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Lichtwolf - Titelseite

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Links der Woche am 31.01.2015, 14:19 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 05/15

Auf der Suche nach dem Narrativ

In der Woche des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus überlegt Anja Reiter in der FAZ, wie der Holocaust noch im Geschichtsunterricht vermittelt werden kann - 70 Jahre nach Befreiung des KZ Auschwitz und für eine wachsende Zahl von Schülern, zu deren Geschichte der Holocaust qua Migrationshintergrund nicht zu gehören scheint. (29.01.15)

Außerdemchen:

Die FAZ meldet, dass die Mainzer „Open Mind“-Gruppe um Thomas Metzinger eine ganze Textsammlung zu Geist, Gehirn und Bewusstsein ins Netz gestellt hat: Unter open-mind.net gibt es den Lesestoff als PDF oder im .epub-Format. +++ Die taz weist auf eine zweibändige Ausgabe mit Albert Camus’ journalistischen Arbeiten hin, die ihn einmal mehr als politischen Denker zeigen. +++ Im Interview mit dem Standard erklärt Slavoj Žižek, was den Macht-Begriff der IS-Miliz vom westlichen unterscheidet und warum nur eine radikale Linke die Rettung vor Islamismus und letzten Menschen bietet. +++ Heute Abend gibt es ab 23:05 Uhr im Deutschlandfunk die Lange Nacht über Else Lasker-Schüler, Gertrud Kolmar und Simone Weil. +++ Der hübsche RDP diskutiert in seiner ZDF-Sendung am Sonntag mit dem Cicero-Chef Christoph Schwennicke über konservatives Denken.


Links der Woche am 24.01.2015, 14:20 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 04/15

Kann man Heideggerianer sein?

Für die FAZ berichtet Jürg Altwegg vom Pariser Kongress zum Thema „Heidegger und ,die Juden‘“. Er rekapituliert den merkwürdigen Einfluss, den der Todtnauberger auf das linksrheinische Denken hat, für welchen Aufruhr dort die Schwarzen Hefte vergangenes Jahr sorgten und wie deren Herausgeber Peter Trawny kritisiert wird. (21.01.15)

Das Studium als vortragbarer Verlust

Steuererklärungen sind nur was für die Zeit nach dem Studium? Mitnichten! Barbara Brandstetter rät in der FAZ mit diversen superspannenden Gerichtsurteilen und Beispielrechnungen, sich bereits in Aus- und Fortbildung mit Verlustvortrag, Werbungskosten und der „Anlage N“ zu beschäftigen. Sofern man damit rechnet, später überhaupt Steuerzahler zu werden. (24.01.15)

Unser schöner Planet

In der NZZ setzt sich Uwe Justus Wenzel anlässlich zweier Ausstellungen mit den Bildern auseinander, die Philosophen sich von unserem Planeten Erde gemacht haben und damit auch stets Menschheitsbilder lieferten. Bei Telepolis lesen wir von einer überfälligen Betriebsanleitung für den Planeten, aus der hervorgeht, wie man das Ding betreibt, ohne es kaputtzumachen. Wenn doch alles den Bach runtergehen bzw. die Menschheit von der Vogelgrippe dahingerafft sein sollte, dürfen sich die Überlebenden an Lewis Dartnells „Handbuch für den Neustart der Welt“ halten, das in der FAZ vorgestellt wird. Bis dahin teilen wir uns weiter den Planeten mit haufenweise Tieren, von deren Subjektivität wir keine Ahnung haben (können), wie Eduard Kaeser in der NZZ überlegt.

Weiteres zu Islam und Terrorismus

Zwei Wochen nach den mörderischen Anschlägen von Paris geht die intellektuelle Auseinandersetzung weiter. Nicht religiöser Wahn ist schuld am Terror, schreibt Guillaume Paoli in der FAZ, sondern der andere übliche Verdächtige: Computerspiele. Dass und wie deren Ästhetik in IS-Propaganda verwendet wird, erweist den Islamismus als blutrünstige Jugendrevolte. Mohammed Khallouk dagegen unterhält sich im Freitag mit dem Philosophen Rachid Boutayeb über Sexualität und sein Projekt eines islamischen Dekonstruktivismus.

Et cetera:

Die taz berichtet von einem Kongress der britischen Zeitschrift Radical Philosophy über den denkerischen Abbau des Kapitalismus. +++ Akademisierungswahn, Bologna, Kompetenzfimmel, doofe Studis: Die NZZ bespricht gleich vier Bücher über die Bildung in der Krise. +++ Die FAZ berichtet von einem Data-Mining-Projekt zur Analyse und Vorhersage politischer Unruhen in Kooperation mit Google. +++ Ulrike Baureithel erinnert im Freitag an den verstorbenen Soziologen Ulrich Beck und seine Verdienste um die Krisenanalytik.


