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lichtwolf.de / Monatsbuch / März 2012

Monatsbuch

März 2012

Links der Woche am 03.03.2012, 14:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 09/12

Schaden und Nutzen

Falls Rot-grün, Occupy und NABU hierzulande noch ein Dokument zur Wiederbelebung und Blockbildung fehlte, liegt es nun aus der Feder von Naomi Klein in den Blättern für deutsche und internationale Politik vor: Die Rechte leugnet den Klimawandel, weil sie von dem System profitiert, das ihn forciert. Im Umkehrschluss sind der Kampf gegen den Klimawandel und der für eine gerechtere Wirtschaftsform derselbe.

Geistreich und bildungsarm

Bei uns wohnt die "Wissensgesellschaft" in der "Bildungsrepublik". Andrea Roedig hegt im Freitag allerdings Zweifel an den Segnungen einer Bildungsinflation, die sich darin äußert, dass ein hohes Bildungsniveau - zumindest den Geisteswissenschaftler - weder sicheren Job noch hohes Gehalt bescheren, und dass Wissen zur Ware wird, die um des Profits willen massenhaft und billig auf Halde produziert wird. (27.02.12) (Ein gutes altes Beispiel für das gebildete Prekariat gibt der Privatdozent ab, mit dem sich Stefan Laube in der FAZ beschäftigt. Auf Laubes "Versorgungsmentalität" antwortet ein mit dem Status quo sehr zufriedener Volker Rieble.)

Reiche nie aus den Augen lassen

Und wenn Sie jetzt noch immer keinen Hals auf die Besitzenden haben, tun Sie sich noch das rein: Die taz stellt via dpa eine der beliebten US-Studien vor, die Vorurteile bestätigen. Fahrer dicker Autos wirken demnach nicht nur rücksichtsloser, sie sind es auch, und Reiche greifen im Gegensatz zu Armen eher mal anderen in die Tasche. (28.02.12)

Aus Schaden klug

Trost finden die zu kurz Gekommenen in der FAZ, wo Christian Geyer (eher kritisch) Reinhart Kosellecks weitgehend psychologiefreie Erkenntnistheorie des Besiegten vorstellt. Demnach können Niederlagen zumindest die Historiker scharfsinniger machen. (21.02.12)

Ungenormter Sonnenumlauf

Na, haben Sie das Beste aus dem 29. Februar gemacht, den es dieses Jahr mal wieder als Dreingabe zu den üblichen 365 dazu gab? Wie und warum das mit den Schaltjahren bzw. -tagen so ist, erklärt Klaus Bartels in einem höchst lesenswerten NZZ-Beitrag zur globalen Kalendergeschichte. (01.03.12)

Zumutung Freiheit

Freiheit ist schön, macht aber viel Arbeit. Drum ist der Liberalismus wenig sexy, aber notwendig, so der Tenor des Aufsatzes von Gerhard Schwarz in der NZZ. (02.03.12)


Links der Woche am 10.03.2012, 14:03 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 10/12

Sei empowert und sei froh, und putz' nochmal das Kunden-Klo!

Schon gewusst? "Kik" ist ein Akronym für "Kunde ist König". Thomas Ebermann hat die Steigerung des Psychoterrors für Arbeitnehmer, nämlich firmeninterne Motivationshymnen, für die Theaterbühne aufbereitet und lässt sie dort u.a. von Schorsch Kamerun (Goldene Zitronen) zu Gehör bringen, so erzählt die taz. (05.03.12)

Comedia dell’Arte in unserer Gesellschaft

Markus Metz und Georg Seeßlen hauen pro Jahr mindestens ein profundes Buch zur Seelen- und/oder Popkultur-Lage heraus. 2012 eröffnen sie dieser Tage mit "Bürger erhebt euch!", die taz bringt einen begriffsklärenden Vorabdruck aus dem Buch, das eine gefährliche Spannung zwischen progressivem Citoyen und konservativem Bourgeois diagnostiziert. (06.03.12)

Langsamkeit und Verbrauch

Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia rechnet in ihrem FAZ-Blog die Theorie Ivan Illichs durch, man sei unter Berücksichtigung aller Kosten mit dem Auto kaum schneller als mit dem Fahrrad. Nicht nur das Ergebnis ist faszinierend, auch der Gedankenrahmen, demzufolge "power" korrumpiert - politische wie elektrische "power". Illich empfahl darum schon anno 1973 eine gesellschaftliche Energiediät. (06.03.12)

cf. Wachowski, A. & L.: "Matrix" (1999)

Vor zwei Wochen ging es um die Art, wie Philosophen - namentlich Axel Honneth - in Film und Literatur Quellen zur Illustration ihrer Theorien finden. Susanne Schmetkamp führt im Theorieblog die Diskussion über das rechte Verhältnis weiter und kommt zu dem Schluss, Philosophie und Narration bereicherten einander. (07.03.12)

Schwarmintelligenz statt Fürstengeist?

