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Essaywettbewerb


Links der Woche am 18.10.2014, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 42/14

The solution to every problem ever

Lange gab es nichts mehr von ihm zu lesen, nun ist er mit einer aufgehübschten Website zurück: Der Philosophy Bro fasst in dieser Woche die ersten 25 Paragraphen von Leibnizens Monadology auf seine bro-hafte Weise zusammen. Fuck yeah! (14.10.14)

Krug vs. Plastikbecher, Ding vs. Zeug

In der NZZ pustet Eduard Kaeser den Staub von Heideggers Technikphilosophie, die sich dann als durchaus brauchbar erweist für ein Zeitalter, in dem der Mensch sich zum Datenbestand und Entfernung zum zurückzulegenden Zeug macht. Weiterentwickelt wurde die Besinnung auf Sein und Zeug vom weniger bekannten und kurz vorgestellten Heidegger-Schüler Albert Borgmann. (18.10.2014)

Weiter Inzest und Sterbehilfe

Es bleibt knifflig in zwei aktuellen Ethik-Debatten: Ulrike Baureithel würdigt im Freitag das Plädoyer des Deutschen Ethikrats zur Lockerung des Inzestverbots unter Geschwistern. Stefan Schirmer und Martin Machowecz nehmen in der ZEIT den Suizid des früheren MDR-Intendanten Udo Reiter (parallel zur Eröffnung einer Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben) zum Anlass, über intensives Leben und selbstbestimmtes Sterben nachzusinnen.

Außerdemchen:

Otto A. Böhmer schreibt im Faust, wie Horkheimer gern mal ein realistisches Theaterstück über einen verheirateten Schopenhauer veröffentlicht hätte. +++ Herbert Marcuses Eindimensionaler Mensch wird 50, ist aber aktueller denn je. Drum würdigen Robert Stadlober, Andreas Spechtl und Thomas Ebermann das Werk mit einer Bühnenshow auf Tour, wie die ZEIT berichtet. +++ Im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur erklärt Andreas Urs Sommer, warum Nietzsche vermöge seiner Irritationskraft immer noch aktuell und auf die gute Art politisch unkorrekt ist. +++ Jürgen Kaube berichtet für die FAZ von einem Germanistikartikel, der den Ursprung des Ranking-Wahns nicht im Neoliberalismus, sondern in der Kunst- und Literaturkritik des 18. Jahrhunderts ausfindig gemacht hat. +++ Früher war alles besser - auch die Religion: Die NZZ bespricht Harald Strohms Buch „Die Geburt des Monotheismus im alten Iran“ über die archaischen Ursprünge des griesgrämigen Demiurgen.


Links der Woche am 11.10.2014, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 41/14

Pazifistisches Dilemma

Der evangelische Bischof Wolfgang Huber setzt sich in der FAZ fundiert mit der Nähe von Religion und Gewalt auseinander. Anlass ist der anhaltende Terror der IS-Miliz und die Unsicherheit, wie ihm zu begegnen wäre. Darf oder muss man töten, um das Tötungsverbot durchzusetzen? (07.10.14)

Gemeinsam gegen den Rest der Welt

Affen arbeiten nicht so eng zusammen wie Menschen, schlachten einander aber nicht so massenorganisiert ab wie diese, urteilt der Verhaltensforscher Michael Tomasello. Im Gespräch mit der ZEIT erklärt er die Geburt von Denken und Moral aus dem Geist der Kooperation, warum Hegel recht hat und was das für den Umgang mit IS und Klimawandel bedeutet. (10.10.14)

Keine Zeit für Freiheit

Überall ist gern die Rede von Freiheit, was Georg Seeßlen dazu veranlasst, über den Begriff nachzudenken. Freiheit braucht wie die Wahlfreiheit, in der sie empfunden und gedacht wird, Zeit und Raum. Die Freiheit der Bewegung, der Politik und des Denkens geht stets in der Entscheidung auf, was sich immer weniger Leute zumuten wollen. (10.10.14)

Übrigens haben Seeßlen und Markus Metz vergangenen Sonntag im DLF einen Radioessay über die Dialektik von Freiheit und Kontrolle zu Gehör gebracht; kommenden Sonntag um 9:30 Uhr wird sich Walter von Rossum in der Reihe „Essay und Diskurs“ damit befassen.)

Unn sünst?

William Deresiewicz warnt davor, den Nachwuchs auf US-Elite-Unis zu schicken, wo sie zu Exzellenzschafen zombifiziert würden, wie die WELT berichtet. +++ Ausführlichst bespricht die NZZ Peter Sloterdijks nicht mehr ganz so neues Buch „Die schrecklichen Kinder der Neuzeit“ und vergleicht es gar mit Albert Camus' „Der Mensch in der Revolte“. +++ Na, sind Sie schon fleißig am Lesen, Nachdenken und Schreiben für den Essaywettbewerb von Glanz & Elend und Lichtwolf? Bis Silvester ist noch Zeit, um die Preisfrage zu beantworten: Warum gibt es etwas und nicht vielmehr nichts?


Links der Woche am 04.10.2014, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 40/14

Tag der Historiker - Historiker des Tages

Jürgen Kaube berichtet für die FAZ vom Deutschen Historikertag in Göttingen. Stimmung wie auf einem Stammestreffen und der traditionell alberne Titel „Gewinnen und Verlieren“ nervte Kaube ebenso spürbar wie die Diskussionen über Emotionsgeschichte, den deutschen Sonderweg oder Helden. (28.09.14)

Prototypen des Partisanischen

Die Bilder aus Konfliktregionen zeigen immer mehr Maskierte mit Waffen, was Nils Markwardt in der ZEIT zu Carl Schmitts „Theorie des Partisanen“ und Ernst Jüngers „Der Waldgang“ greifen lässt. Die darin dargelegten Charakteristika des irregulären Kämpfers und seiner Unterstützer zeigen sich nicht nur in der Ostukraine und in Syrien, sondern auch in westlichen Demokratien. (02.10.14)

Physik hat sich längst von den Gleichungen emanzipiert und der datenbasierten Simulation als Erkenntnismittel zugewandt, schreibt Eduard Kaeser in der NZZ. In der ZEIT erklärt Stefan Schmitt, warum wir im Escherversum leben.

