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Monatsbuch

Januar 2017

Links der Woche am 07.01.2017, 15:29 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 01/17

Wie die neue Aufklärung aussehen müsste

Aus mehreren Gründen, die er in der ZEIT ausführlich darlegt, hält der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen den Begriff „postfaktisch“ für problematisch. Dahinter stecke die herablassende Kapitulation vor den Kräften der Gegenaufklärung, denen stattdessen mit mehr Diskurs und Transparenz begegnet werden müsste. (29.12.16)

Der neue Humanismus aus den USA

Geisteswissenschaftler pflegen eine traditionelle Geringschätzung für die Naturwissenschaften. Das empfand John Brockman als Irrweg, rief eine dritte Kultur aus und gründete edge.org, wo alljährlich Preisfragen ausgegeben werden, wie René Scheu in der NZZ schreibt und eine Auswahl der Antworten auf die diesjährige Frage bringt, welche wissenschaftlichen Begriffe oder Ideen breiter bekannt sein sollten. (05.01.17)

Produktion von Sinn und Schönheit

Für den Wissensteil der FAZ hat Ulf von Rauchhaupt den Dichter Raoul Schrott und den Jesuiten Stefan Bauberger zum Gespräch gebeten. Es geht um das schwierige Verhältnis von Kunst bzw. Religion zu den Naturwissenschaften, das von Berührungangst und Missverständnissen geprägt ist. (06.01.17)

Das Weitere und Engere:

Auf Facebook sammelt Der goldene Aluhut die schrägste Äußerungen aus den paranoiden Filterblasen der Verschwörungstheoretiker und Eso-Spinner. Um sich in deren abgefahrene Konstrukte einzuarbeiten, kann man sich das Lexikon „gängiger Welterklärungsversuche“ reinziehen, das der Freitag zusammengestellt hat. FNORD. +++ In der FR wendet sich der Philosoph Markus Tiedemann seit einiger Zeit mit offenen Briefen an Fanatiker aller Art. +++ Telepolis informiert über den Versuch des Kulturhistorikers Christopher Goodey, den Transhumanismus auf konservativ-christliches Denken zurückzuführen. +++ Die NZZ würdigt den Philosophen Dieter Henrich zu seinem 90. Geburtstag. +++ Ein harter Spaß für den Hobby-Medienmacher: Auf archive.org sind 520 Stunden Bild- und Tonmaterial von Donald Trump versammelt - mitsamt Such- und Schnittfunktion, um zu dokumentieren, dass der nächste US-Präsident sich gar nicht darum schert, was er so daherquatscht, und trotzdem oder deswegen gewählt worden ist.


Links der Woche am 14.01.2017, 15:40 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 02/17

Es geht bergab, nur noch schnelller.

Jochen Wegner hat sich für das ZEIT Magazin mit dem Science-Fiction-Halbgott und Schöpfer des Cyberpunk, William Gibson unterhalten. Es geht u.a. um den Blick künftiger Menschen auf uns, um Zeitreisen, um Ayn Rands schädlichen Einfluss und um die Dystopie aus Gibsons letztem Buch, die mit Trumps Wahlsieg von der Realität überholt worden ist. (11.01.17)

Oh, wie schön wäre Elite!

Der Konstanzer Evolutionsbiologe, Exzellenzfreund und Studentenbeschimpfer Axel Meyer fordert in der FAZ kurzum mehr Freiheit für Professoren. Die (also er) drohen von einer für „Governance und Profilbildung“ gestärkten Uni-Verwaltung gelähmt zu werden. Und im professoralen Wettbewerb gibt es aus politischen Gründen angeblich keine Verlierer, was aber genauso zur Elitenbildung nötig wäre wie Studiengebühren. (11.01.17)

Hauptsache Wahlfreiheit

Stuart Jeffries hat sich ausgiebig mit der Frankfurter Schule beschäftigt und erklärt im Freitag, warum Adorno et.al. alles schon immer geahnt haben - obwohl der heutige eindimensionale Konsumkapitalismus doch anders kam, als sich marxistisch geschulte Denker das vor Mauerfall und Ende der Geschichte hätten ausmalen können. (11.01.17)

Enteignet Zuckerberg!

