Einige Funktionen dieser Website setzen die Speicherung von Cookies auf Ihrem Rechner voraus. Darüber hinaus verwenden wir Cookies von Google, um Anzeigen zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Mehr erfahren Sie in den Datenschutzbestimmungen des catware.net Verlags.

Ok, einverstanden!

lichtwolf.de / Monatsbuch / Februar 2011

Monatsbuch

Februar 2011

Links der Woche am 05.02.2011, 14:59 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 05/11

Der Zusammenhalt der Welt

Biologisten schließen besonders gern vom Sein aufs Sollen, wenn sie im evolutionären Kampf die moralische Rechtfertigung dafür entdecken, ein Arschloch zu sein. Im Gespräch mit Robin McKie klärt der Primatenforscher Frans de Waal auf, wie falsch dieser Schluss ist: Wenn man schon mit survival of the fittest argumentieren will, dann für die Empathie, die mehr für das Überleben von Spezies getan hat als der Kampf aller gegen alle. (31.01.11)

Am Spitzelwesen genesen

Vor einer Weile sind deutsche und britische Polizeispitzel aufgeflogen, die sich über lange Zeit in linken Kreisen bewegten und dort intensive persönliche Beziehungen aufbauten (siehe LdW 01/11 und 02/11). Tom Strohschneider rekapituliert im Freitag die Berichterstattung über die Fälle, in denen er ein Symptom eines verdeckt wuchernden Polizeiapparats sieht (31.01.11)

Irgendwas mit P und vier Beinen

Was es alles gibt: Die FR portraitiert die im hessischen Griesheim lebende und arbeitende Hunde-Philosophin Miriam Arndt-Gabriel, die sogar ein Diplom hat, allerdings in Hunde-Psychologie. (31.01.11)

Je gedruckter, desto schöner

Der Name Roland Reuss lässt in der deutschsprachigen Blogosphäre die Alarmglocken schrillen: Das ist doch der fiese Germanist, der mit seinem Heidelberger Appell das freie Internet zugunsten der gierigen Wortverwerter abschaffen wollte! In der NZZ erklärt er mit Paul Valéry, was die jahrhundertealte Kunst der Typographie für das verstehende Lesen leistet und warum das Internet so hässlich ist. (03.02.11)

Anything goes - to shits

Das alte Leid: Wenn alles möglich ist, ist nichts mehr möglich. Tomasz Kurianowicz blickt in der NZZ auf das Paradoxon, dass wir heute freier und besser leben als jede andere Generation vor uns oder anderswo auf der Welt - und dass wir trotzdem (oder deswegen) latent bis akut unglücklich sind mit unserem totalen Glück. (04.02.11)

Des Kaisers neues Gelaber

Der vorbildlich gegen Rechts engagierte SPD-Politiker und T-Shirt-Verkäufer Mathias Brodkorb hat Rolf Zimmermanns Buch "Philosophie nach Auschwitz" gelesen und darin ein Prachtexemplar der akademischen Schwurbelei entdeckt, die abwechselnd triviale und groteske, durchgehend jedoch sprachlich verstellte Schlüsse zieht - was beim Thema Holocaust besonders ärgerlich ist. (05.02.11)

Man stirbt, ich nicht.

Und noch eine schöne Rezension: Jürgen Nielsen-Sikora hat für Glanz & Elend die Neuausgabe des lange vergriffenen Buchs "Die Erfahrung des Todes" von Paul-Ludwig Landsberg besprochen, dessen Philosophie sich zwischen Hoffnung und Verzweiflung aufspannt. (05.02.11)


Links der Woche am 12.02.2011, 14:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 06/11

Unlesbarer Superkult

Wolfram Schütte hat das Risiko, sich an der Neuausgabe von Arno Schmidts "Zettel's Traum" einen Bruch zu heben nicht gescheut. Nun fragt er sich in Glanz & Elend jedoch, was es mit dem Mythos dieses Überbuchs auf sich hat, ob und wer es überhaupt ganz zu lesen geschweige denn zu besprechen wagt und warum sich die Herausgeber Friedrich Forssman und Günter Jürgensmeier diese Mühe mit dem erratischen Typoskript gemacht haben. (06.02.11)

Deutsche Schäferhündin

Die Anforderungen, die ein zünftiges Heidi-Klum-Bashing an Mut und Beobachtungsgabe stellen, sind überschaubar. Niklas Maak gelingt in der FAZ jedoch ein sehr kunstvolles Portrait der germanischen Richtgöttin, die in der Glotze allerhand eisige Prinzipien mit falschem Mienenspiel und groteskem Erfolg vorlebt. (06.02.11)

Von Reform zu Reform zu Reform

In der Schweiz wird mit zunehmendem Stirnrunzeln auf die Deutschen geblickt, die sich massenhaft an eidgenössischen Universitäten - als Professoren, Assis und Studenten - breitmachen. Der Historiker Caspar Hirschi legt in der NZZ Zahlen vor und erklärt, wie und warum die Schweizer Uni-Landschaft von der deutschen Reformeritis profitiert, aber zugleich auch immer mehr auf den brain gain angewiesen ist. (07.02.11)

