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lichtwolf.de / Monatsbuch / Januar 2013

Monatsbuch

Januar 2013

Links der Woche am 05.01.2013, 14:14 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 01/13

Wofür uns die Maschinen brauchen

Wer ausprobieren will, ob Neurophilosophie weniger drittmittelfinanziert größenwahnsinnig daherkommt, wenn Alexander Kluge ihr seine aussagesätzigen Fragen zuraunt, dem ist "eine Watsch'n im richtigen Moment", Quatsch: sein in der WELT abgedrucktes Gespräch mit Wolf Singer zu empfehlen. (30.12.12)

Auferstanden in Neubauten

Hoo Nam Seelmann berichtet uns in der NZZ von der Wiederkehr der von Mao geächteten Moralphilosophen Konfuzius und Menzius in China. Lange nach der Kulturrevolution besinnt man sich in der Provinz Shandong auf das philosophische Erbe und wer wissen will, was es damit auf sich hat, findet in diesem Artikel einen guten Einstieg, zumal auch der weniger bekannte Menzius vorgestellt wird. (31.12.12)

Leben und Funktion

Ludwig Trepl beschäftigt sich als Ökologe von Berufungswegen mit Leben (und nicht etwa mit Häusern) und widmet sich in einem Nachklapp zu seiner Kritik der Öko-Ideologie noch einmal der Unterscheidung zwischen Lebewesen und organisch anmutenden Systemen, die nicht rein naturwissenschaftlich zu treffen ist, sondern teleologisch-semantischen Feingespürs bedarf. (02.01.13)

Außerdemchen:

Falls Sie sich fragen, was das für einer ist: Zum 70. Geburtstag erhält der US-Soziologe Sozialphilosoph Richard Sennett in der FR eine Würdigung aus der Feder von Christian Schlüter, die schon im ersten Satz gut (i.S.v. wahr) losgeht. +++ Eine Reihe von Wissenschaftlern fordert im Suhrkamp-Streit beide Parteien auf, das Renommée des Hauses zu wahren, und Axel Honneth schlägt Joachim Gauck als Vermittler vor.


Links der Woche am 12.01.2013, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 02/13

Die Raststättenmenschen

Georg Seeßlen erzählt in seinem Blog nach einer nächtlichen Begegnung im SB-Restaurant an der Autobahn ein wunderbares modernes Märchen von den Menschen, die am Rande des rasenden Güter- und Personenfernverkehrs leben. (04.01.13)

Hannah Arendt im Kino

Margarethe von Trottas Film über Hannah Arendt (gespielt von Barbara Sukova) ist diese Woche in rauchfreien Kinos angelaufen und wird ringsum besprochen, von der WELT über die FAZ bis hin zur taz.

Es vorher gewusst haben werden

Der Laplacesche Dämon wird gerade an der ETH Zürich konstruiert: Carolin Wiedemann und Benjamin Seibel berichten in der FAZ von einem Datenprojekt, das alle künftigen Staus, Krisen und Katastrophen vorausberechnen und sie verhindern soll, indem es die zur Selbstorganisation nötigen Infos liefert. (07.01.13)

Maschinen, die Maschinen machen

Computerkapazität auf der Überholspur ist das eine, 3D-Drucker sind das andere: Dietmar Dath stellt in der FAZ einige solche Projekte vor, die - irgendwo zwischen Kunst und Maschinenbau - computergenerierte Objekte in der handgreiflichen Welt materialisieren. Bald womöglich auch in jedem Wohnzimmer. (07.01.13)

Manufaktumzeitgeist

FAZ zum Dritten: Henning Ritter legt einen Essay über das Verlernen vor, das Raum für Neues schafft und zugleich Teil der Sehnsucht nach Ursprung und Eigentlichkeit ist. Perfektion ist erreicht, wenn nichts mehr weggelassen werden kann, Wahrheit, wenn alles bis aufs Wesentliche verlernt ist, und Gegenwart, wenn die Tradition gründlich vergessen ist. (11.01.13)

Das Weitere und Engere:

Ein Haufen ZEIT-Redakteurinnen und -Redakteure macht sich Gedanken, wo und wie sich die Welt verbessern ließe in postutopischen Zeiten. +++ Wirtschaftsethiker Frank Wiebe bemerkt in den Scilogs, dass sich ethische Fragen immer an die anderen richten, aber selten wie es sich gehört an den Fragenden selbst. +++ Im Berliner Haus der Kulturen läuft gerade ein Projekt, das das Anthropozän als erdgeschichtliches Zeitalter rechtfertigen will, berichtet die FR. +++ Vor einem Monat wurde an dieser Stelle auf den Kampf für eine vegetarische Mensa an der Uni Basel hingewiesen; die FAZ berichtet nun von der ersten vegetarischen Mensa in Berlin. +++ In der WELT blicken Alexander Kluge und Florian Illies voraus ins Jahr 2013. +++ Richard Dawkins hat ein neues Buch geschrieben, in dem er von Dave McKean illustriert die Welt erklärt, so heißt es in der WELT (Großbuchstaben).