Die Ansicht, Netzwerke und Moral seien affirmative Scheiße, die einzig den Herrschenden zum Machterhalt dient, scheint schon etwas älter zu sein. Sie nämlich hat Machiavelli zur Suche nach einer neuen Ordnung zwischen Volk und Herrscher getrieben, so der Tenor von Volker Reinhardts biographischem Buch "Machiavelli oder Die Kunst der Macht", das Cord Riechelmann in der FAZ bespricht. (08.03.2012)

Nicht zurückblicken

Das Wortspiel macht's nicht falsch: "In Würdigung seiner kapitalen Geschichte hat Europa Griechenland stets hohen Kredit eingeräumt." Unter dieser Prämisse untersucht Manuel Gogos in der NZZ das krasse Verhältnis zwischen dem Griechenland als Wiege abendländischer Kultur und dem Griechenland unterm Joch der Sparkommissare. (09.03.12)

Das Weitere und Engere

In der ZEIT weist Frank Schäfer auf ein neues Buch voller Interviews mit Hunter S. Thompson hin. +++ Genf hat sich mit seinem wohl berühmtesten Citoyen ausgesöhnt und wird Rousseau zu seinem diesjährigen 300. Geburtstag mächtig feiern, meldet die NZZ. +++ Suhrkamp zögert, die Übersetzung einer Trotzki-Biographie von 2009 herauszubringen - weil sie mit liebgewonnenen Mythen aufräumt, wie Lorenz Jäger in der FAZ spekuliert? +++ Gleich zwei Nervensägen in einer Meldung? Das geht: Schlotterdeik weiß schon jetzt, Gauck werde "uns" pastoral auf die Klötze gehen.


Links der Woche am 17.03.2012, 14:32 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 11/12

KI sag mal "Piep"!

In diesem Jahr wäre der Computerpionier Alan Turing 100 Jahre alt geworden. Bei den Scilogs eröffnet Tarek Richard Besold darum unter der schönen Überschrift "Turings Werk und Searles Beitrag" eine Reihe zum Turing-Test, den eine künstliche Intelligenz bestehen müsste, um als solche anerkannt zu werden. (13.03.12)

Nach dem Vektor zum Bahnhof fragen

Quantenphysiker Joachim Schulz lässt uns - ganz formelfrei! - in den Scilogs an einer der vielen Segnungen der Mathematik teilhaben, nämlich am Vektorraum, der als Koordinatensystem jeder Leserin und jedem Leser noch bekannt vorkommen sollte. Damit lässt sich der Raum beschreiben und womöglich auch die Raumzeit. (13.03.12)

Am Katheder auf Arbeit

In der FAZ wird weiter über den Privatdozenten debattiert. Remigius Bunia stellt im Rückblick fest, dass nicht der Umgang mit dem PD, sondern der mit der Lehre das Problem ist. Zur Lehre ist man befugt oder berufen, zum Unterrichten wird man gezwungen (13.03.12)

Die laue Flut

Jürgen Kaube beschäftigt sich in der FAZ mit der Sachbuchflut und den Gründen, warum von ihr nicht mehr als einige Pfützen bleiben werden. In den 60ern hinterließ jede Sachbuchsaison Klassiker, die in Diskussionen gestählt, von Lektoren fit gemacht und unter Entbehrungen fertiggestellt wurden! Heute hat die DFG "Sondertöpfe für Vorhaben, die besonders riskant sind, weil man nicht schon vorher weiß, was dabei herauskommt." (16.03.12)

Alles fließt

Die Frankfurter Universität feiert Derrida gerade mit einer Riesenkonferenz ab und mutmaßlich aus Anlass eines Derrida-Revivals besucht Maximilian Probst für die ZEIT den Dekonstruktionsschüler Jean-Luc Nancy. Zufrieden ratlos darf er miterleben, wie die starren Verhältnisse, gegen die man einst denkend antrat, sich inzwischen komplett verflüssigt haben. (16.03.12)

