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Links der Woche am 25.07.2015, 14:01 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 30/15

Platon im Hirnscanner

In der FAZ erklärt der Biopsychologe Stefan Treue ausführlich, wie unsere Wahrnehmung funktioniert. Mit den entsprechenden biologischen Grundlagen geht es sodann um die Frage, was wir wissen (können), und was evolutionäre Erkenntnistheorie mit ein bisschen Neurowissenschaft darauf antworten. (20.07.15)

Sex? Ja, gerne!

Houellebecq-Leser wissen, dass die 68er den Sex kaputt gemacht haben. Einer dieser (damals wahrscheinlich) langhaarigen Schwerverbrecher ist Arno Widmann von der FR, der sich ebendort mit Faramerz Dabhoiwala über die unterschiedlichen kulturell-historischen Prägungen von Sexualität und Selbstbestimmung unterhält. Nebenan in der FAZ schafft Georg Rüschemeyer den tollen Texteinstieg „Etwas muss dran sein am Sex.“ und geht sodann der (noch eher unklaren) Frage nach, warum fast alle Lebewesen sich das ewige Hin und Her, Rein und Raus, Auf und Ab zur Fortpflanzung antun.

Außerdemchen:

Die NZZ bespricht Slavoj Žižeks neues Buch darüber, was ein Ereignis ist. +++ Hermeneutik des Shitstorms: Im FAZ-Interview erklärt Bernhard Pörksen, was die ständige Eskalation von Wut, Hass und Empörung über unser Wertesystem verrät. +++ Lange gab es kein Manifest mehr für irgendwas, nun haben die Kolleg_innen vom Hohe-Luft-Magazin eines „für eine Philosophie, die uns bewegt“ ans digitale Tor genagelt. Und alle so: yeah! +++ Die unternehmerische Universität ist schon okay, meint der Finanzwissenschaftler Berthold Wigger in der FAZ, sofern man nicht die ungeeigneten Maßstäbe des produzierenden Gewerbes anlegt.


Links der Woche am 18.07.2015, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 29/15

Ewiges Leben bis zum Stromausfall

Der Papst des Transhumanismus, Ray Kurzweil, sagt die technische Überwindung unserer Beschränktheiten in den nächsten Jahrzehnten voraus. Carolin Wiedemann beschäftigt sich in der FAZ mit der transhumanistischen Szene, ihren philosophischen Grundlagen sowie den Bedenken und Hoffnungen. (12.07.15)

Universitas in der Nische

Es gibt sie noch, die guten Dinge: Die FAZ portraitiert das Leibniz Kolleg in Tübingen, wo ohne Creditpoints gemeinsam unter einem Dach gelernt und gewohnt wird. Vom Reformeifer blieb das Kolleg bislang verschont, von Finanznöten allerdings nicht. (17.07.15)

Was ist der/die Mensch_in?

Catherine Newmark fragt sich in der ZEIT, was der Feminismus falsch gemacht habe, dass dermaßen geifernd wider den Gender-Fundamentalismus gehetzt wird. Bei Telepolis schildert Selma Mahlknecht anschaulich die Heterokalpyse, die uns allen droht.

Unn sünst?

Anhängsel der Maschine: Anlässlich des neuen Terminator-Films unterhält sich die SZ mit KI-Forscher Rolf Pfeifer darüber, was wir von den Maschinen zu befürchten (oder zu erhoffen) haben. +++ Die NZZ zeigt sich fasziniert von zwei Neuerscheinungen, die mit und gegen Heidegger über Nutzen und Nachteil des ewigen Lebens nachdenken. +++ Die Website The Taste of Cinema versammelt die zehn besten Film, die auf Heideggers „Sein und Zeit“ basieren - darunter manch eine Überraschung. +++ Die WELT lässt mäßig witzig Humboldt, Heidegger, Hegel, Marx und Freud über das Internet diskutieren, d.h. prägnante Stichworte unverbunden und ungenau herunterrattern. +++ Die NZZ erinnert an ihre ersten „Redaktoren“ Peter Philipp Wolf und Franz Xaver Bronner, die vor fast einem Vierteljahrtausend Zürich mit aufklärerischem Witz aufmischten.


Links der Woche am 11.07.2015, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 28/15

Griechenland...

...hält die Welt weiter in Atem. Und ja: die Welt, denn es geht nicht bloß um Staatsfinanzen oder ein Währungssystem. Das findet auch Slavoj Žižek in der ZEIT anlässlich des griechischen Referendums über Pest oder Cholera: Die Griechen beharren damit auf den demokratischen Sozialstaat europäischer Prägung, den sich im technokratisch durchgesetzten Schuldenkapitalismus niemand mehr leisten kann. Ganz ähnlich beobachtet auch Georg Seeßlen in seinem Blog die innere und äußere Abschaffung der Demokratie nicht zuletzt durch marktförmige Medien. Kapitalismuskritik hat es in diesen Tagen leicht - und macht es sich zu leicht, merkt Armin Nassehi in der ZEIT an. Denn die Kritik reduziert die unbehagliche Komplexität auf die negativen Folgen des maßlosen Kapitals und so einfach ist es dann - wie im Fall Griechenland - doch nicht. Das ist ja das Problem! Vielleicht hilft es, in der Vergangenheit nach Ähnlichkeiten und Unterschieden zu suchen, wie Arno Widmann es in der FR mit einem Rückblick auf die Londoner Schuldenkonferenz 1953 tut, bei der Deutschland seine Kriegsschulden erlassen wurden.