Links der Woche am 19.01.2013, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 03/13

Das Eigene als das Andere

In der NZZ bespricht Andreas Cremonini das neue Buch von Maria-Sibylla Lotter (u.a. Übersetzerin von Stanley Cavell), "Scham, Schuld, Verantwortung. Über die kulturellen Grundlagen der Moral". Darin geht es vor allem erstmal um Metamoral, also das Verhältnis zu eigenen und fremden Moralvorstellungen. (16.01.13)

Philosophie-Schabernack

Ein Hashtag bei Twitter kann schnell ein Eigenleben annehmen, wie es diese Woche passiert ist, als im Gefolge des zuletzt eher schweigsamen Philosophy Bro Business-Bücher der Philosophie unter dem Hashtag #philobusinesspitches ersonnen wurden. Außerdem hat das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus eine Seite mit tanzenden Philosophen aufgetan.

Der Bürger in der Wehr

Nach dem Massaker an einer Grundschule in Newtown wird in den USA wieder um eine Verschärfung des Waffenrechts gerungen. Eduard Kaeser macht sich in der NZZ Gedanken über das staatliche Gewaltmonopol und das dafür nötige Grundvertrauen, das durch allgemeine Bewaffnung zersetzt wird. (18.01.13)

Das kalte Auge der Macht

Zwei Arten von Kamera gibt es: Die Filmkamera - idealerweise im Namen der Kunst, aber auf jeden Fall von Menschen geführt - und die Überwachungskamera - die als Apparat eines Apparats Angst und Macht ausstrahlt. Georg Seeßlen bringt als Medienphänomenologe in seinem Blog mal eben Walter Benjamins "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" auf den neuesten zwiespältigen Stand der Technik. (18.01.13)

Unn sünst?

Letzte Woche wurde bereits auf eine Ausstellung zum Anthropozän in Berlin hingewiesen, die uns Uwe Justus Wenzel in der NZZ mit Schopenhauerschem Selbstekel nahelegt. +++ Die taz berichtet vom Lehrer Arne Ulbricht, der im Namen der Freiheit seine Verbeamtung auflösen ließ. +++ Schneideggers Aufsatz über die Subtraktion nach Alain Badiou und Slavoj Žižek aus dem aktuellen Lichtwolf ist nebenan bei Glanz & Elend in Überlänge zu lesen.


Links der Woche am 26.01.2013, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 04/13

Vom Dazwischensein zum Bewusstsein

Interesse wirkt nicht harmlos zwischen Subjekt und Objekt, diagnostiziert Georg Seeßlen in seinem Blog, sondern hängt mit Neugier, Begierde und nackter Gier zusammen. Drum ist es in der Warenwelt hochwillkommen, aber auch die Politik kennt Interessen, die lieber im Verborgenen verfolgt werden, und am Ende kommt im Wettbewerb negatives Interesse heraus. (20.01.13)

Wie ein Fisch im Wasser

Bei "Information Philosophie" ist ein Vortrag von Ekkehard Martens über "Philosophie in der Öffentlichkeit heute" zu lesen. Philo-Absolventen könnten ihren Lebensunterhalt mit Vorträgen vor und Gesprächen mit Laien bestreiten. Zur Umsetzung dieser sokratischen Sitte auf den heutigen "Marktplätzen" gibt Martens vier Varianten mit einem Anwendungsfall. (21.01.13)

Piiiiiiiiiiiiiiiiiiii

Rousseau hatte ihn, Luther auch: Der Tinnitus ist, so überlegt Uwe Justus Wenzel in der NZZ, Begleiter, wenn nicht gar Mitauslöser des Subjektivitätsgedanken in der frühen Neuzeit. Das legt zumindest die Lektüre von Uwe C. Steiners Essay zur vollständigen Kulturgeschichte des Tinnitus nahe. (22.01.13)

Die Beuys-Prophezeiung

Entsteht ein Kunstwerk, wenn man ein Kunstwerk nachmacht? Hanno Rauterberg sieht in der gegenwärtigen Kunstszene wenig Willen zum Neuen, stattdessen Recycling und Remix. Sein ZEIT-Essay verschwendet keine Zeilen aufs Beklagen, sondern gibt einen Überblick über die Originalitätsbegriffe der heutigen Kunsttheorie. (25.01.13)

Außerdemos von Sonstnochos:

Die taz lobt Felix Haslers "Neuromythologie", eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung. +++ Suhrkamp hat die Kracauer-Werkausgabe mit "Von Caligari zu Hitler" abgeschlossen, meldet die NZZ. +++ Noch einmal Anthropozän: Reinhold Leinfelder erklärt als einer der Ausstellungsorganisatoren in den Scilogs, warum er sich über die Diskussion um das aktuelle Erdzeitalter freut. +++ Sind Forschung und Lehre frei oder dienen sie Unternehmensinteressen? Transparency International, der fzs und die taz haben Hochschulwatch gestartet, "ein Nachschlagewerk über die Verbindungen der Wirtschaft zur Wissenschaft." (Betrifft unseren Fachbereich ja eher selten.)



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