Links der Woche am 17.01.2015, 16:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 03/15

Zeugnisse des Verlusts

Ob man nun schlussmacht oder stirbt, nie ist man so richtig weg. Sven Stillich schreibt in der ZEIT, was so alles von jedem übrig bleibt (Kleinigkeiten und Abfall), was manch einer auf keinen Fall zurücklassen will und wie wir wichtige Dinge und Momente (auch unabsichtlich) bewahren.

Der nächste US-Präsident ist ein Cyborg

Bei Telepolis gibt Zukunftsforscher Roland Benedikter im Interview einen Überblick über die drei Schritte, die 2014 auf dem Weg zur transhumanistischen Gesellschaft gemacht worden sind und welche ethischen Herausforderungen in der technischen Zukunft warten. (11.01.15)

Die Anschläge von Paris

Die Wut und Trauer nach den Anschlägen von Paris legen sich langsam und die gedankliche Aufarbeitung geht los. Im New Statesman fragt Slavoj Žižek mit etwas Nietzsche nach dem Minderwertigkeitskomplex islamistischer Fundamentalisten. In der FAZ untersucht der Soziologe Jens Alber den scheinbaren Zusammenhang zwischen „dem“ Islam und dem Terrorismus in seinem Namen. Michel Houellebecqs Roman über die Wahl eines Muslim zum französischen Präsidenten erschien am Tag der Anschläge. Cord Riechelmann untersucht in der FAZ die Parallelen zu „Untergang des Abendlandes“ und was Spengler tatsächlich darunter verstand. Die ZEIT bringt Navid Kermanis Trauerrede für die Opfer der Pariser Anschläge, in der er die Werte des Islam und der Französischen Revolution betont.


Links der Woche am 10.01.2015, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 02/15

Das Wissen ums Sterben

Einige Tiere bekommen gepflegte Gräber, andere werden zu Fischmehl oder Festtagsbraten verarbeitet. Ronald Roggen besucht für die NZZ einen Schweizer Tierfriedhof und überlegt, welche vielfältigen Schlaglichter der Tod von Tieren auf ihre Verhältnisse zum Menschen wirft. (03.01.15)

Stränge und Häute

Matthias Matting setzt bei Telepolis seinen letzte Woche begonnenen Einstieg in die Stringtheorie fort. In Teil 2 erfahren wir, warum das Universum supersymmetrisch sein und jedes Teilchen einen Partner haben sollte, wie man mathematisch nötige zusätzliche Dimensionen aufwickelt und warum Gravitation die coolste Naturkraft ist. (06.01.15)

back that shit up

Der Philosophy Bro hat diese Woche wieder Post bekommen und nimmt sich der kniffligen Frage an, warum Kant sich trotz des kategorischen Imperativs für die Todesstrafe aussprach. Dieser Widerspruch ist nur ein scheinbarer, nämlich sogar eine Folgerung, aber das heißt weder, dass Kant widerlegt wäre, noch dass er unwiderlegbar wäre. (06.01.15)

Das wohlverwaltete Prekariat

Um wissenschaftliche Mitarbeiter durch Verunsicherung und Kontrolle zur Exzellenz zu treiben, braucht es Personal. Björn Brembs und Axel Brennicke - beide selbst Uni-Wissenschaftler - beschreiben in der FAZ, wie die Prekarisierung des akademischen Nachwuchses mit einem Wuchern unbefristeter Verwaltungsstellen einhergeht. (07.01.15)

Die eigentlichen Märtyrer von „Charlie Hebdo“

Unter den vielen Reaktionen auf die Morde in Paris sei an dieser Stelle des Filters wegen lediglich auf die von Bernard-Henri Lévy verwiesen, die in der FAZ nachzulesen ist. Darin rechnet er die ermordeten „Charlie Hebdo“-Mitarbeiter zu den Helden der Aufklärung und ruft mit republikanischem Pathos zu „Nationaler Einheit“ und zur Befreiung des Islam vom Islamismus auf. (09.01.15)

Das Weitere und Engere:

In dieser Woche wäre Kurt Tucholsky 125 geworden. +++ Der Freitag weist auf den neuen Zukunftsalmanach aus Harald Welzers Stiftung Futurzwei hin, der statt Apokalyptik zu betreiben lieber erfolgreiche soziale und ökologische Alternativen portraitiert. +++ Mega-Žižek: Für Glanz & Elend überlegt Peter V. Brinkemper, was es mit dem Büchlein „Žižek’s Jokes, Treffen sich zwei Hegelianer“ auf sich hat, und bespricht zudem - aber viel kürzer - das knapp zehnmal so dicke Opus Žižeks über Hegel und einen rekonstruierten Idealismus. Einmal in Fahrt gekommen, nimmt er sich auch noch Žižeks jüngstes Buch vor, das mit Heidegger, Hawking usw. fragt, was ein Ereignis sei, und selbst eines ist. +++ Telepolis weist auf das Alan-Turing-Biopic hin, das mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle in die Kinos kommt. +++ Im Freitag unterhält sich Nora Zaremba mit dem Neurobiologen Gerald Hüther über seine Flucht aus der DDR, Mut, Glück und die lebenslange Freiheit zur neuen Erfahrung.


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