Ethik: Die NZZ stellt das Buch vor, in dem der katholische Theologe Hans Küng das selbstbestimmte Sterben erwägt; eine Ecke komplizierter ist die Frage der Sterbehilfe geworden, nachdem diese Woche einem belgischen Sexualstraftäter der assistierte Suizid wegen unerträglicher psychischer Qualen eingeräumt wurde. Als wäre das noch nicht knifflig genug, hat der Ethik-Rat empfohlen, die Strafbarkeit von Inzest aufzuheben.

Bücher: Der Freitag zeigt sich am Ende nicht ganz überzeugt von Eva Horns Studie über Narrative des Weltuntergangs. +++ Die NZZ bespricht Mark Schwedas philosophische Biographie des heute fast vergessenen Modernetheoretikers Joachim Ritter. +++ Ein philosophisches Bilderbuch? Antje Damm hat eins gemacht und die NZZ findet auf jeder illustrierten Seite Anlässe zum nachdenken und diskutieren. +++ Nicht bloß der CO2-Ausstoß, sondern der Kapitalismus selbst treibt die Welt in die Klimakatastrophe, schreibt Naomi Klein in ihrem neuen Buch, über das der Freitag ebenfalls berichtet.

Reste: Die Schriftstellerin Bettina Suleiman berichtet in der ZEIT vom chronobiologisch idealen Tagesablauf, der sehr übersichtlich ist. +++ Liane von Billerbeck unterhält sich für Deutschlandradio Kultur mit dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Philosophie, Michael Quante, der für Philosophie als Grundschulfach plädiert. +++ Die ZEIT hat einige Statistiken schick visualisiert, die die deutsche Teilung auch 25 Jahre nach dem Mauerfall belegen.


Links der Woche am 27.09.2014, 14:41 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 39/14

Zurück auf die Marktplätze!

Für Telepolis unterhält sich Reinhard Jellen mit Michael Hampe, der jüngst in einem Buch mit der doktrinären Philosophie abgerechnet hat. Im Gespräch geht es um den gesellschaftlichen Einfluss von Philosophen und Philosophie, der größer und heilsamer wäre, besönne man sich wieder mehr auf Sokrates. (21.09.14)

Zur Kritik des besseren Lebens

Zwanghafter Konsum und Wachstumsmanie sind nicht gut, ganz besonders wenn es um Lebewesen in der „Fleischproduktion“ geht. Im Freitag schreibt Felix Werdermann den Wachstumskritiker jedoch hinter die Ohren, dass grünes Wachstum möglich und nötig ist. Christina Hucklenbroich schreibt in der FAZ über Akteure und Schriften des Veganismus als Lifestyle-Trend, der stellenweise nicht mehr ist als das.

Funktionaler Analphabetismus durch funktionale Sprache

Konrad Paul Liessmann ist Philosoph, schreibt „Orthographie“ wie es sich gehört mit ph und hat einen Nachnamen, der allen neuen Rechtschreibregeln Hohn spricht. Dies der Hintergrund, vor dem er in der FAZ furios die (nicht unbeabsichtigten) kulturellen Folgen des wohlmeinenden Laissez-faire im Schreibunterricht beklagt. (24.09.14)

Wirksamer als die Wirklichkeit

In der ZEIT macht sich Clemens Setz Gedanken über die Rezeption der Enthauptungsvideos aus dem Irak. Diese seien von den islamistischen Milizen dermaßen auf westliche Sehgewohnheiten hin optimiert und in Szene gesetzt, dass die Morde hyperrealen Charakter erhalten. (25.09.14)

Et cetera:

Die ZEIT macht Reklame für das Buch, in dem Birger Priddat dazu aufruft, sich durch die Bologna-Uni durchzuschlawinern. +++ Es sei noch einmal daran erinnert, dass es den aktuellen Lichtwolf zum Thema Mars als DIN-A4-Paperback sowie als preiswerteres E-Book für Kindle sowie im offenen epub-Format und in der E-Book-Boutique minimore.de gibt; nämliche wurde für den diesjährigen Virenschleuderpreis nominiert und erhält ihn für das Sammeln möglichst vieler Facebook-Likes. +++ „Was denkst du gerade?“ „Nichts.“ Ideale Ausgangsbedingungen für die Teilnahme an dem Essaywettbewerb, den Lichtwolf und Glanz & Elend zur ontologischen Grundfrage ausgeschrieben haben!


Eine Übersicht aller Themen und Beiträge finden Sie im Monatsbuch.


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Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf 3/2014 (Nr. 47), September 2014

Titelthema: Mars

Alles Bedenkswerte über den Roten Planeten, den Krieg und seinen Gott sowie über das Symbol für den weißen Mann plus Postmoderne, Geldkritik und Radikalinskis auf 118 Seiten DIN A4, ISBN 9783941921436.

Auszüge aus der Nr. 47 können Sie auch im LichtwolfReader durchblättern.

Auch als E-Book erhältlich:
Kindle-Ausgabe Kindle-Ausgabe, 3,99 EUR
epub-Format E-Book im .epub-Format, 3,99 EUR
epub bei minimore .epub bei minimore.de, 3,99 EUR


Das nächste Heft erscheint am 20. Dezember 2014 mit dem Titelthema Häuser. »» Abonnieren


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