Außerdem:

Rüdiger Safranski hat Joachim Gaucks Buch "Freiheit" gelesen und zeigt sich in der WELT begeistert vom Liberalismus des abmorgigen Bundespräsidenten. +++ Anlässlich seines 90. Geburtstags würdigt die ZEIT den Philosophietransformator Karl Otto Apel, wie gewohnt ausführlicher bei Glanz & Elend nebenan. +++ Im Freitag weist Tom Strohschneider darauf hin, dass Terry Eagleton die Kapitalismuskritik eines gewissen Herrn Marx gegen Kritiker verteidigt. +++ Harald Lesch und Wilhelm Vossenkuhl haben sich bei Rotwein über Philosophie unterhalten, herauskam ein 700-Seiten-Buch, von dem die SZ überhaupt nicht begeistert ist.






Intime Interna am 22.03.2012, 09:27 Uhr

Deutschland, ab ins Bett!

Die neue Frühlingsausgabe ist da!

Tittenhitler

„Das stolz bekannte Nichts, das mir zu Hitler einfiel, schlägt, denke ich, alles, was den aktiven Freiheitskämpfern nicht eingefallen ist.“ Karl Kraus, Die Fackel Nr. 912, Aug. 1935, S. 70

...und es ist vollkommen normal, liebe Leserin, lieber Leser, in Ihrem Alter beim Anblick dieses Titelbilds nicht zu wissen, wohin mit den Hormonen. Gänsehaut, Schockstarre, Lustschweiß und Herzrasen lassen in der Regel mit Bestellen eines Lichtwolf-Abos oder des Einzelhefts nach.

Näheres zu dem, was hinter dem Schlafzimmerblick des Brüsteführers im aktuellen Frühlingsheft drinne steht, entnehmen Sie bitte dem entsprechenden Beipackzettel im Einkaufszentrum. Die ersten sieben Seiten der Ausgabe können im LichtwolfReader kostenlos durchgeblättert und studiert werden, ebenso unteuer ist der Download nämlicher Auszüge als PDF, zu bewerkstelligen hier. Es stehen auch zwei Beiträge zur unverbindlichen Onlinelektüre bereit, nämlich Bdolfs Prolegomena zum Titelthema sowie die erste Hälfte des Essays "Springtime for Tittenhitler" von Marc Hieronimus.

(Das Atmen und Bestellen nicht vergessen vor lauter Erregung!)


Links der Woche am 24.03.2012, 19:38 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 12/12

Die Ironie der Zensur

Macha Séry hat in den Archiven einen Artikel gefunden, in dem Albert Camus 1939 beschrieb, wie Freiheit, vor allem Pressefreiheit unter den Bedingungen der Unfreiheit möglich ist. Es ist von passender Ironie, dass dieser Text der Zensur zum Opfer fiel und erst jetzt in deren Archiven gefunden wurde, wie Jürg Altwegg in der FAZ berichtet. (20.03.12)

Vom Gekritzel zum Opus

In der NZZ bespricht Ludger Lütkehaus den neunten Band von Nietzsches "Handschriftlichem Nachlass ab Frühjahr 1885", der ab sofort für lumpige 338 Euro erhältlich ist (alternativ kann man dafür 13 Jahre lang den Lichtwolf abonnieren). Die Philologen waren gut - vielleicht zu gut - zu Nietzsche, der in den Arbeitsheften von 1888 einräumt, "wie ein Schwein zu schreiben". (24.02.12)

Apropos Gekritzel

Zwei Texte beschäftigten sich diese Woche mit dem Wandel der Schriftkultur, der ja wie die Plattentektonik nur von Fachleuten mit komplizierten Geräten zu bestimmen ist. Zum einen stellt Eduard Kaeser in der NZZ die Rolle der Haptik beim Schreiben in den Vordergrund, um sich sodann mit dem Gewische und Gefingere des Touchscreen-Wesens zu beschäftigen. Zum anderen bemerkt Harald Jähner in der FR das Aussterben der Grußfloskel "Lieber..." - in einem Text, der trotz eines homophoben Ausreißers lesenswert ist.

