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Links der Woche am 26.07.2014, 14:29 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 30/14

Atomkrieg und Klangtapete

Wer Listen des Unglücks und Unheils in der Geschichte anlegt, ist weniger leicht zu verunsichern und kommt doch nie aus dem Staunen heraus. Arno Widmann von der FR unterhält sich mit Alexander Kluge auf typische Weise darüber, wie man die Welt und ihre Monströsitäten als Geschichte erzählt. (22.07.14)

Wissenschaftlicher Generationsschrott

Beim Wissenschaftszeitvertragsgesetz, welches das up-or-out-Prinzip an den Unis durchsetzte, hat sich die Politik angeblich was gedacht, erklärt Stefan Kühl in der FAZ. Sodann zählt er die Denkfehler und offenen Fragen der befristeten Akademikerexistenz auf, die die Rechts- und Personalabteilungen der Hochschulen auf Trab halten. (25.07.14)

Unleserliche Zeiten

Die neue Unübersichtlichkeit seit 1989 ist nicht nur politischen Komplexitäten zu verdanken, schreibt Martin Meyer in der NZZ. Dem Philosophen Mark Lilla folgend hat auch die Analysefähigkeit abgenommen, seit das libertäre Denken keine Systemalternative mehr ernst nimmt und nur noch im eigenen Saft sintert. (26.07.14)

Bildung und Wissenschaft

Die FAZ berichtet von einem Workshop der VW-Stiftung über Werbung und Kommunikation in der Wissenschaft. +++ Die NZZ stellt Valentin Groebners Essay über den Geisteswissenschaftler im digitalen Zeitalter vor. +++ Die FAZ greift die Klagen über mangelnde Reife wegen G8 und Bachelor auf. +++ Jürgen Kaube von der FAZ hat eine Studie gelesen, die den scheinbaren Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg nach wie vor unklar lässt. +++ Im Freitag schreibt Achtermann über Geschichte und Gesetzeslage von Religions- und Ethikunterricht in Deutschland.

Et cetera:

In seinem Blog denkt Georg Seeßlen über das Ideogramm als Mittel des bürgerlichen Subjekts gegen moralisch-intellektuelle Dilemmata nach. +++ Der Freitag stellt ein Lesebuch mit weniger bekannten Texten Erich Mühsams vor, der vor 80 Jahren von der SS ermordet wurde. +++ Hannes Stein von der WELT hat sich mit Jim Holt unterhalten, der über die Grundfrage einen humorigen Metaphysik-Bestseller geschrieben hat.


Links der Woche am 19.07.2014, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 29/14

Ex Internet Lux

Wie jeden Sommer beschäftigen sich Feuilleton und Intellektuelle mit ihrem eigenen Fehlen in der Öffentlichkeit. Den Auftakt macht dieses Jahr Gundolf S. Freyermuth bei Telepolis, wo er auf Geschichte und Verfall des engagierten Gelehrten zurückblickt und die Rettung im Internet sieht. (13.07.14)

Fotzen und Arschlöcher

Im Freitag schreibt Jürgen Busche recht unterhaltsam darüber, warum vulgäre Sprache in der Politik so irritierend wirkt: Mit jener werden Grobheit und Bildungsmangel verbunden, die nicht zu dem Bild von dieser passen, das von aufgeräumten Lehrbüchern gezeichnet wird. (16.07.14)

Fußball als politische Metapher

Der Fußball des Jahres 1954 hat nichts mehr mit dem des Jahres 2014 zu tun, schreibt Georg Seeßlen im Freitag. In seiner Analyse schreibt er eine politisch-ökonomischen Analyse der deutschen Verhältnisse anhand der fußballhistorischen Wegmarken nationaler Identitätsbildung. (16.07.14)

Neue Bücher:

Michael Hampes neues Buch zur Rettung der Philosophie vor sich selbst wird auch bei Spektrum der Wissenschaft besprochen. +++ Lange nichts mehr aus Heideggers Nachlass gelesen? Ludger Lütkehaus stellt in der NZZ den ersten Band mit erstaunlich zivilen Briefwechseln der Familie Heidegger vor. +++ Marc Reichwein zeigt sich in der WELT skeptisch über Stefan Müller-Doohms Habermas-Biographie, weil dem Autor als Schüler des Portraitierten die nötige Distanz fehle. +++ Albert Camus’ Liebe zu seiner algerischen Heimat war stets schwierig; nun haben zwei algerische Autoren seinen als neo-kolonialistisch bezeichneten Roman „Der Fremde“ neu geschrieben. +++ Die Philosophin Rosi Braidotti hat ein mühsam zu lesendes Buch über posthumane Subjektivität geschrieben, das in der NZZ rezensiert wird und dessen Untertitel Lichtwolf-Lesern bekannt vorkommen dürfte.

