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lichtwolf.de / Monatsbuch / Februar 2012

Monatsbuch

Februar 2012

Links der Woche am 04.02.2012, 15:02 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 05/12

Anarchismus immer und überall

Die Occupy-Bewegung ist links, aber bemerkenswert unsozialistisch. Ob der Anarchismus der zeitgemäße Utopieversuch ist, fragt Uwe Ebbinghaus in der FAZ, und stellt zunächst einmal das Fehlen einer ideologischen Kontinuität fest. Die aber muss kein Mangel sein, sondern ist vielmehr Gemeinsamkeit vieler anarch(ist)isch geprägter Protest-, Revolutions- und Bewältigungskulturen. (30.01.12)

SNAFU

Im Tagesspiegel unterhält sich Angelika Brauer mit Axel Honneth über die wachsende Kluft zwischen arm und reich, die einerseits der Kritischen Theorie zu neuer Aktualität verhilft, andererseits von einem Mangel an öffentlicher Empörung begleitet ist. Intellektuelle spielen dabei normalisierte Rollen. (02.02.12)

Genug Wissen für alle

Hans-Werner Sinn will mehr vom Sachverstand geleitete Politik. Michael Blume erklärt in den Chronologs warum diese zunächst einleuchtende Forderung weder der Politik noch der Wissenschaft nützt. Denn auch letztere lebt vom Engagement aller und nicht nur der Eliten, drum sein Aufruf an jeden, sich in die Wissenschaften zu stürzen! (03.02.12) (vgl. dazu die Essay-Reihe von Stefan Schulze Beiering, deren Kritik der Geisteswissenschaften sich vor allem gegen deren Elitarismus richtet.)

Nachbar Frankfurter Schule

1955 kehrte Ulrich Sonnemann in das Land zurück, aus dem er vor den Nazis fliehen musste, und schrieb fürderhin zur "Einübung des Ungehorsams in Deutschland", u.a. mit "Vorstudien zur Sabotage des Schicksals" und anderen vielversprechenden Titeln, die uns Uwe Justus Wenzel in der NZZ zum 100. Geburtstag Sonnemanns vorstellt. (04.02.12)

Anderswo:

Augsburger aufgepasst: Im Dr. Hofweber Institut findet kommende Woche der letzte Philosophie Slam statt. +++ Die Konkurrenz schläft nicht: Werben&Verkaufen meldet, dass "Philosophie Magazin" und "Hohe Luft" mit den Verkaufszahlen ihrer ersten Ausgaben zufrieden sind und in Serie gehen wollen.


Links der Woche am 11.02.2012, 14:07 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 06/12

Die Katastrophe und das Denken

Das Erdbeben von Lissabon gab 1755 der Theodizee-Frage neuen Schwung. Nicht nur Voltaire geriet angesichts der Katastrophe in Zweifel über eine angeblich harmonische, sinnvolle Weltordnung. Bei Glanz & Elend beschreibt Karim Akerma sehr schön, wie Rousseau - der zur Anthropodizee übergeht - und Kant - der das Gute hinter dem Unglück sucht - mit der Erschütterung umgegangen sind.

Wie einst Georg Heym

Staunende Betrachtungen zur Jahreszeit stellt Jörg Friedrich im Freitag an, wenn er den Blick auf die derzeit gefrorenen Seen richtet: Wo sonst höchstens Seevögel oder Jesus unterwegs sind, tummeln sich nun die Fußgänger, von der Sensation des sonst Unbegehbaren in den Übermut getrieben. (09.02.12)

Alles richtig falsch?

Wenn schon, denn schon: Das Peinliche am Plagiatsfall Guttenberg war die Heimlichtuerei. Walter Benjamin dagegen wollte mal ein Werk verfassen, das nur aus Zitaten besteht. Dieses Projekt wurde im Jahr 2000 von einem Studenten des Wiener Philosophen Herbert Hrachovec umgesetzt. Wie er als Prüfer mit dieser Diplomarbeit umging, die geisteswissenschaftliche Selbstverständlichkeiten herausfordert, erklärt Hrachovec beim ORF. (10.02.12)

Gucken kostet was

Wissenschaftsverlage stehen in der Kritik: Staatlich bezahlte Forscher müssen, um in der scientific community was zu gelten, in ihren Magazinen publizieren, welche dann wiederum für teures Geld von öffentlich finanzierten Bibliotheken abonniert werden müssen. Ulrich Herb berichtet im Freitag vom Boycott-Aufruf des Mathematikers Tyler Neylon. (11.02.12)

Drei ehrenwerte Herren

Klaus Theweleit wird 70, die FAZ gratuliert. Die ZEIT bespricht das neue Buch des Soziophilosophen Amitai Etzioni: "Vom Empire zur Gemeinschaft". Wer sie gestern auf Deutschlandradio Kultur verpasst hat, möge heute Abend um 23 Uhr den Deutschlandfunk einschalten: Die lange Nacht über Alexander Kluge.