Philosophie & Zeitschriften

Was hat Philosophie (als Ethik) im technischen Zeitalter noch zu melden? Darüber hat sich Reinhard Jellen mit zehn Philosophen unterhalten, die einen Computer bedienen können, und ein E-Book daraus gemacht, wie Telepolis meldet. Maxi Leinkauf feiert im Freitag das Philosophiemagazin Hohe Luft so hymnisch ab, dass es auch Satire sein könnte: Denn da entpuppt sich Derek Parfit als „der größte Gegenwartsphilosoph unserer Zeit“ und es gibt „Lektürevorschläge, sogar Henryk M. Broder kann dort vorkommen“, sowie „ganz praktische Ratschläge, zum Beispiel: Niemals per App seinen Freund orten!“ Eine vollkommen andere Zeitschrift (trotz Philosophie) gibt es übrigens auch als E-Book. Und warum? Gute Frage, die Stephen Burt im New Yorker mit Blick auf die kleinen unabhängigen Magazine stellt, die es trotzallem immer noch und immer wieder gibt.

Außerdemos von Sonstnochos:

Der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Ehrmann gibt in der FAZ einen Einblick in die schöne neue Universität mit ihrer Fixierung auf Kundenzufriedenheit und staatliche Kopfgelder. +++ Nebenan bei Glanz & Elend lotet Peter V. Brinkemper die politische Dimension von „Jurassic World“ aus; außerdem stellt er ebd. Hunter S. Thompsons Gonzo-Briefe aus den Jahren 1958 bis 1976 vor. +++ Arno Widmann hat für die FR in den Bänden der Tagungsreihe „Communism: A New Beginning“ geblättert und darin Alain Badious „Idee des Kommunismus“ entdeckt, von der er sich zugleich angezogen und befremdet zeigt. +++ Die NZZ ist nicht so ganz zufrieden mit Otfried Höffes Studie zur Idee der Freiheit, die eher Rundreise als Tiefenexpedition ist.


Intime Interna am 05.07.2015, 14:41 Uhr

Schotter im E-Book-Reader

Falls Sie es wegen der Hitze noch nicht mitgekriegt haben: Der aktuelle Lichtwolf zum Thema Schotter ist nun auch als E-Book verfügbar.

Lichtwolf – Zeitschrift trotz Philosophie. Ausgabe Nr. 50 (2/2015), Titelthema: Schotter

Lichtwolf Nr. 50 gibt es auch als preiswertes E-Book für Amazon Kindle und im offenen epub-Format.

Nach wie vor geht es in der 50. Ausgabe der Zeitschrift trotz Philosophie u.a. um synthetische Drogen, Straßenbeläge, Geld, Kunstwerke und Salafismus sowie um die Sabotage von Castor-Transporten, den Stand der Diskussionskultur am Beispiel Peter Singers, die Mainzer Minipressen-Messe und Pferde.

Erhältlich ist das Ding als Heft für 7,80 Euro (inkl. Versand) sowie eben als E-Book für Amazon Kindle und im offenen epub-Format - jeweils DRM-frei und mit 3,99 Euro bloß halb so unbezahlbar wie die Printausgabe.

Übrigens können Sie Lichtwolf-E-Books auch direkt beim catware.net Velag sowie in der E-Book-Boutique minimore.de herunterladen.


Links der Woche am 04.07.2015, 14:33 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/15

Armer Geistesadel

Lukas Latz befasst sich im Freitag anlässlich einer Diskussionsrunde mit den prekären Beschäftigungsverhältnissen an Hochschulen. Für jene sind vor allem diese verantwortlich. Da hilft es nicht viel, wenn die Regierung eine Novelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes plant, wie die FAZ meldet.

(Un)gleiches

In der FR lesen wir ein Interview mit Michael Sandel über die Gefährdung der Demokratie durch einen Kapitalismus, dessen Wachstum zu steigender Ungleichheit führt. In der FAZ beschäftigt sich Gerald Wagner mit aktuellen Beispielen dafür, wie schwer sich die Sozialforschung mit dem Begriff sozialer Ungleichheit tut.

Et cetera:

Die FAZ weist auf die langsam einsetzende wissenschaftliche Beschäftigung mit Flucht und Asyl hin. +++ In chinesischen Labors wird munter und weitgehend kritiklos am menschlichen Erbgut herumgebastelt, schreibt Finn Mayer-Kuckuk im Freitag. +++ Micha Brumlik setzt sich in der FR mit Jan Assmanns Epos über den revolutionären Monotheismus auseinander. +++ Manfred Koch stellt uns in der NZZ den Dichter und Moralphilosophen Christian Fürchtegott Gellert vor, der hierzulande Empfindsamkeit, Sturm und Drang die Bahn ebnete. +++ Außerdem weist die NZZ auf die Buchreihe „Platon & Co“ hin, die kindgerechte Denkerinnenportraits serviert.


Eine Übersicht aller Themen und Beiträge finden Sie im Monatsbuch.


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Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf 2/2015 (Nr. 50), Juni 2015

Titelthema: Schotter

vorherige Ausgabe

Lichtwolf 2/2015 (Nr. 50)

100 Seiten über Schotter, Kies und Steine - wofür sie stehen, woher sie kommen und was man damit machen kann.

Auszüge aus der Nr. 50 können Sie auch im LichtwolfReader durchblättern.

Auch als E-Book erhältlich:
Kindle-Ausgabe Kindle-Ausgabe, 3,99 EUR
epub-Format E-Book im .epub-Format, 3,99 EUR
epub bei minimore .epub bei minimore.de, 3,99 EUR


Das nächste Heft erscheint am 20. September 2015 mit dem Titelthema Ego Null. »» Abonnieren


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