Der eindimensionale Agent

Nach den Enttarnungen von Polizeispitzeln in Reihen linker Kreise mal was anderes: die nicht mehr ganz neue Frage, ob Herbert Marcuse für die CIA gearbeitet hat. Soziologe Detlev Claussen bespricht in der taz die Doktorarbeit "Krieger und Gelehrte. Herbert Marcuse und die Denksysteme im Kalten Krieg" von Tim B. Müller, der dem Fall in den Archiven nachspürte. (08.02.11)

Frei wie die Fliegen

Im Gespräch mit der SZ stellt der Zoologe Björn Brembs die jüngsten Ergebnisse der Fruchtfliegenforschung vor. Das evolutionär nicht unvorteilhafte Verhalten der kleine Viecher könnte quantenmechanischen und thermischen Effekten entspringen, die der instinktiven Reaktion zufällige Alternativen an die Seite stellen. Das spricht in seinen Augen sehr deutlich für die Willensfreiheit der Insekten; warum sollte sie uns also abgehen? (10.02.11)

Geistiger Gewichtheber

Die Financial Times Deutschland unterhält sich anlässlich seines kommenden 50. Geburtstags mit dem abstinenten Muskelprotz Henry Rollins, der immer noch voller Zorn und dabei alles andere als blöd ist. Musik macht der gute Mann längst nicht mehr, sondern einen Verlag, Bücher, Spoken-Word-Auftritte und Urlaubsreisen nach Nordkorea. (11.02.11)


Links der Woche am 19.02.2011, 14:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 07/11

Adorno ab Do. im Angebot

Die FR bringt einen kurzen Auszug aus der Zeitschrift Mittelweg 36, in deren aktueller Ausgabe Wolfgang Kraushaar über einen Anschlag auf die Literaturwelt berichtet. Auf der Buchmesse 1981 zirkulierten Flyer, mit denen das vermeintliche neue Joint Venture von Suhrkamp und ALDI beworben wurde: In der "edition sual" sollten sich Titel finden wie Adornos "Temperaturen. Studien zur Physiognomik der Feinbackkunst" für gut 11 Mark. (13.02.11)

Was der Arbeiter und Soldat rät

Der Krieg war die große Leerstelle im bundesrepublikanischen Bewusstsein: allgegenwärtig im Verschwiegenen. Der Nachgeborene Jürgen Nielsen-Sikora erklärt in Glanz & Elend den Erfolg von Ernst Jünger mit dem Kampf, der in Stil und Gehalt das Werk Jüngers prägt und an das Scham- und Schuldtabu "Krieg" rührte. Mit Blick auf die aktuelle Jünger-Rezeption geht der Aufsatz der Frage nach, was vom Arbeiter und Soldaten heute noch übrig ist. (16.02.11)

Das kann sich jeder leisten

Die "Blätter für deutsche und internationale Politik" "feiern" fünf Jahre Hartz IV. Aus diesem Anlass gibt es 14 Blätter-Beiträge für 0 Euro zum Lesen. Diverse Analysen von Verfassungsgerichtsurteilen, fußnotensatte Überlegungen zur Bezahlbarkeit von Menschenwürde sowie zu Armenspeisung und Kinderarmut, außerdem plädiert Katja Kipping für ein Grundeinkommen.

Titel? Haben!

Immer neue Fundstellen von plagiierten Textstellen legen nahe, dass des Verteidigungsministers Doktorarbeit zum "Axolotl Roadkill" 2011 wird. Unter dem ganzen leidlichen Geläster zum Thema sticht Tobias Fabingers Artikel positiv heraus. Nicht allein, weil er im "Magazin für studierende Arbeiterkinder" hochgeladen steht; vielmehr kommt er ohne Sarkasmus auf den ohnehin zum Lifestyle-Accessoire heruntergekommenen Doktortitel zu sprechen. (17.02.11)

Die Welt als Versuch und Irrtum

Seit geraumer Zeit veröffentlicht der emeritierte Biochemiker Gottfried Schatz in der NZZ schöne Stücke über das Leben und die Welt. In seinem jüngsten Beitrag beschreibt er die Bedeutung des Zufalls, der immer wieder in ein ökologisches Gleichgewicht einbricht und ein fröhliches Gebastel und Gestümper in Gang setzt, dem wir Artenvielfalt und Umweltanpassung verdanken. (17.02.11)

Doch eine Wissenschaft!?