Links der Woche am 18.02.2012, 14:02 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 07/12

Das Ohngefähre

Der Quantenphysiker Josef Honerkamp staunt in den Scilogs über die Probleme, die sich Philosophen mit der logischen Unbestimmheit von Begriffen machen. ("Ab wann ist eine Ansammlung von Körnern ein Haufen?") Das Ideal ist natürlich die Mathematik, die mit eindeutigen Begriffen unanfechtbare Beweise führen kann. Aber Honerkamp tröstet mit Popper, die Begriffe müssten ja bloß "so exakt sein, wie es die Problemsituation erfordert". (14.02.12)

Das bessere Leben

Melanie Mühl, Jahrgang 1976, gehört zur Generation, die es einmal nicht besser haben wird als ihre Eltern, mit denen dennoch keiner tauschen will. Immerhin schreibt Mühl (hoffentlich bezahlt und unbefristet) für die FAZ - und zwar über das Lebensgefühl ihrer Generation zwischen ernüchtert, engagiert, überqualifiziert und auf sich selbst zurückgeworfen. (14.02.12)

Du bist deine Krankheit

Vom Toxoplasmose-Erreger weiß man, dass er Mäuse leichtsinniger macht, um über sie in seinen eigentlichen Zielwirt Katzen zu gelangen. Im FischBlog stellt Lars Fischer eine Studie vor, die nahelegt, dass auch das Grippe-Virus das Verhalten seiner Gastgeber beeinflusst: Probanden hatten nach der Grippeimpfung mehr Sozialkontakte als sonst - damit sich das Virus besser verbreiten kann? (15.02.12)

Akademisches Nadelöhr (50 %)

Karlsruhe hat gesprochen: Die W-Besoldung für die Professorenschaft ist verfassungswidrig. Die (meist Bruch-)Zahlen der akademischen Besoldungspraxis und deren Wurzeln in der Hochschulreform anno 2002 legt Markus A. Dahlem in den Scilogs dar und plädiert für mehr Transparenz und Offenheit im Oberbau. (17.02.12)

Das Weitere und Nähere

IM SZ Magazin informiert uns Peter Praschl über die Streichung der Schreibschriften zugunsten einer Grundschrift in der Grundschule - und über die erwartbare Furcht vor einem Kulturverlust. +++ An dieser Stelle wurde bereits mehrfach auf den kuriosen Konnex von Dichtern und Diktatoren hingewiesen, den nun auch noch einmal Thomas Thiel in der FAZ aufgreift. +++ Gleichfalls bereits mehrfach wurde hier auch auf Kritik an Wissenschaftsverlagen hingewiesen; in der FAZ berichtet Philip Plickert über den aktuellen Boykottaufruf gegen Elsevier.


Links der Woche am 25.02.2012, 15:49 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 08/12

Kaufkraft statt Strahlkraft

Frank Schirrmacher hat schon seit einer Weile einen Selbstkritischen: 2011 erwog er, die Linken könnten mit ihrem Urteil über den Kapitalismus vielleicht doch nicht ganz falsch liegen. Nun nimmt er den Abgang Christian Wulffs zum Anlass, mit dessen und seiner eigenen Babyboomer-Generation abzurechnen, die alles verjubelt hat, was ihr in den Schoss fiel. (19.02.12)

Kunst im Zeugenstand

In der Tradition der alten Frankfurter Schule nimmt sich Axel Honneth das Recht heraus, in der Kunst - insbesondere in Film und Literatur - eine produktive Zeugin für die gesellschaftlichen Pathologien zu haben, denen er mit der Theorie auf den Fersen ist. Thomas Assheuer fragt in der ZEIT, ob die Philosophie sich der Kunst bedienen darf, und gibt Beispiele für das Ge- und Misslingen dieser Art von Erkenntnisstiftung. (20.02.12)

Manche sagen so, andere anders

Der Wissenschaftstheoretiker Martin Kusch hat eine interessante Biographie und landet nun in Wien, wo er nächste Woche seine Antrittsvorlesung über den Relativismus hält. Klaus Taschwer portraitiert im Standard den Mann und seine wissenschaftssozialogisch bedingt relative Haltung zum Relativismus. (21.02.12)

Si tacuisses

"Pop-Philosoph" Dietmar Dath und Chemieprofessorin Barbara Kirchner haben ein Buch geschrieben zur Remedierung der Aufklärung, die als "intellektuelle Kriegsmaschine" erfunden wurde, wie die taz meldet. Rudolf Walther stellt - ganz und gar nicht begeistert - das Buch vor, das mit Marx/Engels/Bloch dem bislang noch Ungedachten auf der Spur sein will. (22.02.12)

Außerdemstens:

Heinz Rudolf Kunze ("Dein ist mein ganzes Herz") wünscht sich entweder Otto Rehhagel als neuen Bundespräsidenten - oder Peter Sloterdijk. +++ Neues Deutschland bespricht Herbert Schnädelbachs Buch über das, was Philosophen wissen, zum Beispiel: "Philosophie hat im bildungsbürgerlichen Mittelstand Konjunktur und nimmt heute etwa die Bedeutung ein, die vor 100 Jahren die Hausmusik hatte." +++ In der FAZ bespricht Nils Minkmar geradezu hymnisch das Gärtner- und Denkbuch, mit dem Jakob Augstein die Vita Activa ins 21. Jahrhundert aktualisiert. +++ Seien Sie noch einmal herzlich daran erinnert, an der Wahl der Beiträge teilzunehmen, die im Jubiläumsbuch zur Feier von zehn Jahren Lichtwolf enthalten sein sollen: Abstimmung und Gewinnspiel laufen nur noch bis Mittwoch!



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