Im Internet lässt sich mit Wahrheit und Originalität kein Geld verdienen. Paul Mason beschreibt im Freitag, unter welchen Bedingungen im Onlinekapitalismus produziert wird. Da die Politik unfähig oder nicht willens ist, die Monopole zu zerschlagen, müssen wir die sozialen Medien retten, d.h. vergesellschaften. (12.01.17)

Die Nation als Business

In einer Woche ist es soweit: Donald Trump wird US-Präsident. Dieter Thomä gibt in der NZZ einen Ausblick auf seine Amtszeit und überlegt, wie Trump in die Reihe seiner 44 Vorgänger passen soll. Als egofixierter Trickster macht er vor, dass der persönliche Triumph alles ist und dafür alles erlaubt ist. Vielleicht wird er aber bald an den Widersprüchen seiner opportunistischen Politik scheitern. (14.01.17)

Außerdemchen:

Die Technik wird immer sozialer, da muss die Technikfolgenabschätzung mitziehen, so empfiehlt ein Diskussionspapier, das in der FAZ vorgestellt wird. +++ Die taz ist ziemlich genervt von Byung-Chul Hans neuem Büchlein über die „Austreibung des Anderen“ und den „Terror des Gleichen“. +++ Die NZZ stellt Noam Chomskys neue Bücher vor, worin der 88-jährige Anarchosyndikalist einen Einblick in seine Anthropologie und in die globale US-Politik gibt.


Links der Woche am 21.01.2017, 14:36 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 03/17

Wie Trump spricht und denkt

Seit gestern ist Donald Trump amtierender US-Präsident. Ursula Scheer hat für die FAZ eine sprachkritische Analyse seiner erratischen Rhetorik angestrengt. Jakob Biazza nimmt sich in der SZ auf ähnliche Weise Trumps Inaugurationsrede vor, die mit einer effektiven Holzhammersprache vernebelt und emotionalisiert, ohne etwas zu sagen. Da die Rede nicht - wie angekündigt - philosophisch, sondern einfach dumm war, versucht Josh Groeneveld für Huffington Post wenigstens Trumps Tweets einen philosophischen Gehalt abzuringen oder anzudichten.

Unn sünst?

Antirassisten in Greifswald freuen sich: Die dortige Uni hat sich von ihrem Namenspatron Ernst Moritz Arndt getrennt, wie die WELT meldet. +++ Den antiliberale Strömungen unserer Zeit kann man nicht mit Toleranz begegnen, schrieb Carlo Strenger 2015; der Freitag bespricht sein jüngstes Buch, einen „Wegweiser für unsichere Zeiten“. +++ Der Freitag stellt außerdem Wieland Elfferdings Einführung in die „Fragen der Philosophie“ vor.


Links der Woche am 28.01.2017, 15:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 04/17

Der Wolf ist dem Menschen ein Vorbild

Die Überheblichkeit des Menschen, sich für die Krone der Schöpfung zu halten, ließ ihn fest daran glauben, den Wolf zum Hund domestiziert zu haben, schreibt Florian Schwinn in seinem Buch, aus dem ein Auszug bei Telepolis zu lesen ist. Allerdings spricht einiges dafür, dass sich die frühen Menschen evolutionär an den Wolf angepasst haben. (22.01.17)

Der Geist der Leere

Politische Narrative waren immer solche von Arbeit und Mangel. In den saturierten Demokratien des Westens aber herrscht ein Überfluss, der keinen Sinn mehr ermöglicht - für die Abgehängten, die bei rechtspopulistischen Erzählungen Zuflucht suchen, eh nicht. Fritz Breithaupt und Martin Kolmar raten in der NZZ, sich bei den Narrativen der Religionen zu bedienen. (23.01.17)