Die Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft" eröffnet mit ihrer aktuellen März-Ausgabe [sic!] eine bis August ausgelegte Reihe namens "Die größten Rätsel der Philosophie". Das ist natürlich doppelt hochgestapelt: Erstens sind sämtliche Rätsel der Philosophie gleich groß. Zweitens handelt es sich nur um ein aus der ZEIT bekanntes Artikel-Schaulaufen der üblichen Verdächtigen (Newen, Pauen, Nida-Rümelin usf.) (19.02.11)


Links der Woche am 26.02.2011, 14:01 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 08/11

Arm aber frei

Die taz hat in der Bunten, die hier niemals einen Link kriegen würde, den 30-jährigen Sohn von Thilo Sarrazin entdeckt, der es gar nicht schlecht findet, arbeitslos zu sein; wenigstens habe er dann seine Freiheit. Bei den Eltern und deren schnelldrehenden Äußerungen über das untere Fünftel der Gesellschaft kann man sich allerdings denken, dass er es seelisch noch etwas schwerer hat als als viele andere, die von Hartz IV im Plattenbau leben müssen. (24.02.11)

Anti-Sarrazene

Die Schriftstellerin Hilal Sezgin hat vor einer Weile der Großstadt den Rücken gekehrt und lebt seither zusammen mit Tieren in der Lüneburger Heide. (In der FR beschickt sie vom Land aus die sehr schöne Kolumne "Unter Tieren", die gerade im Buch "Landleben" mündete.) Man kann also ihrem Wahrheitssinn vertrauen und sich beim Deutschlandfunk über das von Sezgin herausgegebene Buch informieren, mit dem sie auf Sarrazin reagiert: Als Muslim wird man nicht geboren, man wird dazu gemacht. (24.02.11)

Riecht nur komisch

Vor einigen Monaten verkündete Stephen Hawking in seinem neuen Buch den Tod der Philosophie, die es verschlafen hätte, sich - wie Hawking mit seinem Grand Design - um ein holistisches Weltkonzept zu bemühen. Steven Hedley setzt in "Philosopher's Eye" zu einer Verteidigung der Epistemologie an und verweist auf die Replik, die Christopher Norris an Hawkings Adresse gesandt hat. (24.02.11)

Philonline

via @AnotherRerun: Wie jeden Freitag Abend gab es auf WDR5 das "philosophische Radio", im Studio war Martin Warnke und das Thema diesmal: Philosophie und/im Internet. Diese Folge (wie auch alle anderen) kann man nachören; via Internet. (25.02.11)

Digitales Leben danach

Die taz macht sich zum Wochenende Gedanken über das Leben nach dem Tod, genauer: Was wird aus unseren diversen Online-Accounts und Internet-Ablegern, wenn das stoffliche Anhängsel der Inputmaschine unter die Erde gekrabbelt ist? Den ganzen Artikel gibt es in der gedruckten sonntaz zu lesen. (26.02.11)

Die poetische Art, Geld zu vernichten

Nicht nur Banken können prima Kapital vernichten; genauso gut geht das mit dem Verlegen von Lyrik. In der NZZ stellt Michael Braun die innovativen Modelle vor, mit denen die Verlage Roughbooks und luxbooks ohne Mäzene und Preis-Hopping Gedichte unters Volk bringen wollen. (26.02.11)



Lektüreempfehlungen


Reklame

Die erste Dekade

Lichtwolf - Die erste Dekade - der Sammelband mit dem Besten aus den Jahrgängen 2002 bis 2012 für nur 29,80 Euro; billiger ist nur ein Abo.



Im Einkaufszentrum »

Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017), September 2017

Titelthema: Alte Berufe

vorherige Ausgabe

Lichtwolf Nr. 59 (3/2017)

51 alte Berufe im philosophischen Portrait, ausführlicher: Alchemist, Matador, Schuster, Schutzmann, Töpfer und Zensor. Außerdem Lachse, Jacques Ellul und Automobile.


Das nächste Heft erscheint am 20. Dezember 2017 mit dem Titelthema Ins Gesicht. »» Abonnieren


Reklame


Lichtwolf bei Twitter

Twitter befiehl, wir folgen! Der Lichtwolf zwitschert mit. Pieppiep!



Monatsbuch

Zeichenkette Stichwort

« Februar 2011 »
So Mo Di Mi Do Fr Sa
  12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728

Stichwortverzeichnis


Archiv


catware.net Verlag

Martin Gohlke: Im Bauch der Titanic

Da wird die Geschichte der westdeutschen Intelligenz lebendig: Martin Gohlkes Roman gibt es als Hardcover mit 394 Seiten beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 19,80 €.


Marc Hieronimus: Der Schritt zur Seite

Die erste Gesamtdarstellung der Décroissance-Bewegung und ihrer Ursprünge, ihrer Motive, Denker und falschen Freunde: Das leidenschaftliche und fundierte Plädoyer für ein anderes Leben ist erhältlich direkt beim catware.net Verlag oder im Buchhandel (ISBN 9783941921634) erhältlich.


David Hume: Von der Regel des Geschmacks

David Humes Essay über die Ästhetik „Von der Regel des Geschmacks“, von Martin Köhler neu übersetzt: als Taschenbuch beim catware.net Verlag oder hier im Einkaufszentrum für nur 6,80 € - sowie als E-Book für Kindle oder im epub-Format für bloß 2,99 €.



www.lichtwolf.de