründe des SPIEGEL-Interviews und zeigt sich etwas enttäuscht. Michael Jäger stellt sich auf die Seite der Heidegger-Ankläger und führt als Beweisstücke die Schwarze Hefte an, in denen sich der Todtnauberger als ganz gewöhnlicher Nazi zeigt.

Gemeinsamkeit von Bombenkrieg und Finanzwirtschaft

Steuergelder retteten in der Finanzkrise Banker vor den Folgen ihrer Gier und halten Politiker via Wahlgeschenke im Amt. Diese politische und ökonomische Verantwortungslosigkeit hat der Psychoanalytiker Erich Fromm schon vor Jahrzehnten als pathologisch beschrieben, wie Dirk Schümer in der FAZ in Erinnerung ruft. (29.03.14)

Verflucht bis ins neunte Glied

NZZ-Philosoph Uwe Justus Wenzel hat von der medialen Taufe der „Generation Maybe“ gehört, die auf X und Y folgt und auf Zigarettenreklame zurückgeht. Die Maybes sind 20-35 Jahre, haben sonst aber kaum noch was gemein außer ihrer Indifferenz. Weit mehr jedoch wundert sich Wenzel über die Inflation solcher Generationsetiketten. (29.03.14)

Et cetera:

Die NZZ schreibt einen Nachruf auf den Religionsphilosophen Eugen Biser. +++ Die Greifswalder Politologin Hannah Bethke regt sich in der FAZ über ihre illiteraten Studierenden auf. +++ via der blinde Hund: Sarah Adams schreibt Gedicht über Philosophen. +++ Es gibt übrigens eine neue Lichtwolf-Ausgabe (Thema: Spielchen) und in der E-Book-Boutique minimore sind auch Lichtwölfe als epub erhältlich.



Lektüreempfehlungen


Reklame

Die erste Dekade

Lichtwolf - Die erste Dekade - der Sammelband mit dem Besten aus den Jahrgängen 2002 bis 2012 für nur 29,80 Euro; billiger ist nur ein Abo.



Im Einkaufszentrum »

Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017), September 2017

Titelthema: Alte Berufe

vorherige Ausgabe

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017)

51 alte Berufe im philosophischen Portrait, ausführlicher: Alchemist, Matador, Schuster, Schutzmann, Töpfer und Zensor. Außerdem Lachse, Jacques Ellul und Automobile.


Das nächste Heft erscheint am 20. Dezember 2017 mit dem Titelthema Ins Gesicht. »» Abonnieren


Reklame


Besuchen Sie auch mal den Verlag:

catware.net Verlag

catware.net Verlag - Lichtwolf & Bücher für alle und keinen.



Monatsbuch

Zeichenkette Stichwort

« März 2014 »
So Mo Di Mi Do Fr Sa
      1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031

Stichwortverzeichnis


Archiv


catware.net Verlag

Martin Gohlke: Im Bauch der Titanic

Da wird die Geschichte der westdeutschen Intelligenz lebendig: Martin Gohlkes Roman gibt es als Hardcover mit 394 Seiten beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 19,80 €.


Marc Hieronimus: Der Schritt zur Seite

Die erste Gesamtdarstellung der Décroissance-Bewegung und ihrer Ursprünge, ihrer Motive, Denker und falschen Freunde: Das leidenschaftliche und fundierte Plädoyer für ein anderes Leben ist erhältlich direkt beim catware.net Verlag oder im Buchhandel (ISBN 9783941921634) erhältlich.


David Hume: Von der Regel des Geschmacks

David Humes Essay über die Ästhetik „Von der Regel des Geschmacks“, von Martin Köhler neu übersetzt: als Taschenbuch beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 6,80 € - sowie als E-Book für Kindle oder im epub-Format für bloß 2,99 €.



www.lichtwolf.de