Wonnen der Maloche

Mit dem Buch von Alain de Botton über "Freuden und Mühen der Arbeit" beschäftigt sich in der ZEIT Max Neufeind, der beim Rezensieren einmal den Roman im Blick behält, den Thomas von Steinaecker ebenfalls der modernen Arbeitswelt gewidmet hat, und daneben auch Hegels Definition von sinnvoller Arbeit. (22.03.12)

Mind the Gap

An einer lückenlosen Geschichte der Philosophie wird am King's College in London gearbeitet. Die Zeitleiste startet mit Hesiod und ist inzwischen bei Marc Aurel angelangt.


Kurz und Klein am 26.03.2012, 20:27 Uhr

Selbst gelernt = anders gelernt

Das Buch will dem Leser einen veränderten Begriff von Bildung näher bringen. Es stellt dabei (folgerichtig) keine schulmeisterhafte Endlösung aller Bildungsmiseren vor, sondern lässt andere zu Wort kommen. Menschen reden über ihre ungewöhnlichen Bildungswege und daraus resultierenden Bildungsbegriffe.

Auch wenn mit Formulierungen wie "in Eigenregie verwirklichter Bildung" um sich geworfen wird, ist die Vielfalt der Ansätze doch erfreulich zu lesen im Sinne eines "Es geht auch anders!", Gedanklich herausforderndes - im Sinne von "was lernen" - stellt sich bei der Lektüre jedoch einzig in den jedes Unterkapitel abschließenden Aufsätzen ein. Dies ist jedoch schon eine Menge: vielfältige Wege und Begriffe von Bildung, angereichert mit wirklich klugen theoretischen Betrachtungen.


Lichtwolf Nr. 37

Mehr Rezensionen vom Lichtwolf?

Diese und weitere Besprechungen finden Sie in Lichtwolf Nr. 37 (Titelthema: "Tittenhitler") - erhältlich hier im Einkaufszentrum für nur 6,80 Euro.




Intime Interna am 30.03.2012, 09:01 Uhr

Lesung beim IPuP in Bremen

Bremer (und angeschlossene Umländer) hergelesen! Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus veranstaltet am morgigen Samstag, 31.03. ab 20 Uhr in der Theaterwerkstatt Schlachthof einen geselligen Abend. Zelebriert wird der vor zwei Jahren erfolgte Gründungsakt des Denkpanzers. Das aus dem Lichtwolf wohlbekannte IPuP bringt den Gästen Rausch und Wahn: Korn zum Empfang, Bier zum philosophischen Opus.

Herr Schneidegger ist auch dabei und wird mit Sonnenbrille und Kapuzenpulli so lange aus dem aktuellen Lichtwolf ("Tittenhitler") vorlesen, bis man ihm das Mikrophon abschaltet. (Wie schön es beim letzten Mal war, vermitteln die Bewegtbildaufnahmen.)

Hüpfburg angefragt.

Die "Links der Woche" verschieben sich um etwa 24 Stunden, weil der große Meister sich weder Smartphone noch Tablet oder Laptop leisten und entsprechend nicht ausm Zug heraus posten kann.



Lektüreempfehlungen


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Die erste Dekade

Lichtwolf - Die erste Dekade - der Sammelband mit dem Besten aus den Jahrgängen 2002 bis 2012 für nur 29,80 Euro; billiger ist nur ein Abo.



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Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017), September 2017

Titelthema: Alte Berufe

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51 alte Berufe im philosophischen Portrait, ausführlicher: Alchemist, Matador, Schuster, Schutzmann, Töpfer und Zensor. Außerdem Lachse, Jacques Ellul und Automobile.


Das nächste Heft erscheint am 20. Dezember 2017 mit dem Titelthema Ins Gesicht. »» Abonnieren


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Monatsbuch

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Martin Gohlke: Im Bauch der Titanic

Da wird die Geschichte der westdeutschen Intelligenz lebendig: Martin Gohlkes Roman gibt es als Hardcover mit 394 Seiten beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 19,80 €.


Marc Hieronimus: Der Schritt zur Seite

Die erste Gesamtdarstellung der Décroissance-Bewegung und ihrer Ursprünge, ihrer Motive, Denker und falschen Freunde: Das leidenschaftliche und fundierte Plädoyer für ein anderes Leben ist erhältlich direkt beim catware.net Verlag oder im Buchhandel (ISBN 9783941921634) erhältlich.


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