Menschen, so unbequem wie das Gewissen

Der in der Schweiz lebende russische Schriftsteller Michail Schischkin erinnert an die 1968 im Ostblock niedergeschlagene Opposition, deren später Sieg sich als Illusion entpuppte. Dissidenten mussten sich zu allen Zeiten gegen staatliche Repression behaupten und dagegen, von der Mehrheit als Verräter und Spinner betrachtet zu werden. (27.01.17)

Aus der Gefahr seinen Beruf machen

Hans Ulrich Gumbrecht schreibt in seinem FAZ-Blog über den Nietzsche-Band, der den Weg in seine Bibliothek aus der Hermann Görings fand. Der dicke Obernazi unterstrich darin fleißig den Begriff „Übermensch“, den Gumbrecht allerdings in Verbindung mit Nietzsches Zusammenbruch in Turin und Zarathustras Seiltänzer bringt - und damit effektiv zu entnazifizieren versucht. (28.01.17)

Bücher, Bücher, Bücher

Die FR bespricht Jan Assmanns jüngste Auseinandersetzung mit Monotheismen und ihrer Gewaltneigung, bei der er u.a. Carl Schmitts Theorie des Politischen heranzieht. +++ Außerdem in der FR: Eine kurze Rezension der „Geschichte des politischen Denkens“ von Otfried Höffe. +++ Aus Anlass seines neuen Buchs „Was für Lebewesen sind wir?“ wird in der taz Noam Chomskys Bedeutung als letzter Linksintellektueller der USA betont. +++ Der Freitag stellt Domenico Losurdos Untersuchung des Konzepts des Klassenkampfs vor, in dem allzu oft ein unterkomplexer Linkspopulismus die eigentlichen Kämpfe um „Anerkennung“ verstellt.

Weiteres zum Trumpismus...

Bereits letzte Woche sind einige Artikel erschienen, die aus Trumps Sprachstil auf seine Denkungsart zu schließen versuchten. Adam Soboczynski konzediert diese Woche in der ZEIT, dass der neue US-Präsi in der Tat überhaupt nicht wie ein Politiker spricht, sondern wie ein stil-, disziplin- und schamloses Großmaul, das die Effekthascherei faschistischer Rhetorik für sich entdeckt hat. Die FAZ wiederum berichtet von einem geistreichen Vortrag des Kunsthistorikers W.J.T. Mitchell über die „amerikanische Psychose“. In der taz schließlich erklärt der Leipziger Politologe Robert Feustel, der das „Wörterbuch des besorgten Bürgers“ mit herausgegeben hat, wie rechtspopulistische Sprache auf den Diskurs einwirkt.

Außerdemos von Sonstnochos:

Die erste Woche von Trumps US-Präsidentschaft war von allerhand „umstrittenen“ Erlassen geprägt, unter denen die angekündigte Einstellung der Förderung der Geisteswissenschaften ein marginaler (aber politisch konsequenter) ist. +++ Im Uniblog der FAZ überlegt Adrian Schulz, was die Verwendung von „Proseminar“ als Schimpfwort der gebildeten Stände mit der marktkonformen Universität zu tun haben könnte - und setzt sich mal in eines hinein. +++ Wo er schon unterwegs war, hat sich Schulz in der Woche darauf auch einen Science Slam angeguckt - ein hippes Format, das bloß „auf Krach und Bumm und Darm mit Charme ausgelegt“ ist. +++ Der Tagesspiegel stellt eine nicht ganz unbefangene Studie vor, die das Sozialistische Patientenkollektiv (SPK) jenseits von linkem Freaktum und „Kaderschmiede der RAF“ darstellt; hoffentlich ist das liebe SPK auch dieses Jahr wieder bei der Mainzer Minipressen-Messe vom 29. Juni bis 2. Juli 2017 dabei!



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Monatsbuch

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