Außerdemos von Sonstnochos:

Und noch was aus dem Heft-Archiv: Heute Abend ab 23:05 Uhr kommt im Deutschlandfunk die Lange Nacht über die Magie der Zahlen und dazu passt doch sehr gut Lichtwolf Nr. 40 über Zahlen, Ziffern und Nummern. +++ Der Kapitalismus hat sich selbst transzendiert und produziert nur noch negative Werte (Krisen und Elend), schreibt abermals Georg Seeßlen in seinem Blog und konstatiert als Modell dieses untoten Kapitalismus die „Supermarkt-Kassiererin, deren hungriger Blick zwischen den Waren und der Überwachungskamera hin und her geht“. +++ Die Berner Zeitung brachte diese Woche eine Serie zur Ethik von Menschenrechten und -würde. +++ Marcus Hammerschmitt berichtet bei Telepolis von einer Studie über die verbissene Ethik-Konkurrenz zwischen Veganern und Vegetariern. +++ Der Veganismus ist auch in der Schweiz längst „in aller Munde“, wie Nadine Jürgensen in der NZZ bedenkt. +++ Hans Ulrich Gumbrecht war in Lissabon und schreibt in seinem FAZ-Blog über die Authentizität des Fado und was Derrida davon hielte. +++ Ebenfalls in der FAZ beschweren sich sieben Autoren über die Studentenjugend von heute.


Links der Woche am 12.07.2014, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 28/14

Das totale Management

In der FAZ nimmt Dietmar Dath u.a. den Roman „The Circle“ von Dave Eggers zum Anlass für einige Betrachtungen über die nächste Zukunft der Ausbeutung, die im digitalen Business zur sektenartig verzückten Code-Fron wird. Scheinbar abgeschaffte Hierarchien und Stimmung wie auf dem Kindergeburtstag prägen den jüngsten Kreis der Hölle des Erwerbslebens zwopunktnull. (06.07.14)

ZEIT und Neuer Realismus

Seit einem Weilchen feiert die ZEIT eine Reihe zum Thema Neuer Realismus ab, dem Schlagwort Markus Gabriels. Bislang haben sich dazu einige geäußert, diese Woche war Iris Radisch dran. Sie nimmt die Annäherung des digitalen Alltags an die Science-Fiction zum Anlass, über den philosophischen Realitätsverlust nachzudenken. (09.07.14)

Unn sünst?

Die taz stellt Michael Hampes Buch vor, das zur Rettung der Philosophie durch argumentative Rationalität aufruft. +++ Anlässlich des WM-Finales denket Georg Seeßlen in der taz über nationale Identität als Konsumprodukt nach. +++ Slavoj Žižek wird vorgeworfen, aus einem Rassistenblatt abgeschrieben zu haben. +++ Zum Tod seines Freunds und Kollegen Hans-Ulrich Wehler schreibt Jürgen Habermas in der FAZ. +++ Apropos: Bei Glanz & Elend bespricht Dieter Kaltwasser die bislang umfassendste Habermas-Biographie. +++ Eine Leipziger Ausstellung blickt zurück auf die seit 100 Jahren im Meiner Verlag erscheinende Philosophische Bibliothek, wie das Börsenblatt meldet. +++ Die ZEIT ist total begeistert von Peter Sloterdijks neuem Hauptwerk, das kulturkritisch von Madame de Pompadour bis zu virtuellem Geld mäandert. +++ Die FR stellt das Buch „Zukunft als Katastrophe“ vor, in dem die Germanistin Eva Horn der Dystopie in Film und Literatur nachgeht.


Links der Woche am 05.07.2014, 14:24 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/14

Denken ist unangenehm

...und dieser Verdacht, der sich beim Public Viewing schnell einstellt, ist nun auch wissenschaftlich belegt. Telepolis berichtet von einer Studie, bei der ein Großteil der Teilnehmer_innen einen Elektroschock dem Alleinsein mit den eigenen Gedanken vorzog. (03.07.14)

Imperialer Perfektionismus

Wenig sommerlichen Frohsinn verbreitet Wolfgang Streeck in der FAZ, wo er darüber schreibt, wie sich der Traum von der digitalen Teilhabe aller in den Albtraum der überwachten Postdemokratie verkehrte. Ziel der Datensammelei ist dabei weniger die Einschüchterung vorlauter Bürger als gesteigerte Konsumfähigkeit und asymmetrische Kriegsführung. (04.07.14)

Außerdemchen:

Jan Greve hat für den Freitag das Berliner Museum des Kapitalismus besucht, wo man in interaktiven Lernspielen die Formel G-W-G' erfahren kann. +++ Auch Martin Meyer von der NZZ war im Museum, und zwar im Guggenheim, wo gerade eine Ausstellung über den Futurismus läuft, die Pubertät des 20. Jahrhunderts. +++ Bei Telepolis blickt Kai Kleinwächter auf die bisherige und künftige Entwicklung des deutschen Bildungssystems, das seine US-amerikanische Prägung verliert und eine eher eurasische annimmt. +++ Thomas Macho bespricht in der NZZ Hilal Sezgins neues Buch zur Tierethik; in der FAZ spricht sich Sezgin gegen Zoo-Haltung aus, daneben denkt Hans Ulrich Gumbrecht darüber nach, was es heißt, im Namen der Tiere sprechen zu wollen. +++ Den aktuellen Lichtwolf zum Thema Perverse gibt es auch als E-Book.


Eine Übersicht aller Themen und Beiträge finden Sie im Monatsbuch.


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